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10.10.1917 Erstes Blatt
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Nr. 258

L,r Gi«tzer?rr Nnzclaer erscheint käülilt). ander Sanntaqs. - Beringen: »i^crZaMiiicndltzttcr.

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itT den Kreis Bietzen.

vsz«s?prels: nt#na<l. 1 E. oicrtcl- ^hrl'ch » Mk.'. durch Atchol^ u. Aw^gfteLe'.l mouatl. S" Pf.; dur«, die Post Mk. 3.- viertel- ,syrU auLjchl. Befteklg. ^rnsp'rech - Anschlüsse: jürdieSchriitleitung112 ^erl«n^esch«utt>fteUes1 AnsebcOhtzirDrabtnach- richten: Anzeiger Kietzen.

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Vlatt

\67. Jahrgang

Mittwsch, KO. ©Höbet M?

Annah:

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(WTB.) Trotzes Hau-tynartier, 9. Oktober. iAmttich.) -

Weltlicher Kriegsschauplatz.

Heere-sgruppe Kronprinz Ru pp recht.

Der Arlttlern-krmrpf in Flunder n tvar trotz des stür­mischen imb regneriscl^n Wetters stark zwischen pem $*mt= honlstcr Wald und Aaudvoorde. Aberrds fotzte'der Feind leine Wirkung zu heftigen Feuerstößen gegen einzelne Ab- zusammen.

Nack imrirhigcr Nacht steigerte sich auf der'ganzen Front -ie Artillcrietatigkeit zmn Twmmelfeuer. Beiderseits der Bahn StadenB o es in M und iw rd sich der Strafte Men in «ipern lrnlch englifthe Infanterie zum Angriff vor. Der An­griff ist im Gmiflc.

Bei den Wrigen Armeen kam es, abgesehen von tag§- Mkr andauenchem Feuer nördlich von Soissons. nicht zu gröherm Gefechtshandlungen.

Auf dem

Oeftlichen Kriegsschauplatz nchtS von Bedeutung.

Mazedonische Front.

Lebhafte Feuertätigkeit südwestlich des Dviran-Sees, im Amdar-Tal, avr Dodrspalfe ,md im Cernabogen.

Der Hrfte Genera lguartiermeister Lndendorff.

»

Der Abendbericht.

Berlin. 9. Okt.. abends. (WTB. Amtlich.)

In Flandern entwickelte sich aus den Frühkämpfen eme neue Sch l a ch 1, die zwischen Draaibank (nordöst­lich von Birschsote) und Gheluv elt (18 Kilometer) noch rmdavert. Trotz mehrmaligem Ansturm beschränkte sich der bülMdegewitm des Feindes nach, den bisherigen Meldungen auf einen schumien Streifen zrvischeu Drauilumk und Poel- li-elle. Fm übrigen wurden die Angriffe abgeschlagen.

Sonst nichts vorr Bedeutung.

