tzerbiDhnch, T>nt nnh her, und bald war es möglich, den ersten! Stoßtrupp auf Torpedobooten und starken Schleppern imch Land Ku schicken. Tiefen voraus fuhr der große und starke finnische Eisbrecher „Samuo", der. am Heck die rote finnische Fuhne mit dem güldenen Löwen, schon bei den Aalandsinseln außerordentlich wertvolle Dienste geleistet hatte.
' ^ie Rote Garde batte, wie.später durch Befragen des Leuchtturmwärters von Russarü festgestellt wurde, in der Nacht vom
2. und 3. April um 2 Uhr morgens den ersten Verdacht über die tatsächliche Annäherung einer deutschen Expedition^geschöpft. Man hatte von Hango aus verdächtige Fah^euge nach See zu erkennen geglaubt und Russarö telephonisch um- nähere Feststellung ersucht. Als dann beim Hellwerden das anmarschierende Geschwader von Hangö aus entdeckt wurde, entschloß man sich zur eckigen Flucht. Getreu ihrem merkwürdigen und fürchterlichen Prinzip, alles zu zerstören, wurde im Hafen vernichtet, was sich in der Eile noch vernichten ließ. In fünf gewaltigen Explosionen wurde ein Vor- ratsdampser und vier im Hafen liegende russische U-Boote von der Roten Garde zerstört, die darauf in dem bereitgesttllteu Eisens -bahnzng die Stadt Hangö in der Richtrmg aus HclsmgsorS verließ. Tie gewaltige schwarze Rauchwolke des brennenden Vorratsdamp- fers rvar das Zeichen, unter dem dann die großen Transportdampfer, vom Flaggschiff des Admirals Meurer geführt, ihre Ankerplätze vor Hangö aufsuchten, um mit der Landung des Gros Unserer überall Ordrumg schaffenden Feldgrauen zu beginnen.
Der LanvrrrigSlamps in Helfingfors.
Berlin, 15. April. (WTB.) Das Eindringen des d eu t schen Geschwaders nach Helsin gfors war durch dachten Nebel, geführtirtfite Navigatstmsvcrl-äÜnisse und Packeis sehr rrschvert. Die Navigatton mußte dirvch die Besetzmrg wickLiger Punkte über dvS Eis ermöglicht werden. Außerhalb von Helfinafors begegnete im! idem rirssischen Ltriegsschiff „Pfotr Waltki" wck> großen russischen Tvanspottdcunpfern und Eisbrechern mit Tausenden von Angehörigen der russischen Marckre ;rnd deren Familien an Bord, lanscherwend mfi dem Mrge nach Kronstadt. Das Kriegsschiff grüßte urit der Flagge das deutsche Geschwader, .-es hatte die weiß-nobe Flagge aö Zeichen neutraler HalLsng gesetzt. Tie Flagge wehte auch über der wegen ihrer Ausdehnung -stark berätzucken Siee--- festung mck> aus den im Hafen Mrüchgebliebenen russische Kriegsschiffen. Bor dem Leuchtturm wn Grahara gab ein großer öliger Fleck im Eye, sowie SchifKttümmcr Dorpedobootkessel Lffw. dvi Platz mr, wv drei englische U-Boote bei der NöchriL vorn unserer Annäherung gesprengt worden tvaren. Sofort nach der Ankunft des deutschen Geschwaders wurde ein Lvndnngskorps noch am späten Abend des^ 12. April aus- geschifst- Es erlitt die ersten Verluste schon während der Landung dclvch ein Automobil der Roten Garde, das unter der Flagge des Roten'Kreuzes mtt einem Maschinengewehr schloß. Tie Hauptnester der stbolcn Garde lagen fast sämtlich irr den: in der Nahe des 'Hafens gelegenen Staatstzebäuda. -Vom frühen Morgen bis -um Mittag des 13. April l-atte das HandmrgsÄ-rps der Nbarirre und eine in der Nähe des .Hafens Lmgetroffene Kompanie deutscher Jäger schwere Straßen- kämpfe beim Obord- und Südhafen. Die Roten bestriichprr mit .Mafchineirgetoehrsn auch die Annäherung rni den L-andmrgsplatz sowie die Verbindung zwischen deur am Südhafen gelegenen Vdarkt- plav und der Hatbrnsel Skatudden. Unsere Vialrosen batten auf Der letzteren einen besonders schweren Standpurrkt, da die Roten, das gegenüberliegende Senats haus besetzt hatten. Ein Rotes Nest Mit etwa 200 Männern und' Frauen und Jugendlichen ergab sich bald nach dem Eingreifen'der Geschütze, der Minensuchboote und ver Begleitschiffe.
