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12.12.1917 Erstes Blatt
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Hr. 292 Zweiter Natt Giehener Anzeiger sGeneml-Anzeiger für Gderheften) Mittwoch, \ 2 . Dezember W

Aus Hessen.

I. Darmstadt, 11. Dez. Der Finanz-Ausschuß der Zweiten Kammer trat am Dienstag vormittag zu einer Be­ratung Msammen. Zurürchlt lag ihm ein Beschluß der Ersten Kammer vor über eine Abänderimg deS Hundefteuer- gesedes, der zusammen mit einem in .gleichem Sinne sich ba-egercken Arttrag des Abg. Leun (Bbd.1 besprochen wurde. Die Regierung macht Emwendungen gegen die vorgeschlagene Bestim- nrmvg, daß Hunde. für die dre Steuer nicht erlegt loftd, »retötet werden ^rnüsserr, und tpilX es durch ein können erseht wissen Pie Soften m das Töten könnten oft den Betrag der Steuer täxtfcuexL ®er düissclmß nahm beai Antrag Leun und den Be­schluß der Ersten Kammer mit dieser Abänderung mit Stimmen- ttttfrrteil an. Gegen den Antrag Reh und Genossen, der die ^^EgSterlerunÄszulagen von der Besteuerung sva geraffen haoen null, äußert die Msegnxrmrg große Be­denken Es kommt zu keinem Beschluß. Auf eine dring­liche Anträge Lang £n*rtl.), wie 6s mit der Verrvirklichnng der geplanten Eyenbalmlinie Würz bürgMichel- stad t (bzw. Grbafj) Worms stände, antwortet die Re­gierung, sie habe sich mit dem bayerischen Verkehrsmini- stnchim mw den preußischen tÄsenbahndirektivnerr ins Benehmen gesetzt: boa> in btc ^>ache vorläufig Verschvberi, da große finanzielle und technische Schwierncheiten beständert. Es seien umfangreiche Tunnel- und Brüäerümuten notwendig. Endlich lag noch ein Antrag Wolf-Stadecken (fraktronslos) vor. Er wünscht eine Gesetzänderung, wonach bei gemeinsamen Betrieben eine Schei­dung des Einkommens von Vater und Sohn, bzw. Schtmegersohn, sowie eine Trennung von Vermögen und Ein­kommen nicht mehr zulässig sein sollen. Durch die jetzige Praxis würden der Staatskasse zu Unrecht viele Steuern entzogen; besonders gegenwärtig, wenn der Sohn zum Heeresdienst ein ge­zogen sei und auf diese Wsoise ein angebliä-es Einkommen unter 2600 Dtark besitze welches steuerfrei bleiben müsse. Tie Regierung erklärte, daß dre Bechältnisse erst einer eingehenden Prüfung unterzogen werden müßten, worauf der Antrag der Negierung als Material überwiesen wird. Ter Ausschuß vertagt sich Am Donnerstag tagt der Erweiterte Erste (Kriegs-)Ausscl-. Für seine Beratungen sind 2 Tage vorgesehen.

Lin österreichisch-rumänisches Ahioinmen.

Wien, 10. Dez. Der PolitHchw Korrespondenz zufolge wur­den mit der rumänischen Regierung ein Ueber ein­sam men getr-osftn. wonach den österreichiscl-en und imgarilchen bqw. rumänischen Staatsangehörigen, vorausgesetzt, daß sie von der Grmächtigiuug tz'«sbrauch machen wollen, die ungehinderte Ziück- kÄhr nach ihrer Heinrat zngesichert ist, und zwar 1. weibliche: Personen jedes Wters, 2. männlichen Personen von rmter 17 und über 50 Jcchven, 3. männlichen Personen innerhalb der er- woHnüen Merkguenzen, wenn sic mit einem Gebrechen behaftet sind, das sie zu jeder MLitürdienfllersttmg .unfähig macht, 4. Priefter pLer Konfesfton .und jedes Alters, Zivilärztc inib ZiviLchlrurgen jedes Alters.

Vas österreichisch; und da? ungarische yeer.