Der RmchKtcvg hatte gestern einen großen Dag, uitb man zu einer Äßrcmtq geÄmnren. Der Öbegierjtcrtg gelang es, den Reichstag zu Werzeurgeu, duß bei dem vaterländischen. Unterricht" draußen im Felde und bei angeblichen amt- ülben Agitationen int Lande nichts Arges vor- odtonrmnt ist. Der Reichskanzler war auch im Plenum Aeraus milde und hat es sorgsam^ vermieden, die gereizte Mhrheit. die ihreGnHchiließ:rmp" noch immer wie ein geliebtes Kind zu hüten bemüht ist, zu reizen. Sein Llppell in diesem Sinne wird int Lande verstanden werden. Wenn jchteinige übereifrige Zeitungen der Linken triumphierend l«L«d«en, der Kanzler habe nochmals klar ausgesprochen, daß die bekatEe Friedensentschließung brav und gut ge- Men sei, so wird man es müde, noch- auf diesen: Steckoir- oierd der Äuslegurvg herumzureiten. Me Hauptsache ist, dat Lied der Mehrheit ist vorläufig einmal ausgefu.ngeu, Md die Gtimmtarg, die sich in: Volke gezeigt hat, »vird hoffentlich vor welleren \ t:rbesvnnenheilen Er'zbergerscher An zmückhalden. Der Reichskanzler unterstreicht das positive, daß wir durchhalten müsse::, daß wir keinen schwächlichen Friede): wollen und daß die Mehrheit auch Ächt den Eindruck hat erwecken wollen, daß ein solcher Friede von uns geschlosse:: werden könnte oder müßte. Der ^laatsfekretär v. Kühlmanrr hat gegen der: Schluß der Sitzung eine.Art von Abrechnung über die Wirkung der Fnrdensentschließuirg vorgetragen. Da wies er nur Nullen der und legte das Bekenntnis ab, daß wir jetzt angesichts der Haltung unserer Gegnermit verschränkte:: Armen", vhue weitere Friedensangebote, verharren würden. Ja, er Mte an die französische Adresse noch ein kräftiges Wörtlein ÄM: Die Hände imd auch die Gelüste ivvg von irgendwelchen deutschen (Gebieten. Elsaß-Lothringen bleibt wie es ist: Müsch? Der Zentrums abgeordne te Fahrenbach d eu- -Ae gleichfalls an, daß jetzt die Aera der Friedens- fnbietung vorüber sei:Bei unseren Feinden liegt letztdieEntscheidung.EineweitereFriedens-

Kundgebung wird der Reichstag, ein weiteres

oNedensangebot die Regierung nicht mehr Aachen. Unsere K t a f t t ft ungebrochen. 'W i r ha- den alles getan zur Beendigung des Kampfes, sollen die Feinde nicht, dam: werden wir bestehen bis zu kmem liegreichen Frieden. Wirsiud bereitzu folgen, «de rnureinerRcgierung,.diezumFührenbe- >uy:g t ist,d ie e in he i tlich un d fta r f i st."

L, Da der Reichstag bei Heu: Kapitel der politischen Agi- Heere war, versäumte die Regierung nicht, nach- ruckltch einmal daraus hinzuweiseu, lvo wirtlich e r u st e G e- »kvren solcher-Agitation aufgedeckt worden sind. Was da ^o^we Machenschaften einiger Matrosen, denen die russische 'n^olutw:: die Köpfe verdrelst hat, enthüllt worden ist, sollte öeXii" 0 ^ 00 für reine juristische Auseinandersetzungen ^bon hat sich bei einigen Abgeordneten a:ich im bür- in li "w ? cr ^ cr formale, juristis<l)e Grundsatz allzusehr Vordergrund geschoben, während es den: Kanzler Staatssekretär auf ganz etwas anderes ankam. Es betriff f TO um eine politische Kennzeichnung der hpmi» , Abgeordneten derunabhängigen So;ial- oemokraten"ülst um eine Anklage vor recht-

obi V scheu Instanzen. Das Volk soll prüfen, 0le Herren Haase, Voglherr und Dittmann,

die sich so intim mit Mmcsche:: etzngelafsin hoben, die als Vaterlandsverräter mid Aufwiegler die härteste Strv.se leide:: ntnßten, ob diese Heroen :roch m den Parteien ge­hören, die den Bestaard des Reiches n:cht gefährden. Uns scheint, der Trennungsstriche den in dieser Weisender Reichs­kanzler zog, hat sich schlecht zu jnrisllschen Seiltänzereien geeignet. Der Reichstag ist kein Gerichtssavl, und neben der Immunität der Abgeordneten geht die schwere VerarUwor- tung nicht vor den: Strafrichter sondern vor dein Volks­gewissen.

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e r-Ab.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 9. Okt. (WTB. Nichtanttlich.) Amtlich wird vertautbart:

O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.

Unverändert.

I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a n p l a tz.

Bei Kal auf der Hochfläche von Bainsizza-Heiligegeist wurde gestern früh ein italienischer Angriff unter starken Feiirdverlnsten abgeschlagen. 120 Gefangene und 7 Ma­schinengewehre blieben in unserer Hand. Bei Kostanjevica brachte ein erfolgreiches Unternchmen 100 Gefangene ein.

