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Au» Stadt und Land.

G i e & e n , den 20. Februar 1918. Unser Rindvichstarrd.

Tie Lomdwirffchchtskammer schreibt uns:

Unser Rftrdviehbeßand in Heffen frat sbckü wahrend der Kriegs» fahre nicht sehe wrs-Qttlich gsaiadeet. Er ging zwar von seinem höchsten Stand mit 2U997 Stück vor dem Kriege in 1Ü1G etwas zurück nackr dem Mochten Futterjahr 1915 hat über im herbst 1917 wieder nne.i Starrd erreicht, der dem normalen Stande vor dem Kriege fast gfaichÄmmt. Besonders der Jnngviehsttrnd hat sich im Verhältnis zum Kuhbe ärnd im letzten Jahre nicht unwesentlich gesteigert. Ans den uns vor­liegenden Zahlen gdjt klar hervor, da st Misere Landwirte auf eine Vernrebrung ihres Biehstandes hmdrängeu.

Wir halte» solch-- Bestrebungen zurzeit sowohl im allge­meinen valk.wi-ticha reichen w'e im t it landwirtschaftlich»? In­teresse für verkehrt und machen unseren Üandsvirten dringend emt's-M«!, sich d»ch in der Vcrmetnnmg ihres Viehstmibos eine gervisse Be'chränkimg mchzuerlegen.- Tie Größe des Viehstandes trnrd bedingt durch die vorhandenen Fnttermengcn, und z-u-rr ist dies jetzt um so mehr der Fall, als der Zukauf und die Be- uuchrng eigner in der Wirtschaft erzeugter Krnftfutterucit'el fast onsgeickitlossen ist. Eaner der größten Fehler in jedem l answirt- fchaftlichen^ Betriebe ist es aber, mit einer verinngerten bzw. kleineren Fmttermenge einen gleich k>'«eu Bieh'üarrd dnrehtialten zu wollen, Zuie mit erier große oe::. feiern in der Friedenszett ist es ein Fehler gsve'eu mrd wurde allseits als svlckj-er an-erkanwt.

viel Vieh zu lstrlte^r und dasselbe dlost durch',uhungern. Ist der Viehstmrd zu qrost f-u VerhA^nis zurr w>rl?andenen Fut termeng e, so wird der größte Teck de um den im Tierkörper als Erl-altungs- fulter verbraucht, nichl als Pvoduktimlsr-tt'er. Ter Viehstmad ren­tiert schl- chl, er ver^vmrdelr nur das Futter in Tanger.

Ta wir nach der Ergebnisse» de- Vich^Aung die Vefurcht- tung nicht zu hegen brauchen, daß die GnmÄagr uu e^es Vreh- standes in Frage ge'e'lt ist. io sollten un'ere Landnstrte den obigen Grirndsatz-n jetzt in der K i-gszeit erst recht Reckunung tra­gen. d. h. den Vienskrns rns richtige Verhältnis zum Fntter- vorrat- bringen. Ta es zur Beschaffung der nötigen Milch-- und Fettm<mge für unsere städtische Bevöller»mg in volkÄv-irtschast- lichem Interesse unb^ingt no-tiwmdig ist. die Mllchühe zu er­löst ton ^ m.ch mir dieje-riMr abxitschrffeir. die als Milch"ühc nicht mehr in Bettache ^o-nunen. so müssen alle irr nötige-: Fresser vom

A Ober-Widdresheim, 19. Fevr. üebret Artz er* hielt durch die Vermittlung dos Noten Kauzes m Gies-en die erfreu! idjc Nackiirickft, dast sein einjipec Sohn. Schulanttsaipircmt Lrrdwig Artz, sich in englischer Geiatrgenschaft befindet. Er galt leit Mitte Januar als vermißt.

fr. Oppershofen, 19. Febr. Im Mter von 89 Jahren verstarb Alt ürgerm i ec Hin: ich Schmidt, der über 40 Jahre die Bürgern» ei,.e.grscha.te der hichige.l Gemeinde leitete.

