Die Stimmung -er Truppen im Westen.
Berlin, 2 April. (WTB.) Die siegesfrohe und zuversichtliche Stimmung der deutschen Truppen hat unter dem am 27. eingetretenen W i t t e r u n a s u m sch l a g, der kaltes und stürmisches Regenwetter brachte, nicht gelitten. Gegen Nässe und Kälte schützen sie die erbeuteten ungeheuren Vorräte an englischen Mänteln, Jacken und Zelten, während die reichen vorgefimdenen Lebensmittel, die überall in großen englischen Armeedepots aufgestapelt waren, die Verpflegung auf das vorteilhafteste ergänzen. Diese unerwartet reiche Beute an Lebensmitteln läßt die Truppe zum Teil völlig wie aus dem Lande leben, so daß die eigenen Borräte für spätere Zeit gespart werden können.
Zerstörungen der Artillerie.
Berlin, 2. April. (WTB.) Tie Bahnhöfe von Com- piögne und Soisfons sowie die Unterkünfte in der dortigen Gegend wurden ausgiebig mit Bomben belegt. Ter Bahnhof Eompiogne selbst und die Bahn Clermont — Amiens liegen dauernd unter deni schweren derüschen Fernfeuer.
Die Kathedrale von Noyon, von den Franzosen, in Brand geschossen, steht in Hellen Flammen Nach der Zerstörung der Kathedrale von St. Quentin und der im französi- tchen Feuer dauernd ^rnehmenden Beschädigung der Martins-- kirche in Laon ivird uuu'a Uch diese altehrwirrdige Kirche das Opfer französischer Gvmmten.
,Am 1 . April versuchte der Feind zwischen Montdidier und der Matz wiederholt in dichten Massen zum Angriff vorzugehen. Rechtzeitig einsetzendes (deutsches Vernichtungsfeuer hielt 'sine Infanterie kurz nach dem Verlassen ihrer Ausgangsstellung nieder und zlvrnrg die aus der Straße vvrfcchrenden feinbfirfycnl Panzerwagen zu schleuniger Umkehr. Ein gegen 7 Uhr abends wiederholter feindlicher Llngrifs wurde unter besonders starken Feürdverlusteic abgewiesen.
Tie Festung Boulogne wurde von deutschen Flugzcug- geschwader ausgiebig rnit Bomben belegt. -.In der Gegend von Oberes brachte ein deutscher Jagdflieger Wnf feirrdliche Fessel- txrllone innerhalb zehn Minuten brennend zum Absturz.
Irrst sämtliche bisher in die Große Schlacht im Westen geworfenen englischen Divisionen *— es sind bereits über 40 — haben stark vermischte Verbände. Ohne Rücksicht auf ihre Zu- gehörignät zu Bataillonen, Brigaden nsw. werden aus den Tivi- swnsresten eiligst neue (Formationen zusammengestellt, zu deren Verstärkung bereits Ne krntendepols ännd Arbeiter- formationen herhalten müssen.
Seit der neuen Kriegserklärung von Versailles brach auch neues Elend über Frankreich herein. Täglich sinken Städte, Dörfer und Ortschaften mit historischen Bcntten im Granat- teuer englischer und fvanzösischer Geschütze zusammen. Ein bliihen- des, bisher vom .Kriege verschontes Land lernt die Schrecken des .Krieges kennen. Zu den tausenden Menschenleben, die bisher dem Geschützseiler der Entente zum Opfer fielen, gesellten sich Hnriderte neuer Opfer. Bon den Engländern in rücksichtsloser Hast evakuiert flüchten bmweinwärts Frauen, Kinder, Greise, deren Wolmstatten britische Bundesgeiwssen plündern und zerstören. Auf dem Schlachtfeld aber müssen Frankreichs letzte Jahrgänge für englische Zwecke verbluten. ^
Die Franzosen wüten gegen die eigenen Städte.
