Ausgabe 
17.10.1917 Zweites Blatt
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des Sonntags.

\67. Jahrgang

0 ttlafen: 0 l«|ate* KemMendlStter" und «Lveisttatt fSr de« «reis Gießen".

po*che*onto: 5 «mif«rt am Main Nr. »«mtverkehr: Sewerbebank Sietzen.

General-Anzeiger für Gberhejfen

Mittwoch, >7. Dttober V

Zwillingsrunddruck und Verlag/ Brühl'jcheUniver'itäts-Buch-ii.St.'iudrl ckerei.

R. Lange, Gießen.

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KM

Olnd immer wieder All! es? Mer darf zurückfteben!

Qnd wieder am pflüg! fticr zeigt uns der bekannte Münchner JVIaler R l cb a r d Klein, wie fich Hltcr und Jugend um die heimatliche Scholle mühen. Schon lange batte der kräftige Sohn dem alten Bauern die schwere Arbeit abgenommen, hatte mit der Kraft feiner jungen Arme den Acker bearbeitet und das Land bewirtschaftet. ]Nun braucht das Taterland feine Kraft da draussen nötiger. Und in der Fjeimat tritt das Alter wieder ans Regiment. Gewiss hätte dieser alte Bauer es lieh kaum träumen lassen, dass die Hrbeit noch in fo spätem Alter von ihm den Tribut fordern würde. Aber er weiss, dass es Immer und immer wieder gilt, dass auch er mitkämpfen foll und muss, dnd ein Gefühl des Stolzes regt sich in ihm: An feine alte Kraft werden Anforderungen gestellt, denen er noch immer gerecht werden kann. Sr steht nicht zurück, wenn das Vaterland ruft. Sr erfüllt feine Pflicht ebenso wie fein junger Sohn im -felde. Ein edles Beispiel gibt dieser alte Bauer der ganzen deutschen Fmmat! Sine ernste Mahnung für alle, auch jetzt nicht zurückzuFteben. Ss gilt das Ganze! Darum möge niemand zögern, dem Staate fein Geld zu leihen und Kriegsanleihe zu zeichnen, je schöner der Srfolg, um so näher ist der Friede.

'Der'AC'Q unei

Ans Stadt undan&.

Gießen, den 17. Oktober 1917.

** Auszeichn urig. Musketier Heinrich! M o otz , welcher seit zwei Jahren im Felde ist, erhielt die .Hessische Tapferkeitsinedaill'e, früher das Eiserne Kreu^ 2. Klasse. Musketier Heinrich Werner von hier erhielt das Eiserne lireuz 2. Klasse.

** Gefechtsschießen. Es wird nochmals ans die in unserer Mionla-gsnummer dieser Woche veröffentlichte Be­kanntmachung des Gvoßh. Kreisamts Gießen, das Gefechts­schießen des 1. Ersatz-Bataillons Jnf.-Retzts. 116 um 18. Akt. betreffend, hin-gewiesen. Die Absperrmaßnahmen sind unter allen Umständen, schon um Unglücks fälle zu vermeiden, streng zu beachten.

** Anmeldung der Wäsche. Es wird nochmals darauf hin gewiesen, daß die Bett-, Haus- und Tischwäsche in Hotels, Gasttvirtschasten und ähnlichen Betrieben spä­testens am 15. Oktober anznmelden war. Anmeldung oder Fehlanzeige kann ohne 9Uvchteil für den MeldepflichtigeNi noch bis zum 20. Oktober d. M. bei den: Städt. Lebens- mittelamt, Zimmer Nr. 8, geschehen.

** Haus sch lach tun gen. Erscheint noch nicht ge­nügend bekannt zu sein, daß nach den jetzt geltenden gesetz­lichen Bestimmungen die Schweine, die zur Hausschtachtung bestimmt sind, beim Ankauf-amtlich gewogen werden müssen. Die Genehmigung zur Hausschlachtung wird nämlich rrur erteilt, wenn ein amtlicher Wiegeschein über das Lebend-

r icht des Schweines zur Zeit LUs Ankaufs vorgelegt wird, empfiehlt sich, das Versaumte ^sofort nachzuholen.

** Gtadttheater. Am Freitag lvird Enril Rosenows köstliche, hier stets gerne gesehene KomödieKater Lampe" neueinstudiert zur' Aufführung gelangen. In Hauptrollen sind beschäftigt die .Herren Goll, Stengel, Sternmeyer, Feigel, Wenzel, Borchardt und. Walden, sowie bte Damen Delosea, Girardt, Wossidlo, Kretzer und Beling. Die Spielleitung führt Herr Stengel.

