Ausgabe 
21.9.1917 Erstes Blatt
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Aus Stadt rrnd Land.

Gießen, 21. September 1917.

Aufruf.

Das Rirrg-en um Deutschlands Ankunft, utn unseres Volkes Bestand, Freiheit nnd Aufstieg, muß nach dem Willen verbissener Feinde weitergehen. Sv lange noch, bis auch verblendeten Angen endlich offenbar wird, daß allen Anstürmen, Krieg sbeschwerden und Gelderfordernissen nn- beugsam stand zu halten das deutsche Volk bereit und fähig ist. Die herausfordernden Zweifel in unsere heimische Uw- erschütterlichkeit sind es, und sie sind es ganz allein, die den Krieg verlängern. Ja, mit einem Aufflammen uner­bittlicher feindlicher Vernichtung samt, mit teurem Blut und Gut, mit einer Gefährdung des opfervoll bisher Erreichten hätten wir es alle schmerzlich und unersetzbar zu büßen.

wir jetzt in der geldwirtschaftlichen Kraftanspannung glaubten Nachlassen zu dürfen. Je widerstandsfähiger aber wir des Reiches Geldwesen erhalten, um so stärkeren Wider­hall wird dereinst das deutsche Wort bei den Friedeusver- handlungen wecken, um so rascher werden wir in der Zeit friedlichen Wiederaufbaus den deutschen Geldwert in: Aus­land auf seine alte Höhe bringen zu Unser aller Vorteil. Das Denffche Reick) bietet Gewahr für die Sicherheit Eurer unentziehbaren Ansprüche mit allen Vermögenswerten, mit den: Eintommeri und allen schafferlden Kräften der Gesamt­heit seiner Bürger. Uub machtvoll wie durch drei lange Jahre hindurch wird auch ferrrerhin zu Wasser und zu Land die Abwehr und Schwächung der Feinde sein. Hinzu­treten muß aber als mit kämpfen de Streitnmcht das lücken­lose Aufgebot aller freien Gelder. So ergeht in schicksal- schwerer Zeit an die sämtlichen Volksgenossen mit großem, kleinem und kleinstem Geldbesitz in Stadt und Land der Ruf des schuWos bedrohten Vaterlandes: Helft mit Eurem Gerde zn einem neuen stolzen, achttrnggebietenden Zeich­nungserfolg, zu einem ehernen Kraftbeweis, der uns den: ehrenvollen Frieden näherbrirmt! Zeichnet die 7. Kriegsanleihe!

N

** Ob st verkauf. Bei der städtischen Obstverteilungsstelle, Vrandplatz 3, kommen Aepfel, Birnen., Zmetschen, Kürbisse uitd an­deres Obst zum Verkauf.

** Höchstpreise für Kartoffeln. Auf die Bekannt­machung des Kreisamtes, die Höchstpreise für Kartoffeln beweisend, im amtlichen Teil der heutigen Nummer, wird hingcwiesen.

** Das Großh. H es si sche R eg i erung s b l a t t, Bei­lage Nr. 15, vom 19. September 1917, enthält: 1. Uebersicht über die in den Landgemeinden des Kreises Offenbach zu erhebenden Gemeindcumlagen .für das Rechnungsjahr 1917. 2. Uebersicht der für das Rechmmgsjahr 1917 genehmigten Umlagen zur Be- ftreitiuipi der Bedürfnisse der israelitisä-en Religiorisgemeinden des Kreises Darmstadt. 3. Uebersicht über die in den Gemeinden des Kreises Gvoß-Gevan zu erhebenden Gemeindeumlagen für das Rechnnngsjahr 1917. 4. Ra mens Veränderungen. 5. Or­densverleihungen. b. Eharaktererteilungen. 7. Tienstmachp- richten. 6. Tiensteutlassrmgen. 9. Rtlhesüandsversetzungen.

Kreis Büdingen.

