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Nr. 52 Zweit« Blatt

Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

§M8t6g. 2. lllärz MS

3ft*» Stadt rrnd Land.

G i< 6« n , den 2. März 1918. AervtrAppe und Liebesgabe«.

EDn fSRrfecrter, £eutramt und Kompagirftführer in entern im ftSkstcn stehenden RegimeM, hatte a»» das hiesige Rote Kreuz die Bitte um Zuseridrmg einer Ziehharmonika und von Liederbüchern ffe einen in der Kompagnie gegründeten Gesangverein geruhtet, die Vvn hier «mS erfüllt wurde, Es ging da onus folgendes Dantschreiben obu

An den Zweigveveftr Gießen vom Noten Kreuz. Vvrgeslern, als wir von einer großen M<^riä7übu»»g zurück- lamen, fanden wir zu Hause, d. h. was im Felde zu Hause heißt, unsere Urlauber mit den Gaben und Grützen aus der Heimat. Jetzt Ijerrfdjrt eitel Freude und Gesang in der ganzen 1. Kompag­nie, und das verdanken mir der fmntbUdjen Spende auS dem Hessenland und insbesondere dem Gießenec Roten Kreuz. Des­halb ml» bereichen Dank für diese schoirrn Spenden, ok uns hier draußen so unendlich viel wert si»rd. Wie sich die Leute darüber gefreut haben, beweist, daß wegen der Zrehl-armonika jeden Miend nach dem D-ienst die Schreibstube beinahe gestürmt tarnt, da jede Koworalschaft sie für sich haben will. Heute Abend war cS so wll. daß mein Feld-veve! all seine Autorität aufwenden Mutzte, um nur eilte Keilerei um! die Vreliegehrte zu oerhinderir. Auch unser Gesangoerein blüht. 25 Slimnreu geben sclwr» einen gan- ordentlichen Chor zusammen ab. und mir drei Dessen geben wt» alle Mühe, um die Sache in Schwung zu bringen: und eS

r ingt uns. Dft Lust zum Singen ist tn der Murpaguft oa, was die Hauptsache ist. Wenn roir später mal nach siegreichem Frieden wieder nwh Dause nach d-nn Osten fahren müssen, wollen wir gern in Gietzen Station machen, um Jlyiren zu zeigen. ,vas wir gelernt haben. Darum spreckZe ich Ihren im Namen meiner

J an-en Kompagnie meinen herZliazsten Dank aus. Mit den Herz- ichsben Grützen von der Wacht im West«» Ihr ergebenster N. N., Leutnant und Kompagmesührer.

Man sieht daraus, welche Wohltat und Freude den Truppen draußen mit solchen Liebesgaben erwiesen wird. Es liegen noch einige Gesuche um Zusendung von Musikinstrumenten dem hiesige!» Noten Kreuz vor. die <ll-er bis jetzt iwch nick« erfüllt ux^rdei» Konnten, weil insbesondere Ziehharmonikas nicht mehr zu haben sind und die letzte im Inseratenteil veröffentlichte Bitte um käustiche Ueber- lassung kein Ergebnis brachte. Biclleichr führen die obigen Aus­führungen doch noch zum Erfolg.

Baut Lupine«!

