Einzelbild herunterladen

, Wwieriger: DarhLtnisstm vvü-auf gewachsenen miliitärischÄr Ti>mst- «LÜleii der Truppen. Mit dem Erfassen der Vorräte ist jedoch erst die T-*aJbe 2Lrbett getan, sie müssen :u>ch viele Hjuudette von SlÜw Metern befördert werden. Dazu war zunächst die Wiederherstellung .der Straßen und Bahnen notto^idig. Die organisatorische Arbeit, diie Festimmg und Fül>rung des ganzen Betriebes, der heute schon 2000 Nlometrr umfaßt, fiel ausschließlich unseren Offizieren ,ond Truppen zu. Der Schiffsverkehr von Cherson und Odessa über das Schwarze Meer und die Donau ist ein geleitet. Durck den Wassertransport wird die Einfuhr beträchtlich gesteigert werden können. »Man kann überzeugt sein, daß die Arm« dflrch ihre Tätigkeit in der Ukraine der Nährungslage in der Monarchie manchen Zuschuß sichern lottd, und andererseits die künftigen wirtschaftlichen Beziehungen Oesterreich-Ungarns zu zu der Ukraine möglichst den Boden ebnet.

Kiew, 29. April. ilchch einer Meldung der Kiewer Zeitung ,Lietv-5laja W-psl" hat der nkrorniscki? Betkchrsmruischr für die BestkLeruag der für Sie Mittelmächte bestimmten 60 Millionen; Pud Getreide 6ie Erhebung der tcrrifnväßigen ^lbgaben an- gevrdnrt

Die Kabinettsneubildung in Ungarn.

Budapest, 30. April. (WTB.) Nach einer Blätter- meldung beabsichtigt Dr. Wekerle mit Vorschlägen zur Kabinettsbildung erst dann vor dem König zu erscheinen werrn er in der Wahl re form mit dem Grafen Tisza ernSir Kompromiß abgeschlossen hat. Beratungen hierüber werden jetzt gepslogeir

Der Seekrieg.

Neue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 30. ?lpril. (Amtl.) Im Sperrgebiet um Eng­land wurde der Handelsverkehr unserer Feinde durch Versendung von 2 8 0 0 0 BRT. schwer geschädigt. Den Haupt- mrteil an diesem Erfolg hat Oberleutnaitt zur. See Stein- dorff. Das von ihm befehligte Boot hat im 2lermelkanal allein sechs Dainpfer mit zusammen 23 000 BRT. versenkt. Alle Dampfer, darunter zwei Schiffe von je 5000 BRT., tkccen tief beladen und stark gesichert. Drei Dampfer 'rmrrden aus Geleitszügen herausgeschvossen. Es kann mit Siche cheit angev^ommen werden, daß mit den Ladungen der Versenkten Schiffe wiederum wertt»olles Kriegsmate rial in großen Mengen für den Feind vernichtet würde.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Stockholm, 30. April. Laut Stockb. Dagbladet ist der schwedische LloyddampferSofe" (35M-BRT.) voc Flamboroug Heul torpediert worden.

Aus dem Reiche.

/Die Benennung dreier Nheinbrücken durch de» Kaiser.

Berlin, 30. AprU. (Amtlich) Seine Majestät der Kaiser richtete an Seine Kaiserliche H-oheit den &' ron- ,Prinzen folgendes Telegramm: ,Ms ist mir eilte große Fvevde. Dir mitzuteilon, daß ich heute befohlen habe, daß die Rhein-Eisenbahn brücke bei Engers, tvolche in großer Zeit erbaut, der Landesverteidigung wichtige Dienste leisten soll, d-m Namen Krvnprinz-Wilhelm- Vrücke führen soll. Die Verwaltung der preußischen Staats- «Mtbohuen, welche mir den Vorschlag gemacht hat, will dntxrrch dankbar Deinen 9kamen als Heeifführer verewigen."

