Einzelbild herunterladen

Nr. 90 Zweiter Natt Eichener Anzeiger tGeneral-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, \8. E(8

II IINH I .. - . ..MM »r.MWW iW

Aus Qefjem

Die Teuerungszulage für Beamte im& Lehrer.

Abg Reh lrrcb GtatDffen I>aben in bec Zweiten Kammer fol­genden dringlichen Antrag gestellt: Die Groß8. Regierung zu ersuchen, alsbald eine Vorlage einz^rbringen, durch welche 1. die den Beamten. Lehrern, Bediensteten und Dienstanwärtern ge­währte T e n e r u n gSz,u l a g e in etner der gestiegenen Teuerung entsprechend«! Weise erhol) t wird und 2. den Ruhegehaltsemp- sängern und den Hiitterbliebenen von Staatslbcamten feste Zulagen in Höhe eines bestimmten Teiles der den Beamten anstehenden TeuerungsAnlagen gewährt werden.

In der B e-g r ü n d u n g wird crusgesührt:

Die im Vorjahr den Beamten gewährte Teuerungszulage beruht auf einem .Avnpvvmisse, sie befriedigte wenig. Unbefriedi­gend blieb ins'besvndere ^auch die Regelung! der Zulagen an Pen­sionäre und cm Hinterbliebene von Beamten, dce nach wie vor vvn einem Bittgesuch und von st^nc Nachweis der Bedürftigkeit abhängig gemacht sind. Daß. die beschlossenien Tatze bei roeiber steigender' Teuerung erhöht werden müssen,, wurde allgemein an­erkannt Die Notwendigkeit hierfür i)ti leider noch rascher gc* kommen, als man ohnehin befürchten mußte. Tie nvttvendigsten Lebensbedürfnisse (Nahrungsmittel, Heizmaterial, Kleidmrg, Woh-

nungSmietr usw.) sind weiter - zum Teil ganz außerordentlich .

im Preise gestiegen. Dieser Tttsach.' ist bereits mm_ mehreren! Bundesstaaten Rechnung getragen, namentlich auch von solchen, de­ren Leistungen bisher schon die des hessischen Staates übertragen. M sei nur auf Württemberg verwiesen und vor allem auf die kürzlich beschiossenen Erhöhungen der Teuerungszulagen für me preußischen Beamten. In Preußen erhalten jetzt ^ btc Beamten, naciidem ihnen zwischendurch im Dezember v ^ eine einmalige Zulage von rund 209 Mk. gewährt worden )oar: 1. eine .Kriegsbeihilfe, deren Höhe von der Zahl der Kinder Narr beeinflußt ist, 2. eine Teuerungszulage von 600 Mk. für untere, 700 m. füT mittlere, 800 und 900 Mk. für höhere Beamte mit einem Zuschlag von 10 Prozent für jedes unversorgte Kind, und 3. einen Zuschlag von 20 Prozent für die teueren Orte. Zur besseren Bevcrnschaulic^ng seien die Zulagen gegenübcrgeftcLlt, die einem Beamten mit zjwei Kindern in Hessen und m Preilhen wstehen:

in Hessen

Unterbeamte

2. mittlere Beamte

3. höhere Beamte

4- X

in Preußen in Teclerungs-

bezirken im übrig«! 1344 Mk. 1200 Mk.

1428 1260

1404 1212

1296 .. 1296

. 600 Mk.

. 700 .

. 800

. 800 .

Da-su koiumt noch der Vorteil der Steuerfreiheit, der den hessischen Beamten entgeht. Daß hier nachgeholfen werden muß. bedarf keines NackMwses. In welcher Form und in welchem Um­fange dies zu geschehen l>crt, soll nötigenfalls der besonderen Antrag­stellung überlassen bleiben, imr das sei hier vorsorglich bewirt, daß eme Abstufung der Zulagen nach teuren und weniger teuren Orten nicht erwünscht ist.

