A«» Stadt ««- Land.
Gießen, September 1917.
X Lebensmittelmarken.
' \ ßiir die Zeit vom 9. bis 16. September 1917 haben nach° > stehende Levensmittelmarken Gültigkeit:
' Brotmarken der 37. Woche, gültig vom 9. 9. - 16. 9. 1917
Buttermarken „37. „ , ^ 9.9.- 16. 9. „
Eiermarken Nr. 16
Fleischmarken , 37. „ „ 9. 9. - 16. 9. ^
Wurstmarken, der 37 und 38. Woche, gültig vom 9. bis 16. September 1917
Kartoffelmarken „37. „ „ „ 9. 9. - 16. 9. „
Seisenmarken für den Monat September
Ein Umtausch verfallener Marke» findet nicht mehr statt; ebenso wird für verloren gegangene Marken kein Ersatz gewährt.
Renanmeldnnge« und Anmeldung von Neugeborenen haben nunmehr unter Vorlage der nötige« Ausweise au? dem LebenSmittelämt zu erfolgen.
Umzüge innerhalb der Stadt nnd Wegzüge von Gießen find in den zitfiäuvigeu Bezirken anzumelden.
Gefchäftsstundcu des Stadt. LebensmittelamteS von 9—12 Uhr vorm.. 2—4 Uhr nachm.
MarkenauZgabe für Urlatlber:
Sonntags von 10—12 Uhr vormittags.
** Gemüse-Sämereien. 'Voraussichtlich werden alle Arten von Gemüsesamen sehr teuer werden. Daher ist es sehr zu empfehlen, etwas Saatgut selbst zu ziehen, was bei Erbsen, Bohnen, Gurken, Tomaten und Kürbissen leicht möglich ist. Besonders aber sei man besorgt für einen guten Vorrat von frühen und späten Setzkartoffeln. Der Dcangel an Frühsetzkartoffeln im letzten Früh- mln machte sich in den Monaten Juli und August aeltend. und diesem Mangel kann -yir abgehtolfan werden.durch die Verwendung eignen Saatgutes. Gerade in diesem Jahre läßt sim das Saatgut ' acht sicherftellen, da die Kartoffeln durcliweg gasnnd geblieben und kranke Büsche selten sind. Das Saatgut ist beim Ausmachen der Kartoffeln gleich auszulesen, und es ist gut, diese Kartoffeln etwas an der Luft liegen z-u lassen, damit die Schale härter wird und die Kartoffeln bei einigermaßen sorglicher Auchewahrung sicher durch den Winter kommen.
** Amtliche Perfonalnachrichten. Ter Großherzog trat am 1. September dem Direktor der Gas-, Elektrizitüts- urch Wasserwerke, Georg Lerch zu Arnstadt i. Th., die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm vom Fügten zu Schwarzbterg- Sondershausen verliehenen Fürstlich Schwarzbnrgischeu Ehren- kreures 4. Klaffe mit Ei.chenbruch 1914/15 erteilt. — Ter Großherzig hat am 1. Septeurber dem Direktor der Leipziger Illustrierten ZerUmg, Heinrich Pfeiffer zu Leidig, die Erlmibnis' znr Annahme und zum Tragen des ihm von dem Zaren der Bulgaren uergebenen Ritterkreuzes des Königlich Bulgarischen Zivilverdienstordens erteilt. — Das Ehrenzeiä>en für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde vom Grvßherzog Heinrich Kaletsch zu Lollar verliehen — Entlassen wurde am 1. September die Lehrerin an der Eleonorenschalle zu Darrnstadt, Hulda D a l d n e r , auf ihr 'Wachstuben vom 14. August 1917 aus dem Schuldienst. — Erledigt ist eine mit einer etxrngeliscl-en Lehrerin zu besetzende Schulst ctle an der Volksschule zu Bretzenheim, Kreis Mainz.
** Einbruch. In vergangener Nacht wurde aus einem Pri- eathawe gestohlen: Schinken, Speck, Dörrfleisch, 6 Psd. Butter und 10 Laibe Brot.
