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Kt. 12V MMeZ SlaK

Gießerrer Anzeiger (General-Anzeiger für Gberyesien)

Samstag, 25. Mai 19^8

N«» StaSt «ud LanS.

Gießen, den 25. Mai 1918.

LebenSmittelnrurlett.

Für bte Zeit vom 27. Mai bis 2. Juni ISIS haben nach- stehende Lebensmittelmarken Gültigkeit:

Brotmarken der 22. Woche, gültig vorn 27.5.1913 - 2.6.1918 Buttermatten., 22. t 27.5.1918 - 2.6.1918

Eiermarken Nr. 7.

Fletschmarken, 22. , » . 27.5.1918 - 2.6.1918

Kartosselmatten, 22. , ^ 27.5.1918 - 2.6.1918

Seiftnmarken für den Monat Mai bis 31. Mai, ab 1. Juni 1918 für den Monat Juni 1918.

Sin Umtausch verfallener Marken findet nicht mehr statt; ebenso wird für verloren gegangene Marlen kein Ersatz gewährt.

Neuanmeldnngen und Anmeldung von Neugeborenen haben unter Vorlage der nötigen Ausweise, insbesondere der LcbeuSrnittel-AuSweiSkarte, aus dem Lcl-euSmittcll amt $n erfolgen.

Umzüge innerhalb der Stadt und Wegzüge von Gießen sind in den Anständigen Bezirken anznmelden.

GeschäftSstunden des Lebenömittelamle- von 912 Uhr vorm., 24 Nhr nachm.

Ntarkenatlsgabe ü'ir Urlauber:

Sonntags von 1012 Uhr vormittags.

für Straßenunterhaltung in der Höhe mm 394 Mk., für Wanderer und Arbeitslose (20 000 Mt.) für die ProvinHialsieätenanslalt (Erneuerungsfonds 53 000 Mk.) Die Provinz i)fe der Gießen er -ll och schul gestl sck-as t und der Si'ödlungs Gesellschaft Heimat­dank mit eirtsprecl-enden Beiträge', i bttgttveten. Tie Errichtung eines Heimos für gelähmte, erblindete oder sonstigem Sieä>ttlm verfallene KrivgsbeschLigte ist bereits be­schlossen. Die wirtschaftliche Lage der Provinz, ist: eine gute, der bäuerliche Grundbesitz ist in wtttgehendem Muße entschuldet. Für die 8. Kttcgsanleilte zeichnete die Provinz 95 Millronen Mark, im ganzen 552 Millionen. Die Ueberlandzentrale der Höfischen Eisenbahnaktiengesellsckxtst, an der die Provinz beteiligt ist, hat Anschluß an die Grube Döttingen erhalten und wird einen solchen demnächst auch an die Mainkraftwerke erhallen. Es ist beabsichtigt, Mrs der Starkenbnrg eine Erinnerungsstätte für die Gefallet reu zu errichten nach den Plänen des Geh. Oberbanvats Hosmann. Ein Mitglied schlagt vor, dazu wegen seiner zentralen Lage lieber den Otzberg bei Lengfeld zu Wahlen.

^Auszeichnungen. Musketier Sieamund B en- z-inger erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse; Unter­offizier Georg To dt das Hessische Kriegsehrenzeichen.

** Kreis tag. Am den 31. Mai d. I., vor­

mittags IO 1/2 Uhr, findet eine ^ordentliche Sitzung des Kreis­tags nrtt folgender Dage-sordnNng statt: 1. Antrag der Gemeinde Stangenrod um Getwährnug einer Beihilfe ans Kveismitteln gemäß Art. 31 Pos. 13 der Kreisordnnng.

