, AttrLat die Za.T der auf rät« AVg«rL-nHenstelle eines Wahtl- b^rrks entfallenden Einivolver nach der lebten allgemeinen Volks- Mylung mehr als 250000, so tritt bei der nächsten allgemeinen WLlS für jede weiteren angefangenen 250 000 Einwohner je ein neuer Abgeordneter hinM.
__ .S 111 erfolgt eine Aenderuna in der Abgreuzung der
WahLbezirte oder in der Verteilung der Abgeordneten auf dtL Wahlbezirke durch Gesetz.
Die Reform des Herrenhauses.
Der Entwurf über die Zusammensetzung des Herrenhauses kantet in seinen wesentlichen Bestimm'ungen:
§1. Das Herrenhaus besteht aus Mitgliedern, welche von dem Könige nach Maßgabe der §§ 2/26 berufen werden.
§ 2. Mitglieder des Herrenhauses auf Lebenszeit sind die- lemgen Prinzen des königlichen Hauses und des fürstlichen Haus s von Hot-enzollcrn, die nach erreichter Volljährigkeit von dem Könige berufen werden.
8 3. Auf Oirimb von Präsentation werden auf Lebenszeit in das Herrenhaus beru'en 60 Personen aus der Zahl der nach der Beiordnung wegen Bildung der Ersten Kamnrer vom 12. Oktober 1854 zu erblichen Mitgliedern Berufenen und zivar:
1. 10 Mitglieder als Vertreter der vormaligen reichsständischen Häuser.
2. 24 Mitglieder als Vertreter der Fürsten, Grafen und Herren
3. 26 Mitglieder als Vertreter der mit erblickter Berechtigung dem Herrenlnus angelchrenden Personen und der mit dem Prä sentationsrecht begnadigten Geschlechter.
Z 4. Auf Grund vorr Präsentation werden ferner in das .Herrenbaus beruf en:
1. 36 Bürgermeister größerer Städte für die Tauer der Amtszeit.
2. 36 Besitzer solcher ländlicher Grundstücke, die dm Unckang non mrrchestens 100 Hektar haben und die sich zur Zeit der Präsentation bereits 50 Ifah^re im Besitz einer und derselben Familie befinden, für die Dauer der Besitzzeit.
3. 36 Leiter großer Unternehmungen der Industrie oder des .Handels für die Dauer der leitendm Stellungen.
8 5. Aut Grund von Präsentation iveroen aus 12 Jahre in das Herrenhaus berufen:
1. 72 Mitglieder, welche als Vertreter der städtischen und der ländlichen Selbstverwaltung präsentiert werden,
2 3 Mitglieder, welche als Vertreter der Stadt Berlin präsentiert werden,
3. ein Mitglied, welches als Vertreter der Hohcnzollcrnschen Lande präsentiert wird,
4. 36 Mitglieder, welche als Vertreter der Landwirtschaft präsentiert werden,
5. 36 Mitglieder, welche als Vertreter von Handel und Industrie präsentiert werden.
6. 12 Mitglieder, welche als Vertreter des Handwerks präsentiert werden.
7. 16 Mitglieder, welche als Vertreter der Hochschulen
präsentiert werden.
8. 16 Mitglieder, welche als Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche präsmtiert werden.
8 6. Ohne Präsentation werdm auf Lebenszeit in das Herren- baus berufen einzelne Personm, die das besondere königliche Vertrauen genießm Ihre Zahl darf '150 nicht übersteigen. Aus rhnen werden Kronanwalte bestellt.
Abänderung der Verfassung.