Kreis Büdingen.

4t Borsdorf, 17. Okt. Auf dem Felde der Ehre starb der Musketier Wilhelm D ö l l.

** Merlau, 17. Okt. Santtätshmrde-Führer Wilhelm M ü l le r wurde mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeich­net. Er ist bereits im Besitze des Hessischen Ntilitär-Sanitäts^ Kreuzes.

4tNidda, 17. (Okt. Hier starb der Kirchendiener Georg Michel. Üeber 18 Jahre stand er in: Dienste der hiesigen evan­gelischen Gemeinde. Fürs Vaterland starb der Gardist Friedrich Bechtold.

# Ober-Widders Heim, 17. Okt. Das Eiserne Kreuz, früher die Hessische Tapftrkettsmedaille, erhielt der Musketier Lldolf M ü l l e r.

4t Unter-Schmitten, 17. Okt. Au dm Folgen einer schwerer Verwundung starb der Musketier Otto Schmidt.

# Wal lern ha usen, 17. Okt. Fürs Vaterland starb der Gardist Adolf Bach, Sohn des Rechners Bach.

Kreis Schotten.

# Eichelsdorf, 17. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielt Wilh. Möser.

u-n. Feldkrücken, 16. Okt. Am vergangenen Donnerstag hielt Pfarrer Hellwig von Ulrichstein im Schulsaal einen Vortrag über das Thema: Deutschland im 4. Kriegsjahr. Mit Hilfe von 76 Lichtbildern entwarf der Redner ein klares Bild von Deutsch­lands Macht und Starke auf allen Gebieten der kriegerischen Tätig­keit. Der vaterländische Llbmd, der vor allein im Interesse der 7. Kriegsanleihe veranstaltet wurde, hätte einen stärkeren Besuch verdient. Derselbe Vortrag wurde an den folgenden Menden ist Rehgeshain, Illrichstein und Stumpertenrod gehalten.

8. Kainlstvs, 17. Okt. Für den hiesigen Lehrer, der schon seit Krieg sl>eg in n im Felde stützt, ist jetzt in Schuld er Walt er Wedel vus Nauheiin (bei 6üost-^>erau) ein Stellverteterr gefunden ivor- den. Aiurh er ist Feldzugsteilnehwer und hat sich inehrere Aus- zeichnungen erwarben

# Michelb ach, 17. Okt. Auf b-ent Felde der Ehre starb der Landsturm mann Karl Re pp.

G Rainrod, 17. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielt der Mus­ketier August K o n r a d.

Starkeuburg und Aheiiihesftn.

I. Darmstadt, 17. Okt. Ein starkes DkebS stück cke:r kam ge­legentlich einer Berufung vor dem hiesigen Landgericht zur Ver­handlung. Das Dienstmädchen Amanda Schiller lockte die Köchin einer Villa in Offenbach auf telephonischem Wege aus dem Hause wld drang in das leerstehende Haus ein. Ms sie mitten beim Zu­sammenpacken war, kam unvermutet der Haushwr, der beim Mi­litär steht, hinzu: dieser hielt die Diebin für das neue Dienst­mädchen und bestellte sich einen Kaffee. Schnell gefaßt füllte das Mädchen die Rolle durch und bereitete dein Ahnungslosen den be­

gehrten Trunk. Tann verschwand sie mit einem Teil der Beute. Das Schöffengericht hatte sie zu sechs Mtonaten verurteilt. Da sie frühere Geisteskrankheit geltend inacht, )vird Untersuchung ihres Geisteszustandes angeordnet. Ein bcÄingt begnadigter 14jäl>- riger Bursche, der ivegen Diebstahls zu sechs Wvchcn Gefängnis verurteilt war, hat sich der Begnadigung unwürdig erwiesen und verübte neuerdings mit einem jüngeren swafnnmündigen Genoffen einen Einstiegdiebstahl auf Lebensrnittel. Er erhält abermals sechs Wochen Anerkannt. Doch wül ihn das Gericht neuerdings der be­dingten Begnadigung empfehlen, da er stch in letzter Zeit auf dem Lande besser geführt haben soll.

b. Darm stadt, 17. Okt. Am Montag abend sprach im Kaisersaal vor einer sehr zahlreichen Versammlung Generalsuper­intendent a.D. Theodor .Kaftan-Baden-Baden (früher Kiel) überTer Herzschlag in Luthers Reformation". Der lebendige Dortrag des Redners, der dze Bereicherung des deutschen Gemüts- lebe ns durch die Reformation in anschaulicher W>eise zu schildern wußte, würbe von der ansehnlichen Zuhörerschaft sehr beifällig aus­genommen.

