Ausgabe 
22.12.1917 Erstes Blatt
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SAVWE Aüe. (^ontb fefe toqutaife Opfer LUZ eiqem* uimifjr tagen nrnffm, um toe fcl;taiben Vorräte der Wnerwn IU «gar.zm. Es ier ftchch. das arglisch» VvLk würde der Lage mit «irötzerem »erizen und größerem Mut (mtgogensehen. wenn es sich vergcgemv/.rNge, paß iede En6blchittng( die es ertragen habe, darauf ^rückzuftU-cen sei, das- e3 (mt den braven Alliier den teilen müsse. Er freue sich, lagen Au können., daß infolge der Bemühungen de- LwensmlitelLontrolleurs in Umständen, die viel Besorgnis oer- nnlam bäl'.en, bereits eme Besserung sichtbar würde. Das Anstcl-en nach Lcbensmrtteur sei besonders dein Mangel an Margarine. ~i?v U nnr Haie zuzuichretben. Wirs den betreffe, so bessere nch die Lage stetig und SZ fei zu ö^-ferc, daß sie sich durch ver- Erzeugung ,m Girlande zu Gunsten der Margarineversorgungj .innen kürze,ker Frist bessern werde. Mittler!veile hätten die- ierngen. die solch.' Vorräte lzu tHcarteiCeat hätten;, sine groß' Bi:r- antwoctung !zu tragen, weil darauf gesehen werden müsse, daß Ne, üil alle Massen der Bevölkerung geioissentzaft verteilt würden ^Lre gegenwärtige llnbegluombichkeit fstr die Käufer hätte eine verechngte Mißstimmung hervorgerufen. Diese sei unnötig, denn die Mknifleutc wüßten, welcher Fehlbetrag vorhanden sei und wenn mmr ln der Lag.' ma werde, feie Schwierigleiten yn überwinden Klange, dns aber nicht geschehen sei. sei es ihre Pflicht, die Verteil,mg gewttsenhast vMmehmen. Wenn sie sich die Warniingei« 'NlM m Vevzen gchen .ließen, müßte die Regierung die Verteilung der Mn, Leben iwtwendigen Dinge selber in die Hand nehmen.

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a .. *> ndo n. 20. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- reriwen.^.uree.Bonar Law kündigte iin Unterlxruse an. daß denn Wleder.'.usamlmentrrtt des Hauses am 14. Januar ein Gesetz- rmümiri betresr'iid die Mannschaftsstärke cingebracht weräen soll. Llvyd (peorge erklärte, in ernchn ME icke über die Kriegslage, da,; d?. Elergunft in hatten und Rußend es im öifentlickien zittere,,e wn> niy b:c Sicherheit des englischen .Heeres durchaus not- ivendig grirach: laben, die Feldheere zu verstärken nnd deinzu'olge neue Schritte zur Dermelnmirg imd Ergänzung des Maun'chasts- m'jtandes zu tnn.

det

Pour le metite.

(WTB.) Berlin, 21. Dez. Der Reichscmzeiger mel- die Verleihung des Ordens Pour le mertte an den

Obersten von Heynitz.

8eekrleg.

Die U-Boot-Beute im November.

" ^ Berlin, 21. Dez. (Amtlich.) Im Monat November sind an Hanüelsschifssraum insgesamt . < 60 7 000 Brutto-Register-Tonnen

durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte versenkt morden. Seit Beginn des uneingeschränkten U-Boot-Krieges lind damit 8 2 j 6 000 Br. - R. - T. des für unsere Feinde nutzbaren Handelsschiffsraumes vernichtet worden.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

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33erIin. 21. Dez. (Amtlich.) Am 20. Dezember schossen unsere Marineflieger bei Ostende und Nieuport über See je em feindliches Flugzeug ab.

Die ungarische Wahtrcsoim.

Budapest. 22. Dez. Der gestrigen Abendsitzung der Abgeordneten unterbreitete Minister Vazsonyi die Wahl- ^chtsvorlage. was von der Regierungspartei mit lautem Veifai! a-rq'?nymmen wurde, während die oppositionelle Vivzapa. le; nch schweigend verhielt. Der Minister beantragte die Einsetzung eines aus 48 Mitgliedern bestehenden Aüs- fchuffes, de,sen Wahl in einer der nächsten Sitzungen statt-

Nur dem Reiche.

