D. 250
Ter Sietzener N^zel-er
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J6L Jahrgang
postscheMonto: Frankfntta.M. U 08 b
General-Anzeiger für Gdecheßen
Mittwoch. 2 '-. OttoLer M
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Ein neuer französischer Minister des Auswärtigen.
Zwei englische Minifterreden.
(WTD.) Großes Hauptcniartier, 23. Oktober. (Amtliät.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Die in Flandern Mischen Drambank und PEapeile fi*1) gestern morgen entwickelnden Kämpft dauerten bis oegen admd. Die Ziele der französischen und englischen Angriffe lagen nach aufgcsimdeuen Befehlen 2—2V 2 Kilometer hinter Miseren vorderen Linien. Der anfangs nrrr am Südraiwe des Houthoulstcnoaldes tiefer in unsere Äbwchrzone gednrngene Feind wurde durch Gegenangriffe zurückgeworfen. Von den Gegnern berangeführte Verstärkungen konnten den geringen Raumgewinn von höchstens 300 Meter Tiefe bei 1200 Meter Breite nicht erweitern.
Bei P o e l k a p e l l-e wurden in den hin und hcr wogenden Kämpfen gegen die vormittags und erneut am Abend vorbrechenden starken Angriffe der Engländer unsere vorderen Trichterlinien behauptet oder zurückgewonnen.
An den übrigen Stellen des Angriffsfeldes scheiterte der feindliche Ansturm völlig.
Tiesgegliederte Angriffe richteten sich gegen den Frontabschnitt beiderseits von Gheluvelt. Hier brach unsere Ab- wchrwirkung die Kraft des englischen Stotzes, der nirgends in unsere .Hindernisse gelangte. Franzosen wie Engländer hatten in unserem gegen das Kampfgelände zusammengefatz- tat Feuer schwere, blutige Verluste und ließen Gefangene in unserer Hand. Der gestrige Schlachttag in Flandern brachte uns einen vollen Erfolg.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Die Artilleriefchlacht nordöstlich von S o i s s o n s setzte nachmittags mit voller Wucht wieder ein, nachdem es erst ört dem nebligen Morgen bei geringer Feuertätigkeit nur zu Er- kundnngsvorstötzen der Franzosen gekommen war.
Der Munitionseinsatz aller Kaliber erreichte am Abend im Kampfgebiet zwischen dem Ailettegrund und Braye eine gewaltige Höhe. Bei Eintritt der Dunkelheit liefe das feindliche Feuer nach, um von Mitternacht an sich zu anhaltender Trommelwrrttmg zu steigern.
Bei Hellwerden hat mit starken französischen Angriffen die Jnfanterieschlacht begonnen.
Auf dem Ostuser der Maas stürmten ostfriesische Kompagnien und Teile eines Sturmbataillons nach trefflicher Feuervorbereittmg die Höhe 326 südwestlich von Beaunwnt. Mehr als 160 Gefangene wurden eingebracht.
Oeftlicher Kriegsschauplatz.
Die Gesamtbeute der Operationen gegen die Inseln im Rigaischen Meerbusen beträgt:
26 136 Gefangene, über 166 Geschütze, davon 47 schwere Schiffsgeschütze, einige Revolverkanonen, 15 6 Maschinengewehre und Minenwcrfer, über 1266 Fahrzeuge, gegen2 666Pferde,3 6Kraftwagcn, 16 Flugzeuge, drei Stabskassen mit 365 666 Rubeln, große Vorräte an VerpflegungSmittcln und Kriegsgerät.
Zwischen Ostsee rrnd Schwarzem Meer kam es nirgends zu größeren Kampfhandlungen.
Mazedonische Front.
Bei Regerrwetter ließ wnnittags die Gefechtstätigkeit nach-, abends nahm sie bei Monastir, am Ceruabogen und vom Westufer des Wardar bis zun: Doiran-See besonders an Heftigkeit zu.
Der Erste Generalauartiernreister L u d e n d o r f f.
Der Abendbericht.
V e r l i n, 23. Okt., abends. <WTB. Amtlich.)
Am H o u t h o u l st e r Wald wurde der Feind fast völlig aus dem gestern gewonnenen Gelände zurückgeworfen.
Nordöstlich von So i sso n s wird noch erbittert cm den Nordhängen des Chrmin-desDämes beiderseits der Straße nach Laon gekämpft Die Franzosen drangen bis (Mmgrwn vor. Südlich von Filain scheiterten starke Angriffe.
