Wichtig fftr tcn SBteVnufbau unserer Mrtschttfa und somit h«aßgebend auch. für die Sicherheit unserer Kriegsanleihen und für die K- sbeständigkeit derselben ist der Friede, vor allem der W i r t s ct. a s t s f r i ede. Lfarkilblich Hai bereits der russisch? Arit'ben und l-aben auch die Vereinbarungen mit'Rumänien imd mit Deö Ukraine Garantien geschaffen, daß nach dem Kriege der Handels- verke!/:- mit diesen Ländern auf's^ Neue eröffnet nnrd. Und im - Avie.de <l mit den Weitstaaten muß ausgeschlossen werden jede Difseren.Aerung unseres Handels, unseres Geiverbebetriebes und Misere - Schiffahrt. Es muß die Meistdegünstiguna mit anderen Mativiten und die Gleichberechtigung mit den Inländern in wichtigen Punkten zu gestanden werden. Alle Bindimgen und Organi- saTw. die uns die Rohstoffe vorenthalten sollen, müssen durch> die Frieteirsvertrage gesprengt werden. Die Wiedereröffnung des intern .nationalen Handels ist die Broc- und Lebensfrage für unsere Bevölkerung und wenn sie erzielt wird, so sind damit die englisches Kricgsziele, - um derculivillen der Krieg begonnen und irm derentwillen er bis zum Aeußersten durchgeführt wird, wirksam vereitelt. Wie dem deutschen Handel mrd dem deutschen Erwerbsfleiß der Auslandsmarkt wieder eröffnet werden muß, so muß er auch, im Jirneru volle Bervegungsfreiheit haben. Die Zwangsregelung muß falle::, die Kriegsgesellschast-ert müssen beseitigt werden. Hst das Deutsche Volk Freiheit im Innern und Freiheit nach außen, so wird das dentsckfa Wirtschaftsleben rasch wieder empor blühen. Aus dem Erz
Unserer Bergwerke werden wir das Eisen gewinnen, aus denn Hol-i unserer Wälder die Schiffe bauen, aus der Luft gewinnen roir den Dünger für den Boden, aber auch — Und dieser eine politische Reflex möge gestattet sein — das Volk muß ivillig bleiben, die vermehrten Lasten für den Staat zu tragen. Der Staat muß ein Volks- ftaat stchl, den das Volk als seine eigenste Angelegenkuit, als die Verkörperung seiner selbst empfindet. Mit Recht mich von jedem, dem Großen und dem Kleinen, dem Gebildeten und dem Minder- gebilbeten verlangt, daß er an der Kriegsanleihe sich beteilige — möge man entgehen? sein, daß gleichmäßig auch die Rechte der Staatsbürger verteilt werden müssen.
Für den Handel und die Industrie sprach! Kommerzienrat Schirmer, wies auf die Bedeutung eines glänzenden Erfolges der Kriegsanleihe nach Innen und Außen hin und hob hervor, daß
E Industrie und Handel auch diesmal als Sturmtrupps bei der achten riegsanleihe iu erster Linie ständen.
Als Vertreter der Landwirtschaft wandte sich Se. Magnifizenz Geh. Hofrat Professor Dr. Gisevius mit folgenden Worten an die Versammlung:
M^nn ich als Vertreter der Landwirtschaft hier über Kriegsanleihe spreche, so sehe ich das deutsche Volk in dem Kriege als einen guten Säemanu vor mir. Der Acker war gut vorbereitet, das gesäte Saatgut echt und gut. Trotz mancher Wetterunbilden xeifrtc die Früchte heran, von dem Landlvirt tr*it Fleiß und schweren. IM«hM gut gepflegt. So -kommt denn nun die Ernte und ein Feld . -nach dem andern gerät unter die Sense des Schnitters. Das alles ! vollzieht sich nach den imwandelbaren Gesetzen der Natur. Auch in !urnfete*n Volksleben und selbst im Kriegshandwerk wirken ganz bestimmte Gesetzmäßigkeiten, auch hier folgt der guten Vorbereitung nick t*?r guten Saat die Ernte mit unfehlbarer Sicherheit. Nach -lolchrr: Gesetzmäßigkeiten sehen wir den Weltkrieg sich vor uns abspielen. Trotz manchen Sturmes und selber manchen Hagelschauers reift uns die Frucht unserer gut vorbereiteten Siege heran.
