m. P 8 Swetter Vlatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Freitag, JO. Mai JYJ8
Mb. Vevtscher Reichstag.
161. Sitzung. Am Bundesratsttsche: Freiherr von Stein, Dr. Caspar. Vizepräsident Tr. Paafche eröffnet die Sitzung um 2,10 Uhr. Die Beratung des Haushalts des Reichswirtschaftsamts wird fortgesetzt beim Kapitel „Reichsversicherungsamtttz
Abg. Batschat (Vpt.); Eine Rerttenerhöhung ist unbedingt notwendig, aber ixt dadurch entstehenden Kosten mutz das Reich tragen.
Unterstaatsfekretür im Reichs wirlschaftsamt Dr. Caspar: Schon Mitte vorigen Jahres ist das Reichswirtfchastsamt milder Heeresverwaltung in Verbindung getreten, um darauf hinznwirrentz daß die Aufsichtsbeamtv:: des Reichsversicherungsanits und der Berussgenossenschaften soweit als' möglich aus dem Heevesd:enstl entlassen werden möchten, um ihrer: Obliegenheiten im gewerblickfen Leber: gerecht lverden zu können. Die Heeresverwaltung hat zu-« gesagt, solche Entlassungen nach Möglichkeit vornehmen zu wollen'. Eme dauernde Erl-ohung der Renten wird durch Gesetz eintreteN,
Abg. Wissell (Soz.): Wir wünschen eine Erhöhung der Grundsätze des Versicherung^ fähigen Einkommens aus 5000 Mark. Wir bitten die Reichsregierung, den durchschnittlichen Iahresver- dttmst der larch wirtschaftlichen Arbeiter und auch du Arbeitslöhne den tatsächlichen Verhältnissen entsprechend neu sestzusetzen. Xr\c Rechtsprcckzung des Reichswirtschaftsamts läßt sehr viel zu w,tuschen übrig.
Staatssekretär im Reichswirtschaftsamt Freiherr v. Stern: Daß ftcl) im Lause des Krieges im Zusammenhänge mit hext kri^ierischen Ereignissen Härten bei der Durchführung der w zialen Bersichermrgsgesctze ergeben haben, ist der Regierung^be^ kannt. Tie Negierung sucht wertherzig und ohne inrlstttchen Formalismus diese Härten zu mildern. ^
Abg Dr. Neumann-Hofer (Vpt.): Wrr begrüßen du Bemühungen, das Los der Kriegsbeschädigten zu mildern.
Abg. Dr. Paasche (natt.) bringt spezielle Wünsche aus Ern- beziel/ung von Betriebe:: im besetzten Gebiet in die Reichsversiche- rung vor.
Staatssekretär v. Stein erklärt, daß sich die Zuständigkeit deS Reichsversicherungsamts nicht auf die besetzten Gebiete erstrecke.
Beim Titel „Beiträge zu den .Kosten der Bearbeitung von Entwürfen für brn Ausbau des deutschen Wasierstraßerrnetzes" befürwortet , m fP ,
Abg. Dr. Gugelmeier (ncttl.) den Ausbau der Wasserkräfte im »Gebiet des Oberrheins. Ich bitte die Regierung, mtt der Schtveiz hierüber in Verhandlmvge:: einzutreten. , ...
Abg. D i e z - Kmstanz (Ztr.) betont gleichfalls die Wichttgkert 'vr Kanalisierung, besonders für die großen Betriebe. Unser polrtt-t ,'cves und wirtschaftliches Verhältnis zur Schweiz erfordert bat, Ausbau des Oberrbeins bis Basel. Ich richte die Frage an den! Staatssekretär, ob Verhandlungen mit'der Schweiz über diese Frage imi Gange sind und ob die verbündete Donaumonarchie ihren Standprrntt gvgeniLer dieser Frage bereits kundgegel>en hat?