Di« ErMtgurmg an Fleisch und Milch wirb immer tzerrnaer trrrv unsere tägliche Iwoerfung an -Eiweiß und Fett immer knapper. Wir müssen deshalb mit allen Mitteln daraus bedacht sein, einen Ausgleich zu schaffen. Bereits im Frieden wurde uns« täglicher Bedarf an diesen wichtigsten Tigern unserer Er­nährung mehr und mehr aus dem Pflanzenreich genwirnen. aller- diicgs nmicheir die Grundstoffe hi»-rM twrnüegend aus dem Ausland eiugeflihtt Abgeschrritum vo»r jeder Zufuhr, versiegen diese Quellen, und wir fteljen vor der Nonvendigkeit. auch pflanzliches Eftrx' »n arötztem Umfang vm Instand zu erzeuge.». Wioder eimnal ist dir Landwirtschaft berufen, zu l>clfen, und an sie iid#£l sich oie Bitte uw Hilft. Sie kann sie erfüllen, dein» sie hat in der Lupine eine ÄuÄ/stse von hervorragendr'r BÄreutung. Der modernen Teaxnik ist eS sehmsoi, aus der Lupine die bitteren Giftstoffe m ausreirbeir dem Dtaße zu entfernen, und ein vorzügliches Speiseöl (515$ ; o Fett) und ein nahrl«rftes Mehl von 4060<y« Eiw-üß und 20 30* DMeUdvalen Zu gewvrnrn. Zum Anbau eigmet sich leichter Boden. Ms IahrrSfrucht kommt die Lupine als Vorfrucht für die Kattofftl in Frage. Als Düngung genügt Kaimt und Thomasmehr Für bvc Ernte, die zeitig vorgonommen werden mutz, sind die {pgfiuaatie! Windhauftn nicht zu empfehlen, west die Hülfen leicht platzen und die Samen farffchierchern. Am geeignetsten sind Dauben- puppen, die sorgfÄrig ausgestellt so lange stehen bleiben Wunen, bis die Einfuhr wirtschaftlich ausführbar ist. Beim Ein- fahre» müffen Kasteuwaacu oder mit Planen ausgeiegte Leiter­wagen benutzt werden. Eine Drittel ernte dürfte l012 Doppd- Hrntnrr Körner und etwa die doppelte Menge an Stroh für den Hektar ergeben. Der gesetzliche Preis wird wenigstens 40 Mark für den Doppelzentner sein. Dadurch wrrd der sachgemäße Anbau von Lupinen so lohnend, daß jeder versdüildige Landwirt dreier wenig beachteten urrd doch so überaus »oert vollen Küiturpflanza bereits in diesem Jahve das größte Jmeresse cutgegerrbringe-r muß.

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Befördervng. Unteroffizier mrd OfsizrerS-AspirLnt Ott» Frank wurde zum Bizeseldioebel befördert.

** Auszeichnung. M usketicr Georg Nickolai er hielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse und dre Hessische Tapfer keitsmedaille.

**DerAbsatzvon Herbstgemüse. Der Staats­sekretär des Kriegsernährrlngsamles hat seine Genehmigung tnrfür erteilt, daß alles Herbstgcmüse, über welches Liese- rungsverträge nicht zustande kommen, der Absatzbeschränkung unterliegen soll. Es darf jeder Anbauer für sich zwar behal­ten, was er in seinem Haushalt verbraucht u,rd in seinen, Betrieb verarbeiten lv-ill, gehl er aber dazu über, Ware im Handel abzusetzen, so bestimmt die Zfaichsstelle für Gemüse und Obst oder die ihr Nachgeordnete zuständige Stelle, wo­hin die Ware zu leiten ist und wer sie zu erhalten hat. In keinem Falle wird alsdann ein höherer, wahrscheinlich aber ein niederer als der LieferckngsverlragSpreis bezahlt werden

**

Das Schwurgericht hält im 1. Vierteljahr 918 am Montag den 4. März, vorm. 9 l /i Uhr. eine Sitzung ab. Verhandelt wird gegen die Katharina Philipp aus Bleidenrod wegen Kindermords. Die Anstage vertritt Grvßh. Oberstaatsanwalt Hosmann, die Verteidigung führt Justizrat Dr. Roscnberg.