Trotzdem die sich ergebender Roten mit erhobenen Händen da- ftohifocn, wurde von anderen Roten aus sie und die deutsche Legleit'nwnffl'nften geschossen. Gegen 2 Uhr nachmittags tvar Her schwerste Kampf überstanden. Die Roten ergaben sich allmählich Die Hcp'ptführec waren insbesondere im Palaste des Gouverneurs, im Senotshaus und ckn kaiserlichen Palast verborgen. Die zahlreich hevamströmenden Aiihcrnger der .Weißen Garde wurden bttvaffnet, sie sind wertvoll für die wettere 'Säuberimg der Stadt von ' noch vielfach verborgenen Roten, ymtt Einsammeln der Waffen, Wachdienst usw. Die bis dahin -vie aus ge stör bene schöne Stadt war bald schwarz von festlich bewegten Menschen, die die Matrosen und Jäger immer wieder mit Hochrufen begrüßten, mit Blumen beschenkten, aus offener' Straße bewirteten Und den Offizieren die Hände zum Dank drückten. Seit zwei Monaten unterdrückte bürger-, biche Zeitungen gaben noch im- Laufe des Nachmtttags Extrablätter Heraus mit begeisterten Dankesaustassungen mi Deutsichjland. Die ^!SfjtoTÖi^^a^ und Privatgebäude sind beflaggt, darunter auch viele mfit den deutschen Fahnen.
Des Kaisers Antrvort an den gemeinsamen baltischen Lande-rat.
Kvwn v. 15. April. Der Korrespondenz B. toird aus Riga H tt n eldet: Hos^ug, 14. April 1918. An den Vorsitzenden des gv- finoirfiamen Landesrates, LandesMarschockl Pilar, Riga. — „Der Mir in so herrlicher B^ise dargebrachlen Dmrk des Landes vateS von Livland, .EMcmd, Riga und Oesel für die ^ Befreiung der alten jOrdenslande von ihrer Bedrängnis hat Mich tief gerührt. Ich danke Gott von Herzen, daß er Mich und Meine Armee das Wext* deug für diese Befreiung werden ließ und Mir die Möglichkeit gegeben hat, die Zukniff." der alten, durch deutsche Arberr geschaffenen! Lcmde aus eine sichere Olrundlage zu stellen. Die Bitte des Landes- rrcrkeS um Anschluß an das Deutsche Reich unter Meinem Szepter ^mrt> mit Wohlwollen begrüßt werden. Ich nehme sxe «als ein Zeichen des Vertrauens zrr Meiner Person und Meinem Hause mrd zu Deutschlands- Zukunft und spreche dem Landesrat Meinen kaiserlichen Dank dafür aus. Wilhelm I. R.
Zu Czernin» Rücktritt.
Wien, 15. April. (W.B.) -Meldung des Wiener K. K. Delv- ^rirphml- Üo nm p.ATÜievzburvaus. Die Blätter erfichren von untere «Lchteter Secke: Graf iEzernin hat in die Urschrift des Briefes Kaiser Karls an den Prinzen Sixtus voir Parma lZnsicht genommen. Die Urschrift steht vollständig im Einklang mit Her über ten Brief des Kaisers veröffentlichten Kundmachung) Amseres Ministeriums des Aeußeren vom 12. April. IN diesem «Schv i ftstint' ist weder ein Auftrag an den Prinzen Sixtus enthalten, den Brief Kaiser Karls irgendjemandem mckzu teilen, noch steht ein Wort über Belgien darin. D?r auf Elsasz-Lotl/rrngen bezügliche /Satz deckt sich vvllstÄcdig mit der vom MnfisteriuM des Aeußern veröffmttlichten Fassung.