Ter Entwurf eines Gesetze-, betreffend die Abänderung der Artikel 62 und 99 der DerfaffungSurkunde vom 31. Januar 1850, ist jetzt veröffentlicht. Er lautet:
Artikel 62 Absatz 3 der Verfassungsurkunde erhält folgenden Zusc^: ..Wenn jedoch die Zweite Kammer gegm den Widerspruch der StaatSregierung einen Ausgabe Posten, der bisher unter den ordenüichm Ausgaben im Sdaatshaushaltsetat enthalten nrar, müv eüer überhaupt nicht oder nicht in der zuletzt vorgesehenen! oder nicht in der txm der Rvgierung neu vorgeschlagenm geringem jr Summe bewilligt, so hat die Erste Kammer über diesen Pmrm vor der Abstimmung über den Gesamthaushalt vorweg Beschluß zu fassen. Tritt die Erste Kammer dem Beschlüsse der Zweiten nicht bei, so hat diese muh voranfgegangener Beratung in einem aus Mitgliedern beider Kammern gebildeten Verständigungsaus- fchusse über den Posten erneut zu beschließen. Erst nach dieser endgültigen Beschlußsassurrg findet die Abstimmung der Ersten Kammer über dm Gesamt Haushalt statt."
nebeir der Regierung der Bolschewiki eine eigme Regierung unter Tschernow errichten werdm.
Der Petersburger Korrespondent des „Daily Telegraph" meldet vom Donnerstag, daß die nichtmaxim alistische Presse die Regierung Lmins und Trotzkis nach einem Waffenstillstand als des Bruäws des Londoner Vertrages trnd Verrates für schuldig erachte.
Kopenhagen, 24. Nov. (WTB.) Der AuslandSpresswer- trcter der Bvlf.t)7wi°ki an der schwedischen Grenze erhielt ein amtliches Telegramm aus Petersburg omn 23. November, ivonach jetzt auf der Seite der Bolschewiki stehen: die gesamte Armee und Flotte sowie der gesamte nördlich:, östliche und südöstliche Teil des Reiches mit dm Städten Petersburg, Moskau, Charkow, Kiew und Odessa sowie das Uralqckbiet und Sibirien. Von ten Fronten kommen Hunderte von Abgeordneten, die die Mitteilung vollständiger Solidarität der neuen Regierung ilter» bringen. Die Lebensmitt-elfrage ist ernst. jedoch ist es bislrr mit Anstrengungen gelungen, die Schwierigkeiten zu überwinden. Es ist nur noch', schwierig. Brot zu beschaffen. Die unteren Eisen bahn beamten stellen auf Seiten der Bolschewiki. Tie Sabotage der höheren Leimten ist daher von geringer Wirkung. Dev Ob er st kommandier ende General Duchon in ist verhaftet worden. Die Wahlen für die verfassunggebende Nationalversamnllung haben fai der Flotte stat^gcfundm und beim Heere ^begonnen. In den Städten fiitbttt die Wahlen am 12. Nov. alten Stiles statt. Die bürgerlichen Parteien wollen sich nicht unter- werfen, sondern verüben überall Sabotage, wo dies möglich ist und setzen ihre Hoffnung aus Kal cd in.
Das Ausbleiben telegraphischer Nachrichten aus Petersburg im Auslande ist auf Sabotage der Telegraphenbeamten zurückzuführen. Diese hofft mau jedoch noch zu überwinden.
Kopenhagen, 25. Nov. Telegramme aus Haparanda fco lagen: Ein Franzose, der gestern aus Rußland in Haparanda ein- traf, teilt mit. daß die Soldaten an der Front in zwei G r uppen geteilt seien, in Novemb-risten und Dezembristen. Tie Nooembristen haben beschlossen, die Front noch in diesem Monat zu verlassen, die andern wollen zu Weihnachten von der Front in die Heimat zurückkehren.
Seekrieg.
Nene N-Voot-Erwtge.
Berlin, 24. Nov. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Untersee-Boote hat im nördlichen Eismeer neuerdings f ü n f Dampfer mit
14 000 Brutto-Register-Tonnen versenkt, darunter die bewaffneten englischen Dampfer .Zillah" (3788 Tonnen^ und „Ildorton" (3125 Tonnen), beide mit Holz von Archangelsk nach England, sowie „Baron Balsour" (3991 Tonnen), mit Grubenholzladung, der aus einem Geleitzugc berausgc schossen wurde, fertter der bewaffnete russische Dampfer „Jriita" (2210 Tonnen), mit Lebensmitteln von Archangelsk nach Alexandrowsk.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Die Lage in Rußland.
