Der Bvrsi tzende der russischen Delegation: regte Umüchft auf die früher bereits besprochen^ Frage der Zu^iehLMg ixm Vertretern der besetzten Gebiete Mrückgreifend an, solche Vertreter mmmehr an den Verhandlungen keünehnren zu lassen, damit sie Gelegenheit hätten, ihre russischerseits bestrittenen Rechte, bzw. ihr Anrecht auf dft Kertvetung dieser Böller der ganzen Wett Nachweisen zu können.
Staatssekretär
von Kühlnuurn gab erneut seiner Bereitwilligkeit Ansdruck, solche Vertreter I>eran* zu&kijen, jedoch unter der sch in früher ftstaelegten Voraussetzung, daß das Erscheinen dieser Vertreter in DresjÄibow-sk auch von der russischen Delegation dahin aufgefaßt werde, oaß die Staat wekduirg dieser Gebiete durchs die Zulassung ihrer Abgeordneten auch russischerseits wenigstens präsumtiv anerkannt werde.
Herr Trokli erklärte sich außer stände, auf die vom Bor redn«. ckls nottvendig bezeichnet^ Voraussetzung eiirzugehen.
Herr v. Kühl mann stellte fest, wenn es gelänge, über die Bütingungen einer bestätigenden Volkslündgebung auf breiter Basis Uebereinstimmung zu erzielen, wärt« die Meinungsoer schiLdeilheit darüber, ob diese ^)1Lskundgeölmg als konsütuierend oder konfirmierend anzusehen fei, seiner Ansicht nach ein Scheitern der Berhandlmrgen mit seinen weitreichenden Folgen nicht zu rechtiertigen Dermin.
.Herr Trotzki gab zu. daß die Fortsetzung der Debatte auf dem bisher behandelten Gebiet wenigste^rs im augenblicklick>en Stadium der Berhind'lungen zwecklos erscheine. Es komme in der Kauvtsach' darauf an, die Unabhängigkeit mrd Freiheit der Mil k-ensaußerung des betr£f?enb#t Bokksteiles zu gewährleisten. Es sei daher nötig, daß sie iridrt nur einen k'oirfirmievenden, sondern euren Lmstrttrierendrn Eharakter erhalte.
Bei der Erörterung des von Herrn v. Kuhlmann gemachten Vorschlages, kür dis VornadmL der entsck>eidend«r Mftcmmüngen in den besetzten Gebieten den Zeitraum zwischen dem Abschluß deS Friedens mit Rußland und spätestens einem Jahr nach dem allgemeinen Friedensschluß anzusetzen, schnitt Herr Trotzki sofort die Räumungsfrage
an. Er sei der Ansicht, daß die Frage der Regelung der Geschicke der fetzt besetzten Gebiete in Zusammenhang gebracht rverden müsse mir dem Friedensschluß an der Ostfront.
Staatssekretär v. Kühlmann erklärte darauf, da die Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit eines Wiederaufflammens des Kampfes an der Ostfront bei Fortdauer des Krieges an anderen Fronten jedenfalls erbeblich größer als nach Abschluß des oll gemeinen Friedens sei, so müsse er es als ausgeschlossen be zietckmen. ffft die Räunrung des in Artikel II des deutsch-österreich- vngcrrsschen Entwurfes angeführttm Gebietes einen Zeitpwrkt ins Auge KU fassen, der nicht mit dem Abschluß eines allgemeine« FriÄ«ns rechne. Weitere Sicherungen, als im Artikel I vorgesehen. könnten seitens der Verbündeten, solange der allgemein- 2rwjjSft bereu iwklartr.