K.riS Frteddrrg.

Vilbel, 19. Febr. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurden die hiesigen Einwohner Schütze Walter Fie k und Schütze Matthäus Krämer ausgezeichnet.

Starkeuburg und Mtirihrssen.

I Tarmstadt, 19. Febr. In den Landgraf-,Philipps-An­lagen wurden am Sonntag morgen um 6 Uhr ein zum Bahnhos geltender Werkmeister von hier von eine n UnbekMUtton um eine Zigarette angegangen und nach» der Zeit gesragt, dann packte ihn derselbe plötzlich- au der Brust und verlangte seine Börse von ihm^ Er Ivac jedoch) an den VeckÄTrten .geraten' denn der Werk­meister, der früher im Feste ge halte, schlug den S: rasten-

räuber nieder. Er 6o.ru !c ihn jel>xh. da ec.seine: Zug nicht ver­säumen durfte, lecher nicht fastn-e^nen und der Po izei übergeben.

se. Auerbach, 19. Febr. Süt April v. I. Erden hier 40 Billen verkauft. Tie Käufer sind meistens Leute aus nvrd- d.utscheu Großstädten.

gegessen werden, feiten der Gooßh. Refterung war lvab-

sickrtigl wordM. um den ststimavieh^and pi pcrrinijen», eine Ver­ordnung in erlasser:. dast alle Kälber. lr^sch-e bis znm Sommer hin oebvren tnuerbalb 10 Tagen nach der Geburt an die

VfaWlrndcksa»erl>ände abgegeben werten müssen. Tie V-wardmungi ist iu folge der von u.ns erhabenen Bedenken unterblieben. Wir richten aber birrmit an alle unsere vich'Alte'ide-i Lw'dwirte das drängende Ersuchen. Me Kälber, die in den nnch^en dldauaten geboren werben, s-oweit sie nichi als wertvolle Zuck^-err in Frage kommen. n-riMllig an die ViehbÄndelsverbände abzusetzen.

L

** Silberne Hochzeit. ZiegÄei-Direkwr Wachen- schwan und Frau. AL-enlsttern, begehen am 23. Februar das Fest ihrer silbernen Hsck>zeit.

*^ T: stahl. In der Nacht zum 1$. Februar 1918 tourbe ü: d. r Näumren der Krrrtin? der Neuen Kaserne ein Ein- bruchsdiebstatzl verübt, wobei den, Tieb vier Ksstzchen Zigarren s l>0 Stück. Adarke ..Mrxiko". 50 Maäk, bestehcud aus 5- uud 10- Dfvrmsgsrüchn und 200 Feldpostkarten, je zu 10 Stück zusammen- ye he stet, d, die Dändr sielen. Ferner wurden in der per* fiofenen Naestt aus dem Laden eines S'hueidermcisters 50 Meter farbige in* schwarze Serge-Futterstoffe im Werte von 1000 Mark entnxndet.

** Eine neue Aufgabe der Post. Tie Post hat nach nud nach nne Reihe von Aufgaben ül'ernammen. oie nich^ in den Bermck ihrer eig^itlichen Tätigkeit fallen, fa den Verkauf von Steuer» und Versickiermrgsmarfen. die Auszahlung von Bersicke- runge-belragen usw. Eine neue Aufgabe wird die Reick^post am 1. Avril übernelimen, die Auszahlung der MilitLrvensionen, Ren­ten und dmterbliebenenbeznge für den Be-eich her Königlich Preu­ßischen H-Teresverwwltnng. Tiefe wird jetzt von den Regiernngs Dauptkassen rnd ihren Sonderkassen befargt. Aus diesem Anlast da? ReichsrvMmt eine be'ondere Amveifung zur Zalckung ^'^^'^- sügen aufgestellt, die den Postämtern zvgehen wird.