R o t t e r d a m . 24. Nov. i'WTB.) Nach dem „Nieuwe Rotter- damsche Courant" wird der „Daily News" aus Petersburg vom Donnerstag gemeldet: Gestern hat Trotzki eine Rede über die auswärtige Politik der Sowjets gehalten. Er sagte, die Alliierten hätten das Manifest der Sowjets unfreundlich ausgenommen, und die Feinde betrachten die Umwälzung lediglich vom Standpunkte, daß sie Rußland schwächen würde. Er glaube trotzdem, daß der Krieg bald zu Ende sein werde.
Es wird ein Gelbbuch mit allen Geheimverträgcn, die die Bolschewiki finden konnten, vorbereitet.
Es ist möglich, daß die Bauern mit den Armeeausschüssen
Ans Stadt rrrid (and.
Gießen, den 26. November 1917.
Ernennungen zu Grotzhe zogs Geburtstag.
Der Großherzog hat durch Entschließung vom 25. November ernannt:
zu ,Obe r ga r ten au f sehe r n": die (öartenausseher Jv- Hannes Büttner zu Tarmstadt und August WaSmuth zu
Leeheim;
zu „Obergärtnern": die Obrrgartengehilfen Valentin Ganßmann, Georg Weidmann und Anton Böttger zu aarmttodt:
zum „O b e r g a r t e n g e h i l f e n": den Gartengehilfen Emil W r t t zu Tarmstadt.
Ter Groß Herzog hat anläßlich seines Geburtsfestes erteilt: den Cliarakter als ,.G e h e i m e r R e g i e r u n g s r a t": dem Kreisdirektor des Kreises Friedberg Hermann Freiherrn Schenck zu Schweinsberg:
dc?ir Charakter als ,,G e h e i m e r H o f r a t": dem ordent- licken Professor in der philosophischen Fakultät der Landesuniver- Htat und derzeitigen Rektor Tr. 'Paul G i s e v i u S zu Gießen:
den Charakter als „Geheimer M e d i zi n a l r a t": den: ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Landes- mnversttät Tr. Fritz Voit zu Gießen:
den Charakter als „Geheimer S a n i t ä t s r a t": dem praktischen Arzt, Fürstlichen Hvfrat Dr. Heinrich S t a m m zu Lick';
i cu Charakter als „G e hc i m e r Kc> m m e r z, i e n ra t": den, Kommerzienrat Louis E m m e l i u s zu Gießen, dem Kommerzienrat August Feine zu Mainz, dem Kommerzienrat Eugen >V a f f n e r zu Mainz;
den Charakter als „R e g i e r u n g s r a t": dun Anwalt des
(ßicfjcMcr Stadtthearer.
Toryuato Tasso.
Ern Schauspiel von Wolfgang von Goethe.
