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„Lm Schlachimg 0 oii feltener Schmre" in Slanöent.
wschtirrLMiS.
Me grvße lleLerschvernnrungsflur des Reichstags, die Mts eine schwöre Krisis in unsere Politik gebracht hatte, ist allmählich wieder in ihr gewöhnlick-es Bette znrückgegaw- acn . Manche Urfatfien und Grunde sind für dieses Zu- sammetfliuken der WAlensmajestät des Parlamentes au zu- führen. Das kluge Nack)geben der Regierung bis zu einer
r issen Anre hat sich bQvährt. Dkts feinbtid>c Ausland ist insofern zu Hilfe gekommen, als dieses Friedens wer bet: der Mehrheit unserer Volksvertvellmg draußen gar keine Esogenllebe gefunden hat. Auch die Antwort auf die Papst- nvte, die sich auf det: Bvlksnnllen „stichle", hat in Üorrdon ttrtfr Paris mn* treue SWnäh-ungen und Drohungen hervor- «refat So konnten der Reichskanzler Michaelis und Gtaarssekretar v. Kühlmann dem Vers am meide a Rei chstog und den: drirtslt)en Volk tnit einer klangvolleren Bestimzut- hmt erklären, daß unsere Unterhändler in den Einzelheiten der Friedenssraben nicht gebunden seien raid daß >vir nichts, auch nicht Belgien, ,wreisgegeben" hätten. Dann stieg die Entwicklung noch einige Tage in derselben Linie weiter an. das Konzert der feindlichen Presse wurde womöglich noch mißtörriger, utrd Graf Czernin konnte am Dienstag in Budapest noch einmal in einer eigenen Formulierung sagen, daß nichts preisgegeben worden sei- „Wir bleiben auf dem feskn Boden der nicht mehr zu erschütternden Kriegsergeb- nifse." Aber mehr noch, er fügte etwas hinzu, worüber Herr Scheidemcnm, und vielleicht mach Herr Erzberger, peinlich berührt die Köpfe schütteln: „Wollen die Gegner den Äieg fortsetzen, so behalten wir uns freie Hand vor." Der ,Morwärts" stutzte; das hatte er sich anders vorgestellt. Aber lwirklich: die Organe der Sozialdemokratie reden irnnrer davon, was aus der endlosen Fortsetzung des Krieges werden solle; —- warum machen sie sich tmb uns nicht einmal klar, wo, was und wie das Endet>er Sackgasse sein soll, in die sie mit ihren Treilchausztoeigen des Friedens gezogen sind? Am Ende öffnet sich da doch keine Dür zu einem Verstäubigungsfrieden, sondern höchstens zu einem ausgemachten Unlcrwürsigkerlssrieden? Es gibt doch zu denket,, daß am selben Dag, wo der vorwärts" jeden Optimismus abfchioArl und von der dsctjchen Regierrato mehr Energie fordert, „in einem Wellteil ohne diplomatische Kabalen, ohne Eperzierpläye und Kasernen den» deutschen Volk jene Freiheiten traten und außen zu sichern, die es keinem andern weigert und für sich selber verlangt" — daß da der im Amte eines Munitionsministers paradierende Jgerc Churchill in einer lärmen Rede erklärt, ohne die Ver- nichtrarg des preußischen Militarismus könne ein endgültiger Friede nicht geschlossen werden. Die Geister nähern sich; Churckill setzt dem eben zitierten, ein wenig unllareit und versätleiorten Satz des „Vorwärts" einen ähnlichen, etwas deutlicheren gegenüber: „Wenn die Deutschen entscheidend geschlagen sind und die Zuversicht in ihr Regierungssystem verloren haben, und wenn sie eine erwachsene Nation geworden sind, die auf gleichem Fuße mit den freiet: Demokratien der Welt steht, so kann dies ans den harten Lehren des Krieges gewotniene Resultat als die Grundlage eines dauerhaften Friedens betrachtet werden." * Und die „Times" äußerte neuerdings loieder mit dürrenWorten, die Zeutral- mächte hätten lediglich die Wahl zynischen Unterwerfung und Niederlage. Ist da der von, Grafet: Czernin
gewiesene Weg nicht doch der bessere Ausweg aus der «Sackgasse, als die Weisung des „Vorwärts"?