2. Rech:tunn der Kveisckasse und Bertvialtnirgsbericht für 1916.

3. Bovanscy^ag der Kreis^ufle für 1918.

** Rotes Kreuz. Für denHcimatdank für die zu- rück?ehrenden deutschen Kriegsgefangenen" spendete: Wall- d 0 r s 35 Mark.

** Anlageninusik findet Sonntag den 26. Mai, vorm. 12 Uhr, in der Lud^oigstraße (Universität) mit fol- gekrder Spielfolge statt: Ouvertüre zur OperetteDas Modell" von Fr .V. Suppe; Fantasie a. d. Op.Strabella" von Fr. Motvtv; Noserllieder von Ph. zu Euleniöurg; DMertiffenrent a. d. OperetteDer Graf v. Luxemburg" von Frz,. Lehär; Treue um Treue, Marsch von Blaiilenberg.

** Schwarz-Weiß-Lichtspiele, Seltersweg 81. Bön heute ab tritt Albert Bassemnann in seinem gewaltigen ^errsdranmDer eiserne Wille" auf. Dieses Filmwerk ist das dritte und letzte der Serie 1918. Außcroem wird das dreiaktige LustspielDas Gänschen vom Lande" mit Rita Glemwitt in der Hauptrolle gegeben. Siehe Anzeige.

** A u s n u tz u ng der Verkehrsmittel in Der Verkehrs schwächeren Zeit. Eine Ausnutzung der Ver­kehrsmittel in der verkehrsschwacheren Zeit bezweckt eine besondere Verfügung deS Kwiegsminisberiums. Bon Ende 'Schril bis zur Ernte ninunt der Verkehr im aNgemeinen ab .Eine vorherige Eindockung ist bei der Knappheit der Be- ,fände nicht möglich. Zur EMlastung der Verkehrsmittel in den verkehrsreichen Herbsd und Wttctermonaten ist es aber u&äaeiibig, überall die Transporte vorzunehmen, wo dies ttur möglich ist. Die günstige VervehrSlage eitthebt

aber wicht der Pflicht, die Eisenbahn nach Möglichkeit durch Verkürzung der Bahnwege und Ausnutzung oes Fvachtvcmms zu entlasten.

Starkenburg und Rheinhessen.

I Darwstadt, 23. Mai. Der Provinzialtag von Starren bürg fand am Mittwoch auf dem Rathause unter dem Besitz des Provinziawivettors Getmmevat Fey statt. DiePrvvinzial- kasse schl.ettt mtt ernem Ueberschuß von 225 000 Mk. ab, haupt- stiaüich wegen der llndurchsührbarkeit der vorgesehenen Straßen- baurcn. Es wurden für die Uebergangswirtschaft Rücklagen gebildet'

Deutscher l Sib für die LudenLsch-Spende!

Sie standen für uns in ringender Not,

Sie standen für uns-in Feuer und Tod,

Sie wehrten von uns die Schrecken des Kruges,

Sie weckten für uns die Sonne des Sieges lind loarfen für uns auf blutenden Sand Den jungen Leib, den Fuß und die Hand.

Wir in der Heimat mit heilen Gliedern,

Wir wollen es lohnen den treuen Brüdern,

Die uns beschützten in würgender Zeit,

Die sollen nicht sagen mit Bitterkeit:

Das Häßlichste auf Erden ist

Ern Voll, das seines Dankes vergißt!"

München. Ludwig G a n g tz 0 fe r.

m*rs.TX3t£>m?ar .

Wrchlkche NachriOten»

Gottesdienst am Sonittag den 26. Mai (Trinitatis).

Evangelische Gemeindr.

In der Stadtkirchc. 8: Zugl. Ehristml. f. d. Neukonfirm. aus d. Matth.-Gem. Pfr. Mahr; 9V-: Pfr. Sck/wabe: 11: Milit- Gottesd. Pfr. Schwabe; 2: Kinderk. f. d. Mark.-^tem. Pfr. Schwabe. In der Job-anneskirch e. 8: Zugl. Christen!, f. d. Neu­konfirm. aus d. Lnk.-Gem. Pfr. Bechtelsbttmer; 9'S; Pfr. Ausseld; 11: Kinderk. f. d. Joh.-Gem. Pfr. Ausfeld; 8: Bibelbespr. im Jo- harmeSsaal. Mittwoch den 29. Mai, abds. 8; Krieasbetstunde Pfr. B-chtolsheimer. Kirchberg. Vorm. 10: Hl. Abendm. für Ruttershausen.Mainzlar. Nachm. ly*. Daubringen. Abds. 8V2: Krregsbetstunde.

llatholischr Gemeinde.