Bildertafeln unbekannt Verstorbener Das tEvevtretende Generaltommonüv des 18. Armeekorps weist erneut ba-Mütf hin, daß sowohl bei den LandratS-, bzw. Kreisämtern des KorvsbezirkS als auch bei aücn militärischen KonrnurudabehöLden "Garnison- und Bezirksliommaudos, Ersatztruptperctrilen, Lazaretten UM'., die den Berlwtlisten von Zeit zu Zeit .beige-gebenen Bilder- lawln unbekannt Verstorbener eingesehen werden können ^ "^Licht spiel haus Ba hn ho i stra ß c 34. „Die leere Wasserflasche betitelt sich das neueste Abenteuer des berühmten ^etekttos Joe Deevs, in dem der bekannte Harry Liedtke mit der HwlptE betvmtt ist. Der geschickte Regisseur Jve May hat hier ern erftklaffrges Werk geschaffen. Außerdem bringt das neue Programm ein entzückendes Lustspiel in 2 Men, „Der Wink des
Schicksals", mit den hier bekannten Schauspielern Melitta Petri und Herbert Paulmüller.
** Schwarz-Weiß-Theater, (SeÜcrsweg 81) vom Samstag, 8 ., bis einschließlich Montag 10. September. „Das goldene Friedrichen" betitelt sich die neue FiÜutragödie, ur wer Men, n<4' dem bekmrnten gleichncunigen Roman, von Hans ^and. In den Hauptrollen spielen die talentvolle Künstlerirr Lotte EMüirn und der bestbekannte Schauspieler Hans Miererrdors.
vrel Heiterkeit wird ein lustiges dreiaktiges Familienidyll „Nette Pflanzen" Hervorrufen. Mit der iitteressantcn Aus- nabme ,^-re Versorgung unserer Feldtrnppen" schließt der glänzende <oprelplan Ab Samstag, 15. Septeurber, wird das große vaterländische Schauspiel „Hoch klingt das Lied vom U-Boot-Mann" zugunsten der 11-Boot-Spende zur Vorführung gelangen.
. . .. Das Kreis b la t t Nr. 156 enthält: Verordnung über
die Verarbeitung von Obst, Meldepflicht der Ausländer, Refor- mationsfest 1917, Gebührenordnung für die Hebammen, Dienst- nachrich'ten.
Kreis Lauterbach.
rr. Hartershausen,8. Sept. Im Westen fiel bei einem Sturmangriff an der Spitze seiner Kompagnie der von hier gebürtige Leutnant nnd Kompagnieführer Gübel. Von Beruf war .^er jetzt Gefallene Lehrer juud baklaildetr Mlietzt eine Stelle in Gam- l^ach- Dm: Tod des außervrdenllich tüchtigen jungen Lehrers wird ut den Kreisen ferner Kollegen, wie auch von all denen, die ilyi kannten, sehr bedauert.
Kreis Schotten.
.-- LerchenHain, 8. Sept. Das Schottener Kreisamt hat, da rn dem Orte 'keine Ruhrerkoankimgen mehr vorm'Gmmen sind, dre GmnarÄmgssperre aufgeho-ben. llLur die Gehöfte, in denen noch Kranke liegen, bleiben vor: jedem Verkehr abgeschlossen.
Vom oberen Vogelsberg, 8. Sept. Tie Ernte, wistche durch das Regenwetter ganz zum Stillstand geklommen war, wirb mfolge der eingetretene:: beständiger: schönen.Wittermrg im Laufe dieser Woche beendigt.
Kreis Friedbcrg.
O.A. Friedbern, 8. Sept. Der hiesigen Bevölkerung werden Kartoffeln für den Winterbedarf geliefert imb zwar voraussichtlich für jade Pe.rson, zur Einkellerung, Z Zeichner. Der Preis ist noch nicht festgesetzt und dürste stch zwischen 6 und 7 Mark pro Zentner bewegen.
Hessen-Nassau.
mr. Frankfurt a. M., 7. Sept. In Sach'enhansen gab es^dieser Tage für die Stammgäste dar ersten heimlich gekelterten „Süßen". Freilich kostete das Schippchen 45 Pfennig, ein Preis, für den man früher scl-on ganz annehncharen Web' bcstchn,
mr. Frankfurt a.M., 8. Sept. Der Magisttat besckiloß, am 2. Oktober, dem 70. Geburtstag des General selb marschalls von Hinderrbrrg eine Gedearkfever abKrhalten. Außerdem soll dein Heerfülwer eine Ehret: gäbe überreicht werden, die er zgur Besten der Soldateirhnme «und der kriegsbeschädigten Krieger v-er>oenden wird. Um eine öffentliche Scmrmlung zu permlüden, soll dirä Zdriegsfürsorge en'en größeren Betrag zuschießen.
mr. Frankfurt a. M., 8. Sept. In feiner letzten Sitzung beschloß der Magistrat den deutschen Fliegern, hie das vom Angriff auf Frankfurt znrückkchrende stanzosisckie Flugzeug zum Absturz brachten, ein gerahmtes Bild der lllbrich'schen .Radierung des Frmckmrter Rathauses Kl. überreiclien.
