Nr. Zweites Bl att Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) D onnerstag. 28. März 19(8
21 u* Stodt nnd Land.
Gießen, den 28. März 1918.
Die Karwoche.
'JJiftrt vierten Male in diesem größten, gewaltigsten aller bisherigen Ziriege rückt das Osterfest heran, diesmal begleitet von der stillen Freude und Genugtuung über die Erfolge deutschen Mutes, deutscher Kraft und Fe l d Herrn kn n st. Die Karwoche, in der wir gerade stehen, brachte Erfolge auf Erfolge. Kaum war eine Siegesbotschaft richtig ausgenommen, als schon die zweite ankam und mit ihr die ersten neuen Gefangenen, Engländer in schmutzig-gelben Uniformen, gleichgültige Mienen zur Schau tragend, ja selbst lustige Liedlein v«or sieh hin pfeifend.
Mit einer emsigen Geschäftigkeit zieht heute der Gründonnerstag ins Land, der in vergangenen Zeiten des Friedens das bunte Bild rührigster Tätigkeit Hot. Aus der Umgegend eilte da Groß und Klein zur Stadt, um noch allerhand für das bevorstehende Osterfest einzukausen oder den angesammelten Eiervorrat abzusetzen. Schwälnrer und oberhessische Trachten belebten das Marktbild, und die Auslagen der Konditoreien und Eonfitürengeschäfle überboten sich in der Pracht der ausgestellten itzerrlichkeiten. Das ist heute anders geworden. Das gefärbte Ostec-Ei und der .Schokolade-Hase, der sitzend sein Männchen macht oder im Nest mit süßem Inhalt thront, fehlen, dazu noch so allerlei, womit man sich gegenseitig beschenkte. Was will das aber besagen in Anbetracht der Größe der Zeit, in der wir leben: da trägt man gern und verzichtet selbst auf alte Gebräuche und Sitten. Auch gibt es ja so viele andere schöne Ostergeschenke. Man denke bei der Ostergabe nur einmal au die „Kriegsanleihe", oder man erinnere sish der Kranken und Verwundeten, denen man mit einer Aufmerksamkeit bereits die größte Freude machen kann.
Der Grünbonnerstag hat an seiner Bedeutung nichts eingebüßt; nur etwas sti.ler ist es gelvorden und mit einer größeren Innerlichkeit werden vielleicht Tausende von Menschen dem morgigen Karfreitag entgegengehen. Ob an diesem Tage heller Sonnenschein die Natur überflutet, oder ob graue Wolken und dichte Nebelmassen einen düsteren Mantel weben, gleichgültig, der Tag hat seine ganz besondere Stimmung, seinen „Karfreitagszauber"'. Eine erhabene Ruhe liegt über Stadt und Land, über den heimatlickien Fluren; ein fast demütiges Insichh neil schauen macht sich bei den Menschen bemerkbar, ohne daß jie eigentlich die Ursache fühlen. Das ist der Karfreitagszanber, der durch ^Jahrhunderte zurückgeht und dessen Wiege am Kreuze zu Golgatha steht. Geschlechter kamen, Geschlechter gingen, der Wechsel der Zeiten schuf schillernde, farbenprächtige Bilder, die auftauchten und verlöschten. Der Karfreitag kehrte jedes Jahr wieder und mit ihm jener Zauber der stillen, andächtigen Beschaulichkeit, der sich über die Menschen ausbreitet, die ihn empfinden und ihm Rechnung tragen. Daher gehört der Karfreitag dem inneren Menschen, der mit sich selbst zu Rate steht. Zwei Tage später, und die Osterglocken werden mit Hellen Klängen den jungen Frühling begrüßen. —m.
Zeichnet die Kriegsanleihe, denn: EinfolchPapier.anGoldundSilberStatt, ist so bequem,
Manweißdoch, was man hat.
(Goethe, Faust.)
Anbau- und Ernteflächenerhebung im Jahre 1918.
