Ausgabe 
30.10.1917 Drittes Blatt
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Nr. 255 Zweiter Blatt

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. V

Beilagen:tiefcener KamilkenblStter" und KreUblfltt für den Kreis Giehen".

Postscheckkonto: Frankfutt am Main Nr. N-8L. Vankverkehr: Gewerbebank Gießen.

Aus SiadL und Land.

lbr. Jahrgang

leyener mzeik

General-Anzeiger für Gberhessen

Dienstag, 30. <S«ober M

ZwillingSrunddruck und Verlag \

Brüh l'sche Universiläts-Buch-u.Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

5christleitnng, Scschäftrstelle und Druckerei:

Schulstrahe?. Geschäftsstelle u. Verlag: r^Abl, Schriftleilung: 112.

Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerDießen.

Gießen,' den 30. Oktober 1917.

Die Militärurlauber und die Einschränkung des Reiseverkehrs.

Die b-fefa: Tage im Kraft getretenen einschneidenden Maß- ino-men der Ecsenbahnverwalttmg, die eine starke, von der Kriegs- iwkwendigkeil gebieterisch geforderte Einschränkung des Personen- Verkehrs auf der Eisenbahn bezivschnc, haben nurf, ihre Rückwirkung! mtf das Heer, was ohne weiteres verständlich, wird, wenn man, bedenkt, daß der größte Äseil -der .Reisenden aus Milckär-

urlaubern beste'ht. Ms notwendig lxct sich herausgestellt, den Ur­laubsverkehr für dos (Feldheer, bckligkeckshalber aber besonders, für das Besattmgshver, bedmitend esirzuschränken. Beim Feldheer wird die Urlaubswöglvchkect etwa um die Hälfte vermindert werden. Beim Besawrngsheer wird Heeresaugchörigen nur noch zu kriegs- nnd brndovt rtschaftlichen Zwecken, in dringenden persönlichen und FamÄienangettgerrheitsn, sowie zur Wiederherstellung der Gesund­heit nach Bettoundung oder Krankheit Urlanb erteilt werden. Außerdem dürfen Mannschaften_ beicrlanbt werden, die verwundet oder krank aus dem Feld in die Heimat zknückkchren, bevor sisi lbieder an die Front geschickt werden, und ferner solche Leute, die daS erstemal in das Feld rücken, um ihnen rcoch einmal ein Wieder-^ sjchen mit ihren Angehörigen Än ermöglichecc, vorausgesetzt, daß sie länger als drei Monate vom Ersatztruppenteil aus keinen Urlaub eitzcckten haben. Much Mr die Sonntage und für das Weih nachts fest Mur von diefsem Urlaübsverbot leider nicht abgesehen werden.

Die Heeresverwaltung ist sich der Härte, die diese Urlaubsbe- ichvSnkung für die Soldaten selbst, wie für ihre Angehörigen mit sich *bringt, voll bewußt und hat sich erst, nadj sck)werem Bedenken dazu entschlossen. Dennoch muß auch diese Maßnähme, die der Krieg Ordert, z'um Mützen der MlgemerNheck geduldig ertragen werden.

Das Publikum wird dringend gebeten, den Erfolg der Ein­schränkung der Urlaubsverkehrs nicht dadurch zunichde zu machen^ daß es an Sonn- und Festtagen seine Angehörigen in den Garni­sonen aufsucht, infolgedessen die Eisenbahn stoßweise doppelt be­lastet und den Güterverkehr lahnlegt.

Es ist vaterländische Pflicht für jeden einzelnen, während dieses vierten Kriegswinters aus ein» Wiedersehen Mit seinen Angcsi hörigen zu verzichten. Das. deutsche ,Bolk, das» in Bergangescheit und! jGegenwart Härteres willig ertragen hast, wird sich auch nrit dieser NlMxmdigkeit abfinden.

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** Auszeichnung. Dein Gefreiten Hermann Kam­mer wurde die Hessische Tapferkeitsmedailte verliehen.

