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£er Siehener Anzeiger
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Kreisblatt
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Erstes Blatt
167 . Jahrgang,
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<WTD.) Broß-eS Hauptquartier, 15. Oktober. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Die KampffähigkeitDer Artillerien in Flandern war wechselnd stark. An der Küste und in einzelnen Abschnitten der Fwnt zwischen LyS Mrd Dcule wurde bas Feuer zeitweilig zu heftiger Wirkung zufiiMMenmfaßt. In den uus- gchchnten Trichterfeldern kam es mehrfach zu ErftmdungS- gefocht«r.
Jur Artvis griffen die Engländer mit starken Kräften zwrfthen der Scar^ rmd der Strotze Canckrai-Arras in vier Kilometer Breite au. Auf den Flügeln scheiterte der Angriff mr Feuer. In brr Mitte drang der Feind in unsere Linien. Ä-ou dort wurde er nachts durch Gegenstöße wieder ver- irÄberr.
Bei St. Quentin levte das Feuer iVnrdcrgeftend mrf. Die Kachedrale erchielt wieder 15 Granattreffer.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Zwifck-en Ailettetal und Bram. sowie im mittleren Teile des Chemrns des Darnes spielte sich tagsiwer heftiger Artil- ceriekampf ab.
Auch nördlich von Reims, in der Champagne und an der Maas steigerte sich zeitweise das Feuer.
Oeftlichrr Kriegsschauplatz.
Aui der Insel Oesel wurden schnelle Fortschritte erziett. Im ungestümen Borwnrtsdringen warfen lmsere Znfanterk'vegimeuter und Kraftfahrbatterien ohne das Herannaherr der Artillerie abzrwarten, den Feind, wo er sich stellte. Die Halbinsel Sworbe wurde von Normen brr abgeschnürt, während das Feuer unserer Schiffe die Land- batterien niederhrelt. Wir stcheu vor dem breUnenden ArenS- dnrq und sirid im Vordringen in östliche Teile der Insel, nach deren Oftkuste die russischen Kräfte eiligst zurückweichen, um über den Damm, der Oesel mit der Insel Vttwn verkündet. zu ent&mnmcu.
Unsere TsrpedoÄ-obe find in das Binnenftchrwasser zrvi- chen Oesel und Dagö eingedrungen und haben in wiederholten Gefechten russische Seestreitkräftc in den Moon^Sund zurückge-rüngl.
Von der russischen Landfrout und aus Rumänien sind sr. Here Kmnpchandlungm nicht zu berichten.
Mazedonische Front.
Die Lage ist unverändert.
Der Erste Generalauartiermeister Ludendorf f:
Berlin, 15. Okt. (WM. Amtlich.) Im Anschluß an du Berichte der Obersten Heenesleitung über die von Heer .und Flotte gerne insiun auSgeftrhrle Besetzung der Insel Oesel wird hinsichtlich der Äestreitkräste zusmmnensassend bekarrntgegeb-en:
Zur Landung eines * ArmerteiLes auf Oesel wurden bel Tagesanbruch des 12. Oktober rwn unseren Seestreit- rrLtften unter dem Befehl des Vizeadmirals Erhard Schmidt die russischen Befestigungen in der Tagga-Bucht E dem Sols-Sund unter Feuer genommen und schnell inedergekampft. Gleichzeitig wurde von Torpedobootsflottil- len und Motorbooten ein Vortrupp liberraschend an Land geworfen. Jersem folgten bald größere, auf Transport- darnpfern herangeführte Trupnenmasseu, mit deren Unterstützung in kurzer Zeit ein Brückenkopf geschaffen war. Zur Unterstützung der Lmwung in der Taggabuchr wurden von anderen Teilen der Flotte die Befestigungen aus Zerel und vet Kilkmrd unter Feuer geuomurerl. Um sieben Uhr morgens waren auch bei Pamerort die ersten TrupLnm gelandet. Nach oem Fall der Mstenbatterien alrf Hunds Ort und Hinnast wurden auch die Strandbatterien von Kup Toffti auf der Insel Dagö nieder gekLmpst. Die Durch ftchrt durch den Söla- ^und Mischen Dagö und Oesel wurde erzwungen. Teile unserer Seestreitkräfte drangen in die Gewässer des Kassar- Wiek und trieben russische Zerstörer gegen den Moonsund zurück. Zur sckmelten E'mleittrng unserer Erfolge haben neben U-Booten und Flugmlftlärung die Minensuch- und Räum- verbände hervorragend beigetragen. Jh.ien ist zu danken, daß m kurzer Zeit ein Weg durch die russischen Minenfelder geschaffen worden ist. Am 14. Oktober entwickelten sich im .Mssar-Wrek erneut für uns erfolgreich wrlmlfeiie Gefechte, der denen die russischen Streitkräfte wieder zurückgedrängt wurden. Hierbei wurde der große russische Torpedobootzerstörer „Grvm ' genommen irnd 8 Mann seiner Besatzung gefangen.