Ber 1 in, 2. April. (WTB.) Tie Beschießung Laons seitens fc« Franzosen hält eit. Seit dem 31. März abends bis zum 1. April rvnuittags erhielt die Stadt allein weit über 300 Schuß schweren Kalibers. Die MartinSkirckie ist bereits stark beschädigt. Die Siim- ntung der fvairzösffchen Einwohnerschaft, die täglich durch die Ge- 'cholie ihrer Landsleute schwer zu leiden hat, ist verzweifelt.
Znr Beschießung von Laon.
Berlin, 2. April. (WTB.) Tie Franzosen ergingen sich we- lgen des beklagenswerten Zufallstreffers auf eine Kirche in der 'Festung Paris in maßlosen Beschimpfungen der Deutschen. Sic glaubten in .diesem reinen Zufall ein willkommenes Propaganda^ thema gefunden z-u haben. Am Ostermontag beschädigten sie bei der Fortsetzung der Beschießung der nur neun Kilometer hinter der -eutschw, Front liegeirden Stadt Laon mit über 300 schweren 0-ranaten erneut 'die M a r t i n s k i r ch e und verschiedene Stadtviertel schwer. Ein TrauerzNg von vielen Personen, die einen Mitbürger .zur letzten Ruhe begleiteten, wurde vor der .Kirche von den verderbenbringenden Geschossen der eigenen französischen Lands- Leute getroffen. Sie richteten ein grauenvolles Blutbad an. Elf Leidtragende stürzten tot nieder, vier weitere französische Bürger wurden schwer verwundet. Tiefe Tat vermehrt weiter die Todesfälle, die sich infolge der wiederholten Beschießungen französischer und bckgischer Städte aus englischen und französischen Geschützen bereits zu vielen Tausenden steigerten. Tie Besch iesmug des Lichen- zuges von Laon 'durch die Franzosen ist ein würdiges Gegenstück zur Beschießung der Ostender Kirche durch die Engländer.
Au- Paris.
Berlin, 2. April. In der Festung Paris herrscht infolge t>er fortgesetzten Beschießung durch das weittragende Geschütz hnllose Verwirrung, die einer Panik gleichkommt. Tie Bachihöft und Tvansportanstalten werden von Menschen gestürmt, die die Stadt verlassen wollen. Tie Regierung will und kann aber den Wünschen des Publikums nicht entsprechen, da es an den nötigen Transportmitteln fehlt.
Foch bürgt für Amiens.
Paris, 1. April. (WTB.) Reutermeldung. Unterstaatssekretär Abrami teilte in den Wandelgängen der Kammer mit, General Foch habe erklärt, es sei jetzt wegen Amiens nichts mehr zu fürchten. Er sei bereit, für Ami-errS zu bürgen.
Erhöhung dcr Dienstaltcrsgrenze in England.
Amsterdam, 2. April. MTV.) Wie ein hiesiges Blatt auS London erfährt, teilen die „Times" mir, daß das Kabinett davon abgesehen hat, das Unterhaus vor dem 9. April zusammen- znrufen. Inzwischen wird eine neue Kriegsdienstbill vorbereitet. die die Dienstaltersgrenze vom 43. aus das 50. Jahr erhöht.
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Englische NahrungsniiLtelforgen
Be r l i n , 2. April. (WTB.) Auszüge aus erbeuteten englischen Soldatenbriesen:
B i r m i n g ha m , 27. 2. 18. Tie Zustände bei uns sind schrecklich. Es gibt kaum noch Lebensmittel zu kaufen. Es ist erstaunlich, wie arme Leute überhaupt noch lebet: körmen.
Perth, 11.3.18. Es kostet unendlich Mühe, irgend etwas Eßbares zu erl-alten. Wie soll das in nächster Zeit werden. .....
Glasgow, 11.3.18. Das Geschäft geht miserabck. Die Le- bensmittelbeschaffung^ ist eine Höllenarbeit.
Bradford, 11.3.18. Tie Zustande werden jeden Tag schlimmer.