Frankfurt a. M., 8. Sept. Am 6. ds. Mts. wurde in den Räumen der Hcmdelskanrmer und in Gegenwart der Herreii Vertteter des Kriegsministeriums die Zu schneidestelle der Lederindustrie als gemeinnützige Gesellschast gegründet. Ter Stelle wurde die gan^e Provinz Hessen-Nassau, das Fürftrentum Waldeck und der Kreis Wetzlar zugewiesen. L»err Direktor Hermann Hum- bert i. Fa., Mitteldeutsche Gerberei und Riemenfabrrk Aktien- gesellschast, hier, rmrrde einstimmig zum Vorsitzenden des Aüff'ichts- rates gewählt und vom Kgl. Preuß. Kriegsminrsterium bestätigt.
Gingesandt.
In Nr. 207 des „Gießener Anzeigers" stnden wir in dem Ar- tikel: „Stadttl^eater" folgend^ Satz: „Sind diese Bühnen (mit künstlerischem Charakter) doch zurzeit fast die einzigen Stätten, die wetten Bevölkernngskreisen Anregung Erhebung und Zerstteuung verurttteln können" Sind sie wirklich die einzigen Stätten, oder ist nicht das Gotteshaus viel mehr eine Stätte der Erhebung? Zu- ersl sollte doch die Wirklichkeit kommen, dann das Reich der Phan-
lafie. Und öS SMke wie „DreimSderlharbst „Wie einst im Mäi" usw. uns im Vierden Kriegsjahr Erhebung verschaffen können, ist
zum mindesten sehr zweiselhast. Lic. ReuNina.
Der in Nr. 207 unseres Blattes erschienene Artikel hatte wcht die Absicht, irgendwelche gesonderte Stellung ernzunehmen. Der Abjtand zwischen der Krrche und dem Theater ist so groß und die owecke, denen sie diene;:, sind so verschieden, daß ein Verglich zwpchcn beiden nicht gezogen werden kann. Wenn in dem Ebr- gclandt gesagt wird: zuerst sollte doch die Mrklichkett kommen, .mnn das Iieich der Fantasie, so möchte;: wir hierzu brm^r- ttn, daß die recht rauhe Wirklichkett doch in genügerü>er flÜPse Anerkenmmg uiw Berücksichttgung findet, ohne daß es dem Beteiligten veriibclt werden kann, wenn er sich in zwei bis drei Abendstunden Ablenkung und Erhottmg in dem Reiche der Fantasie, das unsere größte;: Denker und Dichter beherbergt, hvltt Im übrigen verweisen wir auf den Bericht über die gestrige Stadt- verordnetensitzung. D. Schristltg.)
Vevnrischtes^
Choleracpidemie in Persien..
Petersburg, 7.- Sept. (W. Bst Meldung der Peters- burger Telegraphen-Agentur. Ter russische Konffrl in Meschhrd Persten) meldet eine hefttge Choleraepidemie: in drei Tagm starben von 236 Erkrantten 202.
WiLlerungsberichL.
(Oeffentlicher Wetterdienst.) Fortdauer der bestehenden Mitternrng.
Letzte Nachrichten«
Ern Hindenvnrgwort.
München-Gladbach, 7. Sept. Der Bors-chende des rheinischen Fenerwehrverbarrdes Jnstizrat Odenrirchen bi Rheydt erhielt vton Feldmarschatl v. Hindenburg anläßlich der Kriegstagnng des Verbandes folgendes Telegrcmrm:
„.HerOichen Dank für freundliches Meingederrken. Freue mich, da ff die Mitglieder des Feuerwehrv-erbandes durch unerschütterliches Durchhalten ims z-n helfen geloben beim Löschen des großen Weltbrandes. Wir werden des Feuers Herr wer dem"
Dr. Michaelis 60. Geburtstag.
Berlin, 7. Sept. Die Blätter widmen dem Reichskanzler Dr. Michaelis, der heute sein 60. Lebensjahr vollendet, achtungsvolle Wünsche.
Der deutsche Gouverneur von Riga.
Berlin, 8. Sept. Wie der „Lokalanz." erfährt, lourde Generalleutnant v. Alten (früher Gouverneur von Wilna^ znm Gouverneur von Riga ernannt.
Dr. Adler'zu Kerker begnadigt.