Ebenso notwendig und dringlich ist dkie anderweite Regelung der Zulagen an die Ruhe g e hal tse m pf ä n g e r und an d,e Witwen irnd Waisen von Beamten. Es muß endlich mit dem wenig würdigen System der Bewilligung auf Bittgesuch und nach Prüfung der Bedürftigkeit gebrockten werden. Die derzeit den Pensionären gewährten Zulagen entsprechen dibrigens nid# dem Sinne der von beiden Kammern angenommenen Entschließung mid müßten allgemein auf 2 /s bis 3 /4 der den Beamten zustehenden Zulagen erhöht lverden.

9m Stadt und Land.

Gießen, den 18. April 1918.

** AnsK-eichnuing. Äauptmann d. R. Koch früher im Inff^Rsgt. Nc 116, wurde mit dem Eisernen erster Klasse crus-

ie Kr iegs an leihe zeichnn n ge n imRejerve- la^arett II haben bis Dienstag abend die Höhe von rund 60000 Mark betragen. Man hofft, da noch nicht alle Interessenten geNeichnet haben, bis zum Schluß der Zeichnung den Betrag noch Yoefenilviy gesteigert zu erhalten.

** Eine Reichs-Wohnungszählung ist, wie der Münchener Vertreter derTägl. Rundschau" erfährt, in Vorberei­tung. Sic wird demnächst vom Bundesrat beschlossen werden. Es Wrckell sich darum, zuverlässige Unterlagen über den Stand der Wohnrmgsverhälinisse im ganzen Reich zu erhalten, um dann an hland dieses Moteriäls dort l>elfend ein greifen zu können, wo es am notwendigsten ist. Es wird hierbei auch die wichtige Frage der WöhnungSnrubauten zur Sprache gebracht.

** Käse aus Molkeneiweiß. In den letzten Nc o- >malen scheint die Verwendung von Molkeneiweiß für die Her­stellung von Käse bei den Molkereien in größerem Umfange in Ausnahme gekommen zu sein. In einer Molkereifachzeitschrist i)t dieses Verfahren sogar ausdrücklich empfohlen worden. Es sei darauf hingewiesen, daß die Verwendung von Molkeneiweiß zur Herstellung von Käse unzulässig ist. Ein derartig hergestellter KÄe ist kein Käse im Sinne der Verordnung über Käse vom 20. Oktolnr 1916 (RGBl. S. 1179,. Seine Herstellung ist da­her nach §5 Abs. 1 dieser Verordnung verboten. Die Bezeich­nung Käse für ein solches Erzeugnis ist als irreführend ' anzu­sehen. Aucb vom Standpunkt der Nahrungsmittelck>emie werdest qegru die Verwendung von Molkeneiweiß zur .Herstellung von Käse Bedenken erhoben, da Quark bei längerer Lagerung reift, während Molkeneiweiß dann leicht in Fäulnis übergeht.

** Zur Konservierung von Gemüse in luft­dicht verschlossenen Behältnissen. Es bat sich her- ausgestellt, daß vielfach die der Kouserveniudustrie freigegebcuei, Bleche dazu verwandt worden sind, um Gemüse zu konservieren, welches sich zu einer allgemeinen Verteilung an die Bevölkerung nicht eignet oder welches zweckmäßiger auf andere Weife haltbar gemacht wird. Es ist daher durch eine Betau nrmachung der Reichs- stelle mr Gemüse und Obst imReichsanzeiger" Nr. 80 verordnet worden, daß nm einige in der Bekanntmachung aufgeführten! .Gemlüsesorten gewerbsmäßig in luftdicht verichlossenen Behält­nissen konserviert werden dürfen.

** Gänsehöchstpreise für, das Jahr 1918. Die Festsetzung der G ä n s e h ö ch st v r e i s e für das Jahr 1918 wird sich voraussichtlich nicht wesentlich von der vorjährigen Regelung durch die Verordnung über den .Handel mit Gänsen vom 3. Juli 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 581: unterscheiden. Tie Käufer von .Gänseeiern und Gänseküken werden daher bei ihrer Preiszahlnng auf die in jener Verordnung festgesetzten Preise für lebende und geschlachtete Gänse Rücksicht nehmen müssen, lvenn sie nicht Ge­fahr laufen wollen, beim späteren Verkauf der Gänse erhebliche Nachteile zu erleiden.

