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Aus Stadt und Land.

Gießen, den 1. März 1918.

Militärische Jugendvorbildung.

Nach einer jihtffft ergangenen frie^ntiniftertetlen Bestimmung WI auch im Jahre 1918 in ben; Abteilungen ber militärisch!«: Ingen dvorbildirug ein Wettwehrturnen in ählüicher Weise, wie 1916 und 1917,, ftiattfinbcn.

Tie Nachirichl wird allgemein mit <jni>fter ^rntbe ausgenommen werden. War doch im vergangenen Jahre trotz der Not der Zeit, die natürlich auch ihre Schatten auf das Gedeihen der vornehmlich Körperkräfttgung erstrebenden Jug<ndabte:l::ngen lvirft, die Betritt- gung LN vielen Orten eine recht lebhafte.

Zu bebauen: ist nur, das» noch immer Kahlreiche Jünglinge, welck>en es an Zeit nicht gebricht, den Uedüngen senchleiben, wiewohl die Beteiligung mancherlei greifbare Vorteile bietet.

Die vielfach) verbreitete Ansicht, daß die Jtmgmannen der militärischer Jugendabteilungen zuerst an die Front kämen, ist Häßlich irrig. Richtig ist, daß sie infolge besserer körperlicher Vor- 'bildung den Anstrengungen des Hceresdi«:st>es eher geivachsn: sind.

Der Eintritt in die Jugendabteilungen kann jederzeit erfolgen, Jeden: Neu ein tretenden steht die Beteiligung am Welxr turnen frei, dessen besondere Bedingungen in nächster Zeit bekannt gegebne werden.

Ä« Hühner von RanbdSgefn dezinckrrt werden. Von den am Rande

unseres Ortes wohnenden Bürgen: tvvniren dieser Tage von einem Hühnerhabicht nicht weniger als ein halb Dutzend Hühner getötet und gefressen. Die Jäger fehlen, die den Naub:>ögeln das Handwerk --legen. So treiben auch die Sperber ihre vogelmordende Tätigkeit in jüngster Zeit stark.

** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß- Herzog hat zum 14. Februar dem Bürgermeister, Orts- yerichtsvorstcher und Standesbeamten Johannes Trautmann zu Böllstein das Silberne Kreuz des Verdienstordens Phi kipps des Großmütigen verliehen.

** Beförderung. Ter Unteroffizier Karl Keßler wurde zum Sergeanten befördert.

** Au s englis cl-er Gefangenschaft znrückgcckehrt ist der Sau.-Soldat Karl Prasch. Vismarckstvaße 5. Tie ilM von Deutsch,«: Gefangenen mitgagebenen Adressen nnd Briefe haben die Engländer natürlich nid# rnr.geliefert. San.-Soldat Prasch ist daher bereit, ans Anfragen bereitwilligst Auskunft zu erteilen.

** Höchstpreise für Eichen- und Fichtengerb rinde. .Am 28. Februar 1918 ist eine Bekrnmttnadmngi Nr. L. 1/2. 18. K. R. A., betreffend Höchstpreise für Eichen- und Fichtengerb -rinde erschienen, die an Stelle der bisher in Kraft gewesenen Be­kanntmachung Nr. 1.. 1/3. 17. K. R. A. vom 20. März 1917 ge­treten ist. Durch die neue Bekanntmachung werden Höchstpreise für geschälte und ungeschälte Eichen- und Fichtengerbrinde, auch soweit sie rm stskalischm Besitz oder Eigeirtum steht oder ans dem Aus­land eingeführt sind, festgesetzt. Die Höchstpreise sind gegenüber den vorjährigem Höchstpreisen erhöht worden. Die vollen Höchstpreise gelten jedoch nur bei Gerbrinden, die nicht ans dem Stamm ver­malst werden, und bei deren Lieferung die Vectra aspart eien be­stimmte, in der Bekanntmachung besonders vorgeschricbene Liefe rurrgsbedingungen vereinbart haben. Der Worflaut der Bekannt machun^, die eine größere Anzahl für die beteiligten Kreise wich tiger Emzelbestimmungen enthält, ist in der gestrigen Nun:mer un­seres Blattes einzusehen.

