Genf, 10. Mai. (L. A.) Auf Wsnsch Mmenreaus behaw- kün brr Jlftatin" imb bte andern ministeriellen Organe den General Maurice äußerst schonend. Man hofft. Feldmarschall Daig. .dessen Ansehen unter allen Umständen gewahrt bleiben ^all. werde Maurice, seinen ehemaligen stark bevorzugten Ver- tvaAenSmarrn, bestimmen, weitere Indiskretionen aus dem Entente- kriegsvat m unterlassen.
Die Schtußverhandlungen in Bukarest.
Bukarest, 8. Mai. (WTB.) Die gestrige Schlußsitzung der Friedensverhandlungen mit Rumänien, die im ^Schloß Cotroceni ftattfand, wurde kurz vor 11 Uhr vormittags von dem Staatssekretär v. Kühlmann mit folgender Ansprache eröffnet:
Meine Hierrenk Es ist nach langen mühevollen Verhandlungen gelungen, zwischen den verbündeten Mittelmächten und dem Königreich Rumänien den Frieden zustande zu bringen. Mit diesem Frichen hat der Krieg im Osten für die verbündeten Mittelmächte einen Abschluß erreicht.
Wir hoffen, daß die Bestimmungen dieses Friedens nicht nur den politischen und wirtschaftlichen Bedürfnissen der Mittelmächte voll RectMing tragen werden, sondern daß sie auch dem Königreich Rumänien die Möglichkeit geben, irr Zusammenarbeit mit den Mittelmächten die ldurch den Krieg geschlagener Wunden wieder zu Heilen. Ich bitte Sie, meine Herren, zur Zeichnung des Fricdens- mstrumentes schreiten zu wollen.. Ich schlage dazu vor, daß die! Bevollmächtigten der einzelner Länder sich gruppenweise zusammensetzen,
Hierauf schritt man zur Unterzeichnung des Friedensvertrages, der mit seinen rechtspolitischen imb handelspolitischen Zusatzverträgen einen außervrdenü- llichen Umfang einnimmt. Von deutscher Seite Unterzeichneten den Vertrag Staatssekretär v. Kühlmann, Wirklicher Geheimer Rat v. Körner, Ministerialdirektor Kriege, Generalmajor Hell, Kapitän zur See Bene, von österreichisch-unga- -rischer Seite Baron Burian, für die Bulgaren zeichneten Ministerpräsident Radoslawow, Finanzminisler Tontscheff, General Tentiloff, ferner der Abgeordnete Koftoff und Professor Miletitsch, als Vertreter Rumäniens zeichneten Mi- .«-isterpräsident Marghilomau, Minister des Aeußeren Arion, .Minister Papiniu und Burghelo. Bevollmächtigte der Türkei waren Minister des Aeußeren Nessimi Bey, General Jzzet .Pascha, Unterstaatssekretär des Aeußeren Rechad Hikmet Bey. 'Kurz vor 12 Uhr wurde die denkwürdige Sitzung geschlossen.
Bukarest, 9. Mai. (WTB.) Durch königliche Verordnung ^siud die beiden Kammern des rumänischen Parla- ,'nients aufgelöst worden. Tie Neuwahlen sind für die -Zeit vom 1. bis zum 9. Juni ausgeschrieben. Das Parlament soll am 17. Juni wieder zusammentreten.
Herr von Kiihkmann in Sofia.
^ Sofia, 9. NIai. Staatssekretär v. K u e h l m a n n emvsing ru der kaiserlichen Gesaitdtsckxift drei Betreter der Bereinigung der Dobrudsck>a, die ihm ihre Huldigungsgrüße darbrach:e und ihm ihre Unruhe darüber ausdrückte, daß der in Bukarest geschlossene Friede den Bewohnern der Dobrudscha nicht die erwartete Bereinigung der gesamten Dobrudscha mit Bulgarien gebracht habe. Sie fügten hinzu, daß sie rootzd-em noch die Hoffnung hegten, daß lxrs mächtige tvrbmrdete ^ - Reich und sein großer Vlonarch ben innigen
^Wunsch der Bttvohner :der Dobrudscha urrterstützen würden, der dahingche, die gesamte Dobrudsiha mit ihrcan Mutterland Bulgarien Äereimgr zu sellen. Herr v. Kuehinurnn erwiderte: Der Friede von l Bukar est, von bei» Sie ja loahrscheinlich schon Kenntnis genommen hatten, habe die Berloirklichung eines großen Teiles der bulgarischen Bestrebungen mir sich gebrach,t. bestehe die berechtigte Dvffturng, daß der iroch verbleibende Dell dieser Bestrebungen in kurzer Frist gleichfalls verwirllicht werde. Die kaiserliche Regierung tjabc bisher stets diesen Wünschen vollkommene Sympathie entgegen ge bracht.