Einem schönen alten Brauche folgend, hatte die Theaterleitung am Samstag zur Feier des Geburtstages unseres Gvoßherzogs einen Klassiker, diesmal Goethes „Tasso", zur Aufführung gebracht. Festliche Stinrmung lag über dem hell erleu ktehrn, bis auf den letzten Platz besetzten Hause, als nach . . einleitenden Klängen der wuchtigen Menvels- sphnschen „Athalia"-Ouverture Oberbürgermeister Keller das Mort ergriff und ansführte:
Hock>geehrte Anwesende! Im wirbelnden Treiber eiserner Zeit wollen nur einen festlichen Augenblick verweilen, um ö-rs geliebten Landrsl-errn zu gedenken, der morgen seinenen Geburtstag feiert Am 13. März diese» Fal-res waren 25 Jahre vergang-cn, s-itdeni Großherwg Ernst Ludwig zur Regierung berufen ward. Still und schlicht, wie die Zeit es gebot, hat das Hesse,voll oiesen Tag begangen. Und dach, p ernst die Zeit, es war ein Tag salzen dankbaren, freudigen Rückblickes für das ganze Land, ge
dachten wir des Fürsten, zu dem alle Boltskreste in ungeteilter Ehrfurcht und Liebe emporschauen, dankbar vergegenwärtigten ioir uns die mannigfachen Segnungen, die ltnicrem Lande in bicicn 25 Jahren von «einem Fürsten zugesl-vssen sind, frcuoig blickt."., wir auf den Zuiwad unseres Hessenlan.es, sein glückliche Voran'äirct- ,en in Handel unv Wandel, in Wissenschaft und Kunst. Verehrte Anwesende! Wenn mir uns damals der Einheit von Fürst und Volk so rech, bewußt geioorden sind, so erschiene., uns um s» be- sremdlrcher die türzlichen Versuche der Feinde, welche die Drachen. >aat der Zwietracht säm wallen zwischen den deutschen Fürsten ,md dem den s chm Volk. Doppelt gern ergreifen löte daher die t--eteg ich ... in einen. Tage wie dem heuttgen die W<.enö-, Wil l ™*'' ü” ' W!r.pnsg<nncinsch.ft von Fürst u,rd Volk freudig vor aller Well zu bek'mteu. In dieenu schweren D icinökampse l-,t „ ^.nl'et^von, Fürst und Volk glänzende Bewährung und tief* rnnerlKi ; e R-ch.^rtigimg gefunden, an der alles Ränkespiel einer Welt von Femdcn olmmächtig zerschellen wird. Wenn die Waffen '«tmeigeu, Fleiß und Arbeit den Werken deS Friedens ivieder t* 1 ™ lrrr ^* n im nruge.vo.,neuen, sieg» r^äcn ,cul ch.m V.uerland mtt lebendigen, rutunftsfreudigen Kräf- ^Lürit ww Volrichrrfen an der Wohlfahrt und Große Deutsch- GmuU der Zu.ammeug 'hörig reit, rn gegenseitigem Ver- trau-n und m gemeinsamer Berantm-rtmrg. Tann aber Imrt. vor allen unser treusorMmdec. mXrsfreuMickm Lanbesvoter^ deilen .rl>eu immer nur m rae wird lebe Wett gestellt war netraaen >m„ -<r Liebe „Nb dein B-riramm M de.ienÄch u„T B SÄ nt aüc,i guten Taten treuer, hmgebender Wirtsamkeit zum Wohl-
JxfulMat der Berehvurvg, L«be und Treue und dgn. het^Ldchar.
Reichsverbatües der deutschen landwirtschaftlichen Getw-stnsüiafte« Otto G e n n e s zu Berlin;
den Charakter als „Geheimer Ki r ch e n r a t": den, Direktor und ersten Professor am evangelistchen Predigerseminar z« Friedberg D. Tr. Jakob Schoell;
den Charakter als „K i r ch e n r a t": dem evangelisck)ev Piarrer mid Dekan ^lltgust R h e i n f u r t h zu Gau-Odern Hein,, dem evangelischen Pfarrer urrd Dekan Albert Schäfer zu Biel ‘Mjmit und dem evangelischen Pfarrer Otto Wisst g zu Bad-Nauheim:
den Charakter als „Geheimer Justizrat": dem Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Alsfeld Alexander Fritz, dem Oberanttsrichtcr bei dem Amtsgericht Nidda Karl Röm he l d, dem Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Michelfradt Friedrich Kolb, dem Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Gvoß-Umstadc Franz H o t n g c r, dem Rechtsanwalt Justizrat Dr. Emannel Reis in Darmstadt und dein Rechtsanwalt Justizrak Kaspar Klein in Worms;
den Charakter als „I u st i z r a t": den, Rechtsanwalt Tr. Otto Marx in Bingen und dem Rechtsm,walt Heinrich Claß in Mainz:
den Charatter als „O b er a k t uar": dem A-ttuar am Amtsgericht Reichelshein, Heinrich Lein:
den Charakter als „Ob e r f in a n;r at": dem mit der Ver- sthung von Itzeschästen eines Hilfsarbeiters bei der Mteilung für Steuerwcsen des Ministeriums der Finanzen beauftragten Kassier an der Staatsschuldenkasse, Finanzrat Balthasar Kloos: . ’
den Charakter als „Geheimer F i n a n z r a t": dem Vorstand des Finanzamts Michelstadl, Regieningsrat Dr. Friedrich Gärtner, dem Vorstand des Finanzamts Tarmstadt II, Regierungsrat Freiherr von Die mar:
den Charakter als ..Geheimer Forst rat": dem Oberförster der Üfcerfürfterei Besfungen, Forstmeister Hk-rmairn Ta ab zu Tarmstadt, dem Oberförster der Oberförsterei Eatdvrf. Forstmeister Adolf Brill zu Alsfeld, dem Oberförster der Ober» förftcrci Alsfeld, Forstmeister Eduard Ha der körn zu Alsfeld.
