Ausgabe 
19.9.1917 Erstes Blatt
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Die gesunkenen Hoffnungen ver Engländer.

Bern, 18. Sept. (WTB.) DerManchester Guardian" führt m cm ünisartifel itber die ftJctegslage «ms, man. fei in England yeueigt, für die Nichlverivirkkichun-g der Hoffnungen an der West- wlMt. die offen zugegeben «verdien utüffe, Ru ßl«nd zu tadeln, aber es sei z/oeifelhaft, ob die Lage in Flandern anders wäre, «oenn Rußland mit der alten Kraft gekämpft hätte. Englands Pro­blem an der Westfront sei dasselbe, was es unter allen Umständen gewesen wäre, falls nicht gerade die Russen Ostpreußen oder Ungarn erobert hätten. Das Blatt sagt, es sei gut, den Tatsachen ins Ge- ncht zu blicken und fährt fort: Tie hauptsächlichste Tatsache an der Westfront ist, daß wir das Problem des Angriffs auf solche Stellun­gen, wie sie die Deutschen dort geschaffen haben, außer mit uner­träglichen Verlusten erst noch lösen lernen müssen. Das Problem 'wäre auch im Falle einer russischen Offensive nur um Bruchteile leichter gewesen, denn es hängt nicht von der zahlenmäßigen Ueber- leganheit auf der einen oder anderen Seite ab. Es ist ein taktisches Problem und es wird klar, daß die Ueberlegenheit der Artillerie, von der wir den Sieg erhofften, allein uns den Sieg nicht geben wird. Es ist sogar fraglich, ob es möglich ist, ein Üebermaß an Artilleriefeuer obzuwenden. Dieselben Kanonen, die die feindlichen Schützengräben unhaltbar wachen, verzögern auch unser Vordringen, denn die durch die Beschießung geschaffenen Granattrichter sind ein ziemlich guter Ersatz für die feindlichen Verschanzungen. Wir haben noch sehr viel zu tun. Die Zeitung wirft die Frage auf. ob es nicht raffamer bare, die Frontangriffe einzustellen und die Kriegführung auf Angriffe aus die rückwärtigen Verbindungen zu beschränken. Die Deutschen hätten dies längst erkannt und daher auch den Tauch­bootkrieg unternommen. England müsse versuchen, die unbedingte lieber legen heit zu erringen und dann den Krieg durch Flieger zu gewinnen, ohne einen einzigen Mann durch Frontangriffe zu verlieren.

Bern 18. Seht. Der Marinesackverständige derDaily VLail" weist darauf hin, daß die deutschen Tauchboote bisher einzeln '-nid dann weit planmäßiger, und später in Gruppen zu dreien imi> Vieren erschienen seien. Der kürzlich-: Angriff auf zwei amerikanische Schiffe habe die Operation einer regelrechten Tauch- bootsffottille erkennen laffen und damft sei der Tauchboots krieg in eine neue Entwicklungsstufe getreten, die für die Alliierten' uhwerwregende Folgen haben könne und sich anscheinend noch immer ernster anlasse. Jedenfalls zeige Deutschland auch im Tauchboots­kriege Findigkeit und Anpassungsvermögen. Dieselben Eigenschaften s-eien den Engländern nötig, um Deutschalnd zu schlagen.

urck srraesbewußt Mstmunenste-en und ousyrrrren ehrenvollen, zukunftsreichen Friede ;l

Eine Stockholmer Sozialistenkundgebung für die Engländer.

Stockholm, 18. Sept. (WTB.) Die gestern veranstal­tete Sozialistenkundgebung, an der sich 10- bis 15 000 Personen beteiligten, nahm nach einer Rede B r a n - tings und sieben anderer Kandidaten für die Stockholmer Wahlen eine Entschließung cm, die den Rücktritt der Regierungfordert.Stockholms Dagbladet" bezeichnet nn heutigen Leitartikel Branting als den Waffenträger der Entente, da er in seiner Rede äußerte:Wir wollen, daß die Regierung die Konsequenzen aus dem Borgefaltenen, d. h. der Telegrammaffäre, ziehe und sich zurückziehe. Diese kann, fügt das Blatt hinzu, nicht anders bezeichnet werden, denn als offenbare Forderung eines schwedischen Ministerwechsels als direkte Folge des ausländischen Druckes.

