Die Verhandlungen in Bukarest.
Wire-n, 24. Febr. (W.B.) Das K. u. K. Bureau meldet «uS Bukarest: Als Vertreter Bulgariens bei den sFriedensVerhandlungen mit Rumänien trafen ein: Finaz- mnnister Dontschew und der Vizepräsident der Sobranje Dr. MorntschiLow in Bukarest ein ; die türkischen Vertreter, der Minister des 2lestern Achmet Nessimi Bey und General IMt Pascha, treffen den bisherigen Dispositionen zufolge am Dienstag ein. Der Vertreter Rmnäniens, General Averescu, weilt bereits seit einigen Tagen in Bukarest
* * *
Der Kaiser und der Hilfskreuzer „Wols"^
Berlin, 25. Febr. (W.B.) Der Kaiser hat anläßlich der Rückkehr des .Hilss'kreu^ers „Wolf" an'den Kommandanten, Fregattenkapitän Nerger, das folgende Tele- jgrarmn gerichtet:
„Ich heiße Sie und Ihre tapfere Besatzung nach der langen und erfolgreichen Kreuzfahrt durch alte Ozeane will- kormnell in der Heimat Indem ich ihnen hiermit bett Orden Pour le msrite verleihe, lasse ich für den Stab unp die Besatzung eine Anzahl Eiserne Ldrenz-e erster und zweiter Klasse folgern Ihnen alten wünsche ich ein frohes Wiedersehen mit den Ihrigen und eine gnte Erholung nach den langen Entbehrungen und Anstrengun.ge."
Der Seekrieg.
Neue U-Boot-Erfolge.
Berlin, 25. Febr. (Amtlich.) Im Sperrgebiet um England wurden von unseren U-Booten fünf Dampfer und zwei Fischcrfahrzeuge versenkt. Zwei Dampfer wurden aus Geleitszug herausgeschossen. Die Fischersahrzeuge waren der englische Segelsischer Holker und der französische Segelfischer Marconin.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
An- Stadt tmb Land.
Gießen, den 26. Februar 1918.
** Beförderung. Vizefeldwebel Karl Peters wurde zum Leutnant d. Res. befördert.
** Viehzählung. Nach Bundesratsbeschluß vom 8. Februar 1918 findet am 1. März 1918 wieder eine vierteljährliche Viehzählung statt. Näheres siehe Bekanntmachung im Anzeigenteil.
** E i n Helddes „W o l f". Wie unS mitgeteilt wird, befindet sich unter der Besatzung des jetzt nach 15monatiger Streifsahrt zurückgekehrten Hilfskreuzers „Wols" auch ein Gießener, nämlich der Kapitänleutnant d. Res. Karl Sch mehl, der dem Schiffe als Navigationsoffizier zu- geteilt war. i
** Gemeindewahlrecht der Frauen. Die in unserer Nr. 47, zweites Blatt, vom 23. d. M. enthaltene Ankündigung eines Vortrags von Frau I. A p o l a t über das Thema „Warum fordern wir Frauen das Gemeindewahlrecht?" haben zahlreiche Frauenvereine als einladende Vereine unterzeichnet. Wir sind hierzu um die Feststellung gebeten worden, daß der Kreisverband Gießen des Alice-Frauenvereins mit dieser Einladung nichts zu tun habe, und daß auch dem Vorstand der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Frauenvereins vom Roten Kreuz für dieKolonien nichts davon bekannt ist, daß der Verfasser der Anzeige dazu ermächtigt worden wäre, den Verein als Einladenden unter die Ankündigung zu setzen. .
** KreiS-Obst-und Gartenbau verein. Tie am Sormt-ag im Hotel Großherzog abgeljaltenL Vereinsversmnmlmrg n-ar gut besucht. J!n der Begntstirngsaissprnä^e wies Herr Re- gienmgsrat Langermann darauf hin, wie rnotwendig cs sei, m den Hausgärten die Erträge zu steigern durch planmäßige und sachkundige Maßimhmen. In den näch'tien Jahren sei dies sehr wohl zu beachten, denn eine wesentliche Verbesserung der Bezugs- mügliächeit bum Gemüse dürfte in der nächsten Zeit nicht zu erwarten sein. Do »vie das Spricft.oort „Eigner Herd ist Goldes Wert" bereckftigt sei, könne man jetzt sagen „Eigner Garten i|t EvDes wert", öiercmf führte Herr Garlenmeister Rentsch ans Friodberg etwa solides aus: Bei der Bewirtschaftung des Haus- gartleirs ist ein Unterschied zu machteir z-wisä-en den Pflanzen, je nach ihrem besonder rn Tüngebedürftns. Er empfalst Dreiteilung des Gartens, wobei ein Drittel mit aus dauernden Pflanzungen, wie Spargel, Erdbeeren, Rhabarber nsw. bepflanzt ist. Von den anderen Apei Dritteln sei alljälwlich die Hälfte mit Stallmist zu düngen und hi-evauf das Gemüse zu pftanzen. Auf tzem mrderen Drittel kömren die sonstigen Kulturen untergebracht werden, vielleicht mit einem Zusatz v>on künstlichem Dünger, wie z. V. Kalisalz für Zwiebeln und Plwspl»rsäure für Stangenbohnen. Erbsen rmd Bui'chbol-nen gediehen jedoch ohne Dünger besser. Maßgebend für die Ernte sei in allen Fällen das Gesetztes Minimums, daß von Liebig seinerzeit ausgestellt worden sei. Ties besage, daß der Ertrag abhängig sei von demjenigen Pflanzen^ nährsüofi, der in geringster Menge vorl)»cnrden ist. Beispiele machten diese Ausführungen leicht verständlbch. Bezüglich der Düngerbe j-ckfaffung sei die Haltung von Hasen zu empsehlen. Der dibei gewonnene Mist mit etwas Zusatz von künstlichem T-üngec mache eikre ausreichende Düngung im Hausgarten möglich. Der Redner verbreitet sich -erngchend über die Züchtung von Samen, auch die Anzucht der Pflanzen, sowie auch über die Bodenbearbeitung. Dem Arbeiter mit der Hacke legte er cmve größere Bedeutung bei als demjenigen mit der Gießkanne.