^ -< r* * er dlliceschnle schließt am Tonnerstag die Ab- »eilung a u s b a l t u n g s s ch u l e mit der Prüfung der 13 Schülcrinnen und einer Ausstellung der von ihnen an gefertigten! Naharbcnm im Schulbaus Steinstraße 10 ab. Am Freitag ist im vchulh'aus Sonnenttraste 2 die Prüfung der Schülerinnen, die an den Kursen rm Schneidern, Weistzeugnaben. Flicken. Stopfen und weiblichen Handarbeiten teilgenvmmen haben: die in den .Brrsen hergestellten Arlx-iten sind dort zu einer Ausstellung vereinigt ^ 1 0^,5 Ereradlieferung. Jahre 1918 wird in

der Ererablreserimg der GeMmlballer in vcssen insofern einä Acnderung emtreten, als die Zahl der z,um eigenen Verbrauch «uruckzuhallenden Eier nicht nach der Kopfzahl des Geflügels, sondern nach der Zahl der zmn Haushalt gehörigen Personen be­rechnet wird. Wirrschaftlickre Nacheile bei Nicherfüllung der Eier- ablieferungsv'ckichl sind eine Entziehung der Zucker-, Milch-, Pe­troleum- und Fleischkarten für sämtliche Mitglieder des betres-i senden Haushalts.

Einsiellen von Schiffsjungen. Zu Ostern ver­lassen wieder viele Jünglinge die SÄule. um sich einem Beruf zu widmen. Wir machen daher darauf aufmerksam, daß das Kaiserlich Kommando der Schiffsjungen--Division beabsichtigt, ch Oktober dieses Jahres wieder Schiffsmngen einMstellen. Für diese Ein- stellimg kommen aber nur die Jahrgänge 1902 und 1903 in Frage. Die Altersgrenze ist also für Mindestalter Oktober 1903. also 15 Fahre, für Löchstalber November 1901, also 16 Jahre 11 Monate. Die iw. Oktober 1901 und früher geboreireu Jungen kommen für diese Einstellung nicht in Belracht. Anmeldungen müssen möglickstl schnell bei den zuständigen Bexirktzdommandos erfolgen.

. e^d.ld und Juwelen heraus? Deutsche Frauen, könnt Ihr m dieser schooeren ZoiL noch Perlen und Goldschmuck rvagen? Euere Männer un!d Söhne opfaru freudig ihr Leben, und Ihr wollt Euch nicht von diesem Tand trenaven? Bringt Euenn Sch nruck dem Vater lande dar: für Gdld wird Euch der volle Elöld- faert und für Juwelen der hohe Auslandspreis vergütet.

**. Schafft LuftundLicht in den Gärten. Jetzt im Nachwinter, da Axt und Sage in den Gärten ihre Arbeit verrichten, rjr der Mahnruf rrotweirdi-g ^lSckiafft Lu't und Licht in euren Gärten. Im tiefen Schatten der meist viel zu dicht gepflanzten Bäume und SO Sucher können wcher Mumm noch G.-müse gedeihen. Früher war man auf die Nutz- und Zweckmäßigkeit deZ Gartens wmig bedacht.^jetzt aber, wo es gilt, jedes Fleckchen Erde auch im Garten ouszunützen, dürfen Schere und Säge nicht geschmt werden. Sv mancher Gartenbesitzer kann keine Freud? mehr an seinem tznrus- garten finden: Ziergehölz, Sträucher und Baume haben überhand yknmnmen. Darum schafft Luft rund Licht in dm Gärten. Jetzt ist di- rechte Zert zu dieser Arbeit.

Edelreiser! ^tzt ist es höchste Zeit zum Lchmtt der Edelreaser. Man wähle nur letztföh.-ige. mit kräftigen, gut ausgeblldetM Augen versehene Triebe vor reich- und regel- nrütztg tragenden, gesunken Obstbäumen. Wir finden sie am besten ari der Sonnenseite solcher Bäume. Um die Reiser vor dem Aus- tromirn zu bewahren, schlägt niktln sie an einer schattigen Stelle fauch Kelter i m die Erde.