** Ferkel Höchstpreise nur für Schl a ch t ferkel. Zahlreiche Anfragen und Pressewottzen suchalten die Meinung, daß die neuerdings feidgesetzlen Ferkel hochtpreise von 1.10 Mark pro Pfmld Lebendg<ÄlIjcht ab Stall bei allen Ferkel verkaufen Geltung haben, gleichgültig, zu webizrm Jn-ecke die Tiere er­worben werden. Tenmenenüber sei darauf hu^eioiesen, dag d»escr Höchstpreis nur für Lchastiüscrke^ gilt, die zum Zwecke soforttger östpiachimg erworben werden.^nicht aber für Tiere, oeren Kauf zu Zlrckstzwecken oder zur Aufstallung zum Maten erfolgt.

** Richtpreise für Speisesen f. Für Sl-eisese,ff sind von der VvIkÄchrtsckZcrftlvchcn Abteilwmg des Kri-ogsernährungS« amtS nach Aul>orung der Senfsaat-Eiukaufssrelle Berlin solg 2 » 0 e Richtpreise festgesetzt worden: 1 Bei bet Abgabe durch den Er­zeuger in den Meiuhcnrbst 60 Mark für den Ze»stn-er. Zn Mengen -mter 10 K.lo Sonrntt ein Aufch'ag von 10 Mark für don Zentner hinzu. 3. Bei der Abgabe drrrch den Kleinhandel an lSroßver- braucher, in Mengen von 1 bis 5 Kilo 90 Pfg. für das Pjund.

3. Bei der Abgabe durch den Kleinhandel an BerbvcaLLier, in M«»gen von weniger als 1 KÜv 1.10 9Kark für das Pfund.

4. Denn Berkaus m Origsraipackungen durch den Kleinhandel,

» Aufschlag von 45 Psg- für das Pfund auf da» Er­zeugerpreis.

** E i n zeitgemäßes Verbot. Der Oberkomman- >ierende in den Marken hat verboten, Papier in die Ab^ falleimer zv werfen. Das zeitgemäße Verbot lautet: Es ist verboten, Papie» sauch Zeitungen, Zeitschriften, Bücher), Pappe mrd Abfälle oder Reste von Papier oder Pappe dem Hausmüll beizunrengen. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 100 Mark oder verhältnismäßiger Haft bc'strast Sofern die Haushaltungsvorstände und dir Inhaber und Leiter von gewerblichen oder gemeinnützigen Betrieben die Absonderung des Hausmülls Dienstbolen oder Angestell­ten übertragen haben trifft die Strafe diese letzteren: neben ihnen sind auch die Auftraggeber sttasbar, wenn die Zu­widerhandlungen mit ihren» Bornnssen begangen sind, ober wenn sie es bei der Auswahl oder der Deaufftchtigung der Beauftragten an der erforderlichen Sorgfalt haben fehlen lassen. Diese Anordnung tritt am 1. März in Kraft.

** Anlagen in usik der Garnisonkapelle findet mor­gen um V-12 Uhr in der Süd-Anlage statt.

** Schwarz-Weiß-Theater. Tos FilmwerkE«>- vannis Rack??" fmw? das mnerhattende Lustsvie!Störe nicht die Flitteiw-chm" sind im neir-eu Programm entlwlte:». Siche Anzeige.

** Einschränkungen der weibli ch e n Kraukcn- pslege Krankenpsloiieninn»m dürsen nur nah im ScmiEsGenlst und in den Eim^ckjQingen mit eimi Tätigkeit Leidröftigt inerden, ivic t>er Pflege der Berirnindewn und Knuirl'en mmrittesixir zugute kommt, z. B. als .Ä>xt>säD»m-stern und Köchvnreu. Di.-s giU für Srlweltern und Hilsvsdjwestecn mit und ointe staatliche Au­er kenuimg, lvi-e sQrdcnSschoestern. Nach einer besmüxwcn Verftigung des Kriegsm nrifteriumS dürfet» sie in sonstigen WirtsckMftsbettiebon des Operatünrs- und Etappengebietes, njk? den Gebieten beq Generalgouvernements usw. nicht mehr beschäftigt werden. Hierzu gehören Eisenbahnverpffegungssiollen. Offizier-^ Soldaten-. Eisen­bahnerheime, Mlitchwaschereien rffw. Soweit sie in txraaigtn Be­trieben bereits beschäftigt werden, ist ihnen nohx^ulegen. nach Ad- laus ihrer Verwaae aus dem bestcherDen Dienswerhältnis aus-u- scheiden und sich dem eigcmlichm LranftMpftogeSWnste wieder -u zuwenden.