Die Kriegsmndigkeit der Australier.
Berlin, 15. April. Die Stintmuitg der Australier Lst durchaus kriegsmüde. Ausnahmslos herrscht die Aussicht, daß der Krieg niemals mit einem Sieg Englands enden Wune. Die Australier sind ans die Engländer deshalb ^besonder- erbost, weil sich diese das ganze während vieler Monate unter ungeheuren Opfern eroberte Sommegelande Kn wenigen Tage nabnehmen ließen. Der Zorn hierüber ist bei ihnen deshalb so groß, weil in erster Linie es die Australier waren, die, wie gewöhnlich, so auch in der Dommeschlacht 1916 am schwersten bluten mußten.
Ein irreführendes englisches Weißbuch.
Berlin .15. April. iWTB. Amtlich.) Aus der englischen slZteffe witd der Worckaut eines englischen Weißbuches be- lannt, das sich mit bei Schiffsraum frage beschäftigt und fcobei Zahlen über die KciogSverlustx Md uatürlichrn Abgänge der enghidjen und der WettlMidelsslotte gibt und gegen diese Bcrlusb- paQlai fcnf 'ugange an SchiffsraMi aufrechnet. Die Verlustziffern, die hier -vum ersten Male amtlich in Bruttoregistertmrnen ange- j mHen werden, find nfiedernrn nicht einwandfrei. Der zwischen den ! hier oorlck-.' .Len ^bngalxur und den deutschen Berstnküngsziffern ' bestehende Unterschied eckvärt sich daraus, daß die cfitzlische Stati
stik von einer ganz '.ruderen Voraussetzung ansgeht als die deutsche. , Die deutsche Statistik gibt eine Zufammenireltung aller Verluste der feindlichen und der neutralen Handelsflotten, die durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte entstanden sind. Die eng- lische Statistik schließt denienigcm Teil des England zur Verfügung stfihenden Schiffsrau ins aus, der für militari s ch e Z w e ck e iu Fahrt gesetzt ist, melleicht unter Auslassung einiger geringfügiger Poslion. Dieser Teil des Schiffsraumes ist aber, wie bekannt, sehr evheblich. Außerdem muß die Einschätzung der Verluste, die gerade dieser Teck erleidet, berücksichfigt werden, daß er fast ausschließlich im Sperrgebiet fährt und infolgedessen den Angriffen deutscher Seestteitkräfte im höchsten Maße ausgesetzt ist. Die eng- lisckien Verlustziffern beziehen sich also iu der Hauptsackie nur auf die der bürgerlichen Versorgung dienenden Schiffsräume. Hierin liegt der Versuch einer erneuten Irreführung. Inwieweit die eug- lisckM Verlustangaben für diesen Teil der englischen und der Welthandelsflotte stimmen, kann deutscherseits nicht nachgeprüft werden, da unsere Seestteitkräfte nicht feststellen können, welche der versenkten Schiffe zu den von der englischen Statistik erfaßten oder zu den nick)t berücksichtigten Gruppen gehören.
Spanische Lieferungen in Frankreich.
Berlin, 15. April. (Priv.-Tel.) Das „Berl. Tageblattt^ meldet aus dem Haag: Zwiscl-en Amerika und Spanien ist ein Vertrag für spanische L i e f e r u n g e n in Frankreich abgeschlossen wordeir. Das spanische Eisenbahnmaterial wird von Amerika mit Lokomotiven und Güterwagen ergänzt, um den Transport zu erleichtern.