. Unter unsers Hiudenburgs sicherer genialer Führung schneiden wir Deutsche als Schnitter ein Feld nach dem andern und erzwingen « von unseren Gegnern einen Friedensschluß nach dem anderen. So I-'gTpH ums unsere Aufgabe anfänglich erschien: heute habe-,: wir das Vollgefühl unserer Kraft und wir vertrauert heute fest darauf, !das, unsere Kraft mm nicht niehr erlahmen wird, denn die Ernte i'.t gekommen. In diesem Bilde erkennen wir heute deutlich unser deuts'Hes Vaterland. Wer will heute noch leugnen, dkkß wir alles i^gut vorbereitet haben, und daß wir mit unserem Tun uns dem Mrerchm Ende nähern? Wer will heute noch zagend zur Seite fachen? Wer will heute noch an der sicheren Gesetzmäßigkeit zwei- Mn, mtt der jetzt Deutschlands Sieg zum Frieden heranreift? Im «chtzen Vertrauen auf unsere Kraft holen wir noch einmal zu einem neuen Seusenschwunge aus. Manchem unserer Schnitter nahm der AcD auf dem Schlachtfelde das Gerät aus der Hand: andere traten m ihre Stelle, und unsere, Arbeit darf nicht ruhen, bis alles getan tt"-. yjn dem starken Sicherheitsgefühl bereiten wir jetzt unsere totalere (amte durch unsere achte .Kriegsanleihe vor. Finanziell habe:: wir siebenmal in dem deutschen Volke schon Anleihe-Groß- tattem in diesem Kriege getan. Die achte Anleihe soll uns noch /besser gelangen! Längst ist auch der bedächtige Landwirt über die iBckenken hinaus, welche anfänglich wegen der Anlage von Geld iu Kriegsanleihen bei uns aufstiegen. Wir wissen es heute, daß die Knegsanleihepapiere einfach Bargeld sind. Wir wisse:: auch, daß Der Kurs der deutschen Mark heute im Auslande in kräftigem Auf- «rrsge:st. Unsere Aktien steigen wieder: wer will seine Ersparnisse nicht in ,tragenden Papieren anlegen? Den Landwirt drücken heute van» -andere Sorgen als die Sorge um unsere Kriegsanleihe und um unsere Betatagung an derselben. Schon beraten wir über die nach dem Frieden -zu treffenden Maßnahmen, über die Bodenfrage, die DÄtgnfrage, die Frage der Maschinenbeschaffung und andere mehr Ich: Lons, daß wir im Kriege viel gelernt haben, und daß wir zur Lv^'Ug aller kommenden Probleme-gut gerüstet sind. Es geh. ja ein 'frischer Zug durch Uns alle, und auch die Landwirtschaft fühlt in Kch Vite Kraft zum 'Weiterstreben. Heute kann höchstens ein' Bedenken noch erwähn: werden, daß man alle als Kriegsgewinner tansehen möchte, welche viel Kriegsanleihe zeichnen. Das wäre mit . Bez.wg auf unsere Landwirte durchaus unberechtigt. Die Lcmd- wirtsclrast lwt ihre Viehbestände zur Ernährung größtenteils ler- ,geben mrNfa:. Das Geld, welches in den: früheren Viehkapital stvckte, liegt letzt brach Das ist kein .Kriegsgewinn, sondern Be- trrsbskapital, welches wir in Kriegsanleihe anlegen, um nach dem , Fricdensschlnß die Neubesckwfsung von Nutzvieh und Arbeitsvieh wreder vornehmen zu können. Auch dieses eine Bedenken wäre damit hinfällig. Meine Berufsgenossen wissen, daß ich ihnen nur dann bestimmten Rat gebe, weim ich diese'.: Rat mit meinem Gewissen lgut vereinbaren kann. Ich rate nun heute, jeden übrigen Groschen M Kriegsanleihe anzulegen. Das volle Jnteresje unserer Landwirtschaft .geht dahirr, die achte Kriegsanleihe zu eurer glänzenden zu machen. Wir wollen einen guten Ausgang des Krieges erreichen Und wir wolle,: ihn schnell erreichen, damit wir bald neu aufbauen f$nn " t. Ich rate daztt, und ich weiß, daß mir meine Berufs- yonoss-n darin folge,: werden, wie gesagt, jebeu übrigen Groschen in Kr'egsvnleihe arrzulegen!