** WohnungSfürsorge für ki»derr«ich«

1 ien. Ter Weltkrieg hat das BcDötterumgsProblem tn den Mittel­punkt aller sozialen Bestrebungen gerückt : von seiner Lösung hängt Zukunft und Wohlergehen des garrzcn BolLs ab. Zu den unchtigsten Ausgaben in dieser Bezü'hmrg gehört der Sch u tz der kinder» r e » ch e n Familien. Für drqe ist insbesondere du Beschafftmg einer cncSreichenden und gejimdcn Wohnur»g äußerst sckrmer»g Hier­für bilde» die ttebersilllmlg Ä-oer «ruoßen Ä!rzahl Wohnwagen, sonne die w.-»iere Tatiackp.' überzeirgenden Beim-is. daß »mde Familien mit größerer llinderzahl in ungesunden Quartieren hausen »nüssen Tie Folge davon sind KrauN^ilen ui»d schvtick)i idpi Körperbau Oer Kinder: auch die Tuberkulose und die Säuflli,rgssterbli.ch'eit finden hier den beiden dlahcbooen. Ter Sckrutz der kinde»7reulien Familien muß also m erster Liuie durch ciue ausreichende Wvh- uungssürsorge betätigt weüben. In dieser Envägung hak der Ernst-Ludwig-Berein in Darmstadt einen Ausschuß zur weiteren Prüfmrg der zu unternehiuenden Sckxsttte berufen Dieser Ausschuß hat eine Rsthe rx>n VorschSägen für mul int, mit Deren Ausführung der Verein jetzt beschäftig! ist Einmal wird sich die von ihm gegründete BrugesellstliaftHcimatdank" u. a. auch mit lener Aufgabe befassen, serner will der Verein eine Stif­tung errichten, aus der jenen Fomilven Zuschüsse gelbähtt »verden, ollen znm Erwerb emer eigeilen DeimUülte oder zur Zahlung >er Miere für eine gute und ges»rnde Wohnung Zn anderen Bun­desstaaten ist ebeirjalls die Errichtung solck)ier Stiftungen ge­plant, in Baden »md Bayern fitUD denselben bereits bedeutende Zuwendungen ziigeflossen. Tn Gedanke hat in Hessen bei all-n» L-ckichen der Bevöikerirng einmütige Zustimmung gefunden, der Stiftung sind bereits Zw^tdungen ^dtorer», vbrvohl eine Wnbe- lätigkeil noch nicht ausgeüül wurde, 'sie wird also poraussichtlich imstande sein, manckie Not »md »nanchen Kummer zu beseitigen

Landkreis Gieße«.

i. Ettingshausen, 2. März. Zum GergkantuN wE Ludwig Op per beföiwett, Hainrich Seippl. mrd Hemrstz Zor erhielten die Hesiische TapferkeitSm^«.Üle.

m. Hungen, 1. März. Nachdem vor 4 Wochen der rn« der beiden bei Holzhauerarlxtten am 3. Deyembn o. I. V..'run4 glückten gestorben ist, ist gestern nachmittag auch der ziveite. Weiß- bindermeisder August D e tz l e r , vou hier, in der Musik zu GiesM einen schweren Rürftmmmckverletzungen erlegen. Der aufGrube Friedrich" beim Pnn»pen beschäftigde Karl Münch vor» hi« rn> migl ückte dieser Tage dadurch, daß sich los lösende Erdnraffen arrs i^r niaderfiLl^r. Er erlitt erhebliche Verletzungen an einem Bcür und im Rücken. . .

