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wische Presse stark niedergeschlagen über den ersten deutschen Erfiolg bei der imen Westfrvntaffensive.^

Vrr Schiffrraub der Lntentr.

Eine Verlautbarung Wilson».

Washington 20 .Mär). (WTB.) Meldung des Reuter- lchen WurvüuS. Ein heute veröffentlichter Erlaß des Prä­sidenten der Verewigten Staaten ermächtigt das Marine- departemeitt. die Schiffe aus dem niederländischen Schiffsregister Ln den amerikanischen Territorialgewässern zum Gebrauch n>äh- rcnd des Krieges zu übernebme-n und alle diejenigen Schiffe zu be­nutzen, die für wichtige Zwecke im Kampfe gegen Teutsckstand notwendig sind. Ten Schisfseiaendüm-ern soll durch das Marine­departement der Vereinigten Staaten in Uebereinstimmung mit der» Grurldsatzen doS Völkerrechts volle Entschädigung ge­leistet werden. Die Schiffe sollen durch die Admiralität oder durch das amerikanische Schiffahttsamt so bemannt, ausgerüstet und verwandt werden, wie es zweckdienlich erscheint. In 9$n> bindung mit der U-ebernahme dieser Sclnsfe erließ Präsident Wilson folgende Vertantbarung:

fllnßang Januar 1918 gelangten die Unterhändler zu einer Verständigung, die in einem vorläufigen Abkommen zum Ausdruck gebracht wurde, das den beteiligten Regierungen unterbreitet wurde,. ju dem Zwecks es, falls es annehmbar sei, zu ratifizieren und mtdcrnfalls einen Gegenvorschlag zu machen. Die Verhandlungen' zogen sich in die Länge. Die holländischen Delegierten machten Vorschläge in dem Sinne, daß ihre Schisse eher gegen Be- Zahlung in Dienst genommen werden sollten, und daß der in den amerikanischen Gewässern stilliegende holländi­

sche Schiffsraum mit gewissen Ausnahmen unverzüglich von den Bereinigten Staaten für Zeiträume, die neunzig Tage nicht überscksteiten wurden, gechartert werden sollten. Tiefer Vor­schlag wurde van der Regierung! der Vereinigten Staaten ange­nommen. 9bt So. Januar 1918 überreichte der niederlänibisck^ Gesandte in Washington dem Staatssekretär der Bereinigten Staa­ten eine Note, die die Bedingungen des W kommen s über die zettiveitige Charterung und deren Annahme durch seine Regie­rung enthielt. Das Abkontmen.sah u. a. vor, daß 150000 Tonnen,' hvlländisckpem Schiffsraums nach Belieben der Vereinigten Staa­ten teils im Treuste des belgischen Hilfswerks, teils für die Schweiz unter sicherem Geleit nach) Ectte in Frankreich) verwmdet werden sollten, und daß für jedes nach Holland im Dienste- des belgischen Hilfswerks entsmrdtes Schrp ein entsprechendes Schiss aus Holland nach den Vereinigten Staaten abgehen sollte. Zwei holländische Schiffe, die mit Ladung von Lebensmitteln in amerikanischen .Häfen lagen, sollten nach Holland gehen, und der entsprechende Schiffsraum sollte statt dessen von Holland nach) den Bereinigten Staaten gesandt werden, um, wie die anderer; holländischen Schisse, in amerikanischen Häsen geck)artert zu wer­den. Das Abkommen hatte einen ausgesprochen vorübergehenden Charakter, und da es auf die Lage des Tlugenblicks zugeschnitten, war, so war ferne schnelle AusfÄhcuug wesentlich Die holländisch Regierung ließ sofort durchblicken, daß sie diese harterungöVerein­barung, die sie sttbst vorgeschlagen hatte, nicht ausführen konnte oder wollte. Dar erste Wunsch der ^Vereinigten .Staaten war tvie es das Abkommen zum Ausdruck brachte, sich sofort Schiffs­raum zu sichern, um nach der Sckgveiz Lebensmittel zu verfrachten. deren sie sehr bedurfte. Man machte eine Schwierigkeit nach der andern, um das harte m holländischer Schiffe mit Versorgung der Schweiz hinauszuziehen. Der Grund, den die Holländer zwar nie aussprackxm, den man aber kannte, war, daß die l-olländischen Reeder fürchteten, daß ihre letzten Schliffe durch deutsche U-Doote zerstört werden rvürden, obwohl es sich um eine Tat der Barmherzigkeit handelte und obwohl sie kein von der deutschen Regierung prollamiertes Sperrgebiet Kn befahren hatten. Daß diese Furcht mcht völlig unbe- grüichet war, hatte sich bedauerlicherweffe gezeigt, da die deutsche Regierung kürzlich das spanische Schiff Sardinero außerhalb des Sperrgebietes versenken ließ, das eine Ladung Getreide für die Schwei) führte mtb nachdem der Kommwrdent des U-Bootes durch Besichtigung des Schiffes diese Tatsache festgestellt hatte.

