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Aus Stadt und Land.

Gießen, den 14. Februar 1918.

** Dm tliche Perfonalnachrichtetr Der Groß­herzig «npfing zum Vortrag: den . Minister Dr. v. Ewald, den Minister des Innern Dr. v. H-onrbergk zu Vach, den Generaladjudanten General der Kavallerie v. .Hahn, den Vorstand des Kabinetts Mrkl. Geheimerat Römheld; außer­dem: den Leutnant Gras Büdingen. Der Großherzog Hut zunl 28. Dezember 1917 dem Dürgernteister, Orts- gerichtsvorsteh-er und Standesbeamten Zulob Richter IV. ru Nieder Eschbach, Kreis Friedberg, das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. In den Ruhestand versetzt wurde am 9. Januar der Lehrer Johannes Solms zu Nierstein auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wir­kung vom 1. Februar 1913 an. Der Großherzog hat am 9. Jcnrmrr dem Lehrer Johannes Solms zu Nierstein anläßlich seiner Versetzung in-den Ruhestand das Ritter­kreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß­mütigen mit der Krone verliehen. Der Großhcrzog hat am 13. Februar 1918 dem Amtsrichter an dem Amtsgericht Lauterbach, Amtsgerüchtsrrt Deibel, zum Amtsrichter an dein Amtsgericht Bens he im, den Amtsrichter an dem Amts­gericht Gernsheim, Anrtsgerichtsrat Wilhelm Ludwig Krug. <V Zt. tut Heeresdienst, zum Amtsrichter au dem Amtsgericht Worms, den Gerichtsassessor Karl Mayer aus Mainz, z. Zt. tm Heeresdienst, zum Amtsrichter a«?r dem Amtsgericht Gernsheirn mit Wirkung vom 15. Februar 1918 und den Gerichtsassessor Karl Cuny uns Mainz, z. Zt. im Heeres­dienst, zum Amtsrichter an dent Amtsgericht Lanterbach mit Wirkung vom 16. Februar 1918 ernannt. Am 8. Februar d. I. wurde der SteueraUsseher Oskar 5xrdameck zu Lainpert- heinl vom Tage des Dienstantritts au zum Pfanomeister für den Beitreibungsbezirk Fürth ernannt.

** Beförderung. Vizefeldlvebel Roth wurde zum Leutnant d. Res. befördert.

** Ausgabe von Speise sirup. Vom 15. bis 21. d. M. wird in den Kleinhandelsge-chäften, in denen der Bezugs- obschnitt 10 der Lebensmittelkarte abgegeben wurde, gegen Vor­lage der Let-eusmittel karte und Wlieseruug des Bezirgsabschnittes Nr. 12 Speisesirup verabfolgt. Siehe BekWtntmachmg im An­zeigenteil..

** Die Auszahlung ider Familienunter-, stützungen an die Angehörigen der zum Heeresdienst Eingeru- fenen für 16.28. Februar 1918 suchet in den nächten Tagen statt. Siehe Bekanntmachung.

** Ueber Fellverwertung und -beschlagnahme spricht am Sonntag Herr Ludw. Steinbrecher-Darm stad t im Saale der Restauration Spuck. Siehe Mrzerge.