$ Leihgestern, 1.März. Dem Musketier Wckh. Luh wurde die Hessische Tapsnkeitsmcdaille verliehen. Mit dem Eisern« Kreuz wurde er sckZvn früher ausgezeichiet.

** Obbornhofen, 3. März. Bürgerrm-Ntec Le Ich hör« und Frau feierten gestern ihre goldene HodM-»t

M Treis a. L., 1. Marz. Zu dem Ersn»ren Kreuz erhreü der MuSketin Philipp Rock die .Hessische TapferkertsmedarllL. - Tem Hockibauteckmikn Plsilipv, K l ei n von hin wurde in An­betracht seiuer vorzüglichen Lnllungen aus der Geiverbesch»ckk zu Tarmstad! die Berechtigung zum ei!rjähr»«-frnwali.»en Mckuar- dienst verliehen. Bei der für die Schwestern spende veranswlceten, Haussammlung gingen 103 Mark ein. Die Samtu»lu.ng von Kindev» wasche ergab 3 große Waschkörbe voll.

Llreis Büdingen.

G Echzell, 1. März. Ein 17jährign Bursche brachte eine^ auf Urlaub weilcrrden Soldaten und einem onberm B»»ttci?en mit einem Dolchmesser erhebliche Verletzungen bei. l SdaTil + au sen. Das Eiserne Ki'euz- erhielt der MuSfttier Hernnch G , a r.

- Wippenbach. Zum Sergeanten besördett wurde der Untere ossizier Friedrich Emrich Hl., Znliabn dos Eisernen Kreuzes der Heslischen Tapferkeitsmedaille u»»d des Kricgschrenze»ä)enS m Eisen. Büdingen. Die HesAä>e TapserkettSruedaill« erhielt der Pionier Willi Nix; zum Sergeanten besördett wurd« der Unteros^zin WUhelm G l u n d

KreiS Alsfeld.

** Ober-Ohmen. 2. März. Dbnfr&f« Ernst Stritte, wurde zum Sergaanten befördett.

Kreis Schotten.

** Gedern. 28. gebt. Pionier Mild Dogel. Svhn des Gendarmerie-WachttneisrerS Vogel, wurde zum Gefreira« befördert. ,

Q Gebern, 28. Fcbr. DaS (Hfente Kveu^2. Klaffe erfneftntt Geft. Wilhelm Peppe! und Schütze Heinrich Lambmanu. W« der Hessischen TapferkeitSmevaillc »nurdei» ausgezeichnet Znhr« Hermann Ackermann, Musketier Heinrich S t ö h r »mb ^and- sturmmarm Wilhelm Z i e s i n g. Befmdett nmcden zu Sergeaict«, die lluteroffixiere Karl Fay und Karl S trupp, zum U.ntri> ossizicr der Gr-sreitt Reinhard Reinhardt, z»rm GeftrÜLtt d« Pionier Will-elm Vogel.

Kreis Fricstderg.

Melbach. 1. März. D»e Hessische Tapferkeitsmedackle erhielt der Gefreite Hermann P»e h. Beienheim. Da^ Eiserne Kreuz und die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Gefteite Hu.go Eich. D o r n a s sen h ei m. Die Hessisch« Tapferkeitsmcdaille erhielt der Pionier Atthuc Bommershe»m. Friedberg. Zum Sergeanten befördett wurde der Urttev- offizier Karl S ch e v t c l

Starkenburg und Rheinhksse«.