Da ßdies schon der Schluß der Verlautbarung Wilsons sei, können wir nicht recht annehmen.- vielleicht hat die Be­richterstattung durch das Wolfs-Bureau hier eine Pause ge­macht und wir erhalten die Schlußausführungen morgen. Was Wilson bis dahin sagt, ist ein Vorbeireden an dem Schiffsraub, und daß der Präsident vorgibt, mit holländi­schen Schiffen nurTaten der Barmherzigkeit" auszuführen, ist wieder eine vergnügliche Bestätigung seiner bekannten Tugenden!

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London . 21. März. (WTB.) Im Unter h au s e gab Lord Robert Cecil dis Erllärung ab. daß die englische Regierung und die alliierten Regiermrgen beschlossen hätten, die holländischen Schiffe, tbiic in ihren Häfen liegen, in Besitz zu nehmen. Sie würden versuchen, mit den Reedern eine Vereinbarung über die Zatzsimg der Versicherung zu erlangen, sie würden am Ende des Krieges die Schiffe zurückgeben oder die verlorenen ersetzen: sie würden die Eigentümer für diese Anleihe, die durch das Vorgehen des Feindes verursacht worden sei, entschädigen, sie würden sich ferner verpflichten, daß holländische Schiffe, die von heute ab holländische Häsen verlassen, nicht ohne Ver­einbarung der Verbündeten in Dienst gestellt würden und sie ivürden endlich 50 000 Tonnen Weizen oder eine entsprechende Menge Mehl in einem nordamerikanischen Hasen und die gleiche Menge in einem südamerivcmischen Hasen sobald wie möglich nir Holland bereitstellen.

Englischer Bericht auv Mesopotamien.

Keine militärische Handlung. Wahrend der letzten 10 Tage siel heftiger Rogen in.den von unseren Truppen besetzten Gebieten. Tie Türken Nahmen Mit ein und erbeuteten dort eine Marge klotnkalibrrger 'Munition und zahlreiche Boote.

Dänemark und die Mittelmächte.

Kopenhagen, 23. Mär). (L. A.) Wie gemeldet wird, sind bie Verhandlungen zwischen dänischen, deutschen und öster- reichisch-ungarisck)en Vertretern über Warenaustausch Dänemarks mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn für die kommenden vier Monate dieser Tage zum A b s ch l u ß gekommen. Das Ergebnis ttxrc die Fortsetzung des Warenaustausches zwischen den vor- genanrrten Staaten in unverändertem Umsange. Die deutschen Zusichren bestehen aus Kohlen, Eisen und Stahl.

Da» Kabinett Maura.

Madrid, 22, März. Davas. Tis Regierung ist folgender­maßen zusammengesetzt: Maura, Ministerpräsident. Dato, Aeu- ßercs, RomanoneS, Justiz, Prietv. Inneres, Besada, Finanzen, l^eneral Marina, Krieg, Oöeneral,Prdal. Marine, Alba, Unterricht, CamÄo. öffentliche Arbeiten.

Der 5eettieg.