2 e i c e ft e r > 1. 3.18. Man steht stundenlang in langen Reihen. «doch vergeblich, da alles ausverkaust ist. Wir hatten heute nur Tee als Mittagseisen.
P t ei ftoii, 24. 12.1917. Wir armen Leute haben jetzt wirklich genug ansgehalten. Der Krieg muß mp hören.
Rock Jsland, Canada, 3 3. 1918. Wir müssen große Mengen Oebensinittel nach Europa schicken, damit die Engländer nicht verhungern.. Mrer auch in Amerika ist schon alles knapp. Tie amerikarrisckwn Truppen schttnen den Anforderungen in Frankreich nicht gewachsen zu sein, llnsere Krftgsaussick-ten sind erschreckend düster ^
Die Hilfe der Amerikaner.
London, 2. April. (WTB.) Ms Ergebnis eines Meinungs- austauschies zwisckMi dem englischen Premierminister und dein Präsidenten Mllson, von Erörternden zivischen dem Kriegs'ekre- tär Baker, der vor einigen Tagen London besuckIte, und Lloyd George, Balfour und Lora Derby sowie von Bevatungon in Frankreich, an ldenen Gmeral Pershing und der ständige militärische Vertreter der Verein igten Staaten bei dem Obersten Kriegsrat, General Miß, teilgenommen batten, ist man zu wäl/ägen 'Ent- schließimgen gelloimncn, kraft dessen starke Strcitkräftt ausgebil, betet Leute der aanerikianisÜMir Llrmee zur Uitterstützimg der Alliierten in dein gegen) värtiirm Dampft verwendet werden können. Die.Regiierutlg unseres cM-ßeii Alliierten i;n Westen ivird ivahreud der kommenden gefäl/rlichen Monate nicht nur eine große Anzahl amerikanischer Bataillone nack) Europa senden, sondern sie l)at auch erng ewilligt, daß amerikanische Regimenter, welche nicht in amerikanischen Divisionen ver- wendetwerdenkönnen.mitfranzösischenundeng- lischeu Truppenteilen zu Brigaden vereinigt werden können, solange dringende Notwendigkeit dazu besteht. Auf diese Weife können Truppen, die noch nicht genügend auSgebildet sind, um als Divisionen und ArnALkvrps zu kämpfen, Teile von rollmlAgebikdeteu Divisionen bilden., solange, bis sie ihrc) KriegSausbildaing vollendet haben und General Pershing sie zur- Aufbaunng einer crmerikatrisckM Armee heranMziehen wünscht. Tie Vorkehrungen für die lleberführimg dieser hin^ukomuumden Streit - kräfte werden setzt vollendet. Bei diesen ganzen Erörterungen l-at Präsident Witsiou das eiftig^ste Bestreben gezeigt, alles möglich zu tun, nm dei 7 Mliiertau beizustehen und nichts zu unterlassen, wodurch er hierzu beitvagen körmte. Obwohl diese Entschließung von wesentlicher Bedeutun-g für die Auftech,^haltung der Stärke der Alliierter in den n^ächstün.Monaten sein wird, ivird sie doch kein es wegs ibitie Nottveüdigkeit weiterer Maßnahmen für die Aushebung srisch'r Trupperr in der Herrnai. aus die bereits hincp.'wiesen! wurde, vermiudcrir. Ties wird gleich jetzt erklärt, iveil der Prcmier-i minister der Ansicht ist, daß die Beharrlichkeit, mit der die Vereinigten Staaten diese -softriige in der .Tat unentbel-rliche Beihilfe zum Siege dec Sackte der Alliierten gewährt haben, rückhaltslos vom englischen Volke anerkannt werden sollte.
DaS ruffisch-rnmänifche Abkommen.
Basel, 2. ?lvrik. Wie Havas aus Paris meldet, bestätigen die Zeitungen >aus osfizieller Quelle den Abschluß eines russisch - rumänischen Uebereinkommens Mis folgender Grundlage: 1. Räumilmg von Bessarabien durch Rmnänien innerhalb von ttvei Monaten, 2. Austausch der GefMrgenen, 3. Ansftllw des in Bessarabien befindlichc-tr Heberschusses an Getreide nach. Rmnänien.