c» .. ^mnv,: der Gießen er KanfmaTmschaft legte .Kaufmann R o h r dar, daß 7:>war bei dem ungünstigen Stand des Handels große Geich,rungen nicht zu erwarten seien, daß aber durch eine Kapitali- stennig der Warenlager bedeutende Gelder frei gemacht und zur Zeichnung verwendet werden könnten.
Für das Handwerk fand Obermeister Ernst Ludwig Sack warme Worte und hob hervor, daß auch das Handwerk seine Pflicht Lue uns bei der Zeichnung auf die achte Kriegsanleihe nicht fehlen werde.
ReÄlehver Haggen müller schilderte die wirtschaftliche Lage des Beamte::- und Lehrerltandes, erwähnte dessen Verdienste wahrend der^ Kriegszeit, gedachte seines Wirkens bei den Zeichen: gen der früheren Kriegsanleihen. und versieherte, daß der Be- dnttea- mid Lch.reristi.anD auch bei der achten Kriegsanleihe mit Xteue und Aufopferung wirken wird.
Zum Schlüsse führte Geh. .Kirchenrat Professor v. Eck ungefähr ans:
.. allen Ständen und Schichten der Gießen er Bevölkerung
ftnd Malmworte zu kräftiger Beförderung der 8. .Kriegsanleihe laut geworden. Das ist, denke ich, die Einigkeit rmserer Stadl in emcr Sack-e, die all,-, schlechthin alle, angehr. Und die Einigkeit umerer guter: Stadt Gießen ist nur ein 'Ausschnitt, man kann auch sagen, ein sichtbares Sinnbild der Einheit des Vaterlandes der deutschen Stämme, des Datschen Reichs.in dieser Zeit, in brnem Kriege. Es :,t eine alte Malpnrng deutscher Geschichte, vor vtt tavfon Olwen gepredigt, daß rnrr Eirrigkeit stark macht.