** Verleihung von Ehrenurkunden. Nach? stehende, im Kriegswohlfahrtsdienste tätige Damen wur­den mit dem von der Großherzpgin gestifteten Ehren- blatt ausgezeichnet: Maria Zimmermcrnn, Anna Singer, Marie Paletta, Auguste v. Kreß, Klara Birnbaum, Jula Laffert, Martha Feder, Martha Thurn, Hedloig Belke, Jda Schüler, Margarete Hagemann, ElisÄeth Eppels- heimer, Mathilde Dingeldein, Luise Friedrich, Emma Soldan, Emma Decker, Mrna Schmidt geb. Hempel, Kätchen Uhl geb. Schwan, Marie Schilling geb. Gerber, Elise Pröscher, Katharine Schöu, Anna Schwabe, Heißler, Schittenchelm, Nälding, Hermine Schenk, Berta Koreli, Liddy Schreiber, Sophie Anthes, Johanna Kehr, Regina Grünervald.

** Stiftung. Die Zinsen der Friedrich-Heyer-Vvw- Rosenfeldschen Stiftung mit 67,20 Mk. sind am 21. Dezember 1917 zu verteilen. Päher-es siehe Bekanntmachung in heutiger Nummer.

** Allgemeiner Verein für Armen - und Kran­kenpflege. Tie diesjährige HMcptversamuckung konnte ver­schiedener Umstände halber erst >am 26. ds. Mts. abgehalten Werderr. Der Vereins Vorsitzende, Pfarrer Schwabe, erstattete den Jahres­bericht über das Jahr 1916, aus welchem 'hervorgeht, daß der Bevern auch in der schweren Kriegszeit seine dlufgaben zu erfüllen vermochte. TieHelfer-Abteilung, unter Leitung vost Pfarrer Ausseld, unterstützte 87 Persvnecc mit Tarreichen von Mahlzeiten (Suppenzettel), Milch, Kohlen, barem Geld Usw. In den 4 Kirchengemeinden wurden von den Schwestern in 482 Familien gepflegt, 18 405 Pslegebesuche wurden gemacht, 28 Tage­pflegen u. 227 Nachtwachen übernommen. In dem Schwestern- Hans wurden 367 Kranke mit 3755 Verpflegungstagen ausge­nommen, in dem mit dem Sckxwesternhaus verbundenen Lazarett 892 Sollxrten mit 15 180 Verpflegungstagen. Neben den Diako­nissen waren in der Pflege Ftau Professor H ö hl bau m, Fräulein Carola Prätvrius und .Fräulein Bausch tätig. Das Ho­spiz wurde von 23 Damen besucht, in der Krippe des Vereins wurden 81 Kinder mit 6368 Verpflegungstagen ausgenommen. Die Waisenpflege des Vereins ist nach wie vor mit der städtischen Sammel- und Berufsvormmcdschaft unter Leitung des stellver­tretenden Armensekretärs Keizer verbunden.. Tie Zahl der Mün­del dieser Vormundschaft ist au? 350 gestiegen. Eine besonders günstige Entwicklung hat die von dem Verein mit Kriegsbeginn eingerichtete jKrie gs volkskü che (unter der Leitung des Fa­brikanten E. Horst) genommen. Es wurden im Jahre 1916 97 882 Liter Men ausgegeben, also täglich durchsäxncktlich 330 Portionen. Auch die abends stattsindende Jugendspeisung, welche im Jahre 1916 eingerichtet wurde, erfreute sich zahlreicher Beteiligung. Wie aus dem Berichte zu ersehen ist, hat der Verein, wohl der älteste Wiohltätigkeitsvercin der Stadt, eine Fülle von Aufgaben si.r Interesse der Armen und Kranken übernommen. Herzlicher Dank gebührt allen, die ihm die Durchführung dieser Ausgaben ermöglichten. Daß es dem Verein in der Folgezeit schwer werden wird, bei der zunehmenden Teuerung mit den seither zur Verfügung stehenden Mitteln anszukommen, so ergeht an alle seine Gönner dve herzliche Bitte, seiner nnd seiner Ziele durch reichlichere Gaben z u gedenken.

