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für tfjQL gewesen. fein jirtrt Wrack geschossenes. Schiss aufzttgrben, aber es fei nichts anderes übrig gedticbcn. nachdem sämtliche Ge­schütz«- ifan als unbrauchbar gemeldet und auch die Verwendung der Tort^stnvasfe unmöglich geworden war. lieber seine Behandlung als (.befangener durch die Engländer tyitte Kuuitän v. Müller in itKMcker Hinsicht zu llagett. Ter .iwpftän v. Müller ist überhaupt der Ansicht, daß allgemein die Bc Handlung unserer Gefangenen durch die «Engländer durchaus nicht die ritterliche ist, wie offen­bar onliech ür Teutschtano angenommen werde. Einen Fluchtver­such l«bc er trotz Kennmis seiner bevorstehenden Uebersührung mrd Jnterttierung unternommelt, nreil es sein bnmnender Wunsch getveien sei. in sein Vaterland zurückntkehren und ihm von neuem mit der Waffe zu dienen. Tie Aussichten für ein Gelingen der Flucht feien ihm uiü> seinen Kameraden durchaus nicht so gering crfducncn. Freganenlapitän v. Müller war in bester Stimmung über die glänzende militari sck>e Stellung der Zentralmächte. Er hat niemals an dem Siege Deutschlands gepreirelt. Besonders kenn­zeichnend für die militärische Lage sei es, daß Gnglaild jetzt seine Haupthossnung für die Vermeidung einer Niederlage der Alliierten aus innervolittscke Schwierigkeiten in Deusschland und Oesterreich- Ungarn i setze

Der Seekrieg.

Reue U-Boot-Ersolgc.

Berlin, 23.. Jan. Neue U-Boot-Erfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz: 18 0 0 0 B r u 1 t o - Register- Tonnen. Die Mehrzahl der Schiffe, die tiefbeladen waren, wurde im Aermelkanal trotz starker feirrdlicher Abwehrmaß­nahmen aller Art versenkt.

Eines der vernichteten Schiffe, das im östlichen Aermel­kanal aus einem durch zahlreiche Seestreitkräfte geschützten Geleitszug herausgeschossin wurde, war allem Anschein nach cm Transportdampfer mit Kriegsmaterial.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Aus dem Reiche.

Berlin, 23. Jan. WTB. Amtlich.) Der Kaiser empfing gestern den Reichskanzler zum Vortrag und Pro­fessor Dr. Sauerbruch in Audienz. Später hörte der Kaiser den GeneralstabsDortrag. Ferner nahm er die Meldung des zum Präsidenten des OoerlandesgerichrS in Kassel ernannten Wirklichen Geheimen Oberjuftizrats Fritzsch entgegen.

Berlin, 23. Jan. (WTB. Amtlich) Zu militärischem Vortrag beim Kaiser sind Generalseldmarschall vonHin- d e nb u r g und General der Infanterie Ludendorff heute früh in Berlin erngetroifen.

B e r l i n, 23. Jan. Wie der L.-A. erfährt, fand gestern abend um'Vr6 Uhr im Reichskanzlerpalais eine Zusam­menkunft der Vorstände derReicbstagsfraktioncn statt, denen der Staatssekretär Dr. v. Kühl rn a nn ausführ­lichen Bericht über das bisherige Ergebnis der Verhand­lungen in Brest-Litowsk erstattete.

Wie der L.-A. weiter erfährt, fand gestern nachmittag ein Empfang der Fraktionsführer beim Chef der Reichskanz­lei, Exzellenz v. R ado w i tz, statt.

Berlin, 23. Jan. WTB.) Der tzaupta n s s ch u ß des Reichstags verwies das gestern vom Unterausschuß angenommene Gesetz zur Abänderung des Kriegszustands- gesetzes von 1916 an den Unterausschuß zurück uttd dazu den Antrag Gorhern, wonach gegsnüver den Anordnungeit der Militärbefehlsh-aber bei der Handhabung der Zensur und des Vereins- und Bersammlungsrochtes der Reichskanzler die Äussichtsstelle und die Beschwerdestelle sein soll. Der Hanpt- Mtsschuß wird um 1 Uhr nachmittags wieder zusammen- rreten. In der Zwischenzeit ta gt der Unter ausschuß.