I Darm stadt, 28. Febr. Ter Mitinhaber der HSesige« Menkscha, Fabrik, Dr. WLH Merck, gericl am letzte», Plirnrtag in Berlin beim Aussteigen auS einem Sttaßenbahnwagen inita einen arideren Straßenbahnwagen und erlitt einen Sck>ädetbruch4 Er war mehrere Tage bewußtlos. Auch jetzt ist sein Zusta»»d r»och sehr bedenklich

I Darm stabt. 1. MLr^. Die StndtvewrdnttnwnlaLirnr» lun beschloß einstimmig, gegen dre geplante neuettick^ Erhöl?u»»g d-r KvlS.mpveise schrrffva» Euffpruch beim Dvurschcn Städtttag $u er» beben-

I GrieSheim bei Darm stade. §8 Frdr. DaS jrebn^ährige Söhnlein bn j*tm»tlv Kalb tn der Karlstvaßc saß aus bau Abott, an dem eine WasäZleine befestigt war. Arüiere Kir»der yoqax- an der Leine, so daß der ganze Abott z»rsamm-en br<väi »md Itg\ fl einen Z»,fassen unrer seinen Trümmern begrub. Mil gebroä>enen Ber»ren umtte er herausgezogen. Jrisolge des ZutretcnL von Wundstarv- kramps ist er jetzt seinen Verletzungen erlegen.

HejfkN-Nasia«.

Frankfurt a. M., 1. März. Die am DmmerÄag hier voNzogenen zwei Ersatzwahlen-zur Stadtverordneteuversan»mlung stmrden im Schatten des Burgfriedens Gewählt wurden der Fott- schrittler Redakteur Dr Goldschmidt mrd der Sozialdemokrat Grwerkschaftsbeamter Georg Ulrich. Von 3851 bzw. 3834 eiir- getragene»» Wählern übten Mir 128 bzw. 183 Wähler il-r Wuhb recht aus. _

Lchöfscngericht.

Gießen. 1. März 1918.

Wegen Nichdablieferung der ihm von der Leittmg des Milch- aebiets Gießen zur Lieferung ausgegebeuen Milchm^-nge wurde der Landwirt Lch. Rinn lX. von Heuch'lbeim von dein Sc!>öffen- aericht Gießen zu einer GefängniSsttase von 1 Woäic und zu den Kosten des Verftrhrrns verutteilt. Kuhhalter aus anderen Gs- m-einden wurden<n*J dem gleichen Grunde mit Stvafbeschlcn von 200 Mark bedacht.

«riegs-hochschulkurse an der Zront.

F.. eine mrtteLgooße Landsdadt in Nvrdftmrkreich einige Meilen hinter 'der Frortt. i3tt»»ySum em »veUigxs Weideland einst die Fleiscbkammer von Paris. Der Ott selbst, eine weitläusig gebaute, ziemlich häß» »2 Fabrcksladi olm Geschichte. T« Fabr.keu, meist für Weberei »md GlasbreMeuei, stehen leer, sofern die Gebäude »richt für HaeveSzwecke verwandt werde-r Die^er sind zumeist ein- druckÄ-os. die geringste»» sLütticlien ltehen m»tten durcheinander, die Läden s md fast g rnzlich leer. Draußen Nebel- und NvgemrZetttr, Mtt der Straße undurchdringlicher Schmutz. Die Stadt entbehtt der Ableitung und Was,etteitu»»g: für deutsckL Begr»fse m»erttäg- liche V-rhältwsie. Dre blitzender» Stände sind entflohen, in ihren Hausern /«ben s»ch deutsche OffiMwe eingerichtet: rmr die Aermeren sind geblieben. Jl» den Kellern drücken sich die arm­seligen Bewohner der ,^vakmetten" Gebiete zrrsammen. Um fo mehr Men die Zeldgrxriven ins ?Luge: Soldaten überall. Soldaten zur IMmng ausziehend. Soldaten in die Stadt mit schmetternder Musik zurückkelwend. stets in strammer, stolzer Haltung: eine Freude für das deutsche Herz, Soldaten in den Straßen am 2Qbenft schlendernd, dir Äkutiouen mnlagerrü), in der übrigens vortreff­lich Mlsgerüsteten Z<ldb»och'.Mrdk»rng sich drÄ»gerrd, gelegentlich auch mit den franzSsischeu Widern mrd jungen ?Mdchen sck^rzend. Bon den umliegenden Höhen tönen Kwwnenjchüsse »nrd das Ge­knatter vor» Maschn»ei»gavehren fast! mraÄüssig ins Tal. In der Stille der Nacht dringt von der Frvut her ferner Gesckzutzüvnner dumpf an das lauschende Ohr. Gearbeitet wird in F. von der deutschen Heeresvenval tung gawz gewaltig; wer sich das Leben m der Etappe als ein Säzlerrder» und Schlemmerleben vor­stellt, ist ft» starkem Irrtum bef-nrgen. Dre Truppen üben an jeden» Tage und bei jedem Wetter, jeder ist sich beunrßt. zu welch.'M Zweck. Es liegt etwas Großes ft» der Äfft, von dem niemand weiß. wann, und wo es bosbrvchen wird, und das dort» jeder mft Freude be­grüßt: die Stimmung ist auSgezeicki »et. Dazu die Arbeiten für die Beriorgimg der Truppen mrd die Vc»wa5tuny von Stad: und Land Eine mächtige Mar»ne<ado^sabrik ist in F. durch deutsche Tatkraft Und llnfficht entstanden »mtz versorgt die ganze Aeme»' mrd nicht nur diese. Die über em« tiefe^»vcht gespannte Eisenbahnbrüch- It*B durch die FranAchcn bei ihrem Rückzug gesprengt loyrden: daun