Herr Trotzki entgegnere, daß er in der Remlung der Existenz der fraglichen Völker gemäß ihrem Willen die feste Sicherung gegen ein Wiederaufflammen des Krieges an der Ostfront erblicken würde
Staatssekretär v. Ki^hlmann wiederholte, daß es untnn- lich lei, die militärischen Sicherungen vorzeitig zu schwächen. Nach einer Replik^ des Vorsitzenden der russischen Delegation wurde die nächste Sitzung aus nachmittag 5 Uhr vertagt
Dir Nachmirta> 7 ssitzung vom 15. Januar wurde biurd) Staatssekretär v Kühl mann mit folgenden Au.sführungen eröffnet: Wir -oben hcrtte morgen die Besprechung des Zeitraumes zu Ende geführt und mi Br uern festste!Len müssen, das; aui der Gegenseite ke^ne Geneigt! etc i standen hat, «nri unsere Darlegungen in irgend^ eurer Weiß ern.ugehen. Wir gehen zrrm zroeiken Punkte über, der sich Äezäehr aui die atlsameinen politischen Voraussetzungen, mtt^r xwai die Ausübung des Selbstbestim- munqsrechtes errslgrn würde. Die Hauoffrage wird dir sein, «üviereOl die Freiheit der Abstimmung bzw. der Wahl zu der aus- kchilorggebenÄLn Pers-ammlnng durch die (3>egeuh»art von TrnvPen in den betrenembiur Gebieten beerntrachtigt wird. Tie beiden Gesichtspuatte. innerhalb derer diskutiert wertem kann, find: Eine gewisse Zahl Streitkräfte ist zur Aurrechtechalrung der öffentlichen Ordnung nötig. Ern Teil militärisch organisierter Kräfte ist wöttg, um den ökonomischen Betrieb des Landes in Gang zu halten. Wir feöen ine Zusicherung, daß diese Kräfte sich in keiner Weise Itzvtttisch betätigen und keinen politischen Druck ausüben dürfen.
Der Vorsitzende der russischen Delegation tvandte sich wieder der Frage der Räumung der besetzten Gebiete KU, über die er lick erst völlige Älarhcir verschaffen müsse.
Staatsstckrerär v. Ä uh l mann erilärte, er könne keine Gewähr dafür übernehmen, daß innerhalb des Zeitraumes, der für die Abstrmrmlng praktisch in Frage komme, eine vollkommene Rün- drung des GebiÄ^s nötig erscheinen würde. Aus eine militärische Sicherung ^er Ordmmg Ämre nicht ganz verzichtet werden.
Herr Trotzki erklärte, er müsse sich zunächst aus die Feststellung beschränken, daß die Gsgenwart der in Frage flehenden organisierten Kräfte noch russischer Ansicht der Böderrtu-ng der Abstimmung ftbr schweren Eintrag tun würde. In engem Zusammenhang damit stehe lit Frage der R ü ck kehr der Flüchtlinge und der Evakuierten in die besetzten (Gebiete. Erst nach dieser Rückkehr könne seiner Ansicht nach die Abstrin-mrung staLt- finden.
Staatsfekretär v. K ühlman u gab die Berechtigung der Rückkehr zu. Die Verwaltungsbehörden müßten aber erst ftstsetzen, welche Aus nähmen von dieser allgemeinen Regel zu statuieren wären. Er Litte um Zugänglichmachung des bei der russischen Regierurig hierüber vorliegenden Dtfaterials, wozu sich dann Herr Trvtzki auch bereiterrlärie.
Tie Sitzung wurde hieraus geschlossen.
Die Zulafsung de^ bayrische r Vertreters.
Berlin, 17. Jan. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der bevorstehenden Entsendung des königlich bayerischen Staats- minisrers a. T. Grafen v. Podewils nach Brest-Lilowsk liegt, wie wir hören, eiru: Dereinöcrnmg zugrunde, die im Anschluß an die Versailler Uebereinkunft vom 33. November 1870 zwischen Proußerr und Bayern getroffen und von preußischer Seite am 14. -Februar 1871 ratifiziert worden ist. Sie gehl dabin. daß bei Friedensverträgen, die nach einem Bundeskriege geschlossen werden, stets auch ein Bevollmächtigter Sr. Majestät des Königs von Bayern zugezogen werden soll, der sich an den Verhandlungen beteiligt und dmcch das Bundeskanzleramt, also durch den Reichs- kanzl^, seine Jnftruktilmeu erhält.
Eine vertrauliche Besprechung der Verbündeten.