Staatssekretär des Reichswirtschaftsamts Freiherr v. t e i n: Verhmrdluni'un über die Kanalfragen sind seit längerer eit am geleitet und nähern- sich ihren: Abschluß. Die Arbeitet iud nicht so weit gediehen, daß wir mstt ctnfäm Projekt an die Oesfentlichkeit treten können. Was die Beteiligung der Schweiz be- triftt, so trifft es zn, daß die Schweiz aus der Rhernschisfahrtsakte keinerlei Ansprüche ableiten kann. Die Haltung der Schweiz dieser :iugelegenhett entspricht den mit ihr bestehendenfreundschaftlichen Bezielmngen. Ter Ausbau der gesamt«: Wasserkräfte bis Konstanz ist ins Auge gefaßt.
Hieraus tritt um 6 Uhr Vettag:n:g ein. Nächste sitzirng rZwei- tag 2 Uhr nachm.: Fortsetzung der Beratung des Etats des Reichs- wntschastsamts. Reichsmarineamts, Reichssctmtzamts.
Die Geträittesteuem im Keichslagsausschuff.
Berlin, 8.Mai. (M. BZ Im Ausschuß des Mrchstages ^.rr Vorbeveitnng der Gettünkesteuern sagte der Staatssekretär Rödern u. a: Einer Herabsetzung der Weinsteuer von 20«/o auf l0«k», nne das Zentrum. Nationallibeoale imb Fortschrittler beantragen, würde sicher bald eine Erhöhung auf 20 o/o folgen. Die gestellten Anträge sind für die Finanzverwaltung wenig erfreulich. Ihre Annahme würde den Ertrag aus der Weinst«:er fast aus Rull lnwab-setzen müssen. Dies wäre angesichts der hohen Bc- steuerrmg von Bier und Branntwein höchst ungerecht.
IN der Mstimrcmng wurden unter Ablehnung aller übrigen Anträge die Anträge auf eine Herab setzungder Weinsteuer von 20 auf 10o/o angenommen.
Mit dieser Aenderrmg des § 1 im Ernährungsausschuß des Reichstages wurde auf Grund von vvrgebrachten Einzelfällen eine mildere Bestrafung der Bergelien gegen die kriegswirtschaftlichen Bewirtschaftsvervrdnnngen gefordert.
Ittrterstaatssekretär Dr. Müller erklärte, diese Forderung kann das Kriegsernährungsamt nicht unterstützen, weil ein derartiges Mrken nicht zur Aufgabe dieses Amtes gehört. Zu dem Strafverfahren gegen Neukölln möchte ich bemerken, daß das Strafverfahren bei der Staatsanwaltschaft bereits schwebte, als der Magistrat die bekannte Denkschrift einreichte. Soweit das ^Strafverfahren gegen die Konnnnnalverbände sich auf die Höchftpreis- überschrerttmgvn stützen, wird ihnen durch die demnächst zur Veröffentlichung gelangende Neufassung der Preissteigerungsoerord- rrung die gesetzliche Grundlage vielfach entzogen iverden, weil dann der Käufer, der über den Höchstpreis einkaust, nicht mehr strafbar ist.
Aus St^dt und Lsrnd.
Gießen, den 10. Mai 1918.