Im Osten nichts von Bedeutung.
w i.WM ^rBSX^. Cür —
Je länger der Krieg dauert, desto ärmlicher klingen dft Phrasen in Lloyd Georges neuesten Kriegsenden Denn es ist immer nur ein Aufguß über den alten Kaffeesatz. Die reichen Erkenntnis- und Folgenimgsmittel, die der Krieg liefert, verschmäht der Engländer. Er spricht nicht von den flandrischen Mißerfolgen — die sich gestern wieder um einen sehr beträchtlichen vermehrt haben —, erwähnt kaum die lntterbösen Niederlagen, die Russen nuü Engländer in den Rigaischen Adeerwi erleiden, und er spricht vom U-Boot- Krieg immer nur wie einer, der zwar viel Geld vertiert, aber inrmer noch genug hat. Dabei schmettert Lloyd George wuner wieder die Behauptung in die Welt, daß die Zeit für England und seine Verbündeten sei. Er treibt in der Art
der alten Scholastiker Metaphysik in der Kriegspolitik, und ivoch keine Kritik der reinen Bernunst hat ihn eines bessern belehrt. Dabei liegen doch überall die Kategorien zutage, die ihn in eine Welt der Realität zurückführen könnten. Die Stirn des englischen Anrenners in Flandern ist von vergeb- ichen Bemühungen schon bis zur Unkenntlich,keit zerbeult rmd entstellt; toäre Herrn Lloyd George hier die Zeit ein so überlegener und milder Tröster, dann würden die j englischen Truppen sich doch wohl größere Schonung auf- j erlogen. In Sachen des U-Boot-Krieges ist der neueste ! Kaffee-Ausguß Lloyd Georges am allerdünnsten. Gr gibt keine genauen Ziffern an wie der deutsche Admiralstab, und ergeht sich nur in windigen Allgemeinheiten. Große Pläne wollen die Englärrder und Amerikaner im Schiffsbau Vorhaben. Pläne zerrinnen aber, sie sind für eine gewissenhafte Prüfung der Kriegslage nur ein verlegeri.es, untaugliches Äuskunftsmittel. Unsere U-Boot-Verluste sollen größer geworden sein! Selbst wenn das wahr wäre — sind denn die Ziffern unserer Versenkungen nicht auch, ganz erheblich gewachsen? Das September-Ergebnis enttäuscht uns ganz Und gar nicht, weil es etwas hinter den Ziffern der Vormonate zurückgeblieben ist. Das Wild ist eben zum größten Teil ab ge schossen, die Meere sind, was die Schiffahrt anlangt, infolge der Versenkungen und der damit verbundenen Abschreckung mehr und mehr verödet. Da wiegt also heute vielleicht eine einzige Schiffsversenkung so viel wie früher z)oei. Und der für das erste Halbjahr angenommene monatliche Durchschnitt der SchiffsVerseniungen von 600 000 Tonnen ist auch im September ttnmerhin um 72000 übertroffen worden. Auch ist es zweifellos richtig, was die „Deutsche Tageszeitung" anfi'chrt: Die Fahrtzeiten der Dampfer verlängern sich außerordentliche der Wert ihres Frachtraumes verringert sich demgemäß. Außerdem scheint es die Taktik der britischen Regierung zu sein, gerade in dieser Zeit, wo Großbritannien seine Ernte eingebracht hat, andererseits die südamerikanische Ernte erst für den Beginn oes Jahres 1918 zu erwarten ist, den verfügbaren Schiffsraum in den roßbritannischen Häfen zu sammeln und zusammenzu- alten, um für die südamerikanische Ernte nachher, genug bereitgestellt zu haben. England bekennt seine Ohnmacht tn dem „Sparfamkeitsfeldzug", für den jetzt Lloyd George das Wort ergriffen hat, und die ohnmächtige Wiederholung, daß die „abscheuliche militärische Macht' Deutschlands" endgültig niedergerimgen werden müsse, wirkt auf uns Deutsche und wohl auch auf die übrige Welt allmählich langweilig.