Anfragen wegen Bekämpfung der Kohlhernie ^Knollen an den Wurzeln) wurden cingehcnrd beantwortet. Tie Versammlung zollte dem Redner reichen Beifall. 20 neue Mitglied traten dem Verein ei.
** Oberhessischer Kun stverein. Sämtliche ang meldeten Kunstwerke des Künstlerbundes Karlsruhe, welche seither im Großl>erzoglichcn Museum für Kannst in Weimar ausgestellt waren, sind eingetroffen. Die Ausstellung kann somit, wie vorgesehen, am kommenden Spnntag eröffnet werden.
** Strumpfflickkursus. Am 5. März beginnt der dritte Strzimpfslickkursus des 5)alisftattenvererns, in welchem die Teil- nelpn er innen lernen, ihr« sonst oft wertlosen Strümpfe durch Einsetzen von Stücken wieder tadellos herzurich'-ten. Besondere Be achtuug verdient auch das von der Leiterin des Kursus, Fräulein Preu schien, aresgedackie Verfahren, Hand- ober masckstnengestrickte Strümpfe auf diese Weise instand zu setzen, was muh bei anderen Vereinen Beifall gefunden hat und dort eingeführt werden soll. Ta Anstricken oder Anweben bei der Knappheit der Garne eben nicht in Betracht kommen kann, ist diese Arbeit besonders cnrpfehlens- wert, denn sie ist nicht allein mühe o'ec als das seitherige Stopfen, sondern auch schöner und dauerhafter. Der Besuch des Kursus nimmt nur 3 Nachmittage von je 5—7 Uhr in Anspruch, in. welcher Zeit alle Mrssührungen gelehrt werden, so daß die Schülerinnen nachher iinstaude sind, mit Hilfe der gut passenden Sch i te alle Arbe.:en selbständig auszusül/ren. Anmeldungen zum 3. Kursus werden in der Geschäftsstelle, Dcäusburg 5, entgegen- genommen. Näl-eres svel-e Arrzeige.
** Die Sommerzeit 1918. Die „Nordd. Mg. Ztg." schreibt: Die Erfahrungen, die man mit der Sommerzeit 1916 und 1917 gemacht hat. haben diesmal Veranlassung gegeben, die Sommerzeii, das heißt die Vorrückung der Uhr um eine Stunde, auch für 1918 anzurrehmen und sogar erheblich zu erweitern. Wäh- rcnd die Sommerzeit 1916 für dre Zeit vom 1. Mai bis 30. September, für 1917 vom 15. Lkpril bis 16. September festgesetzt war, wird sie in diesem Jahre bereits am Ostermontag, den 1. April, beginnen und erst am Sonntag, 14. Oktober, enden. Nach normaler Zeit geht die Sonne am 1. April um 5 Uhr 55 Min. auf und um 6 Uhr 40 Min. unter. Infolge der Vorrückung der Uhr um eine Stunde erfolgt der Aufgang der Sonne erst um 6 Uhr 55 Min., der Untergang um 7 Uhr 40 Min. Tie Sonnenaufgangs zeit entspricht bennrnrf) den am 2. März herrschenden Verhältnissen, die Untergangs zeit eilt der Normalzeit um 40 Tage voraus, denn normal geht die Sonne erst am 9. Mai um 7 Uhr 40 Min. unter.
Landkreis Gießen.
)( Mainzlar. 26. Febr. Musketiere WÜHL« SkÜMVrO erhielt die Hessische Tapserkeitsmedaille.
Kreis Schotten.
# Schotten, 26. Febr. Das Eiserne fltac* erhielten d« Brüder Erfotz-Reseroift Karl Aitbert und Schütze Wilhelm Albert. Der dritte Bruder, Georg Albert, erhielt duse Auszeichnung schon ftüher.