Durch Brmdesrats veuo-rdmmg ist ebenso wie in den Vorjahren eine Erhebung über die Anbau- und Erntest a che an Getreide und den übrigen für die menschliche Ernährung und als Futtermittel hauptsächlich in Betraclxt kommenden, feldmäßig an- gebauten Lruchtarten an geordnet worden. Die Erhebung findet m der Zeit vom 6. Mai bis 1. Juni statt. Die Ausführung liegt den Gemeinoebehörien ob. Sie hat durch Befragung der Grundeigentümer und landwirtschaftlichen Betriebsinhaber zu erfolgen. Zur Nachprüfung der von den Befragten gemachten Angaben über die Größe der von ihren bewirtschafteter Fläche haben vre Gemeindebehörden überall die Katasterunterlagen zum Vergleich heran zuzielen und etwaigen darrach sich ergebenden Unstimmigkeiten nachzngehen und sie richigzuftellen. Tie Erhebung erstreckt sich nur auf dar feldmäßigen Anbau, während der gartenmäßige Anbau außer Betracht bleibt. Cs ist für die gesamte bewirtschaftete Fläche anzugeboir. wieviel davon landwirtschaftlich und wieviel nicht landioirt'chrftlich benutzt wird. Fr'ir die land- wirtschpaftli'ch benutzten Flächten sind sodann im einzelnen die Anbau- und Ernteflächen für alle Gttreidearten. Hülsenfrüchte. Oel- früchte. Gffpiustpflanzen, Kartoffeln, Zuckerrüben und sonstige Rüben. Weißlvhl, die übrigen Kl-Marten, Zwiebeln, die sonstigen Gemüsearten und die Futterpflanzen anzngeben. ferner die Größe der nicht bestellten Ackerflächen-und der Wiesen und Viehweiden. Die Erhebung dient als Grundlage des den Verbrauch der wichttchten Nahrnngs- mrd Futtermittel für das kommende Wirtschaftsjahr regelnde i Wirtschaftsplanes, sie bildet ein wichtiges Glied in der Kette der Maßnahmen, durch webhje die Ausl/ungeningspläne Unserer Feinde mich weiterhin vereitelt werden sollen. Alle Beteiligten müssen es als vaterländische Pflicht betrachtlnr. mit Vier-, ständnis und Hingebung zur gewissenhaften Durchführung der Erhebung beizutragen.
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** Auszeichnung. Dem Grenadier Otto Schumann zwurde das Eiserne Ktteuz 2. Klasse verliehen.
** Gewerbeschule. Eltern und Lehrmeister weisen wir darauf hin, daß der Unterricht in der gelverblichen Fortbildungsschule in der Woche vom 22. April seinen Anfang stimmt. Lehrlingen alker Handwerkszlveige wird eine tüchtige Ausbildung in Freihandzeichnen. Fachzeichnen, Deutsch. Rechnen Buchführung, Naturlehre, Materialkunde und Ge- setzesknnde zuteil. Der Unterricht erstreckt sich auf 3 Jahre an einem Nachmittag und bereitet die Schüler zugleich für die Ablegung der Gesellenprüfung vor. Mögen recht viele von dieser günstigen Gelegenheit Gebrauch machen, damit ein tüchtiger Nachwuchs im Handwerk erstarke, denn nach Beendigung des Krieges wird im geschäftlichen Wettbewerb neben praktischem Können auch ein Umfangreiches Maß theoretischen Wissens von unserem Handwerkerstand verlangt lverden.