S tu ttg art. 21. Dez. (WTB.) Der Staatssekretär Des Rmchsamts des Innern W a l l r a f ist gestern abend von Karlsruhe hier eingetroffen. Heute vormittag hatte er Be­sprechungen mit dem Ministerpräsidenten und dem Minister des Innern. Heute mittag wurde er vom König und der Kö­nigin rn Audienz empfangen und zu der anschließenden Früh­stückstafel geladen. Der Staatssekretär, der voraussichtlich heule abend wieder nach Berlin zurückreist, wurde vom Kö­nig mit dem Großkreuz des Friedrichsordens ausgezeichnet.

Karlsruhe, 21. Dez. Professor Wilhelm Trüb- n e r ist heute früh, 67 Jahre alt, gestorben.

Au- Stadt und Eand.

Gießen, den 22.Dezember 1917.

IStreckt Eure Kartoffeln durch Verwendung von Rüben

Die.^uttstdettkmälcr in den besetzten Gebieten Italiens

w 20. Dez. (WTB. Ter Korrespondenz Wilhelm zu-

ro'.gc teilt das k. u. k. Staatsdenkmalsamt nsit. daß das Kom­mando der ^ ibnu-irrnml der Sickerung und Erhalttmg der Tenk- maler und Knu,Gegenstände ietn besonderes Augenmerk zuge- N^udt ba^ Alle operierenden Trupvenkörper erbiclten Berzei'ch- mne der Ortschaften und Schlösser, die einen Tenkmals-

rverr d'ntzen oder zu schützende .Tenlmäler eiithalten, mit den itvenglten Weisungen, alle Kunstgegen stände zu schonen. Bei den enizelneii ^ ruppmkörperu irurden Offiziere militärisch verant- winttich MN der lieber,Packung der im Befehlsbereiche dieser Trup­pen lorpcr befinolictwn Kuundenkmäler betraut. Außerdem wurde den, höchsten Kommando unterstellte, ams Be- amten vtx f. u F. Zenttalkvm Mission für Denkmalspflege und ?u.f dem Gebiete der .Kunstgeschichte und Denkmals pflege be, ehende KiMsrickutzLruppe, gebildet, deren Mitglieder auf Bor- wtag cvs Unioer,iiälegirvfessors Tr. Max Dvorak ernannt wurden ''rvetter ver K>lu,lschutztruppe werden irach einem einheitlichen blane und m erlgitem Einvernehmen mit den vmt der deutscklen Seeresveilvaltuii^, ernannten Frck.leuten durchgeführt. Der bisher gewounene tteberblick zeigt, daß die wichtigsten beweglichen Kunst­werke un onemtichm Besrtzc zum größten Teil schon im Vorjahre hkurrgen Fruchahre von den Italienern ins Hütterland ge­schafft wvrdm ,t>aren. Der kirchliche Besitz ist zumeist unversehrt Großer Schale wurde von den abtzrehenden feindlichen Truppen auf echnem Boden durch Brandlegung, z. B. in dem schönen Barok- L C ' - ir ?r° oder durch Sprengung der .Kirchtürnie

verur,ackt Auch von llngarir wurden Fachorgane nach dem italie- KJ 1i ^kkumtionsaebiiet entsandt, welche im Einvern-ehmen mit der osterveichgche-n Kunstschichtrnppe für den Schutz der dortigen Denkmäler Longe tragen.

Butter und Fett. In der Woche vom 24 bis 29 Dezember d. I. kann Butter und Fett nicht zur Ausgabe gelangen Liehe Bekanntmachung.

** Aus g abe von Ka fsee-Ersa ». Die Ausgabe des auf den Abschnitt 6 der Lebeiismittelkarte bestellten Kaffee-Ersatzes erfolgt in den Kleinl-andelsgesck-Lfden in den nächten Tagen. Siehe Airzei genteil.

** Zucker- u nd Nährmittel-Verbrauchsrege- lung. Die am lpj. d. M zl>ir Ausgabe gelmigten Zucker- und Nährmittelkarteu sind bis spätestens 31. Dezember 1917 einer

Richard Glogow, Inhaber des Eisernen Kreuzes, cry^lr d^L ^eßifche Tapferkeitsinedaitte.