Landkreis Gießen.

ß en ° B u seck, 19. Febr. Tem Mimmlverfer Wil­helm sei pp von hier wurde das Eiserne Kreuz 2 Klasse ver­liehen.

Kreis Büdingen.

A N idda. IT Febr^ Statiousvarsteher Ludwig nmrde von

Hessische

Juwelen- und Goldwocie

Schirmherr: Se. Kgl Hoheit der Groüherzog.

Die Goldankaufsstelle

im Gebäude der Bezirkssparkasse (Johannesstr.)

ist anläßlich der 1157 D

hessischen Juwelen- und Goldwoche

morgen nachmittag von 2 -4 Uhr

geliftmet. ~~

Der Eiirenausschuß der Goldankaufsstelle Gießen.

dann wieder mrter Zurücklasshrng von LSweniHals Gepäck. Die An- Nage nahm «ui. daß dieser.Fremde der junge Geahard war, deL dannt die Spüren des Löweuthal venvischm wollte. Die Sach­verständigen stellen auch, fest, dast der Fremdenzettel in Köln von Gebljard geschrieben war, ebenso ein Telegramm an LöwenthalS Angehörige in Berlin, und daß in der Wohnung Gebhards löüite spuren vorhanden waren. Das Gericht kam zu einem Schuldig und verurteilte Gebhard junior zum Tode und den Vater zu 15 Jahrett Zuchthaus.

*

|f Marburg, 19. Febr. Ein umfangreicher Prozeß, bei dem es srch um Uebertretung der kriegswirtschafttick)-en Bestimmungen handelte, beschäftigte am Freitag und gestern das hiesige Land­gericht. Als Angeklagte erschienen der Metzgdr und Viehhändler Otto Unkel, der Viehhändler Theis, beide aus Biedenkopf, sowie der Schreiner Friedrich Bernhardt aus Niederschelden im Kreise Siegen. Sie wurden beschuldigt, in den beiden Vorjahren ins­gesamt 65 Schweine, 3 Kälber und 1 Rind zum Teil heimlich, ohne sich um die Ausführungsverbore zu kümmern, m die Nachbar- kreise verkauft, zum Teil aiid) heimlich geschlachtet zu haben. Bcpchardt soll außerdem noch mit anderen Waren Damsterge- schäfte gemacht haben. Das Urteil lautete gegen die beiden er- steren auf je 6 Monate Gefängnis und 3000 Mk. Geldstrafe, und aegen Bernhardt auf 3 Monate Gefängnis und 1000 Mk. Gelb-- strafe.

--- Schweinfurt, 19. Febr. Die Strafkammer verurteilte den Landwirt und Händler I. F. Friedrich aus Hergoios- Hausen wegen Kettenhandels in tjemeingefährlichster Art zu 15

Äöonaten Gefängnis und 28 000 Mark l^elostrafe. Friedrich hat, wie in der Berl-andlung festqeft'ellt rourde, allein nach Foantfurt a. M. für 290 000 Mark Waren umgesetzr.

beinahe drei Jahve mi 5)eereÄ>icnit.

Kreis Wetzlar

JSc Mer, 19. Febr. Etwa 900 Ukrainer, die sich bisher rm hiesigen Gefangenenlager aushretten. traten Montag früh die 5>ermreise in einem Sonderzuge an. Die Bevölkerung bereitete den Soldaten einen herzlichen Abschied.

Hmrn-Nallav.

--- Eppstein i. T., 19. Febr. Eine Frankfurter GesÄl str aft er warb für 90 000 Mark das am Staufan be.egene Kurhaus Satnrugl/Ud", das bisher einer englijchen Feriengefackschpst zu e^en war. Das Kurhaus fall nach seinem voll ständigen Umbau zu entern Do^el-Restaairaart erngerüchwt nvrden.