Wir sehen wirklich eine andere Entwicklung vor uns. als sie der Mehrheit des Reichstags vorschwcbte. Die .Hochflut dieser- Mehrheit umrde nicht ,rur durch den Gang' der Dinge im Auslande abgeleitet, sondern auch nn Innern des Reiches mit eitlem Erfolge eürgedänrmt. Dos Volk ist erwacht und ernüchtert. Auch über dem Parlament schwebt eine Kontrolle. Hindern- buras 70. Geburtstag hat in die Kette einer besseren Entwicklung, eines Aufstiegs a-us der Entgleisung des Reichstags, gleichfalls ein starkes Glied hineingeschtniedet. Er, der verdienstvollste Mann in diesem Kriege, besitzt das Vertrauen Aller. Da gab er in der Form der bescheidensten Bitte allen Deutschen eine Weisung, die uns das Zrvielicht, in dent wir wandelten, mächtig erhellte. Knapper ansgedrückt, als er es höflich sagte: Sorgt und'streitet nicht zu viel mit Reden! Das Auge geradeaus! Vertraut der deutschen Kraft utrd Macht, gefährdet irrrb verkleinert nicht das hehre Ziel! Wahrlich, es ist etwas wie das Erkennen in der Sterne Lauf: „Da geht die Seelenkraft dir auf!" Der Ruf nach Einigkeit und Geschlossenheit, die Mahnung, mit Vertrauen zu harren, richtet sich nicht nur an die Anhänger der Mehr hellspart eien, sondern auch at, diejenigen, die den Kriegseittscheidtragen ebenfalls auf ihre Weife vorgreifen und die Regierung aus alle möglichen Forderungen t:nd Erwerbutlgen festlegen möchten. Vertraut, so sagt ihnen Hindenburg, daß der deutschen Eiche Luft und Licht geschaffen toerden wird m freier Entfaltung!
Soll denn Deutschland, das militärisch gesichert t:nd mit einer guten Ernte arrsgestattet worden ist, mit weniger Med ui d und Besonnenheit den Friedeit erwart eit als bas Land der Dvostlosigkeit und Verworrenheit: Rußland? Die dortige Lage ist noch so unsicher und ungeklärt wie zuvor; es ist noch rncht gelun.gen, die „Einheit des demokratischen Willens" in einer festen, gesicherten Regierung s geweckt Msammenzttsassen. Wie lratge es mxh daitern mag, bis die Faust Englands, die bei unserem östlichen Nachbar die Dreigung zu Friedensverhandllmgen niederhält, sich lösen muß? Bor eit Egen Tagen war in der Petersburger demokratischen Kotrferenz eit: Antrag der radi
kalen lstnken abgelehait morbett, wonach über die Frage alsbaldiger Friedens Verhandlungen eilte Abstimmung erfolgen sollte. Am Donnerstag wtcrde eine vom Ausschuß der Konferenz vorgeschlagene Entschließung mit 829 gegen l06 Stimmen angenommen, worin es heißt: „Es ist unumgänglich notwendig, eine starke revolutionäre Regie- rungsgewalt zu sck)afsen, die nach dem Programm der Moskauer Konferenz vom 27, August handelt, eine aktive Politik zur Verwirklichung des allgemeinen Friedens zu verfolgen." Plötzliche, unerwartete Ereignisse, wie sie in Rttßlattd immer möglich sind, könnten den Gatrg der Dinge vielleicht beschleunigen. Selbst Poincare soll ja bescheidener geworden sein und in einer Rede erklärt haben, „daß sich Frankreich eventuell mit dem Siege ftan- zösischwer Ideen und französischer Knllltr bescheiden werde, falls nicht alle Kriegsziele erreichbar wären." lieber den Wert einer solchen Aeußerung kann man fteilich nicht urteilen, solatrge man die Zusammenhänge der Rede nicht kennt.
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(WTB.) Großes Hauptquartier, 5. Okwber. (Amtlich.)
Weftlicher Kriegsschauplatz.
5) e e r e s g r u p p c K r ü n p r i n z N u p p r e ch t.
Ein Sch lacht tag von seltener Severe liegt hinter Füh rcrn und Truppen der IV. Armee. Er wurde bestanden.
Dum frühen Morgen bis in die Nacht dauerte das Ringen, das durch wiederholte ctrglische Angriffe aus der Gegimd nordwestlich von Langenrarck bis südlich der Straße Menin—Ypern (15 .Kilometer) immer von neuem entfesselt wurde. Ununterbwchen wirkten die Artilleriemasfen, mit äußerster Leistung von Mann und Geschütz in das Gelände. in dem sich die erbitterten hin- und herwogenden Kämpfe der Infanterie ab spielten.