** Kriegspatenschaftsversicherungen. Bon Tag zu Tag wächst immer noch die Zahl derer, die in dem! ungeheuren Kamps cmc die Erhaltung unseres Vaterlandes ihr Leben lassen müssen 'oder schwer beschädigt zu ihrer Familie zurückkehren. Be­dürftige Kinder dieser Tapferen erziehen zu helfen irmb ihre Zukunft zu fördern, vor allem sie aber wenigstens davor zu schützen, daß sie wegen Mittellosigkeit als ungelernte Arbeiter ins Leben treten müssen, toll das ernste Bestreben aller sein, deren Haus und Hof. Wirtschaft und Erwerb erhalten geblieben sind. Hier ist nun nach dem viel fachen Erfahrungen auf dem Gebiete der Zcckunfts-i flttsdrge für die Kriegerkmder der Abschluß einer Versorgungs- Versicherung zugunsten eines bestimmten Mües besonders empfehlenswert. Durch eine geringe wöchentliche Beitragszahlung 10 Jahre , hindurch .gewährleistet der Krieg spate ein Ber- svrgungs'kapital für das Kriegspatenksird zur ÄuÄbÄdccng oder Weiteren Fortbildung, zur Ausstattung oder Aussteuer. Ter Kriegs- Pate Über n i mm t lediKich die Verpflichtung. einen kleinen Wbchenbei- tnag in beliebigen Raten M zahlen.. Der Londes'getoerbeverein nnd ftch ihm ouschließlnch der Ortsgetoerbüoevein in Gi'eßen hat mit der Hamburg - Mannheimer Bersichevungs - Mtiengesettschaft, Zweig- wederlaffung Berlin, einen .Vertrag abgesMoffen über Kriegs- vatenfck>a stsversichwcongen bedürftiger atud würdiger Kriegietkinder. Amn«L»mgeir zur UelErurchme iMyet Kriegspatensch(fttsvefticherun-

^ O^ewerbE^ der zur Erteittmg jeder wetteren Auskunft bereit rst, entgegen.

** Preußisch-Süddeutsche-Klassen-Lotterie. 3 ^ ^ wr 6. Klasse Mrß nnter Vorlegung,

des Vorklapenloses bis -arm 2. November, abends 6 Uhr, gefrfyfcn. Ws ntnlTen bis zu diesem Dermin die Freilose gegen Rückgabe

genommen werden. Die Ziehüng der b - Klasse beginnt am 8. ildovember und endigt am 4. Dezember.

Schwa rzl-Weiß-Theater, Seltersweg 81. Das neue ProgrammhomZO. Oktober bis einschlieUrch Freitag, 2. November, enflj' cm spannendes WildwestdramaNahira, die gelbe Flamme" sowie das MarineschauspielSern und Schein". Einige Einlagen vervollständigen den Spielplan.

n .S)otel Fürstenhof findet heute abend Konzert statt. Siehe Anzeige.

** Der Verkebr von Speisewagen soll ebenfalls o^O^särankt werden.^ In nächster Zeit, wahrscheiickich schon vom 1. - Iwvember ab, üvird eim Reihe von Speisewagen nicht mehv gefahren werden. Diese Maßnahme ist in erster Lirrie aus Betriebs- sawierigkeiten zurüc^uführen. Man hofft, durch eine derartig^ Entbistung der immer noch stark besetzten D-Züge eine pünktlichere Einhaltung der Fa'lwpläne tzu erzielen und die fast zur Regel gewordenen ^Verspätungen der Züge zu vernreiden. Es kommeH bei dieser Maßnahme aber nur solche Züge in Frage, deren Mb- sahrts- oder Ankmrftstzeiten es den Reisenden ermöglichen, noch Dw:^Antritt der Fährt »oder nach, Beendigung derselben eine warme MM zeck einzunehmen.

