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eneral-Anzeiger fir Oberhesjen

Heue große Erfolge südlich und nördlich von AmenMes.

Eine Rede Lloyd Georges. VeMrMen mit Rumänien vereinigt.

Großes Hauptquartier, 10. April.

(WTB.)

(Amtlirh.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Zwischen Aruvenlisres und dem La Basse-e-Kanal griffen wir nach starker Feuervorbeteittmg durch Artillerie und Minenwerftr englische und portugiesische Stellungen an und vlchmen die ersten feindlichen Linien. Wir machten ca. (»000 Mann zu Gefangenen und erbeuteten etwa 100 Geschütze.

Mr -er Schlachtfront eniwickelten sich zu neiden Seiten der Ssrmne hestM Artilleriekümpfe und erfolgreiche Jnfan- teriegeftchte. . . . ^ . s .

Mlf dem Südufrr der Oise warfen wir den Femd auch Plüschen Folembray und Brarwourt über den OiseAisne- Kanal zurück.

Osten.

Finnland. Unsere in Hängst gelandeten Truppen haben nach kurzem Kampf mit bewaffneten Banden den Bahnhof Karls besetzt. o ^

Ukraine. Charkow wurde nach 5Mmpf am 8. Apr,l ge­nommen.

Der Erste Generalquartternlkllter Lndendorff.

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$er -rvendbericht.

Berlin. 10. April, abends. (WTB. Amtlich-

Nördlich von ArmentiereS find mir in die eng- lijchen Linien beiderseits von W aasten (Warneton­ei ng^d run gen. Zwischen Armentieres und Estaires haben wir an melfreren Stellen die Lys überschritten.

desschrecklichen Weltkrieges", wie Lloyd George sich heute ausdrückt, so weit den Mund aufgerissen haben, nicht das geringste verstehen. John Bull liegt jetzt auf dem Operationstisch, und Lloyd George wie sem Vor­gänger im Amte stehen wie geängstete, hilflose Fa­milienangehörige im Vorranm, um abznwarten, ob dtrs Leben des Patienten und mit ihmdie Freiheit Europas" noch gerettet werden kann.

Großes ist Wieder in den beiden letzten Tagen ans dem Kanrpffelde im Westen geschehen. Nachdem südlich der Oise die Flügelstellung unserer Hanptan griffsfront erheblich ver­bessert worden war, haben Hindenbnrg und Lndendorff auch das nördliche -Angriffsselb erweitert. Zuerst südlich von Armventioves, wvber die englischen nnd portugiesischen Stel- lnngen eingedrückt und 6000 Gefangene gemacht wurden. Und dann auch, was toir cms denr kurzen, aber außerordent­lich klangvollen Abendbericht der Heeresleitung erfahren, nördlich von Armentiäres. Die neuen Schläge, die auf die Aufstellungen Fachs verwirrend wirken müssen, wurden also in eirrer Ansdehirrnng von 30 bis 40 Kilometer geführt. Man kann kaum Voraussagen, w-o in berrt rmchsten Tagen die Hanptentscheidnngen fallen werden., ob im bisheriger: Angrifföramrr vor Amiens, oder bei Armentiöres, wo die englischen rückwärtigen Verbindnngerr bereits stark ge­fährdet erscheinen. Denn indem unsere Truppen zwischen Arm-entiöres mcd Estaires die Lys überschritten haben, ist ihr Angriff in einer Tiefe von über 10 Kilometer vorlvärts gedrungen, und dch» von den Engländern besetzte Armen­tieres ist im Westen fast schon umgangen. Wre weit die deutschen Angreifer beiderseits von Warne ton anch die Stel­lung der Engländer bei Ipern erschüttern werden, kann vielleicht schon der nächste Tag offenbaren. Hiirdenbnrg hat ans langen Frontabschnitten in siegreicher Lage eine Fülle von Möglichkeiten für sich, während Foch nnd Haig schwerlich wissen, wo sie ein und ans sollen.