Serbien.
Korfu, 31. März. (WTB. Nichttnntlich) Jü eftrer in der Sllrpschtmad verlesenen klninisteriellen Erklärung betonte P a s ch i t s ch nach einer HavasmÄdung, daßSerbren seinen Alliierten bis ans Ende treu bleiben werde. Ter Friede könne kein dauerhafter sein, solange die unter deutsch-ungari^ scher Tyramrei befindlÄM Böller dieses Joch nicht abgeschüttelt halten. Tie Erklärmrg wurde einstimnrig angenommen. Nach ihrer Berlesrmg wurde eiere Mresse an das frmrzösisch.' und englische Parlamerrt einstturmig beschll>sscn, in der ihnen aus Anlaß der Anstrengungen der foanzösiscki>-,cnglischen Heere, die in dieser tvalch» scheu Sttlnde die Freiheit des Kens<lpngieschlechts zu sichern be-. rufen seien, die SympatlMN >rnd Glückwünsche >lles serbischen^ Parlamentes ausgesprochen werden.
Ein griechisches Strafverfahren gegen König Z^onftantin.
Basel, 2. April. Wie Reuter aus Athen meldet, hat das Kriegsgericht auf Grund der Klage des Staatsanwalts das Strafverfahren gegen den früheren König Konstantin angeordiret.
Türkische Auszeichnungen für Hindenburg unh Ludendorff.
Kon stan tinopel, 30. März. (WTB.) MÄdiung der Agence Mrllr Anläßlul; der an .der Westfront in der letzten Zeit errungenen Siege hat der Sultan dem Geireralftldmarschall tfon Hindenburg den Meschidieorden in Brillanten mit Schwerternj und dem General der Infanterie Ludendarfs den Jftilmtordgn in Brillanten mit Schwertern verliehen.
Auszeichnung des Rittmeister» Freiherrn v. Richthofen.
Berlin 2. AÄrÄ. Dem Rittmeister Freiherrn v. Richt- ho sen wurde vom Körrig von Preußen in Anerftutrung seiner besonderen Leasllcngen der Rote Adlervrden 3. Kl. mit der .Krone Und SkAverttru Verlrehen.
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Gkue Veröffentlichung Lloyd Georges.
London, 1 . April. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bn- rsauS. Lloyd George veröffentlichte eine ErllLrmig, in der er sagt, daß die Berhäkttnsse sich nach den äußerst krittsckien An- rvngslaeai gebessert hätten. Der Kamps sei jedoch noch im Aw- san^Ssrad«m. Es könne noch nicht gesagt werden, wie er ailslausen werve Das Kabnrett sei vom ersten Tage an in Verbindung mit d«n- .Hauptquartier und der ftanzösischen und amerikanischen Re- nitvmvq -ewesen. Um den unberechenbaren .Vorteil einheitlicher Führung beim Feirrde auszuheben, sei General Foch in llebereiikstt mmnng mit dem engliscl^mi und sttruzösischen Ober- befeNsbaber von der englischen, französischen und amerikanischen ReUMrrrng mit der Lerttcng der gesamten Armeen an der Westfront behaut worden. Airher den Schritten, die geschehen seien, um den unmlltelbaren Interessen des Augenblicks entgegenzukommen, wett>e 7 roch eine gewisse Maßnahme iwtwcnbig ftm, die beon tv s^t lärrgerer tZert für den Fall bedacht worden sei, daß Berh«ttnsse wie die jetzi-eir errttreten tvürden. Wie auch der Aus- der Schlacht sein möge, das Land müsse Mt ferne re rt| Opfern bereit sein, um den Etidsieg zu sichern. Tie ersorderlickun Pläne würden, vom^ ^dabürett sorgfältig vorbereitet und beim ftnUnnm&ttnit dfts Parlamritts bekcmntgegeben werden.