6V§: Gel. A. hl. Beicht; 7: Hl. Messe; 8: Aust. d. hl. Komm.; 9; Hochamt m. PrÄ).; 11': Hl. Messe mt Prcd.; 2: Ehristenl., daraus Alck. m. Segen; 3: Jünglingskongr. Dienstag n. Freitag, abds. 8: Mawnd. Samstag I.Imn, nachm. 5 u. abds. 8: Gel. z. hl. Beicht. Draspora-Gottesdümst am 26. Mai: Grünüerg 9i/,, Hungen 9i/r.

Müllersche Badeanstalt. Dasferwärme der Lahn am 25. Mai 17- R.

Dermsschte».

* Ein Bolschewist schreibt an feine Frau. Das Berl. Tgbl." brrn.tt aus derGazeca ParaTum" vom 7. Mai den folgenden erg iujen Brief des ,, Regimentsfühvers" Kas- luchin an seine Frau:

Meine hochverehrte Frau Agripina Fwanowna!

Durch die ersten Zeilen meine? Brieses teile ich Dir mit, baß durch Gottes Gttade,cnd den Willen der Kameraden-Soldaten in Mir schon das Adelblnt fließt, denn jetzt bin ich Komntandantp Vater des ganzen Regiments und seines Vermögens geworden.

Anliegend üt-ersende ich Dir 100 Rubel, kaufe Dir dafür einen Pelzmantel und eine Straußseder. Die Straußseder wird aus dem Kops getragen.

Mit den Weibern des Städtchens schließe keine Freundschaft, besuche nsur die Osfiziersfrauen, krieche ihnen aber nicht in die Wohnung wie ein Schwein hinein, lasse Dich vorher aumctden, damit sie wissen, wer Tu bist.

Mit den Soldaten lasse Dich nicht ein, beschmritze nicht mein« Ehre als Rcaimentskommandant.

Wenn ich komme und alles erfahre, ziehe ich Dir die Därmiy aus dem Leibe.

Dein Manu und gegenwärtiger RegimentLsührer TomaS Tcrenejus Kasluchcu."

Letzte ZZaa)vid'?t<n.

4>:v nenefts Bericht -er Occresteitnng.

lWTV.) Großes Hauptquartier, 25. Mai. (Amtlich.)

W e st l i ch e r Kriegsschauplatz.

Die Kampstätigkeit der Artillerien blieb tagsüber bei Sturm Mid Regen in mäßigen Grenzen. In Derbinbung rnit nächtlicherl Teilangiifstn des FeiuDeS nordwestlich! vom Sem­mel und nördlich und westlich von Albert n^hm sie vori'lLcv- gehend große Starre an. Die ftindlül-en Angrifft brmlien überall verluskreiä) zusummen. Vri Hamel warfen wir den Feind im Gegenstoß zurück. Im übrigen wurden seine Stunw- truppen schon vor unseren Linien zusammengeschosscn.

*

Die Besatzung eines Beobachterflugzeuges, Leittnant Eisenmenger und Bizeftldwebel Gund, hat am 23. Mai aus einer 5crtte von 6 Kampfeinsitzern 4 Flugzeuge abgeichossen.

Der Erste Geueralquartiermeister Ludendorff.

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Elrmeneecm vor dem Sturz?

Rotterdam, 24. Mai. Aus London wird berichtet, daß n«h dorthin ettcgetrosfen^i Nachtt-chten die srauzösischen Sozia­listen in den ketzteic Tagen der bestiinmten Ansicht gervesen seien, die Regierung werde den Prozeß.Caillaux nicht durchführen- weil sich eirre Arrzahl Vttnister bei .Clemmceau sich dafür ver­wendet hätten, den Prozeß vorläufig ruhen zu lassen, bis die Bevölkerung, die über die nächste Allunft sehr besorgt sei. sich beruhigt habe, also für die Zcht nach der erwarteten Osfensrve »4 vertagen. Tie Pariser Sozialisten sind der Airsicht, es werde m Frankreich demnächst eine neue Regierung ans Ruder komTirew. R e n a u d e l sacste, nach einer Niederlage Fochs muß ein End< komnren. Das ist klar und wird auch vom Volle erwartet.

