M. 255
Zweites Blatt
Erschein! täglich mit AuDmchme deS bonnlagS.
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167 . Jahrgang
Vetlagen: „Sietzener KawsslenblLtter- und „Lretsblatt für -ea Ureis Hietzen".
yofkfche<r?onto: Kranlfurt am Main Ur. U686. Ssntoertehr: Gewerbedank Gießen.
General-Anzeiger für Gderhesjerr
Zamsiag, H. GNober M
ZwiUu^gSrund^ruft und Lkrtug.'
B r ü htstche UniversuätS-Bttch-u.Stftndruderel.
R. Lange, Kießen.
rchriftleltung. SrschäftrsteLe und vnrckerei:
Schutstrage?. eschäs leiie a. Retina:
Schriftteuung: 112.
Anschriftfür Trahtnachrrchten'.AnzeigerGieüen. _
8 s dirÄ äusserfte Pflichterfüllung von Hllcn verlangt!
7 Kriegs Anleihe]
& 2 Üx‘$etni> tm kanö, Auf- tzsrr und Ha«ö!
Dse deatsd^e Preise aller Parteien mahnt d?s deutsche Volk zur Zeichnungspfh'ditl
Richard Klein, der bekannte Münchner Kunstmaler,hat hier ein echtes Bild der deutschen JV'abr- und Lehrkraft gefchaffcn. Unermüdlich, voll ruhiger 8c!bftvcr= Handlichkeit erfüllt die Bauersfrau die Pflichten ihres Mannes in f eld und Garten, Die fruchtbare Grdc darf nicht brach liegen, denn mehr als je bedarf das deutsche Volk des Getreides. Und ihr Mann hat jetzt höhere pflichten zu erfüllen. Ihn hat das Vaterland gerufen, damit er die Heimat schütze, damit er mitbclfe, den grossen schützenden Mall zu bauen, hinter dem deutsche grauen ihre Gatkraft üben können. Sin Bild ernster, strenger Pflichterfüllung ist es, ein Beweis dafür, dass der Bauer die Sdckckfalsftunde seines Volkes begreift und vollen Hntcü an feinem endgültigen Biege zu erringen sucht. CUlc von ihm, so wird aber von uns allen ausserfte Pflichterfüllung verlangt. Sollen wi? unsere Pflicht weniger begreifen, unsere Hilfe jetzt verweigern, wo uns das Vaterland zuruft: Helft den Krieg gewinnen! Zeichnet Kriegsanleihe!? Hlfo ausserfte Pflichterfüllung eines jeden Dcutfcben!
AU 3 dem J}aupta«S!d)ufi öes Reichstags.
Berlin, 5. Ort. Im H a.ub t aiu3 f tf>u ü des Reichstages teilte der- Vorsitzen.de 'Heute zunächst die Antwort des General seldm«rrschalls v. Hindeuburg auf das Glnckwunsch- fcdcgEäxntm des 5)auptausscliusses mit. Die Aittwort lautet: Vielen Daut für die Kundgebung des Hauplausschusses, die ich dankbar und freudig eurpsand.
In Llnivesenl)eit des Reichskanzlers Dr. Michaelis beriet der Aaimtausschuß sodann den R a ch 1 r a g5 e t a t. Zu der Forderung ,'Ianzler-Stell Vertreter" beantragte das Zentrum, die Stelle als -am 31. März 1919 wegsallend zu bezeichnen. Der Antragsteller führte aus, seine Freunde hätten erhebliche Bedenken gegen die Forderung. Sie geirehnrigten sie nur im .Hinblick aus die nn der Vollversammlung vom Staatssekretär dos Neichsscha tzamtes (focfati Rödern in Uebeveinstimmung mit dem Reichskanzler abgegebene Erklärung, daß der Kttirzlerstellvertt-ettr nicht die Vollen! Rechte des Reichskanzlers erhalten solle. Nachdem em konservativer Redner sich dieser Erklärung gugeschlossen hatte, wurde der Zentrulnsarrttxlg einstimmig und sodann dir Anforderung sLr de» Kan z lcrstell Vertreter gegen die sozialdemokratischen Stimmen -angenommen.