** Tie Ortsgruppe Gießen des Vereins für Frauenstimmrecht hatte gestern abend zu einem öifenv- lichen Vortrag des Pwsessors Bousset im Saale des Hotels Schütz Cmrlcü-'ung ergehen lassen, der etwa rnnd 109 Personen, in der überwiegculden Mehrheit Frauen, gefolgt waren. Professor Bousset l>emerkte einleitend zu seinem Vortrage, daß er über das FrEnstimknrecht nicht sprechen walle, weil diese Frage äugen-- blick!ich in Deutschlawd nich sehr brennend sei, doch bekannte er sich offen als Anhänger der Bewegung. Ter Redner ging dann im allgemeinen auf das Wahlreckst trtrd im besoicheren mrs das all- gemeine und gleiche Wahlrecht ein. ftrhrbe in großen Zügen die lchtorische Entwicklung des Wahlrechts vor lock» legte dar, daß der Evrwcrnd, das allgemeine gleiche Wahlrecht bedeute ein Herrschen der Massen unter Ausschaltung der Intelligenz, nickst berechtigt sei. Das Wahlrecht, wie wir es für den Reichstag be­sitzen, iei ein Repräsentationswahl recht, und wer hinter den Ku­lissen zuschaave. wie die Wahlen gemacht würden, werde beob­achten, daß es nur wenige Macher, die Führer der Parteien sich), welche die Wahlen zustande borgen hrrid die in allen Pa.steint dafür sorgen, daß die urtelligenten mrd nur politisch denkenden Männer zu Vertretern des Volkes vvrgesckstagen mid gewählt werden. Bei Erörterung des Wach rechts kam der Redner auf das preußische Treiklassemvälst recht zu sprechen; er schilderte, wie durch die Dreiteilung der Stimmen nach dem Besitz, wozu noch er­gänzend der eigenartige Zuschnitt der Wahlkreise kommt, eine dünne Oberscknckst, die KLmsenxttiven in Preußen, die Macht im Parla­ment, in der Verwaltung nsw, festhielten, so daß der Reichs­kanzler, der gleichzeitig preußischer Ministerpräsident ist, in Preußen ohne dte .Konservativen^ nicht regieren tonne. Dies bilde den Grunds weshalb man in Deutsand überall ein berechtigtes Interesse daran habe, das preußische Wahlrecht geändert zu wissen. Es fei notwendig, um den Staat auf breitester Grundlage gegen alle Fährmsse sicherzustellen, auch das Reichstagswahlreckst' in Preußen eiuzuführen rmd nicht, toie die Konservativen Vorschlägen, mit einem sogenannten, Pluralwthlrecht zu belasten. Prüfe und betrachte man diese Vorschläge, so müsse man begreifen, daß damit überhaupt nichts zu' erreichen sei. Der Redner ging dann dazu über, das Problem einer parlamentarischen Regierung, wie solche in Engbatld sich herausgckbildet hat. zu erörtern. Dort bestehen zwei Parteien, die sich in der Regierung gegenseittg ablösen, wahrend bei utts bei unseren vielen Parteien eine feste Mehrheit nur von Fall zu Fall vorhanden ist. Unsere deutschen Verhältnisse eignen stch nach der Ansicht des Redners nicht für ein parlamentari­sches Regiment .Wvhl müsse der Einfluß des Parlaments in der Regierung gestärkt tverden, uttd die ersten glückverheißenden An­fänge hierzu seien bei der Berufung Hertlings znm Reichskanzler gemacht worden. Wir wollen uns in Deutschland aber nicht ein- richten nach einein Regierungssystem, das man einfach ans einein fremden Lande hereinbringt und auf uns überträgt, sondern tattere Verhältnisse gestalten, wie wir solche für uns heilsam und passend findest.

** Ausstellung des Geflügel- und Vogel­zuchtvereins. Ain dieser Stelle sek nochmals auf die vom Geslügelzuchtverein Gießen auf der Liebigshöhe veranstaltete Verbands-Ausstellung für Geflügel, Allgemeine Ausstellung für Kaninchen und Lokale Ausstellung für Militär-Brief- tauben hingewiesen. Die bisher eingegangenen Meldungen verbürgen eine gute Beschickung. Auch sind dem Verein eine große Zahl Ehrenpreise von Freunden, Gönnern und Ver­einen gestiftet toorden, so daß jedem Züchter und Aussteller die Gewähr geboten ist, für gute Leistungen entsprechend be lohnt zu werden. Die Eröffnung der Ausstellung findet Samstag den 23. Februar statt. Näheres besagen die An­zeigen in diesem Blatt.