Hessrsicher Landtag.

Zweite Kammer.

50. Sitzung am 23. Januar^

Xer Präsident eröffnete um 1OV» Uhr die Sitzung. Das Haus ist gut besucht. Die Tribünen sind mäßig besetzt. Am Regierungs­tisch sind drei Minister anwesend.

Zunächst wird Punkt 6 d^r Tagesordnung, der Antrag Ko­re l l - Jngelheint: Höchstpreise für He u, behandelt. Abg. Cal man begründet den Antrag, Minister des Innern v. Hom­berg k gibt die gleiche Auskunft wie seinerzeit im Ausschuß, worauf der Vorschlag des Ausschusses ohne Debatte angenommen wird.

Hieraus ergreift Frnauzminister Dr. Becker das Wort zu folgenden Ausführungen:rber den

Staatsvoranschlag für 1918.

Irr een beiden letzten Jahren konnte der Voranschlag so recht­zeitig fertiggestellt werden, daß sich der Finanzausschuß im Lause des Januars mit ihm beschäftigen konnte. Dies war dieses Jahr nicht möglich, lvegen des Personalmangels der Behörden und der Drucrschtöierigkeiten. Ich möchte deshalb über kten Voranschlag einige vorläussge Angaben machen. Ter Boratrschlag schließt in Einnahmen und Ausgaben mir rund 86 Millionen Mark ab (einige Millionen mekrr als 1917). Dabei ist der Fehlbetrag, der aus dem RestesondS I zu decken ist. niedriger als im Vorfahr. Dieses Ergebnis ist ein außerordentlich günstiges und um w er­freulicher. als die Mehrausgaben um einige Millionen gewachsen sind. Sie können zum größten Teil aus laufenden Einnahmen gedeckt werden, besonders ourch die höheren Einnahmen aus Domänen (Forstdomänen' und durch die erhebliche Steigerung der direkten Steuern im Jahre 1918. Unter den Mehrausgaben find die bewilligten Kriegsteuerungsbeihllfen tür Beamte usw. tu der Höhe von 4 450000 Mark, 168 000 Mark Zuschuß an das Reick, für Druckpapier. ferner veinere Beträge für Auslanvs- fbächtlinge. Kinderhorte.

Ein ungünstigeres Bild finden torr bei der Eisenbahn. War der Abschluß schon im lausenden .Jahre rückläuftg, so toird es 1918 noch in erhöhtem Maße der Fall sein. Statt der für 1917 angeietzren 18,6 Millionen Ausgabesorsckmß raerben wir vor­aussichtlich nur 15 Millionen erhalten. Wenn dieser Betrag auch gerade noch hinreicht für die Bestreitung der Auslagen, so werben wir dock; davon nicht mehr die 2 Millionen, die die Staatskasse für ihre Verwaltung zu beanspruchen hat, an diese ab führen können. Für 1918 sind die Aussichten noch trüber, well die Ausgaben ung» heuer gestiegen sind, besonders durch die Aufwendungen für Teue­rungszulagen. Haben sich die Einnahmen 1917 um 20 Prozent ge­steigert, so haben die Ausgaben sich um. 40 Prozent perhöht: Ter Fehlbetrag war 1917 für die preußisch-hessischen Eisenbahnen 250 Mill. Mark und toird 1918 Vs Milliarde betragen. Die Ziffern dürfen uns nicht erschrecken, da es sich um Seinen eigent­lichen Fehlbetrag in unserem Sinne handelt. Ter Minister saßt das Ergebnis des Voranschlages dahin zusammen: Wir werden einen Gesamtabschuß haben, der zwar einen Fehlbetrag auf­weist. dennoch aber günstiger abschießt, als der der vorhergehenden Jahre. Tie Deckung des Fehlbetrages könne zwar heute noch aus laufenden Einnahmen (Steuern und Domänen) vorgeuommen ioer° der-, nach dem Kriege aber nicht mehr. Der Minister empfiehlt die bayerische Denkschrift über eine Reform der Einb)mmen- steuer den AbgeorLmeten zur eingehenden Bsachturrg. Hessen steht danach lange nicht mehr an der Spitze der Bundesstaaten, was die Höhe der Einkommensteuern betrifft. Nach dem Kriege werden wir erhöhte Ausgaben bei verminderten Einnahmen haben. Wir müssen dann an einen Neuaufbau unseres Stenerwescns denken. Mir Zuschlägen können wir nicht auskommen. Schon heute uröchtc ich darauf Hinweisen, daß wir dann die volle direkte Steuerkraft unsevcr Bevölkerung ausnützen müssen und können keine direkten Steuern dem Reiche überlassen. Ich hoffe, daß ich in dieser An­sicht die Unterstützirng beLer Hätrter finden werde. Die bim'ees- staatlichen Parlamente würden ja völlig ihres Einflusses sich begeben, wenn sie sich dir Bewilligung der direkten Steuern mrS der Hand nehmen ließen. Ich hofte. daß der Finanzausschuß den Bo ran- schlag, auch wen» er ihm dttHrml etwas später zugehl als in