Budapest, 11. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des wigartschm Kvrrespondenzbnrecms. MgooiÄnewnhaus. Tvider Dokmyi fragt betreffs des Verhältnisses des ungarischen Heereskontingents zum österreichischen an. Hon- vedmimster Baron L>zurmay antwortet, daß tatsächlich Ungarn Mm Feldheer mehr Soldaten geliefert habe als Oesterreich, doch wäre dies mit Zustimmung der ungarischen Gesetzgebung geschehen. Zur Zeit des Rnsseneinbruchs in Galizien bewilligte das Parla­ment den Gesetzentwurf kraft dessen die galizischeu Korps durch ungarische Truppen ersetzt wurden. Die zweite Ursache des größe­ren Anteiles Ungarns ist, daß Ungarn mehr militärtaugliche Männer besitze als Oesterreich. Bon der männlichen Bevölkerung Ungarns seien 44,95 Prozent auf dem Kriegsschauplatz. Das österreichische Kontingent sei. um 1,67 Prozent niedriger. Doch werde das normale Verhältnis stufenweise hergestellt werden Der Interpellant nahm die Antwort zur Kenntnis.

Die Revolu Ion in Portugal.

Lissabon, 10. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Ägence Havas. Der Revolutionsausschuß befahl die Be­freiung der politisä>en Gefangenen und stellte die Freiheit der Presse wieder her. Er ermächtigte die Journalisten. die linker Miß- brauch der Macht astsgcwiesen waren, wieder zurückzukehren, und machte den Ausweisungsbefehl gegen die portugiesisclwn Prälaten, der eine unnutze Gewalttat sei, und durch den das Gewissen der Katholiken schwer beleidigt worden wäre, rückgängig. Ter Aus­schuß bekräftigt seine irnbedingte dlnerkennung der Berpflichttmgen der vorigen Regierungen und bewahrt Treue zu dem Bündnis mit England und den Nationen, die gegen Deutschland kämpfen.

winckelmann und Goethe.

Bon Dr. Martin Rvehl.

(Nachdruck verboten.)

Man hat es Gosthe gelegentlich sehr verdacht, daß er nach der italienischer Reise sich scheinbar mit den künstlerischen Bestre­bungen seiner Zeit, ja mit seiner eigenen Entwicklung, in Wider- sprach setzte durch die beivußte Verleugnung aller romantisierenden Tendenzen zugunsten .des ^ antiken Schlörcheitsckeals. Man wird aber zu einer gercchere.r Einschätzung dieses Umbierens, das einer Flucht aus der Gegenwart so ähnlich iah, nur dann gelangen tonnen, wenn man auf den Mann zurückgeht, der den riesen Einfluß antcker Kunst auf das Geistesleben be* au.sgehnrden 18. Jahr­hunderts erst möglich machte: I. I. Winckelnrann.

WinckelmMm, darin seinem großen N-achjvlger unähnlich, hat sich seine Stellung und äußere Sicherheit schwer erkämpfm müssen. Geboren ain 9.. Dezember 1717 zu Stendal als Soljnt eines Sckxirh- machers, konnte er eF stur unter schwerflan Entbehrungen durch­setzen, die Gymnasien in Stendal, Berlin und Salzwedel besuchen Zn dürfen. Anfänglich Theologe, wandte er sich bald dem Studium der alten Sprachen zu, verbnachte einige trostlose Jahre als Konrektor iit Aeel-ausen, war hier und dort Hauslehrer, bis die Berufung nach Dresden als Bibliothekar ihn aus Dürftigkeit und Einöde erlöste. B.Äd lvistkte ein noch! hölieres Ziel: Rom. Nach z-weijährigeni Schsrarillcn ging der AHNmddreißi.chährige dortlstn Und konnte sich, zum ,Präsidenten der römischen Altertümer ernannt, bald völlig unbehindert der geliebten griei Hirschen Kunst widmen. Nicht lange mehr währte die Zeit der Erfüllung. 1768, aus der ersten Fahrt nach Deutschland, ward er von einem geldgierigen Verbrech-r ermordet.