! em Obersörster der Oberförsterei Gießen. Forstmeister Adam, Köhler zu (ließen, dem Oberförster der Ob-erförste.rei Schis»? senlerg, Forstmeister Eduard Trautwein zu Gießen, dem Oberförster der Oberförsterci Butzbach, Forstmeister Ernst Emil Hoff mann zu Butzbach, dem Oberförster der Oberförsterei Bingenheim, Forstmcister August Lang zu Bingenh'im. dem Oberförster der Obsrförsterei Dieburg, Forstmeister Franz Hos» mann zu Dieburg, dem Oberförster oer Lberförst.'rn Lorsch, Forstmeister Mvritz Ebel zu Lorsch, dem Oberförster der Obev» försterei Mainz, Forstincister Hermann Kutsch zu Mainz:
den Charakter als „G e h e i m e r D o m ä n e n r a t": den^ Vorstand der Wsin.baudomänenverwalttrng in Mainz. Dvmänenrat Enterich Mayer:
den Charakter als ,,P r o fe ssor^E' dem Oberbibliothekard« Untversitätsbibliothek Dr. Emil Heuser zu Gießen, dem Direktor des naturhistorischen Museums zu Mainz Dr. Otto
5 ck, m idtgcn. dem Vorstand des chemischen UntersuchungsamtS zu Offenbach Dr. Jean Uhl:
den Charakter als „S a n i t äts r a t": den prrttischcn Aerz» ten: Tr. Georg B o r n i tz zu Bensheim, Dr. Robert Binzent B r e i r k o v f zu Budenheim, Dr. Gregor B r e n d c t zu Mainz, Dr. Oökar C o l l a tz zu Darmstadt, Tr. K.rrl Colonibara zu Mainz, Dr. Georg Duseberg zu Bürstadt, Dr. B'n:nbard Fe i st zu Laubenheim, Dr. Hermann Fritz zu Grünberg. Dr. Ferdinand Hahn zu Ortenberg, Dr. H-rmann Hayn zu Bad^Rru- heim, Dr. Karl Heil .zu Darmstadt, D zu Groß-Bicberau, Dr. Karl H o f nt a n n Gießen). Dr. Theodor Klein zu Offenbach. Dr. Richard K rafft zu Offenbach, Dr. Heinrich Loß zu Worms, Dr. ?Aaier Mainzer zu Alzey. Dr. Albert Mayer zu Worms. Dr. Leopold' Ricketsburg zu Worms, Dr. Hermann Obermüller zu Mainz, Joseph Reiff zu Lang-Güns, Dr. Kart R e u s ch e r zu Groß-Umstadt. Dr. Otto R o e t h c r zu Offenbach, Tr. Friedrtch
6 d) i d e r t zu Bechtheim, Dr. Georg Schmitt zu Jugenheim a. d. B.. Dr. Joseph Sickin ger zu Gonsenheim. Dr. Heinrich Weiß zu Offettbach, Dr. Julius Wolf zu Obertshausen;
den Charakter als „V e t e r i n ä r r a t": Den. .Kr eis Veterinärärzten Dr. Karl B e i l i n g zu Mainz, Georg Brücker zu Erbach i. £., Dr. Karl Gerhard zu Ovpenheim, Dr. August Hoimann zu Alsfeld, Tr. Karl Kick zu Lauterbach:
den Charakter als „Kommerzienrat": dem Fabrikanten Gustav Boehm zu Offenbach, dem Großkaufmann Lorenz Eismayer zu Mainz, dem Direktor Felix Ganz zu Acainz, dem Kaufmann Wilhelm Haller zu Fnedberg. dem Fabrikanten Karl H i s g e n zu Wonns, den: Kaufntann Gustav R a nt s p e ck zu Alsfeld;
den Charakter als „Hosrat": dem Rentner Max Levy zu Worms;
den Charakter als „O e k o n o m i e r a t": dem Landwirt Karl L i n n zu Romrod, dem Gutsbesitzer Heinrich Ott zu Liederbach, dem Gutsbesitzer Philipp Wechsler zu Westhofen:
den Charakter als „Gewerberat": dem Maschinettingenieur bei der Dampfkesseltnspektion August Sandoz zu Tarmstadt. dem Hauptlehrer an der Csewerbeschtüe Worms Ludwig Schalk;
den Charalter als „R c chnung s r a t" an Stelle des Charakters als „Kanzlcirat": den Kreisauttsburcauvorstehern Karl B c ch t o l d Lauterbach, Johann Georg Herbert zu Groß« Gerau, Philipp Hübner zu Alzey, Eduard Sckiffnie zu
r. Friedrich Hcuiel zu Heuchelheim :Kreis
Wünschen Ausdruck zu geben durch den dreifachen Rui; Gnoß-
herzIg Ernst Ludwig lebe hoch hoch, hoch! --
Dann hob sich der Vorhang und Goethes persönlielffkos Meistevinerk zog an uns borütar.
Unter den Dramen GoethsS itimmt „Torauato Tasso" eine Sonderstellung ein Abgesehen von „Fanstt', haben :vir kern Bühnenw-erk des Altmeisters, mit dem et sich so un- >äglick mühte, das er itmner und immer ivieder umformte, mn es erst 10 Jahre nach dein ersten Entwurf der Oeffent- zu übermitteln. Es bleibt dem Goethe-Forscher Vorbehalten, das Werden uub die Wandlungen des „Tasso" tlar'gtstellen. Der Laie findet Hinweise nur in Goethes Brtefeit an Charlotte Don Stein, in (ftferntattn# Gesprächen und tu den vielen heute erschienenen Werken über Goethe und Tasso, von denen besonders die beiden wisseuschaftlick> ,ernen llntersl'chungen von Couard Scheibemarrtel: „Zur Cutstehnngegefiti,f c von vwethes Torquato Tasso" und „Aeue^ zur Cutftehun.-sgeschicht-.' von Goethes Torqtmto Tasto er,rahnr [eteit. Wir wissen, daß Goethe die beiden Tajsu-Bwgraphteu: „Vita di Torquato Tasso, scritta da Grovamn V-attlsta Manso" und „La Vita di Torquato Tasso. jcrttta dal Abate Pierautouio Serassi" kannte, und daß ichn auck der tin zehnten Band der venerianischen Ausgabe des Tarso eitthaltene Brief des Ludovieo Antonio Muratori über Taisos Schicksale nicht itnbekaimr war. Ans diesen Quellen Goethe und schuf seirren Tasso. der darum sein persönlichstes Werk ist, ,veit nmnuigfache Beziehungen arnf etgrte Ersahrnngeit und Verhältnisse in ihm enthalten sino.
bnbai vauptcharakteren stellt Goethe sein eignes -.'mhalutv.' als Dichter nno Staa-tsmaim, die daraus ent- stehenden Kvnfttltt' des Zdealismus und Realismus, sowie ote eudlrche Ausgleichung dar Wie er dem Tasso und
w seht er in dem Herzoa cklsons leinenr Fursterr. und Fretutd-e Karl August eirt Denk- mal. Zu ^eonore von Este haben unverkennbar Charlotte von. Ltetn und dre .Herzogin Luise Farb-eir geliehen. Wi- durchgearbettet dte Tragödie ist — denn eine Tragödie ist „^orqrtato ^aiso", rverrn auch kein Held irr ihr sttrbt —. er- len nt man erst, wenn man sich näher mit ihr (refcfeäfliat WTU ' verstellend, die Schp-nheiten: in sich ausninrmt.