früheren Jahren, ebenso wohlwollend und gründlich behandeln

wird wie früher.

Die Negierung hat eine Vortage eingebracht, 119 500 Mark zum Ankauf des Hauses Neckarstraße 17 zu bewilligen, welches für Bureauräume Verwendung finden soll. Der Vorlage wird nach mündlicher Berichterstattung durch Abg. Brauer (Bbd.) ohne Debatte zugestimmt. ^

Verpachtung von Bad Salzhausen.

Tie Regierung hat eine weitere Vorlage betr. Neuverpach­tung des Bades Salzhausen eingebracht. Es ist beabsichtigt, die ganzen Anlagen an eine Gesellschaft auf 30 Jahre zu verpach­ten. In den ersten zwei Jahren soll keine Pacht, im dritten bis fünften Jahre sollen 4000 Mark gezahlt werden: später soll sich die Pacht auf 19 5OO Mark steigern (Durchschnittsvacht 11 000 Mark). Zur Instandsetzung des Hauses werden 50 000 Mark, für Mobiliar ein Darlehen von 150 000 Mark verlangt. Nach dem Kriege ist ein Gasthofneubau für 8900 000 Mar? ins Auge gefaßt.

Abg. Ulrich (Soz.) schlagt im Namen des Ausschusses vor, die Beträge von 50 000 und 150000 Mark zu bewilligen, den Beschluß über den Neubau bei vorläuftger grundsätzlicher Zustim­mung auf später zurückzu stellen.

Abg. Adelung (Soz.) hat Lebhafte Bedenken gegen die beabsichtigte überstürzte Erledigung der Vorlage. Vielleicht könnte mau Bad Salzhausen nach dem Kriege besser als Kriegserholu^gs- heim verwenden. Er wünscht Zurückstellung der Vorlage bis zur Budget-Beratung.

Finanzminister Dr. Becker: Die rasche Erledigung ist not­wendig, well die Uebcrnahme des Bades bis zum 1. April erfolgen soll. Eine Stillegung des Bades wäre im Interesse der dortigen Bevölkerung nicht wünschenswert. Die Errichtung von Krieger- hermcn würde durch die Verpachtung nicht gehindert. Bcch-Nauhrim! hätte mit seinen Ei.'.richmngen für eine Kriegercrholungsftätte mehr Vorteile als Salzhausen.

Abg. Tor f ch (Bbd.' fragt an, wie es kommt, daß ddr bisherige Pächter'des Bades den Vertrag plötzlich au (gegeben hat. Salzhausen sei für Kriegererholuugsstölten doch vielleicht geeigu^trr als daS Wektbad Vad-NauHeini. Abg. W o l f - Gonsenheim hat gleichfalls Bedenken gegen die übereilte Erledigmrg der Frage.

Minister Tr. Becker teilt mit, daß dar bisherige Vertrag schon 1916 ablief. Die Verlängerung fand nur aus Vorstellung der Regierung statt. Wir büren nicht vergessen, daß wir ja freu bisherigen jährlichen Anschuß von 30000 Mark ersparen. Unter dem Lebhaften Beifall das Hauses erklärt der Minister, der Charakter Bad Nauheims als Wettbad könne teuc Hrrrdernis bilden für die Errichtung eines Kriegererholungsheimes dorttelbst. Auf Kurgäste, auch ausländische, die Anstoß nehmen würdclr an dem Aufenthalt unserer Kriegsversehrten, würden wir in Nauheinr »richL> nur Teir| Gewicht legen, sondern uns sogar ihre Gegenwart entfdntben verbitten.