^Beschlagnahme von Bekleidung und Aus­rüstungsstücken für Heer, Marine und Feldpost. Die Bekanntmachung Nr. W. M. 90/12. 17. K. R. A. vom 1. März 1918 enthält einen Nachtrag zu der Bekamitmachmg Nr. W. M. 1300/12. 15. K. N. Ä. vom 1. Februar 1916, betreffend Beschlag ivahme und Bestar'bserhcbung von Belleidungs- und Ansrüstungs

'stück«: für Heer, Marine uitfo Feldpost. Durch diesen Nachtrag sind

Haardsäcke, Handsästitzer und alle anderen zum Schutze der Hände bei Betriebsarbeiten geeigneten Web-. Wirk-, Strick-, Filz- und Seilenvaren beschlagnahmt und meloepfttchtig geworden. (Auch Anfaßlapprn.) Die erste Meldung ist bis zum 15. März 1918 an das Webstoffmeldeamt zu erstatt«:. Der am 1. März 1918 vor­

handene Bestand ist für sie maßgebend. Der genaue Wortlaut der

Bekmmtmaämng ist in der heutigen Nummer unseres Blattes ein Duschen.

** Höchstpreise für Bohnenkonserven. Die Ge Ärüsekonservcn-Kriegsgesellsck-aft hat Höchstpreise für Bohnenkon­serven festgesetzt, die sich für die Llbgabewoin Kleinhändler an den Verbraucher, je -nach Art der Bohnen, zwischen folgenden Sätzen bewegen: 1,30 bis 1,78 Mk. für die ganze Normaldose, 0,72 bis 0,97 Mk. für die l-albe, 0,42 bis 0,56 für die Viertcldose.

** Einstellung der Kr iegs g efa ng e ne npvst mit Rußland undRnmänien. Mit Rücksicht auf die veränderten, politisckwn Verhältnisse hat der Austausch von Kriegsgefangenen^ post mit Rußland durch die Front eingestellt werden müsien. Da auch auf dem Wege über Schveden zurzeit keine Beförderungs- gelegenl)eit nach Rußland besteht, könneu bis auf tvcitcres keinerlei Postsendungen an Kriegsgefangene in Rußland angenommen werden. Dassels gilt fiir die bisher über Schweden und Rußland beförderten Postsendungen an Kriegsgefangene in Rumänien.

** Warnung vor dem Handel mit m'iuderwerti gen Ersatzmitteln. Dem Bundesrat liegt, wie bereits mit geteilt, eine Vorlage über die Einführung der Gnvehnttgungs-i pfticht für Ersatzlclensmittel vor. Für den Fall, daß der Bmünsrat dem Dervrdmnsgsentwurfe znstimmt, wird im Interesse der bereits im Handel beftndlickion Ersatzmittel eine Ucliergangsfrist, während der die noch nicht genehmigten Mittel noch verkauft werde!: dürfen, vorgesehen werden. Trotzdem empfiehlt es sich, daß der Handel, und tzwar sowohl der Großhandel wie der Kleinhandel beim Einkäufen von Ersatzlebensmitteln schon jetzt größte Vorsicht übt und sich nickst mit ungeprüften oder gar seitens der bisherigen Süddeutschen Er­satzmittel-Genehm igungsftell«: abgelehnten Maren eindeckt, docen Verwertung während der Uebergans-zeit Schmerigkeiten bereiten würde. Tie Hersteller guter Ersatzlebensmittel werden schon jetzt im allgemeinen -in der Lage sein, den Käufern die amtliche Go- ttehmigungsnrkunde bestehender (staatlicher oder städtisckier Ersatz- wittelstellcn vorzulegen, mindestens aber Gutachten amtlick>er Nalxnrngsmittel-Untersuchnngsäm'er über Brauchbarkeit, gegebenem falls auch über Preiswürdigkeit ihres Fabrikats vorzulegen.

** Portofreiheit für Hilfsdien st pflichtige. Die Hllfsdienstpflichtigen erhalten von den Einberuftmgsausschüsseck Vordrucke über Art und Ort ihrer Beschäftigung. Sie füllen diese aus und schicken sie 'an den Einberufungsausschuß zurück. Die Be­schäftigungsanzeigen genießen nach einer Berfügimg des Reichs- tPostaiwts bei der Rücksendung Portofteiheit, weil es sich um eine vein dienstliche Mitteilung des Meldepflichtigen handelt. Die Sen­dungen müssen aber den Abdruck eines amtlick>en Stempels oder Siegels und den VermerkHeeressache" tragen. Auf Stadtpvst- sendungen erstreckt sich die Portofteiheit nicht.