Drei fleischlose Tage in Italien.
Bern, 15. April, Nach Meldung des „Corriere della Sera" tritt laut Regierungserlasses zu den beiden fleischlosen Tagen in der Woche ein dritter hinzu.
Dentschfeindliche Kundgebungen in Prag.
Berlin, 16. April. Dem Lokalanzeiger wird aus Prag gemeldet, daß es dort am Sonntag zu großen deutschfeindlichen Demonstrationen gekommen ist. Teile der Demonstranten zogen unter Hochrufen auf Masarhk, ClemencSau und Wilson vor das deutsche Haus, wo sie mit drohend erhobenen Fänsüen und Stöcken HeH- lieder s an-gen.
. Der Seekrstg. ,
Nene U-Voot-Erfolge.
Berlin, 15. April. (Amtlich.) Im Sperrgebiet des mittleren Mittelmeers versenkten deutsche und österreichisch-ungarische U-Boote sechs Dampfer, die in gesicherten Geleitszügen fuhren, und zwei Segler, zusammen mindestens 25 000 Br.-R.-T.
Der Chef des Wmiralstabs der Marine.
m dem Reiche.
Die Aiffgatzen des ReickMags.
' Berlin, 16. April. An den Re ichs tag, der sich nach längerer Pause wieder heute versammelt, treten, wie die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt, wichtige Aufgaben auf dem Gebiete der Kriegswirtschaft und der Sozialpolitik heran. Den Auftakt zu einer lvcitausgreifenden Beratung auf dem Gebiet der Bevölkerungspolitik bildet die Vorlage eines bezüglichen Gesetzentwurfes. Im Mittelpunkt der Erörterung über die Finanzpolitik werden die neuen Steuervorlagen stehen, die früher oder später kommen müssen. Schließlich wird der 'Reichstag sich mit der kleinen Reichstagsreform befassen, die einige großstädtische Wahlkreise zu einem Wahlkreisg^biet vereinigt und für dieses unter Vermehrung der Abgeordnetenzahl die Verhältniswahl einsühren will. Mit diesem Gesetzentwurf erscheint auf der Tagesordnung das große, heißumstrittene Thema der inneren parlamentarischen Reformen, in dessen Behandlung nächst dem der Kriegs- urch Friedensziele Besorrnenheit und Ruhe, am meisten not tut.
Wie das B. T. meldet, sind die F ü h r e r d e r R e i ch s- tagsparteien für Dienstag abend zum Staatssekretär des Aeußern Exzellenz v. Kühlmann zu einer Besprechung eingeladen.
Aus Hessen.
Die Grrtchttmg billiger Wohnungen.
Ter Vorsitzende des Ernst-Ludwig-Vereins (hessischer Zentralverein für Errichtung billiger Wohnungen) hat i. Ä. an Grvßh. Ministerium des Innern eine Eingabe gerichtet, der wir folgendes entnehmen:
Die Verhältnisse auf dem WvhnMgsmarkt haben inzwischen eine Gestaltung angenmnmen, die es in dringlichster Weise not- ! wendig macht, sobald als möglich mtt der Errichtung von Woh- Nungsbauten zu beginnen. Demgemäß erlauben tvir uns,, im Anschluß an unsere früheren Eingaben auf folgendes hckrzuweisen:
1. Wegen der Beschaffimg von Baumaterialien sind! in unserem wirtschastlich-chexhnischen Ausschuß berecks eine Reihe von Vorschlägen gemacht worden, die Hvl)em Ministerium bekannt sein dürften. Neben der Herstellung der erforderlichen Bansteine ist die Beschaffung von Holz eine der wichtigsten Aufgaben. Ter unserem Vorstand als Mitglied crngehürige Herr Kammerpräsident Und Oberbürgermeister Köhler^Morms hat bereits diesbezügliche Anträge in der Zweiten Kammer gestellt, die u. W. daselbst auch Arm ah me gefunden haben. Wir gestatten rms die Anfrage, ob und inwieweft auf Bereitstellung staatlick»en Holzes ftrr die Zwecke der ErrichtMd von Kleirrwohnungen gerechnet werden darf. Es werden im er,ten Bmrjahr, sofern dem Bedarf einigermaßen genügt werderr sock, in .Hessen 5—6000 Wohnungen z-u schaffen sein. Und da im Durchschnitt für die Kleinwohmmg, bestehend etwa aus 3 Zimmern Md Küche, eine Holzmengc von 12—14 Kbm. erforderlich ist, so Niürde eine Holzmenge von 70—80 000 Kbm. hierzu erforderlich sein, welche wenigstens zum größten Teil aus staatlichen Forsten oder durch Vermittlimg des Staats von anderer Seite zu besck-affen sein würde.