* Goldankauf st eile. Turrb ein Versehen war in un­serer gestrigen Nummer durch, Anzeige bekanntgegeben, daß die Goldankausssüelle von vormittags 10 bis 12Vs Hlw geöffnet »'ft. Es wird daraus hiirgewiesen. daß dies nrch,' der Fall ist. sondern Zcht oorn 22. Dezember bis 2. Januar einschtmüich bie (Vcfavirtetäunu: geschlossen bteibm. Tie nächste Annahnrc von G-^gegen,fänden findet erst am Samstag den 5. Januar 1918 von 10 bis 12Vr Uhr vormittags statt.

' Rotes Kreuz. Die Geschäftsräume in der alten Klinik bleiben twm 23. bis 26. Tezencher wrd vvim 30. Dezember biA l. Januar einschließlich geschlossevi. Siehe Anzeige.

L a n des ve r s i che r u n g s - dl n st a l t G r h. H e s- ? f ^ Ter Verivattungsberickg des Vorstandes für das Jahr 19z6 tft Soeben im Druck erschienen. In dem Ausschuß ist insofern gegen das Voriahr eine dlenderurrg eingetreten. als der Vertreter der Itäbeitgelier. Kaufmann (Ä»uard Krieghvff von Worms, ausg^> sclnedeii und durch den 1. Ersatzmann. Weingutsbesitzer Heinrich Lew tn Tncrfteirt, ersetzt tvorden ist. Bürgermeister urrd Landtags­abgeordneter Ernst Finger in Nientein ist dadurch in die Stttse c* eingerückl Der Verwaltungsaussclniß weist

Einerlei Aenderung gegen das Vorfahr auf. Dagegen ist in der RechnuugsvrüiungskomMission Kaufmaiin Eduard Krieghoff durch tleechnungsrat Harth in Tarmstadl ersetzt word-im. Von den Beam- ten sind letzt noch'13 zum Heeresdienst l^rangezogen. Seit Käiegs» ausbruch wurden insgesamt 28 Damen, 2 Kriegsbeschädigte und }c r als K'rifgsaushilsen eingestellt. In dein Personal der Ernst-Ludwig-Heilstätte habni sich wesentliche Aenderungen nicht ergeben. Jii der Organisation der Einzugch'tellen, Versicl^erungs- amter dem Oberversick^rungsantt. dem Reic!)sversicherilngsaint^ oer lwheren Verwaltungsbehörden, der Onspolizer- mrd Gerneinde-- beborden sowie der Gemeindei>erbände haben sich Aenderungen nicht ergeben. ^Dre Gesamtzahl der im Jahre 1916 bei der Versictu'- rung-santtalt eingegangenen Quittunqskarten beträgt 253 010. 643 Kassen wurden einer Prüfung unterzogen. Im Jalne 1916 wurden von dem Vorstande im ganzen 11113 (1915; 7645) be» riltungssähige Besck)eide twteilt. Tie Anträge haben gegenüber dem Vormlne nur wenig zugenommen. Anträge auf (Bewährung der WrtNMirenle sind 2105 eingegangen, wovon 2036 erledigt wur­den. Bmi /60 Mträgen aus Witwengeld wurden 732 erledigt. Ferner gingen ein 2320 Anträge auf Bewilligung der Waisenrente^ wovon 2236 erledigt wurden. Anträge auf Gewährung von Al­tersrente nmrden neu erhoben I960, erledigt 1790. Im ganzem I N',d an Invaliden-Kranken-)Renten, Altersrerrten und Hinter- blreiienenrenten in 1916 in ^3-egfall gekonitn-en 3165 (1915 --- 2266) gegen 8016 (1915 --- 2275) Zugängeti. Im Geschäftsjahr 1916 wurden im ganzen 3095 (1915 -- 2619) 5)eilversahi-ns- gestellt, welche Zahl gegen das Vorjahr ein Mehr 4r(> Anträgen darstellt. Hierzu kommen 272 unerledigte Fälle mls dem Vorjahr, ,o daß insgesamt 3367 Anträge zu Bearbeiten, waren,, dw ihre Erledimung fanden. Tie Aufwendungen für das ständige Heil verfahren betrugen 308 832,04 Mark. Der Landes Versiche­rungsanstalt sind von dem Gesamtaufwand von 308 832 Mart von ! ^ Krankenkassen usw. ersetzt worden 58 975 Mark Im Jahre

Verkaufsstelle zur Eintragung ilwer Firma mrd Abtrennung des! ^ in 9 Jnvalidenstaüonen untergebracht

Kioittrallablckmittes vorMeaen. Siebe Nekanntm^mn^n i-m A,n- Zeglmuver »m ^.ahre 1915. Die Zahl der Pflegetaae betrug rm

KontrallabsckMittes vorzulegen. Siehe Bekcmntmachnngen im An zeigenreil.