**. Kaninchenausstellung. Die zu Ostern in der Turn- P a J. e .J n Steinstraße statt findende Landes Verba ndsa us stell u n g hefnso»er Kaninchenzüchter verspricht viel Sehenswertes. Das gc- Tiermaterial ist reichhaltig. In 500 Käfigen werden über 700 Dure zur Schau stehen. Me Ralfen sind gemeldet und.oerden zu Berglerchen cmregen. Belgische graue Riesen in 70 Käfigen, benen flch durch deutsche Züchter herausgezüchtese Weiße Riesen in zrrke 40 Käfigen anschlicßen. und Silberkaninck>en in Grau, Gelb und Braun rn imgefähr 120 Käfigen bilden den größeren Teil. Daneben kann man me munteren Schwarzlohkaninchen, die Hasenkauinchen, dre blauen Wiener, die großen Germaniasitber. die schwarz-weißen Rresenschecken, die Holländer, die zierlick-en weißen Hermelinkanin- 'cherr und tme bie Rassen alle heißen, bervundern. Von mehreren Züchtern sind auch aus Kaninchenfellen hergestellte Pelzsachen zur Schau gestellt. Unter anderen eine Berufsjoppe mit Kaninchenpelz gefuttert. Ebenso ein Sch'^anzen ^-'s Kaninchmleder beraestellt, d Jahre gebraucht. Ern gebra enes Kaninchen wird wohl manchen Bejuch^r reizen, auch einmal Kmiinchcnfleisch zu versuchen, Die
Literatur über Kaninchen wird gleichfalls reichhaltig vertreten fern. Die Kriegsfellaktiengesellschaft zeigt in ihrer Kollektion, wie me Felle behandelt werden sollen, und an schlecht behandelten Zellen, wie sie nicht behandelt werden dürfen. Weiter zeigt sie, n-as gut und schlecht behandelte Felbe für Pelze und Leder ergeben. Den Ausstellern winken dank der Unterstützung des Staates, des Kreises, der Stadt, der Opferwilligkeit unserer Bürgerschaft und des die Ausstellung veranstaltenden Vereins auch sehr viele Preise, so daß die besten Tiere damit bedacht werden können. Die Eröffnung der Ausstellung sindet durch Oberbürgermeister Keller, den Schirm- Herrn der Ausstellung, und den Ehrenausschuß am Samstag den 30. Mürz, nachmittags 4 Uhr statt. Näheres besagen die Plakate und die Anzeigen.
** Stadltheater. Es sei darauf hingewiesen, daß noch bis zum 28. April regelmäßige Vorstellungen stattsin- ben; auch für den Sommer sind außer den Vorstellungen für die kriegsbeschäftigte Arbeiterschaft einzelne Gastspiele des Kurtheaters Bad-Nauheim vorgesehen. — Am ersten Feiertage wird, wie schon bekannt gegeben, Raimunds ewig junger „Verschwendet mit der Musik von Konradin Kreutzer gegeben. Der Ostermontag bringt am Nachmittag eine Aufführung von Wildenbruchs „Haubenlerche", am Abend eine Wiederholung der Operette „S chwarzwald- m ä d e l".
** Da.s 'Kreisblatt Nr. 30 enthält Verordnungen über; Auskunftspflicht, Aufstellung der Gemeindevoranschläge, Feldpolizeidienst, Feldbereinigung Oberbessingen und Grümngen.
Landkreis Gießen.
# Langgöns, 27. März. (Besitzwachfel.) Tie Gastwirtschaft unter den Linden mit schönem schattigen Garden, BahNho-f- straße 9, wurde von dem bisherigen Besitzer Peter Grote für 29 500 Mark an den Metzgermeister Karl Hebbel II. verlauft; derselbe wird nicht nur die Wirtschaft fortführen, fan-benü auch seine bisher betriebene Metzgerei dahin verlegen. Mctzger- meister Karl Hebbel II. veriauf.e sein Besitztum, Bcrgstr. 6, für 10000 Mark an den Eisenbahnboamten Krismer von Kirch- göns.
Kreis Büdingen.
**Nieder-Ohmcn. 27. März.. Der Gefreite Fritz E a r l e wurde mit dam Eisernen föreu-> 1. Klasse ansgezeickMet.
4 Orten berg, 27. März. Unteroffizier Dachdecker Heinrich Hebbel wurde znm 'Sergeanten befördert.
Kreis Lautcrbach.
** Sau t erb d d), 28. März. Oberjäger Rudolf H o e ck würde, nachdem er vor kurzem dos Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt, zum Sergeanten befördert.
Kreis Schotten.
4 La ubach, 27. März. Leutnant der Reserve Johannes Nebel, 'Sohn des hiesigen Pfarrers Nebel, erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse .
Starkenburg und Rßeinhesscn.
I T a r m st a d t, 27. März In der Nacht' zum Dienstag wurde ein aus Groß-Gerau stammender Kohlenlader am Hauptbahn Hofe von einem elektrischen Krahn erfaßt und erlitt B.'in- und Rivven- bräche.— Etwas später brachte eine« Schaffnerin ihren; Arm ziivischen die Puffer zweier Güterloagen und zog sich schrvere Quetschungen zu.