I. Darm stadt, 17. Okt. Im Hoftheater fmrd am Sonntag abend vor vollbesetztem Hause die Erstaufführung der Oper M o lt a Lisa statt. Tie Ausstattung und die Darstellung waren muftergülttg. Besonders Frau Schelper als Lisa und Herr Bischofs als Francesco boten ganz vorzüglick>e Leistungen. Die Aufnahme des ersten. Aufzuges war verhälttrisnräßig kW, dagegen kam es zum Schluffe des zweiten (letzten) Auszuges zu starken Beisalls-- äußerungen. Der Vorhang mußte fünfmal hochgezogen werden und der im Hause anweserche Kompouist Max von Schilling konnte mehrmals erscheinen, um sich für den reichen Beifall zu bedanken.

Kreis Wetzlar.

ra. Dutenhofen, 17. Okt. Fahrer Heinrich Weber würde als dritter Sohn der FamilieRagiernrerster Friedrich Weber" mit dem Eiserner Kreuz ausgezeichnet.

ra. Kinzenbach, 17. Ott. Zur Beschaffung von Weihnachts- gaben für unsere Feldgrauen wurden in hiesiger Gemeinde 262,50 Marck gesammelt. Bis jetzt wurden aut dem hiesigen Bahnhof 2000 Zentner Kartoffeln für die Stadt Niühlheim a. d. Ruhr verladen.

** Lützellinden, 16. Ott. Ter ViZoftldwebel Wilhelm Möglich von .hier erhielt das Eiserne Kveuz 1. Klaffe.

Hessen-Nassau.

X. Fulda, 17. Ott. Im Einverständnis mit dem Ortskura­torium hat die LandwirtschaftsLammer des Regierungsbezirks Kassel

z/X/f/P.

beschlossen, die lanüwir tschafttichen Winterschulen in Fritzlar, Fulda, Gelnhausen, Melsungen, Rodenberg unrd Ziegenhain im Winter 1917/18 nicht zu eröffnen. Dagegen ist beabsichttgt, den Unterrichts­betrieb in den Anstalten in Eschwege, Hersfeld, Hofgeismar imfr Marburg weiterzuführen.

X. Hanau, 15. Okt. Der Kreistag des Larrdkreises Hanau hat beschlossen, denr Kriegshilssverein des Regierungsbezirks Kassel 'zur Wiederherstellung des durch den Russenennall zer­störten Landkreises Ställupönen. (Ostpreußen) einen in drei Jahres- vaten zu zahlenden Beitrag von 22 604 Atzark zu gewähren. Unter denr Rar neuKriegshilfsverein des Regieramgsbezirks Kassel für den Lairdkreis Stallupönen" hat sich ein 'Verein gebildet, dem als Mitglieder .die Landkreise des Regierungsbezirks^ Kassel und der StMkreis Hanau angehören. Zweck dieses Vereins ist die Für­sorge für den Landkreis Stallupönen (Patenschaft». Die erfordere lickM^Mittel betragen 150 000 Mark, foieWn den einzelnen Kreisen uattec ZugrurttElegurrg ihres GesamteinVmnrensteriersolls aarfzu- brrngen sind. Für den Stadtkreis Stalliupönen hat die Stadt Kassel die Patensck>aft übernommen. Für die Ludendorm'pende (Be- sck^afsung eirrer Kriegsbücherei) hat der Kreistag 1000 Mark be­willigt. Ferner !vurde der Aufnahme eines tvciteren Konto- korrentdarlehens bis zu 2 720 000 RÜark &ur vorschußweisen Zah­lung der Reichsunterstützungen an die Familien der zum Heeres­dienst einberufenen Mannschaften zugestimntt, sowie der Zeichnung von 1 Million Mark zur 7. Kriegsanleihe durch den Landkreis Hanau.

Fc. Aus Kurhessen, 16. Ott. Ter in 45jähriger TEgkett um die Hebung der kurhessischeir Lmchwirischaft sich hochverdient gemachte Geheimer Regie'.rrngsrat Professor Dr. Dietrich, der ehemalige Letter der hessischen landwtttschaftlirl-en Versuchsstzttiou, ist in Hannover, too er im Ruhestand lebte, im 85. Lebensjahr ge- stiorben.