des Holzschuhes, von insbesondere auch in

. ** Weiteste Berbreitun

dessen Verwendbarkeit sich unsere Fc^^_, ___ y ...

besetzten westlickwn Gebieten, ^u Überzeugen hinreichend Gelegenheit hatten, wäre besonders angesichts des gegenwärtigen Ledermangels dringend erwünscht. Holzschuhe, die ganz aus Holz oder in Verbin­dung mit einer Spange von höchstens 2 Zenttmeter Breite oder mit einem Kissen. Her gestellt sind, können ohne Bezugsschein ge­rauft werden. Es ist freilich zunächst eine Gewöhnung des Fußes an den Holzschich erforderlich, die vielleicht nicht jedem ganz leicht fällt, der sich aber jedermann mit Rücksicht auf die jetzigen Verhältnisse Unterziehen sollte. Im Winter wird er dnrck), Einlagen von Sttoh, Heu oder dergl. besonders wärmespendend gemacht. Mck seiner Her­stellung aus Pappelholz befaßt sick) bislang vorwiegend nur die Hausindustrie. Tie Belebung einer leistungsfähigen Industrie wäre ersttebenswert.

** Da s'Kreisblatt Nr. 182 enthäll ^Verordnungen über: Lieferimg von Kartoffeln, lVerkehr mit Brotgetreide und Mehl, ?lsusgabe von Süßstoff, Arbeitshilfe in der Landwirtschaft, Frei­ladeanlagen aus Bahnhof Abendstern, Obftkernsanrml ung, Maul- nnd Klauenseuche, Fuhrleistnugen in der Holzabfuhr, Speckabgabe, Zulagen für Schwerst- und Sckmerarbeiter, Dienstnachrichten . Landkreis Gießen.

** Holz heim, 29. Oft Dem Musketier Heinrich Reih wurde die Hessische Tapferkettsmedaille, seinem Bruder Adam R e i tz das Eiserne Kreuz Kord die Hessische TapserkecksM^dallle verliehen.

)( Mainzlar, 30. Okt. Dck dec hiesigen Sparkasse wurden zur 7. Kriegsanleihe 55 500 Mark gezeichnet. Die Schüler zeichneten 1968 Mark. Heinr. Vogel und Frieda. Becker erhielten die Hessische TapferkecksmÄraille.

** Nieder-Bessinge«, 30. Oft. Unteroffizier Georg Olemvtz von hier Lehrer in Gambach* wurde zum Vize- Wachtmeister befördert.

Zm.Trais-Horloff, 30. Okt. Der Pionier Otto Kr>aft erhielt die Hefiifche Dlwßerkettsmedaille.

tt. Treis a. S., 30. Okt. Das Heffische Sanrtätskreoz erhielt der SoniEsgefrerte H^ Münch von hier. Mck dem Eisernen Kreuz wurde der Maschiinengewebr-Schütze Heinrich Klein von Uer aus­gezeichnet, der als 19jähriger erst vor wenig Mdnaten in Feld rückte.

Kreis Büdingen.

Zm. Obor-WidderSheim, 30. Okt. Unter zahlreichir Beteckigung der Einwohner- p7id Lehrerschaft der näheren und« weiteren Umgebung feierte Lehrer Koch, am Sonntag sein 50jähriges Dienstjublläum. Schulrat Bakdauf überreichte dem Jubilar das RitterkreuZl 2. Klasse Philipps des Großmütigen.

Starkenbnrg und Rheinhessen.

ID a r m st a d t, 30. Oft!. Der Flieger-Alarm erfuhr abermals eine wesentliche Dereinsacknukng. Nachdem erst kürzlich die Zahl der Signalbomben von 14 auf 7 herabgesetzt worden war (eine in fedem Polizeirevier), werden künftig nur noch 3 Schluß abgegeben.. (Fenerwacke, 5. und 7. Mvier.) Das Anshö-ven der Gefahr wird durch, 3 Minuten langes Läuten mit je einer Mocke aus allen« Kircherc bekannt gegeben. Zur Vermeidung von Jrrtümern wird die gottesdienstliche Benutzung der Kirchenglocken während eines« Alarms ansgesetzt.