. ,_pv sia, 9. Mai. B. T. A. Der König verlieh denk Staats
tcketär v. Kühlmann rn vor gestrigen Audienz das Grvßkreuz des Li. Alexanderordcns mit Schwertern. Ter König empfing spater auch den Gesargten v. hchsenberg, sowie den Vertreter des Auswärtigen Amtes im deutschen Hauptquartier Freiherrn von Lersna.
günstige Stimmung für das britische Reich könne aus die Dauer den Wert der Freihett nicht ersetzen.
Dertzog sagte dann, er empfinde vor der Haltung der englisch sprechenden Südafrikaner Hochachtung und toünsche sie rächt zu verletzan. Aus diesem Grunde müsse die nationalisttsche Partei sich jeder aktiven republikanischen Propaganda enthalten, Zum SchLuft wandte sich Hertzog gegen, die Bestrebungen des Ministeriums, daS Südaftika dem britischen Parlamente unterordnen nwlle, und erklärte, daß der Versuch, Südafrika unter ein Reichsparlament oder eine Reichsregierung zu bringest, die Lage außerorderttlich verschlechtern würde.
Die spanische Handelsflotte.
Madrid, 9. Mai. (WTB.) Havas. Tie Blätter melden, daß die Regierung demnächst die gesamte Handelsflotte mitBeschlag belogen werde.
Deutsch-französischer Gefangenenaustausch.
Berlin, 9. Mai. (Amtlich) Die auf Grund der Berner Konferenz zwischen deutschen und fraitzösischeu Delegierten am 26 :April d. I. geschlossenen Vereinbarungen über Kriegsgefangene und Zivilpersonen sind von beiden Regierungen genehmigt worden. Die Vereinbarungen werden am Io. Mai d. I. in Kraft treten. Ihr Wortlaut wird demnächst veröffentlicht !werden.
Die ersten deutschen Ritter des finnischen FreiheitSkreuzeS.
.. Berlsin. 8. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der Präsident des finnischen L-enats Swinhufvud hat an den Konteradmiral Meurer in Helsmgsors .folgendes Telegramm gerichtet:
Unter dbm Oberbejehl Eurer .Ho>chl«o hl geboren hat die an der dcutstten Vittserpedittou nach Finnland t^ieiligte Flotte außerordentliche Lchirierigkeiten erfolgreich übernmrrden ' und schlicß- ttch an der endgültigen Befreiung unserer Hanptfdadt mit glänzender Tapferkeit tellgenonttneit. Als äußeres Zeichen der tiefemvfundenen Dankbarkeit für den Aüttil der deutschen Flotte an dem Bcfteiungs- werke unseres Landes verlieh die Regierung Euer Hochivohlgcboreii das finnische Frecheitskreuz erster Klasse.
-i-
Eine Ehrung Hindendurgs durch den Kaiser.
bei ihm. Der Kaiser überreichte dem Kanzler bei dieser Gelegenheit das Eiserne Kreuz erster Klasse.
Der Reichskanzler rmd Herr v. KüAmann.
Berlin, 9. Mai. (WTB.) Der Reichskanzler richtete an den Staatssekretär v. K ü h l m a n n auf die Meldung von der Unterzeichnung des Friedens von Bukarest folgendes Telegramm:
„Euer Exzellenz spreche ich zu dem Llbschluß des Friedens- Vertrages mit Rumänien die herzlichsten Glückwünsche aus. Ein sckpvieriges Werk ist damit dank der Umsicht und hingebenden Tätigkeit Euer Exzellenz und Ihrer Mitarbeiter zu dem von mir erstrebter glückt ?ä)en Ende geftihrt worden. Es ist mir ein -aufrichtiges Bedürfnis, Euer Exzellenz unb allen Mitgliedern der deutschen Friedensdelegativ'n dafür zu danken. Gez. Gras v. Hertling.
Brand in einem Getreidespeicher.