Gießen, 16. Oktober. Die Meldezeit für die Wettkämpft unr die Kriegsmeisterschaft von Gießen ist jetzt abgelaufen und es wurden: folgende Mannschaften zusammengestellt. (M.T.V. --- Männerturnverettr, T.B. 1846 --- Turiwerein 1846, V.f.R. = Verein für Rasenspiele, G.R.G. = Gießener Dldergesellsckiaft, V.R.S. --- VereinRudersport", F.V.G, Fcnlstballverein Gymnasium".) Faustball: Aiannschast I. Mertel (F.V.G.), Walter (F.V.G.), Roftnbaum (F.V.G.), Krausnrüller (G.R.G.), Trugeldey (F.V.G.). Marmschaft II. Eck (F.V.G.), Mifftnüller (F.V.G.), Schmidt (M.T.V.), Zimmermann (V.f.R. u. M.T.V.), Althoff (V.f.R.). Mannschaft III. Fischer'. (M.D.B.), Jockel (M.T.V), Bouteiller (M.T.V.), Rust M.T.V.), .Henkel (M.T.V. u. F.V.G.). Vtannschaft IV. Kiahlhöfer (F.V.G.), Engisch A.V.G. u. G.R.G. u. V.f.R.), Mgel (F.V.G.), Lob (V.f.R. u. F.V.G. u. V.R.S), Westphal (V.f.R. u. F.V.G. u. M.T.V. u. V.R.S). Tamburin: Mannschaft I. Walter (F.V.G), Zimmermann (V.f.R), Eck (F.V.G.), Oßwald (F.V.G.), Mfßnüller (F.V.G). Mannschaft II. Engisch (s. vorher), Westphal (s. vorher), Lob Q. vorher), Nagel (s. vorher), Kahlhöfer (s. vorher). Tennis:

I. Geitz li. Westphal, II. Oßwald n. Zinrmermaun, III. Engisch u. Kahlhöfer. Eil b o t.e nl a u f: I.^vald, Löb, Schmidt, Kraus­nrüller. II. Eggers. Kliffmütter, Rust, Walter. III. Fiscki-er, Bou- tettler, Westphal, Jockel. IV. Henkel, Zinrmermaun, Althosi, Hom- berger. Schlagball: I. Kögel, Bingel, Schmidt, Schwarz, Jiocktl, Fischer, Westphal, Boutelller, Zimmermann, Will, Hahn.

II. Eirgisch, Kahlhöfer, 91othermel, Göcke, Eggers. Krausmüller, Lob, Ältlwsf, Oßwald, Burger, Miffmüller. 7500-M eter- Lauf: Fischer, Schmidt, Westphal, Jockel, Walter, Lob, Mthoff. Die gesamten Wettkämpfe sind auf vier Tage folgendermaßen verteilt: Samstag den 20. Ott., nachm. 3Ubr, Faustballlvettspielc auf dem Hofe des Gymnasiums, Anfang 1 / 2 S llhr. Zuerst spielt Mannschaft I gegen II, dann III gegen IV, zuletzt findet das^Ent- scheiduugsspiel zrvischen dem Sieger im ersten und zweiten Spiel statt. Daran anschließend Tamburimvettspiel Mannschaft I gegen II. Schiedsrichter in Spiel I: Westphal, II: Merkel, III: nocki un- besttni.mt. Somttag den 21. Ott., morgens Vz10 Uhr:. Ettkäiten- lauf auf der Sttaße GießenReisttrckien. 4x100 Meter. (Tie Bahn liegt znnscheu dem Bahrmbergan^ und dem Trieb.» Sams­tag den 27. Okt., nachm. 3 Uhr', Schlagb-allwettspiel auf dom Sportplatz an der Hardt., Sonntag den 28. Okt., nwraens 9 Uhr, Tenniswettipiel auf der Liebigsliöhe. Es schelon zuerst Zimmei'- mann u. Oßwald gegen Engisch u Kahlhöfer, dann spielen die beiden Sieger gegen Öieitz u. Westpixrl. ^ronntag den 28 . Ok­tober, nachmittags 3 Uhr, 7500-Meter-Lauf in der Remrbahn an der Hardt. Sänttlichc oben angeführten 7 Läufer (Jockel, Westphal, Althoff, Löb .Fffckwr u. Schmidt laufen gleichzettstr Sieger ist der', welcher die Strecke (19 Runden) in der kürzesten Zett in nmutter-- brock-enem Lauf zurücklegt. Nach Beendigung des Laufs findet dir Sieger Verkündigung statt. Die fünf ersten Sieger in der Oftsamt- prmktzahl erhalten silberne Medaülen nrit der Gravur: meistersckiaft von Gießen".

vermischte-.

ra. Winter boten. In der lxckannten1"-Form wa r M dieser Tage mehrere Züge von^Kranichen, linr Volksnttmde flösife" genannt, Auf ihrer Südlandsfahrt über Misere W** 1 '

Hoffentlich, folgt ihnen der Mliter nicht so 1E> p***