Winckelmarrn gehörte zu den Geistern., die in ihrer Zeit und ihrer llmgeb,nig wie BüvMr eines fveustxm Landes stehen, die uicht eher Rast icnd Ruhe finde::, bis sie die Heimat ihrer Seele erreicht haben. Jnrmtten «wer Mültur, die zuchtlos in den Aus­wüchsen eines entarteten und süßlich-leeren RoB»8os schivelgte, ver- sckznivch.<ete er iwch deredlen Ernfalt und stillen Große" der griechischen Kunst und schrieb schon in strnenl ersten Werk den für wme Zeit wahrhaft rev»liuti>mären Satz nieder:Der echzigie Weß. groß, ja, !:>enn möglich, mmachahmlich zu tverden, ist die röruhahmnng der Mten." Winckelmonns große Tat bestand darin, oa» er dem eirtarteten StilgieftW seiner Zeit tvioder Würde, Rück­halt und Zuflucht gab dicrch ein System der Aiesthetck, das gewiß ^scht ohne starke Einsertigveit. doch auf den Grundbedingung^ olies Unstlerischnl Wesens' aufgebcnct war und mit der Renaissance Mm ersten Male wieder ein Kickturidsal erglänzen ließ, dem nicht »iKömmer weitere Entfremdung von der Natur, sondern nur in M bwevollent Eiitverständnis mit ihr gedient lverden konnte. 4önur.-lmirnn scheint in nüchts das PvodM seiner Zeit, obwohl er m Grunde das Beste seiner Zeit, das Humanitätscdeal, durch

Der Nobcl-FrLedenspreiS.

Kristiania, 10. Dez. (WTB.) Meldung des NordsTele- gram Byran. Das norwegische Nobelkomitee hat dem Inter­nationalen Komitee vom Noten Kreuz in Genf den Friedenspreis für 1917 zucrkannt.

Arils Stadt «nd CcsnS«

Gießen, den 12. Dezember 1917.

** Auszeichnungen. Leutnarrt d. Res. rmd Adjutant Heinrich Müller wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse aus- gazerchner. Leutnant d. Res. Philipp Hielfert erhielt das Hessische Kriegsechrcnzeichen in Eisen.

** Kinderw äschc-Sam melwvche. Die Einsainnrlung von Spenden am Donnerstag findet in der im heutigen Anzeigen­teil angegebenen Weise statt.

** Gicßener Hausfrauen-Verein. Daß man auch, mit besckrideireu. Mitteln, mit dein, was Ms heute zu Gebote lieht, recht hübsches und schmackl-afces Weihiwchrsgeback l)<rstellen kanir, soll eine kleine Asusstellung des Vereins in seiner Geschlifts-- stelle, M'äusvurg 5, zeigen. (Siehe Anzeige.) Gute, erprobte Re­zepte, von einem andereri Hausfrauen-Vererrr l)erausgegeb^«m, sind

erhältlich'.

** Stadttheater. Der Kohlenersparnis halber fasten in der näckOen Woche nach dem 16. Dezember die Bor stell irn.gen ain Dienstag icnd Fvcitag aus. Es sei ccher ausdrücklich betont, daß an den Sonntagen, dem 16. und 23. Dezember, gespielt wird.

Lünvkrets Gießen.

^ i. Hattenrod, 11. Dez. Gefreiter Wilh. Gontrum er­hielt die Hessische Tapferkeitsnrcdaillc.

** Langsdorf, 12. Dez. Landstiurmmarm Heinrich Pauli von hier, welcher schon i'.n.Bei'itze dos Eisernen Kreuzes 2. Kl. ist, erhielt die Hessische Tapfecb.itsnredaille.

ii Queckborn, 11. Dez. Nachdem unsere Gemeinde volle 6 / 4 Jahre keinen Krieger verloren hat, kommt jetzt aus dem Welten die Trauerkmrde, daß Karl Werner den Heldentod ge­storben ist. Man wundert sich hier, daß zurzeit 9 Waggons Kartoffeln verladen werden. Bei der^ derzeitigen NächstemPeraiur, die vergangme Nache schon 4l/., Grad Roaumur betrug, ist kaum anzunehmen, daß sie ohne Schaden die weite Reise nach Metz überstehen werden. Man erklärt sie darum auch lster schon reif für Bremiereien.