/"»Obstbau und Vogelschutz. Der Kriegsn-rctschafts-- Ausschuß richtet an alle Landwirte und Gartenbesitzer bas dringende Ersuckpcm, Nisthöhlen an ihren ObstbLumen anzubriugLN, um die Üblichen Vögel, besonders die Meisen, herbeixuzvehnt und zum Brüten zu veranlassen. Die Meisen leben das ganze Jahr Hinduch «ast nur von Insekten, svivie deren Eiern and Larven und ver- brauchen davon für sich und ihre Brut eine erstau7Äic1>e Beenge. Die Antvesenheit dieser Vögel nurcht sich daher l«ld ^merklich. Drc Bäume tragen regelmäßiger uud das Obst ist gesünder und wertvoller als vorher.

** Versand von Stückgütern im mittelbaren Heeresinteresse. Wälirerid der Dauer der geiN-nivärtigeil Stilckgutsperre nahmen die Eisenbahlndierrststelleu nackt den Ins- hörigen Bestimmungen dringende Sendungen für die '))hmiriu>n&* Herstellung und Kriegsrüstung, sotoeit sie iricht unmittelbar an militärische stellen, sondern an private Empfänger gerichtet .oaren, nur dann zur Beförderung an, wenn die No'ionndigkeil des Ver­sandes durch die Linienwmmandanttrr des Versandbett rk^ rvfrtiel* ii-ifft tvar Dieses Verfahren nstcd vom 15. Februar an datstn ge­ändert,^ daß die erwähnten. BesckZeitrigungeti. von per fiir »ent Empsangsort zustätldigeit Kriegsamts stelle ansgefer- Hgt wenden Die Anträge aus Versandgenehnchsung fiir Güter

der vorbezeichnebm Wirt sino also rricht mickhr der Linienkomumndkm- tur, sondern unter Bonntzung eines besorideren, bei den Handels­kammern erhältlichen Vordruckes der für den Empfangsort zu­ständigen Kriegsamtssbelle schriftlich einzureichen.

Landkreis Gießen.

** Launsba ch, 13. Febr. Dem Musketier Mbert Pfeif- f e r ivurde das Eiserrre Kreuz 2. Klasse verliehen. Gleichzeitig wurde er zum Gefreiten befördert.

** Lich, 14. Febr. Utlleroffizier Philipp Wolf erhielt das Eiserne Kreicz 2. Klasse.

** Obc r-Bess in gen, 14. Ftzbr. Pionier Hermann Römer erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille.

KrciS Alsfeld.

,lp.' E r m ett ru>4>, 13. Febr. Ein Jäger erlegte dieser Tage in der Näh.' eiweZ nack/xrrlichni Baches acht Wildenten. Bald aber kam der Müller rmd reklamierte die vernreintlichen Wlld- enten als seine zahmen Haustiere und verlangte per Stück 40 Mk. Wo HZ oder übel mußte der Jäger 320 Mark bezahlen. Wer den Sck?aden hat, brancht nicht für den Spott zu sorgen.

KrciS Lnutcrbacü.

rr. Schlitz, 13. Febr. Auf dem hiesigen Bahnhof wtirde durch die Gendarmerie ein Händler aus Siegen i. Wests, ange­halten. der 205 Öfter, einen Schinken, 2 Preßköpfe und oerschie- bene andere WütLtsorten g.'hamstert l)atte. Gefr. Dieh l, Jav- habn Hcs Eisernen Kreuzes und der Hessischen Tapferketts- medaille, erhielt das Kriegsehrenz-nchen in Eisen. Obermatrose, Kdunuann Fritz Hinkel wurde mit dem Eisernen Kreuz ans- gczeickinet.

Kreis Wetzlar.

ra. D illen bürg, 14. Febr. Für das Schreitrer- und Glaser ha ndionk ist von einer Anzahl beteiligter Gewerbetreibender des T-Lkveises eine ZwMtgsinarnTrg beantragt morden.