Der Chef des Admiraistabs der Alarme.
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Der Abendbericht^
Berl in, 15 Okt., abends. (WTB. Amtlich.)
Im Westen keine größeren Kampfhandlungen.
Arensburg, die Hauptstadt vo n Oesel, ist in unserer Hand.
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Wenn mx gestern hier gesagt habe::, es blerbe aeduldig avMva-rtear, loelche Plane unsere oberste Kriegführung NM der Besetzung der Insel Oesel verfolge, so beißt das nicht etwa, das Interesse sür diese Unternehmung, die Teilnahme
ortschritie aus der I
M unsere Fortschritte Mafen lassen. Wir dürfen in diesen Tagen wirLich nrch,t gleichgültig und teilnahmslos lverden, sondern wir haben alte die Pflicht, die Augen zu öffneir und M sehen, was vor sich geht. In der Hauptsache rst der Krieg ein Stellungskrieg geworden, und wenn irnsere 5-eeresführung arn Anfang die feindlichen Massen mit starken Armen hmaichgescl-oöen hatte, weit über unsere Grenzen, wenn in Feindesland die aufregenden und spannende;t Dramen der Strategie entwickeln konnten, so zeigt sich heute klarer, was danials durch Ae?iLßerlichkeit verdeckt war: wir stehen in einenr Verteidigungskrieg. Es ist für unö kein Eroberungskrieg. Aber diese Feststellung schließt nicht etwa em CrugeltändnÄ ein, daß wir nicht die volle Kraft der Sieger enttvickeln könnten. Erfreubicherloeisc ist die Ueberlsgmcheit des Siegers, mit der wir im Kampfe ansharren, tnuner wieder tn die Erscheinung getreten. Ost ist es uns ganz leicht geworden, dies zu sehen und es uns fröhlich znzurusen. Darm, aber kamen die Ansemcmdersetzungml über die Frredenstaktik, die Spaltungen, Streitigkerten, Krisen, mrd da lvurde der Faden des Interesses oft 4 cm minder würdige Dinge geschlungen. Nicht narr nach außen hin, in der öffen-tlichen Meinung der Fernds, tvurde damit Schaden angerichtet, sondern auch bei uns selbst, im Jwrern des Reiches. Hrndenburg und andere haben es uns immer wieder zugerusen, daß wir fest bleiben müßten im Siegeswillen. Darin muß bei uns dolle Einigkeit walteg. Es ist wahr, daß die lange Dauer des Krieges für alle Beteiligten aufs tiefste zu bedauern ist, daß sie Europa schwächt und große Kulturgüter aus lange Zeit zerstört, aber die griesgrämigen Gesichter, die wrsere inneren Fragen und Auseinandersetzungen imntn- nur mit diesem passiven Ausblick auf Zweckloses und Trostloses bespiegeln möchten, sollte man lveit von sich weisen. Noch sehen wir, daß das Gesetz des Handelns, des Sregens, immerfort aus der deutschen "Lreite wählet! Zur See und zu Lande! Wir brauchen nicht nur von Mauern zu sprechen, die uns schützen und gegen die unsere Gegner erfolglos anrcnnen. In langsamerem Tmnpo zwar, aber doch sicher und stark fortschreitend, vollendet unsere Wehrmacht das inrponierende Bauwerk des Sieges. Die Tage sollen uns hell und das Volk soll uns wach dabei bleiben. Was auf der Insel Oesel ge- sthah, ist ein bewunderungswürdiges Glied in der Kette, die das eigenste Werk Hindenburgs ist, seit er die deutsche Front in die russischen Ostseefirovinzeu schob. Die „strategisckie Auswirkung", wie wir uns gewöhnt haben, zu sagen, ist noch immer, nach zwei Jahren, im vollen Gange. Wir schauen heute wre früher auf ganz gewaltige, in der Weltgeschichte hochragende Kriegstaten, die uns kern Tagesgeschwätz verkleinern oder umnebeln darf. Alles war planmäßig, und heute verstehen wir besser, warum uns plötzlich die Einnahme von Riga beschert wurde.