Die Entente und ver Frieden-Vorschlag des Papstes.

- ndon, 17. Sept. (WTB.) Das Reutersche Bureau

erfahrt, daß die Alliierten den Friedensvorschlag des Papstes nicht eher beantworten werden, als bis die Mittelmächte ihre Antwort an den Vatikan abgeschickt Haltung Englands stimmt iw allgemeinen vollstandrg mit der Antwort überein, die Wilson dem Papst gegeben hat. '

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Amerikanische Ausfuhrverbote.

.. (WTB.) Reutermeldung. Um die

notwendigen Vorräte sicherzustellen, gab der Berwaltungsrat für die Ausfuhr gestern nacht eine lange Liste von Waren bekannt, deren Ausfuhr vollständig verboten ist, sofern der ^Zerfanjo nicht unmtteltbaren Kriegszwecken dient Die Lifte Ns auf- Weizen, Mehl, Zucker, Butter, Baurnwolle, Eisen, Lftayl aller Art, viele Chemikalien und einige andere Artikel vmzugefügt wird tn der Bekanntmachung, daß begrenzte Nengen der erfaßten Artikel in gewissen anderen Fällen ausgeführt werden können, wenn es ohne Nachteil für die <>ereuttgten Staren geschehen kann oder foenn es für not­wendige medrzrmsche oder pharmazeutische Zwecke erfahrt.

Die niederländische Thronrede.

T ., 5>0 1 9 ' ^ Sept- (WTB., Meümns der Niederlimdischeu Tetegra phm-A gentur. Der Ministerpräsid ent3S henteuactMittag im Namen der Königin die ordentliche Sessivrl der Generalslaaten mit folgender Ansprache-

'^nl Die Königin hat müh beauftragt, in ihrem 7?amen dre ordentliche Sesnon zu eröffnen. In der kurzen Heit ^ Mitte weilte, ist in der inner-

^ SaQe Ee wesentliche Aenderuna eingetrrten

Die Ausftchtm lür den foimn-orönt Winter sind wenig befriedigend ^ ^L^^d«wn Seiten ausgehenden Bestrebungen, b&n^LnV

ru machen, die unsere Nation mit Z^ben das angrstrebte Ziel noch uns inmitten von Hbftig bekcknipfenden Femden berertzuhalten, um möa- unserer Weitirafitcd abzrkwehren Die Versorgung ^ Leb^sbedtirfnissen und Rohstoffen für unsere schwieriger. Maßregeln, um nns mit dem demnächst vorgeschlagen Wartung des Berichtes der Staatskommisftou über Reichsbeamten soll eine Neuregelung der Teue- ^^hungunq unterbreitet werden Der Ber- den Koloirren rst m zunehmendem Maße erschvert Für die Erfuhr der Eschen Bodenprodukte fehlt es an d^n Eicwn Schiffsraum. Dre Emmhr von mrsläirdischerr Gütern kann nickten nusvercheneem Maß - geschehen. Mehr als ftfft ein ^ammeruckr^ aller ohne UEcichied von Klaffe und Stand uuen^ftch ^ der steigenden Not der Völker arprecht^u ertalten

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, zurunftsrrtchen FDroen. . ^ .

Professor Zmrttv, Versa mullungÄater Dr. Peters. Hie raus g ing folgende Antwort des Kaisers an Professor Zonrw, Grrurdenz, ein: . r .

Meinen wärmste» Dank der Bürgerschaft der allen Werchsel- feste YftvAdenz für die Bekundung deS l)eilrgen Zornes über die dem deutsck-en Volke durch schmachvolle Zumutungen von fenseits des Ozeans angetane BeleidigMcg. Äeußerstc Anspannung aller Kräfte bis zum endgülttgen Siege über unsere Feinde wird diesen die törichte Unterschätzung deutscher Treue und Vaterlandsliebe llarmackien. gez. Wilhelm I. R.