.lnr. Frankfurt a. M., 19. Febr. Die Schiffahrt auf dem Morn ist trotz des Frosstveckrrs rocht belebt, roas aus den günstigen Wafscrsland xurückzu führen ist. Zu Tale aehen gros> Mengen Grubenholz, auch Sand und Kies, nach bayrisck-en Häfen lverdciß Düngmittel. Koks und Braunkohle verfrachtet.

& Frankfurt a. M., 19. F^r. Die Sradtl>erord'wttn rersammlung gab he'rte einstimmig ihre Genehmigung zum An­kauf bn .Fofrai FriMLnderschen !Prü>at.llinikHohemark^' bei Oberursel und beEfale dafür \ 133 00) Mk, Tie Klinik ist zu erner Nerr-enheilanstaU für den Mi lelstand bestimmt und wird vorerst für 100 Betten eingerichtet, Ihre ttebernahme bl städtischetl Besatz erfalgt in kürzester Frist. Tie Verwaltung wird einem besonderen KüraL^rbun unlerlieK. Tic vor 15 Jahren er­achtete Klinik Liegt inmitteit <iwes eNva 50 Morgen großen Wold» parles znnsckLm Obernrfei und Ewnberg. Sie erlangte als Nerven-- lteilanslolt durch ihren Begründer Tr. Fried!ander fast Weltruf und Mrrde name»ttlich von den ersten Ges<ck.schaftskreisen fahr stark besucht. Tie elektrische Buhn FrauffurtHohrmurk führt bis vor die Tore der Au stall.

-- F r a n k f u r t a. M.. 19. Febr. Wie an mrdereu Orten, so dringt auch hier die KriegSzeit. fa seltsam es ersckxinen mag. dm! Theatern ?lbe,ad nur Abend aus verkaufte Däuser. Wer nickst tffa- sellfchater der THeader -A.-G. oder Ab-.mn'-m ist oder über eine ausgezeichnete Sstürnafa ziur Erlaunung einer Karte verfügt, den muß auf den Besuch verzichten. Sv sind heute bereits sämtliche DorftelLungen bis zum 27. Februar im Opern- und Schauspiel- banfa vollständir: ausvea-fauft. Jahrelang beirrten beide 5>Luscr steigender Zuschüsse, zuletzt wgar -eilw halbe Milli-mr Mark, in diesem Jahr dürfte sich zum erswnmale der JehLl^trag in eanrn! Uclerschslß umavmidcln.

X an au, 19. Febr. In Untersuchungshaft genommen wurde der Einkäufer der Lcbensmittelabteilamg des K^reisausschusfas vom Landkreise 5eanau. Walther, der im Verdachte steht, an um­fangreichen Mchlfchiebungen beteiligt zu sein.

ra. Aus Nassau, 19. Febr. Tie Nassau-Selterser Mineral- auelleN'Aktien-Geselsscha't hatte nach den letzten Absckstüffen an Ver- mögenslverten und Verbind'ichHtrar je 306 477 Mk. M verzeichnen Tie Gewinn- und Verlnstreck m g schfteßt in Sstl und ixt'vn mit je 67 75»4 Mk. ab. Der Ncülgcwinn betragt 62 256 Mk. Ans neue Rechnung werden 643,60 Mk vvrgetragen.

GerrcL)rs?aal.

Vrrsuckftrr Lrmöesvei-ntt.