** S t a d t t h e a t e r. Es sei ar: dieser Stelle m>chmals daraus hingewiesen, daß am Samstag den 2. März die 15. Freitags- Abonnements-Vorstellung stattsindet. Es gelangt Shakespeares Othello" zur Ausfühnmg. Die Leitung der Vorstellung hat aber­mals Herr*S t en g el, dessen bewährte Regieführung sich gerade hier in bestem Lichte zeigt. An: Sonntag nachmittag wird das rei- S«:de LustspielMeine Frau, die Hofschnispielcrin" bei kleinen Preisen gegeben und abe:ü>5 wird das liebenstvürdige Singspiel Sah ein. Kn ab ein Röslein stehn" zum achten Male wiederholt.

** Lichtspielhaus (Bahnhossttaße 34). Samstag, Sonn­tag und Montag gelangt das große FilmwerkTie Glocke" frei nach Moti:>en von Friedrich von Schiller bearbeitet, zur Ausfüh- rm:g. Außerdem «rthält das Programm das FilmdramaTer Geigenspieler". Siehe Anzeige.

Landkreis GiktztN.

** Alb ach, 1. März. Kmw-ni-er Weh rum erhielt die H^s- f:sch>e TapfcrleitSm-edaille.

U Lang-Göns, 28. Fahr. Tie Hessische Tapferkeitsmedaille erstellen der Wagnergehilfe Karl Mai, Briefträger Willy Weil Und Äektromonteur Willy B r n cf e l.

** Li ch, 1. März. Uittcroffister Heinrich Kem pf wurde zum Sergeantei: befördert und mit der Hessisckien Tapferkeitsn:edaille uusgeze:Hret.

zm. T r a: s - 5) o r l o f f, 1. März. Unser Ortsdiener Hermann S chn e t b e r wurde zum Sergeanten, Schulverwalter Adolf Rud­los zum Leutnant befördert.

Kreis Alsfeld.

up. Ruppertenrod, 28. Jebr. einer Zeit, in der die Mer eui sehr geschätztes Produkt sind, ist eS sehr ärgerlich, wem:

HFnKi §käm und M me

k LekVvUe Goldwert-F tmb vergütet-

Die ©oI5an!aisfftelIe

in den üöiimen der kezrrlssparka'sie Gietzen ist morgen vormittag von (9 bis \Vi 2 U!?r geöffnet!

Starkeiilnirn und Rßeinhesscn.

W. Z. Hattersheim, 28. Febr. Hattersheim begeht in diesem Jahre sein 9Mjähriges Ortsjubiläum. In 1018 zum ersten^ mal in der Geschichte erwähnt, führte der Ort zunää-st die Bezeichn nungHeyderÄieim". Bis 1595 gehörte Hattersheim zur Mutter kirche Okriftel. Da dem Hause Nassau zugeteilt, blieb der Ort ka tholisch. Wohl bis 1811 gehörte Hattersl-eim zum Amte Wallau, seitdem zum Amte Höchst. 1820 hatte Hattersheim nur 123 ^Fa- mitten und lange über diese Zeit hinaus war imr ein Lehrer tätig (Jetzt sind es 9.) Bekannt war Hattersheim durch die Houptpost- haltere: zu Nassaus Zeiten, durch welche ein enonner Verkehr end stcn:d. Auch ldie Fürstei: dos Hauses Nassau halten hier ihr Absteige- quartter.

Mainz, 28. Febr. (Pr.-Tcl.) Aus Veranlassung deS Kriegs­wucheramtes bereist gegenwärtig eine Kommission die einzelnen Wein bau ge biete, um an Ort und Stelle sestzustellen, ob und in

welcher Form von den Erzeugern übermäßige Preise gefordert

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werd«:. Durch energisches Einschreiten hofft man, die anormalen Preis sorderungen einzudämmen. Bei den Wein Versteigerungen wird festgestellt, ob die Steigerer^ im Besitze der Handelserlaubnis sind, andernfalls wird nachgeprüst, ob die ersteigerten Weine widerrechb- lich weiter verkauft werden. So wurde bei einer Weinversteigerung des Wii^ervereins Nauenthal durch einen Berliner Kriminal­kommissar und mehrere ihm beigegebene Wiesbadener Kriminal­beamte bereits eure solche Kontrolle ausgeübt. Auch auf die Zurück halttn^ voi: Weinen in der Absickst, späterhin noch höhere Preise zu erziel«:, soll besondere Aufmerksamkeit gelenkt toerden.