Saarbrücken, 18. Sept. (WTV.) Der Verband der Saarpresse und der Zeittmgsverlegervererne des Saarrevrers haben folgende Erklärung erlassen:

Die imterzeichneten Redakteure und Verleger der im Saar- revier erscheinende«! politischen Tageszeitungen als die berufenen Vertreter der öffentlichen Meinung der Saarlande nehmen Ver­anlassung, ihre Entrüstung über die Antwortnote des Präsidenten Wilson ans die Fri^umsnote Seiner Heilig­keit des Papstes zum Llusdrnck zu bringen.

Tie Saarbrücker Lande sind vor hundert Jahrnr auf ihren dringenden Wunsch der Mone Preußens einverleibt worden und haben während all der Zeit die Wohltaten des preußischen Herr­scherhauses in reichstem Maße an ftch erfahren. Daher weisen ste mit flammendem Protest die anmaßende und freche Zu­mutung des Präsidenten Wilson, die überkommene Regierungs- fvrm zu ändern und die angestammte Moimrchie zu stürzen, zurück. Sie verbitten sich auch für die Zukunft jede fremde Eimnischung in die inneren Angelegenheiten des Reiches und Preußens. Erst recht verwahren sie sich gegen den Gedanken, die Saarbrücker Lande vom Reicks und von der Kwne Preußens wieder loszureißen und fremder Herrschaft zu unterstellen Was auch kommen mag: die Saarlande werden wie bisher auch in Zukunft mit Liebe und Treue zu Kaiser und Reich stehen. Das Saargebiet soll sein und bleiben, was es seit hundert Jahren war: ein unantastbares Kleiirod der Krone Preußens."

Es folgen die Unterschriften von 24 Zeitungen des Saar- gebiets.

Köln.

Köln a. Rh., 18. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Zu Beginn der heuttgen außerordentlichen Stadtverordnetenv er- sautmlung wurde unter Leblxrftem Beifall der Verscmnnlmrg die von den beiden Dladtverordrwtenftattioiien eingiereichte K u n d -

bung gegen Wilson an dm Reichskanzler abznsenden be­schlossen : Die Staidtpervxdn.rtmversancwllQrg der Stadt Köln erhebt mit Entrüstung Einspruch gegen dm anmaßenderr Versuch des Prä­sidenten Wilson in seiner Antwort auf die Friedensnote des Pccpstes, sich in innere Angelegenheiten des dentschm Volkes einzumischm, der Ideutschm Regierung im Widerspruch mit dm «mwiderleglichm Ättsachen die Schuld an dem' Ausbruch des Krieges zuzuschiebm iund zwischen Kaffer und Volk Zwiespalt Zu säen. Wir wissm uns erns mit deni Hohmzollernherrscher, der «valwend seiner beinahe 30iährigm Regierung so oft als Hüter und Schützer sich, erwiesen Uno unendlich viel zum' Blül-en und Gedeihm des dmtschen Volkes ,Q£iti)t£t hat, so daß das aescrmte deutsche Volk in Merschütterlicher Dankbarkeit und Treue sich mit dem Kaiser verbundm fühill. Wenrc ettvas geeignet war, diese Barrde der Liebe und Anhänglichkeit des den tschm Volkes zu seinem angestanrmten Herrscher noch fester und nmiger zu knüpfen, so rovrm es die unwürdigen Treibereien des Präsrdmtm der Vereinigten Staaten, «e Bemühungen Wilsons und anderer Feinde, unsere vaterländische und Monarchische Ein­heit zu brechen, werden machtlos zerschellm an des deutschen Volkes ; Treue zu Kaiser und Reich.

Münster.