Rach einer kurzeil Erörterung nahm der Hauptausschuß den Rest des Rachttagsetats <m, unter Neueinfügn n g sollender Bestrnrmnng: Der Reichskanzler toird ermächtigt, zrcr vorübergehenden Mwstärkung der ordeirttichcn Betriel'smittel der Reick)s- hmuptkasse noch Bedarf, jedoch nicht über den Betrag von weiteren drei Millionen Mark hinaus, ScliatzMnoeisungen auszugeben. Der sozi>a1de7M)kratische Mittag auf Dreiteilung des stdeick^samts des Innern wutt>e abgelehnt. Me Entschließung der Nationalliberalen, die Ecrichttrng eines ReichsWohlfahrtsamtes ins Auge zu fassen, wurde mit Stimmengleichheit ebenfalls abgelehnt. Ein Antrag derselben Fraktion, außer denn Patentamt auch das Bundesamt für das Heimotwesen dem Reichsjustizamt anzugliedern, wurde mit großer Mehrheit angenonrnven. .
Im weiteren Verlaufe der Verhandlungen des Hauptanschlusses des Reichstags wandte sich frte Berattrng der Di enstpflicht der Ausländer zu. Mehrere Redner wünschten, daß die Staatenlosen nicht zum Heeresdienst herangezogen würden. Eft: s-ozialde:nokrattsck-er Redner begriindete einen dahingehenden Wittag. General Mar quart erklärte, daß nach den bestehenden Gesetzen Staatenlose zum Heeresdienst herangezogen werden könnten, jedoch erst nach Prüfung aller Verhältnisse durch die Militär- Und Zivilbehörden. Die Heranziehung der Staatenlosen zum Heeresdienst erfolge auch nur dann, wenn diese sich dauernd bei uns nidrergelassen haben. Die Heranzirhirng von 2tmeriFanern
abgewächen worden sei, werde Abhrsse gesci>assen. Auf wertere Aus-
fühnmgen eines elsässisit-en Abgeordneten und eines unabhängigen Sozia ldemokrattn, der die Auslobung des § 11 des Rerchsmilitär- gesetzes und des § 21 Ziffer 2 der Wchrordnung forderte, betonte General Marguart. daß den dänischen Staatenlosen nach- ttäglich dos dänische Staatsrecht verliehen NMden^sei und sie nicht zum Heeresdienst herangezogen würden. Jane -staatenlosen, die jali-relang Vorteile rrnd Rechte in Tentlchlmrd genossen hätten, tvürden allerdings auch zur Leistung der Pflichten herangezogen. Ministerialdirektor Tr. Kriege legte die gesetztickxm völkerrechtlichen Grundsätze für die Behandlung Staatenloser dar. Von emem Verstoß dagegen könne keine Rede sein; die Handhabung in anderen Staaten erfolge aus demselben Boden, Dauernder Aufenthalt sei anzamehmen. wenn er eine Generation dauere und die Leute keine Beziehungen mehr zu ihrer ursprünglichen Heimat hatten. Amerikaner, die Pässe hatten, also Amerikaner bleiben wollten, würden nicht eingezogen-, wenn die Pässe unter den gegenwärtigen Unv- ständen sich nicht beschaffen ließen, so werde das berücksichtigt. Zn gewissen Fällen müsse der Beweis geführt werden datz es pch wirllich um Amerikaner handle. Ein sozialdemokratischer Antrag, frühere Angehörige feindlicher Staaten, die eine frühere ander e Staatsange hörig Veit verloren hatten, ohne die deutsche zu erwerben. vom .Heeresdienst freizulasien, nmrde mit dem vom Zentrum beantragten Zusatz, „die Hüfsdienstzpss«tzt diteser Personen wrrd hierdurch nicht berührt", mit großer Mehrheit angenonunen. Der erwähnte Antrag der unabhämsigen Sozialisten auf Aen derung des Reicl»smilitärgesetzes und der Wehrordnung wurde gegen die Stimme des Antragstellers abgelehnt.