Büdin gen, 21. Sept. Das Kreisamt läßt in diese;: Ta- .ycn die Obsternte an den Kreissttaßen öffentlich versteigern. Ins­gesamt kommen etioa 4 5 0 0 Z e n tne r Tafel- und Wirtschaffsvbst zum Ausgebot. Diese Obstmenge wird eine Einnahme von rund IM (XX) Mark bringen, wenn man den Wert eines Zentners mit 20 22 Mark veranschlagt. Die Einnahme dürfte demnach die ge­

wöhnlich nur mit mehreren bansend Mark eingesetzte Borrrnschlags- snmme des Kreishaushaltsplcmes unc.ein Vielfaches übersteigen.

Kreis Lauterbach.

--Lanierbach, 21. Sept. Bei dem Versuche, Benzol am Herd zu enoärmen, explodierte im nal)en Qrue ck der Benzolbehälter mrt wlchcr Gewalt, daß der denVersuch" ausfnhren.de junge Mann am ganzen Körper schwer verbrannt wurde. Durch die umher- fllegenden Stücke >wurde auch das Haus erheblich beschädigt.

Hessen-Nassau.

** Frankfurt a. M., .20. Sept. (MTB.) Ans Anlaß der xui Zuge befindlichen siebenten Kriegsanleihe hat heicke im Sitzungssäle der Handelskammer Reichsbankpräsident Havenstein erneu etwa einstündigen Aorttag gehalten, in den: er in kurzen Umrissen das Programm für die hoffentlich letzte Kriegsanleihe entwickelte. Er schloß seine interessanten Ausführungen mit beit Worten, daß an diesem Kampfe der Heimarmee jeder in seinen: großen oder kleinen Wirkungskreise teitnehmcn müsse, es dürfe keiner fehlen. Tann werde man des glänzenden Erfolges sicher fern. Ans den Kreisen der Bankwelt wurde versichert, daß die Stadt Frankfurt auch diesmal, wie bei den vorhergehenden An- leihem bei denen sie mehr geleistet habe, als erwartet wurde, ihre Schuldigkeit tim werde.

Wrtterrrngsbericht.

(0 c f f c n 11 i dj e c Wetterdienst.!

Keine wesentliche Aenderung der bestehenden Witterung.

Ikotzn ZXad'yru -'* tci®.

Eine Entschließrmg der Stadtverordneten Breslaus.

B r e s l a u , 21. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die Stadt­verordnetenversammlung nahm mit Zustimmung des Magi­strats folgende Entschließung an: Die Stadtverordnetenver­sammlung^ weist entschieden in Ucbereinstimmung mit dem deutschen Städtetag den Versuch Wilsons zurück, sich in inner­deutsche Angelegenheiten zu mischen. Das deutsche Volk ist fähig und gewillt, seine eigenen Angelegenheiten selbst zu ordnen. Die Versammlung fordert die Breslauer Bürger­schaft auf, als beste Antwort sich mit aller Kraft an der 7. Kriegsanleihe zu beteiligen.

Harderr über Belgien.

Berlin, 20. Sept. Maximilian Harden sprach am Donnerstag in der Philharmonie über die belgische Frage. Er erklärte n. a.: Belgien ist eine Lebensfrage für England. Deshalb hat England die Vereinigten Niederlande und Belgien geschaffen. Die Feinde werden nach einem solchen Opfer nicht nach Hause gehen, ohne daß die amerika­nische Hilfe wenigstens eingesetzt und ervrobt worden ist. Die Entscheidung über Belgien mnß schnell und klar fallen. Jede Halbheit oderBethmannei" ist vom Uebel. Wenn wir es haben wollen, so müssen wir es wirklich einstecken oder wir müssen erklären, wir hätten niemals daran gedacht. Ein Ohmnachtsansall zwang Harden, den Bortrag vorzeitig abzubrechen.

Dasnüchterne" Rußland.

Petersburg, 21. Sept. (P. T. A.) Der Mäßigkeit im Trinken dauernd Geltung zU verschaffen, hat die vorläufige Regierung eine Verfügung erlassen, wonach nacheinander alle Vorräte an Alkohol und Spirituosen in den Brauereien und Ausschankstellen in Essig Umgewandelt oder kohlen- saurenr Wasser beigemengt werden sollen, das mir I 1/2 Proz. Alkohol enthalten darf.

Explosion und Grobfeuer in Ost-London.