** Altes Porzellan Die Erzeugnisse der heimlichen Porzellanmamlsakturen des 18. Jahrhunderts steigen fortgesetzt im Werte und erzielen auf den Versteigerungen Preise, wie.man sie vor wenigen Jahren noch für unmöglich gehalten hätte. Einzelne Stücke werden geradezu mit Golo anfgetwgen. So wurden dieser Tage aus der Versteigerung Gu mp recht-Bert in u. a. ( folgerrde Preise bezahlt: Für vier Zwerge -aus Höchst um 17601770 zusammen 21 700 Mk., für eine Kelsterbacher Fayence-Figur um 1765 600 Mt., für eine Porzellansigur. alter Kavalier, auS der gleiich'u Manufaktur 4000 Mk., für eine Fu l d a e r Porzelsan- sigur von 177075, Kavalier darstellend. 26 500 Mk., für eine Frankenthaler Tänzerin um 1760 4800 Mk. eine dem Jahre 1765 entstammende Frankenthaler Mandolinenspielerin 11 650 Mk. und endlich für einen Ballett-Tänze!' und eine Ballett-Tänzerin aus Frankenthal um 1760 die hohe Summe von 34 000 Mk. Auf der gteLdrn Versteigerung wurde auch ein W e st e r w ä l d c r Sternkrug (Steinzeug) aus der ersten Hälfte-des 17. Jahrhunderts für 860 Mk. verkauft. Ein Sturzbecher (Steinzeug) aus Sieg- burg, der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstammend, kostete 370 Mk.

** Reichsanleihen. Es wird daraus hingewiesen,

die Zins scheine aller Reichsanleihen, also auch der

Kriegsanleihen, vom 21. des dem Fälligkeitstage vor­hergehenden Monats ab nicht nur bei allen P o st a n st a l- ten einschl. der Postagenturen , sondern auch von den hessischen Staatskassen in Zahlung genommen werden. Die. Einlösung der Zinsscheine ist damit den Besitzern der Kriegsanleihe außerordentlich leicht gemacht/ Dies wird hoffentlich recht vielen und vor allem anch der Landbevöb- kerung den Entschluß zum Zeichnen der Kriegsanleihe erleichtern.

Landkreis Gießen.

M. Hungen, 15. April. Die beiden Familienväter Adolf Schwarz und Hermann Wa l -, däe im Westen kämpften. starben den Heldentod.

lck Lang-Göns, 17. Lkpril. Dein Unteroffizier Karl Dern wurde das (Äserne Kreuz erster Klasse verliehen.

wa. O denhausc n (Rabenau), 17. Ajpril. Aut dem Felde der Ehre sielen der Gefreite Bau ermann und der Mnsketier Hein­rich Henkel.

Kreis Schotten. .

Up. Aus dem vorderen Vogel sber g, 17. April. Unsere Beerensttä.rcker sind sehr reich mit Blut cm knospen behän­gen. Jvhanuis- und Stachelbeeren sind sch.m weit in ihrer Ent- wicklrmg vor. Das wund?rvvlle Wüchswelter, wie sonst im Mai. bringt aUe Obstblüten rasth zur Entwicklung. In weißem Blüten- klekde stehen die Arabischen Kirsckien, und -auch die anderen Kir­schen öffnen ihre Blütensträuße. Pracks voll hat sich Osias- und .Kleewuchs gemacht. Hält das WttHÄ.wetdec weiter so an, so wird noch vor MaiGrünes" gefüttert.

Slarkenburg und Rheinhessen.

I. T a r m st a d t, 17 April. .Kircheurat Köhler vollendete sein 90. Lebensjahr. Ei' >ear vier Jahrzehnte Pfarrer von Biel-- brunn i. O. und lebt seit 1 i Jahren in Darm stadt in Ruhestand. K. hat den Feldyug in Baoen 1848 mitgemacht und erfreut sich iwch herrte großer geistiger mid körperlicher Frische.