Desfen-Nassgu.

Fc. Ca mb erg 28. Febr. Die. Stadt schloß mit der Domänen-Venvaltung einen Vertrag ab, der ihr ab 1. April d. I. den gesamten Domänenbesitz in der Gemarckung rund 154 Morgen z-nr eigenen gemeinnützigen Verwendung und zum Weiter'oerkaufe an Kleinbesitzer, insbesondere auch an Kriegsbefchädigte übereignet.

G. A. Frankfurt a. M., 1. Ntärz. Ter Bereinigte ^ttf- ttrngs- u:td Finanzausschuß, dem die Magistratsvorlage wegen des Ankaufes der HeilanstaltHohemark" übertragen war, empfiehlt der Stadtvevordnete/werfammlung die Annahme des Magistrats- antrages. Ms Kaufpreis ist die Summe von 1,110,000 Mark fest­gesetzt worden. Neben der Stadt waren auch noch verschiedene private Kaufliebhaber Vorhand«:.

mr. F r a n k s'u r t a. M., 28. Febr. Im Nathmlse fand gestern m:ter Vorsitz von Bürgern:eister Dr. Luppe, F-rankft«rt a. M., eine Versanimlung der Bürgern:eister der größeren Städte des Regiermrgsbezirkes Wiesbaden statt, die sich über die Vekämpftmg des Schleichhandels sck-lüssig werden sollte. Mle Anwesenden be­tonten, daß es nahezu unmöglich sei, d«: privaten Schleichhandel zu urtterbiuden. d^ur eine noch schärfere Erstchsnug aller Lebens­mittel aris dem .LaiLe und eine durch sie bedii^te Erhöhung der Rationen in den Städten könne Abhilfe schassen.

--- Frankfurt a. M., 28. Febr. Zum Pplizeiinspektor im hiesigen Polizeipräsidinm tourde <ri: Stelle des nach Kassel be- rrlsenen Inspektors Hensel Polizeiinspektor von Gronefeld aus Gelsenkirclien ernannt. Herr vm: Grvnefeld war früher be­reits als Polizeikommisscrr hier tätig.

Frankfurt a. M., 28. Febr. Im Warenhaus von Wrouker an der Zeit ist man groß«:, von An-gesbellten der Fi rum verübt-en TiebstäR«: auf die Sp::r gekommen. Ms Haupttäter ermittelte die Polizei die langjährige Veckänferin Frau Straß­burger geb. La::gel aus Hockest a. M. Bei der am AtitUvoch in der Woh'nmg der Straßburger vorgenommenen HaussuckMNg förderte die Höchster Polizei cni gcüvaltiges Lager ge>ul>h!«cer Wüsche, Kieider, Lebensnüttel und ungezählter aicherer Gebrauckisgegen-- stäude ans Tageslicht. Die Dirbir: ur.wde verhaftet, ebenso das mit ihr im gleich«: Hause ü»bl>!vende Fräulein H e m m e r l e, das mit der Straßburger zusammenarbeitete" und das Tiebs- gut mit berg«: half. Allem Anschün nach sind jedoch noch zahl­reiche achderr Person,«: in die Gesch'chte verrvickelt, so daß noch weitere Äerl-aftu'ng«: berorstel,-«: dürften.

X Hanau, 28. Febr. J'u der im Landkreise Hanau vorg^- konrn, erten grcfjen Mel/l sckfteber eia ffäre setzt die Staatsauwaltschift die llntersiEmg eifrig fort. Mühlenbesirer Amend in Rendel hat gegen seine Verhaftung Beschwerde eingelegt, die aber abgewiesen ward«: ist. Kreisbe<:mt^r Walter hat gegen ferne Verh>:ftung keine Be'chwerde erhoben. Allgemein wftv angenomTnei:, daß die Machenstl>asten der Sckäeber noch iveitere Kreise ziehen werden. Heute ist auch der frühere Inhaber der Großhandelsftrma E. F. Töring, Ernst Döring, in Untersuchingshaft g«:on:mei: tovrden.