Der Seekrieg.
Neue U-Voot-Erfolge.
Berlin, 1. April. WTB. Amtlich.) Einer unserer U-Boot-Kommandanten, Kapitänleutnant Wenninger, hat im westlichen Teile des Aermelkanals sechs Dampfer und einen Segler mit zusammen über 22 000!B r. -R. -T. vernichtet. Fünf der versenkten Datnpfer wurden aus stark gesicherten Geleitzügen herausgeschossen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der englische bewaffnete Dampfer „Lady Gory Wright", 2316 Br.-R.-T., mit Kohtenladung, ein englischer bewaffneter Dampfer vom Einheitstyp von etwa 5500 Br.-R.-T., ein mindestens 7000 Tonnen großer bewaffneter Dampfer und ein Tankdampfer. Der Segler war der französische Raa-Schoner „Fileur".
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Berlin, 2. April. Neue U-Bootserfolge im Sperrgebiet um England: 19000 BRT. Durch die Versenkung wurde hauptsächlich der Kriegsmaterialtransport des Feindes im nördlichen Teile des Aermelkatrals betroffen. Vier tiefbeladene, bewaffnete Dampfer fielen dort einem unserer U-Boote unter Führung des Kaprtänleutnants Wassne r zum Opfer. An der Ostknste Errglands wurde ein armierter Fischoatttpfer, wahrscheinlich Bewachungsfahrzeug, von einem U-Bvot im Artilleriegefvcht in Brand geschossen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
'Die vier versenkter: ticfbeladeuen Darnpser enthüllen aluh dem Laien d«: engen Zusammenhang, der ziwtscheir der Arbeit imserer U-Boote 1777k den Plänen der Oberster: Heeresleitung besteht. Die U-Bovte rrnterscützen vvn der See her rrnsern großen Advgriff im Westen, indem sie Englartbs Schiffsverbmbrcngen in den 3Hfefen fallen. Nehmen mir an, dir Oadmrg der vier Dampfer hätte aus 10,5-Zentimetcr-Gv«mten bestandcm, deren jede etwa 16 Krlogr. wiegt, und jedes Schiffs hätte nur 4500 B.Mt-D. im Durchschnitt
gefaßt, so wären rund 1,7 Millionen Schuß, also Munitior: für ein ganzes Trommel jener in die Tiefe gesunken und von deutschen Soldaten abgewendet. Doch sollten die Dampfer, wie anznnehmm ist, nicht rmr Munition, sondern auch Geschütze oder Lebensmittel an Bord geführt habor:. so wäre der Sck>rdrn für die Feinde nicht geringer. Mit einer solchen Ladung Brotgetreide reicht z. B. ein feindliches Heer von einer Million Stärke rrach deutschen Sätzen gut ein Vierteljahr lang.
-Lngriff auf einen Geleitzug von \9 Schiffen.
Kopenhagen, 2. April. (W. B.) „Berlingske Tidende"' mellet aus Kristiania: Ein Handelsgeleitzug aus neunzehn Schiffen auf der Reife von Englmd nach Nonvegen nmrde von deutschen U-Boot eil angegriffen und, obgleich er von Torpedvjägern und Torpedobooten begleitet war, acht Seemeilen von der rwrwegischen Küste mit Torp^os beschossen. Einer davon traf den Twrwegischcn DaiTrpftr „Bafoß", der sofort unter einer lieftigen Explosion sank. Vier Heizer wurde:, getötet und vierzehn Mann von einem Twrwegischen Torpedoboot ausgenommen. Ä^ich ein englischer Hilfskreuzer wurde versenkt; von dessen Besatzung kamen viele um. Von den nenuz^lm Schissen des Gelertzruges s: 7 Ü> fünf auS Norwegen, die übrigen ans Schweden. \
Berlin, 2. April. (Priv.-Tel.) lieber die dtachricht aus Kristiania betteffend den Angriff auf eitren Geleibzug ist an amtlicher Stelle nichts bekannt.