Au» Stadt und €<mto>
Gießen, 6. Oktober 1917. Sammelt Obstkerne!
** Auszeichnung. Dem Musketier Adolf Keil wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
** Hökbstprei se für Baumwollspinnstvfse. Am 2 Oktober 1917 tzat eine neue BekanntTnachmrg, bettesi'end Höchstpreise für Dmnnnwllsprnnslioffe und Baumroollgesprnstc (Nr. W. II 2800/8 17 K. R. A.) in Kraft. Bereits durch eine Bekanntmachung vom 25. J!uli 1917 war für Garne, die auf Grcind von nach dem 24 Januar 1917 ausgestellten Sprnl^rlaubniss'ck?fln7ven gesponnen worden sind, mit Rücksicht auf die gesteigerten Arbeitslöhne ein Zuschlag von 20 viom Hindert zu den bis dahin gültigen Höchstpreisen bewilligt worden. Me neue Bekanntmachung ttägt deft ebenfalls gestiegenen Materialpreis>en durch Gewährung eines
Unn^dit der > wei^n «Ü!« *>n 6 vom Rerl^rrg/so b»6
den, würde nicht erfolgen. Wenn in
für die neugesponnenen Garne im ganzen ein Ausich/ag vor^ 26 V 07 N Hundert in Ansatz gebracht w?rden kann. Glevdz-.ntt^ 'bellt die neue Bekanntmachung eine Neufassung der geinmtenj Höck'slpreisbeüimmungcn für Baumwollsvinupaffe und Baumwocl- gefpinste und eine Zusammenfassung verschiedener b'syer erlapener einzelner Bekannttnaftj mgen dar, die nunmehr auwn -Kraft gefetzt sind. Der Worttaut der Bekcnmtnrachung ist rm Gretzener Anzeiger vom 5. Oktober, 2. Blatt, verösfentlichk.
** Schwestern s pende. Unter diesem Namen yt dce M:rch- führung eines großen Samnoelunternehmens zugunsbm der Pflege- rimien im Gange, die wähtoenld des Krieges mit behcn'oluhea Ermäcbttgung im Etappeic- oder Heimatsgebiet Krankenpflege aus- geübt und dabei Schaden an ihrer Gesundheit gelttten haben . ES sollm dabei alle Hilfsbedürftigen berücksichtigt werden^ gl^cvvrcL ob sie eitler Bereinigung angchört oder nicht. Zn einem } üddeuts<heni M-att wird nun mftgwilt, daß die Diakonissen an dem Sammet - ergebnis keinen Anteil haben duvllen. Säe legten -Wert darauf, daß ihr Dienst, den Eharakter der freien Liebestättgkett tragt. Me sie sonst ohne Lohn dienen, so wollen sie auch in den 5krngÄ- zeiteil tun na chihrem Lebensspruch: ^,Zch diene nicht um Dank und Lohn, mein Lohn ist, daß ich dienen darf". Genuß wird man auch diesen Standpuntt verstehen können und würdigen. Wjcc EÄ-alb ist ein anderer nirlft unbevechttgt. Me Mako-mssen liNv für alle Fälle durch ihr Mutterhaus gedeckt. Verden sie krank oder alertssch'wach und dadurch arbeitsunftHrg, so tritt die Gememscyafl, der sie bis ans Lebensende an gehören, fttt sie ein. Aber v«lÄ so gei rannte „freie Schwestern", die einem Verband ttütft an gehören oder doch niftü einem stvlclMt, b^r über große Geldmittel verfrlgt, um hilfsbLnttstige Schwestern bis zur Wiedergenesung oder mtter Umständen bis zu ihrem Heinvgang zu pflegen, können der .Hilfe der Mlgemeinheit nicht entbelfren. Auch eine große Zahl der unter dem Roten Kreuz tätigen Megerimren,, die nicht untcw pae gesetzlichen Wvhlfahrtsbestimmungen fallen, ist auf fremde Hilfe angk^ ünesen, wemr sie ttank und vorübergehend oder dauernd arbertS- irnMü werden. DaA Rote Kreuz allein hat iu diesen! ftnege wert über 100 000 Pflegerinnen für den Dienst im Etappe:!