Kreis Wetzlar.

va Wetzlar. 17. April. Der Benvoltnngsrat der Kreis­sparkasse [yat beschLosseu, für sich und ihre Sparei' wiederulm einen Betrag von 5 Millionen Mark ans die neue Kriegsanlei^ zu zeichnen.

Gbrr!)effischer Uunstverein.

Infolge der langjährigen Ruhe im Baugewerbe vor und während der Kriegsjahre ist ein MaNPÜ an Wohmmgcn^ ein­getreten. der an manäien Orten besonders fühlbar ist, ja vielfach zur direkten Wohnunigsniot rourde. Es ist darum eine dring-e^rde Not-' Wendigkeit, Wohnungen, besonders Kleinwahnungen, in großer Anzahl zu schaffen. Die Regierung hat deshalb auch die Kriegsamt- stellen angewiesen, den Bau von Wohnungen, soweit es sich nicht um Lupilsbauteu han.de! t. wirham -,u unterstützen und die erfarder- lichen Baumaterialien hierfür frcüzugeban Auch sind die techni­schen Beftimnrungen wesentlich erleichtert worden. * Im Lause der letzten Jahve sind nun Bestrebungen entstanden, auch der minder­bemittelten Bevölkerung Gelegenl-ctt zu geben, ein eigenes Häus­chen zu bewohnen und ein eigenes^ Stück' Land zu bebauen. Man hofft hierdurch die Kluft zwischen Fabrik- und L-andarbeitern lang­sam zu beseitigen. Die gemeinnützigen Bau vereine, die jich allent­halben gründetQr. haben bereits manches Llnerkenn^mswerte ans diesem Gebiete geleistet. Besonders beteiligt ist jedoch die Jndusttie, die ein großes Jrtteresse au einem bod.mständigcm Arbeiterstamm hat. 'tlnfc den langweilig nebeneinander ge stellten ttostlosen Arbeiter- wohnhäuseru iin KaseruLNtyp wurden Ein- und Zweifmnil ien häui'er, die oft zu reiz vollen Gruppen ccusgebaut wurden. Hieraus wiederum entstanden Kolonien und Dörfer, bei welchen außer den praktischen und hygienischen auch ästlietische Gescchtsttcnkte berücksichtigt wur­den. (5% sec lucr au die neuemt Jndustriedörser der Kruppschen' Werte ernmert, die Vorbildliches darstellen.

Die Kleimoob,rungsausstrllung im Knnstverein ist in hohem Maße geeignet, das Interesse an »den äußerst wichtigen und aktuellen Fragen des W.hnnngswesens zu beleben. L>ie bietet m zahlreichen Entwürfen uuo Äuhlahmen ausgeführter Bauten eine Fülle von Anregungen ,ür die verschiedensten Typen. Ein Besuch der Ausstelllrug, die noch chs zum Sonntag in Gießen bleibt, dürste deshalb sehr zu empfehlen fehl_lis.

Ger-schtssaal.

I Tarmstadt, 17. April. Die Strafkammer verwarf idie Berufung des Taglöhners Nik. Klingler von Hofheim, der vom Schöffengericht ivegen SchlrnVerllegens'zu 4 Wock)en Gefäng­nis verurteilt wuche. Der 17jährige Taglöhner Karl Hof­mann aus Frankfurt, beim Militärdepot Kelsterbach tätig, stahl in einer Wirtschaft mehrere Paar Schuhe. Er will von dem Tag­löhner .Heinrich Hoffnamr und dem dlrbeiter Peter Eschbachl an- gestiftet sein. Bezüglich des letzteren wird weitere Beweisaufnahme angeordnet. Heinrich .Hofmann ist Werführt und wird wegen Heh­lerei und Llnstiftung zu 7 Monaten verurteilt, während Karl Hof- mann 3 Monate wegen Diebstahls erhielt - Ter 27jährige Ar­beiter Egisto R i c c e t t i weitt seit seinen! 12. Lebensjahr in Deutsch­land, ist mit einer Deutschen verheiratet und Vater mehrerer Kin­der. Er verstieß mehrmals gegen die Vorschriften für feindliche Ausländer. Das Schöffengericht verurteilte ilpr zweimal zu sechs Wochen Gefängnis. Die Strafkammer setzte die Strafe in beiden Falten auf je 2 Wochen herab. - Tie Ehefrau Adam Wal­ther IV. von Lorsch wurde wegen Anstistung und Hehlerei zu 8 Rdonaten Ge-s-ängnis verurteilt. Sie hat einen Knaben cmge- stiftiet, fernen Eltern Kleider und andere Sachen im Werte vow mehreren hundeitt Mark zu entwenden. Ihre beiden Jungen, 14 und 15 Jahre alt, erhielten wegen Hasendiebstahls 8, bzw. 4 Wochen Gefärrgni-e.