Die Landwirtschgft Fraukrcichs.

Bern, 24. Mai. (WTB. f-tiä^tamtlich.) Nach französischen! Blättem lbeschLoß der Verpflegungsminister zur Er­mutigung der Ackerbauern, den Getteidcpveis für die dies­jährige Ernte >zu erhöhen. Vor dem 4. 7. nrüssen alle AckLcbaner En>> klärungen über die mit Getreide und Kartoffeln bestellten Lands- reien bei der amtlicher Stelle eim?eiä>cnr. Die Llngaben werden amtlich koittrolliert. Ferner wurde beschlossen, flkr Frankreich (So* treibe aus Biarökko eiw-usühren. Die Ernteaussrichten in Ällrrokki sollen Ines Jahr günstig sein.

Arbeiter- und HecrEagen in Amerika.

W a s h i n g t 0 n, 24. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Prvvvst- marschall General Crowder teilte tveitgehende BestimurnngeN mit.^guf Grund deren vom >1. 6. ^rn alle Männer bestimntteü Alters onttveder arbeiten oder kämpfen müssen. Tie Bestimm murrgen treffen rncht nur die Müßiggänger, sondern auch die in unnützen" BeschLfttgrmgen Tätigen. Man wird sie zwisck)en neuer Arbeit und dem Heevesdienrst Wahlen lassen. Tie Beamten glcn^ den, daß dieser Pllrn das Lkrbeiterprvblom rn der Landwirtschaft^ pn Schiffbau, ^wie in der Munitionsindustrie lößm wird.

Die Wchuungsfürforgc in Preußen.

Berlin, 24. Mai. (WTB. Nichtamtlich) Ter Kaiser untt König übertrug. Um ein schnelles, kraftvolles mrd erfolgreichess Vorgehen g^en die Gefahr -der Wohnungsnot zu sichern^ die unter verschiedene prerchifckw Ministerien verteilten! Befugnisse auf» dem Gebiete des WohrrungstvefercS nunmehr dem Minifterpräfidertten irnd gab ihm Ku der Becn'beitmrg dieser A:> gelegenleiten als stmrdigen Vettreter einen Staatskommissar fitt WohnlmgSwesen ^ bei. Gleichzeitig rmrrde von .Sr. Majestät der UnderstaatSsekretär rm Ministerium für öffentliche Arbeite:^ Wirll. Geh. Rat Freiherr von Cools von der Brnegghen zum StaatSkvmmissar ernannt.

Der römische Srenzwall.

(S ch l u ß.)

Der Salisberg war bis z-um Jahre 1886 die einzige Stelle wr Gebitte der stützt vereinigten Gemarkungen .Hcr.mu und Kessel- stWt, auf der sich deutliche Reste einer römischen Niederlassung gefunden hatten. Diese Furrde veranlaßten den Hanauer Geschichts­verein. der seit dem Jahre 1872 die archäologische Bodenforschung m seinem Forschungsgebiete systematisch betrieb, auf dem Salis- ferge im Jahre 1880 eine Ausgrabung vorzunehmen, die einige ^ahre später gleichzeitig mit den Untersuchungen, die zur Auf- nndung des grvßen^ Kastells in Kesselstadt führten, tvieder aus- genornmen und $u einem cwrläufigen Absclstusse gebracht wurde.

Tas Gesamtergebnis dieser Ausgrabungen war die Aufdeckung eruer Villa rustica, eines ländlichen GutshofeS, desien mit Hypo- kausten versehene Wohngebäude von einer ttapezsörmigen Hos- mauer von 80 Meter Länge und 33 bzw. 23 Meter Breite um­geben waren. TaS 30 Meter lange Herrenhaus lag mit der Schmalseite an der den Salisweg von Nottnvesten nach Südosten kreuzeiiden Straße Finedberg-Hanau, die hier einschließlich der Seit«!graben 12 Meter breit war welchorn Verhältnis ein an der crnteren Seite dem Gehöfte gegenüberliegender größerer zu diesem gestanden hat. wurde, da er sehr zerstött toar, mcht f^tgeyellt. Dasselbe gilt von einem 10 Meter südlich von der Hoinrauer gelegenen, 10 Meter lmrgen und 5 Meter breüen Hypokaustbau, »ielleicl-t einem kleinen Bad.