Berlin, 9. Mai. Im dem Getreidespeicher des städtischen Gutes Großbeeren brach letzte Nacht 2 Uhr ein Brand aus. Won den dort lagenrden 500 Tonnen Getteide, das seitens verschiedener Kommunalverbände zur Vermahlung in der mit dem Speicher verbundenen Mühle eingeliefert war, ist c t w a d i e H ä lft e v e r b r n n t, während die übrigen Mengen ebenso wie die im Speicher lagernden Mehlvvrräte gerettet werden konnten. Tie Ursache des Brandes ist rroch nickst sicher aufgeklärt, ist aber wahrscheinlich Selbstentzündung. T-er Speicher war Tag und Nackst bewacht. Tie Wache war zuletzt um 1 Uhr nachts revidiert worden.
Kriegserklärung Nicaraguas?
San Inan dcl Sirr, 7. Mai. (Pnvattcl.) Meldung dcZ Reurcrsck-en Bureaus. Nicaragua erllärte Deutschland und seuwn Verbündeten den Krieg.
Das Wolffsche Burecm bemerkt dazu: An zuständiger Stelle ist oavvn m-pts bekamst.
Rotterdam, 10 Mai. (L. A.) Nach einer Meldung aus likeuyvrk haben rm ParlameM von Nioaragcw nur vier ?lbgeord- gegen die Kriegserklärung an Deutschland ab- NEen. Parlament ermächtigte den Präsidenten, alle Streit- kratte der Reprcblik zu verwenden.
Die Freiheitsbewegung in Südafrika.
^ SmilhfieLd (Oranje-Freistaat), 7. Mai. (WTB.) Meldung Des Reuter,chen^Bureaus. General Hertzog hat hier am Sams- '^nen,rck>ählem gesprochen. Er warnte sie vor einem ae- waltt attgen Auftreten und legte Nachdruck darauf, daß die Ersül- ttrng d er Wunsche des Landes nlü verfassungsmäßigen Mitteln an- «Mt roerdennrusje ^n jetzige Zest sei dem großen Werke Ä ^.babe 6te Abstcht, Lloyd George und Wilson, die die Zrerpett versprochen hätten, beim Worte zu nehmen. Südafrika be- noch mcht. Er glaube, daß auch viel englisch sprechende Ludasntaner mit deic Nationalisten eimg- seien. Die
Berlin, 8.Mai. (WTB. Amtlich). Se. Maj. der Kaiser richtete anläßlich des Friedensschlusses in Rurnänien nachstehendes Telegramm an den Felidm^rschall H i n b e n b u r g:
. -Mit Stelz und Freude erfüllt inich heicte die Nachricht vom owiedenslchlutz mtt Rum äniert. Unsere Ostftwut i\t irci geworden Herrn, Tank Ihnen, Atem lieber' General- seldmarschall, der Sie das deutsche Schrvert zum Siege geführt haben. Zum Gedächtnis, daß Sie die Ochnark durch die Schlot von Daunenc^crg 1914 vor der Eroberung durch den Feind geschützt haberk, Hube Ich befohlen, daß der an der alten deutschen Oden s- bürg M arren bürg sckwn im Jahre 1910 zur (rrmnenmg an .Hemrrch von Plaue geplante Ausbau des preußischen B"stw«cks numnehr ausgeführt wird, und daß cxis große Eingangster Ihren r-J 1 ? ^ ^ r Wappen an per Stirn tränen soll.
ix ^ ttn Munich, daß die anderen Wehrtürme des Bollwerk« die Ramm der bei der Verteidigung der Ostgvcnze besonders be- wahrten Generäle sührcn sollen. Ich erwarte hierfür Ihre Vorschläge.
Der Zeettieg.
Reue U-Boot-Crst>lgc.
Berlin, 9. Mm. (Amtlich.) Das unter dem Kvmmmü» des Kapitärlleutnants v. Glafenapp stehende U-Boot hat in der stark bewachten Irischen See und deren Zusahrtsstnaßen mit bestem Erfolg gearbeitet und dem Transpvrtverkehr unserer Feinde «neuerdings empfindlichen Abbruch getan. Durch umsichtige und energische Führung und kühnen Einsatz des Bootes gelang es dem Kommandanten, sieben Dampfer, zum Teil aus gesicherten Geleitzü^n heraus, und drei Segelfahrzeuge mit zusammen über 2 6 0 0 0 BRT. versenken.