Berlin. 19. Febr. <MTB. NichLamt.lickr.'! Vor i>em außer­ordentlichen Kriegsgericht wurde gestern u. a, falgcnter Fall virhwidelt. Wegen versuchten Landesverrates 'waren der Betriebsmeistrr Nowe KinSki urch die Arbeiterinnen Fa au Graul und Frau Roy augrllagt. Tie drei Angeklagten' harten in einer mir Kriegsarbciten beschäftigten Fabrik in Temre'hos die Arbeit niedergelegt. Ter erste Attgeklagl-e batte als Draht- seiiermeiser eine bevorzugte .Stellung. Tic beiden Freuen ver­dienten täglich 1012 Mark. Für die streikenden Arbeiter war arackmittags erne Verrammlung anberanmt worden, die aber nicht stattftnden durfte. Nun zogen die Arbeiter, ettva 3040 Persona, stark, nach dem Tempel Hofer-Feld hinaus. Tort wurde unter freiem tzimmel eine Versammlung abgehallen, in der der fahr redegewandte Nvtvezinski eine Ansrnnche an die Arbeiter hielt Tie beiden Frau-ea. die im Arlviterausschniß der Tvabrif saßen haben, wie das Gericht für erwiesen sah. Streikposten gestanden und sich bemüht, die Arbeiterinnen teilweise unter Tröstung von der Arbeit ab zu halte::. Dis Gericht erkannte gegen Nowezinski aus 2 Jahre Festungshaft, gegen die Frauen auf 4 Monate Fcstungslstrft.

Der Pirnttisrnfar Rmckmordpro^ß.

61 ?l. Z w e < b r n ck e n , 19. Febr. Bor den: Standgericht in Zweibrücken spielte sich in der letzten Woche der Mordtnrozeß gege^.tz die Schuhsabrikanren H. Gebhard und dessen S»hn Otto Geh^lro ab, beide ans Pirmasens. Sie waren angekfagt. den ZOjÜstngen' Kaufmann Walter Lmnenlbal aus Berlin Anfang Juni eranordei zu haben. Aus den damaligen Berichten ist noch in Erinnerung, daß Löwenrlxil. der im Besitze großer Geldmittel war, plötzlich verschwunden war. (Sinne Leiche wurde bis henke nicht g<-fnnde:r.) Er ivar aber ^nletzt in Pirmasens in der Gedstavstschen Wohnung gesel)en ,vorder:. Einige Tage darauf logierte sich in eurem Kölnor, Votel ein Frernder unter Löwentstals Namen ein und oerschwand

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter btefer Rubrik stehenden Artikck Üdkrnunmt dre Reoattron dem Publikum gegenüber keinerieß Lfaraitttoortung.)

Daubringen. Die D-ochittll. wie :vir sie hier im Januar hatten, war so außergewöhnlich stark, wie sie wohl auch unserv ältesten Einmolpaer noch nickst erlebt hatten, konnte doch die Lumda­brücke das Wasser kaum no-ch durckstaffen. Die Kreisstraßenstrecke von der Lumdabrücke bis zunk B^rstnhof war teilweifa überflutet und ist, seitdem sic auch im vorigen Jahre überschwemmt wurde, nickst mehr hochwasserfrer. Die Persoiven, die von und nach dem Bahn-' hos wollten, korrnlen sich nur unter eigener Gefahr mühsam durch" arbeiten. Die Jnstassen der Mühle waren fahr bedrängt und einige Gärten sind arg beschädigt worden. .Diesen Uebelständen könnte leicht abgeholfen werden, wenn man sicd an zuständiger Stelle ent­schließen wollte, den nördlich vor dem vauptftutgraben gelegenes Myrdurckstas; durch einen 2'/, bis 3 Meter breiten Brückendurch­laß zu ersetzen. N. N.

teilte Aac^ricytcrr.

<WTB.) Großes Hauptquartier, 20. Februar. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

An verWedenen Stellen der Front Artillerie-^ und Minrnwerferkämpf. Größere Erkundungsvorstöße, die der Engländer westlich &on Houthem, der Franzose bei Juvin- eourt und nordwestlich von Reims unternahm, wurden av- asoiefan.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Beiderseits der Bahn RigaPetersburg wurden die 29 Kilometer vor unserer faitherigen Front liegenden russischen Stellungen überschritten. Schwacher Widerstand des Feindes dei Inzeen. nordöstlich der Bahn, wurde schnell gebrockten, lieber Dünabarg hinaus stießen unsere Divisionen nr nordöstlicher und östlicher Nichwng vor. Zwischen Düna­burg und Luck traten sie in breiten Abschnitten den Vor­marsch an.