Brennpunkte der Schlacht waren Poelkapelle, die einzelnen Süfe 3 Kilometer westlich von Passichendaele, die Wegkreuze östlich und südöstlich von Zonncbeke, die L^aldstücke westlich von Becelaere und das Dorf Gheluvelt. lleber diese Linie hinaus konnte der Feind, zwar vorübergehe»»d vordringend, sich unter der Wucht unserer Gegenangriffe nicht behaupten, obwohl er bis zrnn spaten Abend dauernd frische Kräfte ins Feuer führte. Der Gewinn der Engländer beschränkte sich somit auf einen 1 bis 17a Kilometer tiefen Streifen von Poelkapelle über die östlichen Ausläufer von Zonncbeke und längs der von dort nach Beeelaere ftlhrenden Straße. Das Dorf ist ebenso wie das heißumkämpste Gheluvelt voll in unserem Besitz.
DieblutigenDerlustederenglischenDivi- f tonen — mindestens 11 waren allein am Frühnngriff cm der Schlackst front angesetzt — werden überein stimmend als sehr hoch gemeldet.
Das gute Zusmnmenwirken aller unserer Waffen brachte auch diesen gewaltigen Stoß der Engländer zum Zu summen- brechen mx dem Ziele, das dieses Mal nickst, wie behauptet werdet: wird, eng, sondern unzweifelhaft recht weit gesteckt war.
Das Heldentum der deutschen Tnrppen in Flanderr» wird durch nichts übertwffen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Auf dern Ostufer der Maas führten die Franzosen abends einen neuen starken Angriff — den zwölften binnen drei Tagen — am Nord hange der Höhe 344, östlich von Samogtreux. Tagsüber bereitete heftiges Feuer, vor dem Dorbrechen zum Trommelfeuer gesteigert, den Sturm der französischen Kräfte vor. die von der. kampfbewährten Würt- tembergcn: fast überall ztlrückgeschlagen wurden. An einzelnen Stellen wurden Gegenstöße erforderlich; sie brachten zahlreiche Gefangene in unsere Hand.
Atcf dem
O e st! i ch e n Kriegsschauplätze keine größeren Kampfhandlungen.
Mazedonische Front.
Im Becken von Monastir und im Cermrbog-en war die Gcfechtstätigkeit lebhafter als an den Vortagen.
' Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.
*
Der Adendbericht.
Berlin. 5. Ott., abends. (WTB. Amtlich.)
In Flandern lebhafter Feuerkampf zwischen $ f t r und Lys; sonst keine wesentlichen Ereignisse.
*
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 5. Ott. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:
Keine größeren Kampfhandlungen.
Der Chef des Generatstabes.
Die gescheiterten Angriffe der Engländer.
Berlin, 5. Okt. (WTB.) An der Fla ndern-Fronjj snckste mn 4. Oktober der Engländer in gewaltigem Gwßkanipf unter Einsatz stärkster Kräfte nrst allen Mitteln die Entscheidung im Kampse um die U-Boots-Basis. Ein großer Teil de.' englischen Artneen lnurde lyier gegen einen Bruchteil der deutschen Artnoe e:n- E'Ützt. Bon: srülien Morgen bis späten Abend tobte die erbückerle Sckäacht. 5-alite die Artillerieoorbeieitung der letzten Tage schon alles bisl)er Ta gewesene übertrosten ^— nach den Feststellungen Churchills vom 3. Oktober sind allein in der letzten Woche in Flandern viermal so viel Granaten verschossen worden, als 1916 an der So-mme — so war auch die Fortsetzung des Artilleriekampses wahrend der Sck)lacht selbst non bisher nie gekannter Stärke.