** Am tliche Person alnachrichten. Der Groß- Herzig empfing zum Vortrag: den Staatsminisber Dt', vor: Ewald, den Mirrister des Arnern Dr. van Hombergk zu Bach, den Vorstand des Kabinetts Wirkt. Geheimerat von Römheld, den Intendanten Dr. Eger; außerdem deu Ritt- n^ister Bürk bo:n Marren-Regt. 6, den Rittmeister Freiherr R.iedesel zu Eisenbach. Drag.-Regt. 24, deu Leutnant vou Pköarmes, 3. Garde-Regt. §n Fuß, den Oberleutnant von. Pander und Herrn Max Lew Flemming aus Hanrburg. — Der Gooßherzlvg hat am 10. April dem Bürgermeister, OrtsgerichtsVorsteher und Sta-ndesbeamten Adam Krapp zu Sickenhofen die Kvone zun: Silberner: Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, den Bürgermeistern, Ortsgerichtsvorstehern und Standesbeamten Marlin Friedrich zu Bvensbach, Jakob Lutz VI. zu Ober-Klingen, Georg Krretl III. AU. Ueberau, Philipp Beilstein zu Asb ach, Peter Karn IV. zu Wiebelsbach und dem Bürgermeister Georg Plftlipp Späth zju Rod<n: das Silberrre Kreuz des gleiche:: Ordens verliehen. — Ueberlragen wurden am 3. Mai den einstweilig zu Offenbach angestellten Lehrern Ludwig Gebhardt, Jakob Hosmann, Heinrich Spahn, Adolf Süßercherger, Konrad Waldmann, Paul Weih, Philipp V^rrz und Karl Wolf Lehverstellen an der Volksschule zu Offenbart^ mit Wirkung vom 1. Mai 1918 ab. — Das Ehreeu- föidyax für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde durch den Großherziog Karl Hiofmann II. Heinrich Kmrrad Pvöffcher :rird Hugo Stern, sämtlich zjn Schotte::, verliehen.
Das Grvßh. Hess. Regierung s bla tt Nr. 10, ausgegeben Darmstadt, den 7. Mai 1918, hat folgenden Inhalt: 1. Gesetz, die Aerckrerung des Hundesteuei'gesetzes vom 12. August 1899 betreffend. (S 105.) — 2. Bekannt- machuttg zur Ausführung der Verordnung über die Ge- nehin:gung von Ersatzlebensmitteln vom 7. März 1918 (Reichsgesetzbl. S. 113). (S. 106.) — Beilage Nr. 8, ausgegeben Darmstadt, den 8. Mai 1918, hat folgender: Inhalt: 1. Bekaimtlnachung, die Ersatzwahl eines Landlagsabgeord- neten un 7. Wahlkreis der Provinz Rheiichessen betveffernd.
(S. 81.) — 2. Uebersicht über die in den Gerneinden des! Kreises Alzey zn erl>e()endon Gemeindeumlagen für das ^Rechnungsjahr 1917. (S. 81.) — 3. Bekanntmachung, Aende- rung des Regulativs der israelittschen Religivnsgemeirche Bingen über die Veranlagung der israelitischen Kultussteuer für das Rj. 1917 betreffeiü). (S. 84.) — 4. Namensärwe- rungen. (S. 84.) 5. Ordensverleihungen. (S. 85.) — 6.
Menstnachrichten. (S. 85.) — 7. Nuheftandsversetzmmen. (S. 88.)
II Beförderung. Vizefel divebel Os st reicher :vurde zum Leutnant d. Res. befördert.
** Ka Stoffelm ark en. Die am Samstag, den 11- d. M. zur Aufgabe gelangenden Kartoffelmarken lauten auf 20 Pfund und sind in der Zeit vom 13. bis 26. Mai 1918 einzulösen. Na^.h diesem Zeitpunkte vorgelegte Marken können nicht n:ehr beliefert »verdien.
** Oberhessis ches Museum und W. G ailsche S a m m l u n g e n. Die Sammlung der Kriegs-Auszeichnungeü (Sttftto:g des .Herrn Geh. Kommerzienrats S. Heichelheim) in unserm Museum hat im letzte:: Vierteljahr wieder erfreulichen Zuwachs genommen, daß sich diese immer mehr zu einem abgeschlossene:: Ganzen verdichtet. Nicht allein daß vm: den deutschen Bundesstaaten die Ordensdekorationen erworben werden konnten, neuerdings hat auch das k. u. k. Obersthofmeisteramt in Wien uns seine Kriegs-Ehrenzeichen überlassen; allein diese Sammlung bildet schon eine beachtenswerte Sehenswürdigkeit. Das Eiserne Kreu'z mit goldenen Strahlen, die höchste Kriegs- AuÄeichnung, die je verlieh«: wurde, vod&jz außer dem Feld- marschall Blücher kein Feldherr besaß, vor kurzem aber „unser Hindenburg/' erhielt, konnte ebenfalls beschafft :md der Sammlung einverleibt werden. Der hochherUM Stifter des Ganzen beabsichttgt durch wettere Zuwendringen diese einzigartige Anlage noäx weiterhin zu vervollständige::. Die Besichtigung kann nur empfohlen werden. Der 9lusbcru unseres Kriegsmuseums im alten Schloß nimmt erfreuliche Fortschritte, so daß nttt der Eröffnung spätestens im Jiüi zu rechnen sein dürfte. Unsere Stadt wird damit um eine neue äußerst wertvolle Sammlung bereichert werden.