2lbg. U l r t ch (Sozi' und Abg. Brodenbach (Bbd.) empfeh­len cm Namen des Ausschusses trotz der Bedenken die Zustimmung zur Regierungsvorlage. Die Abg. U rsted t wrN'chr nnd Z ucker master (Zstr.) .äußern chre Bedenken, die durch die bis­herige Aussprache nicht zurstreur worden sind. Finanzminifter 'Dr. Becker: Ein großes Geschäft wird der Staat nicht machen. Aber das Riiiko, das er läuft/ ist nicht so groß wie die bisherigen. Zuschüsse.

Nachdem noch die Abgg. Brentano.(Ztr.), Weder (Bbd.), Dr. Osann (Natl?, Dorsch (Bbd.), Ulrich (So-.), Eißnert (Soz/, Fenchel (Bbd.), Zuckermayer (Ztr.) dazu .geiprochen. baderi. wird der Ausschußantrag gegen die Stimmen der Abgg. W o l i - Gonsenheim und Zuckermayer angenommen.^

Die Sitzmrg nürd gegen 1 Uhr geschlossen. Nächste Satzung: Donnerstag 10 Uhr.

Der wahre Anstifter der welttrieger^.

Von Dr. E.

Das spannendste Buck des Weltkrieges auch für den,ewigen, der sich sonst nicht für Politik interessiert! Zwanzig Jahre lang hat der Tsck>echenführer Kramarsch Beziehungen zu den Diplo­maten der Gntvnte rmverhalten und hat dort auch diejenigsn Männer, die mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn früher ettre Berftändigurrg suchten, gegen uns aufgehetzt. Bon ihm be^og England und Frankreichdie demokratisch-freiheitlichen, zivlli- fatvrischen imd mLnschllich-sentimentellM Schürgworte, die sie wäh­rend des Krieges aus den Markt der öffentlichen Meinung brachten" von denkleinen unterdrückten Nationen", vonrdeutschen Mili­tarismus".Pangermauismus", von derderckschon Barbarei" und von ihrer Ausgabe, demKampf für die Zivilisation". Er lnt auf den Prager ^okolkmrgreß 1912 russische,,französische und eng­lische Diplomaten zusammengeführt, er hat sie tamraf aufmerksam gemacht, was ft'rr ein Vorteil für sie aus derösterreichischen Frage" entstehen konnte, er hat die noch bestehenden Reibungs- flächen unter ihnen beseitig:, er hat die Vereinigung aller Slaven der Welt gegen das Germanentum betrieben und selbst die Ver­söhnung zwischen Serben und Bulgaren nach dem Balkankrreg versucht. Bei ihm gingen nickt nur vor dem Krieg Enlentegeschäfts- träger aus und ein, noch während des Krieges ist er Mitgrüirder tschechischer .Hetzblätter in Frankreich, erhält diese trotz Zensur zugeschickt, ist an ihnen trotz Zensur Mitarbeiter und ist mit den Auslandstschechen von Prag aus trotz Zensur in täglicher telegraphischer Verbindung. Er hetzt trotz Zensur in dem Prager BlattNarodni Lisch" gegen Goldürmmlimgen und fordert öffentlich Ungehorsam gegen die Mustermrgsvssicht. Er trägt die Schuld an den bekannten tschechischeir Berrätereien, durch die tausende braver österreichisch-tmgarischer und deutscher Soldaten chr Leben lassen mußten, er, der größte Verbrecher, den die Welt­geschichte kennt.

Am 21. Mai 1915 beginnt der gegen ihn gerichtete Hoch- verratsprozeß unter der Regierung des unvergeßlichen, allgeliebten greisen 5kaisers Frarcz Joses vor dem Armeeoberkommando und endigt nach IV 2 Jahren mit seiner Verurteilung zum Tode am 20. November 1916. Die seine Schuld beweisenden Dokumente füllen 35 Kisten, die Urteilsbegründung uursaßt 2500 Druckseiten. Aus dieser Urteilsbegründung sind alle oben mEführten Tat­sachen angeführt: auch hebt es ausdrücklich dieMonarchref-Änd» lichkeit" des Sokolkongresses von 1912 hervor, cm dem als Ver­treter der österreichisck>cn Behörde der Statthalter von Böhmen Gras (später Fürst) Thun und döe österrrichisichen Minister für Kultus und Unterricht und für öffentliche Arbeiten tellgenommen hatten.