Brest - L i t owsk, 16. Jan. Im Laufe des heutigen Vormittags oersannnelten sich dir DeLegariorren der vier verbündeten Mächte» zu cftnw internen vertraulichen Besprechung. Staatssekretär v. Kühlmann gab in längerer Rede Auskunft über den Stand der mit der russischen Vertretung in den letzten Tagen g-eführten BerHandlungen zur Regelung der rwli- tischen und territorialen Fragen. Die Borsitzerwen der verbündeten Vertretungen bvcdf.ai dem Staatssekretär einmütig ihren Dank und ihre dvllste >Zu?stimmung zum Ausdruck. Eine ver- trMrlliche Besprechung bec- ötzvcrien Ezernin mit den ükvainrichen Delegierten, an der auch die deutsch? DÄegatron teilnahm, führte zur Herstellung des prinzipiellen j<LinVernehmens über die das künftige politische B e r h a l t nis zwischen den Mittelmächten und der Ukraine betreffenden Fragen. Hierdurch dürfte «in entschiedener Schritt nach vorwärts getan sein. Für morgen ist eine Forftetzung dieser Besprechungen anberrrumt. Gs sollen dann auch nrirtsckaftliche Fragen erörtert ’nynbm. Nach dem binnen kurzem zu er-oartend-eit Abschluß des vertrcrulichOi vorbereitenden Gcdansstnaustausches wird in die Tettrilberatungen eingetreten werden.
Aus Rußland.
Areilaflung de4 rumiinifchen tstefandten.
Köln, 16. Jan. Die „Köln. Ztg." meldet aus Amsterdam:
Wre Reurer ans Petersburg meldet, ist der ru m änisch Gesandte aesteru wieder in Freiheit gefetzt wordeir.
bin Anschlag auf Lenin.
Petersburg, 16. Jan. (WTB-) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. Als Lenin gestern eine Abteclung der sozialistlfchen Roten Garde, die zur Front abging, begleitet hatte mri) im Automobil zurückkehrre, wurden auf dieses vier Revolverschüsse ohne Erfolg abgefeuert.
Ein schweizerisch-ftanzöstscheH Wi tsch aftsabtommen.
Bern, 14. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Schweize- irischen Telegrapt-eu-AgLNtur. Ueber das am. 29. Dezember «ch- geschlossene und vom Bandes rat genehmigte Wirtschaftsabkommen mit Frankreich macht das VotkÄvirLschafts- departeinent folgende MNteilung: Die Sch.vmz üchernristmt durch dieses ALLonimen die Verpflichtung-, die zu bildende schweizerische Finanzorganisation zur Geni-Llirnng nronatticher Vorschüsse an ein französisckTes Banttonsortium zu ermächtigen. Tie Vorsärüsse werden gegen die Hinterlegung von WertschristQr und gegerr die Ausstellung von Treiimniatswech^eln gewäl>ri, welche zwei erstklassige ftanzo- sisck)e Urrrerschrstter! tragen. Die Rückzahlung des Borichusses hat spätestens in ^ drei Jahren zu erfolgen. Ein Teil des Kredits ist als Gegenleistung für die Ernsuchbewitligung gewisser schweizerischer Erzeugnisse nach Frankreich airzusehen. Hierunter fallen na- mentlich Erzeugnisse der Ulre'n-, Bijouterie-, Srickevei- und Textilindustrie. Tie nmonatliche KreditfuNzme, die belmss Erleichterung der sch:veizerischen Einsulr Frankreich zugestanden ivorden ist, beträgt 2"? Millrown Fr«nkcn. JNr ü ri^e r i : die .Höh» de Vkvnats- krevito äl'nlich, Wie dies rin Kohlen ad kommen mit Deutschland bestimmt wurde, abbängi^ von der Menge der aus und durch Frankreich in der Schlvriz eingMhrten Waren. Eine g«visse Einfuhr, ungefähr ein Drittel der durchschniftlich in Betracht Kommenden Menge bleibt vorschußftei: für weitere NLengen werden stredite gewährt, die mit der Zunal-me der Einfuhr nach einer besttnrmten Skala progressiv ansteigen. Treffen somit für die Sch^vei; die not- rvendigen Waren mcht ein, so bit diese auch mtsprechmo kl.rinere Kredite zu gewähren. Frankreich verpflicht« sich, der Schweiz ge- wstss-e Erleickfterungen ans wirstschaftlichem Gebiet, uird zwar in erster Linie ffir die Versorgung mit Lebensmitteln und Rohstoffen zu gewähren und d-rneberr befftm'nrte Waren, wie z. B. die für dir schweizerische landwirtschaftliche Erz-Qrgung unenrbeltrlichen Sämereien zu liefern. Ist die Zusn.hr kesriddigierrd, dürfte sich bet gesamte Monats- kredit, der schleus der Schweiz m das französische Korrsvrtinm. zu leisten ist, ungechln >aluf 12^ •> Millionen Franken belaufen. Mit- höheren Ernsnhrzifsern kann kaum gerechnet werden. Im Gegenteil steht zu. befürchten, daß sich däe Einfuhr uniter> dresmc Ziffern halten wird.