Berlin 18. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die Bürger- schaft von Münster l>at an den Kaiser ein Telegramm ge- schrckt, rn dem es heißt:Mt dem ganzen Volk der roten Erde steht auch Münsters Bürgerschaft unerschütterlich zu Schirm und Schüch vor semem Herrschmhause, um die heiligen Ueberlieferungm des KünrgttanS von Gottes (Änadm gegm alle Verleumder und Feinde zu verteidigen mit dem Schwert und Lebim bis zum letztm AtmrMge. ^ gez. Dieckmann, ObeErgermeister.

Hierauf ck folgende Antwort des Kaisers eingegangm: Oberbnrgennarstm Dieckmann, Münster in Westfalen. Der dortigen Bürgerschaft drucke ich cherzlich für den HuldignNgschvuß und das Gewbrns, rn aller Wesrfcch-ntrme für .Wnig nnd Vaterland mit Gut wb JBtot eftMrstehm bis zum letztm Ättnizuge. »er fernd- ttchm UebeMurcht, Verleumdung und Tücke soll imb ivird nicht gti uhgen , tEdeutslhe Volk in seiner Treue zu dem angestammten Fürsten wwckmd zu machen und ihm amen ehrenvollen und segms- rerchm Frieden vMMLNchallen. (Ach. Wilhelm I. R '

^ Westl.

^Bürgerscho ft von Wesel hat ans eine Kundgebung vom Kaiser folgende Antwort erhellten:

Bürgrttneister Poppelbauin. Wesel. Bon der kraftvollen Ent- fuftünBkurckgebung der Bürgerschaft Wesels gegenüber der versuch- ten Gaunffchnna unserer Feinde in die eigensten Angelegenheiten des deutschen Volles habe ich mit Freuden Kenntnis gmommm A» banke herzlrch für das- erneute Treugelöbnis. Mt Gottes Hufe tmrd auch tiefe Feuerprobe deutscher Einigkeit siegreich be- standm werdm und dem Baterlande zum Segen gereill-ew"

Eine Aeutzerung des Reichskanzlers.

Berlin, 18. Sept. p. RiHanrtüchi.) DieNorddmtsche Mgen^cne Zerttmg" schreckt: Bon Vereinen und Mcperschaftm Ms allen Tellen des Reiches gehen dem Reichskanzlei Kundgebungen zu,, die das Bekenntnis zu vaterländischer Zu v er. '^AL lünd Entschlossenheit und das Gelöbnis unbeirrtm, rtelftcheren Aushamens bis zum glücklichen Ende ausdrücken. Der Reichskanzler ist leider außerstande, alle Telegramme einzeln zu bean^ortm Wd deutsche Männer durch Wort «uck Tat für We ^Selbstbehauptung und das' Erkämpfen eines Friedms wrrken, der dre Freiheit, Blüte und Entwicklung des deutschen! Volkes fest und srll)er verankert, begleitet freudige Zustim- mung und der Tank des oberstm Reickisbeamten ihr Streben und Schaffen.

Die «mitgedungen gegen Mlson.

S?i° Bürgerschaft t>on Gvau- US**#* Telegramm geschickt: zablreil^^uckt^ Unterzeichnete alleruntertäniast in

onolgte Annahme nach,tel>en- WiUon^sn 8?'Ldmwm^votteu «ersuch»des Präsidenten

cfr ^ .^? lc Gestaltung der inneren Verhältnisse des

chs uns aufzudrängm erlvebt mit ,i^nr

der alten WrtNeWsLWn^de^ sprucb Mit aller verdienten Verachtung weisen wir Männer und

grauen vrm GrauSrnz in rinnürlchier Entritsüma ,7m

' mnbc l i ? n " t Mr ernrumr bS imSS

UoutMifi Xieue *u Swia mu> Reich unö touSwi eiicig. sdahlhart

Seekrieg.

Reue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 18. Gept. (WTB. Amtlich.) Im Sperre gebiet um England sind durch unsere Unterstebootti 19 000 Bruttoregistertonnen versenkt worden.

Unter den vernichteten Schiffen befanden sich zwei große bewaffnete englische Dampfer, einer davon anscheinend ein Hilfskreitzer oder Transporter.