Die gleiche Ehrung ließ Seine Majestät der Kaiser dem ^neralseldmarschall v. Hin den bürg zuteil wer- den, rüdem er die neue Rheinbrücke bei Rüdesheim «mH ihnt benannte und dem Ersten Gsneralauartiermeister Krneral der Infanterie L u d e n d o r f s, dessen Namen die Nheindrücke bei Remagen tragen soll.

*

. Berlin, 30. April. (WTB. Amtlich.) Landrat v. Groote m Rhembach wurde zmn Oberpräsidenten der Rhein- Wrovrnz ernmrnt.

preAtzischer rldgeordnr.enhLM5.

138. Sitzung. Dienstag den 30. April 1918, 11 Uhr.

Am Müustertische: Ministerpräsident Gras H e r t l i n g .

Dr Friedberg Drews, Hergt, v. Eisenhardt-

RVthe.

Tie Tribünen >'ind übersilLt. das Haus ist stark besetzt.

Präsident Graf S chwerin-L öw i tz eröffnet die Sitzung um Wi Uhr.

Zweite Lefrmg der Wahlrechtsvorlagcn.

Lrf der Tagesordnung stehen die drei Wahlrechtsvorlagen ^ lSraf Spee (Ztr.) (zur Geschaslsordnimg): Ich lxw,trage.

Gesetzentwürfe von der Tagesordimng abzusetzeu und die Be­trug der Angelegenheit bis nach Frieveilsschluß zu vertagen. (Gvos^e Bewegung im ganzen Hause Stürmischer Versal! rechts, lShatter Widerspruch links.) Ich stelle den Antrag durchaus aus acme Faust (lebh. Erregung). Ter Reichskanzler von Vtthmann- Vollweg hat seinerzeit im Wgeordnetenhause erklärt, daß dir Walst- ryoem erst nach dem Kriege erfolgen Nnne. (.Hört, hört! rechts.) «ich tu der Osterbotschaft wurde darauf hingeivieien, daß wxh Millionen draußen im Felde stehen, imd daß die Restirm im vater­ländischen Interesse hinausgeschoben werden müsse. Wenn das Haus M M ammen steht, dann sollten alle Parteien zunächst das Feuer ^meinsam löschen. Wir aber strnteu hier über neue Einrichtungen des HauseS (.Zuruf links: Sie gießen Oe', ins Feuer! Wir müssen *ut& vermeiden, um die kraftvolle Einigkeit der geschlossenen Front Vach aul^n wrd rnnen aufrecht zu erhallen Ter jetzige Allgen-« buch wo wir den ungeheuren Existenzkampf führe" inüsscn, ist der beukbar ungeeignetste für diese Vorlagen. An der Front begreift «an !.ie verdammte Friedensresolution des Reichstags nicht (Große Unruhe lintz.)

Präsident Graf Schwerin-Löwitz: Ein Antrag wie der T^^^nde gt kert langer Zeit nicht gestellt worden, ist aber in ^uheren Fallen vom Präsidenten zugelassen worden. Der Antrcig- also auch hier dis Recht der Begründung. ao ®* ,?e lZtr.) sortfahrend: Selbst wenn das gleiche

Wahlrer'!: hier angenommen würde, so würk das ein Porrhussieg »m. Ich war draußen in der herrlick-en Atmosphäre kraftvoller «ampes'.tlmnnmg und bitte Sie, unserm Helden zu zeigen, das; Ww q\n einig sind. (Lebhafter Beifall rechts. Zischen links.) (Der «Ersitzende der Zentrumssraktion Dr. Porsch redet erregt auf den Abgeordneten Graien Spee ein.)