ul. Limburg, 28. Febr. In diesem Jahre siick> 10 Jahre seit der Gründung der hiesigen Kreissparkasse verflossen. In tvelch anssteigender Linie sich die Kasse betoegt, gebt darm^ hervor, daß im Jahre 1908 von 1453 Sv-arern Mk. 456 119,84 eingelegt wur­den, während sich diese Zahlen im Jahre 1918 auf 17 572 Sparer mit einer Einlage von 7 094 706,33 Mk. erhöht hat. Der Jahres­umsatz betrug in 1908 Mk. 2 312 287,74 gegen Mk. 39 588 721,25 in 1917.

ra. AnS 97a ffa'u, 28. Febr. Mit dem Tifern-en Kreuz 1. Klasse wurden ansaezeichret: Fahrer Philipp Christ- Nied, Vizewachtmeister Rühl von ^der Talmühle zu Anspach (Kreis Usingen) und Leutnant R. Stroh aus Weilburg.

Tku>>st nud rvisscnschakt.

--- Frankfurt a. M., 28. Febr. In einer ausgezeichneten Darstellung erlebte gestern abend im Schauspielhause Paul Ernst's dreiakttges SchauspielMar:fred und Boatrice" seine Uraufführung'., Es sind fast klassisch Motive, die durch das ft: schöner, dichteiüschr Sprach dahinfließende Stück klingen. Die Regentin Beatrice ist 'tillschweigende Mitwisserin und Begünsttgerin an dem Morde des Eiol>erers, um dcss«: geliebten Bruder ehelichen zu können. Zwischen diese Verbindung beider aber stellt sich nach dem Morde die tragische Schuld. Um diese Fabel ranken sich die Gestalten des Dramas, das in seinem Mifbau recht oft etwas Spnmghaftes, Unzusammen- hängendes und viele unklare Gedanken birgt. Aus diesem Grunde si-nnte sich auch die Znhörerscl>aft nicht so recht erwännen. Die zenisch Darstellung war ausgezeichnet: nianckx: Bühnenbilder zeig­ten wmrderbar becück«ede Pracht. Der d^rstell«ü)en Künstlerschaft darf der Verfasser den größten Teil des Erfolges verdauken.

entdeckt. Dke HeMgkekt des Sterns ift zehnter Größe, ec

steht in bei Milchstraße im Bild des Einhorns mitten zwischen Pnokyvn und Siri:rs. Die Photographie des Spektrums zeio ' clzarakteristische Verhalten neuer Sterne m Bezug auf Wass und Nebelt inieu

Ein Großfeuer in KarlSnrhe.

Karlsruhe, 28. Febr. lWTB.) J>n dem Häuft oer UJtrt* seumsgesell schaft, in dessen Parlerreräumen sich das bo, kannteCafü Museum" befindet, brach heute Nachmittag nach 1 Uhr Großf euer aus, den: das ganze Gebäude znm Opfer siel. Tas Feuer soll durch einen Karuindrand entstanden sein, '2nn Feuerwehrmann erlitt bei den Rettungsarbeit«: durch Ab­sturz in die Flammen den Tod. Ztvei Feuerwehrleute erlitten Brandwunden. Ten Bemühungen der Feuenvehr ist es gelungen^ den Brand auf leinen Herd zu beschränken. Nachbarge baut« sind' bis jetzt nicht gefährdet. Ter Brand dauert abends rroch cm.

* TaS Zuckerkand. Das ist Deittschlaiw. Dem: in k le in e m Lande der Welt wird so viel Zucker erzeuat, wie im Deutschen Reiche. Ter Rohrzucker mußte in großen Gebieten Europas dem Rübenzucker weichen, und Deutschland versorgte viele Länder besonders England, nrit gewaltig«: Mengen von Zucker aller Art. Tie jährliä-e Zuckererzmrgung ist ständig gestiegen. Tas beweist eme vergleichende Auftechuung. wobei nur die Jahre vor dem Kriege in Betracht gezogen werden. Im Belriebsjahre 1693/94 wurden in Deutschland oftva 13 Millionen Doppelzentner Rohzucker erz«:gt. Davon wurden 5,7 Millionen Toppelz«ttner ftn Lande verbraucht. Aus den Klops der Bevölkerung kamen jährlich 11,20 kg Zucker. Da Zucker ein wertvolles Nahrungsmittel ist, ist es erfreu­lich, daß der Zuckevanteil auf die eft:zelne Person ständig g»- wachsen ist. Im Jahre 1903/1904 wurden fast 20 Millionen Doppelzeirtner Rohzucker erzeugt, nnb aus den Kopf der BcwölkH- rung kamen etwa 19 kg. Im Jahre 1912/13 war die Rohzuckev- erzeugung bereits aus 27 Millionen Doppelzentner gestiegen. Davon ging«: 89 Prozent ins Ausland. Auf den Kops der Bevölkerung