Von der Gefahr, der nngehueren,
__ , Grre^itet nur gesamte Kraft. lGoe, (;<e .)
-Avaft aber gibt es nur, wo alle Glieder eines .üörpers, am Volk- und Staatskörper fest ineinandergreisen, jedes ein
zelne Glied bevett, dem Ganzen den Dienst zu bieten, den es zu biete:: vermag. Freilich, nur ein gesunder Körper kann seine Glieder alle zu gemeinsamem Dienst 'verwenden, mrr ein gesunder von allen erwarten, daß sie alle wirklich ihren Ti<mst tun. Türsei: wir diese Voraussetzung nicht auch für uns gültig ansehen? Ein Mick in den Osten mag uns dieser Gewißheit froh werden lassen. Das Russenreich zerfallen in Stück» i Das ist geschehen unter deutsche:: Schlägen — die Schläge, waren hart und schwer. Aber auch di: härtesten Schläge hätten das Ungeheure nicht durchzusetzen vermocht, wem: nicht das alte Ham letz, vort hier gegolten hätte: 's ist ettoas faul im Staate Dänemark.' Hier war^ viel saul, oben und unten. Drrum versagten in der Stands tödlicher Gefahr die Glieder dem Ganzen ihren Dienst. Hier ,var lein Wille zur Einheit da, kein kraftvoll schlagendes Herz, das sein Blut durch die Wer,: des Staatskörpers rollen ließ, imb mit diesem Mutzustrom ' jeden: Glied das unn:ittelbare Empfinden zuführte: emm auf dich kommt es an. Das fehlte; der Körper war krank, darum siel er. Da fragen wir nun: ist unser Staatskörper gesund? Und ich meu:e, 3 : / 2 Jahre des fürchterlichen Krieges gLben die Antwort. Kein Glied hat >?ersagt. Es war jedes zur Stelle mit dem Aufgebot 'der ganzest.^straft das ihm gerade eigen war, mit dem stolzen Willen: das Leben für das Ganze. Ich habe bald nach Anfang des Krieges in Darmstadt das Wort gei sprechen: Fürsten- und Sozialdemokratcit-Blut drängt jetzt in miem Blutacker zusammen. Ich kann das heute gerade in unserer Stadt in stolzer Trauer wiederholen: gerade in unserer Stadt; ich greife nur «einzelne von Ibeneit heraus, von denen schmerzliche und dazu stolze Kunde die letzten Wochen uns brachten: deu Fürstensohn, der einzige seiner fürstlickien Eltern; der Nesse Unserer geliebten Großhcrzogin, der Erbprinz von Lich, ein Brosessorssohn, der Sohn eines Lehrers unserer Schulen, ein Beamtensohn, Söhne von Arbeitern, Söhne von Landleutei: — sie ^ alle gaben gemeinsam /ihr Blut und ihr Leben in den heißen, aber siegreichen Kämpfen im Weste::. Gemeinsam alle Stände, alle Schichten. Jeder Stand, ob Fürstei:- oder Arbeiterstand, ob Kaufmanns- oder Beamtenstand, jeder iveiß: wir leben im Ganzen, und vom Ganzen, soll's sein: wir sterbe:: mich für dasselbe Ganze. Das nennen wir einen gesunden Körper, wo dasselbe Blut durch« «alle Glieder strömt, von: Ganzen für das Ganze! — Und wir daheim? Es ist so oft zusammen- und einander ent- gegengestellt worden, daß man sich fast schämt, es zu wiederholen: Blutopfer und Gut- «oder Geldopfer.
Es ist manches nidfa so, wie es sein soll. Manches Auge braucht eine Brille, mancher Finger trägt eine Wunde, aber im großen Ganzen ist der Körper innen und «außen unverletzt, groß und stark. Deshalb könne:: und ivvllen wir unsere Pflicht bis znm äußersten tun, wollen Kriegsanleihe zeichnen, damit der Feind sieht, noch immer sind sie einig. Tie Tat IM Geltung. Man führe sie aus und bringe ein paar hundert, wer's kann, ein paar tausend Mark zur nächsten Bank und zeichne. Wir waren einig und bleiben es auch in der 8. Kriegsanleihe. Ter Kraft und des Sieges sind wir gewiß: ^
, Zusammen hattet euren Wert
Und euch ist keiner gleich.
Oberbürgermeister Keller ,chlos; lüevcnif die Versammlung, nachdem er nvck>mals eindringlichst auf die Bedeutung der Anleihe längewiesen und die Bürgerschaft aufgefordert hatte, mit zu ei nen:^ vollen Erf olge beizutragen. _
Ans Stadt rrird LanS.
Gießen, den 16. April 1918.
** 8. Kriegsanleihe. Die Stadt Gießen hat auf die 8. .^ßriegsanleihe eine Million Mark gezeichnet.
** Jugendlicher Unsug. Die Mrektion des Botanischen Gartens teilt uns mit, daß jugendlicher Unftrg sich leider auch lim Botanischen Garten in erhöhten: Maße bemerkbar macht. Das Zerschlagen der Porzetlanetiketten, Entwendung von Pflanzen usw. zwingt daza:, .Kindern nud Jugend lich er: o«hne Begleitung ihrer Angehörige!: den Besuch des Gartens zu verbieten. Der Botanische Gartet: ist keine öffentliche Anlage, sondern ett: Institut für Studierende, seine mit Mühe und Kosten verbundene Instandhaltung sollte schon bei der Jug«end die selbstverständliche Achtung erwecken.