Die Verhaftung Caillanx in der Kammer.
Paris, 15. Jan. W.B.) Äteldung der Agence Havas. Die K a in mer erörtert die I n t r r p e l l a r i o n des sozialistrichen Abgeordneten L a s o n t über die Mrißnahmtzn, die die Regierung zu treffen gedenke, um den Rechtsgrundsätzen in der Angelegen^ beit der Untersuchung im Falle E a i l l a u x Achtung zu verschaffen. Lasvnt wies daraus hin, daß gewisse Untersuchungen in Italien nicht in Uebereinsrimmnng mit deni geltenden Recht stattgefunden hätten. Die Formalität sei unbeachtet gelassen worden, nämlich die Anwesenheit des Angeklagten. Dieser könne darum die Echtheit bes ausgefundenen Schriftstückes bestreiten. U n t e r st a a t s s e k r e t ä r Jgnace erklärte: „Ms man vor einigen Tacgm von dem Bor- hanbenfeiu eines Hm Angeklagten gehörenden Geldsckran?eS> erfuhr, bat der Untersuchungsrichter die Behörden um die Ernennung eines Untersuchunssausschusses, der sich an die italienische Regierung zu wenden hatte. Von diesem Augenblick an stand den! Justizbehörden eines fremden Landes die Oefftrung des Oeldschcankes ztu. Dies geschah in aller Ordnung «und «ruf loyale Waise." Die äußerste Linke erhob Einspruch. Die Mehrheit der Kammer blieb ruhig. Ministervräsiideitt Clemenceau antwortete von seinem Platze aus, er könne Lafont dasselbe arrtmorten, was Jgnace ihm gesagt habe, daß die französische JirslsiZi mit auf ftanzösischem Boden souverän sei. Clemenceau sagte weiter: Wir ordneten einen Ausschuß an die italienische Regierung ab. Diese ist eine ehrenhafte Regierung, und wir haben kern Recht, Mi den italienischen Beamten! kein Vertrauen m haben und nicht tzj l glaubon, daß die italienislcktt Regierr.ng mch: nach dem Gesetz verfahren ist. Und wenn sie dies täte, wären wir nicht dafür verantwortlich. Errve einfache, von der Regierung o.v r rrriorrrmnte Tagesordnung wurde mit 369 gegen 105 Stimmen angenommen.
Paris, 16. Jan. (H.rvas.) Cvnby, der in die Angelegenheit Caillanr verwsttelt ist. wurde Dienstag abend im Zimmer des Pvli-.?immissars, wohin er berufen worden war, um Aufschlüsse zu .geben, verhaftet. Conbh wurde unmittelb«rr. darauf in das Ge- änMis La Saitts abgeführt.
Die LebenSnrrttekverteilung in Hokland.