, ^".hem zivilen Charakter der damals aufgegrabenen Bauwerke wnuve fcai Zweifel bestechen; ebensownrig daran, daß sie in der der römischen Herrscl-aft im rechtscheinisäieil Gebiete, der -weittn Hälfte des zweiten Jahrhunderts n. Ehr. entstanden waren. Dieser Periode gehönm, wie wir jetzt wissen, die meisten der in den Gebäudetrümmern gefuTidenen Sigillatastempel und Münzen an. Zu der Annahme zivilen Charakters stimmt, daß me stcl-er an den Gebäuden verwendeten Dachziegel und Vlatteii tamtlich ungestempelt waren.

« u fanden sich in den Trümmern irnd im Felde

£2*5» Heine Brocken von Ziegelplatten mit Stempeln

?f?L 7 . t ~3 J5 n und der Cohors I Civium Romanorum, die schon BesckMsenhcit txrrrieteit, daß sie als Bruchstücke an die verschleppt waren. Ihr Vorhandensein erweckte aber ^^.^stdung mit anderen Umständen die Vermutung, daß

«?' beni Salisberg einmal auch Militättbauten aus- gefül-tt wurden.

^ gerade die an die Feststellung des Lmi iT ., ra ' 5fniie| ^ 111 ^ Wittnau für die Reick>s-Limes- Durchsorsckmng dieses Landsttiä>es nach Resten rüiNischer Besiedeluiig erwünsclste Gelegenheit geboten, die «???* nr !n cy Vorhandensein eines älteren Lirnes zwischen ^Ä»?^^orstadt ibrer Lösung durch die beirits enoähnten 2r! 101 ,.! : 11 ! Dadurch machte sich die Forderung, den

- GrcnKe endlich durch exakte Forschung

fi perzaistellen,. gevieterisch geltend. Dazu kam eine äußere Ver- SfCT' ^ Pf* Eingemeindung Kesselstadts von der

genommenen KanalisierungSarbeitten, lnurat am ^iordrande des Salisweges zwischen dem großen Kaiser- .alicmals Rehfeldschen Fellcnkeller, also Srü?£Z.i m ^^telpunkte oeS für die vermutete Militärstatiorl in r^nf^uch geuomrnenen Gebietes, eine Vertiefung durchsckmitten, tai ba sich tme größere An-ahc von Sigülatascherben und zwei

Tonlampen fanden, die durch ihre Form, die Att ihrer Herstellung U7id ihre Stempel der frühesten Zeit der römischen Herrschaft in Mise rer Gegend dem Eiide des ersten Jahrhunderts, zu gemi esen wurden. Die sämtlichnr, größtenteils außergewöhnlich Pit erhal- teneii Stücke^ gehören zn denjenigen Typen ihre- Att. die in dem Streifen zwischen der Linie Oberflorstadt-Kesselstadt und dem Psahl- graben, wie in dessen Kastellen, überhaupt noch nicht gefunden sind. Sie bilden einen neuen, besonders zwingenden Beweis dafür, daß das Land bereits durch den Chattlmkrieg bis yu der angegebenes Linie und rmr bis m ihr besetzt worden ist. Die durch diesen Fund bestärkte Ueberzeugung, daß Prof. Dr. Wolfs mit seiner Auffassung von der allmählichen Entwicklung und Sicherivlg der römischen Herrschaft in unserer Gegend aus dem rechten Wege war, mußte ihn zu dem Versuche ermutigen, das Vorhandensein einer Militär­station auf dem Salisberg durch Ausgrabungen nacl>zuweifeia und dadurch dem Bau seiner Hypothese über den Verlaus der älteren Grenzlinie gewissermaßen den Schlußstein einzusügen. Die Mttel zu diesem Versuche wurden im Herbst 1913 von der Deutschen Philologenversammlung in Marburg gewährt, die beschloß, eine von der Weidmannschen Verlagsbuchhandlung ihr Mir Unterstützung, eines wissenschastlicl)en UntermhmenS übergebene Geldsumme zur Förderung arcl)äologischer Vodensorschung im ehemaligen Krlrhessen zu verwenden.