** Heimat dank an rückkehrende deutsche Kriegsgefangene. Nachdem unsere siegreichen Waffen im Oste:: deir Frieden erkämpft haben, steht die Rückkehr unserer bisher in Rußland rrnd Rumänien kriegsgefangetwn Landsleute unmittelbar bevor. Und nicht nur ihnen, sondern den^anch hoffentlich bald aus den anderen feindlichen Ländern heimkehrende:: Kriegsgefangenen will die Heimat ein bescheidenes Zeichen der Dankbarkeit und einer: wohltuenden Willkommengrnß darbrrngen. Darum ergeht in diesen Tagen an die Opferfreudigkeit des deutschen Volles erneut der Aufruf, noch einmal wie in den Jahren 1915 und 1916 unserer Kriegsgefang-ene:: zu gedenken. Zwar wird selbstverständlich die nötige Verpflegung auf den llebernahme- und ärztlichen Beobachtungsstellen in erster Linie durch das Deutsche Reich in ausreichender Weife durch geführt werden. Darüber hinaus jedoch soll den Gefangenen durch Ueber- ruchuug von Liebesgaben in Gestalt von Genußmitteln wie Keks, Kakao, Fruchtsäfte, Tabak und Zigarrm: usw. etwas von den langentbehrten AnnehmlichVeite:: des Lebens verschafft werden. Nicht nnr Genußmittel der erwähnten Art find in Aussicht genommen, auch für Lesestoff und Unter- halttrngsspiele wird gesorgt werde::, um den heimkehrenden Gefangenen den Aufenthalt iu den ärztlichen Beobachtungsstellen zu erleichtern, der längere Zeit in Anspruch nehmen und ihre Geduld auf eine harte Probe stellen wird. Auch werden von den: Roten .Kreuz für die zurückkehrenden Verschleppten Zivilkleider und Wäsche gespendet werden. Zu dem alle,: sind reiche Geldmittel erforderlich, wenn das geplante Werk der Liebe n::d der Dankbarkeit gelingen soll. In Kürze wird ein von unseren: Gwßherzog selb-st uirterzeichneter Sammelaufruf in den Zeitungen veröffentlicht werden, und das hessische Volk loird, me es bei den früheren Sammlungen zugunsten der deutschen Kriegsgefangenen dargetan hat, zeigen, daß es sia> seiner Pflicht gegenüber dm: deutschen Kriegsgefangenen, die für das deutsche Vaterland gekämpft nt:d gelitten haben, voll be- wußt ist. In unserer Stadt werden noch besondere Gelegenheiten geschaffen werde::, durch Straßenverkauf, Hans- sammlung, aufgelegte Liste::, Theatersammlung eine Gabe für diesen besondere!: guter: Zweck zu spenden.
** Tollwutverdacht. Das Polizeiamt Gießen er^ sucht uns, nochmals auf die Bekanntmachung des Großher, zoglichen K'reisamts vom 11. d. M. besonders aufmerksam zu machen. Nach dieser sollen Personen, welrhe allenfalls in letzter Zeit von einem .Hund gebissen sein sollten, sich bei Großberzogl. Kreisgesundheitsamt "Gießen, vormittags zwischen 8 und 10 Uhr oder nachmittags zwischen 37* und 47« Uhr, oorstellen.
Landkreis Gießen.
** Lollar, 16. April. Rangiermeister Lndivig Wagner und Ehefrau feiern heute das Fest der Silbernen Hochzeit.
** O bbornHofen, 16. April. Den .Heldentod starb der Bizefeldwebel Gustav B o m m e r s he i m.
Kreis Schotten.
7 Gedern, 16. April. 5)ornist .Karl L i m p e r t, Inhaber der Hessischen Tapfarkeitsnludaitte, erhöbt das Eiserne .Kreuz 2 Klaffe und nmrde zUut Gefreiten befördert.