** Reinha rdshai n, 12. Dez. Goorg Becker, Inhaber der Hessischen Tapfnckeii. medaille, ei-hielt das Eiserne Kreicz 2. Kl.

Kreis Bridingen.

4t Düdelsheim, 11. Dez. Hier wurde eine Ortsgruppe der deutschen Vaterlan4^partn gegründet, der bis jetzt 33 Mitglieder» angehören. Vorsitzender-ist Bürgermeist'er Mbrecht Bors­dorf. Das Eiserne Kreuz erhielt der Schütze Gefreite Aügust M ö bu s.

Kreis Schotten

** Freienseen, 12. Dez. Rudolf Jung, Sohn des Bäcker- meilters Heinrich Jung, das Esterne Kroirz.

StarkenLurfl und Rheiuhessen

I Darmstadt, 11. Dez. Auf dem Verbandstag ge­meinnütziger Ban vereine, der am Sonntag vormittag 11 Uhr im-Rathause stattfand, erstattete zunächst der Verbands­vorsitzende, Lcnrdeswohnungsrnspektor G r e h s ch e l-Darmftadt, den Tästgkeitsbericht. Die gemünnützigerl Vauvereine könnten die Woh­nungsfrage allein nicht losen, wollten.auch der privaten Bau­tätigkeit keineswegs Abbrirch tun, sonderii nur cm ihrem Teil vorbildlich zur Lüftmg der Wohmmgsftage Mitwirken. Die finan- zieste Lage der Genossenschaften ist im astgcmeinen eine gesunde.. Bisber (bis 1916) sind 950 .HÄiser mit 2000 Wohnungen gebaw worden im Werte von 9V< Millionen Mark. Aus Betriebsmitteln (meist kleinen Beiträgen, der Anteil beträgt 200 Mk.) wurden 3 900 000 Mk. ausgeweridet. Die Kirchen Verwaltungen beider Be­kenntnisse zeigten großes Entgegenkommen, ebenso ein Teil der Kranken kosten, wahrend ein anderer Teil eine abwartende Stel­lung einnahm, wieder andere sogar allerdstigs mlbegründete Be­denken über die gesef^i-chc Zulässigkeit äußerten. Die Frage der Erhöhung der Mündelsicherhert von 50 auf 60 Prozent der Be­leihung wurde von der Regierung bis nach dem Krieg vertagt. Die Uebernahme der Bürgschaft durch den Staat statt durch die Ge­meinden bei Beleihungen bis zu 90 Prozent stehen beide Kammern, der Landstände günstig gegenüber. Die Schärfung einer zentralen Geldstelle wurde durch Bereitstellung von 300 000 Mk. angebahrtt. Der Redner erörtert noch die Frage der Verbistiguna des Bauens:^ er verspricht sich viel von den durch den Ermst-iudwig-Verein bei der Regierung beantragten Baucrleicksterrmgen und von der .Hergabe von Baumaterial aus militärischen Beständen nach dem Kriege. Den Kassenbericht trug Bürgermeister Wiegand- Heppenheim vor. Er wurde wie der Tätigkeitsbericht genehmigt. Kreisobstbautechniker D o r s ch - Darmstadt besprach die Fmge der wirtschastliä)en und praktischen Ausgestaltung der Kleinsiedlun-

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gen. Bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit dürften dre gegen^ wärtigen hohen Erzeugerpreise natürlich nicht in Anschlag gebracht werderr. Für Kleinsiedlungen genügten 200300 Geviertmeter Gartenlandes. Einzelsiedlungen seien den Gememsck^aftssiedlurrgen! vorzuziehen. Gelände dafür sei genügend vorhanden, z. ,B. der Griesheini, Pfungstadt, Wolfskehlcn. Empfehleirswert »eren für Kleinsiedlungen Spezialkulturen, unter sorgfältiger Auswahl der Sorten, ferner die Samenzucht, mrch die Neintierzucht. Im Anschluß an den mit großcnr Beifall aufgenommenen Vortrag schlug der Vorsitzende vor, die Frage der Errichtung besonderes Beratungsstelle,! für Obst- und Gemüsebarr dem VoEand zur Be­ratung zu überlassen. Pfarrer Berck - Mainz-Mombach, der über die Mitwirkung der Arbeitgeber bei der genreinnützigen Bau­tätigkeit Bericht erstattete, forderte die Heranziehung der Fabrik- Herren, Gutsbesitzer, Genossensck>aften, Gemeinden und vor allem die Unterstützung des Staates. Die Ansiedlnng darf nicht von der Arbeitskraft abhängig gemacht werden. Eine rege Aussprache schloß sich diesem Vortrage an.