DejsrttNasiau.

ra. Biedenkopf. 13. Febr. Die neue Kreisordrrung über die M-gabepslicht der Eier bestinimt folgendes: In der Regel sind für jedes Huhn 30 Eier abzuliesern, die sich toie folgt auf die ein­zelnen Monate verteilen: ipi Februar 1, im März 3, im April 6, im Mai 6. im Juni 5, im Juli 4, im Äugtlst 3 und imSeptembrr 2 Stück. HülwerHalter mit nicht mehr als 3 Hühnern, für die die Eierabliefenntg eine Härte bleuten würde, köniren vmi der Mlieserimgspflichc befreit toerden. Dem Erzeuger hat die Sammel- stolle für jedes Ei. das gebracht wird, höchstens 28 Pf. und für jedes abgeholte Ei höchstens 21 Pf. zu Mhlen.

G. A. Fraitkfu r t a. M., 14.. Febr. An die Landwirte Kur­hessens richtet der Vorstand der Landwirtschastskammer einen Auf­ruf, trotz der am 1b. d. M. erfolgenden Herab'etzung der Brot- getreideration pn Selbstversorger den ©hit nicht zu verlieren, soirtern deir Lieserungsverpflirfrtimgen im Sinne des Vaterlandes nachzukommen, um so eitlen glücklichen Ausgang des Krieges zu sickiern. Das unsertn HindeiMlrg gegebene Gelöbnis der Lirhessi- schen Landwirte werde tten und gewissenhaft erfüllt werden.

mr Frankfurt a. M., 14. Febr. Die städtische Kriegs- kommissilx.u bewilligte 25 000 Mk. zur Einrichttmg eines Sicher- heitsdieuli.es in den s!äblachen Lägern und Ha enanlagen und 50 000 Md. für die städtische Hilsskasse. Der Frauen.'ecein erhält für das ^zahr 1918 einen Zuschckß von 6500 Mk.; für Schüler­kurse jyur Ellec-nnng der An>erttgmtg voit Schuhen sollen 3500 Mk. ansgewendet werden.

ra. Weil bürg, 14. Febr. Die Stadtveoordtretait setzten den VcwansMag für die Lattdiolrrs-cchastssckmle für 1918 in Ein­nahme und ^lusgabe auf 83 400 9Äark fest. Der Staatszuschuß beträgt 42 000 Mark, der sdädtisckp: Zuschuß 10000 Mark. Der Nassauischen Siedlungsgesellsckrtft tritt die Stadt mit einer Stamitteiulage von 5000 Mark bei.

mr. Aus dem Freigericht, 14. Febr. Die Sprnnstuben, die hier schon nahezu ein Mvnsck-enalter verschwuttden waren, bo ginnen allenthalben aufzutauchM.. Röcihr imd mehr sammeln sich die jungen>ckM, um abends unter Leitung einer alten Frau das Spimren zu erlernen, Pa man den Flachsbau, der in dev toasserreichen Gegend eben recht lohnend ist, vielfach nneder betteibt. Auch Hanf ttnrrdc in der Gegend von Gelnhausen vernrehrr ange­baut. Ein »vei lerer Ztoeig der HausitÄmsttie ko-nrntt wieder ins Blübeir. Das ist die Holzschnitzerkunst. Holzschuhe in allen Größen Und Formen sind es, die von den Fa m lliemni tgliede nt <rn ge fertigt, und von. den Fabrilen gut bezahlt werdcm

ra. Aus Nassau. 14. Febr. Dkit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse wurden ausgezeichnet: Leutnant d. Res. und Batterie- führer Ernst Schmidt- Etsemnoth, Assistenzarzt Walter F i n k - Birrstadt, Stabsing. K a r m a n n - Biebrich. Oberleutnant Mexis Heintzmann -Wiesbaden, Ofsizierstellv. W. Möser-Sägoan- beim uttd Vizefeldwebel öermomi Reuther-Wommelshausen.