Ganz so schlecht und düster sah die Lage für die Entente - noch nicht aus, als am Dienstag Lloyd George im eng­lischen Unterhaus über die Kriegslage und die neue Heeres­vorlage sprach, die bekanntlich das wehrpflichtige Dienstalter auf 50 Jahre hinauffetzt und die Wehrpflicht auch auf Irland M^d-rhnt. Die Rede des alten Eisenfressers, die lvir nachstehend ausführlich wiedergeben, ist von Anfang bis Au Ende ein Zeugnis für die sich regcnl.de Ver-zweiflnng in England. Die strategi­schen Aufklärungen Lloyd Georges sind wirklich nicht geeig­net, in England beruhigend zu wirken. Er erklärt ja aiuf) selbst, den Ernst der Lage nicht zu unterschätzen. Ueberallhin hat er sich nach Hilfe umgetan. Werden die von den ent­ferntesten Teileu des britischen Reiches und von Amerika in Aussicht gestellten Hilfstrnppen aber auch noch rechtzeitig Eintreffen? Das ist die große, dunkle Frage, die weder Lloyd George noch Asguith beantworten konnten. Asquith sprach rwch alarmierender als Lloyd George. Er erklärte, die Sache der Verbündeten seiniemals so ernstlich gefährdet gewesen", nnd nur durch die höchsten Anspannungen aller Kräfte sei sie zu retten.

Jetzt wird es deutlich und Helle, in welch großein Irr­tum Sir Edward Grey befangen gewesen war, als er bei Be­ginn des Krieges^seine Politik damit rechtfertigte, daß Eng­land bei seiner Teilnahme am Kriege nicht mehr zu leiden haben würde als bei seiner Neutralität! Die ganzen politi­schen Rechnungen der Londoner Staatsmänner sind in nichts zerronnen, und alles hängt jetzt von den nackten militärischen Dingen ab, von denen diejenigen, die für die Fortführung

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien 10 April. (WTV.) Amtlich wird uerlauttzart:

Im Mmdnngsgebiet des Piave scheiterten italienische Stotztruppsrmternehmen.

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Der türkische Bericht.

vom 9. April.

Pal ästinafront: Swtlenweise PawouNcn- und Hmw- avcmotenkämpü, in welche anch die beiderseitigen ArMerien em- g-riffen Kan ka sus front: Tie gestern bei Wan geschlagei'.Qr Bandetr werden in östlicher Richtung verfolg!:. In Wa-r erbeulcken wir Maschinengewehre, viele Fahrzeuge. Mdunwon. und, Verple- gungsvorräle. In neuen erfolgreichen K'ämrisen bahnen sich unsere Truppen ihren Weg imch Kars. Gegenüber Saturn ut das Knie des Chorekfln sses überschrüden. Mts den Vorstellungen der Festung wurden d-re Banden vertrieben. Ans den übrigen: Fron­den niäKs Neues.

Ein neuer Schlag in dei großen Uingrn an öer Westfront.

Berlin, 10. April. Ueberrasch-eitd brachen am 9. Aprnl deutsche Divisionen nach sorgsamer Vorbereitung in nrehr als 15 Kilometer Breite vor. Zw-ei portugiesische, enrgerahmt von zwei englischen Divisionen, standen den Deutschen fron­tal gegenüber. Eine tveitere englische Division stand in Reserve. Wohl niernarib hatte gerade hier in dem äußerst ungünstigen Gelände südlich Arnrentiäres einer: Vorstoß er­wartet. Die große, sumpfige Wiesemriedernng ist von vielen Efeinett Bächen, Gräben, Hecken und Weidengestrüpp durch- zpgert. Verstreut liegen zahlreiche Dörfer nnd Gehöfte. Das Gelände ist zu dieser Jahreszeit vielerorts überschweinmk. Die Einbrruhsstelle wird im Norden durch die Lys, im Westen durch die Latve, im Südwesten durch den la Bassee-Kanal begrenzt. Die Lüne reicht bis zn dem nnfchließertden flan­drischen Hügeln, aus denen im Norderr wie eine Warte der bekatrnte Kemmekberg emporragt. Er beherrscht die ganze Gegend bis Ipern. Weithin sichtbar throart auf den Höhen vm'r Godewartsvelde das Trappistenkloster.