Das Ergebnis der bisherigen Forschungen ist wie folgt zv- sammenzufassen: Auf dem Salisberge bei Hanau haben die Gra­bungen. in Bestätigung früher ausgesprock^emr Vermutunaen, süd­lich vom Kaiserscl)en Felsenkeller zur Aufdeckung von llernen un- gemauerten Kellern gesühtt, die nach ihrer Beschaffenheit und ihrem Inhalte der frühest-m Zeit der römischen Okkupation aw- gehören und in ihrer Äiwrdmmg an der römischen Straße von Friedberg nach dem Mainknie bei Hanau deir unterirdischen Tellen der Eanabae römiscl>er Lagerdörfer entsprechen. Nördlich vom Felsenkeller ist an der Nordostseite derselben Straße ein Mllitär- bad gesmrden worden, welches nach derr Typen der in ihm verbauten gestempelten Legionsziegel gleichfalls dem Ende des Htt'ten Jahr- hnndetts n. Ehr. Wgewicsen werden muß. Da die Zugehörigkeit des Bades m dem grossen Kessel stad ter Kastell durch seine Entfernung und durch den Umstand ausgeschlossen zu sein scheint, daß es von chm durch ben alten Flußarm der Lache getrennt war, so würden die erwähnten Entdeckungen Mich dann dazu nötigen, auf dem Salisberg das zugehörige Kastell mls der ersten Zeit der Okllcpation anzunehmen, werrn diese Vermuttma nicht längst aus anderen Gründen, ausgesprocl-en wäre und die Verarckassung zu den Ausgra­bungen gegeben hätte, durch welche das Bad gesslnden worden ist. Für die weiteren Nackssorschungen nach Resten dieses Kastells, tvelches nach den anderwärts an u:id hinter dem LimeS.gemachten Beobachtungen ein Erdwerk mit hölzermem Webrgange oder bloßer Psahlkvand zur Stützung des Walles g^gvesen stnn dürste, kommt in erster Linie das die Umgebung belErrscdmde Gelärcde des Kniser- schen Felsenkellers, in zwoittr bas Feld loesüich vom neuen Fried- Hose und der ihn durchziet)euden Sttaße Friedberg-Hancul, gegr-w. über dem Militärbade, in Bttrack>t. Eine Wiederaufnahme der Grabungen wird später ftattsinden.