Neue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 28. März. (Amtlich.) Im Sperrgebiet umEngland haben unsere U-Boote 2 0 0 0 0 B r. - R. - T. feindlichen Handelsschifssraumes vernichtet. Die Mehrzahl der Schiffe wurde im Aermelkanal unter der englischen Küste trotz der aufgebotenen starken feindlichen Bewachungsstreit­kräfte versenkt. Alle Schiffe waren beladen, darunter der englische Dampfer Clarissa Radcliffe (5754 Br.-N.-T.) und ein 5000 Br.-R.-T. großer Dampfer mit Munil»«ns- ladung. Den Hauptanteik an den Erfolgen hat Oberleutnant zur See Warzecha.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Der Kaiser an den Kommandanten derEmden".

Berlin, 22. März. 0ATB.) Der Kaiser richtete an den Fregattenkapitän Karl v. Müller, den früheren Kommandanten der ,,E m d e n" folgenden Erlaß:

Auf Grund Ihres mir durch den Admiralstab Porgelegtcni Berichtes über die letzten Tage meines KreuzersEmden" und dessen Endkampf, verleihe ich Ihnen hiermit in wärmster Aner- kiennuug Ihres und Ihrer Besatzung sachgemäßen und tapferen Verhaltens den Orden Pour le mörite. Sie haben den Namen Ihres Schiffes für alle Zeiten zu hohen Ehren gebracht und der ganzen Well ein leuchtendes Beispiel tatkräftigster und ritterlichster Kreu- zerknegführung gegeben. Den am Schluffe Ihres Berichtes er­wähnten Vorschlägen für Auszeichrungen d-es Schiffsstabes und der Besatzung sehe ich gerne entgegen.

'Großes Hauptquartier, den 19. 3. 1916. Wilhelm I. R.

Aus dem Reiche.

Berlin, 22. März. (WB.) Dem ersten und zweiten Vizepräsidenten des Reichstages, den Geheimräten Dr. Paaschc und Dove ist das Eiserne Kreuz am weiß- schwarzen Band verliehen und im Namen des Reichskanzlers vom Staatssekretär des Innern ansgeh ändi gt worden.

Schlutzberatungen im Reichstage.

Berlin, 22. März. ycaclHem sich das preußische Abgoord- netenhaus am Donnerstag über Ostern vertagt IM. eilt auch der Reistag der FeiertagSpause zu. Er hat deshalb in feiner letztet» Sitzung am Freitag <wr ans?mordenllich reichl-altiges Be­rn tunWprogramm erledigt. 'Was die wichtigston^Borlagen angeht, so wiirde zuuäckxst des Note tot geipm die Stimmen der Un- ablKngigen Lozialdenwkraten verabsclstedet. Bei der Bewilligung der Kriegskrttm Vorlage ergab sick) dann ebenßckls. daß der Tren­nungsstrich zwischen der Fraktion Haase mrd der Fraktion Scheide- man aufreck)terl>al!an morden ist. Der Abgeordnete E b e r t gab namens seiner Fraktion eine .Erklärung ab, in der die zustimmende Haltung der alten s-ozialdenwkrcrtiscksten Fraktion wie bisher mit der immer mx!) drohenden Lebensgefahr des Deutschen Reiche- und der Notwendigkeit, seine Grnr.,en zu verteidigen, begründet nnirde. Tie Fraktion des Abgeordneten Scl^eidemami hat also die " Dcei'numgsvevcksttt>en Heiken, dise in ihrer Äliittc dies­mal stärker als bisher in b^ug auf die Kreditbewilliguingl aufgetreten sind, in einheitlich zustimmendein Sinne überwunden. In bezug aus die Friedensschlüsse ist das Ergebnis aber offenbar ein anderes. IN diesem Punkte trafen in der sozial- demokvatisck)en Fraktion die schärfften Gegensätze zusammen. So äußerte sich der Reichstegsabgeordnete Wendel dahin, daß mit dm Friedenssckstüssen tm Osten allen Grundsätzen ins Gesicht ge­schlagen sei, die die S^ioldemokratie in der Ferodensentschließung vom 49. Juli verfochten Ixrbe. Der Abgeordnete Scheiden:ann lavierte zwischen Ablehmrug und Anerkennung hin und her und verkündete schließlich, daß seine Partei Stimmenthaltung üben werde.