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Amtliche Personalnachrichten. Der Großher-og hat am 15. Dezcmfbler l. I. den evangelischen Pfarrer Wilhelm Heuser zu Nieder-Gemünden auf sein Nacki-suchen unter Anerkenn ming seiner langjährigen treu geleisteten Dienste sowie unter Erteilung des Charakters als Kirchenrat, mit Wirkung vom 10. Januar 1918, in den ,Ruhestand versetzt, und am 19. De­zember l. I. dem Pfarrer Karl Scheunemann zu Engclstadt die zweite evangelische Pfarrstelle zu Groß-Gerau übertragen Uebertragen wurde am 181 Dezember der Lehrerin gn der höheren Bürgerschule zu Beerfelden Bnrnhilde Wagner eine Lehrerinstelte an der hühereii Bürgerschule zu Rüsselsheim mit Wirkung vom 7. Januar 1918 ob, der Schiilamtsaspiranttn Anna Martin aus Worms a. Rh. eine Lehrerinstelle an der höheren Mlrgerschnle zu Rüsselsheim mit Wirkung vom 1. Januar 1918 ab. Ernannt wurde am 12. Dezember Rudolf Kreisel von Dannstadt mit W'irkmrg vom 1. Januar 1918 an zum Schreibgehilfen bei Großh. Kreisamt Darmstadt.

** Beförderung. Sanitäts-Gefreiter Ludwig H a u v a ch tiiurde zum Sanitäts-Unteroffizier besördcrt.

** Äu s z e i ch n u n g e n. Der Telegraphist Karl H o l l m a n n Ivurde mit dem Eiseriten Kreuz ausgezeichnet. Unteroffizier

Ein Gang durch die Gicßener Kunstausstellung.

ri Klares, FroslweUec! Die Wintersonne wirst ihre blitzenden Lan^m>,-nn« übrrmütige Kinder svringei, sic über die bie nnd da Lichtreflexe anslösend, und dringen durch die Eisblnmen der Galerrefenster in den Ramn. wo in zwar ermas bunter, aber geschickter Zusammenstellung Gemälde deutscher Künstler ausgestellt sind.