Amsterdam, 15. Jan. (WTB. Nkchtamtl.) Das „Al- gemeen Handelsblad" erfährt aus London: Der Entwurf >er Lebensmittelzuteilung ist fertig gestellt und wird demnächst auf Butter und Margarine, aber möglicherweise auch auf andere Artikel wie Dee, Fleisch und Käse angewendet werden, falls es Erfolg hat. In Butter besteht ein wirklicher Mangel. Andere Artikel lverden künftig zurückgehalten. Die eigentli-ckü'n Beschwerden der Arbeiber'- klasse richten sich dagegen, daß die Preise von Waren, die im leberschuß vorhanden sind, in die .Höhe getrieben werden, und gegen die Ungleick>heitcn der Verteilung.
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Die schwedische Theo »rede.
Stockholm, 16. Jan. Ter König hat heute den R^e i ch s- tag mit einer Thronrede eröfffret, in der er die Bemühungen um' die ^Auftechterhaltung der Neutralität sowie für die Uel-ergangsSvirtschaft nach dem Köiege und für das Zusammen- wirken der skandinavischen Staaten besprach, das- selbständig gewordene Finnland begrüßte und die Hoffnung auf eine gedeihlich^ Lö- nng der Aalandssrage aussprach. Schließlich kündigte der König cm, daß seine Regierung Fragen der auswärtigen Politik mit einem Sonderausschuß des Reichstages zusammen bearbeiten werde, und daß die Rüstungen voranssiästlich herabgesetzt werden könnte»»
Wilsons Gcrft.
Basel, 15. Jan. Nach einer Washingtoner Reuter-Meidimg unterbreitet die Handalslo m mer der Bereinigten Staaten ihren 500 000 Mitgliedern den Vorschlag, an die Führer der d e n t s ch e n I n d u st r i e die Warnung %u richten, daß sie auf eure Wiiederaufnahme ftaurrdschaftlicher Handelsbeziehung en mit den Vereinigten Staaten nicht rechnen dürften, wenn die deutsche Regierung riach dem Kriege nicht ein vor oem Volk verantwortliches Organ geworden sei.
Umbildung des Kabinetts Wekerle.
Budapest, 15. Jan. lWTB.) Meldung des ungarischen Korrespondenzbureaus. Nach Blättermeldungen dürfte sich in nächster Zeit eine Umbildung des Kabinetts Wekerle vollziehen, und zwar in der Form, daß ne gesamte Regierung ein Rücktrittsgesuch überreicht und Wekerle mit der Neubildung des Kabinetts betraut wird. Der Ministerpräsident dürfte am Donnerstag vormittag vor dem König in Audienz erscheinen und den Vorschlag unterbreiten
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Der Reichskastzler und die Parteien.
Berlin, 17. Jan. Wie der „Lok.-Anz" erfährt, sind die Parteiführer gestern abend wlederum vom- Unterstaatssekretär Frhrn. von dem Buss che im Auswärtigen Autt zu einer Besprechung über die Loge cnrpfangm wovhar. An derr Befpvechnlrg
nahm auch der Referent für die Rußland betreffenden Angelegene heitcn, Legcttionsrat Trautnrann, teil.
Tie RededesK-anzlers im Ausschuß, die für Freitag erwartet umritt, wird, wie neuerlich in pttrlam.eu.rLrischen Kreisen verlautet, noch weiter hinonsgeschoben werden. Es gilt als nicht wahrscheinlich, daß der Kanzler erst in der nächsten Woche sprechen wird, zumal Tesriritivos aus Brest-Litowsk nicht vorli^gt
Aur dem Reiche.
Steuerreform in Bayern.
München, 15. Jam (WTB. Nichtamtlich.) Dem bayerischen Landtag ist die in der Budaetrede^ des Finanzministers angekündrgte Vorlage zur Fortführung der Reform der direkten Steuern zugegangen. Die Vorlage bringt sieben Gesetzentwürfe, nämlich den Entwurf eines Vermögenssteuergeseses, eines Gesetzes zur Abänderung des Einkommensteuergesetzes, eines Gesetzes zur Abänderung des Haussteuergesetzes, eines Gesetzes zur Mänderung der Umlagegesetze, eines Gesetzes zur Abande- rimg des Kapitalrentengesetzes, eines Gesetzes zur Abänderung des Einführungsgesetzcs und endlich eines Ge setzes zur Abänderung der Kirchengemeindeordnung mrd der beiden Gemeindeordnungen für dce Landesteile rechts und links des Rheins. Die Vorlage trägt in ihrer Gesamlheii- den sozialen Gesichtspurrkten Rechnung.