Glashütten, 167)tprU. Gchttwn fand ün Schulsaal ein vaterländischer Gemei:t.doaben«d .statt, bei welche>n Hofprediger Widmanu von Gedrn einen LiMnldervorlrag l-ielt über „D«s Rote Kreu- und fanu: TätfaVeit im Weltkrieg".
Vermischter.
* Der deutsche Michel. Die fast ehrenrührige Bezeichnung „Deutscher Michel" hat einen sehr ehrenvollen Ursprung. Der erste, der danrit ansgezeichuet wurde, :var Johann Mickrel Obertraut, ein tapferer Hchtdegen und dänischer (Renern!. Er errang großen Ruhm in den Kämpfen gegen die Spanier. Wenn dieselben von ihren großen Verlusten berichteten, pflegten sie zu sagen: ^ .Das haben wir .ivieder dem: deutsä/ten Mrchel zu vierdanken.'s Wurde daumls eine füijm Tat verrichtet und fragte man nach dem Täter, so hieß es jedesmal: „Der deutsche Michel ist es gewesen!"
Letzte Aachrichteu.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 16. April (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Angriffe auf dem Schlachtfelde an der Lys führten zu
vollem Erfolg.
Die großen Sprengtrichter aus der Wytschaete-Schlachl 1917 wurden im Handstreich genommen. Nach kurzem Feuerschlag ersttirmten wir in überraschendem Angriff Wul- verghem und die feindlichen Stellungen beiderseics des Ortes. Gcg.'ttstöße englischer Kpmpagnicn brachen völlig zusammen. Von der Ebene herauf erstiegen unsere Tru.ppr'.r im Angriff die Höhe zwischen Nieuwctcrke und Bailleu! und erstürmten sic im heftigen Nahkamps mit dem Feinde. Eng lichc Angriffe gegen Loeon scheiterten.
An der Schlachtfront zu beiden Leiten der Somme nahm der Artilleriekampf nur am Luee-Ba-ch in der Gegend von Montdidier und Mormil größere Stärke an. Bei Abwehr eines von Engländern und Franzosen gemeinsam durchge führten Angriffes nördlich vom Luee-Bach machten wir Gkr fangen e.
An: Oise—Aisne-Kanal und auf dem östlichen Nfer der Mosel führten wir erfolgreiche Unternehnumgen durch.
O st e n.
Finnland: In Lovisa (östlich von Helsingfors, nach Ueberwtzndnng schwieriger Eisverhällnisse gelanoete Truppen streßen über Lappträesk nach Norden tm, brachen mehrfache feindliche Widerstände und haben die von Ta-nmersors nach Wibovg fiifyrcnöe Bahn östlich von Lo.hti erreicht.
Der Erste Generalquartiernreister Ludendorff.
Beschietzmeg deutscher Lazarette durch die Engländer.
B e r l i n , 16. April. (WTB. Nick)tiamtlicki.> Zu der absickülichon Beschießung deutscher Lazarette wird noch folgendes gemeldet: Nvrdwesllich von Ecoust—St. NLein hatte sich ein deutsches^LaWrett eingerichtet. Es hatte seine 15 Zelte so aufgestellt, daß sie für-die Beobachtung aus der Luft u:ch von der Erde deutlich durch das Rote Kreuz keuntlick waren. 2lm 13. April erhielt dieses Lazarett plötzlich starkes, planmäßiges ss-euer von emer schlveren englischen Batterie. Die Verwundeten tonnten größtenteils rechitzeitig geborgen tuerden. Bei der Beschießung des Lazarettäs lvurden im gattzm acht Mann, Lazarettkranke und Pflegepersonal, verletzt. Diese Mißachtung des Roten Kreuzes, für die keinerlei Entschuldigmrg möglich ist, verdient die schärfste Zitrückiveisung; ihr Bekaiinvrerdei: hat beiden deutschen Truppen große Erbitterung hervorgerufen, obwohl ihnen diese Kampfasweise von seiten (»er Engländer nicht neu ist.