ch. V o m Hu 7lsrück, 13. Febr. Jetzt erst vermag man die durch das Hockpoasser im KellMbcvchtale angerichteten Schädetr zu überseheir, denn jetzt erst ist der Wasserstand so weit zurückgegangen, daß dies inöglich ist. Wie sich herausgestellt hat, wurde die ganze Flur unterl>alb Kellenbach zwisck)en Simmerbach mrd Ch.russee weg- geschtvemmt und auf viele Jahre hinaus für die.Beroirtschastung unbrcnichbcn gemacht. Oberhalb des Ortes an der Weinets- wch Stippasmühle liegen die Verhältnisse ebenso. Die fruchtbaren Aecker der ganzen Gegend sind Steirrwusten. Die Wiesm links vom Bache unterlxrib rv.i Kelleirbach weisen cucs Hunderte von Quadratmetern trichts als Steine urtd Geröll aus und die Weinelsmühle mußte, da der Mühlenteich zugeschlatmnt ist, ihren Betrieb einstellerr. Wie anderwärts, so Hai das wütende Wässer auch hier große Wen+jot Schneid- und OÄitzholz hinTvoggeschoemntt. Man schätzt den Schaden auf Hunderttausande von Mark. Auch die benachbarte Gemarkuttg Künigsau lwtte unter dein Hockt.vasser schver zu leideir Viele Aecker uttd Wiesen sitrd glich in dieser 0>emarkung nirr noch Steinhaldeir Daß die Leute aus eigenen Mitteln verrnögen, die Aecker lvieder urbar und bebauun-gssähig zu machen, ist garrz und gar arvs- geschlossen.

ch. Vson der Nahe, 13. Febr. ..Die Arbeiten zur Hebung der Lokomotive des vor tnehreven Wochen bei Hochstetten verun­glückten Urlauberzuges 7mirden, weil man eine Sprengung durch Pioniere als tricht ztwcknräßig bezeichnete, einem privateir Unter- irehmcn überttageic Tvorden. Die .Wsten werden sich auf etwa 60000 Mark belaufen. Vier Leichen nmrden bei Meddersheim angelrieben. Sic tvtmden als Jirsass«: des verunglückten Zuges erkannt.

Ein Eisentmkpnrngluck bei Idstein.

** 31) ft eilt, 14. Febr. Heute nacht rissen im hiesigen Bahnhof von einem auffahrenden Güterzug mehrere Wagen los und rollten die abschüssige Strecke zurück. Die Wagen stießen zuletzt auf den anfabrenden Nachtgüterzug. Bei dem Zusammenstoß wurde ein Bremser des Güterzugs getötet. Mehrere Personen erlitten Verletzungen. Der Balmverkehr auf der Strecke Limburg ist gesperrt. Der Schaden ist erheblick).

töcvicljtwaal.

I Darmstadt, 13. Febr. Vor der Stmfkcnnmer hatten sich die 2t>jührigi' verheiratete Elise Wüstendörfer und die 19jäl> rige Anna Kock M varanttvorten, die beide aus der Bahnstation Groß-Zimmonr, lvv sie beide itn Aushilfsdienste beschäftigt waren, zahlreiche EisenbahndiebstälK' verübten. Ihre Verfehlungen tome,! dadurch tttif, daß e^ne Bestohlerre die ihr aus einem Schließkorb ent- lvendete Blust an der Wüstendörfer entdeckte. Ein Rock, der ^mals mit verschtvmrd, wurde l-eute tvährend der Verlttndlung mn Leibe der ander'en Angellagblnr ststgestcllt. Diese erste Entdeckung führte atls die Spur einer ganz-etr R.nl-e teils einfacher, teils schnwrer Dieb­stähle, vml deireic der W. 12, der K. 10 Fälle zur Last fallelT. Die Beute bestand in Wäsche, Lelvnsmitteln und anderen Dingen. Das bricht verurteilte miter Zubilligutta mildernder Umstäud.' die W. zu l Ihr 6 Monatenurio die K. zu 1 Jcihr 3 Monaten östsängnis. wobei je 4 Monate UnkerstichwrgslMst al>gereckn7et Die

Diebirmen trahinen die Strafe sofort an.