Im ersten Morgengrauen warf der Gegner gegen die Abschnitte Babi:' B o e s i n g h e—S laden bis zum Kwtal von H o l l e -- b e k e gewaltige, tief gegliederte Jnfanteriemassen englischer, mistra- lisch er, neuseeländischer Divisionen und Schotten zum A'.rgriff vor, denen starke Jkeservan dichtauf folgten. Alles, :vas die inodern-y Ktiegstechnik an Angriffsmitteln erfunden und geschaffen liat, begleitete diese:: Anprall. Durch unsere wuchtigen mid kraftvoll ge- fiülpcken Gegenstöße wurde das erbitterte Ringen bis zum äußersten gesteigert. Den ganzen Tag über wogte der Kämpf mit unvernrin» derter Stärke hin und her. Uturblässig warf der Fckrrd neue Verstärkungen in die Schlacht und versuchte durch rücksichtslosestes Menscheneinsatz die ersten Ansangsersvlge zu erweitern. Poelkapelle, Zonnebeke und Gheluvelt stellten sick bald als Brennpunkte des erbitterten Kampfes heraus. Am spaten Al-ettd ver- suääe abermals der Gegner derl etwa 1 Kilometer treten Ein brich in unsere Abwehr^one yn erweiteru. Um 6.30 Uhr abends warf der Err^lander gegen die Front unseres Trichterfeldes westlich Pas.- schendaele—Broellrere frische Jnfanteriemafsen zum Angriff vor. Dosgieüben erfolgte um 7 Nhr ab«7ds bädersetls der Ehruff« Ppern—(Merrin ein neuer Angrfff, der von starken und frischen feindlick>en Kräften ausgeführt wurde. Wiederum entspann sich ein Ringen lSchsder Erbitterung, ohire daß es dem Gegner cyeianQ. ir.genpwelche Vorteile zu errnrgen. Erst nach 10 Uhr abeirds sl.rute dir Jusanterieschlacht ab. Die weitgesteckten Ziele der Englmtdcr wurden nicht im ientferntesUn erreicht. In der Abweltrzone mr- seves Trichterfeldes ist auch dieser neue Großangriff des (hegrfers abermals unter allerschniersten Verlusten blutig zusammengebrochen. Die Leistung und der Heldenmut mckerer Truppen, chie hier in Flandern in wochenlangem schwersten: Ringen eurem vielfach überlegenen Feind gegenüberstehen, der noch vor Jahresschtuß die Entscheidung erzwingen will -oder muß, ist unvergleichlich Der Versuch jn:glischer Berichte, die weitgesteckten Ziele, die die Eutsch'idung bringen sollen, abzuleugnen, ist eine beivußte Uwvahrheit und nichts. n>eiter als eine Vorsichtsmaßregel, die durch die (sickahrmtg früherer Beurteilung der Flatedernschlachten geboten scheint.
I!n der Nacht setzte der Feind sein Zerstörungssener aus imfere Linien fort, das sich in de:: Mdrgenstutkden des 5. Oktober stellenweise wieder verdichtete.
Während an der Arr>asfront und in der (^)egend St. Quentin nur stellenweise die beiderseitige Artillerietätigleit lcckilxrfter w:rde. erfolgte auf dem Ostufer der Maas bei Eiu- brnch der Dimkellteit nach , starker Fmersteigernng ^ der erwartete- französische Angriff beiderseits der Höbe 344. Mit starken Kräften in etwa 2 Kilometer Breite rannte hier der Feind zum zwölften! Male innerhalb twei Tagen vergeblich gegen unsere neugewonnenen Stelllmgen «an. Jeder Geländegcwimr blieb ihm versagt. Ter neue Mißerfolg kostete wieder den Franzosen hohe blutige Verluste und Einbuße vm: Gefangenen.
*
Die englischen Verluste.
Rvttordnen, 4. Okt.. (WTB.) Nach dem „Nieuwe Rottordamsche Courant" geben die englischen Verlustlisten die Gesamtverluste der englischen Armee im September mit 2938 Offizieren und 100 200 Mann und die Gesamtverlnste der Flotte mit 100 Offizieren und 614 Mann an. Im August betrugen die Gesamt Verluste der Armee 5284 Offiziere und 52 404 Mann.
Eine türkische Richtigstellung.
Kvnstantinvpel, 4. Okt. (WTB.) In ihrem Bericht vom 3. Oktober behaupten die Eriglätrder, im Kampfe am Irak 13 Geschütze und 12 Maschinettgewehre erbettlet zn haben. Sie erklären, 3300 Marn: gefangen genommen zu haben, darunter 200 Offiziere und 600 Verwundete. Diese Behauptung ist falsch. Wie gewöhnlich streuen die Engländer ^ solche Lüget: aus, trm Niederlagen wettzumachen, die sie auf der deutschen Front erleiden. Auch in ihrem Bericht vom 26. September tmrd eine große Zahl Gefangener erwähnt, die in dem Abschtitte Man in Palästina gemacht wirrde::. Aber diese Gefangenen waren in Wirklich keil nur die Insassen eines'eutgleisten Zuges und zwar Frauen und Kinder, die dann von Rebellen gefangen genonrmen wurde::. Die Engländer Halle:: diese Gelegenheit nicht versäumt, um der ganzen Welt eine*!- neuen, hervorragenden Erfolg zu verkünden.
Dcr Papst und die Entente.
Rotterdam, 5. Okt. (Privattel.) Nach dem „Nieu!:^ Rollerdamsche Courant" erfährt „Daich Telegraph" aus Rom vom 2. Oktober, daß der Papst tatsächlich der Entente seine Vermittlung angeboten habe :md ihre Antwort abwarte.