Doch, Lloyd George hält uns auch etwas von positiven Erfolgen vor. Nämlich, oaß es England gelungen ist, unsere Feinde zu vermehren. Damit will er uns schrecken. Aber solch ein Schreck könnte uns doch nur treffen, wenn wir Gefahr liefen, den Krieg zu verlieren, den England und seine ursprünglichen Verbündeten doch in der Hauptsache allein ausfechten müssen. Was -hilft es denn England, wenn ihm über die Ozeane herüber von allerlei Staaten bravo zugerufen wird? Was weiß es denn genau über das Maß, in dem der große Bruder Amerika es noch in seinem Kampfe zu unterstützen gedenkt! In Washington wird man zweifellos auch recht häufig auf das flandrische Barometer blicken und die Zunahme der Lücken in den Schiffsregistern ausmessen! Und man wird in einigen Zweifeln sich wiegen, ob amerikanische Menschen die russische Front ersetzen solün. Mag die Rede Lloyd Georges die Sparsamkeit in England vergrößern helfen — eine für ihn vorteilhafte Wirkung darüber hinaus wird er nirgends erreichen.
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 23. Ott. (WTB. Nichtamtlich,) Amtlich wird pcrimltbarl:
An den Hängen desMo nte Sa n Gab riete scheiterten zwei schwächere feind!iche Angriffe im Handgranaten- kampf.
Von den übrigen Kriegsschauplätzen sind keine größeren Kampfhandlungen zu melden.
Der Chef des Generasstabes.
Ei» neuer siegreicher GwMnpjtag in Mndenr.
Berlin, 23. Okt. (WTB) Der 22. Oktober gehört zu den Großkampftagen derflandrischen Schlacht und darf durch den glänzenden Sieg, deu die deutschen Truppen in zähem Ringen mit dem überlegenen Gegndr errungen haben, zu den E h r e n k ä m p f e n der deutschen
Flandern kämpfe gezählt toerdew
Nach nenntägiger Pause haben die Engländer wiederum rund 100 00 0 Manu durch deu mit englischein Blut getränkten flandrischen Sumpf gegen unsere Front in aussichtslosen Kanrps getrieben. Auch Franzosen mußten sich, an diesem neuen, völlig mißglückten Großangriff beteiligen. Nach dem planmäßigen Zerstörungsfeuer der letzten Tage schwoll in der Nacht zum 22. Oktober das feirrdliche Feuer unter den: größten Munitionseinsatz zum Tromnrel- fciLev an und ging 'in den frühesten Morgenstuirden zürn Nnll beftcu Feuerstoß über. Kurz darauf brachen englische und französische Sturrnkolorrrren rnit starten Reserven zwischen Draaibank mrd Poelkapelle nördlich Passcheudaele und beiderseits Gheluvelt zuut Llngrisf vor. Ihr Ziel lag nach au^esirndenen Deiehleir 2 bis 21/3 Kiloineter hcnter unserer
vorderen^ Linie. Neun Divisionen waren ffier^n eingesetzt. In die feindlichen. Massen schlug verheerend das Sperr- und Abluehrfeuer unserer Artillerie und Maschinen- gewehve und mähte die Anstürmenden reihenweise nieder, während die tiefgestaffelten feindlichen Reserven von dem flankierenden Feuer der Batterien unserer nicht angegriffenen benachbarten Fronten vernichtend gefaßt wurderr.
Den im ersten Ansturm am Südrand des Hvnthoulster Waldes tiefer in uirsere Abwehrzone eingedrirngeuen Gegner traf alsbald mit ungestümer Wucht der deutsche Gegenstoß, der den Feind unter schwersten Verlusten zurückwarf. 50 Offiziere und 100 Mann sieleir lebend als Gefä^ngene in unsere Hand. Starke Reserven, die der Feind hier rücksichtslos in den Karnpf !varf, zerschurolzen in unserein Feuer und vermochten die Einbruchs stelle, die auf 1200 Meter Breite an der tiefsten Stelle 300 Meter beträgt, nicht zu erweitern. Bei Poelkapelle versuchte der Gegner in mehrfachen erbitterten Ergriffen Gelände zu gewinnen. Dort wurden mrsere vordereir Trichterlinien voll behauptet oder im Gegerrstoß zurückerobert, während Masssnangriffe beiderseits von Gheluvelt in urssereni vernichtenden Ferrer nicht einnral bis an unsere Hindernisse heraugetrageu lverden konnten. Bis zum späten Abend dauerten die wilden Kämpfe, in denen die Engländer wiederurn rrn gehen reBerlu st e erlitten, die sich dadurch noch erhöhten, daß bereits vor dem Angriff wiederholt Bereitstellungen des Gegners und dicht cnrf- gefüllte feindliche Gräb*m von unserem Bernichlll ng sfeuer gefaßt worden waren. Den katastrophalen Mißerfolg dieses neuen Großkampftages versuchten die Engländer der Welt dadurch zu verberget!, daß sie in ihrem Berncht voui 22. Oktober 10.24 llhr abends die Kämpfe des Tages als kleinere Unternehmuirgen bezeichneten. Der Masseneinsatz der feindlichen Kräfte, die weitgesteckten Angriffsziele, die tagelange schwere Artillerievorbereitung beweisen aufs netie die Unwahrhaftigkeit der englischer! Berichte. Die in so vielen Großschlachterr bewährte deutsche Flaudernarmee hat wiederum einen vollen, glänzenden Er folg errungen.