K r a m a r s ch wird bald nach dem Prozeß zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Seüre Frau und MftschuLdige, ehre geborene Russin, die auch noch nnihrend des Krieges 1 racker g«gen die Deutschen cklsBarbaren" hetzt, pflegt während des Prozesses, nach zwei Kriegsjahreu'! mit dem österrevchisckMc Ministerpräsi­denten Grasen Stürgkh ihr Abendessen eirrzunekMen.

Unter der Itegterung des Kaisers Karl wird K r a m a r s ch be­gnadigt mid aus ganz freien Fuß gesetzt. Unter dem. Jubel der Bcvölkcrung zieht er in Prag ein. Es folgen die neuen großen, tschechischen Berrätereien an der italienischen Front und die Aus­lieferung eines österrerchisch-ungarisch-en Torpedo bMtes durch tschechisch^ aufrührerische Malochen an Italien. Kurz daraus wer­den die Heiden Berate: des Kaisers aus der ersten Zeit seiner Re­gierung, Kabrnetr^sskretLr Grak Pölzer und Fürst Lovkö­rn i tz ihres Amtes enthoben.

D r. W i ch t l gehk^ die steche der Ern^ctedrplomMM durch und bchleuchtet scharf ihre Mitwirkung am Ausbruch des Welt- krieges, aber mit zrornaeuder Folgerichtigkert weist er nach, daß derAnstifterdcs Weltkrieges, die treibende Kraft überall, der wahre Erbe der Einkreisungspolitik König Eduard VII., niemand anderes als Dr. Kra­marschwar.

Die Schlußfolgerung, die sich für uns Deutsche ergibt, ist ßolgciche: Kramarfch hat drcrch seine TätickSeit vor und während des Krieges, besonders m Frankreich, den Kriegs- und Sioges- wlllen unserer Gegner bis Mr ivahniinrngsten Hysterie gesteigert.

-Dr K a r l Kr a m a r f ch, ber Anstifter des Weltkrieges" von Dr. F. Wichtl, Mitglied des österr. Rerchsrares. München- Wien. Lehmann. 3.40 Mk.

er hat sie mit der Gliorwle umgaben, daß WnM die gStMM Mission der Befterung der kleinen Nationen, der TemokvatesienmD Deutschlands und seiner Befteiung vom Mlliparismus zuüomme und sie so taub für jede Stimme der Vernunft gemacht. diesem Grunde werden auch alle unsere Friedens» reden als -offenes Eingeständnis innerer Schwa­che und des nahen Zusammenbruchs aufgefaßt u nd wi rken in Wahr heit nur kriegsverlängernd." Zrc dieser Erkennttris wiip, glaube ich, jeder Leser des BucheS, g'cick. welcker poliissck'LN Richvmg er fei, komnten. ^^ _

Sitzung der Stavtverordneten.

-m- Gießen, 24. Januar 1918.

Zum ersten Male im neuen Jahre haben sich die Stadtvev- ordneten zu einer Sitzung zusammengefunden.

Anwesend sind die Beigeordneten Emmelius und Grünewald, sowie die Stadtverordneten: Ebel, Faber, Heichelheim, Jann, Krumm, Leib, Löber, Petri, Plank, Simon, Sommer. Schass- staedr, Vetters, Wimmenauer, Winn.

Nachdem die Stadtverordneten Löber und Faber zu Ur­kundspersonen gewählt sind, eröffnet Oberbürgernreister Keller die Versammlung und gedenkt zunächst mit warmen Worten des plötzlich verschiedenen Stadtverordneten Eichenauer; sodann beglückwünscht er die Stadtverordneten Petri. Emmelius, Löber, Faber, Orbig und H elfrich, die aut eine mehr als 25jährige Tätigkeit im Stadtvorstande zurückblicken.

Stadtv. P e t r t dankt für das fteundliche Gedenken.