Wertvolles Kriegsmaterial und für die Kriegsftchrung wichtige Rohstoffe, Kupfererz, Eisenerz, Kohle, Kork usw. wurden mit den Ladungen der Schiffe vernichtet. — Im einzelnen wurden folgende namentliche Feststellungen gemacht: Bewaffnete englisckx Dampfer Landvnie (2504 ART.), Ladung 3500 T. Eisenerz nach Glasgow; der Geschäftsführer des Dampfers gefangen eingebracht: Barons Herries (1610 BRT.), Ladung 1600 T. Kupfererz und 2000 Ballen Kork nach Glasgow; zweiter Ofsizier des Dampfers ge- sangeir eingebracht; ferner' englischer Dampfer Katuna (4641 BRT.) und englischer Raaschuner Jthel mit Kohlenladnng.
Ter Chef des Generalstabes der Marine.
Sieben englische U-Boote vernichtet.
, Berlin, 8. Mai. (WTB.) Tie endgültige Feststellung der seekrtegerisehen Erwlge der deutschen Finnland-Unternehmung ergab, daß insgesamt sieben englische Unterseeboote infolge des Erngreisens der dmtschen Sccstveitkräfte vernichtet wurden.
Aus dem Reiche.
Der Kaiser beim Grafen Hertlürg
Berlin, 8. Mai. «MTBO Der Kaiser machte heute dem .lt e t ch s k a n z l e r einen Be-,uch und verweilte etwa eine Stunde
Ans Sicrdt und •
Gießen, den 10. Mai 1918. Gänsehöchstpreise 1918.
Entsprechend der vorjährigen Regelung hat das Kriegs- cnwhrungsamt auch sur das lausende Jahr durch eine im Reichs-- gesetzblatt Nr. 61 verössentlichte Berordttung Höchstpreise für lebende . geschlachtete Gü.rse festgesetzt. Di? Preise entsprechen, iwvril Uch um ine Erzeugerpreise handelt, den vorjährigen Sätzen und bringen nur lnnstehtlich der Hamdelszuschläge eine durch die Steige- fwtg der. .Han^lsunkosten ^rechtferttgte, mäßig;' Erhöhung. Für lebenre Gumie, ine regelmäßig als Magergänse zu Mastz'recken ver" äußert wni>?n, ftnd die Preise zeitlich abgestuft. Sie bettageu: im Mai .... 12 Mk. für das Stück
rm Imst .... 14 Mk. für das Stück
mr Juli . . . 16 Mk. für das Stück
im -Llugust. . . . 17 Ms für das Stück
^ und später .... 19 Mk. für das Stück
Handel 'daip ziu diesen Preistai jeweils einen Betrag bis
Aunst unö Wissenschaft.
“ 35 ® m ,A? Tl ^ , ü^ i, ’ tCT * a < m Deutschen Kaiser, bweutungsvolle Erklärung, die der Vereinigte Landtag von ^tvllrno und tÄrlasd im Schlosse zu Riga abgegeben hat und die mr die Zukunft der baltischen Prosin-eu wohl entscheidend werden dürfte, macht es erwünscht, sich die wichtigsten geschichtlichen Wendungen zu pergegenwärttaen, die das Schicksal der drei baltischen Schweiterpoorinzen inr Laute von mehr als sieben Jahrhunderten erfahren h-Tt. Bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts ruht iwer dresem Telle des Ostseegebietes das Dunkel der Vorgeschichte Eine ^^rffahrt war cs, die Bremer Kaufleute im Jahre 1159 TA« verschlug, wohftl sie aus der Fahrt nack) Wisby Wrnv rntd Wetter getrieben batte. Diese Mcersahrt banuidxrr Kaufllntte bedeutet den ersten Schrstt der baltischen Provinzen prs Ltchtreich der (Geschichte. Ten Kaufleupen, die von mn: ab dic Handel«bezrehimgen za: dem neuentdccktru Lande ^ ftc bri. • strrct^: erst Mönch Meinhard, dn Liven- .^kehrrr. ümm Br,ck»s Mbrecht, der 1M1 Riga grü-ndetc. Nim Gxfjpntt: die Begründung einer nÄtlichen Organisation des Landes. Sie vvll^ sich ^ Ordens der Brüder der Ritter- tnt später L-chwertbrüder genannt wurden. Diese Gründung war em Werk des Bischofs Albrecht, dem Papst ^berherrlichkeit über den Ort»en zusicherte: aber LL 12()d flC l ^ c,er lrch von König Philipp mit Livland
bteles Land ein Bestandteil des 1OT[T $' ~ mit Ausnahme des den ^ uovdüchen Declos — 1224, llUrland 1245
vomOrden ^>bert,der damit du Landbn'lcke zum preuspschm
^ 11111 ^ c,eni hatte er sich Mich 10 ^ erste Glanz- und
' ?? Ovdensstaat unter dem ^ üereinifft an Ovdensgebiet, das
Dtetc ^ ^Leipussec stch erstreckte.