■ Ausschlaggebend für eine rationelle Bauweise bleibt aller-, dings dex Preis ftir die Rohmaterialien. Wir gestatten Ms, darau hinzuweisen, daß die preußischen .Herren Minister der öffentlichenj Arbeiten rmd fitr Landnüttschaft in einem Erlaße die Lieferungj von Bauholz Dl gemeinnützige Banvereine zu mäßigen Preisen zugesagt haben. Nack) unserer ÄlussassMg wäre es im Interesse der Verbcklignng des Baues notwendig, bei der Preisbemessung die Verhältnisse vor dem Kriege zu grMde zu legen, wobei wir selbstverständlich in ersM Linie an die BelieferMg gemeiMütziger Banvereine denken.
2. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Berettstellniig her erfvrderlickM Geldmittel, in welcher Rickfiung sich die von der Ersten Kammer der Stände tgld von unserem Vorstandsmitglied Bürgenrnister Wliegand in Heppenheim in der Zweiten Ständekammer gestellten nno emfümmig Di-genivmtmenen Anträge beweg-en. NackHem in Preußen ein Bürgschaftsgesetz bereits Annahme gefunden hat und in anderen Bundesstaaten ähnliche Gesetze zur Berattmg stxhcn, gestatten wir Ms ganz ergebenst zu bitten, auch jemn Anträgen gütigst entsprechen zu wollen.
3. In Preußen sind, tvü bekannt, außer der Bürgschifts^ überrvahnre in Höhe von 150 Millionen Mark noch 20 Millionen Mark bereitgesteckt worden, um dannt eine Beteckignng des Staates M gemeinnützigen Bauvereinen zu ermögff.hen. Wir würden es für se'hr wünscheMvert halten, wenn dieser Vorgang auch in Hessen
Nachachtimg ftuden würde. Tie Bereitsteckung von 1 Million Mark zu diesem Zwecke würrde eine außerordentliche Förderung für die Bauveveine bedeutm.
4. Es muß ferner damit gerechnet nrerden, daß trotz aller Dif Verbilligung des Bauens gerichteten Maßnahmen die Baukosten gegenüber den Preisen vor dem Kriege noch immer wesentlich höl>er ein werden, so daß die minderbeinittelte Bevölkerung nicht in - >cu Hage sein wird, die daraus'sich ergebenden Mieten aufzubringen. Hier' kaM u. E. nur geholfen werden, wenn aus öffentlichen Mitteln Darlehen gegen geringe Tilgung gewährt werden und Beteiligung des Staates an den gemeinnützigen Vereinen durch Ltammanteile stattftndet.
Der Lhes des Selöjauft' tsrocfcns über Verluste und verWUNdungen während der gegenwärtigenGffenstoe.
Berlin, 14. April. Ein Vertreter des WTB. an der Front hatte heute Gelegenheck, dem Chef des Feldsamtätswesens, Exzellenz von Schjerning, der gerade die vorderen Lazarette der im Kampf stehenden Armeen besuchte, folgende Fragen vor- zulegen:
1. Haben Euer Exzeckenz die Nachrichten in der Auslmlds- presse ülier mfiere angeblich schiveren Verluste während der letztett Kämpfe gelesen?