fcf« twMiUSädkMMr Murk trogm, MS
Die Golö- mb silberankauftstelle
in den Räumen -er Sezirissparkü-ie Eiehrn ist morgen vormittag von JQ bis \Vl t Ahr geöffnet!
Starttnburg und Rhcinhessm.
sc. Ketzert, 9. Mai. Die Kttschenernte fällt hier gering aus. Ein Teil der Bäu ine hat gar keine, der cmdere nur ivenig Behang. Die nasse Witterung wahrend der Blüte scheint die Sttmld zu haben.
** Mainz, 9. Mai. Ein Massenangebot in Spargeln ist setzt im ganze:: rheinhessisclien Spargelgebiet zu verzeichnen. Ter leicht Regen der letzten Tage hat im Verein mit der eingetrettnrett prächtigen Maiwttterung mit Macht au: die Erttwicklung der Spar- geltriebe eingewirkt. Du täglich: Ausbeitte ist schon jetzt aut das Höchstmaß gestiege::, sio daß die Anftchr frischer Spargeln in den lbroßstädten nichts iroehr zu wünschen übrig lassen dürfte. In Mainz herrsrltze gestern: bereits cin gewisses Ueberangebot, da auch die übrigen Gemüscarten, ivie Rhabarber und Spinat, in größten M-engen aus den Markt geworfen werde::. Tie gefürchtete Zirrückhalttrng der Gemüse ist so unter dein Einfluß der günstigen Witterung u:ü> dank der vernünftige:: Haltung der städtischen Käufer, die diesnml die verpönten.Einkäufe auf dem Lande unterließen, glücklicherweise irnterblieben:.
Kreis Wetzlar.
** Krofdorf, 9. Mai. Ter Werkmeister Karl G e r l a ch feierte am 4. Mtti sein 50jähriges dlrbettsiubiläum bei der Zi- -garrenfabrik'Ludwig Georg:. Von fetten.der Firma wurden chm Ehrungen zutett.
Dessen-Nallau,
= Frankfurt a. M., 7. Mai. Bezüglich der Ursachen: des Explosionsunglücks in der Umformerstation aus dem Schtiller- platz neigt man in Fachkreisen zu der Ansicht, daß der Unfall nicht durch Entladung, sondern durch einen ohne äußeren Anlaß erfolgten Einsturz der Betondecke des Schill-erplatzes erfolgbe. — Ta der Magistrat sich über de:: Unfall ch tteftstes Sch^weigen hülll, hat Stadtverordneter Dr. Gehrke eche dringliche Anfrage an ihn um 'Auskunft über die Ursachen der Explosion gericlstet, wobei er zugleich die Frage aufwirft, ob der Rchgisttat das Verbleiben der Station auf dem Schillerplatz für geboten erachtet.
mr. Frankfurt a. M„ 9. Mai. Die Rei'chsstielle für Gemüse und Obst hat de:: Preis für den Schoppen Aepfellveim! in Frankchrt und deu mcheigenden Gebiete:: auf 0,30 Mk. herabgesetzt.