Vizepräsident des Slgatsminlstcriums Dr. F r i e d b e r g: Der Bptioylag des Vorredners ist wohl für das ganze Hans, sogar für Parteifreunde, überraschend gekommen. Er hat aber auch «e Regierung überrascht. Der Vorschlag mag vvtriotisch sein, «er rch glaube nicht, daß seine Annahme einen prtriotischn Erfolg »mben würde. (Sehr richtig! links.) Jetzt eine stnerlich angekündigte «^lage w eute ganz unbestimmte und unabsehbare Zeit zurück'>n- «üen, würde den inneren Frieden unseres Volkes aufs tiefste «efähwen. stürmische Zustimmung tinfe. Große Unruhe rechts.) ^5 ^kg'e iung kann dafür die Verantwortung nicht übernehmen «niD kourd? die Annahme des Antrags mit den äußersten ver- «MigSmatzigen Ko-nseguenzen beantworten (Lebhafter Beifall linß uw im Zentrum, großer Lärm rechts.)

Abg. Dr. Porsch fZtr.,: Die Annahme, daß der ?lntrag eurr Ueberraschung and) für das Zentruin sein würtü, trifft leider mcht zu. Graf Lpee hat den Antrag vielmehr in der Fraktions- ntzmrq angekündigt, ist aber einmütig und dringend gebeten wor- d^n. den Antrag zurückzustellen. Er hat ihn heute auf eigene Faust r P Mein? Freunde werden den Antrag daher ablehnen. (Beifall lmks.)

nicht unterdrücken, daß der Präjtvünt dre Grenzen der geschäjts- ordnungsmaßigcn Begründung des Antrags soweit gezogen hat, daß der Antragsteller von der verdammten Fricdensentschließung des Reichstags hat jprechcn können. (Zuruf links: Unerhört!) Was den Antrag selbst betrifft, so hat der Antragsteller das Satirspiel vor das Drama gestellt. (Sehr gut! linksDer Antrag ist ein Hohn auf die Krone (Stürmischer. Wideffplnu rechts, leb­hafte Zustimmung links), ein Hohn aus das Staaksministerium und ein Hohn auf das Land. (Stürmische Zustimmung links.) Wir werden über den Antrag namentliche Äbstinimung beantragen

Präsident Graf Schwerin - Löwi tz: Ich bitte, meine Hand­habung der Geschäfte keiner Krittk zu unterziehen. Ter Antrag­steller hat sich durchaus im Rahmen der Begründung des An­trages gehalten.

Abg. Lldvlf Hvffmann (U.-Soz.): Ten Grasen Spee sollte nur» für ferne Leisttmg iin Herrenl-aus beisetzen. (Unruhe rechts.) oder mcrn sollte ihn einem Pshchbater zur Untersuchrmg. über­geben. (Großer Lärm und Pfuirufe rechts, Ordnungsruf des Präsidenten). Während seiner Siede machte er den Eindruck, als ob er ohne Nachtruhe direkt ans dern Offizierskäsnro gekommen wäre. (Lärm rech Pfuirufe, Ordnungsruf des Präsidenten). Wie lange will sich die RIgiermrg noch auf der Nase herumtanzen lassen? Wird dcr^ Antrag aitgeniornmen, so würde ich Die Kämpfer km der Frvnl aussordern, bis zur Einführung des gleichen Wahl­rechts den Kampf einzustellen. (Großer Lärm und Pfuirufe rechts, Zuruse: Hinaus! Fns Zuchthaus! Landesverräter!

Präsident Graf Schwerin-Läwitz: Wegen dieser dir Ge­fühle des Hauses und des ganzen Landes tief verletzenden A-uße- rungcn rufe ich Sie zum dritten Male zirr Ordnung. (Beifall.) Ztti bitte, die Vorl-a:rdlangen nicht in diesem Tone zn führen Ich habe überhört, daß Gras Spee von einer verdammten Rrichs- tagsrejvlution gespwchi-n hat. Ich nruß diesen Ausdruck als ver­letzend für einen Teil der Reich.^agsabgeordneten rüg^.'N. Auch ich bin von dein Antrag des Graten Spee überrascht uwrden.