katholische Gemeinde.

Donnerstag 18. April, nachm. 5 u.abds. 8: Gel. z. hl. Beicht. Freitag ^19. April, vorm. 6V?: Segensmefse nt. .Kriegsbittandacht; nachm. 5 n. abds. 8: Gel. z. hl. Beicht. Sanrstag 20. April, vorm ö 1 /*: Segensmesse m. Kriegslntlandack)!.

EittgemndL.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion denc Publikum gegenüber keinerlei

Derautworwug.)

Mehr Rückstchtnahm? auf die Verwundeten.

Die Gießeaer, insbesondere die J-ugend, deren Verwahr- losung im .Krieg immer mehr zutage tritt, haben es sich jetzt ^zur Gepflogenheit gemacht, unsere Feldgrauen zu umdrängen. Und mit ihrer Neugier zu belästigen, wenn die Verwundeten, ans den Lazarettzügen in die Trambahinoagen verbracht, werden. Hier sollte die Polizei eingrcifcn. Einsender dieser Zeilen fuhr mit der Trambahn. In dem betreffenden Wagen saß ein Feld­grauer, der ermattet eben aus dem Osten kam. Ter Mann hatte einen Zigarrenstummel in der Hand. Msbald wurde er von einem Manu, den man als behäbigen -Oekoiwmen anspreck)en mochte, darauf aufmerksam gemacht, wenn er rauchen wolle, müsse er auf die Plattform treten. Der Manu, mit seinem Gej>äck be­laden, wollte das auch sofort tun. Ich nahm mir die Freiheit, ihm zu sagen, daß ich bk Verantwortung übernähme, er solle iruhig sitzen bleiben. Gewiß sollen die Verordnungen der Tram­bahn beachtet lvetden, cs gibt aber Ausnahmefälle urrd Rück­sichtnahme auf unsere Feldgrauen, die aus schtveren Kämpfen fomtnenf. Das sollte billigerweise nicht vergessen werden. -ü.

vierter Verbantzstag des südwestdeutschen Arbeiterverbands.

Dar m sta d t, 16. April.

Tie Vereinigung der Werkverenre ;imi> vaterländischen Ar­beitervereine B adens, Hessens, dar Pfalz und Um* düng hielt Inet itan fc&C Mtbesuchttp. 4 S Berbundstag ab.

Bei der allgeniecnen Versammlung, die vormittags 10/ Uhr in dein mit Blattp'lrnzen und Fahnen reich geschmückten Kasiecsa it stattsand, ivareu Saal und Tribünen mit Tcnlnehmern geiüllr, auch zahlreiche Gäste waren erschienen, darunter als Vertreter des Ministeriums des Jnnerm Aiinisterialrat Tr. Wagner, als Vertteter der Provinzial re gierung Oberregierimgsrat Tr. Dr. Warner und als Vertreter des .streisamts Regi>wuugsassessor Kuhn.

stlach kurzen Begrüßungsworten des Dcmnstädter VorsitzLnden Herrn T e u s s i n g e r nird gemeinsamen! Gesänge des nieder- ländiscl en Tankgebetes begrüßte der Vorsitzende .des Südwest- dentjch u Arbeiter verbanden Herr H i l b i g - Mannheim die Ec- jchteucn.en mit l>erzlichen Worten, besonders d!e Gäste.