Soweit von einer Diskussion über die Friedensverträge ge­sprochen werden kann, beschränkte sie sich aus eine zänkische Rrde des Abgeordneten Haase, der sich.mit allerlei groben Ausfällen und Spitzfirrdigkeiten tells gegen die feindlichen Brüder von der alten So-ialdemokratie, teils gegen die bürgorlichm Parteien wen­dete. Aber dieses Bild llüglicher Haltuirg blieb glüchlickZerweisg vollkommen isoliert. Die Unabhängigen Sozialdemokraten stan­den Fankend und schimpfend, die Genossen des Herrn Sck'-eDemann stillsckm»eigend beiseite. Sonst ergab sich eine vollkommen einheit­liche bürgerliche Foont von den Konservativm bis zur Fortschritt­lichen Dollspartei, die zu den Friedensschlüssen im Osten freudig ihre Zustimmung gaben. Hier war der ehemlals so beliebte gegen­seitige Kriegsz-ietstreit vollständig erloschm. Der frühere Bund der Mehrhcitsparteien lebte noch einmal auf in einep Resolution über die Behandlung der frei gewor­denen russischen Randstaaten. Vizekanzler v.Payer äußerte sich entgegenSomTnend. Bei dieser Frage ergaben sich nicht allzu lvesentlick)e Mernungsverschiä>enheiten gegenüber den Nationallkberalen und den Konservativen. Der Abgeordnete Dr. Stresemann. der zunächst dem Abgeordneten Haase rmd seinen abgebrauchten Redensatten über die baltischen Barone eine kräftige Antwott etteitte, sprach die Zustimmung seiner Fraktion. M dem An^varg der Mehrheitspatteien aus, ergänzte ihn aber durch einM d Antrag über die Anschlußwünsche von Estland und Livland. Die Konservativen ihrerseits brachten einen Arv- ttag ein, der dem Anspruch auf eine angemessene Kriegsentschädi­gung im gegebetren Falle wieder zu seinem Recht verhalf. Die nationalliberale Fraktion erklärte auch hier ihre Zustimmung, während die anderen Parteien ihn zunächst im Ausschuß prüfen wollen. So zeigte sich noch bis zu einem gewissen Grade ab- weick)ende Ansichten. In allem großen mrb ganzen war man aber auf bürgerlicher Seite vollkommen einig, Die Friedettsschlüsse wur­den von den Konservativen willkommen geheißen und von der Fortschttttlichen Volkspattei. und diese einheitliche Front stand in vollständiger UebereinstimmuTtg mit der Regierung. In der Aus­gestaltung einer starken deutschen Zukunft im Osten hatten sich alle büvaettichen Patteien zusammengesunden, die ehemals über die Kriegsziele heftig untereinander stritten. Vizepräsident Dr. P aas che sprach zum Sckchiß beim Eintritt in die sterferien von der OSchwere der Entscheidungsstunde im Westen, aber auch von dem Vettrmcen des Volkes und der Hoff­nung auf die Annäherung des allgemeinen Friedens.

Nächste Sitzung: Dienstag, 16. April: Anfragen, Fall Daimler. P-ostetat.

Qc|f!l(bcv Landtag.

Zweite Kammer.

60. Sitzurrg vom 21. März.

Der Präsident eröffnet um 3*4 Uhr die Sitzung. Haus mrd Tribünen sind gähnend leer. Am Regierungstisch ist der Mi­nister des Innern anwesend.

Das Haus fähtt sott in der Aussprache über den Staats- voran sch lag.

Abg. Breidenbach (Bbd.): Landwirte, die Wucher­

preise nehmen, können wir tals Kollegen nicht anerkennen? Mir danken der Regierung, daß sie das angekötte Vieh von dem Rinder­mord ausgenommen hat. Wenn die Regicrutkg Zwangsablieferung von Eiertt verlange. Müsse sie auch Hühnerffrtter zur Verfügung stellen. Ter Redner nimmt die Landwirtschaftskammer gegen den Abgeordneten Wofff-Stedecken in Schutz

Präsident Köhler: We?m die Redner sich nicht mehr Be- schränknng auserlegen, so müssen wir bis 10 Uhr abends tagen Im übrigen feiert heute Abgeordneter Ulrich das 33jährige Jir- biläum als Mitglied der Kammer. Man sollte gar nicht glauben, blaß tnan eS jlo lange aushaltsn kann. (Lebhafte Heiterkeit int Hanzen H'aus.) Mir wünschen, daß er's noch einmal 33 Jahre aushalteu nrögc in der gleichen Frische.