Der Deutsche Haudrlstag gegen ein Gerreidemonopvl.
In einer an den Reichstag gerichteten Eingabe weist der Deutsche Handelstag auf dre erheblichen Bedenken ftin welckie der Einführung eines Getreidemonopols nach dem Kriege entgegenstehen. Es wird betont, daß man bloß durch die gewaltsame Uncerdrückuirg des nur bescheidenen Handelsgewinns dem Reiche keine erheblichen Einnahmen zufühven könne, sorrdern ausschließlich dadurch, daß man die Preise um so viel erhöhe, wie nötig ist, um eure bestimmte Summe an Einnahmen aus dem Monopol zu erzielen. Für eine solche Verteuerung des Brotes sollte aber im neuen Deutschland kein Platz sein! Auch die technischen Schwierigkeiten des GetreidegeschüftS würden nach Ansicht des Deutschen Handelstags für die Monopolverwaltung unübeuvind lichl sein und eine gleichmäßige Versorgung des Marktes ebenso wie eine planmäßige Vorratswirrschaft beeinträchti gm. Besonders gewürdigt werden die zahlreichen ungünstigen Rückwirkungen des Getreidemonovols auf die landwirtschaftliche Erzeugung, den Getreidehandel, die Müllerei und an dere Gewerbezweige. Mit Nachdruck fordert der Deutsche Han- delstag. daß die Fragen oer Preisgestaltung von Mehl und Brot nicht zum Gegenstand politischer Machtkämpfe werden und die unerfreulichen Gegensätze zwischen Stadt und Land nach dem Kriege noch verschärft werden. Der Gedanke eines Getreidemonopols möge daher endgültig fallen gelassen und der Handel möglichst bald wieder zum Nutzen der Allgemeinheit an der Beschaffung von Brotgetreide und Mehl beteiligt werden. *
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Dresden, 16. Jcnr. In der cmr Montag abgehalteuer Gesamlvorstandssitzung des Verbandes Sächsischer Jndu strieller rickftete der Syndikus des Verbandes, Dr. S i re f c - mann, an den Gesamtvorftarrd die Bitte, ihn mit Rücksicht aus feine derzeitige starke politische Inanspruchnahme als Vorsitzender der Nationalliberalen Fraktion des Deutschen Reichstags mit Beendigung des Krieges von seiner Stelle «lls Syndikus des Verbandes zu entbinden. Der Ge samtvorstarrd beschloß einstimmig, den Mitgliedern die Er- nenilung des Herm Dr. Stresemann zum ersten Ehrenmiv- glied des Verbandes Sächsischer Industrieller vorzuschlagen und beschloß weiterhin die Zuwahl des Herrn Dr. Stresemann in den Gesamworstand und engeren VorftLnd des Verbandes.
Au- t^esseu.