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aber kamen 21,34 kg. Wieviel 'Zucker wird nun in ganz Europa erzeugt? Auch hier zeigt sich, daß der Zuckerverbrauch stmckxig^

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gesttegen :st. Im ^1^4853 wurden in Europa 200 000 Tonnen umben-ucker erzeugt. Das m.i'tc da on lieferte Deutschland, nämlich 8o000 Tonnen. Daim folgte .Frankreich mit 50 000 Tonnen^ Oesterrmch-w^arn mit 30 000 und Rußland mit 25 000 Toi:neu. An Rohczncker wurden damals 1260 000 Tomien geliefert. Im ^ahre 1913 44 !vurden in ganz Europa 8,1 Millionen Tonnen Rübenzucker gewonnen. Die lÄesamtcrusbeute des Rohrzuckers betrug damals fair 10 Mrllicmen Tonnen. Vvn dem Rübenzucker lieferte wacher Dchtschland den Hcruptteil, nämlich 2,7 Millionen Tmmem Oesterrnch-Ungarn^etwa 1,7 Millionen.Tonnen, Rußland 1,6 und Frankreich 0,7 Millionen Donnen. Eine erfteuliche Tatsache istz dag der Zucker, dieses wichtige Bolksnahrungsmittel, gegen früher luftiger geworden ist. Fm Jahre 1893 belief sich der Großhandels- ^ ÜX - ^ Doppelzentner Rohzucker auf 29,95 Mk., rm Jahre 1913 am 18,5 Mk. Dre Raffinade kostete 1913 für den Doppek- z«:tner 60,25 Mk^. und im Jahre 1913 nur 39,9 Mk. Wo wird 7MN am m«,t^ Zucker verbraucht? In Dänemark. Dort kamen Tm Jahre 1913/14 auf föen Kopf der Bevölkerung 45,71 kg. In Engl-mrd waren es 42,44 kg, in Nordamerika 37,67 kg, in der » 32,22 kg in Schweden 26,04 kg, in Holland 22,77 kg. Sk rHankreich 2191 kg, in Deuftchlamd 20,97 kg, in Norwegen < -^" 2 / m B-elg:«: .15,08 kg, in Oesterreich 12.93 kg. in Ruß- ^ rn Manien 6,67 kg und in Italien 5,27 kg. W

gabt afto Länder, die noch viel mehr Zucker verzehren, als Deutsch-

Slng nach Großbritannien. Von den 5,2 McklwE Doppelzentnern Rohzucker wurden allein 4,6 Mil­lionen nach den englischen Inseln verfrachtet. Tie Vereinigten! Staaten von NorLamerila erhielten 650 000 Doppelzenttrer. Argen- ^^wwwar m:t 142 000 Doppel zenmern beteiligt. Ferner erhielten

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noch deut,ck-en Zucker Ln igrößeven Mangen: Tie Schweiz, Norwegen, Dänemark, Holland, Portugal, Oesterreich-Ungarn, Spanien Und Uruguay. England, das eigmit Zucker so mit wie gar nicht hat, D^Uschland, Oeiterreich-Ungarn, Frankreich.

Holland. Belgien und Rußland.