A l b a n i e n.

Oestlich von Valona wurde ein italienischer Nebergangs- versuch über die Bojusa vereitelt.

Der Chef des Generalftabes.

Das Borpartamcrit in Rußland.

Petersburg, 9. Okt. (WTB.) Meldung der Peters­burger Delegraphen-Ageirtur. Es lvird. gerneldet, daß das Vorparlament m:f den Antrag Dserctell: als einst- w eiliger Rat der Republik Ri: ß l a n d bezeichnet wird. Er wird das Recht habe::, Fragen an die Regierung zu richten, aber keine Jrvterpellatione::, sowie das Recht der Initiative in Frage::, die de:: Staat betreffe:: und der Ver­handlung Wer Maßregeln und Entwürfe, die ihm von der Regierung vorgelegt werden.

Der Hanp tausschuß der Kadetten se(:te en:en fnus- gliedrigen U:rtercrusschuß ein, der im Einvernehn:<m mit den entsprechenden A::sschüssen der Jndafftriellen Moskaus und Petersburgs eine Verlreterlisto der bürgerlichen Parteien für das Vorparlament ans stelle:: soll, deren Anzahl ans 120 festgesetzt wurde.

Die neuen Minister.

Petersburg, 9. Okt. (WTB.) Meldung der Peters­burger Telegraphen-Agent::r. Amtliche Liste des von Ke­renski ans der Gncnblage des Uebereinkornmens mit den demokratischen und bürgerlichen Parteien :iouge1nldeten M- nisterinmS: So z i a l i st i s ch e Minister sind: 5kere:lski. Ministerprüsideut u::d Oberbefehlshaber; N:kitin, Jlme:-es u:w Post und Telegraphen; Malümtowitsch, Justiz; Prokv- powitsch, Nahrungön:rttelversorg!::ng; Awkseilliew, Lv:ü> wrrtschaft; GwooSoew, Oefseirtlicl)« Arbeiten.. N i ch t sozia­listische Minister: Derestscl-ercko, Auswärtige M:qe- legenheiten; Konowalow, Handel und Jirdnstrie; Bernvtzky, Finanzen; Sannrtzkin, Oeffeilllicher Unterricht; Kartvschew, Kultur; Litchkin, Oeffcntliche Unterstützung; Snllrnow, Staats ko ntroueur; Treticckow, Präsident des Wtrtschastsrats bei der vorläufigen Regierung; Liwerowskh, Verkehrs- minister; General Wercholoskh, Krieg; Admiral Werdc- rewsky, Marine.

^er Sozialiftenkongreß in Frankreich.

Bordeaux, 9. Okt. MTB.) In der BornnttagS- sitznng des Sozialistenkongresses beklagte Go Ude Minderheit) Wie Berlveigeruug der Pässe für Stockholm- durch die Regieruno, erklärte sich aber für die Kriegskwdite und die Teilnahme loer Partei icmider Regierung. M : lh aus (Mehrheit) warf den Kreuthalern. >VerständniSlosigkrit für di< Ansichten der Nation vor, wodurch sie sich mitschuldig an der Verlängerung des Krieges n:n ästen; er erinnerte an die Erklär::ng des Staatssekretärs Helfserrch, daß Derllschilvrtd besiegt sei:: müßte, wem: es Elsaß-Lothri::ge:: heransgäbe, und beantragte,:e Aufforderung an die' neutralem'Sek­tionen der Internationale zu richten, den Frageboge:: des holländisch-siandinavisäM: Ausschusses in gleichem Sinne zu beantworten, wie die französische Sektion. Mexan^e: Blanc (Kienthaler) sprach sich gegen jede Beteiligung de: Parteien an der Regierturg ans. Sästießlicherklärte Leba s Bürgerineister von Roubaix, der in dentscher Gefange::säiasi war, zur Bekämlpfnug des einigedrrrngeiren Fei:wes müßten die Kriegskredite bewilligt werden. Sie verweigcr::, hieße für den König von Preußen arbeiten. Die Internatio­nale müsse besonders dazu Wiederau fgerich- tel werden, um die deutschen Angreifer vor ihr zu belangen. In seiner Gegend sei man filr eine: Frieden ohne Annexionen, aber mit Ersatz für die dort durch de:: Feind augerichtete:: Schädei:.