Antwott: Ich habe selbstverstirndlich auch von diesen Alarm- Nachrichten Nottz gerwmmen. Sie ftnden sich ja geflissentlich übcr> all verbreitet, zweisellos um unsere Heimat zu beimrrchigen.
2. Haben Euer Exzellenz schon nähere Angaben über dv Ver w sendeten z a hl en?
Antwott: Soweit es die Verhälttfisse irgend zulassen, wird mh täglich von allen Aumreeärzlen über die Zahl und Art der zu- gehenden Verwundeten berichtet. Wemr ich auch nicht in der Lage bin, Ihnen absolute Zahlen geben zu köMen, so halte ich mich doch für befugt. Ihnen.gegenüber herv,orzuheben, daß trotz der außcr- vrdentlick-en Ausdehnung des ^tzampfgeoieles die Verluste keineswegs die früheren der iveniger Di.sgedehnten Kampfhandlungai. übettreffen. Auch sind die Llerzte überrascht, wie außergewöhnlich gering die Zahl der schiverer Verwundeten ist.
3. Können Euer Exzillenz über das Verhälttris der leickfier Verwmrdeten zu den sch.verer Verwundeten mir nähere Auskunft geben? Es wäre doch für di/ Heimat besonders wichttg, gerade aus dem Munde Euer Exzellenz Näheres zn erfahren. Antwort: Fch habe jetzt alle größeren Lazarette bei ben känipfenden A-rmeetn besucht und kann versichern, daß ich freudig überrascht war, unter dei^ Verwundeten in der Tat so außergewöhnlich viel Leickü^ Verwnirdete zu finden. Mehr als 50a/o aller Vtwwnndeten lvarenj marschfähig. Hiermit in UeberviwstiMinung befindet sich die Tat- ache, daß aus dar Lazaretten und Krankenstellen hinter der Front in täglich Zunehmender Zahl im Beginn der Kämpfe Bettvundets ihren Truppentecken schon inieder zugeftrhrt werden können.
Die üneistzen anderen VerwMdeten sind tcmcsportfähig urid kneten Musificht ans baldige und völlige Wiederherstellung. Nur wemge Prozent sind wirklich Schwerverivu-ndete.
4. Wie erklären Euer Exzellenz dieses anffend günstige Verhältnis?
Anllvvtt: Wir haben eben außerordentlich wenig schwere Ar- tillerieverletznngen. Es überwisgen die Münden durch Maschinengewehr und' Jnsanteriegewehr. Jnsivlgedefien ist mich der in früheren Kämpfen als Wündkraukheit häufiger bcoback^dete „Gasbrand" Drf verschwindende Einzelfälle beschränkt geblieben.
Gin gehäuftes Mcstreten dieser KvMkheit hätte uns jedoch ärztlich ebenfälts vorbereitet gefirndOr, da es inzwischen der Heeresverwaltting rm 'Verein mck deutscher GeLehrten gelungen ist, enr wirksames Serum zu finden, von dein wir gleichen Erfolg wie von dem Serum gegen den WundstarrkrDwpf erhoffen.
5. Wie verhält es sich sonst mit dem Gesundheitszustand au der Front?
Änttvott: Auch hierüber kann ich Ihnen eine durchaus beruhigende MitteckMg machen. Tank der planmäßig ans die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten gelichteten Einrichtungen steht unsere Schlachtfrvnt im Westen da unberühtt voü Seuchen: deö Gesundheitszustand ist ausgezeichiret.
Ars§ Stc^vt rrnd Land.
Gießen, den 16. April 1918.
** Am tlich e Personal Nachrichten. In den Ruhestand versetzt wurde der Unterassistent in der .Hessisch- Preußischen Eisenbahngemeinschaft Heinrich Ludwig zu Nidda vom 1. Mai b\ I. ab.