Kleinliche, änystkiche, Voreingenonrmenv Gemüter mögen dabei sorgen, daß damit der „Verständigungsftrede" nicht xedyt ivachsen könne. Erst recht, gerade darum wächst und kommt er! Es ist nur schöner und herrlicher, daß er uns nicht im fadenscheinigen Bettelgewande internationaler Flicker rmd dNacher daherbommt, sondern im majestätischen Geroande des Krieges selber, der zuletzt nicht mehr die blutige Waffe schwingt, sondern die wahre Leitnicg auch am Friedenstonferenztisch ernnimmt.
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Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 15. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart i
Oestlichcr Kriegsschauplatz und Albanien.
Im Bereich der k. u. k. Truppen keine besonderen Ereignisse.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Bei andauernd ungünstigem Wetter kam es aiuh gestern nur auf dem Monte San Gabriele und im Wippachtale zu erhöhter Kampftütigkeit. Unternehinungeu unserer Sturmtrupps brachten Erfolg. Italienische Vorstöße wurden ab- gewiesen.
Der Chef des Generalstabes.
D?r Uampfe in West und Gst.
Berlin, 15. Okt. (WTB.) Am 14. Oktober herrschte an der Flandernfront am Vvrmttt-ag, abgesehen von kurzM FeuersteigerUngen, in Gegend irördlich und östlich Hpern, nur mäflige Artillerietätigkeit. Erst am Nachmittag leiste das Feuer an der Küste auf Und verstärkte sich am Südrand des Ho-uthoulster Waldes. Während der Nacht hielt das Feuer in wechselnder Stärke mit lebhaften Feuer- Überfällen, besmiders in Gegend Passchendaele midBecelaere, an. Unsere Artillerie faßte ihr Feuer wirksam gegen feindliche Ansammlungen und Belvegungen zusammen^ wägend unsere Bombengeschwader verschiedene feindliche Anlagen mit beobachtetem Erfolge mit Bomben bttoarfen.
Im Artois nahm das Feuer von 10 Ubr vorinitt«»s ab gegen unsere Stellungen zwischen Sartwald und StrcH Ccnnbrai—Arr-as zu und steigerte sich im Laufe des Nachmittags zu großer Starke. G^en 6 Uhr abends brachen so- darm in 4 MorneterBreite von der Scarpe bis zur Straße Arras—Cambrai feindliche 9lingriffe gegen unsere dortigen Stellungen vor. Sie schettecten zum größten Teil unter schwersten Verlusten, besonders in unseren: Sperr- und Abwehrfeuer. Nur an einer Stelle konnte der Mnd tn der Mitte seiner Angriffsfront in unsere LiTrie eindrmgen. Ein michtlicher Gegenstoß warf ihn restlos zurück. Beiderseits Quentin nahm das Feuer zeitweise zu. Me Trümmer der Kachedrale erhielten aufs neue 15 Volltreffer.
Arc der Aisnefront nnrrde erst in den NackmrttLags- stunden die feindliche Arttllerietättgkeit in Gegend von Vcruxaillon bis Rechöre Ferrne, sowie cilm Chemin des Danves Nördlich der Mühle von Vau^clerc, lebhafter und ließ erst bei Einbruch der Dunkelheit nach.
Auf der Insel Oesel verlcüifen unsere Operationen werter planmäßig. Bon der Ostsee bis zum Karpachenbera- lande steigerte sich die Feuertättgkeit.