Abg. Fenchel (Bbd.) beschwett sich über die Mißwirtschaft der Kommissionäre, wodurch die Landwittschaft das ganze Ver- tvauen zu den, Behörden vertiere. Es ist zu begrüßen, daß die tandivittschaftllichett Ovganisattonen an der Erfassung der Lebens­mittel sich beteiliaen wollen, imd es ist bezeichrrend, daß sofott der Handel dagegen Sturm lief. Der Ruckgmrg des Anbaues von 6se- treide ist durch die mangelhafte Zuweisung von Saatgut zurück- Zufuhren.

Abg Dorsch (Bbd.): Jetzt könne nwm nicht mehr sagen, daß sich die Zwangswirtschaft erst einleben müsse. Sie besteht jetzt drei Arhre. Die Wittschaft dttr .Kommunalverbä)tde ist imetträglich. Tie MmnAmalverbände müßten einheitlich Vorgehen. Wenn die russisck>en KriegSliesailgenen zurückgezogen wsrden, muffen zur Auf­recht erhalttrng der Lmü)wittschaft die älteren Landwirte beurlaulri )yklrden. Iln Oberhessen soll während des Krieges in einigen Ge- nmrkungen Ackerland aufgesorstet »vorden sein. Ans Berärgenmg werden Er den Stadtkindern niernals die Mfnahme auf dem Lande versagen.

Abg. Schott (natl.): Die Unterbringung der Stadtknchev aio dem ^ande begegnet dieses Jahr größeren Schwier, gkeftrp

vonges Jahr, ^tber .nicht etwa aus Verärgerung, ans Mgikgel an Arbeitskräften können melle kleine Londwitte

feilte StabtTrubcr aufnehnren. Auch dieser Redner bespricht die Verärgerung der Ocmdwitte durch verkehtte Maßnahmen.

Abg. Kr edel (natlZ beschlvett sich über die g^erordentq sich starke BermelMMg der Wckffchweine in geloissen weiten das Oden Waldes. Auch der Rotioildschaden hat zugen-ommen. Tie Saat ist stark geiähtßot. Der Redner bittet die Regicrrmg Mn baldige Abhilfe.

Minister des Innern v. Domberg k zu Dach: Wir sind mit den: Abgeordneten Krodel darüber einig, daß gegenwärtig Wildschaden unbedingt zu verhindern ist. Wir haben '\dyy.\ voriges Jaln einen Jagdvlan gegen das Schi.>arz)vil!d au^gearbeitatt Treibjagden falben nur bei Schnee Eriolg. Doch soll dem dlb- schuß des Sck)warz^oildes auch jetzt Aufmerksamkeit zugewendek werden, lieber Rotwildschaden ist bis/ jetzt noch nichts geklagt worden. Tie Schonzeit für iveibliches Rotwlld wurde ausgehobem

Abg. Lang (natl.) schliesst sich den AussiifaLUNgen des Ab- goovdntten Kredel über den Wildschaden an, beklagt die^ Bevor­mundung durch den Obstgrvßmarkt Wornrs imd bespttcht den Mangel an Gespaarreti am' dem Lande.

Abg. S e u ß f e l de r (Büd.) bringt ebenfalls Wünsche vor. Tie Büttelboruer mußten ikw ^ßraut um i'Jlart dru Zentner afaieben, walrreud der Zentner in Darmstadt für 15 Mark verkauft lourde. Tie Bevorzuguarg der Gättnereien^ beim Bezug von Mist ist Inicht zu billigett. Das Frühgemüse, das die Gärttwreien erzeugen, ist rmr Sck>aum.