][ Marburg, 9. Mai. Die GesMntTaHl der Sttckierenden stellt sich -im diesjährige:: Sonimerhalbjahr einschließlich der zum Militär Beurlaubte:: auf 2445, darunter 411 Frauen. Neu hikczu- gekommeu smd hiervon 389 Studierelide. JlmI vornan Sonttner waren es insgesamt 2260 Studiere:Le, darunter 353 Frauen.
sc. Aus Nassau, 9. Ma:. Von privater Sette war an die Königliche Regierung ein Kaufantrag für die Ruinen der Bi:rg Nassau, der Stammburg des ehemaliger herzoglich nassauischen, jetzt großherzoglich luxembrrrgischeu Hauses gerichtet worden. Das Kultusministerium hat daranshtt: Gutachten des Vereins für nasscruische Geschichte :md Altertt:mskunde und des Bezirkskvnser- vators eingefo:-dett. Diese waren gegen den Verkauf u»L betonten den Standpunkt der Denkmalpflege, die nicht nur materielle Tinge vor der Zerstörung vdei' der Äenderung ihres überlieferten Zustandes zu schützen habe, sondern diesen Sch::tz ebenso auch ctlt- überlieferten Rechtsverhältnissen und geschichtlich ehrrvürdig gewordenen Bmiehungen zwischen Dingen und Personen angedeihen lassen müsse.
^ sc. Vom M a i n, 9. Mai. Ein großer Waldbrand in der Sackenbacher Geiuarkimg bei Lohr zerstörte 50jührige. Eichen und Buchenbestände. Rur mit großer Mühe ftn:ute u:an das mächtige Feuer bewältigen.
AKehricvtsn«
Israelitische Keligiousaemeinde- Gvtiesdieirst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag 11. Mai. Bvrabd.: 8.80; uiiorg.: 8.30; abd.: 9.10 u. 9.50. — Israelitische Religionssesellschüft. Sabbatseier am 11. Mai. Freitag abd . 7.50; Samstag voran.! 8.30; nachm.: 4.30; Sablxttausg.: 9.50. Wochengvtbesd.: Morg. 7.0Ö, abds. 8.00.
vermisstes.
* Landw. Haushaltungsschulen zu Langen und Lindheim. Die Landwtttschaftskammer Darmstadt eröffnet am 1. Juli 1918 den zrvetten fünfmoiratliche:: Haushalttmgskursus für das Jahr 1918 an ihren Haushaltungsschillen M Langen und Lindheim. Der praktische und theor-etstche 5>u:Shaltungstürsus erstreckt sich aus die Anleitung im selbständigen .Kochen mit Rücksicht auf die Bedürfnisse des ländlichen und bürgerliche:: Tisches, Zubereittrng und Aufbewahrrmg der Speisen, in der Käseberei- ttrng, Federviehpflege, Gartenroirtsct-aft. im Waschen und Bügeln, Retnhalten des HrußÄ, BtychiMdg!. ttx i» böefcn Kurse «qch ein
sehr gründlicher Handarbeitsunterricht, in welcliem das Stricken, Wäsche-Schnittze:ämuug, Wäschezusämeiden, .Hand- und Maschinennähen Ausbessern erlernt ivird, da ferner auch allgemein bttdende Fächer, wie Aussatz, Reclpren, Sttlgen, Gesund he ttsl ehre und Krankenpftege gelehrt werde::, ist die Teilnahme an dem Unterricht nicht nur Töchtern vm: Landwirten, smLern auch denen des Mittelstandes sehr zu empfehlen. Hinz:iweisen ist noch auf die gründliche Ausbildung in den lausende:: Arbeiten im Obft- und Gemüsebau, speziell auf die Kvnservierui:g, das Einmachen des Obstes und der Genrüse. Ebenso wird der Ernte und WinterausbeWährung des ^Obstes und der Gemüse große Beachtung geschenkt. Die Land:virtschaftskaruu:er kommt de:: Eltern sehr entgegen, indem sie den Unterrichts- :md Pensionspreis denkbar niedrigst festgesetzt hat. Für Unterricht und Logis stttt) pro Kursus für Hessinnen 25 Mk., von Nichtheffinnen 40 Mk. zu bezahlen. Die Kosten für Verpflegung berechnen sich nach der wirftichen Auftvmdung. Anmeldin^en zur Teilnahme cn: dem am 1. Juli 1918 zu Langen und Lindhettn beginnenden Kursus sind alsbald an die O rts s ch ul kom m i s sio n en der Haushaltungsschulen Langen und Lindheim zu richten, welche ebenso wie die LmLwittschaftskammer selbst auch ausführliche Programme und Anmeldebogen aus Verlmrgen versendet. Bei nach dem 1. Juni 1918 eingeherLen Anmeldungen ist Berücksichtigung zweifelhaft.