I. Darm stadt, .30. OD. Der Hessische Polizei- Und Schntzhundeverein veranstaltete am Sonntag an der W'ind- mlMe eine HnudeschaU für deutsche Schäferlnmdo, Dobbermänner, Airchale-Terriers und Nottweiler, die als Polizei-, Schutz-, rmd Sanitätshrmde geprüft wurden. Es wurden etwa 30 Hunde vor-, geführt, prächtige Tiere, die Mich in der Dreffur Vorzügliches leiste­ten. Besonders zeichneten sich die PslitzeihundeCäsatt^, Besitzer Jäger, ckn Melde-, SamckätL- und ^Schtctzdienst undRrolft', Besitzer Weber, im Springen und Apportiettu aus.

I. Darmstadt, 30. Okt. In einem hiesigen Hotel wurden nachts sieben Paar Stiefel gestöhleir, die die Gäste zum Reinigen vor die Türe gestellt yatterr. '

I. D a r m st a d t, 30. Oft. Weck er eine Anweisung ans 5 Pfund Kartoffeln in 15 Psimd Kartoffeln umgeändert hatte, er­hielt von der hiesigen Strafkcrmmer ein bisher unbestrafter 46- jÄwrger Tagelöhner ans Osfenbach 1 Woche ^-efarrgnis, die Min- deststrase Ur die Fälschrng einer öffentlichen Urkunde Mit dem Teppichklopfer war eine Ehefrau in Offenbach einer Hans- genosfin zu Leibe gegangen. Die Strasiommer setzte auf ihre Be­rufung die Strafe auf 90 Mk. herab', während das Schöffengericht auf 1 Woche Gefängnis erkannt hatte. Aus dem Zuchthaus in Butzbach, wo er gegenwärtig 8 Jahre zu verlMen hat, wurde der vielfach Vorbesttafte 49jährige Sattler FriÄwich Pckttof orrs Bay­reuth vorgeführl. Tie Spezialckät, auf die er reist, ist der Ciw- mietsckwindel. Er ist dringend verdächtig, auch in Offenbach einen solchen verübt zu haben, doch konnte der Beweis nicht erbracht werden, so daß Freisprechung erscügen mußte.

I. Eb.erftadt bei Tarmstadt, 29. Oft. Bei einer Gewerk­schaftsversammlung, die sich mck Ernährungsfragen be- schäfftgte, ünd bei der Bertteter der GemQudcveNvaltuug und des Kreisarnts anwesend waren, erklärte der Vertreter des Kreisamts, daß dieses beim Mtmsterckinr beantragt habe, dies Vororte von, Darm- ftafrt, die bisher in OttMasse 3 für Lebensnrcktelversvrgung ein-, gerecht waren, in OrtMaffe 1 zu überführen.

M. T. M a i u z, 30. Oft. Der Meintiermarkt am Freitag zeigte hei einer reichen Beschickung nameMich mis Geflügel aller Art durchweg statt stc de Preise gegenüber den letzten Wocherrmärkttn. Für diesjährige Gänse wurden 3540 Mark pro Stück gefordert und bezahlt, Enten kamen aus,1620 Mark und junge Hähne mif 810 Mart zu stcheir Für alte Suppenhühner wurden bis 12 Mart und nrehr gefordert. Wie die Geflügelpreise, so zeigten, auch die für die zahlreich vertretoren Karriucheir geforderten Preise eine erhebliche Steigerung. Tiere!, die vor wenigen Wochen hier noch 810 Mart kosteten, kommen haute auf 1416 Mark und 23 Monate alte Hasen selbst auf 79 Mark M stxhM.

--- O f s e n b a ch, 29. Oft. Der langjährige Direktor des städti­schen Krantenhauses, Geheimer Medizirralrat Tr. W. Köhler, ist nach schwerem Leiden im Mter von 71 Jahren gestorben.