Mg. Hirsch-Berlin (Svz.): Wenn irgeird etwas dam B- Ve

daß bei Annah.nc oeä Antrags noch huute, spätestens aber mi rgen das MgvordneienhaLs aufgelöst wird. (Beifall links. >

Mg. Tr. Loh mann (natl.): Wir werden geschbstsen gegen den Antrag des Gra'en Spee stimmen. (Bestall .) Graf Spee mußte sich bei ruhiger Ueberlegung saeeu, daß die Regiermig geradezu vcr- plichtet war, die Annahme seines Antrags mit ier Mslösung des Mgeordnetenhauses zu beantworten. (Sehr richtig! links und im Zentrum.) Wir bedauern anßln-ordentkich, daß durch b\e Rede des Abgeordneten sHosftnann die Würde und der Ernst dieser Stunde kies chevabgedrückt woweu sind. Graf Ssve ist von der Verantwor­tung für diese bedauerlichen Vorgänge nicht frei. (Beifall links und im Zentrum. Wioerspruch rechts. >

Mg. Dr. von .H e y d e b r a n d (kcnrs.)Der Antrag Graf S"pe Hut unS überrascht. Vieles von dem, was er gesagt Hut, deckt 'ich mit unserer Auffassung. Indessen sind die GegeNiurräude nicht außer allst zu lasi>' . und dal-er beantragen wir, die Sitzung auf eine Sttlnde zu vertagen.

Mg. Brütt (freikons.): Wir schließeir uns dein an.

9l!bg. Dr. ^ P-a ch n i cke (F. Bp): Die VeranlloorLuug des vstoasen Spee ist so schswuch daß er sie kairm ivlro ttagen können. (Lall)en rechts.)

Mg. Dr. Porsch (Ztr.): Da eine große Partei den Wunsch nach Vertagung ausgesproll>en hat, glaubcar wir, nicht w^sp(ell-en. zu sollen.

Der Antrag mrs Vertagung für eine Stunde wird mit beit Stimmen der Konservativen, Freikonservativen und des größteni Teils des Zentrums angenommen und die Sitzung darauf u'.n^ 12i/t Uhr unterbrochen.

Wiederaufnahme der Sitzung.

Präsident Gras Schwerin eröffnet die Sitzung um l Uhr 20 Minurten. Tie GAllzsiftsordlrungsaussprache über den Antrag des Grafen S-pee wird fortgesetzt.

Mg. Lüdicke (ff.): Die bisherigen Verhmrdlungen haben bewiesen, eine tvie grriße Schuld die käniglillZe Sdcmtsregieru'.ijg mit der Eiopringunu dieser ^wla>ren auf säch j^eladen !>ll (S'ür- misllLr Beifall recstä., große llnruhe links und tm Zr.). Währe cd die Augen ganz Deutsch'.ands nach Flandern gerichtet sind, spielen 'ich lster svlll»e Vorgänge ab. Tie Verantwortumt hierfür trägt wiederum die loniglüh.' Staatsregierung. (Zustirnnrung rellsts, Widersprull- links).

Vi;eprüside:tt des Königliill>m Stantsuvinisterium s Tr. Friedberg: Ich mich Verwahrung dagegen entlegen, wenn der Äbg. Lüdicke den Mut gefunden fvtt, von einer Srft.lld der könig­lichen Staatsregierung zu sprell^n. (Z:mste rellsts. Große Un­ruhe). W hantelt fa!) lster um fine vvni ganzen Volk gentünschte Reform. «Wideffpruell relltts, Beifall links.)

Mg. von Hehdebrand (kons.): Ich kann dem Mg. Lüdicke rlcht llnrellst geben. In dieser schtvercn Zell sollten innere Zlvie- PäUigseiten ^vermieden >werden. Wir würdigen den Patriotismus >es Gvafen Spee, aber die Mehrheit meiner Fveunde muß feinen Antrag ablelmen.