Die Zweite Kammer
tritt am nächsten Dimstag dm 22. Jannar zu einer Vollsitzung zusammen, um die Regierangsvvrläge über die Vornahme der LaEagsersatzwahleu zu verabschieden. Ta hierüber bereits eine volle Cchrigung unter den Parteien mziclt ist, ist die glatte Annahme gesichert. Tie Tagesordnung zählt außerdem noch 17 weitere Punktc auf. So ist für den Aba. WvlftStadecken, der wegen seiner ckbwmchenden Haltung in der Fraae der Kriegsdeuerungsbei-llfen für Beamte usw. aus der Fraktion des Bauernbundes «msgeschiedeic und deshalb aus dem Gesetzgeb,mgsausschuß der Zweiten -Kammer ausgetreten ist, ein anderes MitgliK» des Bauernbundes in diesen Ausschuß Nnchplwählen. Ferner iiegrt ein Antrag der Ersten Kammer über Mänderung des Hundesteuergesetzes vor. Die tveiteren Punkte der Tagesordnung sind Äum Test Rückstände vmr der vorigen Tagung her, Äe seinerzeit nicht mehr erledigt worden sind, weil der Abg. Bär die Beschlußfähigkett des Hauses bezweifelle. Ihre Erledigung ist eine reine Formsache. Ebenso ist über die neu «ms die Tagesordnung gesetzten Punkte meist sckon rn Ausschüssen Einigkeit erzielt worden, so daß, wenn nicht noch wertere Junktt «ruf die Tagesordnung gesetzt werben, diese in einer Sitzung erledigt werben dürfte. — lieber den Zusanrmenttritt der Ersten Kammer ist rroch nichts bestimmt. Noch nicht einmal der Ausschuß hat über die Wahlvorlage der Regierung beraten^_
Arir Stadt «nd Land.
Gießen, den 17. Januar 1918.
** AmtlichePersonalnachrichten. Der Grvßherzog emvfing gestern zum Vortrag den Staatsmrnister Dr. v. Ewald, den Minister des Innern Dr. v. Hombergk zu Bach, den Finanzmmister Dr. Becker, den General adjutartten Gener«rl der Mvallerre v. Hahn, den Vorstand des Kabinetts Wirkl. Geheimerar Römheld: «rustßer dem den Admiral z. D. Jakobsen. — Uebertragen wurde am 10. Januar dem Lehrer Wilhelm Koch zu Lauterbach vom 1. Ja- mrar 1918 an die erledigte Lehrerstelle cm der Volksschule zu Hockistädten, Kreis Bensheim.
** Auszeichnung. Gefreiter Fritz Dietrich wuckie mit deni Hessischen Kriiegsehrenzeichen ausgezeichnet, nachdem er schon vorher das Eiserne Kreuz 2. Klasse und die HessisäZe Tapferkerts^ Medaille erhalten hatte.
** Die. Ausgabe der Brvt-, Butter-, Fleisch-, Ka r t!v f fc l- und W u r st ma rken erfolgt diesmal Freitag und Samstag den 18. und 19. d. M. und zwar für die Bezugsbevab- tigten, deren Zunamen mit den Anfangsbuchstaben A—K beginnen Freitag inst) L—Z Samstag. Diel-e auch ÄnzeigenteL
** Ausgabe vion Speifesirup. Ter Stadt Gießen ist Soeisesirilp überwiesM wordeir Es könnerr «ruf den Bezugsab-- schnitt Nr. 9 der LebensmitteLgarte ?0 Gramm Speiiesirup bezogen werden. Näheres siehe BeLamrtmachurrg im Anzeigenteil.
Schulfreier Tag. Das hessische Ministerrum ktts In- nern, Mteilnng für Sch-ulangelegentzeiLetr, hat für sämtliche öffarr lichen Schulen des Oftvßhe-rzvgMms Heften ungeordnet, daß mit Rücksicht dariruf, daß der Oseburtstag des Deutschen Kaisers (27. Jv- nuai'» in diesem Jcthre aus einen Sonntag fällt, bereits am 26. Ja- murr der Unterricht ohne Veranslrrittmg eitrer Schulfeier auszu-- fallen hat. Di^>' soll der Kvhtenersparnis wegen «rm 25. Januar in der letzten Uirterrichtsstunde abgel)älten werden.
** Kaninchenfelle ablicfern! Wer Kaninchen schlachtet, muß zufolge einer neuen Verfügung die Felle rechtzeittg an einen Händler oder an die Sammelstelle eines Kttnmcheü- zuchwereins abliesern, wenn er sich nicht der Gefahr schwerer Bestrafung anssetzku will. DaS gleiche gilt «ruch ftir Hasen^ und Katzenfelle. Unser 5)ecr braucht bi‘* Felle für Pelzwerk und Leder. Die Kmeasfell-Aktiengcsellschaft in. Leipzig. Trövdling 8, :st die Sam mci-Zkirtralstelle.