JU der NaäMnttagssitzung führte der Antrag der Kien­thaler, Ra ff in Dugens den Vorsitz in der nächsten Sitzung zu,übertragen, zu lebhafter Grörterung. Renan- del tvollte Rafft:: Dugens diese Gelegenheit pazifistischer Agitation nicht einräumen u:w drohte als Direktor der Hmnanitä" znrückzillreten. Ellen Pr ovo st erinnerte daran, daß Raffiu Dugens in der Kammer sich zur Llbstim- nnrng für die Kredite bereit erllärt habe, wem: es aus seine Stümnie ankäme. Daher könne er auch dem Kongreß präsi­dieren. Dvotzdem ivnrde der Antrag mit 1499 gegen 1369 Sttnrine:: bei 85) Stiinmenthaltungen 22 toaren abwesend abgelehnt. Bali er es (Minderheit) sprach sich für die Kriegskredite und die Teilnahme der Partei an der Regie rung ans. Compöre Morel rief einen lebhaften Streit hervor, als er a:^ den: Dageb::ch des Arbeiter und Sol. datenrats i:: Petersburg mitteilte, daß der Gedanke einer internationalen Konferenz den russischen Sozialisten tmrd) die deutsche Sozia ldemo kralle eingegeben »vorder: sei. Cachin erklärte das für eine Erfindung der bürger­lichen Presse. Der ehemalige Mnnitionsm:nister Thomas berief sich auf den Däne:: Borgbjerg, der ihm mitgeteill habe, daß er die rnffische Revolution. nam-enS der deutsche: Sozialdemokratie zu einer internationalen Konferenz auf. gefordert habe, und daß auch Unabhängig davon die russische Regierung die ersten Schritte zu einer solchen getan habe Er erzielte eine starke Ovallon mit der Ennahnnng, der sian^ösische iLuzialismus möge daraus lernen, »vie man dir Schlingen: des Feindes vermeide.

Der Ansschirß z:rr Abarbeitung einer Emtschließung. mit der der Kongreß am 9. Oktober geschlossen wird, tritt, aus 21 Mehrheits- und 17 Minderheitsvertretern bestehend an: Abend zusammen.

Amerikanische -lbriistnug.

Washingtons. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Reutcr- Meldung. Die Regierung beobsichtigt, 35 0 Millionen Dollar für den Bau von T o rp e d o j ä g e rn auszuge bei:. Das Bauprogram rn soll in 18 Monat"" dnrchgeftihrt werden.

Die schwedische Kabinettskrise.

Stockholm, 9. Okt. lWTB.) Der König eiwvfnzg Vre voi) il»n lberirfenen P a r t ei f ü h r e r. die die Antlvorten ihrer.Parteien abgabeir Alle Parteien unterstreiävn mit lvsondertiii Nachdruck dm: '^ab. daß die bisher geführte selbständige irnb duvchvuT wcharb'iiscke Neutralitätspolitik ausrechterhaltv:: lckeide. Enn- Kundgebung der W&dj,ta: Mt die Notwendigkeit hervor, d^e belderscttlgen L>)ndäsverbi:^wdgeu aufrE zu erkalten. Die Rocl>le und int Llbcralen erklären sieb unter Herborhekvnig der Sälwierekelten der Koalitiol^regünimg benn't, m:ter genüfsen Be- dmgnnge:: an einer solckei: Megimmg teilzumhmcir.' Die Rechte w:mschit, daß alle die Parteien l reimen den Foic^m in größtniüg^ Mm Uiusmnge l-eiseitegeschobeil werdm. Rechte erklärt sich, bannt, die Beratungen über die Fordmulgeu de:- Linken in dev Berfaisungslstfonn nicht länget als iwtloardig vcn'schvbeir. iverden, dtuml ein verstände::, daß schm: jetzt eine Parlmnentskontmissivn