Brzepräsibeill Dr. Friedberg: Der Abg. Hevdebrand hat ich im wcsentlichm die Vtrlvürse de^s Abg. Lüdicke zu eigen gemacht, während er dalli di: Sll» llo daran trägt, daß jahrelang die Wahl- refvrni in diesem Ha.lle verhindert wvödcnr ist. (Stürmische Ent- rüsttmgSrufe rechts, lebhafte Zustimnrung links).

Abg. Adolf Haffmann (U.-Svz.): Es ist richtig, draußen weht ein anderer Wind als hier, er wird sich zum Sturm entfachen und Sie für alle Zeiten wegsegen.

Abg. Graf Spee (Ztr.,: Wenn auch mein. Antrag abgelehnt werden sollte, so war es doch meine Pflicht, ihn eiwznbringen^ Vielleicht voinmt die Regienrng und das 5derrenhaus noch darauf zurück.

Abg. Dr. Pachnicke ^Vp.): Angesichts i^er veränderten

Sachlage ziehe ich meinen Alntrag auf nmnentliche Abstimmung zurück.

Mg. von He yde b r a nd (kvns.): Dann nehmen wir selbst den Antrag auf iranientlichc Abststnnrung aus. sBeifatl vellsts.)

Es folgt die namentliche A b sti m m u n g , nachdem Präsident Graf Schwerin wollt einige geschäftt-srdunngsmäßigc Bedenken geäußert, die. Dr. Porsch (Ztr.) unter Himveis auf einen frülieren Fall in den 70er Iiahren zu entkräften suchte. Hierauf wurt»e ->er Antrag Graf Spee in namentlicher Ab­stimmung mit 333 Stftnmen oegen 00 Stimmen abgelehnt.

Darauf wird in die sachliche Wstbrndlun-g eingetreten.

Dic Absitordnktc'hgu-ftmrlgste.

Es finbet Mnälls'i eine allgemeine Aussprache statt. Nach §1 ist ftidcr Preuße wähl berechtig.ß <>er 2o Jahre alt und seit wenigstens drei Jcklwea s natsan geh orig ist. §2 stellt ben Ausschluß von der Wählbevochtch tng fest. Nach §3 der Kominissionsfassmrg hat jeder Wäh'ei eine Gnr ?; in me. Ferner fi-ll o Zusc tzs'iil:'/M möglich auf Grmvd d^es Ledensalb rs unh der Zahl d»er erivachsenerr Kinder, des Dcrm im ns, der selbständig n Erwerbstätig seit,

der Schulbildung und des öffeLtlick-ea Dienstes.

stin Antrag Dr. Lahmenn (nl.i will ein Zwei stimmen recht einsübren. Danach Tllen. felbstürdige Personen in allen Berufen und Beain'e, ->ie Jahre im Dienst sind, soloie Arbeiter, die inech- rllch'. Jahr? cruf ei.:er Stelle sin>, eine Zusatzstilnui-e erhalten. Tie Regieru-g(ver.age hat bckauntlich das gleill>e Wi-chlrecht mit einer Stimme vorg-'sehen.

Reichskanzler Graf He r t! in g nimmt sogleich das Wort.

Ministerpräsident Graf v. Hertling: Meine .Herren, auch nach den Vorgängen der heutigen Sitzung mit ihren lebhaften Erreguirgen gebe ich die Hoffnung nicht aus, daß eine Verständi­gung über dic Wablvorla.Te möglich ist Mir haluni gesehen, imc stark innerl>alb dieses Hauses aus allen Seiten, das Gefühl der Verantwortlichkeit ist, und diese Verantwortlichkeit muß dazu führen, unbedingt jetzt zu Aner Verständigung zu gelangen. tBeisald Der Artikel 3 der Fassung Ihrer Konim'.ssion ist für dir Staatsregierung nicht annehmbar, wie sie wiederholt erllärt bat. Dell gleich? gilt von dem gcnwß gutgemeinten Anttage des Abg. Lohmann, der aber auch auf ein plntokratisches Wahlrecht hinans- läust, das in heutiger Zeit gcm^ unmöglich ist. Wir können «nach diesem Kriege nicht die politischen Rechtl- nach dem Einkommen uil 6 nach dem Veruwgen bemessen. so:cheür eS muß heißen:

Abg. Dr. Pachnicke (F. Vp.): Ich kann das Befremden Gleiches Recht für alle. In allen Üändern ,epeil wir das Streben

nach dem allgemeinen gteillLN Wahlrecht, ja in vielen ip rnaa 'bedrulend über das in der Vorlage enthaltene Wahlrecht schon hinausgegangen. Preirßen kann sich deshalb nickst länger von dem gleich.'n Walstreckn ausfllstießen. (Sehr richtig! links.) Es ist mÖA» hrf), gewisse Sill)erungen an zu bringen, um die oefürcchelen allzu ' wntgel-enden rao.kalen Iwlgen abzuwehren. Wie ich höre, sind noch Anträge vorbereiret, die diese Sicherungen verstärkeir sollen. (Hört, ) hört!) Es ist aber wünschenswert, daß wir jetzt bald zu einer (£nk- illieidung kommen, um diese Frage aus der öftenttichen Erörterung endlich auszuscheiden. Es ist dringend wollmmdig, in unserm Bol^ die Einmütigkeit, die es in diesem Kriege beioiesen hat, zu er- i-alten. Deshalb müssen auch in der Wahlrellstssvage allzu weit­gehend^ Gegensätze zurücktreren. Jetzt suw wir noch in der Lag«, die Zusagen, n>elck-e geg-rben werrden sind, in Rr:l)e einzrllosen. Tun wir das aber nicht, so ist es möglich, daß die Verwirtuchnng des clllgeinenien gleichen Wahlrecksts in Preuße:: sich unter großen inneren Erschütterungen vollziehen wird. (Hört, hört!) Das gleiche Wahlrecht lVimnt! Es kommt, loenn nicht hntte, so doch in abseh­barer Zeit.- (Sehr wahr!) Ich bitte Sie, Ihre Hand zu irinet Verwirklichung zu bitten. (Leohafter D-eisall links uns im Ze-ttr^m.)

Mg. Dr. v. Heydebrand (kons.): Auch wir teilen den Wunsch nach emer Ver^Lägmrg. ^boer wenn nicht eurnval der t-jcdc inrtwnallibeoale Antrag ausrepch, um die Zustimrmoig der R-igierung zu ftnidm, so bliebe (zeit a.nderer SBicg, ars ernfach diq ^Regierungsvorlage anzauredm-en. (Sehr richtig! rechts.) Der hauptwig des Äätnisderpräfrc,ente7n, im ganzeii Lcur>? werde das allgemeine gleül)? Mu-lre.'gewünsllst, kann ich nicht beipflchrru,

> dem Grunde nichc, rveil eft: großer Ten ^er Wähler wvch

im Fcl e steht. Wir siuo durchaus davon überzeugt, daß d,is gegenwärtige Wchlrecht veformvechrftig ist. TesprLo bin ich er> >-ttintt, daß lirir der Vizepräsident Tr. Friedberg vonoirft, vch l.nrtte bisher die Reform verhindert. Er Ixet l-ierbei die nötige staa!bmänn.s.lre R.che vermissen lagen. Das vvrgeschla-7-?ne Wabl» roch: ocgthncogt mir die rntterem S.n.ide, sogar der Mitttlnnnd nnro beiseiie geschoben. Tie Berhälttnsse in den MnzMmck«: liegen ganz anders als im Reiche, ^das die Wehrpslickst hat und lie indirekten Steuern se>ioie die soziale Gffetzgebcmg, alles Trug- au demm jedermann OeteUigt ist. In Preußen werben die Hauplln. nur von wenigen getragen, und di« .Bnndesslianten haben hohe tul» tnrelle Ausgaben und gmsst eigene Staatsbetriebe. Edve Gleickx machcrei ist ftet nicht angenoacht. .Es ist auch nicht richtig, bcg der Krieg die Einftchcirng des gleichen Wlahilrecbis fiorden. Auf alle Fülle müßten wir wissen, wie die Kriegsteilnehmer selbst sich '>azu Kcücn. Ich sehe Beine lvettere rveserttliche Veränderung inrck» m.-ses W'chlreckst, als daß wir hier minderer, s 120 Sozial- domo traten haben Ob es dann möglich sein wird, dis