Gleich nebeu dem Eingang bängl ein Hauptwerk von Professor Weimar), ein Goethe-Gruppenbild aus dem Jahre iu breiter Flächentechnik durchgeführte. Gemälde lehn. Uth in der Auffassung durchaus an die frühroman- ^ule her 20er Jahre des 19. Jahrhunderts an. Wie bei '^bell Et die Landschaft im Hintergrund in Nebel getaucht und der Blick der dargestellten Personen geht nicht auf den Be- schauer zu, sondern dringt in die Diese des Bildes hinein, hier-- nul gleichsam andeutend, wie der Beschauer das Gemälde be- NÄen soll uc Figuren selbst sind rein dekorativ gehalten, me Porttatalmlichlert rst besonders heransgearbeitet, uwdstrch aller­dings. wie das in solchen Fällen oft eintritt, die Gestalten cinetf. Eas vbotograR,ficken Eindruck hinterlassen, der durch posen- baste Stellung noch verstärkt werden kann. Auch das zweite Bild v. Escts-vegesDer Alte vom Berge" zeigt denselben Eha- ratter, nur tt. das Element der Farbe durch eine einseitige rote Beleuchtung nock starker betont. Impressionistische Stimmungs- maleret zeigt Professor Steinbausen in 4 Pastellen. Die r)-orbe fließt ineinander, die Konttrren verschmelzen, das Ganze wird weich, nebelig, nnd erst die Betrachtung imter einem be- Nimmten Gesichtsivuikel aus der Ferne gibt den Gesamteindruck, der mitunter ve;vtnssend ist. Auch bei M ans köpf, der mit einer Anzahl Pastellen verrreten ist, zeiat sich dieselbe Richtung. w;e Verwendung von vwlem Weiß und Gran steigert jedoch bei der imiwefiwiifittsckeii Technik das Versch'vo'mmene noch ftrefentlid). In jenu'ii Radierungen ist Steinhaufen zum Teil symbolijch (Tie Besessenen, Johannes in der Wüste), zum Teil dekorativ (Engel der Ernte, Tröstung), P. Heyl (Frankfurt a. M.) sucht die Plastik eines Blnmeiistt'ickes durch lebhafteste Farbenkontrasle zu beben, was er zwar erreicht zugleich aber auch in eine, etwas, vorzellanartige Malerei verfällt. Ändere Blumenstücke von Kempf, L. Mommisen und E. Beithan sind vem dekorativ. Dagegen verdient einAlter Bauer mit Sense" von Beithaii in scharfer Säerndruckmanier besondere Beachrung, da. nck gerade hier zeigt, wie der Maler durch die Kontur und die Farbe zugleich charakrerisierend zu wirken 4ieriNQg. Als Vertreter nnes gemäßigt,e,i 9teotlM7ressioms>mus, der eine Trübung der Farben vermeldet, zeigt sich der Maler Gönner OMünchenI in zwei Gemälden lAm Bach, Bergkirchlein). Mischungen und Zwischentöne sind säst gänzlich ausgeschattet, Effekte durch brillie- ce.nd? Lichter ausgelöst. Leuteritz München) bewegt sich mit iLiilen Tierstudien im darstellenden Programmstil, der das Objekt de-> Bildmittelpunttes betont, den Hintergrund dagegen zurück- steltt. Die Landschaften von Mohr (Frühling bei .Kronberg, Miltenberg am Main) stehen unter dem Einfluß der peinlich sauberen Malerei der Heimatkunst. Dagegen wirkt derSulhirsch im Wasser" als Tierstück ettvas kuttssenl-cpt, trotz der Tiefe und Plastik des Landschajtsbildes. Zwei Prachtstücke impressionistt- scker Auffassung bietet F. Huth (Tarmstadt) imBlauen Z'inn'er" und inRosen und Porzellan". Die Farbe. a> Licht dominieren. Man beachte die Plastik % skizzzierten Porzellan gruppe sowie die aus der blan'en Tapete,. Bei v. Schlegl (Müüchen)

tK*trilQ

1 Äakcke 1916 13 076 gegen 12 592 "in 1915. Ter Aufwand der j Lautesversickxrungsanstalt für Jnvalidenheimpflege belief sick. im \ Jahre 191 (i nach Abzug der Erstattungen (Renten, Zirschüsse ufio.) ' auf 23 206 (1915 --- 19 220) Mark. Das Rcinvermögen der An­stalt betrögt im Nen.rwert 41888 241.45 Mark.

^ Privatbeamten-Selbsthilfe. Ter auch am hiesi­gen Platze durch eine bebeuienbe Ortsgruppe vertretene Deutsche Gruben- und FEikbeamten-BerbandE. V." Sitz Bochum i W ^ zahlt diese Weilpiachten etwa 130000 Mark laufende Witwen- und Waisenrmterstützungen aiis. Davon werden auch hiesige An. gehörige von Gruben- und Fabrikbeamten mit ansehnlichn Be­trägen beixicht. Tic UntetTtützungen verteilen sich auf über 1306, Witwen. Die Sterbegcldzahlungeii des Verbandes pro 1917 werdes etwa 290 000 Mk. und Äe Stellenlosigkeitsunterstütznngen, Kriegs« unterNützungen. Geuesnngsl ei hülfen und einmaligen Unterslützun-> gen in Fällen von Krankheit und sonsttger ettva unverschuldeter- Nvt ettno 170 000 Mark betrageir.

*7 S t a d t t l) e a t e r. Die Theaterbesucher werden nochmals oaraus hingeiviesen, die vorbestettten Eintrittskarten möglichst im Vorverkauf abznholen, um den Andrang an der 'Abendkasse abzu­schwächen.