Beschießung des HasenplatzeS auf Thera.
B e r l i ü, 2. April. (Priv.-Tel.) Zu der Reutermeldiuna aus Athen betteffend die Beschießung des Haftnplatzes auf Thera ist zu melden: Ein U-Boot versentte am 26. März vor Tl-era, einer Insel 77 vrdlich Kreta, einei: vor Anker liegenden Segler. Tas U-Boot setzte Leute an La:ü> und versenkte zwei am Kai liegende Segler mit Spreugpatrvneti. Außerdem wurde ein Hebe» krau von 10 bis 15 Tonnen Tragfähigkeit von der Hasenmole ir:S Wasser gestürzt. Tie Bevölkerung sah das U-Bvot zunächst als ein freundliches cm, flüchtete jedock) nach bftr Sprengung in die Berge. Nach der Leute-Einschiffutrg wurde das U-Boot vom Lande mit einem Mat'chinengewehr be,ckwssen. Nach zahlreichen unschädlict>m Treffern in den Bootskörper tauchte das U-Boot. Tie in den Reutermeldiungen genannten zwei Toten müssen sonach, sofern ft* überhaupt vorhanden sirrd, an Land getvesen sein.
Aus dem Ueiche.
Aus der 5iolonialverwaltung.
Berlin, 2. Aprü. stWTB.) Der crsbe Pressereferenä der Kolvnialverwaltnng seit deren Erlclnmg zu einer selbständigen Reichsbehörde, Rogierungsrat Hans Sachs, schied, wie wir hören, nach zwölfjähriger Tätigkeit zu:n 1. Llpril aus diesem 9ieferat ans und wurde unter gleichzeitiger Ernenniuig zum 6 >ehein 7 en Regierungsrat von Staatssekretär Tr. Solf als Referent in der, maerm Bereick) der ®dj|upgebietsverroallnng berufen. Tas Presse- reserat des Reichs-KDlo77:ala 777 ts ül>ernahm der frühere Haupt- sckristleiter ber „T-eutsch-Ostafrikanisck>en ZeitN7ia'ß Dr. Zint- g r >a f.
^ Der Reichskanzler.
Berlin, 2. April. (WTB. Amtlich.) Die „Norddeutsche m* Pmern'e Zettung" nrelfeet: Reichskanzler Tr. Graf v. Hertlingl A dvn emn leichten Unpäßlichkeit nüederhergestellt und hat seine Anttsgeschäste in vollem U 7 nfange tvieder üüer 7 wmmen.
Berlin, 2. April. Wie die „Nordd. Mg. Ztg." meldet enrpfing Reichskanzler Graf v. Hertling heute nachmittag deir Staatssekretär des Auswärtigen Antts Dr. v. Kühl mann zu längerem Vortrag.
Aus
Amtliche Ergebnisse der Landtagsersatzwnhlen.
vom 26. März 1918.
„ Sta r k enbu r g: 4 Wahlkreis, iWaldmichewach, Rechner Bickel, Affolterbach (Natl.) gewählt mit 919 Stimmen. 9. Wahl- kreis. Lampertl-eim, Generalsekretär Hof mann, Lorsch (Ztr) gewählt mit 1732 Stimmen. 12. Wahlkreis, Hörnsheim-Pfungstadt, Oekonomierat Dehlinger^ Weilerhof (Bund d, Landw.) gewählt mit 842 Sttmmen.