lllliorische Politik Preußens fortzuschen, zun: Beispiel m der Ojcmark, erscheint mir Flvaisethaft. Tie Loiifessöcniellen irnd kill- lnrelleu Güter, die christliche Grundlage unseres Staates müssen wir für unsere Kruder aufrecht ttijciten.

Uc r er die Osttnarken hat sich der Mi,ristertmäsidemt «rusge. schnckegen. Wem: die Osttnarkenpolttik nickst auf d-ersrlbein Grund' luge beruht wie bisher, könnet: wir sie lieber ganz aufgebcm. De» deutsch nationale ElZarakvr Lxs Osteirs ist eine NrottvendigKit. 'chlch nstr sehen ein, daß auf Grund der beremberten Verhältnisse ellv.rs Neues gesck^isfen wnda: muß. Das Wahlrecht muß sich ad-r d?r Gliederimg der c ärgerlichen Gesellschaft mrpasseti. Uns ist es gleicö ob dieser oder jener Minister fällt, oder ob das Haus a-:sqr- löjc nlllD. (Lebhafter Beifall.) J>n solcher Periode der Gesckstchte Preußens gibt es für uns icich.s anderes, als unsere Uedrrseuguug. (Beifall rechts.)

Vizeprcffidcntt des Stacttsminist'erinms Dr. Friedberg: Die slbecheriing hat stets mklärt, daß sie im'eüttrgt cm der Forderung des gleichen Wahlrechts fest hält. Dr Mm 1 sterpräside? tt hat bereits dar­auf hingelviejen, daß durch gewisse nerfassungsanüßige Mittel manche an sich unerwünschte Folgen des gleichen Wahlrechts beseitigt wer­te:: können. (Lachen rechts.) Ich bedauce außerordentlich daß die k.mse.-vattve Partei alle V-rffiche, die Fvage so zu lösen, grarnd-" satzlich abgelelptt hat. Wer:n die Regier.mg in solch schrvfser Weise wie von: Llbgerrdnetm Lül-icke angegriffen wird, ist meine Erre- lgarng wohl berechtigt geiveson. (Zuruf vecksts: Sie sprachen nickst als Minister, sondern als ?lbg«ordn«ter' Sckmll> davon. c»ß die Walstreckstsfrage jetzt zur Entscheidung Eimrat, trägt nicht die Re- ffiorwig, sondern die Partei«»:, die ftÄlyr eirie lldewirn verhindert haben. Der Träger der Krone ist ganz selbstoerständkich in den Be rattmgen, die der OsterlwtsckZaft vgch der JülBotschaft vorarigängen, übln- alle diese Dinge in ausführlichster Weise '.mterrichtetj wvrderi. (Hört, hört! links.) Bei den Beratungen im Ausschuß habe ich mich deshalb ganz selbstverstch'plich auf dies, Botschaften berufen kömien. Tie vom Mg. v. 5xydebrmlli gv-> kcklßerten Bedeiik-m sind nicht neu; richtig ist, daß unter dem gleick>en Wahlrckckst das ^lbgeordnetenhans eine andere Zusammen,- setzuiig erfahren )mrd: das wird aber mich bcrm Pluvalwahlrecht der Fall feilt. In bet Ostmarken Politik wird die R»^ierung Mittel und Wege finden, um es bei dem bisherigen Kurs zu belassest Der nuöoritative Chaoakter des Staates, die ^Monarch: s'.che irnd christ­liche Gruardlage »vettien durch das gleiche Wüttrecht m-chi ge>- fälirdck i^siderspruch rechts), das beweisen uns die Verhältnisse in Süddentschland. Was vor dem 11. Juli 1917 möglich »var, ist es nach diesem Tage nicht mehr Man mag an der königllchen Bot­schaft deuteln, wie man will, es ist in ihr ein RegrerimgsProgramm aufgestellt, das die Ntimster auszuführen fjaben. Tiefe EirttvicS- llmg ist nicht mehr auszulmltei:. Herr,: v. Heydebraiid kann ich als uiipartciischen Mwäger nicht a,',erkemie.n. Tas beste Mittel zur Bc'rulstgrmg würde eine baldige Verabschiedung der Vorlage stttr. (Beifall links :rnd im Zentrum.)