Llreis Wetzlar.

** Wetzlar, 11. Dez. In der heutigen Aufsichtsrats -Sitzung der Buderus'fchm Eisenwerke erstattete der Vorstand Bericht über den Geschäftsgairg und das voraussichtliche Erträgrris des laufenden Jalwes. Es ist in Aussicht genommen, eine Dividende von 10 o/o (i. V. 7V2 °/o) zu verteilen.

' «'sscn-Nasscm.

--- F r a n k f u r t a 12. Dez. Der als unermüdlicher Wan­derer in nahezu allen Or.cn des Odenwaldes, Vogelsberges, Tau­nus und des Spessarts bekannte August Knyrim ist heute früh im Alter von 79 Jahren gestorben Das Ergebnis seiner jahrzehnte­langen Wanderungen legte der Verstorbene in einer großen Anzahl Wauderführern" nieder, die ihrer peinlichen Genauigkeit halber sich ungezählte Frermde erwarben

X. 5)anau, 12. Dez. Drei Eisenbahnbeamte, die am Nord­bahnhose in Hanau einen Wagen erbrochen und daraus Mlitär- stiefeln entwendet hatten, wurden verhaftet.

X. Hanau, 11. Dez. Erhebliches Aufsehen hat hier die Ver­haftung des Kaufmanns Heinrich Lang erregt, der in dem städti­schen Zentrallager für Lebensrnittel beschäftigt war und größere Mengen Butter, Fett, Speck, Süßstoff, Seife u. a. m. enrwerchet und an andere Personen weiterverkaust hat. .Die Stadt Hanau» hat besllüossen, versuchsweise in drei Gastwirtschaften sogen.Mit­tel staudskuch^n" einzurichtcn, in denen für 85 Pf. ein aus zwei Gängen, Suppe, Kärtofteln urrd Gernüse, bestehendes Mittagessen verabfolgt werden soll. Zweimal in der Woche ist eine Fleischspeise eventl. auch Fisch vorgesehen.

--- Holzappel, 12. Dez. Eine hiesige Witwe begab sich die'er Tage zur Warttun-g ihres Enkelkindes nach Altenkirchen, während die Muttar verreist war. Ms diese nach einigen Tagen zurückbehrte. fand sie Großmutter und Töchterchen tot zu.Hause vor. Sie '.raren einer Gasvergiftung zum Opfer gefallen. l

ul. Limburg, 12. Dez. Im Schillersaal derAlten Post^^ fanden sich gestern nachmittag etwa 70 selbständige Schreinev-- und Tapezierermeister arrs den Kreisen Limburg, Ober- und Urrterlahu, Ober- und Unterwesterrvald, Dill und Biedenkopf zusammen und berieten auf Beranlassirng der Handwerkskammer Wiesbaden über die Frage der^ Möbelbeschaffung nach dem Kriege.

---- Ni eder-Jn gcl heim, 12. Dez. Für einen 14pfüw> di gen Heckt, den ein Llngler im Rhein gefangen hatte, bezahlte ein Mainzer Herr den Kiregspr.'eis von 75 Marck

Amtlicher Teil.

Betr.: Verordnung des Burrdesrats vom 13. November 1917, weitere Bestimmungen zur Ausführung des § 7 des Ge­setzes über den vaterländischen Hilfsdienst betreff.

An den Ob-r-üraermeist r >u Großen und dieGroßtz. Bürger« meistercien der Landgemeinden des Kreises.