= Aus dem R Heinglau, 28. März. Die Kanvaewschüsse der deutschen Westoffensive waren auf den Rheinhöhen während der letzten Tage unausgesetzt hörbar. Auf der „Johannisburg", einem besonders hoch und fveigelegenen Besitztum oberhalb von Johannis-q berg, surrten infolge dos' gewaltigen Luftdrucks die eisernen Balkon-cj fortgesetzt.
ch. Vom Mittelrhein, 26. März. Die Natur ist in diesem Frühjahre außerordentlich früh erwacht. In den Anlagen knospen, sprießen und blühen die Sträuckxw bereits, in den Gärtenl stehen die Aprikosenbäume im Blüten schurr ck.
Deil'fN-Nassau.
----Höchst a. M.. 26. März. Der Kreistag beschloß heute die Errichtung eines Kreiswohlfahrtsamtes für Wohnungsfürsorge, Bekämpfung der Tuberkulose, Beratung der Bewahranstalten, Krippen und Hinterbliebenenfürsorge. Zu den Unkosten stellten die Farbwerke auf fünf Jahre jährlich 1000 Mk. zur Verfügung. Für Kriegsfamilienunterstützungen genehmigte der Kreistag die Aus- nahme einer weiteren Anleihe von 2 500 000 Mk. Die Kreisaus- aaben erhöhen sich damit auf 12 200 000 Mk. Zur Beschaffung von Möbeleinrichtungen für l-eimkehrende Krieger utid bedürftige An- gebörige des Mittelstandes und der Beamtenschaft aus den: Kreise Höchst bewilligte man 300 000 Mk. Die Möbel werden durch Vermittlung der heimischer Möbel-Großindustrie beschafft. Der Nas- slauischen Siedlungsgescllsä>aft in Wiesbaden trat der Kreis mit einer Stammeinlage von 50 000 Mk. bei. Der Haushaltsplan der Ksreiskasse für 1918 wurde in Einnahmen und Ausgaben auf 676 700 Mk. festgesetzt. Ei ~ ~
da die Einnahmen aus d erheblich steigerten. Für stellte man statt 6000 jetzt
-- O b e r u r s e l, 28 genehmigten den Ankicruf ron großen Ländereien für Villenbauten und Arbeiterwo.hrangen und brioilligten dazu 133 000 Mark.
Gießener Strafkammer.
Gießen, den 26. Mürz 1918
Der 18 Jahre alte Schveizer Franz W. dorr RuvvorcsHütten in Bayern erhielt wegen Diebstahls in 2 Fällen eine Gesamtgefängnisstrafe vorr 4 Wochen. Terselbe hat dem Verwalter des Pächters L. in Wisselsl-eim, bei dem er bedienstet lvar, 1 Paar Sch^rürschiche und ein Paar braune Gamasch.n entwendet.
Eine Gesamtgesänguisstrafe von 7M>ona en erhielt der 17 Jahre alte Arbeiter Lemchard H. von Gießen wegen zweier Diebstähle. Er hat in Gemeinschaft mit dem bereits verurteilten Arbeiter Ernst K von Gieße,: auS einem Gebäude einen weißen Damast-Bettbezug, ein Nachthemd und ein Paar Lackstiefel im Gesamtwerte von zirka 50 Mark gestiolflen.
Die Elise S. Witwe in Burg-Gemünden wurde wegen schwerer Urkundenfälfck)ung unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Wock?e Gefängnis verurteilt. Die Angeklagte ist von ihrer Schwester auf Zahlung von 170 Mark aus einem im Herbst 1915 gewährten Darlel)en verklagt worden. In dem Rech sstreite bestritt diese, ein Darlehen erchrlten zu haben und legte unter der Behauptung, sie habe u!N das Darlehen an gehalten, wnl sie das Geld zur Zahlung eines Kleiderschrankes nötig geh-ubt, eine Quittung des Sstweiner- meisters Pf. in Burg-Geinündrn vor, wonach sie den Resckaufpreis bereits am 16. November 1913. mithin vor der behaupteten Dar- lel-enshingabe, lvzablt hatte. Diese Quittung ist, wie die Angeklagte Mgibt, von ihr gefälscht, die Quittung ist in Wirklichkeit erst am 16. November 1915 erteilt wordeü, sie hat die 5 in 3 ab- geändert.