D«s< AuteHett dauerte form ^tMuntwae Dir
Tnättolte Schlacht von Tannenberg 1410 läutete auch für das 4ZLltenland eine schwere Zeit ein. Freilich nüderstand es den n«ten Machten, Polen vor allem, länger als der vreicßffche ^rdensstaat; noch blieb, clls Ostpreußen schon polnisches Le«ws- lano geworden war, das Land der Sck)werlritter Reichsland unter dem Landmeister Walter von Plettenberg. Aber Ripsen Polen ustd Schweden lcnterten schon auf die willkommene Beute an der Ostseeküste, unb int Jahr? 1561 vollzog sich die Katasrroplte: der letzte ^Orpnismeisler (^otthard von Kettcster nahm Kurland als wtttkck>es Herzogtttm von der Krone Pol eit zu Lehen, während Estland Mt Schwadert, Livland aber an Polen fiel. Tmnit war das Schicksal der drei baltischen .Provinzen getrennt: die Hauptmacht im altert Ord?nslftnde aber roupdc seit bern Frieden ow ^660 S>chveden, das dainals fast ganz
Lwla-nd hinzuerwarb. Während der schtoedischen Zeit behaupt
tetcn Ltvland und Esllaird im gattz-cn eine große Selbständiakeit doch b*t>r — <r>^r. .r ^? . '
™- —---- hatte schon
geiMagen. -Vas Ergebnis der für das Schicksal des Baltenlandes eittschetdenden Kämpfe ztotschen Rußland imb Schweden war der Fnei>m V07, Nysdiid 1721, der Estl-md und Livland Rußland überantwortete. In Kurland i-attmt bis dahin die alten .Herzoge aus dein Hause Ketteter weiter regiert, und als es 1737 erlosch letzte die Herzogswmv'' Anna, die den russischen Kaisertkrow besttegett hatte, ihreit Günstling Mvon zum Herzoge ein. So Mstete Kurland noch ein paar Jahrzehnte eine Schcinselbständig- tett, brs es ,rch im Jahre 1795 gleichfalls der russischen Herch lawtt unterwarf. So waren die drei Sckpvesterprovinzett seit dein ^vnljrc 1561 zum ersten Mal? wieder vercirrigt — jetzt aber r ^S russischen Reiches. — Die Häuptphchen
der Rnsienherrlchaft im Baltenlande sind wohlbekannt?Sie ,var «.w™ und achtete die verbürgten Rechte der baltte i&p 1 Provinzen. Erst unter Niöolaus I. begann das Bestreben w verwaltungstechnisL und kirchlich zu
Ateocrnderö II. lKdiutete et
das Baltctlland politisch, mvs-ovirlli,^ > Dir
mvu
WMM . . Befugnis
oer ^.aili eszentralb?Hörden, ui? rigere Höchstpreise testzusetzen, und auch für lebptde GÄue den Verkauf nacO Gewicht vorzujchreiben, 0( vtchrs geändert. Ebenso bleibt die bisherige Zuständigkeit der Etnzelstaaten, »ochstmeise si'ir Gänseteile und Erzeugnisse mis Gäniefteisch ftstzstsetzen, unberührt.
Die Rücksicht^ aus unsere Getreide- und .Karw \ felnnrtschast in diejem Jahr? dazu, die gewerbsmäßige Mästung voll Gänsen, rür die toeder Kürnerfutter noch Kartoffeln zur Ber-- > süguirg gestellt toerden könnert, turr solange zuzulassen, als sie durch Ausnutzung der Stoppebveidc möglich ist. Da diese Möglichkeit nur bis höchstens Ende Oktober zu bestehen pflegt, ist diesmal die entgelte lrche Aogabe geschlachteter Gänse dirrch den Züchter oder Master bereits vom 1. November L918 ab uitterfagl. Der Verkauf lebender Gänse nach diesem Zeitpunkt könirte nur zu dem erheblich niedrigeren Preise si'tr Mirgergänse erfolgen und wird daher ohnehin unterbleiben.