Ober hessischer Kunstverein. Am Montag wird eine teilroeise Aeiiderung der Ausstellung vorgenommeii, tut ein

Matternhorn) wird die Landschaft zum Modell, das kopiert wird. Nicht der Eindruck, die Auffassung, das Persönliche sind maßgeberid, sondern die Naturtreue. Als geschickter Kompvsiteur stcht der Tiernialer A. Thiele (München) da, indem er seine Tier­stücke als Stassage in eine wirksame, persönliche Auffassung tragende Landschaft hineinstellt. W. Sch reu er (Düsseldorf) beniitzt im Ausritt zur Jagd" die Misciüarbe und die U.Nbestimrntheit der Kontur.Ein Winterabend" von Stademann ivirkt durch die Technik des Grau in Grau, wo mcr rote Sonnenlichter den Hinter­grund etwas beleben. E. Bonin zeigt in Aguacelleil viel Sinn für Farbeiikvmpositton. Bei den Kreidezeichnungen ist dagegen eine Unsicherl)eit in. der Technik und Perspekttve sichtbar. Aeußerst stim­mungsvolle. Radierungen sind von H. Haberl (München) vor­handen. Tie Nadeltechnik ist entwicklt, (Gegensätze zwischen Licht und Schatten sind gut abgestuft. An Thoma erinnert Keller (Reutlingen). (Gänseinädel, Mädchen im MolM.) Starke, einseitige Beleuchtung steht hier neben der Verwendung satter Farben. Aus­fällig ijt die Dreiteilung der Bildfläche. Vordergrund nnd Hiinmel tragen ein leuchtendes, l)elles Meid, nur über den, Horizont, der iw Augenhöhe sich durch die Mitte der Bilder schiebt, liegt ein ge­dämpfter. ^ünlicher Ton. Tie Pryportionalverhältnissc sind wenig glücklich. Man vergleiche z. B. das Gänseinädel und die vorderste Gans in bezug auf die Größenverhältnisse. Vo-n wundervoller Beweglichkeit der Figuren und technischer Durchbildung ist die Ernte bei aufziestendem Güwitter" vmi K. Stu hl Müller (Münckieii). Bei glücklichster malerischer Behandlung lind Angen- blicksboivegungeii mit größter Natürlichkeit und Sicherheit festge- balteii. A. W ex (München) vermag mit seiner allzu subjektiven Auffassung der Landschaft weniger zu fesseln. Licht und Schatten und die Farben selbst stehni sich zu unvermittelt einander gegen­über und wirken so oft unwahrscheinlich. E. Morgenstern (Frankfurt a. M.) (Heimkehrendes Fisck/erb'ot im Hafen von Ostende) ^ukt durch die Punktualifche Flinrmertejchn.ik, die Fleck neben Fleck setzt, gerade bei der Wiedergabe des LLassers starke Wirkuiig hervor. TerKöpf einer Aegppterin" nndFrühling in Rom" von I. Brasch (Karlsricde) sind stark repräsentattv, verlieren aber durch eine gewisse Leblosigkeit. Schöne Beispiele der Stimnmngskunst geben dagegen die LairdschaftenBlmie Wellen" undHöhe am Bodensee" desselben Künstlers. Fv r ell (Frankfurt a. M.) tat mit einigen AlPenlaudschäften und einem BildIm Granattrichter" Ausnahme gesunden. Neben expressionistischen, schon stark nach dem Futtirismus hinneigenden Radierungen von Haberl, tragen noch tandsignierte Blätter von Zügel, Thoma und Sieck, sowie kunstgelverbliche Arbeiten der Kriegsbeschädigtenwerkstätte zur Vervollständigung der ?lusstellung bei. -w. m.-

Yücherüsch.

Max Picard: Expressionistisch: Bauernmcrlerei. Mit 24 Tafeln. Delphin-'Berlvg. Mün>chen, kart. 16 Mark. Den Freun­den expressionistischr Kunst legt der Delphin-Verlag ein pracktt- volles Werk aus den Weihnachtsttsch. Max Picard hat sich, mit viel Verständnis icnd Liebe in die Adaterie des Expresswnistnns, der Aug-enbtickSeiudrücke in subjektivster Form wiS-ergibt. eftigelebt. Ter Expressionismus steht m naher Beziehung zu dem Impressio­nismus, loas die ganze GntwicLiorg der zivei malerischen Rich­tungen beweist. Die Differenz in der Aiisdriicksform besteht ziveifel- los, wenn auch das Ziel dasselbe ist und nur die Wege, loie man M diesem gelangt, versch'eden sind. Der Beurteiler dos Expressionis­mus kann sich daber der These des Verfassers nicht verschließen,