An den feindlichen Steklnngeri war seit drei Jahren gearbeitet worden. In letzter Zeit wurden neue rücktvörtige Linien westlich Armentieres ansgebant. Dem Verteidiger bietet das Kanrpfseld außerordentliche Vorveile. Nur zu­sammengefaßtes Artilleriefeuer konnte die vie-lon Kunst­bauten, die allerdings des nassen Bodens wegerr überirdisch angelegt waren, sturmreif machen. Die O-eheinchaltnng jeder Dorbeveilnng war auch lster tviederunr gläiMnd gelungen. Um 4 Uhr 30 Min. nrorgens beganri die ArtMeriebeschie- ßung und Vergasung dec feitrdlichen Stellnrrgen und Batte­rien. Der dichte Nebel begünstigte das Gasschießen, verhin­derte dagegen die Aufklärung in cd Unterstützung durch Flie­ger. Um 8 Uhr 45 Mn. vorcnittags trat die Infanterie znnc Sturm an. Bereits ,nach Zwei Stunden waren die ersten Grabenliniecc gerromnrerr. Mt bewUrrdernswerter Energie uird Schnelligkeit folgte der Infanterie ans dem Fnße die gesamte Artlllerie, obwohl ifjx irr dem oben be- schriebenen Gelärcde große Schwierigkeiten erwuchsen. Harte Känchfe entspannen sich um die Uebergänge. Die Feindver- lnste waren anßevordecrtlich blutig. Die deutschen Verluste blieben infolge des dichten Nebels uird der völlig geglückten Ueberraschcrng ebenso gering wie am 21. März.

i. Köln, 11. April. Zum Einbruch zwischen Armecrtiöres und La-Basse-Kanal meldet die Köln. Ztg. von der Westfront:

Unser gestriger Vorstoß erfolgte in rund 20 Kilometer Breite und brachte uns schon am ersten Tage etwa 8 Kilo­meter lveit vorlvärts. Die Sorgfalt, der Schneid der Ans- führnng, die das erwirkt haben, sind wiederum betvunde- rungslvürdig gewesen. Der Angriff begann frich 4 Uhr 45 Min. wieder mit Artillerievorberei turrgen auf die sorg­fältig erkundeten feindlichen Batteriestellungerc und oann die feindlichen Gräben. Wieder gelang es, die feindliche Artillerie vor dem Begicrn des Angriffs in großen Teilecr der Fwut fast völlig ausznscha lten, so daß die Verluste unserer stürmenden Infante­rie ebenso gericcg blieben wie 3 Tage vorher beim An­griffe sicdlich der Aisne. Wieder herrschte em starker Nebel, als um 8 Uhr 45 Mn. unsere Infanterie auf dec ganzen

Linie Losbrach. Was sie gestern in ungestümen Vordringen, trotz des schlimucen Geländes geleistet hat, steht wcederunc mit in der allerersten Reihe in diesem Feldzug. Ein mir bekannter höherer Offizier der Obersten Heeresleillulg stellte es sogar an die Sprtze von allein, was er überhaupt bis-- her kennen gelernt hat. ^

Englischer Bericht

vom 9. April morgens: Nach scharfer Beschießung imserer StA- lungen vom La Bassee-Kanal bis in die Gegend von ArmcnNmes griffen starke feindtiche Kräfte die britischen mrd portugieirschen.' Truppen, die düsen Llbschnitt unserer Front hielten, an. Von drch- tem Nebel begünstigt, der eine Bcobachtring unmöglich machte, gelang es dem FeiTtde, sich einen Weg in die alliierten Stellungen bei Neuve Cha pelle, Vangnissart und Laeordon- nerie Ferme zn bahnen. Nach einem heftigen, den ganz«: Tag andaicernden Gefecht gelang es dem Feftcde, die pntugresc- schen Truppen :md die britischer Truppen an den Flanken der Front am L y s f l u s s e zwischen Estaires nnd St., Mmrx zur ü ck - zu drängen. Wir halten mrscre Stellungerr auf beiden Flankeu bei Givenchh rmd Fleurbain. Bei de-.r beiden letzten Ortschatten heftige Käinpse: der Feind trmrde znrückgeschtagen. Rrche-- b o u r g - S t. - B a a st nnd L a v e n t j e wurdeil. vom Feinde ge­trommen. Die schrveren Kämpfe an dieser ganzen Front dauern an. Südlich von Arras fanden am Tage an der britischen Front nur kleinere Gefechte statt, in denon wir einige Gefangene machten.

Poittcare n der Front.

Paris, 9. April. <WTB.) Meldrcng ker Agerrce Havas. P o i n c a r e besuchte gestern die in der Gegend vvrr L a F»a - i a i f e kämpfendeic Drvftionen.

Ein Darlehen an die lttraine.