Abg. Ulrich (Soz.): Es wäre ganz gltt geweßm, lvenn die Vertreter der Landivirtschaft in diesem Hause in den Landeszenttal- stellen an der Abfassung der Verordnung^ mitgoarbeittr hätten. Die Milchlieserung ist ein Trauerspiel geworden. Tie Lieferung blieb täglich um 60 000 Liter hmt-er dem Ansatz der Landnnrt- schaftsiaiilmer (z,oei Liter pro Kuh) znrück. Die Androhung des VerlVts der Hausschlachtungen bei schlechter Milchlieferung sei ungesetzlich gewesen, aber sie halle gewirkt.

Abg. Wolfs- Stadecken (wild): Die Hoffnung auf die Unter­bringung von Stadtkindern auf dem Lande wird zuschanden werden, will, die Selbstversorger eben in den Lebensmitteln zu^ stark be­schnitten sirrd. Auch für die .Kriegsgefmrgenen, ohne die die deirtsche Landwirtschaft nicht hätte durchhatten können, sind uns die Lebens^ mittel zu knapp zugenresscn.

Abg. .Hart mann (Soz.) gibt zu, daß die Weizenpreise für die gegenwärttgetr Verhältnisse nicht mehr rentabel sind. Der Ab­geordnete spricht für den Freizoll: auch wir sind für eine Ver­ständigung. dazu gelwtt eine Aenderung der Gesindeordnurrg

Abg. v. 5)elmolt (Bbd.) macht eine t)ersönliche Bemer. kltng gegen dvir 9lbg. Ulrich. Oöegen den Landesökonomieral Mülles Muß ich alle meine Donoürse vollem Umfang aufrecht erhalten. Es müssen mehr Eier äbgeliesett werden, wie vottges Jahr. Ter Redner verbreitet sich nochmals über die Vorgeschichte der Eier- Versorgung.

M inistettalrat Schliephake: Wäre der in Rhein-

Hessen seslgestctllte Rückgang der Wintersaat eim all­gemeine Ersck-erirung, sio wäre er für unsere Er>- nährung eine sel-r bedenkliche Erscheint trrg- Zum Glück rst das aber nicht der Fall. Tie Rebbsausnahnre hat er­geben. daß im. Gvoßherzogtum mrd im Reichj die Anbauflächen m den allenneifben Bezirken gleichgebliebcm, ja sogar vergrößett worden s rnd. Es wird übrigens Sorge getragen werden:, daß der Aus-, fäll tttt Wintersaat bei dar Sommersaat ausgeglichen loird. Des jveiteren kommt der Redner auf von den einzelnen Mgeordnettm m d^r Aussprache vorgebrachte Wünsche und Beschwerden zurück. ^..^lmrnt gegenüber demi^lbg. v. Hel mol t den L-crndesökvnvm i erat: Müller in Schirtz und spricht dem verdiertten Beamten die volle Anerkeirnwlg der Regierung für seine Tätigkett aus.

Mtnisterialrat Tr. Wagner. Vorstand der LandesobststeAe, verterdtgt die Pveispolittk der Landesobststelle. Tie Obstpreise wurden ^ von der Reichsobststelle festgesetzt Es war nicht rättich für Hessen befjen Obst meist Edelobst ist, niedttgere Preise anzu- letzen, sonst wäre das hessische Obst aus Schleichwegen aus dem Land gewandett, wie «s beim Frühobst geschrh.

Abg C a l m a n (natl.) hat sich überzeugt, daß die Beschwerden der Landwrrte rn der Hauptsache begründet sind und wird deshalb für dre Anträge v. Helmott imb Genossen stimmen. Ein kleiner rMndwltt olme Weinbau und Obstbart sei auch gegenwärtig nicht bester gestellt als ein rndustrieller Arbeiter.

Mg., Bahr (Bbd.) ergreift als letzter Redner das Wott.

der Regierung im ganzen zufrieden. Es sei rächt rrchttg, daß der Bahr nur schimpfen kann (Lebhafte Sxitrrfetf), er kann anch anerkennen. wennS was aTvucrkennen gibt. Wahrend ferner Netteren Ausführtcivgen wett sich das Haus vollständig.

rst gegeti V?0 Uhr die allgemeine Aussprache über das Mrnrtterrum des Innern beendtt.

Näckrste Sitzung: .Freidag öcvnrattao.