Au den Großherzog wurde ein Huldigungstelegramm geschickt, auf welches später folgende Antwort eiulief:

, lieber die Grüße der nationalen Werk- und Arbeitervereine, deren' Bestrebungen ich mit Jitteresse v^erfolge, habe ich mich sehr gefreut und danke Ihnen. Ich gebe dem Wunsche Ausdruck, es möcl>te sich in der Arbeiterscl-aft die Erkenntnis vertiefen, daß die Ziukuusl den Arbeitern und Arbeitgeber!: auf der Grundlage des beider>ätigeu vertrauensvollen Entgegenkommens mehr als bisher gemeinsame Wege rveist. Zugleich wünsche ich ihrer Arbett, die einer friedl-ch(eu Entwicklung des Wirtschaftslebens dienen will, besten Erfolg. Ernst Ludwig."

Sodann überbrache Mmisterütlrat Dr. Wagner die Grüße und besten Wünsch.' des Ministers des Innern, der seiner Befriedi- Firng darüber Ausdruck gegeben habe, daß gerade das Gvoßherzogtum einen o guten Aufschlwuug genommen l?at. Es werde nicht möglich sein, i h dem Krieg an die alten Verhältnisse wied-er anznknüpfen, dazu e^ren sich diese zu sehr verschoben. Es werde nicht leicht sein, die Arbeiterschaft diesen neuen VerlstÜtnisseir p.nzupassen. Es nsexben Reibungen auf treten.Gerade bei dem Wrederaufbau kann Ihr Ver­band. der alle Arbeiterfragen des perrteipolitischen Charakters ent­kleidet, sie mir von wirtschaftlichen (Gesichtspunkten bel-andett und ans friedlichlem Weg zu' lösen sucht, äußerst segensreich wirken." In diesem Siirne wünsch.- er den Verhandlungen besten Erfolg. (Lebhafter Beifall.)

Herr Tr. Büchner erklärte im Namen des Verbandes Frank­furter M^etallntdustrie ferne volle Zustiurmung

Herr Tr. Rohm begrüßte im Namen her Darmstädter In­dustriellen die Versammlung

Es sprachen sodann Herr Steiner namens des nationallibe­ralen Arbeitervereins in Wurms und Herr Tr. Habich namens des Verbands südwestdeutscher Industrieller.

Ter Vorsitzende des Bundes vaterländischer Arbeitervereine Herr P e t e i - Berlin führt ans, daß alle Achettmorgamsationev! dasselbe Endziel, die wirtschaftliche Hebung,ihrer Mitglieder, haben. Nur die Wege seien verschieden.

General v. Millich begrüßt die Bestrebungen der Partei im Namen der deutschen Vaterlandsp»grtei.

Herr Hilbich erstattet sodann den Geschäftsbericht, woraus hervorgeht, daß der südwestdeutsche Verband, nachdem 1907 die ersten Vereine begründet wurden, sich rasch entwickelte 1912 zählte der Verband 7000, 1913 zehntausend und vor dem Kriege 15 000 Mitglieder. Auf diesem Staude habe er sich> ungefähr er- I-alten, trotzdem er viele Kameraden verloren Habe und die Ein­gezogenen nichst mitzähle. Er habe also tu Wirklichkeit während beö .ibrieges um Tausende zugenommeu, während die freien Ge­werkschaften, die Dunckerschen und die christlichen Gewerkschaften starke Rückgänge auffveisen. Der Verband vereinigt Werkvereine und vaterländische Arbeitervereine: ersterer umfaßte die Arbeiter­schaft großer Betriebe, während die vaterländischen Arbettervereme die^ Arbeiter im .Handwerk und den kleinen Betrieben zusammLN- sassen. Ter Berbcnch hat den Burgftiedeu gehalten, ist aber vvn der Gegenseite heftig angegriffen worden, smvohl in den Fabriken, als in der Presse. Er ist trotzdem vv rangekommen.

Zum Schluß sprach Herr H a l s b a ch - Essen über Wesen und ^lufgaben der wirtschaftsfviedlickien Arbeiterbewegung.