Die aus Luck hinaus vorgedrungenen Divisionen mar schieren auf Nowno.

2500 Gefangene, mehrere Hundert Geschütze und grobe Mengen an rollendem Adaterial fielen in unsere Hand.

*

Von deu anderen Kriegsschauplätzen nichrs Neues Der Erste Generalyuartiermeisier Ludendorff.

Vaterlandsvrrräterische GolÄaufkäufer.

Berlin. 20. Febr. Bon Beamten des Kriegswacher-> am ts rourden gestern 40 Pers onen sest-genv m men, die n-amcntlidj in Berlin in den Vorränmen der Postämter, in Ge- sck:äften und Gastwirischrften sich an Lentr herandrängten, bei iracat fi« Gold vermiröeten und denen sie für ein 20-Mark- stück bis zu 60 Mark zahlten. Aavch gemünztes Silber und unge:nünztes Gold wurde gekauft, wo es nur zu erlangen tvar. Außer in Berlin soll sich in Katva'imtz eine Zentrale der Goldaufa läufar befinden. Tie cd'ien Metalle iwanderten zun: Teil in Sck^idesiellen: zum größten Teck wurden \k durch befanbere Boten nach Kattowitz gebrack,'1 und von dort aus durch Schmuggler in das Ausland a.ustzefülxrt. Im KatÄ/witz fall für ein 20-Mark- stück der Schmugglerprris von 32 bis 60 Mark gezahlt worden sein.

Der Wirnvar iu Rußfand.

Amsterdam, 19. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Gemäß ei- nrni hiesigen Blatte erfährt dieTimes^ aus Petersburg vom 15.: 'Lm Mittwoche voriger Woch,' nnttde entdeckt, daß in goldgebinadene und mal Juwelen wrperte Meßbücher. M irren und Meß- Utensilien im Werte von 30 Millionen Rubel dem Moskauer Patriarchen gestohlen avaren. Die Post wird am hellen Tage durch bewaffnet Banden überfallen. Tie Land­verteil unqsfammissvml m der Provinz Konnte nicht verhindern, daß die Bauern die Güte r plünderten -md dann luttereirr' ander handgemein wurden. Tie von der' Front zirrückkehrendev Soldaten send maznfrieden, weil sie zur Plünderung der Güter zr spät famen und suchen nun die Dörfer beim

Aus Estland.

Berlin. 20. Febr. Ten:L. A." wird aus Riga berichtet, daß am 7. Februar die Wahlen zur roustituierenden Versammlung des vereinigten Eslland begonnen hatten. Tie bis zum 10. Fe bruar eingegangenea, Wahlergebnisse ergaben eine Minderheit für die Mapimalisten. Darxws Habei: diese alle weiteren Wahlen unt<u> burrdon und den Zusammentritt der konslltuierenden Versammlun» oerlwlen.

Ukraine und Polen.

Berlin, 20. Febr. Tem L. A. wird <rui> Men bcrichtS: Tasi Mitglied der ukrainischen Delogatiou Sewrjnf teilte einem Mitarbeiter der Neuen Freien Presse mit' Wir wollen den Polen entg^fankommen, fabald die Ordnung eiwaetreten ist, und der Bevölkerung von Cbvlm malEimsttslen^ durch Volksabstimmung bekunden, zu welchem Staate sie gehören null.

Das englische Heer.

London, 19. Febr. (WTB. Nichiamüiich.) Reuter. Ter Bvr» anschllag für das Heer 1918/19 ist heirte veröffenUbcht ttvrdcn. Darm werde»: 5 Millionen Mann vorgesehen.

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JConfekt

regelt den Stuhlgang

boi Erwachsenen und Kindern«

Aerztiioh empfohlon! OrlginaWost» MV. 1.60