61. Sitzung vom 22. Mär».

Präsident Köhler eröffnet um 91/4 Uhr die Sitzung HmrS u^.T.nbünen srnd> mäßig besucht. Mm Regierungstisch sind du: 3 Minister anwe,end.

Zunächst werden Kapitel 2229 genehmigt, ebenso die Anttäge v. Helmolt und Gonoffen über Eierablieferung und anderweitiao Zusammensetzung der Laiideszentralstellen.

Bei Kapitel 3035 wünscht Abg. Dr. Osann (natl.) gleiche C* c a71 ^Titelverleihungswesens in bat einzelnen Ressorts, sonst Mißstimmungen zwischen den einzelnen BeanttenkategoriM entstehen.

(®^-) wünsche eine staatliche Berwaltuny

des Höchster Klosterfonds.

Abg. C o l m a n (iratl.) bittet um Ermäßigung des Schulgeldes auch für Familien, die nützt nur Söhne, sondern Söhne und Töchter auf höheren Schulen haben.

Abg. Fenchel (Bbd.) wünscht möglichst baldige Erledigung far Gesuche um frühere Schulentlassungen, damit die sirchlichen Behörden die Kon firm ationsgc suche rechtzeitig entscheiden können.

Zu Kap. 36 uiid 37 (Universität und Techn. Hochschule) ivünschr Abh. Dr. O s a nn, daß die Hochschlle und die Universttät sich möa- ttchst auf deti Andrang nach dem Kriege rüstert möchten: er begrüßt die Bildtmg einer Hochschulgesellschast für Gießen, bekämpft aber aus das entschiedenste den an anderen Universitäteti einqevissen«r Rcrstbrauch, Sttftern größerer Geldsummen den Ehrendoktor zu verleilxm. (Beifall.)

Minister des Innern v. Ho m be r g k z u B a ch: Es ist richtig, daß'nach dem Krieg ein überaus starker Andrang zu unseren Hoch­schulen stattsiilden wird, da zu denen, die ihre unterbwchenew Stndieii wieder aufnehmen werden, vier neue Jahrgätige ttttem, Tie Lehrmethode mriß Trarnentlich in den Uebimgen eine lndioidu- ellere werden. Es sollen Miederholungskurse vor allem in den Ferien stattftndcni. Je nach der regulären T«uer des Studiums werden ein bis zavei Semester angerechnet werden. Ten Lehr» korper werden wir vollzählig halten, ebenso werden wir für die nötige Anzahl von Assistenten sorgen, so daß lmferc beiden fcocfa* schulen voll gerüstet fern werben siir ilwe Ansgaben. Unsere beiden HochMulen haben von dem Recküe der Ehrenpromotion eineck artßerst sparsamen Gebrauch gemackst. Die Bildung der Hochschtl-. gesellschaft habeir \mx ftoudigst begrüßt, es liegt kein Mlaß ovr. zu befürchten, daß das Reckst der Ehrenpromotion mißbraucht werden könne.

mcrben genebmrgt. Der Kap. 38 (Gymnasien usto.) stellt SttratSrw L-üNert fest, daß die Zahl der Sckstller an höheren. Schüler um 700 zu genommen hat und damit den Stand von 1911 über­trifft. Dagegen werden pstr 1923/21 mit einem ,mnz erheblicha- Rückgang der Volksschüler zu rechnen haben. Scknllgeldermäßi- fiilng soll auch an Mädck>mschulen gewährt lverdcn. Tie Fra^ da Höck.ister Kloster so nds kann gegenwärtig von dem Beamten persona nicht betvAttgt werden. Die SckMgütcr sind ihren Zioeckvn kalten qebtteben. Die Titelschmerz«, der Oberlehrer können kctt allgemeineres Interesse bemispruchen. Wir wissen das du- Unterbringung unserer Stadtknrder dieses Jahr sckMettger ist Hessen Sie mit zu diesen, edlm Werke. Wir wissen, daß Fettopfe llerner gewogen sind, alrer Luft und Licht gilst's imm* mxb aus dem Laiche. Dre Unterbringung der Stadtkinder wird di- Verstand,gimg zw,schm Stadt ,md Land am besten sörd^-rn

lSchlub sistgt.)