-Auf ^lntrag des Abg. Dr. Porsch (Ztr.) wird die Besprechung voii 8 1 inid 8 3 verbunden.

Abg. Dr. Porsch (Ztr.): Wir werden unfern Standpankr .in der dritten Lesung eingehend begründen. In der zweiten L,-simg wird ein kleiner Teil meiner Freiinde gegen das gleiche Wahlrecht, die große Mehrheit aber dafür stimmen.

Ans Antrag des Mg. Dr. Lohmann' (mttl.) vertagt das Haus die Wetterberatung auf Mittwoch 11 Uhr. Schluß 4 Uhr.

Aus Ki<rdt un- Cmtö,

Gießen, den 1. Mai 1918 ^

** Amtliche Nachrichte n. Die dem Miffik- Verlag Adolph Fürstner, Berlin, dis znm 30. April 1918 üerr[änderte Erlaubnis zürn Vertrieb der Orchester- n-erke über die Natioiralhymnen des Bierbundes (Bekannt­machung am 20 .Novemb'n: .1917) . zum Besten des Roben Krenzes wurde bis zum 31. Okbol>er 1918 weiterverlünger:.

In den 9bnInstand wurde versetzt am 17. April 1918 der v>efangeilenaufsel)er am Landeszuchthaus Ntarienschlon A> ses Bardo Bodcnröder auf sein 'Nachsuchen unter Aner- ^ kemruna seiner treuen Dienste mit Wirkung v»om 6. Mai , 1918 bis zur WiederhersbeUung seiner Gesundheit.

** Auf eine fünfundzwanzig hr i ge tifl / feit in dem Unternehmen, das heule als Mitteldeutsck)e t Credilbairk (Filiale Gießen) sich eines steigenden Ansel)ens j erfreut, blickt l-eute Herr Direktor AlbertHeichelheim zurück Er trat vor 25 Jahren als Prokurist in die Bank- sirma Heichelheim ein, um beim Uebergang dieser Firma in die Mitteldeutsche Credilbanck ani 1. April 1906 die Leitung oer neuen Niederlassung zu übernehmen. Die hiesige Aneig.- slelle ist unter seiner Führung durch Eröffnung einer griffe § reit Anzahl Depositen lassen und Agenturen in den angren­zenden Bezirken zur. jetzigen Ausdehnung gebracht tvvrde"

** Nähgarnverteilung. Das den Familien mit 3 oder mehr Personen auf Grund der ausgegebenen Näh-« garnkarten für das 1 Vierteljahr 1018 zustel)cnde Näh-4, garn ist den anttlichen Verkaussstellcn übenviesen worden. | (Siek Bekanntmachung.

** Wäsche-Verteilung Die Reichsbekleidungs. stelle teilt demnäck)si Wäsche für Frauen und Binder ztr. W Näheres siehe Anzeigenteil.