Mit dem geineiusamen Gesänge des LiedesO Deutschland lwch in Ehren" schloß die erhebende und eiichrucksvolle, vom tiefsten vaterländifchen Geiste getragene Feier. Nachmittags fand eine geschlossene Vertretersitzung statt.

Letzte Nachrichten.

(WTB.) Großes Hauptpuartier, 18. April. (Amtlich.)

W e st l i ch e r Kriegsschauplatz.

Der Feind überließ uns gestern große Teile des von ihm in nwnatelangem Ringen mit ungeheuren Opfern er­kauften flandrischrn Bodens. Die Armee des Generals Sirt von Armin nahm, dem fchritttveise weichenden Gegner scharf nachdrängend, Poelk'apclle, Langemarck und Zonnebeke und warf den Feind bis hinter den Steenbach zurück. Südlich vom Blankaart-See hemmte ein feindlicher Gegenstoß un­ser Bonvärtsdrüngen.

Nördlich von der Lys gewannen wir unter starlnn Feuerschutz Boden und säubeneu cin'.qe Maschinengcwehr- nester.

Die Kämpfe der letzten Tage brachten mehr als 2500 Gefangene, einige O^eschntze mid zahlreiche Ntaschinengewehre ein.

An der Schlachtfront zu beiden Seiten der Somme nahm der zeitweilig a rflebende Feuerfampf bei Moreuil und Aront-- didier größere Stärke an. ,

Auf dem östlichen Ufer der M. as yat e?. lleinere Untcr. nchmungen bei Ornes und Watronvitte pollen Erfolg und brachten Gefangene ein. Nördlich von Fljrep (zwischen Maas und Atosel) scheiterte ein französischer Vorstoß unter bluti­gen Verlusten.

*

Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalgllartiermeister Ludendorff.

Neue Erklärungen über die Wiener Politik.

Wien, 17. April. (WTB. Mchtamtllch. > Tie Korrespondenz Austria meldet: Die Abgg. Präl-ctt H au se r und Professor Wald - ncr erschienen mittags bei den! Ministerpräsidenten S e i d l e r. um namens ihrer Partei ans die tiefgehende Erregung aufmerksam zar machen, nielche die Vorgänge der letzten Tage ri den denffchen Kreisen her vor gerufen hätten. Der Mrnisterprä,!^!!' er­widerte, ihm sei diese Erregung bekannt, er l>edauere sie lebhaii Er möchte jedoch darauf Hinweisen, daß der politisch e K u r s nach außen wie nach innen von dem Wechsel auf dem Posten des Mi­nistes des Aeus^rn v o l l st än di g unberührt bleibe Hierauf nahm der Ministerpräsident Gklegeittteit, scharf zu betonen, daß nach den ihm beVämtten unwandelbaren Anschaunu gen der Krone diejenigen., die ist- Heil von der Entente er­warten. stets als Staalsfeinde betrachtet mrd k'lKin'vlt werden würden. Derselben Korrespondenz ^zufolge sprach Er R.n> ratsabgeordnete Waldner iwrmirtags hei dem Grasen E z e r n m vor-, um eine Aussprache bett. die mit dem >tzaiserbries zu,ammen- dängtmden Gerüchte herbeiziuführen. Wie die Korrestwud.iiz aus W verlässiger Quelle erfdlrrt, versicherte Gra ] Cz, rnin gegenüber den! i'lbgeordnetcn Waldner e h r e n w ö v 1 1 i d> daß der von französischer Seite veröffentlichte Brief eine F a l s ch u n g und zwar ein Meisterstück der V er f äl s ch un q z t e dm i'U in der so fälsckmngsreicl-en politischen Geschickte Frankreichs in der letzten Zeit sec. Der Briet sei von wanziösischer Seite gffälsiut woün-n mit der erkerrnbaren Msicht, einen Kerl vmscj-en Deutschland und Oe,.cr.ucl>ckngarn m treiben, eine Alsttzht tzie glücksichervim-.c vollkommen vereitelt erschein^.