war von den Deutschen eine neue aus tzvlz in fünf holien Stockwerken erbaut »vottxrn. zu der eure weitere eiserne vor eftriger Zeit Hinzuge1!on»men ist.

In diesem ganzen GJetriebe ein sittsames Bild Zn dem freilich recht ärmliäMn ..Festbau" (falle de fates) sitzen an roh gezim,netten Tischen ft» einem Saale, per »voch aus der FrieberrLzeil her mit fronjbfifaren Fahne»» geschmückt ist. inngc Soldat-cm: Le»ttnants, Unteroffiziere, Gemevne. irische. d»rrch das Leben im Freien ae- rötcte, fttteNigent« Gesichter. Bor ihnen steht an einembel)elss- mäßigen Katheder", d. h. an einer aus eine»» Tisch ge,'ttllten Kistr., als Redner ein de.tt'chn: Professor. Wer aber hinMritt und zulivrt, der wird bckld ftrue werden, daß der Atonn nicht vom Krieg« spricht. De»' kahle Saal, der störst die Hock,vttten der ftarrzösischen oabrikante»» oder die stimme dsS zuur ftde.re gegen LeutjckiLa»»d h tzcnder» Agttv:orS gelilött haben mag. veririmntt nun deutsche Wissensihrst! Das Arn»ee8onr»NM»dv hat stä, der Not unserer »»ach geistiger Nahrrrng lMngngen, ja. ausgehrngvrteu Sttldcnwn er­barmt. Es l)at sich ft» höeh't anerkemreirswitter Weise der Eftlsicht uüht pcrschüossen, daß mar» der» jrmge.» Leute»», die jetzt sckZm» »m siebenten Senrester von der IftriLett'ttLt euffernt sind, ja, sie als ,.Kriegsprima»»er" v-Ällechl noch nicht einmal gesehen haben um sie frisch »md wohlgemut »md mich für den Krve-^ l-cisüu»gssLhig zu erhalten, ein«» Trirnk aus dem Bvrive der Wisiarrschast bieten muß: es hat in dem EtapperckllmvNQndantWr Major Schlichtriss» einen liebentwürdige»» und verstmrdnrsvvtlen Dtäcenas und m dem Freiburger LiteraturhisDvcker Pwfeffor Witkop, der tm Heere den holMn Rang einett Grrfreiieu beLeidtt. einen eifrigen und ae- lchukte»» Bermrstvtter dieser Kurse gesirnden. Freilich verditten cS btc Verhältnisse, daß nun» die Wisfanschrften alle .zugleich vornimmt: sie müssen nacheftumder Matz »mhureu und dürft»» sich nicht länger als über einige Wvcl>an auttb»'stte»r Die B-olkSwittschrftler haben be- goun«» (216 I.), dann sind die The"4ogen daran ®ctoiiuniöi (18.31. I.) darunter die Gi-ßp.rer Proftssiren F ck, G u n k et uird Krüger dann fcitfcm die döotuttoisfanschaftler und Me­diziner daS Wvtt (3.16 II.). So ist das frmrzäsischeDreck- nest" eftie de»rt'che llnftiettsität-stadt gnvorden.