Ferner gibt Oberbürgermeister Keller von folgenden Einzel­heiten Kenntnis: Herr Gustav Bock, dem die Stadt Gießen! bereits zwei Stiftungen wertvoller Gemäldesammlungen ver­dankt, hat ein weiteres Bild gestiftet. Für die in der letzten Sitzung gewährten Teuerungszulagen an städtische Beamke und Lehrer sind eine Anzahl Danksagi«ngen eingegangen.

Dem Gesuche des Verbandes des Geflügel und Vogelzucht­vereins um Bewilligung eines Ehrerrpreises für die im Februar stattfindendc Ausstellirng wird durch die Gewährung einer Summe von 25 Mk. entsprochen.

Auch mit der Errichtung von Garten Häuschen am Wißmarer Weg und der Marburger Sttaße .Punkt 3 der Tagesordnung erklärt sich die Versammlung einverstanden.

Stadkv. Sommer schlägt vor, die Herstellung einer Lahn-- fahre ins Auge zu fassen, so daß die Garten-Anlagen auf dem jenseitigen Lahnufer von der Ederstraße aus jederzeit leicht zu-- gänglich sind, wodurch der Entwicklung der Garten-Anlagen nur genutzt werden könne. Stadtv. Löber ist derselben Meinung.

Zu Punkt 4, der Ausgabe von Kriegsnotgeld, eröffnet Ober­bürgermeister Keller, daß durch die bevorstehende weitere Ein­ziehung von Kleingeld sich die Notwendigkeit herausgeftellt bat, städtisches Kriegsnotgeld zu prägen. Es sollen daher zur Ber Hütung des Kteingeldmangels achtkantige lO-Pf.-Stücke aus Metall geprägt und in Höhe von 20000 Mk. in Umlauf gesetzt, wer­den. Die Versammlung gibt ihre Zustimmung, jedoch sprechen sich die Stadtv. Sommer und Winn für die künsllerssck)e Aus­führung des Geldstückes aus.

Ueber die Kriegsteuerungszulage für städtische Arbiellec lPunkt 5) entspinnt sich eine kurze Debatte. Wie die Beamten und Lehrer der Stadt Gießen sollen auch die städtischen Arbeiter nebei- der bereits bewilligten Famllien- und Kirrderzulage eine be­sondere Kriegsteuerungszulage erhalten, und zwar zunächst rür das. laufende Jahr 1918. Tie neue Zulage besteht in einer Erhöhung des' Stuudenlobnes um 10 Prosenk bis zum Höchstlrtrag von 6 Ps. für die Stunde. Jedock-, dürfen die iGesaintzulageu 75 Prvz. des Jahres­einkommens nicht übersteigen. Stadtv. Vetters hält die Zulage für zu gering.

Oberbürgermeister Keller weist darauf bin, daß di-e städti­schen Arbeller berells bedeutende Lohnerhöhungen erhalten hadert uitb somit die Zulage wohl als ausreicherrd zu betrachten sei.

Nach Erledigur^ von Einwendungen der Stadtv. Jann mtb Plant, die die zeitliche Begrenzung der Zulage Ar nicht ange­bracht lullten, wird die Vorlage angenmmnen, der Betrag vei GesamtemftreÄnrng vvn 69 297 Mark bewllligt.

Tie Beratung über die Anpflanzung von Odsrbäumen am so­genannten Landwehrgraben (Punkt 6) wird Mrückgestellt. da. wie Beigeordneter Grünewald erklärt, in letzter L^undc verschie­dene Einwendungen hiergegen laut geworden sind.

Veranlassung zu längerer Aussprache gibt Punkt 7. die Ein­richtung einer städt. Schuhausbesserungswerkstätte.