Starkendurg und Ntreinhessen.
AuS dem Odenwald, 25. F«br. Bei \m Lchkrpmy« nach Eisenerzen in den Tälern des östlrchen Odewoaldes hat n«m im Minnlinchale ainscheinend rocht ergiebige Eisenerzlager fest- gestellt. Tic Eisenrndustri-L des Mümlinatales kann auf eine lange Vergangenheit zarrückblicken. Schon 1607 wird die gräflich E» backnfchc Hütte bei Michdlsstadt als '„lange bestehend" erwähnt. Bis zur Mitte des 19. Jal-rlftmderts waren Hütte irnb Hamrnrv» werk für Holz kohlen betrieb im Gange. Erst als mit d«r Eisenbahnen fremdes Eisen seinen Einzug in den Odenwald hielt, mußteil die heimischen Werke still ge legt werden. Auch bei Eisenbach 'm unteren Mümlingtal, bestanden b-is vc-r 50 Jahre» Bergwerke, deren Erze man nach Laufach zur BerhüMmg brachte. Ti« gegenwärüg bei Eiseirach sestgestellten Lager gc,batten die Hoffnung .auf Wiederaufnahme der Betriebe, zurnal bei dem heutige» Sta,lde der Technik eine weit bessere AuswutzuNgsmäglichteit rat Erzstätten möglich ist, als es bisher der Fall war. Neben de» Schürfungen im Odenwalde urcrdcn auch solckie in den gegen den Main abfallenden Spessarttälern vorgMommen.
Krei/Ä^lar
ra. Wetzlar, 25. Febr/Me LVercrmgm^ rhemrsch-westML- scher Buchbindereibesitzer, hak daskKchrigl. Konsistorium der Rheiw- prvvinz darauf alifmerksam gemNcht-j daß es in diesem Jahre nicht möglich sein werde, alle Koufinnanten wie üblich mit neue» Gesangbück-ern zu versorgen. Da fefic Konfirmation an vielen Orten wesentlich früher als sonst angeseß.1 sei nrrd eS den BuckKnnderei- besitzern an Arbeitskräften fehle, könne die erforderliche Anzahl! von Gesangbüchern nicht hergestellt werden. GS sei in. der Folge zu befürchten, daß viele Kinder, die jetzt ziur Konfirmation kein eigenes Gesangbuch erhielten, nachher jahrelang ohne ein solches blrebew. und darum sei es nötig, daß möglichst voll einer Früherlegung der Konfirmation Mstand genommen werde, wenn eine lange nach- wirke7i.de „Gesangbuchllot" vermieden werden solle. Das §0^- sislorium bringt dies d-en PresbYteri'M zur Kenntnis, da diese Grürrde bei Erwägungen über eine Verschiebung des KonsirmationSzeiü Punktes immerhin Bedeutung geirirrnen könnten.
ra. W e tz l a r, 25. Febr. Unterfeeboot-Boots77rannS-Maat Hans Jost von hier erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse und wurde zur» Obermaat befördert.
** N i ede r kleen, 22. Febr. Wilhelm Gatzerr erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Tie Hessische TapferkeitSmedailk: wurde ihm schon im 1. Kriegsjahre vcrliehew
vessen-Nassau.
= Frankfurt a. M., 26. Febr. Ter frühere Krankenho» diener KtAil Suter, der im November v. IS. die Eiserrbah» schaffnerin Paula Weigelt errnordet hat, gestarrd im UntQ> Ncchungsgesängnis zu Schtvyz zu, auch an der Russin Poirä in Zürich in der Nacht zum 1. Juli 1917 einen Lustmord verübt zv haben.
-- Frankfurt«.M., 26. Febr. Die von den ädmfm»- vereinen Frankfurt, Mannheim, Dcrrmstadt, Mainz, Wiesbaden, Höchst, Gießen usw. geplante Erbauung einer großen Bezirks- gerei hat nunnwhr greifbare Form au genommen indem
me
sich 20 Vereine mit mehr als 110 000 Mitgliedern zur Beteiligung an dem Übernehmen verpflichteten. Am l.'Aprll d. Js. begin» bereits die Einzahlung zur Ertverbrmg von Stammanterlen. Wah» scheiallich wird sich auch die Badisch-Pfälzische Emkaussveremigun- an der Bezirksmetzgerei, mit deren Errichtung bald nach dem Kriege begonnen werden soll, beteiligen.
=■= Frankfurt a. M., 25. Febr. Die Polizei verhaftete fünf 17—25jährige Burschen, die in verschiedenen hiesigen Wäschcreie» große Einbiwche verübt haben. In der Breitegasse entwendeten sie aus einer Wäscherei für 4000 Mark Wäsche. Ferner stuhlaz s!ije aus einer Wäscherei der Landsberggasse ebenfalls für 4 000 Mark Wäsche. Die Wäschestücke wurden Hehlern zugestellt- vo» t*enen sie teilweis wieder zurückgeholt werden konnten. Auch die Hehler kamen in Haft.
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