Der Chef des Admrralstabes der Marine.

Pariser Blätter über denganz besonderen Ernst" des U-Boot-Krieges.

w (WTM) Eine offizielle Meldmra der

U SSSSvrh daß angesichts der neuen Art der

SfÄ!!! 5 durch die Deutschen, welch«, die U- Boote rn Geschwadern operieren lassen, zu erwarten sei daß dre neue Phase des U nterseebootkrieqes einen ganz besonderen Ernst annehmen jverde Paris, 17. Sept. (WTB.) Meldung der »ence Havus ^^renvque" und das Petroleumschisf * preßen am 12. Septeinber nachts 11 Uhr im Mittelmeer zusammen. Auf demB-oUvet" brach ein Brand aus. Dus Schiff ging eine Viertelstunde später im folge einer Etpfafron unter. Bo., der Beinaiinuna ist ni^ mand verungttickt. Dre ,-Orenoaue" konnte trotz ihrer Be-- schädigungeir die Mste von Maier erreichen -

a°b°r-ne Arbeiter, d,' ÄSd Uber Bord gingen, werden vermißt. ^urnmeniwßes

Berlin, 18. Sept. lWTB. Amtlich.) Unsere Gegner unternahnien am 16. September mehrere B o m be n f l ü g e gegen das süddeutsches eimatgebi et. Es wurden an­gegriffen Stuttgart, Tübingen, Freudenstadt, Oberndorf, Sankt Ingbert, Saarbrücken und Colmar. Bei Stuttgart wurde ein Soldat leicht verletzt. In Freudenstadt und Colmar entstand Gebäudeschaden. Alle übrigen Angriffe verursachten weder Verluste au Toten und Berwu.ideten, noch Sachscha­den. Drei feindliche Flugzeuge wurden innerhalb des Hei­matgebietes abgcschossen.

Fliegeroberlcutnant Curt Wolff gefalle».

Berlin, 18. Sept. (WTB.) Der Fliegeroberleutnank Curt Wolff, Ritter des Ordens Pour !c Märite, zuletzt Führer der lange Zeit vom Rittmeister Freihcrrn v. Richt­hofen geführten Jagdstaffel Nr. 11, ist am 15. September ge­fallen, fünf Tage nachdem er zum Oberleutnant befördert worden war.

Hh§ tzsm Reiche.

Die Beschlagnahme wn Wasche.

Berlin, 18. Sept. (WTB.) Im Anschluß an die Be^ schlagnahme der Gasthauswäsche sind in der Be­völkerung verschiedentlich Gerüchte verbreitet worden, daß auch eine Beschlagnahme der in P r i v a L h a u s h a l t u n gen vorhandenen Waschebestäude bevorsdehe. Die Befürch­tungen sind haltlos. Die ReichsbekleidUngsstelle erklärt ausdrücklich, daß sie rftcht beabsichtigt, durch Beschlagnahme oder Enteignung in die Waschebestände der Familieii einzu-» greifen.

Aus Hessen.

Eine Versammlung der Darmstädter Sozialdemokratk.

I. D a r m st a d t, 17. Sept. Für heute abend hatten di« Vorstände der freien Gewerkschaften und der sozialdemokra­tischen Partei eine Versammlung einberüfen und dazu auch die Behörden eingeladen, uni die Wünsche und Beschwerde^ der städtischen Arbeiterschaft über die Versorgung der Be­völkerung mit Lebensmitteln und Brennstoffen Vorzug bringen. Die Kriegsamtsstellc in Frankfurt a. M, das Kveisamt rrnd die Stadtverwaltung waren vertteten. Nach einer eingehenden Aussprache wurde eine Entschließung gefaßt, in der u. a. folgende Forderrrngen gestellt werden:

Beschleunigte und gleichmäßige Rationierung aller Lebens^ mittel. Brenn- und Bekleidungsstoffe, die zum Lebensunterhalt unbedingt notwendig sind. Abbau der bisl-erigen Höchstpreispolittk und Festsetzung von Höchstpreisen, die den wirklichen GestehungS- losten entspreck-en. Angesichts der diesjährigen reichen KartoffÄ ernte ist die chagesmengeEaus den Kopf der Bevölkc'rung auf min- destens IV9 Vfttnd festzusetzen. Der Erzeugerpreis ist von 6 Mark aut 4,50 Mark herabzusetzen und die seitens der ReichskartvffcL-q stellen beschossenen, den Erzeugern zugute kommenden Scknellig-, tetts- und Anfuhrpräinien aufzuheben oder auf die Reichskasse zu übernehmen. Die jetzigen Obstpreise stellen in keinem Verhältnis! zu der pvrzüglick>en Obsternte, und sind, um allen Bevölkerung«- schichten die Möglichkeit zu geben, sich Obst kaufen zu können, herabzusetzen.

ferner wurde ein fünflöipsiger Ausschu.ß gewählt, bn m ständrger Fühlung mit den Behörden die jeweiligen Wünsche der Arbeiterschaft zum Ansdruck Bringen soll.

Au» St«Ht «nv fand.

Hießen, 19. September 1917.

Hilfsdienst beim Ent- u. Beladen von Eisenbahnwagen.

, ^ nEtt Zett wird inftllge der Anfuhr der HcruÄwandkoAe E der Erntcpro.dukte tme Kartoffeln. Getreide, Gemüse usw.

erhebliche Mehranforderungen an die Zerßunaen der Staats- ^dneu. killen. Um nun Verkehrsschwiertgkrtten und Stockungen, vlm bedEchften Folgen sein nZurden, zu begegnen, muß vor Es» Dingen der St<mtSbahnwagenunllaus beschleunig! werden.

gewährleistet durch möglichst schnelles ^s^^^^c?br.EffenL.alinwagen. Die hierzu erforderlichen Meist chenkrafte müssen rn Form von Ladekommcmdos jederzeit bd- ^ ^ um dort eingesetzt werden zu können, wo

dre Ladearbeiten am dringendsten sind.

r. größeren und mittleren, auch Sein men Städte des Korvs-- bezrrks werden daher auf Grund einer Verordnung des stellv Kom- Er^kEnden Gmer^ Mlfgefmdert >r>ert«r. Sadelomnlmitios -ms Bitrgrrscha,t $u babm.> An alle Atvgcr erfleht tnr Anf- '"wert es tr-send möglich ist. freiwillig, oh!». R«-k. stcht aarfj&tani> imb Rang. & dresen %it|ta«t*n#rilen »u melden Srf 4£?! lB ^P e ? e Beorderung afcjuroarten. Auch'

^ atterfn ^^änge der Schulen wird Inerbci g"

f P vbrnl^cn ist. geschieht nicht allein im r j. 1 ! Eh im Jnterefl« einer gesicherten & *SS}® T e drdestMrg der Gemeinden mit voAsdr-rndi«ib Le-

SiA?^ I Ki.'äu^* nr ^H r - *** °ls° mit anstcht, unterstützt Es/E irmde'rlt wt auch sich s« den gröstt^l

^JLr Zenl-nnden tn Betracht kommen und die Sttirke

d-r^mmandos mnch mm der KriegSamtSstelle noch n£

Lebensmittel.

* ±V*»Mnmaxft Bom Sams tag, den 22 Sevt ab

s ltt und Karfaffeln!

^dEl Wachen mrf dem Oswaldsgcrrten pm Berkcmf

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>er Zeit vom 16. September bis 31. Oktober 1017 wird aoE Lmferumgsabschmitt 8 der Süßstoffkarten IJ (blau?*und den LrefermrasaLsckmtt 5 der Süßstofstarten 0 (aelb) Anzeige^ Sukftoffabgabestolkerl Süßstoff a^eXn W

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n a rfi?ir^^vErzugllch, spätestens aber bis MM 2° d M. nachzuholen rst. Näheres siehe Äckanntnurchimg '

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