.Bei^Dünaburg, Smorgon und an der Suczawa, nördlich der Bahn Kowel—Luck, rvurde eine starke feindliche ^ twuille abgewiesen, während an der Schtschara bei Sadverie erotische Stoßtrupps über den Fluß hinüber in die feind- luhen Stellungen eindrangen und dein Gegner erhebliche blutrge Verluste zufügten.
Westlich Tulcea scheiterte ein in der Morgendämmerung des 14. Oktober unternoinmener Versuch des Gegners uniM vorgeschobenen Sichernngen zu überfallen.
sufneue Kvikschrme aus oer dnser Gesei.
Ruffischer Bericht
. ^ c 1 ' t ^ 11 r 9 (WTB.) Das MarineminifterdrM tatt zur Landung aus der Insel O e s.e l ergänzend mit: Im Lauft des 11. Oktober gelang es dem Feinde, einen Teil der Jrcfel zu besetzen. Dre Kämpfe dauern noch an. Beträchtlich? Streitkräfte deck-
die Landicng. Zugleich nti£ diefein Ereignis begannen eimge seuDliche Schisse den Äwnpf inst einer msterer Xiüsteubatterren ans
Insel Dago e. Vier seindliche Torpedoboote rourden versenkt (^.les ist unzutreffend. 0äuh unserem Heeresbericht vom Sonntag hat unsere Flotte keine Verluste erlitten. Airm. d. Red.) Ein srind- licher Kveuzer zerstörte unsere Batterie vollkommen, loas dem Jdinde ^gestattete, schwache Kräfte zu laiiden, die iedock) bald gezwungen lmurden, aus die Schiffe zurückzickehreu. Einige feindliche Torpedoboote drangen zwischeii bien Inseln Oesel und Dagve in der Richtung Mohnsniid ein. b^eg^gneten aber starkem Ferrer unserer Tvr- pedo- uiid Kanonenboote und ivurden grznmngen, aus da« Ip>he M eer znriickzukel.'ven. Am Morgen des 12. Oktober leisteten unsere Schifft.den feindlichen Schiffen, die zwischen den Inseln in unsere Gewässer eindringen iovllten, erfolgreichen Widerstand. Walwend der zwei Tage andauernden Geschützkämpft waren unsere Verluste unbedeutend, rmd die Beinainumgen der Schisse lieferten Beloeift von Milt, Tatkraft und Opftrfreudigkeit. Zugleich mit dem Landung^- manöver fuhr her Feind fort, die Küste von .Kurland und die Meerenge Irou Jrbit von Mneri zu säubern.
P e ter s b u r g, 15. Okt. (WTB.) Meldmrg der Pebers- burger Telegraplien-Agentur. Der Marinastab teilt mit, daß der Gegner feit seiner erstaii Landung mff der Jiiffel Oesel bis zum 13. Oktober, vorrnittags 10 Uhr, deii Widerstand unserer Truppen habe brechen und von dem ganzen nördlichen und östlichen Teil der Insel liabe Besitz nehmen können, indrm er sick) bis 12 Warst A r e n s b u r g näherte, und daß die russischen Truppen nrxb rmnirr die Hatbinftl Sworbe-Zerel besetzt hielten. Gegen die Insel Dia goe hebe der Feind nur Denunfftrationen gemacht, ohne sie zu besetzen.
Stockholm, 15. Okt. (WTB.) Meldimg des Vertreters des Molsfb'.woiins. Soeben aus Petersbiirg eingettoffene Meldimgen bestättgen. die anch von der „Noivose M'emja" gebrachte Nachricht, daß die Vettstdignnigsankagen auf der soeben von 5at deutschen Trlippen besetzten Iiffel Oesel nnüa englischer Leitung stehlen.
Der Er'ltdrilck in Italien.
'. A^nf, 15. Okt. (Priv.-Tel.) In den Ländern der Eittente rief dre v Jocta>incI>t von der Landung der 'Dentfthen mrf Oesel und Dago offtnsuhtlrcheir parken Eindruck 'hervor. Von den italienisclvn!