*

200 Jahre Wiener Porzellan-Mannfaktm.

Der 2 7. Mai dieses Jahres ist ein Gedenktag für die Ge-

sclstchte der Wiener Vorzellan-Manufaktur. An diesem Tage des

JahrcS 4748 wurde chrvm Begründe^ dem aus den Niedere

Jmfcat stammenden Hofkriegsratageuten Tu Paguier, das aus ^ 4?^^- ^ cruteT ^ >e Vatent jwt Herstellung von Porzellan erteilt U7w dannt die Errichttmg einer d-esnn Zwecke dienenden Fabrik ermögllcht. Hiermit fanden seine Bemühungen, hinter das eifer- süchttg gehütete Geheimnis der sächi'isck-en Manusaktuttzu kommen, eine wohlverdiente Belohnung. Dott hatten die im Jahre 1710 bekamttgegebenen Erfolge Böttgecs in Augnst dem Starken den Wurssch erregt, die wettvolle Ett'indung als kostbuM Besitz zu büken. Um chre Weller Verbreitung zu hindern, wurde Böttgeij samt ^cnen Angestellten in der Albreck^tSburg z^n Meißen in förmlicher Gefangenschaft gehalteir. Btanch? der gewaltsam ihrer Freiheit Beraubten suchten sich naturgemäß zu befreien undt fanden, da ihr Verbleiben im Bereiche Sack-seiis sich danach von selbst verbot, bei anderen deutschen Fürsten Ailssmhme. In den beiden ehcnnaligen Angestellten der Meißner Fabrik. Stöl^ck und Hunger, hatte Du Paguier zwei fähige, aber unzuverlässige Mitarbcnttr nach Wien zu locken gewicßt, die ihn schon 1720 im Sttch ließen. Dennoch arbelltte die anfangs in einem kleinen Hause der Schmiedgasse untergebranwe Fabrik mit gutem Erfolg, ^ Breslauer Gelehrte Kund mann bereits 1723 daS Wiener Porzellan dem Dresdener Erzeugnis an Wett mmdestens gleichstellte. Bald ftndet mcui denn auch das Wiener Por;ellaN unter den Preisen für die in der kaiserlichen Favoriw veranstaltacken Preisschusm vettreten. die sonst auö ostasiatisä-cn und säössi- scheu Fabrikaten bestmrden. Das früheste sicher datiette Stück, welches der Wiener Manufaktur entstammt, eine unbemalte Sclwko- lcchentasse, ^besitzt das Hambiirger Kunstgewerbemuseum; es ttägt die InschriftGott allein die Ehr und sonst keinem mefjr" und auf dem Boden das Datum ,P. May 1719". Indessen, kvnuto Du Paguier der finanziellen Schwierigkeiten, welck>e das Destel)en der Fabttk in Frage stellten, niemals Herr ioerden, so daß' er froh sein Niußtc, als der Staat 1744 die Fabttk übernahin. Auch der hat in den nckchsten Jahren iwch viele Taufend^ hinerngesteckt, bis endlich zu Begimr der .sechziger Jal-re dec große Ansschwimg der Manufaktur ttirsetzte. Man batte lli.^'ttsck-a, ttn Versahreii zur Herstellung weißerer mrd feinerer Porzttlnw. Massen ermittelt irnd zu dessen Untettcheidung von den sttiberenr weniger wertvollen Waren bai M'idenschlld in blauer Farbe als Fabttkz-ttchen ttngefühtt; den älteren Erzeugnisien ivar dasselbe ttngedrückt oder in Eiftirrot, Purpur ober Schwarz cmfgemü3 worden. In der Zeiten Hälfte dcS 18. Jahrhu:6>wts stieg die Nachfrage nach Wieiwr Porzellan im In- und Ausltrnde. Dennoch wäi-e die Fabrik unter Kaiser Josef 11 178.3 verstttgett tvorden- tvenn ssch E. <2if die ösfcuttliche Bekanittgabe ttn Kmcflußiger geftniden hätte. Erst die mmmehr einsetzende Periode bnuiüe die Cnrtwicklung des chara kt ein stt säten Stlls, \vc\dycx im Gi-gen- satze zu den bis dabin nach.wahmleii Mttßner Mustern Fimiren- malerei cmf ttefen Grundfarben und reiche Vergoldung üttw.vugt rrnd ttntw entschiedenen neollnssizasttsäten Einssuß nicht verfennen läßt. Um die Jahrhundertivende zählte die Porzellan- Manuiak.'nr zu den Wiener Sebenswürdigkeiten, deren Besuch um} wüinnmü deS Wiener Kongresses Einer der erlauchten Gäste sich entgehe« ließ. In den auf die Kricgspettode folaeirdeu schlechten Zelle« ging ihre Bedeutting immer mehr zurück, bis endlich im Jabte 1864 m Anbetracht der Unkosten ihre Auflösirng cttolgte. Zwei Jahre zuvor war iku wss 1,er Loirdoner Weltausstellung noch die Pwisrnedmlle zuerkannt worden. Das frtt gttviirdme Fabrikzeichen findet man jettbem häufig aus wertlosen Nachahnumgeii, die auS den vettchtedwiiten Fabttken stammen und schlecht ottentiett« KLujer über tipx Herkunft täuschen \vUetu