Ober Hessen: 3. Wahlkreis, L3ad--Nau.beim-Dutzbach: es erlnelten: Bürgermeister D i e h l, Hochrvcisel (BMiernbund) 1060 Stimmeil, Rechtsanwalt Schröder, Frredberg (Ztr.) 601 Stim- men, Medizinalrat Dr. Vogt, Butzbach (Nall.) 559 Sttmmen, Bruno W i t t i ch , Butzbach (Soz.) 335 Sttmmen, Dr. Strecker, Gießen (Frers.) 314 Sttmmen: Stichwahl zwischen Bür- Abrmeister Diehl und Rechtsanwalt Schröder. 6 . Wahlkreis, Grünberg, Oberlehrer Tr. Werner, Butzbach (Deutsche Fraktion), gewählt mit 1261 Sttmmen. 14. Wahlkreis. Vilbel; cs erhielten: Parteisekretär N e u m a n n, Offenbach a. M. ^^^094 Sttmmen, Schreiner Schaub. Büdesheim (Wett.) lllnabh. Soz.) 650 Sttmmen, zersplittert 1 Stimme; gewähU: Parteisekretär N e u m a n n, Offenbach a. M.
- - " " — A.L. JL1 _LL 1I
Au» Stavt «n» Cant.
Gießen, den 3. April 1918.
** Am tliche P ersonalnachrichten. Der Groß- m-rzog hat den Vorstand de§ Kabinetts, Wirklichen Ge- Heimerat Gustav Römheld M Darmstadt, Exzellenz, in den erblichen Adelsstand des GvoßherzOgtums erhoben. — Der Großherz-og hat dem Hofkichcher Adam Amelung das Di^nst- ehrenzetchen für 50 Hosdienstjahre in Silber zmn 1. April verliehen. — Durch Entschließung Großherzogtichen Ministerrums des Innern wurde der Lehramtsref-erendar Dr. Iabob Kröni ng zu Alsfeld zum Lehramtsaffessor ernannt.
n rne Dochzeit feiern am Sonntag den
7. Aprrl dre Eheleute Schuhmachermeister Jakob Heimes, Marktplatz 17.
** Wurst verkauf. Der Verkauf der unterwertigen ^urst erfolgt diese Woche ausnahmsweise Donnerstag den 4 - d. M. m der seitherigen Weise. Siehe Bekatintmachung.
Verkauf von Gemüsesamen. Bon Donnerstag den 4. April 1918 ab gelangt täglich vorrnittags Gemüsesamen rat Turmhaus, Brandplatz 3, zum Verkauf. Siche Bekanntmachung.
^*Ei tt sch lech t es Zeugnis für unsere Jugend. Von einigen Soldaten eines in den letzten Tagen hier durchgefahrenen Transportes erhielten wir heute einen Feldpostbrief, in dem die Absetrdcr bittere Klagen über' das Verhalten der Gieß euer Jugend ststhi^n. Halbwüchsige Burschen machen am Bahndmnm der Strecke Lollar-^-Gießen cs sich hiertrach zum Vergnügen, jeden Militärtranspvrt mit Steinen zu b-ew er fc n, so daß in einem Fall, wie die Eichender sck)reiben, einem Unteroffizier nahezu ein Mae ausgeworfen wurde. Es ist in letzter Zeit schor: iviederholt über die immer tveiter um sich greifende Verrohtvrra der Jugend geklagt tvorden. Dieser neue Beiveis von Roheit setzt aber dock) allein die Krone auf. Leute, die durch Jahre hindurch draußen ihr Leben für ihr Vaterland in die Schanze geschlagen haben, werden in der .Heimat von deutschen Kindern :nit Steinet! beworfen' Unglaublich! Es ist wohl zweifellos, daß es sich hier um dunmre, unerzogene Lausbuben handM, die besck)ckftigungsboK mtb ohne Auf- stcht nun Wotri.a treiben. Hiergegen muß aber mit den sckstirssbcn (Strafen vorgegangen werden Eltern sollten außerdeni ihre Kinder besser beaufsichtigen. Auch dürfte die durchaus glaubwürdige, vom Transpvrtsührer mit imterzeichnete Beschwerde das Jnteneffe der Polizei ev- iTTecfrm, dtp vielleicht jetzt ihre befondere Ausmerksanikeit den Wegen und Straßen am Bahrrdaumr längs der Buhn nach Lollar zu widiuet.