Dft Geschichte wind CBtnwf oon dieser zeitweiligen und aller­dings sehrbehslsSmüßfaan" Urrwersität schwerlich rederu Doch bLecbt es deaüvürdiL. daL das deutsche Lvtt mir der L^jarichaLt

einen so engen Bwtd geschivsfari hat. daß es sie auch im Felde nicht entbehren kann. Und mit »facht Itcol man gefragt, ob es «oohl äftckichis Vettmstalttruga» an der ftanzdfisilren und «rglifarn. tiesclrreicre d«m russischen oder gar montcnogriinscliei, Fro»U gegeben Hab«, mag. UvÜ unvergeÄlch.' Eindrücke ward«» alle Teilnehmer von diesen Kursen mitgebracht haben. Die SttLdeirttn habe:» nneder ein»»rat Heimat» tust geatmet und von dem deutschen Geiste geSostet, den sie eine ganze Welt verteidigen Die Pwfessoreir. denen die junqen Leute auch ft» stimmungsvollen ernft>ftöhlick»m Kommersen »uvd bei so nurnchem vertrauten Zusammensein rasch »»al-egetreten smd» l-alen aus der Siegeszuversicht wck» a»cS der Lernbo>sierve rsrftretz lxrrlichen Zngeiü» neue Hofsiru»ag geschöpft für Vaterland urch Wissenschaft. Und auch das sei nichl vergessen das fntöiidje Beisammensein beider Konftssionen in den theologischen Shirfen irrtb die mancherlei fre»mdlichei» Bezrelnncgeu. cüe sich daraus er gaben, haben mrs in der Envacttnrg gesdärtt. die Auscrna»ft«fttz»m'»en zwischen den Kv»rftssrou.en werde»» nach dem Kriege gtimpstichevL Fvttnen arrnchmeir.

Mögen die Kurse in F., die schon jetzt nvftt als die einigen» dastehe»», auch m andere« Armocn Nachfalger fvtdon l G.

O

Frankfurt «r. M., 1. Mürz. Ter UrvuMheimg vo« Tr. Adam KuckhoffsDer Deutsche txnt Ba»Mreo»rtt" ward tim Tonnerstag im Neuen Theater ftin freuEicher Empfang Das Publikum ist der lärmenden KriegSstücke, mit denen es jn Begftru »>eS Weltkrieges überschüttet str.rrde, herzlich müde. eS verltmat widere Kost, selbst toe»m num diese dem Gewürz Baterfanö» Heimatliebe usto. schmackhaft zu »nachcr» suckst: Tas Schauspiel bs» handelt die vielgehötte Fabel von dem Ssftre eines Teutsch» Franzosen", der zu Krie^sbeginn sein. deutsck>es Herz erkennt, einer hilftlieischrnden deutsck»Ll Patrouille Sch»»tz gewöhn und dafür als Spion die Kugel en»psL»»gt. Olm*>W mm» dos Stück mit aller Liebe ft» bezug auf Regie mrd Szenerie ausge^rtzt hatte, konnte der Berfafter, er »st Drarnaturg am Neuen Theater, nur einer» Dank für seinen Fleiß erttgiNiemiefanen, nkfa für fairai Tichitung. Die Darsteller gaben sich die redlichsL Mühe, dem Stück su entern Achtungserfolg ^ verhttfan°