Kreis Wetzlar.

ra. Aus dem Kreise Wetzlar, 30. Okt. Der Kaninchen- zuftjtverein für den Kreis Metzlar hielt am Samstag und Sonntags seine 3. Lokale KaninckenauSstellung in Göths-Garten in Wetzlar üb, welche mck 203 Tieren aller bekcnmten Rassen beschickt war. In der Alttierklasst Belgische Mesen ethielten Karl Keiner-Berg- hcrufen den Ehren- und Lehrer Ochs-Blaidbach den 1. Preis. Bei der Abdeckung DenlsckM Riesen-Schecke trug Werksührer Georg K.' Schmidt-Kinzenback) den Eyrenpreis «und A. Koster-Wetzlar den 1. Preis davon. Desgleichen stand «auch unter der Klasse Germ-ania- Sckber Werkfühver Schmidt-Kinzenback) an erster Stelle mit einem Ehrenpreis. Die Ausstellung war über Erwarten stark besucht fimb dürften 'für die KleiutierzuM nsieder neue Freunde gewanneni tivvrden s-ein. Auch, die ausgeschlaasteten Tiere wurden gern gekauft und sämtliche Lose abgesetzt.

Hessen-Nassau.

Ül. Limburg, .30. Oft. Auf der Station Baldnckrstern der Lchnbahn geriet gestern morgen der Zugrevisvr Adam .Kolb von hier unter die Räder eines Triebwagens und wurde getötet.

ül. Limburg, 30. Oft. Aus dem gantjen Gebiet des unteretz Westerwaldes kommen Meldungen von Schneefällen. Auch in un- serer Gegend toar gestern ftüh alles verschneck, doch war geg&i Mittag die Winterhertlichkeck wieder verschwunden.

ick. Limburg, 30. Okt. Bischof Aicgnstckrus tztt an die Kathv-- Wfcn Teutsichlanrds einen Erlaß gerichtet, in dem er die allgemeine Aeufmeerksamkeit aus den bedrängten Zustand der Kirck-engemeckrden m Frankfurt a. M, wo der Ban.von mindestens drei katholischen Kirchen notwendig sei, lenkt.

Fe. Vom ÖberwesterWald, 30. Okt. Der Treifelder Weiher, in der Nähe des Dorfes Dreifelden gelegen, der größte in Nassau, wird im komuümden Monat abgesischt werden. Map vcchinet, daß die iAIbftschftng 400 Zjenttrer Fische ergeben wird.« Verschiedeneb Derwaltungien großer Städte wollen den Erttag er­stehen, um ihrer Bevölkerurrg die Fische tzu mäßigen Preisen zu überweisen.

Fc. Wiesbaden, 30. Oft. Mit'10000 Mark flüchltig ge­gangen ^ist ein 20jühriger Handlungsgehilfe, der im Aufträge schner Firma bei einem Bcurkhause einen .Scheck in dieser Höhe einzulösen hatte. Er führte den Auftrag auch« aus, ist aber seitdem spurlos verschwunden.

vsrmischter.

ch>. A u s L u x e m b u r g, 28. Okt. Die luxemburgische Regie­rung hat die Asnordrmng gettoffen, daß nur geerntete Mengen von« weniger als 5000 Liter Wein für die 'Ausfuhr frei sind. Ber Mengen von 500010 000 Liter ist ein Zehntel zur Verfügung des Staats, 10 00016 000 Liter ein Achtel, 16 00020 000 Liter ein Sechstel, 20 00025000 gfäe r ein Fünftel, 25.000 Liter und mehr ein ^Viertel M 'halten. ,Die Winzer haben die Ernteergebnisse inzu- melden und die ^Wsfuhr ist nur auf Grund besonderer Erlaubnis Möglich. Aseltere Weine dürfen nicht ausgesührt werden. Vorherige und nicht ausgeWhrte Abschlüsse sind nichtig.