Der Bahnwärter i. V. Franz^ B. von Blankenau ist vom hiesigen Schöffengericht wegen Diebstahls eines Paar Schuhe mit einer Woche Gefängnis verurteilt worden. Der Mgeklagte wollte am 9. November v. Js. in drnt hiesigen Schuhhaus S. für seine Frau Sckmhe kaufen. Hier wurden ihm Schuhe nicht verabfolgt, weil er keinen Bezugsschein hatte. Er benutzte die Gelegenheit und nahm vom Ladentisch ein Paar Schuhe im' Werte von 6,70 Mark an sich, steckte sic ein und verschwand. Er tvar aber beobachtet worden, wurde alsbald verfolgt und sestgerwminen, ihm auch die Schulie wieder abgcnommen. Seine gegen dieses Urteil eingelegte Berufung T>at;c keinen Erfolg, sie rvurt-e kostenfällig zurückgerv-iesen.
Ter anr 2. 4. 01. zu Lampertheim geborene Ludwig M. war in Friedberg in einem dortigen Hotel als Hansbursche beschäftigt und !mt in dieser Eigenschaft verschiedene-.! Hotelgästen Hemden, Strümpfe und einen Anzug entwendete; auch wurden -bei seft'em Gepäck ein Bettuch und zwei Handtticl^r, die dem Hotel gehörten, gefu7!den. Das Gericht verurteüte den geständigen Angeklagten zu eurer Ge'amtgefänMisstrase von 6 Monaten.
Ter 19 Jahre alle Bergnrann Karl. M. von Saasen ist vorn Schöffengericht Eaü'ckerg zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt worden, weck er am 2£-, IS. 17. zu Saasen in einer Kirche
l!e Eryotinng oer Steuern tritt nicht ein. '.x kriegswirtsck>aftlich>en Vern-alttina sich die Bekämpfung der Lungentul>erkulose 9000 Mk. ein.
. März. Die städtisckven Körperschaften
schimpfenden Unfug verübte, indem er in der Kirck-e auf^dem Veits^ berg während des Gottesvierrsues Zigaretten rauchte. Seine gegen dieses Urteil eingeleg re Berufung hatte keineir Erfrolg, sie wurde loslensällig zurückgew!e,cn.
Auf dem hiesige Eilgüter bahn Hose aus einem dort stehenden! Eisenlmhnwagen, hab.n die jugendlick-en, bereits wegen^ Diebstahls vorbestraften Brüder Karl und Emll Wt von Gießen ca. 18 Postpakete für französische Kriegsgefangene cntwenoei. Die Pa^ kete, -rsteckten sie znnäch t unter der Rampe. Ms sie mit dem Ocffnei! der Pakete beschäftigt waren, riefen sie den in der Nähe weilenden, ihnen bekannten 15 Jdhre alten Bahnarbeiter Friedrich K. von Gießen, der bereits wegen Hehlerei vorbestraft ist, herbei, und dieser erhielt bztv. imhn aus einem bereits geöffneten Paket 3 Eier, 1 Büchse Oelsardinen und eine Tafel Shokolade an sich. Hiernach wurden dieselben alsbald entdeött und festgenommen. Wegei- Tiebsmhls erhielten Karl W. 3 Monate. Emil W. 2 Mo* nate >'nd der Angeklagte K. wögen Hehlerei 3 Miock).en Gefängnis.
Meteorowglsche veobachtungen der Station Giehen.'
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Eltern, Großeltern!
Schafft euren Kindern und Enkeln ein Andenken an die große Zeit, das, ihnen und euch zum Stolz, dereinst Zeugnis ablegen wird, daß ihr mitgearbeitet habt an, Sieg und mitgcopfert. Wer über keine größeren Barmittel verfügt, braucht nicht zur Seite zu stehen, er nimmt eine „Kriegsanleihe-Versicherung" beim Allgenleinen Deutschen Bersiche-' rungs^Verein a. G. in Stuttgart. Schon mit 50 bis 60 M. Jahresbeitrag könnt ihr eine Kriegsanleihe- Versicherung über 1000 M. erwerben. Ihr helft daniit dem Vaterlande und ebnet zugleich euren Kindern den Lebensweg. 21020
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(WTB.) Großes Hauptquartier, 28. Marz. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Aus dem Schlachtfelde in Frankreich führte der Engländer erneut frische, aus anderen Fronten berausgezogene Divisionen unseren Truppen entgegen.