K. R. L u d w i g s h a s e n, 9. Mgi. In j der letzten Stadb- ratssitzung gab der Oberbürgermeister bekannt, daß der schon längst als stiller und großer Wohltäter in der hiesigen Stadt be- karmte und kürzlich verstvrbeire Dttektor der Mtterchrauerri Lud-' wigshafen a. Rh. Felix Müller der Stadt zur Errichttrng eines Pfründner- oder Waisenhauses 200 seiner Brauereiaktien, die eine:: heutigen Kurswert von zusammen ungefähr einer hübe:: Million Mark haben, testamentarisch vermacht habe.
Letzte Nachrichte».
Dcr neueste Bericht dev Seerkesteitung.
(WTB.) Großes Hauptpuarlier, 10. Mai (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
An den Kampffronten war die Artillerielätigkeit tagsüber tritt im Gebiet des Kemmel, beiderseits des Luoebachrs und aus dem Westufer der ?lvre lebhaft. Starker Feuer- steigerung in diesen Mschnitteu folgten feindliche Vorstöße. Bei ihrer Abwehr und bei reger Erkundungstütigkeit machten wir Gefangene. Am Abend und wahrend der btacht lebte der Artillerietampf zwischen Upern und User vielfach auf.
An der übrigen Front blieb die Gefechtstätigkeit auf ^rkundungsvorstöhe beschränkt.
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Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Gcneralquartiermeistrr Ludendorff.
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Neue U-Boot-Ersolge.
Berlin, 8. Mai. (WTB. Amtlich.) Ein aus dem Sperr» gebiet um die Azoren zurückgekehrber ll-Kreuzer, Kommandant Korvettenkapttän (ScfclmöKn, verseackte 9 wertvolle Dampfer und sieben Segler von 36 747 BRT., sowie das italienische Hllfs- krie-gsschiff ,,Sterov^' von 9500 BRT., insgesamt einen Fracht- raum von 4 8247 BRT.
Unter den Schiffen befcmden sich außer dem genannten Hilfs- kriegsschiss der bewaffnete ttalienisch' Danrpfer J&a" (5399BRT.), „Antioso Aeocno" 4449 BRT.), „Promoteo" (4455 BRT.), den bewasftietei: englischen Danftifer ,Lmrewvoi/" (4150 BRT.), die englischen Segler- „Ceeil", „Shave", „Jorgrnck", „Watonga" mtt) „Fronees", die portugiesische Bank „Ärsttania" (529 BRT.). Zwei 7,5-Zentimeter-Geschütze wurden erbeutet. Die versenkten Ladungen bestanden, soweit festgeftellt werden korrnte, aus 9700 To. Getreide, 7500 To. Mehl, 5000 To. Reis, 6000 To. Messing und Draht, 11000 To. Naphta, 700 To. Baumwolle, 450 Di. Salz, 300 To. gesalzenen Häuten:md 450 T. dttrtzhölzern. 45 To. Messing wurden für die heimische Kriegswtttschaft mitgebracht.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Die Oppvsiton d-er Sozialdemokratie.
Berlin, 10. Mai. Der „Vorwärts" schreibt: Die Sozialdemokratie hat die Brester Verträge und die gesamte Ostpolitik von Anfairg an bekämpft. Sie bÄämpft jetzt die Steuervvrlageu des Reiches, das Sicherungskon-promiß imb die hinhaltende Regierungstaktik in Preußen. Sie hat ferner ihrer Enttäuschrmg über die Gestalt der Arbeitskammervorlage keinen Augenblick verborgen. Durch diese Tatsache ist das sachliche Verhältnis der Sozialdemokratie zum gegenwärttgen Kurse hru> reichend gekennzeichnet.