- urch Heimatsgebiel zur Verfügung gestellt. Me meisten von ihnest können narck-i den geltenden Gesetzen eine Entschädigung nicht beanspruche:!, fup.id' das Rote Kreuz kann so wntgcihenden Fördenmgen, tme sie voraussichtlich aus dieser Saäjlage erwackKn werden, mchL entsprich:«::. Es bleibt also gar nichts übrig, als durch öffentliche Samnttimgen eine geunsse Gewähr für die Zukunft deutscher FrareN zu bieten, die in edelsisim Stteben chre Gesundheit in: Menft für ihre Ntftin-enschen aufs Spiel gesetzt nnd vorlorcn haben. Auch sie sind nicht von Anfang an auMDgnk und Lohn ausgegangen.t Aber ihre Leistungen verlieren eberffowenig an Wert als die unserer braven Offiziere und llNannschaften an der Front, wenn sie im Kampfe für die Gesamtheit ihre Gesundheit verlorei: haben mtb
Deutschlands größter Bildhauer.
>Zum Geburtstage Adolf v. Hildebrauds, 6. Oktober.
Wenn ein deutscher Künstler der ^emoart den Ehrennamen „Meister" verdient, s-o ist es Adolf v. .Hildebvand. Mles, was er schafft, trägt das (depräge des Meisterliche!:. Es gibt, be: ihm keine Unsicherheittn imd Schwankungen, keine Entglersungen., keinen Gegensatz zwiscl-en Wollen mib .Können; alles ist gesetzinäßrge Erfüllung, rnnde Vollendung. Woher der seltene Einklang, den so viele, die Hildcbrand vielleicht an nattirlicl>er Begabung nahekommen, doch nie erreiäien? Hildebrmrd besetzt zn ferner ungemeinen Künstlerbegabung jenes Gleichgewicht der seelischen und geistigen Kräfte, jenes glückliche Verhältnis zwischen Temperament und Verstand, jene Einheit von Verstand und Zn strickt, die sich in einer schönen lünstterischen Rationalität bekundet, ime sie bie Griechen und gewisse Meister der Renaissance besessen haben, dre aber bei den Modernen zur größten Seltenheit geworden ist. Darum äußert sich seftre Individualität iu seinen Schöpfungen me heraus- sovdernd, stkant, sozusagen seüllytonistisch, pudern nur alsder stille, reine, große Geist, der über allem fchlwebt; serue Werke scheine:! weniger von einem Künstler gemacht, als orgmnsch gewachsen zu sein; sie sind wahrhaft, wie Goethe sagt, eine zweite, eine andere Natur. . ,
Dabei ist Hitdebrand keftieswegs, w:e ettva ober st ächlrche Beobachter annehmen nrögeu, temperamentsarm. Vielmehr wrsseu wir aus den scl>önen Auszeichnungen, die Zs-owe Kurz ubey ihn veröffentlicht hat, daß er vom Vater her euren stürm:saM und überschäumenden Geist ererbt hat, der sich in hundert streichen, dlbenttrrern und trollen Einfällen Lust machen mußte. Dies war der bekannte National Ökonom Bruno Hildebrand, der wegen ferner politischen Ansichten nach der Schnxiz answandern mußte. Dort verlebte der Knabe, der zu lstdarbuEdas Sto der Welt erblrctt halte, die ersten Jugendjahre, bis ihn die BHifung senies Vaters nach Jena versetzte, wo er das lxftamtte Stoysche Erzrehung^mstttut besuchte. Zn allem Buchwissen ungeschickt, erwies Hildebrand eme ungewöbnlich starke Kraft smnlick)en Erlebens :rnd bekundete frühzeitig eine Fähigkeit nnd ein Luft zum Zeichnen, die ans.lernen Künstlerberuf hinwiesen. Ws es dann entschieden war, datz er Bildlßrner werden sollte, be^g er zuerst die KunUgewerbesäMe m Nürnberg, UMndte sich dann W Zumbusch nach München, und täeser, gerade im Begriff, eine ckalieuischie Studienreise anzntreten' Veranlasste den Schüler, mitzickonrmen.