Nordwestlich von Bapaume warfen wir den Feind aus alten Trichterstellungen auf Buequoy und Hebuterne. Mit besonderer Zähigkeit kämpfte der Feind vergeblich um die Wiedereroberung von Albert. Starke, von Panzerwagen begleitete Angriffe brachen auf den Hängen der der Stadt westlich vorgelagerten Höhen blutig zusammen.
Südlich von der Somme bahnten sich unsere Divisionen an vielen Stellen den Weg durch alte feindliche Stellungen und warfen Engländer und Franzosen in das seit 1914 vom Kriege unberührt gebliebene Gebiet Frankreichs zurück.
Die siegreichen Truppen des Deutschen Kronprinzen lya btn in unaufhaltsamen Angriffen von St.Quentin überdß Somme die feindliche Stellung in 60 Kilometer Tiefe eingestoßen. Sie drangen gestern bis Pierrepont vor und habev Montdidier genommen.
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Unsere Verluste halten sich in normalen Grenzen. An einzelnen Brennpunkten sind sie schwerer. Die Zahl der Leichtverwundeten wird auf 60 bis 70 vom Hundert aller Verluste geschätzt.
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An der lothringischen Fwnt nahmen die Artillerie- kämpfe an Starke zu.
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Rittmeister Freiherr von Nichthofen errang seinen 71., 72. und 73. Luftsieg.
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Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste EZeneralauariicrmcister L u d e n d 0 r f f.
Der Friede mit Rumänien.
Berlin, 28. März. Ter „Berl. Lok.-Anz." meldet m4 Budapest: Der Speziatberichterstatter des „Pesti Naplo" meldet aus Bukarest: Die Verhandlungen am letzten Tage verliefen äußerst lebhaft. Marghiloman versuchte, alle Argumente gegen die einzelnen Paragraphen auf marschieren zu lassen. Schließlich kam aber doch eine Vereinbarung zustande. Graf C z e r n i N hat seine Mreisc auf morgen verschoben. Für Donnerstag ist die VerSsfentlichuug des Fricdensvcrtrages zu erwarten. Graf Czernin und Tr. v. Kühl mann werden sodann Bukarest verlassen^ Mit Rücksicht auf die Enrpfindtichkeit der K ö n i g i n , die erklärte, nie mehr nach Cotrozeni zurückzukehren, wenn die Verhandlungen dort beendet lverden würden, lvurden die Verhandlungen am letzten Tage ins Handelsministerium verlegt.
Der Eindruck des dmtschen Sicges in Italien.
Berlin, 28. März. In Italien hat der Eindruck bet deutschen Offensive ein wahres Entsetzen herv-orgeanfen. Man beginnt mit einer österreichischen Offensive an der italienischen F-ront zu rechl!cn.
Prinz Aumist Wilhelm nicht zum Landrat ernannt.
Berlin, 28. März. \%ic vor einigen Tagen von Berliner Blättern über den Prinzen August Wilhelm gebrachte Meldung von einer zukünftigen landrätlicheu Tätigkeit wird vv^ Posener Blättern als u n - u t r e s f e n d bezeickm'ct.
Die Mrcklenbui-gcr auf dem Schlachtftlde.
Berlin, 28. März. Ueber diö Mecklenburger hat sich der K a! s e r sehr lvbeud ausgespwel^n. In einem Telegramm an den Gvoßherzog heißt es: Ich habe die 17. Division auf dem: Lchl acht selbe berückst. Sie hat ftch unvergleichlich geschlagen Ins- be,vndere beglückwüusckie ich Dich zu Deinen Grenadier-Regiurm-t Nr. 89. das aus eig^re-n Entschluß las Dorf Sttiguie^ stürmt hat.
Die ReichstagSersatzwahl in Zwickau.
Berlin^ 28. März. Tie Reichstagscrsatzwabl im Kreise Zwickau, die durch den Tod des Abg. Stolle (Unabh Sozi notwendig geworden ist, nnrd, dem „Berl Lok.-Anz?' zufolge am 13. Piai stattftnden^