*
** Auszeichnung. Piouier Wilhelm Maus erhielt dre Hessische Tctpffrkei tsmed aille.
** Arbeitsjubilaum. Am 9. Mai tttatert es 25 ??tihre, daß Herr Eduard Michaelis in der kunstgewerb-
lichett Werkstätte der Firma Carl Schwnn, Gießeit, Maus- ^ bürg 16, als Graveur tätig ist. Eine kleine Feier, Geschenke irnd Blumen ehrten an diesenr Tage den Jubilar.
** Zwirnverteitung. Der für die einzelnen Verbraucher ZNgeteilte und noch trichjt ab geholte Zwirn, muß, wie uns mitgeteilt wird, bis morgen, 11. Mai, abends, gekauft ^verden.
** Anmeldung zur Stammrolle. Die iln Llpril 1901 geborenen Landstp.rmpslickftigem der Stadt Gießeat müssen sich am 15. Mai d. I., vormittags von 8 bis 12 Ühr urrd nachmittags von, 2 bis 6 Uhr, im alten Rathaus am Marktplatz zur .Landsturnrrvlle mefoeu. Siehe Bekanntmachung.
. ^ Traue rseierl ich keit für den Leutnant Adolf F t s u) e r. Am Mittwoch nackxmtttag wurde auf dem Friedhof am Siodberg die irdische Hülle des ftr den Kämpfen im Weste?: schwer verwundeten Liilktnaurs Fischer, der fernen Verletzungen Regelt ist, der Erd? übergeben. Das. Ansehen, welckieS der Dahingegangene iit unserer ^rtadt geiwß, brachte eine so große Ge- memde Leidtragender zum Ausdruck, wie wrc sie selten aus unfern Friedhöfen beobachten. Die FriedhofSkch^lle, in welcher der von üötnmeu und Kränzen überdeckte Sarg aufgestellt war konnte^ die Tracterver sammllutg mix zum Dell' ausnehmen. Die Garut,onkate?lle lettete die Feier durch einen Chornl ein, woraus Pwrre^Be ch l o l Sh ennn in wartuempsund euen Worten die
Stillstand dieser Entwickllmg, die dcmu jedoch Unter Alerander III mit volletn Hochdruck sich entsaftete. Die schwersten Beiten be& Baltenlandes begannen: Esten und Liveu imirden gegeit di'c teeulicheic verhetzt, um dann, tiach deren Beseittgnng, auch sie in dem Frosten nwstvwittschen Brei leicht und resllos auslöseit zu tonnen, hinter Nikolaus II. errichte der Russertdruck seinen Höhe- Mnit. Dann sagte das Schicksal: „Bis hierhin — mb nicht weiter! und eme neue Zeit, h-ssentlich eine glücklichere, setzte für die vielgeprüfte alte deupche Zstobonie an der battischeu See ein.
* Svnnja Friedman ^ — ein neues Wunderq k r n d. Aus B e r l i n wird uns geschrieben : Im M e i st e r s a a l ttat dieser Tage ein junges Mädchen vor ein den ersten Berliner^ Gef-ellschaftskrei,eni mrgehörendes Publikum. Smurja Carmen Friedman ist der Name der neuen IüwKwin A).»oll^ und man wird sich diesen Namen zu werken haben. Tnm es tändelt sich hier um eiu piairistisches und vor allem kompositvrisck-es Talent das, unbekümmert um SttöMmgen und RickLungeil seine erarnen Wege, geht. Jinsbefdndere als Chopin-Interpretin darf die kleine Svnnla Frledman aus utlbedm-gteste Originalltat Anspruck^ er- bebm., sic spieü C!Mmi mit einer Ml» orsk^mlül, mim,wen ^'«hnihluny, brs ms Mcrnsdc, Uv cettec »ätftTen Identifuierniu, mit dem geistern Gehalt des Wertes entsprü^t Mit einer in dem schmächtigen Körperchen seltsam amwutenden Wucht dnnot sre bis zum Kern des Wertes vor, deren tiefste musttEnen Iw halte sre buchlegt und ausdeutet. .Aber nicht aus tch- Repwduttwn beschränkt sich ihre Buchung. Auch PwouLiv tritt sie chtt eäft^ Klavierstücken hervor, die außerordeutlbh viel rxm il^ er^ Usen. llnter aicherem hat ^ mer Capris Paganftüs für Klavier gesetzt und dabei m erner Variationenreibe rbnttmisch imb « ^ÄGesckEichkeit und
ihrer weiten ^?^llmclluug mtt größtem Interesse entgegensehen!
' tü’ ^*7? 52*?! §anr m dem Banne des genial isck^bizar-ren lp^deten, von soviel Verve umgerii^ leb-