Stadtv. Ebel betont die Notwendigkeit einer solchen Werk­stätte, da bei der bestehenden Notlage, denr Mrmael cm Arberdk- krästen und Material Abhilfe dringend notwendig ftt. Wie der Re- ferent aussührt, sind in verschiedenen Städten, wre z. B. Darnv- stabt, Frankfurt, Offenbach, Versuche mir einem neuen Verfahren gemacht worden, dem sogenanntenAgo"--Versahren. das eine neue Erfatzfohle mit einem besonderen Klebemlltel aus der Brandsohle deS Stiesels glatt mrslieaend befestigt. Man hat daher daran ge­dacht. in <Äi?ßen eine ähnliche Werkstattc einzurichten,, und zwar satten nack Besprechung mit der hiesigen Schuhmacher-Jwnung 2 fNeister die WerPjtätte leiten. Jeder ^chuhurachier soll zur An­nahme reparaturbedürftiger Schuhe berechtigt sein, diese an die Zentrale wellergebcn und rmch Fertigstellung die Schuhe dem. Kunden wieder übermitteln. Aus diese Weise sott auck der einzelne Schulter die Möglichteit haben, euren gewissen Verdienst zu er­langen. Für die Werkstätte sind 2 bis 3 Räume mll elektrischem Anschluß erforderlich. Der Voranschlag zur Entrichtung des Be­triebes einschlreßlick der Maschinen beläuft sich Mts 3000 Marl. Dazu kommen noch Gelder für die Beschaffung von Materialien. Klebstoff und die Ausbildung der Meister. Alles in allem wäre sin Kredit von 15 000 Mart zu bewilligen. Oberbürgermeister Keller bittet die Versammlung, dem Antrag zuzustimmen und die erforder­liche Summe zu bewilligen.

Stadtv. Plant ist entschieden dagegen, daß ein derartiges Gewerbe von der Stadt betrieben wird, well der einzelne Schuh­macher geschädigt werde. Auf der einen Seite werde öer Schuster gezwungen, das überwiesene Leder anxmtevmett, .nrf der anderen Zeile nehme man ihm die Arbeit. Daztt sei tvoch lange nicht er­wiesen. ob dieAgv-Sohle" witkliÄ brauchbar sei und vor allem, ob nicht ein Mangel an Klebstoff eintrete^l könne.

Stadtv. Vetters ist der Meinung, daß, wenn eilte Not­lage wirklich bestehe, traut auf den einzelnen Gewerbetreibenden kerne Rücksicht nehmen könne Wie dte Verhältnisse hier aber lägen, körrne er sich den Bedenken des Stadtv. Plank nicht ver­schließen.

Stadtv. Krumm. Eine Nollagc besteht zweifellos. Wemr die Sohlen billig und haltbar sind, müssen wir die Einführung unterstützen. JÄwch ist eine getrau« Prüftmg der ganzen Frage vor­her erforderlich.

Stadtv. Sckaisstaedt ist ebenfalls nicht für bai Antrag uTtb will vor allem der Schuhmacher-Innung selbst die 'Prüfung der Bruuchbarkell der Sohle überlassen.

Stadtv. Winn schließt sich dieser Ausführung an.

Beigeordneter Grünewald fragt, ob dosAgv-Vor­verfahren" das einzige sei. von dem die Lederindustrie alc Ersatz­mittel sich etwas verspreche.

Stadw Ebel bedauert hierüber keine genauen Eingaben machen zu können, tritt aber nochmals für die Einführung des Systems und die Errick;tun.g der Werkstatte ein.

Aus Antrag wird dann die Lösung der Frage einer Wmmrssion überwiesen, die sich aus den Stadtv. Ebel, Plank, Winn und Vetters zusmmnensetzt. Später werden Stadtv. Sovtmer und Frau Reckftsamoalt L e ü n hmzugetlEt.

Stadtv. Sommer weist noch als.Akkzr mrs die durch die schlechte Schuhbekleidung und Heren Folgen geschaffene Notlage hin -und hält schleimige Abstellung für unbedingt erforderlich.

Außerhalb der Tagesvtdmmg finden dann einiae Fragst Erledigung. Stadtv. Vetters empfiehlt die Bildung erner fwbt. Kommission zur Herstellung billiger Wohnungen.

Stadtv. Winn schlägt vor, da hie Baukosten nach dem Kriege sehr hoch sein diirften, mit der Mlitchrverwaltung in BerbindnnA Nu treten, Baracken zu er w erben und dieselben als Kleinwoh n u n ge n!

einzurichtett.

Stadtv. Sommer bäill es für angrbruchi, sich wegen der Kl einwolyrmtgsfrage mtt den gememnützig«t BmrgsivssenschvfdM in Berbnchitng zu setzen.