Budapest, 9. April. (WTB.) WieAz Ujsag" meldet, werden demnächst die Banken der B rerbun d m ächte der Ukraine ein größeres Darlehen gewähren. Das Darlehen wird von derrtscherr nrrd österreichisch-ungarischen, vielleicht anch Von bulgarischen nnd türkischen Banken flüssig gemacht. Die Höhe des Darlehens soll 50 bis 60 Millionen Rubel betragerr, wovorc Oesterreich-Ungarn 25 Millivnor ülrorrcehlnen wird.

rlsqd George über die Kriegslage und das Äarmschaftsersatzgesetz.

London, 9. dlpril. (MTB.) Meldung des Reuterschen Bu- rsarrs. Lloyd George hielt heute im Unterhause die erwartete lange Rede irbcr die Lage an der Westfront und über Manuschaftsersatzvorschlage der Regierimg. Lloyd George sagte: Wir sind jetzt in die kritischste Phase dieses schrecklichen Krieges gekommen. Das 'Schicksal des Reiches, Europas, der Fr«bei: der ganzen Welt hängt von dem Erfolge ab, mit dem \viz den allerletzten dieser Angriffe Widerstand leisten nnd ihn -emagtren. Tie Vorschläge der Regieruarg verlangen die äußersten. Opfer sei­tens breiter Klassen der Bevölkerung. Nichts wirrde sie recht statt--, gen, als die äußerste Notwendigkeit und Tatsache, daß wir für alles känrpfen, was da§ Wesentliche und das Heiligsü unseres mrtionalen Lebens ausnracht. Lloyd Gebirge beschäftige sich dann mit den Umständen, die zu der gegenwärtigen ncilitärischnr Lage geftihrt haben, und sagte: Trotz der schweren Verluste im Jahre 1917 >oar unsere Aruree in Frankreich am l. Jamurr 1918 be­trächtlich stärker als am 1. Januar .1917. Bis Oktober oder /No­vember 1917 verhielt sich die Kampfstärke der Teutschnr zu der der Alliierten wie 2:3. Dann kam der Zusacnmacbrivh in Rußland. Obwohl eine sehr beträchtliche Anzahl deutscher Divisionen vom Osten ^nrch dem Westen gebracht wurden, und trotz einer öfter- reichischen Unterstützung war, als die Schlacht begann, die Karnps- kraft der gesamten deutsche:: Armee an der Meschent rächt gmiz gleich der Gesamtkampfftärke der Miierten. An Jirsanterie waren die Deutschen schon ein wenig schvächcr imb ^veifellos schwächer in der Lust. Die Deutschen Hutten nrdessen einen oder zwei große Vorteile. Sie hatten den Anfangsvorteil des Angreifers, w»- ten, wo sie a-ngreifeic ivollten, sie kannten Ausdehnung nrü> Zeit des Angriffs. Wilson war zu dem Schluß gekommen, daß der Angriff südlich iArras auf einer sehr breiten -Foant nnd iwit nmMähr 95 Divisionen erfolgm würde, und daß die Dentschm versuchen würden, britischen Linien zn durchbrechen. Dieses Voraus­sagen der Absichten des Feindes war eine der bemerkeEoertestvr Prophezeiungen, die je vorgrköunnen sind. Ter Feind dritte corch Vorteile des einheillichen LJberblffa'W bmb trvck^uS, mRigcsl Wetter. Zu einer Zeit war Lage krittsch. Ter Fe«cL> dräckZ zwischen nns-erer dritten cmd fünften Armee durch, aber durch das glänzende Verhalten unserer Truppen wurde Lage wüdcicher- gestellr. Unsere Truppe: i zogen sich in vvllkomnccner Ordirung zurück, stellten die Verbindung z irisch^: den beiden Armeen wieder !)er und vereitelten die Absichten des Feindes. Wieder einmal hat der Mut des englischen 'Soldaten, der vmr einer Nüderlagc nichts nnsstn ivollte, Guwpa .gerettet. (Beifall.) Weiter stvgtt Lloyd George, er beziehe sich auf alle Ucnstnnde, welch: dem Ä zug der fünften .Armee herbeigeführt hätten, solvcit sie bekamt seien.

Das Kriegskabinett habe es für -notwendig gehccküic, 6>«rcva1 Gough vom Felddünst zurückzuberufen, bis die Taksacken ge prüft und der Regiericng durch ihre ncilitstrischen Berater vor« gelegt nwrdeir seien. Weiter zollte Lloyd George namee An­erkennung der Schnelligkeit, mit lvelchw französische Resewsv eingegriffen hätten. Das war eines der bmwrkenöwvrüstrn Er-

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