London, 20. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Im Ostlondon hat gestern früh ein Feuer,

das durch eine Explosion Nicker aufgestapelten Chemikalien ver-

ursackst !war, eine ganze Fabrik, die sich über ein Gebiet von einem halben Acre ausbreitete, zerstört. Benachbarte F-abriken und Hun­derte von Häusern wurden beschädigt. Wegen her frühen Ntorgen- stünde sind 'keine Menschen vverunglückt.

Zunehmender Mangel in Australien.

Amsterdam, 20. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) TieTimes" meldet aus Sydney: In Australien schrumpfen die Vorräte wegen des Mangels an Schisfraum rasch zusammen. Die australische Industrie kann wegen des Mangels an Maschinen die Artikel, die früher eingcführt wurden, nicht selbst Herstellen. Dies hat zur Folge, daß der japanische Handel ständig an Boden gewinnt.

Argentinien.

Buenos Aires, 21. Sept. (Reuter.) Der Senat be­schloß fast einstimmig den Abbruch der Beziehungen zu Deutschland. Die Entschließung wird jetzt der Deputierten- kammer vorgelegt werden. Die öffentliche Meinung ist stark zugunsten ihrer endgültigen Annahme.

(Anmerkung: (Aue Bestätigung dieser Rente rineldnng liegt amtlicherseits nicht vor.)

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung

den Höchstpreis für Kartoffeln betreffend. Vom 13. September 1917.

Auf lGrund der §§ 2, 8 und 9 der .Bundesratsv'.u 0 rdnunp über die Preise der landwirtschaftlichen Erz-eirgnisse aus der Ernte 1917 und für Schlachtvieh vom 19. Marz 1917, sowie der hierzu' erlassenen Aussührungsbekanntmachung Großl). Ministeriums des' Innern vom 26. März 1917 wird hierdurch bestimmt:

Der Erz eugerhöch st preis für Winterspcisekartofseln wird aujf 6 Mark für den Zentner, einschließlich Schnellig- keits- und Anfuhrprämie festgesetzt.

Der Höchstpreis gilt für die Lieferung ohne Sack und für Barzahlung bei Empfang. Er schließt die Kosten der Beförderung bis zur Verladestelle des Ofrbes, an dem die Ware m!ßö tb-er Bahn oder zu Wasser versandt wird, sowie die Kosten des Einladens daselbst ein.

Bei Lieferung gesackter Kartoffeln, ausschließlich Sack frei Keller des Bestellers kann höchstens ein Zuschlag von! 8 0 Pfennig zu dem Höchstpreis von 6 Mark für den Zentner» Kartoffeln gefordert werden. Bei Lieferung der Kartoffeln vom Lager eines Kommunal Verbands, einer Gemeinde oder eines Händ­lers erhöht sich der Zuschlag von 80 Pfennig auf h ö ch ft e n st 1,25 MarkfürdenZentner.

Bei Lieferung durchs den Erzeuger innerhalb seines Wohn­ortes frei Keller oder an einen Ort im Umkrleis von nufn mehr als 3 Kilometern frei Keller darf der Aufschlag Flöhstens die Hälfte ,der im vorhergehenden Absatz genannten Sätze? betragen.

Der Kleinhandel sHöchstpreis beim Erzeuger und Händler, das ist der Preis beim Verkauf von untrr einem Zentner- wird lgb Lager auf 9 Pfennig für das' Pfund festgesetzt.

Darmstadt, den 13. September 1917.

Landes kart 0 ffelstelle.

Hechler.

An den Oberbürgermeister zu Gießen, die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises, Großh. Polizeiamt Gießen und Großh. Gendarmerie des Kreises.

Vorstehende Preisfestsetzung ist ortsüblich bekanntzumachen; Preisüberschreitungen sind Mr Anzeige zn bringen.

.Gießen, den 21. September 1917.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Usinger.

7. deutsche

Zeichnungen auf die 4: l / 2 0 / 0 ReichSschatzanweisu.gen, 5°/ 0 Reichs- anlcihen nehme ich zu den amtlichen Bedingungen bis zum 18. Oktober ds. IS., mittags 1 Uhr entgegen. Gleichzeitig empfehle ich zur Auf­bewahrung von Kriegsanleihe die in meinem feuer- und diebessicheren Ge­wölbe eingebauten eisernen Schrankfächer gegen mäßige Vergütung

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