Das starke Ferrer auf dein Großkampffeld hielt bis Mitternacht an rrnd setzte nach kurzer Panse um 2.30 Uhr worgens zwischen Draaibank und Zandvoorde von neuen! an, sich nordlvestlich Passcheudaele und südlich des 5)ont- honlster Waldes bis zum Trommelfeuer steigernd.
An der Aisnefron t setzte, während 'in Flandern der Gvoßkampf wütete, der Artilteriekampf nordöstlich Soissons mittags mit ungeheurer Wucht wieder ein und steigerte sich beiderseits des ehemaligen Forts Malrnaison zeitweise zum Trommelfeuer. Mehrere in deni Hauptkampsabschnitt vorfühlende feindliche Patrouillen wurden abgewiesen. Während der Nacht steigerte sich das Feuer zu äußerster >>eftig- keit und ging am frühen Morgen des 23. Ollobers in stärkstes Trommelfeuer über, deni auch hier nunmehr starke femdlrche Angriffe gefolgt sind. Die Jnfanterieschlacht ist im Gange.
Im Artois und in der Gegend von St. Quentin tvurden feirrdliche Patrouillen Vertrieben, toährend -eigene Patrouillen nordöstlich Arleur und südlich St. Quentin erfolgreich waren.
Beiderseits der Maas wac bei schlechter Sicht die Ar- tillerretätigkeit geringer. Am -22. 10 Uhr abends und in der Nacht wurden am Cheppy-Wald drei feindliche Patrouillen. Vorstöße abgewiesen, während östlich Höhe 341 unsere Sturnr. truppen nach wirksamer Artillerie- und Minenseuervorberei- tuug in die feindliche Stellung aus Höhe 326 siidrvestlich Beaumont^ in 900 Meter Breite eiudrangen. 100 unverwundete Gefangene wurden zurückgebracht.
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Die neue Einhertsoffensive der Eute»tte.
Berlin, 24. Okt. Bon der Schweizer Grenze berichtet das „B D.": Ter „Zürcher Tagesanzeiger" meldet: Die EMente borgtet auf der Westfront und zugleich auf der ital i e ni scheu Front die neue große Einhei r s 0 ff e n si ve vor. Tie Vorbereitungen an l'Äden Fronten lassen die ^Absicht der .Heeresleitung deutlich t)ervortreten. Aus Andcutuugeu der Euteutepresse brnu geschlossen werden, das; auch dabei der vereinigten englischen und anrerikonischen Flotte eine bedeutende Rolle zugedacht ist.
Lloyd Georges neueste Uriegrrede.
Lond-ou, 23 Okt. (MB.) .Meldung des Bureaus. Lloyd George lullt am Montag in der Mberthrll vor einer gewaltig großen Znlwrersckxüt eine Itzede znmmsten der nationalen Sparsamkeit und nües darauf
Wt gwtzn Kriegs ko [feen, über die' "itm j.Hoch'der' ^nft^w tröste, bat, Eagliand m idresein Kriege die Tatkraft seiner Ve- volkenmg uich die^ Sicherheit scinrer Gren-z-en vermehrt hat, mü,
in ' v ? ^-clrüden in der englischn Familie
blkabe. Lloyd George ,.,iyc fort:
„ kmm nick: Voraussagen, manu das En de der Krieges romnren wird. Mrn verumrstiger Mansch möchte ihn nur um une Stunde ver^ an ge n 1 , nllnn die Gelegenheit für einen ivirklicki dauernden Fnöden gegedeai wäre. (2!:nwltnw:r Beifall) Rick: ur nnenIneden, der das Vorspiel zu einem ueck verwüstende.! tänw bOxt „ch battet Wm;:;,. juch: v ll nrit °rW
eorBMlt öcnwoiwtt ad. ?ljfer idt v.-rmag nicht ju cvfauim S rrgendwelche Bedrngungeu. in toisuch, die zu einenr dauerrü«r