Dle ^ t>Tf seinem Erscheinen KJ 1790 fand, ivar kühl: widersprechend war die
Mmnung Das tat aber der Tragödie, deren viele Schönheiten chrc ?>hler weit üüeribiegen. kernen Abbrucki
L wSSSXmwZ SÄ
den Sieg davon. Vom rein dramatische.,: Gesichtspunkte ist „Torquato Tasso" durch die schleppende, tocku: gefügte Handlung und die scharfe Grenze Mischen dem zweiten und dritten Akt rricht stark und fällt, wie Bulthaupt ausführt uno beweist, vor jebem kritischen Anhauch in Trümmer. Mer das Wort. — „sie sollen, lassen stahn", es bleibt clostp Klassiker spielen mrd Klassiker sprechen ist znieierlei. Daß die Mitglieder der OHefeeuer Bühne sich alle Mühe geben und versuchett, den erhöhten Anforderungen zu genügen, die das f£affifd)<c Schauspiel stellt, wie Attsgealichen- heit der Delvegungen, Rückoersetzung in eine Welt arrderen Denkens und Fühlens, ist anerkennenswert: daß sie aber nicht mehr Werl auf die Rhetorik legen, ist bedauerlich. Es genügt nicht, daß man verstehen tarnt, lvas gesprochen wird, sondern in erster Linie kommt es auf das „Wie" an. Tie Schö,cheiten der Sprache Goethes konimen aber erst dann recht zur GeltiMd wenn jedes Wort eine gesprochene Perle ist, wenn Konsonanten und Endsilben nicht nur an- ged-eutet, sondert: mich wirklich hervorgeholt werden. Dieses Manko ntußte um so mehr auffalleu, da der Gast des Abends, Kurt Westermanir (Tasso) vom Hostheater in Darmstadt eine rhetorische Leistung ersten Ranges auf- jtellte. Uebec die Auffassung des „Taffo" läßt sich streiten, und ob der Dichter des „Befreiten Jerusalems" wirklich cni pathetischer Schwärmer und Träumer ivar, bleibt dahin- gestetlt. Auf jeden Fall führte. Kurt Wester mann m setner Auffassuttg den Tasso vortrefflich durch. Einen ruhigen, uüchivrtren Antonio zeickMete Wilhelm Stengel mit sicheren Strichen. Kurt Wenzel sah als Alfons der Zweite zwar vortrefflich aus, war aber von dc,u geistig hochstehenden Förderer der.Künste und Wissenschaften, als welcher oer Herzog von Ferrara sich präsentiert, ziemlich weit entfernt. Der Loorwre Sanvitale (Friedel Doerr) fehlte es nickst au Anmut und Geist. Auch verinockste sie sprachlich sich am besten anzupassen. Annemarie Wisset ivar ihrer Ausgabe als Leonore von Este nicht gewachsen. Elite solch unnahbare, P^irtzl.'ssin von Ferrara hat es nie gegeben. Im lKegen- teil. alle Vorzüge einer reichen, edlen Frauenseele sollen sick tu ihr veretntgl finden. Charlotte von Stein, die Frau, die Goethe am meisten in seinem Lebetr vergöttert hat. steht hinter jener Le-onvre von Este! Daran denke matt. Leonore kann kühl, zurückhaltettd sein, nicht aber kalt Und statuenhaft, jonst erscheint die Beg-eisterung Tajsos unverständlich und nahezu siuulos. — w m,—