{y* fttax ci-i Wendepunkt in Hildebranls Leben: er bettat tri Boden, a;i: dem er gedeihen sollte. Nickst d:ß er zu denen zählte, die „romanisicren". die das Welsch-e, nacliahmen, aber sem LstÄKr 3-lMZ nach restloser FpMnklarheft LonnK iß
vollkommene Befriedigung ftnden, wie in Italien. Me Doten und die Lebenden kamen ihm hier entgegen. Mit der alten Kunst hat H:lde- brand das glücklichste Verhälttlis geschlossen, indem er ihre tteber- lieserung in völliger Freiheit in sich ausnahm und verarbeitete. Bon den Lebeichen aber war eß Hans v. Marsesl, der alsbald den größten Einfluß auf ihn gewann. Man darf nftt Fug Httde- brand seinen Scküler nennen; Marees hat seinen: Formwillen den Weg gciviesen, den er seither nicht verlassen hat. Zu diesen beiden gesellte sich da:n: noä) Kourad Fiedler, der des jungen Künstlers Periönlichkeft mtt vollen: Verständnis erfaßte und ihm ein hochherziger Freu:rd und Gönner wurde. Mit Marses' zusammen arbeftete Hildebrand eine kurze Zeit in Berlin; dann ginger wieder nach Italien zurück, mit) hier sa:ü> er :m Klv,ter Lxm Fra^iceseo di Pcwla nal)e Florenz für lange Jahre seine Heimat Hier verlor er sich vor der Welt, gvd öv -sich ganz an sein Schjaffen, das reich, rmunterbvochen, aus tiefen Quellen strömte. Sckion stand Hildebrand in der Blüte seiner Mannesjahre :md war doch der Welt draußen noch) nahezu unbekamtt. Er hatte wohl 1873 zur Wiener Weltausstellung ein paar Werk- gesandt, d:e alsbald das größte Aussehen erregten, aber der Lärm und das Chaos der großen Jahrmärkte wollten zu ferner still>vornehinen Kunst nrcht passen; er zog seine Einsendungen wieder zurück mü> blieb auch zveiter allein mit sich und seiner Kunst
So oeschzah es denn erst im Jahre 1891. daß m München eine größere Anzahl von Werken Hckdebrands ausgestellt wurde. Von diesem Augenblicke an 'war es allen Einsichtigen klar, daß Deutschland in diesem Meister seinen größten Bildhauer' der Gegenwart zu verehren habe. Schon lag ein großes, mächtiges Werk hinter ihm • es war aber doch, qin Glück, daß es später gelang, Hckdebrand zur Uebersiedelung nach München m bewegen. Sv trat er in engere FsrhlUng nckt dein deutschen Volksleben; so konnte er die großen Mvnumcntalaufttäge ausführen, die seine spätere Schaffenszeit kennzeichnen: den .Bismarck für Bremen, den Wrttels- backer- den Luitpold-Brunnen und den Hubertustempel für Mün- chen, den Rbeinbrmmen für Sttaßburg. Erst in diesen Werken entfaltete sich Hildebrands unvergleichliches Raumgefühl :n seurer ganzen Praäst. Wie kein zweiter, versteht er die Bildiverke dem Raume ein-zugliedern, im Räume zu schossen. Eine formlose Rarnn- inasse n^ar der Maximiliansplatz in München. Hckdebrand ha: sie durch seine Brunnenanlage gebunden, gesdaldet, orgamsierttRctt vorzüglicher Geschlossen Heft gelst in Bremen sein Bismarck-Denkmal mit der haltenden Archettktur zusammen. Die herrliche Re:he von Bildni^büsten, die in Hildebrands Werk einen so bedeutenden Platz einnehmm, T>at sich in den jüngsten JahrzelMen weicntlich ver- nrehrt - die Bildnisse von SwnrenA amb Helmholtz, von Böckttn ^nr> Mtzchn Kode, «m t«c LrvchÄ Mw« Mdri»» »>d Kam
Sckiumann sind Schöpfungen, in denen Geist und Wesen der dar- gestellten Persönlichkeiten mit verdichteter Kraft und höchster Geistigkeft ststgehalten sind. Dazu kommt dann die große Zahl jener klassischen Einzelgestalten, Gruppen und Reliefs, in denen Hildebrand die.Gesetze der Tiefe und der Flackie, wie er sie in seinem^ klassischen „Problen: der Form" theoretisch dar gelegt hat, in künstterisck^er Vollendung in die Wirklichkeft übergeführt hat.