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* ,Aerztliche Ueberwachung der Jugend. Der städtische Schularzt Dr. Flachs in Dresden hielt im dortigen Ver­band für J!uEÜ>hckse einen Vortrag, worin er die Auffassung ver­trat, daß die Jugend vom ersten Lebenstage an bis zur Volljährig­keck unter ärzttiche Obftck gestellt werden müsse. Die Ueberwachung schasse die nötige Belehnmg für die Ernährung und ermögliche die erforderliche Auslese für ldas «chulpflichttge Alter. Sie gewähre auch die sicherste Grimdlage für die körperliche und geistige Erziehung im lchulpslichttgen Alter und spreche ein entscheidendes Wort mck bei der Aurswähl des Berufs. Endlich biete sie den vornehmsten, \a ausschließlichen Maßstab fürs wehrpflichtige Alter. Das Rückgrat der ärzttichen Ueberwachung bilde ein Gesundhecksschein, wie er sich bereits in mancher Volksschulen vorzüglich bewährt habe. Er gibt getteue und übersichttiche Anszeichnungen über die körperlichen und geistigen Gesuird-Hecks Verhältnisse der Kinder und braucht nur für das vorschul- Und nachschulpflichtige Alter ausgebaut zu werden.

* Sven Hedin auf deutschen Forschungsreisen. Der berühmte schwedische Reisende Dr. Sven v. Hedin weckt znrzeck in Rostock. Er steltt stiachforschungen an über Erinnerungen an den Freiherrn Sengt Oxenstierna, einen Setter von Axel Oxenstierna, dem Reichskanzler Gustav Adolfs. Dieser Beugt Oxenstierna war ^rei Jahre, nämlich 16071609, in Rostock, wo er an der Uni­versität seinen Studien oblag. Bon Rostock fährt v. Hedin über Bevlin nach Homburg v. d. H. Die Frau des Beugt Oxenstierna war eine ilstargarete Brahe. Sie war nach dem Tode des Beugt Oxen«'ticrna mck dem Landgrafen Friedrich von Hessenmck dem silbernen Bein" verheiratet. Diese Ddargareta Brahe ist in Hom- brrrg gestorben und wahrscheinlich «auch dort bestattet, was Hedin dort aussindig machen will. Es ist in Schweden bekannt, daß Margareta Brahe Iviele Papiere 'ihres ersten Gatten mit nach Deutschland genommen hat. Diese Dokumente sind größtenteils nach Darmstadt ^gekommen, wo sie im großherzoglichen Haus- Und Staatsarchiv Ausnahme fanden. Deshalb wird Hedin auch Darm- stadt besuchen. Um zu sehen, was dort rwch vorhanden ist. Die Direktoren der Archive von Homburg und Tarmstadt haben sehr wertvolle Auskunft über diese (Dokumente gegeben. Wecker fälwk Hedin nach Augsburg, denn Beugt Oxenstierna ist dort zwei Jahve Gouverneur igeivesen (163183).

Briefkasten der Redaktion.

Muovhme Anfragen bleiben unberütkstchttgt.tz

M. L. lb. Nach den Bestimmungen über Beurlaubungen Und Entlassungen während des Krieges ist bei Urlaub zur Aufnahme der Arbeck im Zivllberus bis zur Beendigung des Entlassungs­verfahrens sowohl die Lölmung wie auch Geldabsindung zur Selbst- beköstigung zu zahlen, und zwar im allgemeinen ohne Rüchicht dar-' aus, ob nach der Entlassung eine Milckärrente sic Frage kommt oder nicktt. Im letzteren Falle dürfte nur dann eine Ausnahme zu machen sein, !wemr der bettessende Kriegsteilnehmer von einer Firma reklamiert und aus diesem Grunde bis zur Beendigung de^' Gntlassungsverfahrens beurlaubt 'wird.

Meteorologische Beobachtunge n der Station Gietzeti

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Höchste Temperatur am 28. bis 29. Ceot 191? Niedrigste . . 28. 29. . 1917 »

Niederschlag: 0,3 mm.

Bew. Himmel Nebel"

f 5,9' C.

4- 1.3'6.