** Auszeichnung. Ersatz-Reservist Karl Schwalb wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet
** Schwesternspende. Wie uns mitgeteckt wird, war das Ergebnis der Sammlung für die „Schwestern- spende" in Gieherc 6999,55Märk utrd in den Lairdgenwinden 6665,95 Mark, so daß die Gesarnternnahme 13 655HO Döark betrug. Der Deutsche Fraueiwerein vom Roten ^tzreuz für die Kolonien, Älbteilung Gießen, und der Atice-Frauenver- ein, Abteilung Gießen, danken Gebern urrd.Geberinnen hcrz- lichst für die Spenden.
** Oberhessischer Kunst verein. Die Ausstellung über Kleinwohnungen erfreut sich eines guten Besuches, kann jedoch itux bis Ende dieser Woche ausgestellt bleiben. Es sei darauf hingewiesen, daß die Msstellung jeden Vor- mittcw, Mittwoch auch nachmittags von 3—5 Uhr, geöffnet ist.
** In den Schwarz--W e iß - Li ch tspielen, Sel- tersweg 81, tritt von heute ab Mvgeirs Enger in seitreni neuesten Film „Der Giftbechett' aus. Außerdem ivird das Lustspiel „Fcmillie Streusand" gegeben. Siehe Anzeige.
** Lichtspielhaus, Bahnhofftrahe 34. Das große Aufklarungswerk „Die Geißel der Menschheit' gelangt von heule ab zur Auffichrunq. Siehe Anzeige.
Landkreis Gießen.
L. Hattenrod, 15. 9lpril. UTttcroffizier Heckrr. Graulich wurde zLnn Bizefeldwebel befördert.
Kreis Büdinaen.
G Büdingen, 15. April. Zum Bizefeldwebel befördert wurde der Sergsant Schlegel. — Ni ede r - M ock st a d t. Das Hessische Kriegsehrenzsichen, früh.w die Hess. Tapflnkeits- medaicke, erhielt der Gel recke Adolf Bauer. — Lindheim. Nach ttlrzer Kvankheck starb in Feindes! cord der Telegraphist Heinrich Spittler, --i Tauernheim. Das Eiserne .Kr!-'rz erhielt der Musketier Katt Wagner — Langenberghei m Tie Hesfischie Tapferkecksmeda ille, früher das Eiserne Kreuz, erhielt der Gardist Karl Weingärtner, das Eiserne Kreuz, früher die Hessische Tapserckecksmevifi 1 Ie, erhielt der Kanonier .Heinrich ?ldolf Breidenhach. — Nidda. Tie Höbeve Bürgerschule besuchen jetzt 152 Schüler, 42 sind neu eingetreten, davoir sind 21 aus Nidda und 21 von au-swätts. — Unter- Schmitten. Das Hessische Kriegsehrenzeickieir erhielt der Lehrer sttudolf L e h m e r. *
4- Lrßbarg, 15. April. Im Wilsten fiel am 23. März Adolf- Mann, Jühaber des Eisernen lenzes und der Hes- sischeir Dapferkecksmedackle.
4- Ortenberg, 15. April. Als neues Opfer uirferer Gemeinde fiel der Gardist .Hemrich Gockf cha, lJnliaber des Eisern rir Kreuzes. — Das Eiserne Kckeuz erhielt Karl Langendorf. Ter Vater und feinte 2 Söhne sind iram Jnl-aber dieser Llus- zeijchnung.
4- Usenborn, 15. Llpril. Den Heldentod fürs Vaterland starb Leutnant Rrchlard Lucius. Dcnnck ist bereits der dttttt Sohn des verstorbenen Pfarrers Lucius auf denr Felde der^Ehre gefallen.
Kreis S-ckiotleu.
4t Schotten, 15. April. Den Heldentod starb hei einem Sturmangriff der Gardist Georg.Henrich. — Se l 1 n r o d. Nach schwerer Vcrivundung starb fürs Vaterland der Pionier WUlulm Müller, Inhaber des Äsernen Ztzveuzes und der' HessrichM