^ Fran ksurt a. M., 14. Febr. Die LandwittSfrau L t nbt «ls Schnridtstadt denunzierte in zwei Briefen an den zuständig«

Bezirksfeldwebel ihren eigenen Maini als Drückeberger und bat, ihn dahin zu senden,7vo das Fctuer am stärksten sei". Einem Brief« fügte sie 20 Mark bei, uird rveitere 500 Mar? stellte sie dctm Feldwebeltiacl) Erfolg" in 9luösickst. Unterzeichnet w>aren dte Briese mit !dem Nanien eines Vetters des Mannes. Die Straf- kamnier verurteile die Frau zu 6 Vionaten Gefängnis; die darvK von der Frau eingelegte Revision wurde vom Reuhsgericht vc» worfan

Srtefk«,sten der Redaktisn.

iAnonvme AuSrage» bleibe» »»berückstchttgl^

). §ch. in Z. 1. Um Jnvalideirrettte beansprruhen zu können- ist die Zurücklegung einer Wartezeit twtwetrdig. Dieselbe beträgt; 1. bei versichertrngs pflichtiger Beschäftigung 200 Wochen; 2 bei W eiter Versicherung 200 Wochen, es müssen redoch davon 100 Marken in einer Zeit geklebt sein, in welcher der VersicheiTte m versicherungspflichttger Beschäftigung gewesen ist: 3. bei der Selbstversichermrg 500 Wochen. Ist die Wartezeit erfüllt, so müsseir innerhalb 2 Jahren (vom Tage der Ausstellirng der Qutttt777gskarte an gerechnet) mindestens 20 Marken bei der freiwilligen Versicherung 40 Marken) geklebt werden, um die Anwartschaft aufrecht zu erhalten. 2. Die Invalidenrente wird ohne Rücklicht auf das Alter gewährt, sobald der Versicherte mr- unterbrochen mehr als 26 Wochen Invalide im Sinne der Reichs­versicher ungSordnung ist. 3. Ta Sie bereits das 65. Lebensjahr vollendet haben, kommt, sofern die Wartezeit (1200 Wochen) erftUtt ist, für Sie eventuell die Alters-vente in Frage. Eine Deitrags^ erstatttmg kommt nicht in Betracht.

vermachtes.

Essen, 13. Febr. Auf der Zeche Konkordia bei Ober-, haTrsen hat sich eine Explosion ereignet, bei der 17 Berg- sechs schoer und drei leichter verletzt wurdär. Ern Schießmeister wird noch vernrißt.

*

* Aus dem Leben Abdul Hamids. Keine Persörrlich-» keit rmseres Zeitalters war vmc so viel Geheimnissen umgeben, wurde alsl)er jHeld oder als das Opfer so vieler Jntriguen genannt, dessen Geschichte vielfach als ein Ueberbleibstl aus der glänzerchen, dämonischen und unwahrscheinlichen Märchemvelt von Tausend rund eine Nacht anmuten könnte. Ws den zahllosen Berichten aber, die sich in allen Sprachen im La>ufe der Zeit über die Persönlichkeit: Mdul Hamids angesammelt haben, läßt sich trotz allem ein ziemlich scharfumrissenes utch der Wirllichkeit ivohl sehr nahe kommendes Bild gewinnen. Diele Mittvilutrgen, die zu einem nicht germgeiH Teil wohl auch dem Reiche der Legende angehören itwchten, wußten von Abdul Hamios Willkür uttd Grausamkeit Kunde zu geben, utrd gerade dic^ Frauzosm, die er so frei in seinem Reiche schialten unÄ walten ließ, haben es zum Dank dafür tricht unterlassen, ihn mehr als einmal einen zweiten Nero zu nennen. Aber tvenn inan NervS Grausamkeit aus der fortwährenden Angst erllärte, in der er vorr Jugend an lebte, so müßte dies in troch viel stlärstreni Mäße für mul Hamid zutrefsen, in dessen Gemüt schon das Wissen :mt die furchtbaren Dramen, die sich im Kreise seiner Vorfahren abspielten»^ eine trnablässig fieberitde Llngst großzog, die zu einer Krankheit wurde, 7i?elck>e fortwährend um sich griff uttd den Geist dieses Mannes förmlich zersetzte. Diese Furcht bervirtte iratürlich eint äußerstes Mißtrauen, das den von Glmrz icnd Vasallen unigebenen Herrscher in Wirllichkeit zu einen der einsamsten Menschen dep Welt machte. Auch alle Regierungsakte umrden von nesen Go- jühlen geleitet. .Als itn September 1885 die Revolution om» Philippopel ausbrach, bat der Sultan den Getreral von der Goltz um seinen Rat. Die Apttvort lautete, daß Truppen in eine be­stimmte Gegettd entsarrdt werden sollten, und da diese vollkommen mit der kurz vorher geäußerten Meinung der Mirrrfter überein­stimmte, ordrrete >Abdul Hamid das Gegenteil ein, da er glaubte, wan wolle mit Absicht seine Residenz von Truppen emblößea. Em ander Mal erfuhr der Sultan, daß ein Offizier die Artillerie üben ließ urrd dabei die Geschütze in Schußrichtung ztim Palast ausgestellt hatte. Ter Offizier tmcrde verhaftet, konnte aber tvabr- heitsgemäß erllären, daß der Hebungsplay 18 Kilometer von tene Palast entfernt 7var, daß er gar nicht die Riichtcmg kannte, in der der Palast statrd und daß er atißerdem keine Mutrition hatte. AuS Furcht verbot auch der Sultan viele Jahre hindurch, daß mit den neuen, für die Türkei erworbenen Torpedos geübt wurde. Spätes wurde dieses Verbot aufgehoben, doch ttrußteu die TorpedomanöoetS im Golf von Jsmidi stattfindett. eine halbe Tagereise vom Goldeneul Horn etttsentt. .Um eitrenr Attentat zu entgehen, schlief ''Abdul Hamid, der sich in den schwer zugänglichen und stark befesttgten llcinen slildiz-Kiosk zurückgezogen hatte, tnemals zwei Nächw hintereinander in demselben Ramn, außet^ent mußte stin Ruhe­lager stets beleuchtet sein.