Der Antrag Asmrith tm Unterhaus abgelchrrt.
London, 9. Mai. (WTB. llätthiwmtlich.) Vleldung des Reuterschen Birreaus. Das Haus war gedrängt voll, als sich heute nachmittag A s a u i 1 h erhob, um seinen Antrag auf Einsetzung einer Sond erkommi ssion zirr Untersuchrmg der in dem Briese des Generals Rc'auriee enthaltenen Angaben zu begründen^ Die Oogm der Gesandtschaften und der Lords, sowie die Tribünen waren dicht besttN. Unter den.Besuchern befand sich auch der italienische Botschafter-, ^lsgtiitb erklärte, die in WirftickKät ganz einfache Llügelegercheit scheine zu eine:n Mlten Teil mitzverstaTL- den zn werden. Wieder der ?lbsicht nach, noch de:: .Tatsachen nach sei sein Eintrag ein Mißtrauensvotum für die Regierung. Wenn er es für seine Pflicht gehalten hätte, das Harts unr die Ännahme eines Mißtrauensvotums zi: ersuchen, so würde er den Mut gehabt haben, dies in direkter und M:z:veideutiger Form zn tun. In bezug aut'den Brief des Generals Aäaurice sagte Asgutth, Mairrice uttisse gewußt haben, daß er einen ernsten Briuh seiner Tienstvvr- schriste:: begehe und seine ganze militärische Zuckmrft gefährde. Asginth widersprach der Anrogrrng einer lllitersuchrmg durch zwei Richter :rnd gab ba M«ermmrg Ausdruck, daß ein Scl,iedsgericht aus si'mf ^lbgeordneten wahrschjcinlich in Ovei bis drei Tagen zu einer Entscheidung gelangen könne.
London, 9. Mai. (WTB. Mchtanttlich.) ^Meldung des Renterschen Bureaus. Das Unterhaus l-at den Antrag As- q u ith mtt 293 gegen 106 Stimme:: abgelehnt.
Eine Rede Carsons im englischen'Oberharrfe.
London, 8. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Heute abend wurde iml Oberhause die feindliche Propaganda und die Mittel, sie zu bekänrpfcn, besprochert. Lott» Carson sagte im Laufe der Debatte, das Herz des Volkes sei im großen mib ganzen vollkommen igefund. Der Einfluß der pazifistischen Faktorei: werde leicht überschätz:. Seit Beginn des Krieges hätten, die Alltterteni' stets die Möglichkeit einer ehrenvollen und erfolgreichen Bkeiün- Mng des Krieges di:rch Unterha:tt>l:mgeu im Auge gehabt. .Keine Regierung der Alliierten habe derartige FriedensvorslIäge, schon ehe sie bekannt waren, zurückgewiese::. Es sei unter den Älliiertenj üblich, Friedensouverturen von verantwortlicher Seite frei zu, untersuchen und die «anderen Alliierten ins Bertraiken zu ziehen, sobald etwas dabei lurauskomme. Derartige Vorfchläge seien ge-< macht :vordei: und hätte:: nur deshalb zu nichts geführt, weil dre, von dcrven die Aktionen artsgingen, davon wieder Abstand nahmen oder wett die Vorschläge mit Rücksicht aus Ehre icnd Sicherheit undiskirtterbar waren. Was di« jetzige Lage betreffe, so sei ein Vergleichsfriede, wie ieder wisse, augenblicklich unmöglich. da das Land der größten Krise gegenüberstrhe, die in seiner Geschichte jemals voogekommer: sei. Die Idee, daß jetzt ettö Bergleichssriede erreicht norden könnte, sei Chimäre. Ter Friede ^von Breft-Litpwsk und der mtt Rumänin: seien nicht crmnttgend Solange der mttttärische Geist in Deutschland nicht Nachlasse, künrre England nicht hoffen, einen ehrcnvollttn und dauernd«: Frttdew durch BethaEunyen zu erweichen.