... * Was Opern sterne verdienen. Die großen Vühnen- scrnger und-sangernmen stehen alle in dem Rufe, Millionäre ftu lern Urkd daran i)t wohl etwas Wahres: denn die Jahreseinkünftr eines Bühnensternes zählen nach Hunderttausandan, sodaß bei sparsamer Leber^nxnse alljährlich ein erlleckliches Sümistchen zurück- gelegt werden kann. Karl Wenver veröfsentlickst in der bei de« deutschen Derlagsanstalt in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift Ueber Land ünd Moer" eme hübsche Plauderei über solche Bühnen- emnahmen. Wer glaubt, die,e Riesenzahlen seien etivas Neues, der irrt sich; bereits :m Beginne des vorigen Jahrhunderts wurdem ttellich nur :n AusnalMefällen, an hervorragende Gesangskünstler Summen bezahlt, die in die Hunderttausende gingen. Die einst ul^r alles vergötterte .Henriette Sontag, spätere Gräfin Rossft ^1 als blrttiunge Anfängerin am Köuigl:ck>M Theater in Berlrn 6000 Taler Gel)alt 2500 Taler Pensionsgehalt, dazu sechs Monate Urlaub und eine Reihe von VergünstiguncT«:; mit 23 Jahren hatte sie bereits ein Vermögen von 200 000 Talern erspart, eine Summe d:e heute etwa dm vierfachen Betrag, r!rnd2Vr Millionen Mk.,'ent- spncht. 1849, nach 20iä'hr:g«n Fernsein von der Buhme, wurve ihr em Anerbieten geinachl, das ihr freie Reise, freie Wohnung.

den.AuSsall aller Unkosten verbürgte und einen Reingewinü von 100 000 malern zusick>erte! Neuerdings werden allerdingÄ Summen bezahlt, die noch höher sind. Diese Sitte oder Unsitte

ist von den Vereinigten Staaten ausgegangen, und Caruso ver­dient, weim er eine Tageseimmhme von nur 5000 Mart erzi"lt

oft erreicht er das Doppelte wöck-entlich zweimal singt und

^ Jahres arbeitet", ein Jahreseinkommen von 400 000 Mark, das durch den Gewinn an Grammophonauf­nahmen auf 600 000 Mark gebracht !verden kann. Allere Sterne, etwa che Deitinn oder die Farrar, müssen sich mit Jal/rescinuolMM

von 200 000 bis 400 000 Mark ^begnügen". Diese Bühnengehälter

in Deutschland ein ge-

i-i,ti wu u'iutw wuoeguugen

^1«: sich neuerdings auch in Enrova und ui -ccm.iu^uiiiu cmgc- bürgert; in großem Maßstabe hat die Bayreutt-er Frstspielbühnr damit begonnen, die sich dies bei ihren hohen Eintrittspreijen Plätze von 20 Mark aufwärts wohl leisten kann. Ein Niemamr, ein Betz wurden mit 1000 Ddark für den LLbend noch beeiden be­fahlt: die Gulbransso!: erhielt 2000, van Dyck gar 3000 Mark jür jedes Wiftreten! Was Bayreuth tat, ahmten die Bühnen in Berlin, Wien und München nach, und die großen Heldentenörv besonders erreickzen Jahrescinnahmen, die denen der größten Bank- letter wohl d:e Wage Halle!:. Ein Jadlowker, ein Slezak und ein Knote bringen es auf 100 000, ,200 000 oder gar 300 000 Mark un Jahre, wenn sie Glück haben. Glück gehört wirllich dazu, denn jeder Abend, an dem sie singen sollten, aber durch Ursi>äßl:chkeiH oder Abwesenheit verhindert sind, bedeutet einen erheblichen Ausfall.

Mettoroiogische Beobachtungen der Station Sieheir

Vermrscl)tes»

K. P. Koblenz, 28. Febr. Zwei Todesurteile fällte das

hiesige Kriegsgericht gegen die LOjähiäge Arbeiterin Sauer, die ihr 15 Monate altes unel^eliches Kiich i

mit Sttychnin vergiftet hatte, .und gegen, die Eheftcm-ath, die zum Verbrechen ange- 'ttstet und Beihilfe geleistet hatte.

T. Z. Heidelberg, 1. Mär> Das Auftanck)ten eines neuen

Sternes wurde crus der J^cgstnH^hMvlM« von Geheimvat

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^iiedrigste Nrederjchlag 4,0 mm.

1918 -- 8>a

^kirchliche Nachrichten.

- Israelitische Rc'igionsg:mdn{ye. Gottesdienst in der Slmcnm» (SM-Anlage). Samstag 2. März. Vorabd : 6.00: nwra - 9 00 Predigt. Llvds.: 6.20 u. 6.55. Israelitische Reliaionrgesellschaft Sabbatfeier am 2. März. Freitag abd.: 5.40: Samstag iwrnr

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