Pour le merite.
Berlin, 15. ?lpril. (WTB. Nüneamtlich.) Ter „Reichs-- anzeiger" meldet die Verleihung des Eick-mtaubs zum Orden Pour le märite an die Generalleutwan ts von Eonta und Freiherrn von Lüttwitz und an den Obcrstleuttlaut v T. BntckZ- müller und f-erner die Verleihung des Ordms Pour le merite an lden Generalleuttrant Ritter und Edlen von Ottinger, an den Kapitänleuttrant Horst Freiherr:: Trensch von Buttlar-Brandenfels und an dm Leuttrant der Reserve Udet.
Amtlicher TeiU
Bekanntmachung.
Be tr.: Tollwttt ::: Gießen.
Sämtliche Besitzer von Hirniden iverdm auf die Bekanut- niiachetug Großberzogl. .Kreisamts vom 12. d. M., abgedruckt im Gießener Llnzeiger Nr. <1? vom 15. April Seite 3, hingewiesen. Dfa SchntzmamftäVft ist beauftragt, die Bestimmungen der Bekanntmachung aufs S«trengste \u überwachen und bei jeder Zu- widerhairdlung unbedingt einzuschreiten.
Gießen, den 16. ?lpr:l 1918.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Hemmerve.
XVIII. Armeekorps.
Stellvertretendes Generalkommando.
2lbt. III b. Tgb.-Nr. 7209/1469. ,
Gouvernement der Festung Vöainz.
Abt. Mil. Pol. Nr. 52921 26 103.
Frankfurt a^ M. M a i u z, der: .26. März 1918.
B e t r.: Verbot des Tairzens in Wirtschaften.
Verordnung.
Auf Grirnd des § 9b des Gesetzes über een Belagerungszustand vom 4. Jtmi 1851 in der Fassung des Reichsgesetzes vom 11. Dezember 1915 bestimmen wir für den Befehlsbereich des 18. lorvs und des Gouvernements Mainz:
In allen Räumen von Gast- und Schankioirtschaften ist das Tanzen, die Abhaltung von Tanzutlfarrickst sowie die Gestattung des T anze ns durch die In haber der Wirtscha' verboten.
- Zuwrd 'rhaachlungen werden^mit Gefängnis fas zu einem Jahre, beim Bor liegen nrildernder Umstätche :mt Haft oder mit Gelchtrafa b«is zu 1500 Märk bestraft.
Der stellvertretende Kvmmandiereirde G^treral:
Riedel, General der Infanterie.
Der Gouvernerrr der Festung Mainz.
Baus ch, Gencrallentnant.
Bekanntmachung.
Betreffend: Ein- und Ausfuhr von Schafherden.
Wir ersuchen lfterdurch sämtliche Schäfeveibefitzer, welche ihr« Herden zur Sommerweive in die Provinz Oberhessen verbracht haben, sowie die vberhessischen Schäferttbesitzer, rvelche in: Herbst ihre .Herden zur Wintertoeide ausgeführt und jetzt wieder nach Oberhessen zurückverbracht haben, diese innerhalb 14 Tagen nach Gatttmg und Stückzahl bei uns anzu melden. Wer diese Mel dünge:: unterläßt oder unrichtige Angaben macht, wird im Herbst keine Ausfuhrerlaubnis erhalten.
Tie Bürgenneistercieu derjenigen Genreinden, die ihre Schaf- Neider: an auswärttge Sck>äfereibesitzer verpachtet od«er fremd« Sclivse zu ihren Herden genommen haben, toollen dafür sorgen, daß diese Derordnlmg zur Kenntnis der Schäseveibesitzer gelangt, damit deren Anmeldungen r:'chtzieitig und ordnnngsgenräß erfolgen.
Gießen, den 13. April 1918. 2853c
©berijc; i vrehhandelsverband.
Der Vorsitzende:
Rosenberg.