* Aus der Kindheit der Luftschi ffabrr. Zn der deutschenSt. Petersburger Zeitwrg"" aoni Za Ine 1811 fitröet sich» folgende Nackxricht.Am 14. Juli 1811. München, vom 25. Jruci Ti. St. Unsere Ircife Regierutrg hat bcti ALechauiius, Herrn Bittorfs. der von Augsburg hierher gekoimnen ist. 'ein Gesuch, mit einer papiernen VdorrLgdlftere eine Luftfahrt halten zu dürfen, ab- geschlagen, teils weil eine solche Unterttehnrmrg fiir ihn selbst halsbrechetrd für den Staat aber gefädrlich ist, fttdem eine solche papierne Mvntgv'lftere, wenn sie durch die Ramchpsannc Z-eurr färtgt, Dörfer tntb Wälder in Brand stecken könirtc/'

* Kurze Notiz. ES sei daran eriimert, daß in Brest- Litowsk schon einmal, utrd ztvar im Jahre 1435, ein Fried-ens- sckLuß stattgefundett hat. Dieser beendete deri .Kri^ zwischen deittschen Orden einerseits und Polen andererseits, der im Zalw'. 1410 begnmnen hatte. Ter jetzt gef-chlossene Friede ist also ki''toiusrd derz-tvcite Friede von BvcspLttmvsll'

Meteowiogische Beobachtungen der Stailon Sichen.

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höchste Temperatur am 12. bt» 13. Februar 1918 --- -h 9 7' c. Niedrigste , « - 1918 4,3 »a

Nlederjchiag 4,1mm.

Letzte Nachrichten.

(WTB.) Großes Hauptquartier. l4. Februar (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Eilgtünder und Franzosen fctzttn an vielen Stellen Hrr ^nrnt ihre Erkundungen fort. Nördlich vvn LenS und in der Estamvagne kam es dcwei zu h.-ftigcn Kämpfen. Zn einem norspringenden Teil unserer Stellung südöstlich von Tnhnrs hat sich der Franzose frstgrsctzt.

Eigene Infanterie btMhte in Flandern und auf dev Mradstöhen Gefangene ein.

*

Bon den anderen KriegSschauplätzen nichts Nerres

Der Erste Geiteralguartlermelster

Ludendorff.