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— Professor Dr. N. Zuntz (KU seinem 70. Geburtstage, 6. Oktober). In weiten Kreisen des Publissmisl ist der Name des ansgezeichlnetcn Physiologen Zuntz erst ivährend der Kriegszett bekmntt geüvorden. Zuntz hat sich ein großes Verdienst ettvvrben, indem er frühzeitig und mtt allem Nachdruck auf die Notnwndigkeit zweckmäfftger Einteilung und Bewirtschaftung serer OiahrmigÄnftLAvorrate lstnwirkte, und seine 'Stimme und Erfahrung ist in den jetzt so wichttgen Ernährungsfragen oft von Einfluß gewestn und immer gern gehört worden. Durch die Verleihung des Eisernen Kreuzes am tveißschlwarzen Bande sind seine Verdienste anerkannt worden. Zuntz ist M.Bonn geboren und hat Medizin stckiert. Schon ft: seinen späteren Studvmsemcstern hat er sich in Pftügers LaboroSorftrm mit physikalischen Versuchen beschäftigt, die er dann zu seiner TEvrarbeft benutzte. Nach vorübergehender Tätigkeft aö Landarzt und eft:e:n kürzeren Aufenthalte in B-erlin kehrte Zimtz nach Bonn zurück, wo er bei seinem Lelyrer Pftüger Assistent wmde und sich nach dem Kriege 1870/71, währenddessen er in den Lazaretten ärztlich tätig geivesen war, an d/er Universität für Physiologie und physiologisäZe Cheinie habilitierte. 1873 übernahm er den Lehrauftrag für Tierphysiologie! an der landwirtschaftlichen Madenne Bvnn-Pvppelsdon :u:d betrat damit den Weg, ans dem er seine größten nüssenschaslliclien! Erfolge errungen hat. Sckion 1874 wurde er zun: anßervrdentlichenj Professor ernmrnt, lund 1881 folgte er dann einem Ritfe cm die neugegründete Landwirtsck^aftliche Hochschaüe in Berlin. Hier w:ude sein Laboratorrmn bald eftr Mittelpunkt bedeutender wissenschaftlicher Forscknmgen, an denen sich zahlreiche strebsame Gelehrte beteiligte::. . Wiederholt nächste die wsprüngliäe kleine Anstalt vergrößert werden, bis sie 1907 in einen eigens für sie errickftetei: Neubau übersiedeln konnte. Zuntz selbst bearbeitete in dieser Zeit eine große Fülle wichtiger Aufgaben; es sei nur seine Beteiligung an den U:ttersuchimgen über den Sboffweck),'el des Pferdes^ bei Ruhe und Arbeit sowie seine mtt Schumburg betriebenen Studien zu einer Physiologie der Marsches hervorgehoben. Auch in rveitervn Kreise:: l>elannt geworden ist sein Buch über „Höheullima und Bergirandcrungen", und für ein noch wenig bebautes Gebiet gründe tegenb genwrden ist ferne „Physiologie der Luftschiffahrt".