Mit nach',stier Post erhalten Sie eineAjnweisurrg an die Orts» behörde", als welche in Städten über 20 OOO Emwohnern Oberbü rgermeister, in den Landgemeinden die Gro-ßh. Bücgev- mcistereieu bestimmt worden sind. Ferner erhalten Sie eiM Ocffentlicke Aufforderung", in der Sie die Frist möglichst kur? einsetzen wollen Für schriftliche Meldungen ist der Termin vom 8. bis 12. Dezember gesetzt, für mündlickje vom 10. Dezember bis 18. Dezember. Die Unterlagen sind urrs aber erst heute zu gegangen. Die Angelegenheit ist also als h öchst e i l i g von Ihnen zu be­handeln. Weiter erhalten Sie ein Muster für einenöffentlichen Anschlag", dessen Sie sich bedienen wollen. Weitere Albdrücke des­selben körmen Sie von der K r ie g s a mts stel l e Frankfurt a. M. beziehen. DieMeldekarten" undMeldeblätter für Hilss- dienstpflickiigc" gehen Ihnen ebenfalls zu nach dem ovrmiSsrchb, licken Bedars. Mehrbedarf ist bei dem Ein bernfun g s a u s- schuß in Gießen anzufvrdern.

Gie ßen, den 11. Dezember 1917.

Gwßherzoalrches Kreisamt Gießen, vr. U s i> n g e r.

der Vertiefung und Bereicherung, die er, von g^rnz anderer Seite herüommend, ihm bereitete, in die Zuftnrft hmübergerettet hat. bis b*x Größere, Goethe, es überrrahm mrd für die Ewigkeit m Wercken von unvergänstlichjcr Leuchtkraft nieverlcgte. Das ist auck) der tiefste Grund, >o-?sl-cckb von den Zeitgenossen rrur Lessing, als eurzig EbcErtiger, ihn ganz verstau.). Älber Lessrng tonnte doch nur heiße TialMik liefern, seine relieLartigen Gestalten überr-ed-en, aber fte stehen nicht als plastische ?Nenschen in blutvoller Natur- walvrhett festgogrü-ndet, es fthtt ihnen der letzte Hauch von Schönheit und Sehnsuickst, der rms die Bcöannchchaft nrit Tasso und Iphigenie als em unverlierbares Gb'ick empfinden läßt. Wurckelmann taw ganz aus der Selmftvcht nach Ss)önk-eit zum Griect-enttim, sie entfremdet ihn von ftüher Jlrgend an der trostlosen kleinstädti­schen Umgebung, läßt ihr urrüelümmert zum Korwerttten werden um seines Zieles irnlten und gibt ihnr jonesHeidnische", das so seltsam abslach gegen die hansbackene Moralität und die mit schvclp tem Gewissen frivole Genußftrcht seiner Zckt. Das Wichtigste >oar datz das Ideal reiner rmd freier MeiOÄüh^it, das die Aufklärung in unendlickner Arbeit auf den Trünrnrerir verwilderter Jahr- hurr^erte errichtet, das LessingS edler VMnawd fcC^arf und klar ver­teidigt und gereinigt hatte, durch Winckelnrann aich von der Seile des Gefühls, des Aestl?et!scheu her bat Zeitgenossen nahe gebracht und den KünUern die Airfgabe zugetoicken ward, es in Arrlehiurug an die alten großen Vorbilder immer weiter zu lärctern und zu ver­edeln. Erns blieb noch zu tun: Ter ideale Forrnentypus den Wrnckelmann als hol-es, aber leeres und abstraktes Vorbüd auf- yjestellt hatte, loar mit ivarmem, individuellem Leben zu erfüllen aus der Synthese llassischier Formenreinheit rmd deutscher, charak- terististher, vergeistrstir J-ndividuatton mußte bas vorbüdliche Kunstwerk als die Grsüllwrg der Zeit hervorqelwn. Das ist Gestalt genwrden in den beÄen klassischen Dramen Goethes, dem . Tasso" und roch deutlicher urrd sinnfälliger in derIphigenie''' Sehr bezeichnerrderloeise hat Goethe, der sich des Anteils, den Wiirckel- mann an seiner BiÜnurg l-atte, stets danklxar bewußt blieb in seiner Stellung zur bildenden Krmst die SlMächen rmd eirrseitig^iterr Winckelmanus mckrittsch übernonrinen rmd sogar rwch übertrieben. Die theoretischen Eüffichterr, die er in den ..Prvpchäcn" nv^er- legte, und dre, soweit sie aufs Mgem-eme der Kunsst gehen vorr nnvergängllchern Wiert bleiben, bietzen /hoch, sobald es sich unr Eiwrel- lrericn der .Plastik und dRalerei harckelt. mamrigsache Angrisss- pirnkte, und Friedrich fotttte das lstsdmrsche Recht fttr sich als er forderte, tiefere JrmetlichSeit durch den ?lnschlrrß an die Art der alten Jtalvenor, Deutschen und Niederländer zu erreickien Da unvergäng-liche Derckmal hat Goetlre dem Vorgänger urrd Pröpsten doch mcht in der SchriftWtncSÄmann und sein Jahr- lpmdert" gesetzt, sondern m jenerbertnifclt humanen" Dichtrma die auf wnmdervölle Weise gri«chisck>e Schmchert und gernwnisch-' christliche Geistigckckt vermählt und ein Menschheitsideal anfftellt von dem wir heute weiter denn jeontfernt sind, m der ^Iphigenie"'