wemi dieser sagt:Ob man die Welt so darstellt, wie sie in den ersten Blick, fällt (impressionistisch), oder ob man den ecstm Blick :rur schnell benützt, damft die aanze subjektive Welt in ifru fällt (expressimnstisch), ist ein UnterUf>ieb nicht im Wesen, soirdarn in der Mechanik des Erlebnisses." Der Expressiviiismus ist ein polei-zwrter Impressionismus, in dem die Form abstrakt geworden ist. Tie Bewegtheit geht zur Ruhe, zur Starrheit über, die mo- wrffche Tendenz versteckt sich Am bestm kommt dies gerade bei den Bauernmalern, die Gott und die heilige Familie zum Objekt ihrer Tarstellimg machten, zum Ausdruck. Hier ist die vollstcuidigk Isolierung von der Bewegtheit her Form, hier das offene Streben ein Ding, eine Gestalt, euren Ranm so subjektiv darzustel! en. wie es eben nur bei fehlendem Begriffsvermögen möglich! war. So werden diese Bilder voraussetzungsvoll. d. h. nur ein Höherer, Gott, kann diesen verzerrten Figuren Leben einhanchen. die rer* steckte motorische Tendenz hervorlocken und die Welt schaffen^ in welche der starre Gestaltenkreis hineinpaßt- Darin gipfelt das Prvblem der expressionistischen Bauernmalerei. w. m.

Wiedergeburt, Sonette von Robert Sommer, 2. Teil. Verlag der Hof- und llniversitätsdrnckerei Otto Kindt. Gießen. Robert Sommers SonetteWiedergeburt" haben mftten im Weltkrieg durch diesen 2. Teil eine Fortsetzung und Ergänzung erfahren, die in nichts hinter dem künstlerischen Wert des erstetr Teiles zurückstehen. Hier ftnden sich dieselben tiefen Gedanken des Forschergeistes, der sich in die Seele des Ouattocento hinein- gelebt hat, hier weist die Form dieselbe lyrische Steigenmg und Ansdrucksmöglichkeit auf. Beginnend mit dem SonettSonneii- Aufgaiig" finden in denNachklängen der Renaissmice" "Raffael und Michelangelo Verherrlicknmg. Den Höhepimkt erreicht Sommer in dem SonettJungfrau Maria":

Ist auch der Wimderglcncbe uns verloren:

Als Frau uiid Mitter wirst du mtfersteben,

Es kommt der Renaiffance Vollendung."

Edelste Liebe $u seinem Vaterlande, in dem. wie der Dichter schon im ersteti Teile ausspricht,der italienischen Renaissance die deutsche Wiedergeburt" folgen soll, spiegeln die SonetteRom und der Krieg" wieder. Von demFriedensiest aus dem Monte Pincio, dessen vorabneiide Prophezeiung heute in Erfüllung ge­gangen ist, bis zu dem prachtvollen VierzehnzeilerDer Vesuv", jenemMene tekel" für Jtälim, finden sich allenthalben in dichterischer Vollendung Gedanken von großer Schärfe und Tiefe ausgesprochen. Die Sonette klingen aus in eine Mahnüng, ein jeder Deutscher sich uriaustöschlich einprägen sollte:

Seid tteu dem Tun und Geiste hoher Ahnen!

Laßt Edelsinn der Erde Völker spiiren!

Bleibt ftei und deutsch im Fühlen, Denken, Trachten!" Die Sonette werden dem Dichter bei Freu-nden reifer, ernster Kunst neue Anhänger werben. fr. m.

Die^Jugendschriftenbes Verlags K. Thje­ne mann-Stuttgart erfteuen sich außerordentlicher Beliebt­heit. Da ist, bei reicher Auswahl, für jedes Alter und für jede l-esoiidere Veranlagung ein prächtig geeignetes Buch zu finden. Besonders gut eingeführt haben sich die reicbhalttgen und um­fangreichen Jahrbücher der Untechaltung, Belehrung und Be­schäftigung für das Alter von 10 bis 17 Jahren, von denen das efite für Kiraben, das andere für Mädchen bestimmt ist. (Jeder B<nid 7,50 Mk.) Spannende Erzählungen, Heimat- und Natnr- schilderungeu. Kapitel aus Geschichte, Tecchiik und Industrie, Er­öffnung des Verstmidnisses für Kunstwerke und Künstler, Hauswirt« schastliche und Handarbeitsaufsätze bilden einen gediegenen Lese­stoff, denr viele hundert Text- und Farbenbilder beigegebeu sind.