dre Goethe nach dem tödlicher Sck>ioeigen um dieses au feer hott öer Zert^stehende Werk schrieb:Sehr schlimm ist es in ^agen. daß iede Kunst,, die doch eigentlich zuerst rrur für die Leberwen wrrcken soll, sich, insofern sie tüchltig und der Ewigkeit nwrt ist, mit der Zeit rm Widerspruch bcftrrdet. und daß der KünAer oft ernsam in Verzweiflung lebt, indem er überzeugt ist, daß er das bei itzt, und mitteil«, körmde, nias die Menschen suchen."

^er Klassizismus blieb der Zeit abgetvendet und eine Sache der. wenigen, die er l)eiinatlos nrrrchw. dlher ein Jahrhu^^kt lat er das brfrurhtct, mid eürige der »ite.

o f ? trirb^En nicht Ter 2tenl«ta Pvoletariersohn, bor bag mbedt ® r ' 8CÖert mt ^ See,e d« «s für Te.rt!chirnch

'~k^ er Nestor der dänischen Physikers N«b enrer Kopenhagener Meldrmg ist soeben der emerittertr Pw^stor ^ Koperchugen, Christian Christiansen, der ölwfte

Ptchsikn Lanemart^ gestorben, ern Gelebter, der eine fühv^e Iuolle m der Wissenschaft ganz Sömrdrnaviens spielte. Ehrrstian^ hat em Eer von ^74 Jahren erregt. Schon in mngen Jahren, girchuete er 1 ^ ui oer Physik aus: so erhielt er als 22,Lhriger die ^ ttmfcerfität Kopenhagen zuerkannt. Nach Emdetem ^tuLmmr war er eme Zertlang PhysMehrer au ^o f n 5 m1« e , dann ttmcke er Dozent am Polytechnikum: s l 886 gehörte er dem Lehrkörper der Universität Wpenyaqen an gab er semeS Mters wegen die LehrtärlpLstt miß doch letzte er >eme LaboratoriurnÄmtersucknunaen imurrvee- br^ b,s zu semem Dode fort. ffiWffaitai«öS3*artSrS gbaftif}.te ,iA mit ber Entstehung der Reibungselektrizität: diesem ^!?erge der ^ddblrk hat sich freilich erst verhältnisimäßsa iüäi nanckich rm Jahre 1895, zugetvandt, um dann dauernd dabrf rn blecken, ^erne erste babenrende Arbeit ist istne Untersnch-a^^ eme ergentumlcche Lrchtbre^hung in stark gefärbten T-

^ die pari* b« W von »&-1SS& Ä (Hrmtüinoi eme Bleifte von Uitterfitflsimrm itber mrägemW, mch d,e kmoitsche Gasthsorle ver.>u,kt SrSS Jorknmg Mrs dem Gebiete der ttzsoretischen Aondimwien der BalmbrEr: non chm sb-nnn,

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er Berfa, ser ecrrrger kleiner Sclmften aem^e^tt dl^

GeieNften. so die'^rrisck/^l^!^'mck"dr/Aßck Ehristumia, Upsala und Stockholm kSat bei* 9Vr^ Sh

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