Wien, 7. Sept. Die heutige „Arbeiterzeitung" meldet, daß der Mörder des Grafen Stürgkh, Dr. Adler, zu achtzehn Jahren schweren Kerkers begnadigt wurde.
Nibot und Elsaß-Lothringen.
Basel, 7. Sept. Anläßlich der Feier der Marneschlacht vom 6.—9. Septeurber 1914 hielt Ribot an den Gräbern der gefallenen französischen Soldaten eine Rede, in der er abermals die unbedingte Rückgabe Elsaß-Lothringens an Frankreich verlangte. Deutschland solle keine Kriegsentschädigung auferlegt werden, doch müsse es die angerichteten Schäden wieder gut machen. Wolle das deutsche Volk nicht eine friedliche Demokratie werden, so laufe es Gefahr, vom Wirtschaftsleben der ganzen Welt abgeschnitten zu werden. — Ribot wandte sich zum Schlüsse seiner Rede gegen die Friedenspropaganda im eigenen Lande, die von der Regie- rung auf das energischste bekämpft werde.
Buflbertr. i. «raschen u. vorzüg! Wirkung
Erhältl. in Aootlieken
Freiwillige Versteigerung.
Montag, den 19. September, vormittags 19 Ilihr, versteigere ich Rodbeimer Straße 6 dabier (früher Rebe), gegen Barzahlung: 2tür. Kleiderschrank, 1 Kommode. 1 Küchenschrank mit Aussatz, 1 Ledersofa, mehrere Tische und Bänke, 1 Waschmaschine und andere Haushaltungsgegenstände.
Versteigerung bestimmt.
Born,
Gerichtsvollzieher in Gießen. 6620
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Da das Herstellung.-Material bald nicht mehr zu haben ist, beeile man sich mit der Bestellung.
Obstversteigerung.
Dienstag, 11 . September, 'von vormittags
8 V 2 Uhr beginnend, soll das Gemeinveobst, sowie dasjenige des Fürstl. Hofkonsortiums zu Eberstadt an Ort und Stelle versteigert werden. Zusammenkunft auf der Dreispitze.
Eberstadt, den 6 . September 1917.
Gr. Bürgermeisterei:
Görlach. 6073
Die Rechnungen unserer Gemeinden für 1916 liegen in den Pfarrhäusern (die der Lukasgemeind'e in der Wohnung des H. Pfarrassistenten Lic. Neun in g) vom 10.—17. September dS. Js. täglich von 8—12 Nhr vorm, und 3—5 Uhr nachm. Zur Einsicht offen.
Für den Kirchenvorstand 6645D
der Matthäusgemeinde: der Markusgemeinde:
Mahr, Schwabe,
der Lukasgemeinde: der Johannesgemeinde:
i B.: Lic. Reuning Ausseld.
Obstverstesgerung.
Mittwoch, den 12. ds. Mts., von vorm. 9 Uhr beginnend soll das hiesige Gemeindeobst, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen, versteigert werden.
Burkhardsfelden 7. September 1917.
Gr. Bürgemeisteret Burkhardsfelden:
Hoffmann. 6674
Konkursverfahren.
Das Ktonkursverfahren über das Vermögen der Ftrma Carl Stückrath Gießen wird, nachdem der in dem Vergleichstermine vom 28. Juni 1917 an- genommene Zwangsvergleich durch rechtskräftigen Beschluß vom 28. Juni 1917 bestätigt ist, hierdurch aufgehoben.
G:?ßen, den 4. September 1917.
Großherzogliches Amtsgericht. 66518
Obstversteigerung.
Donnerstag, den 13. ds. MtS. soll das Gemeindcobst (bestehend in viel Birnen, Aepfeln und etwas Zwetschen) versteigert werden. Die Bekanntmachungen derLandesobststelle sind zu^beachten. Zusammenkunft vorm. 9 Uhr im Ort. Grüningen, den 6 . September 1917.
Großh. Bürgermeisterei Grüningen.
B i ng e l. 6644
Obstverstesgerung.
Donnerstag, den 13., und Freitag, den 14. September kfd. FS. jedesmal von vormittags
9 Nhr an, soll das Obst der Gemeinde Großen- Buseck, bestehend in großen Quantitäten Aepfeln, Birnen und etwas Zwetschen, versteigert werden.
Der Anfang ist am ersten Tage am Pfingst- weg und am zweiten Tage am Beurerweg. Großen-Buseck, am 8 . September 1917.
Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck.
Schwalb. 6660
Obstversteigernng.
Montag, den IS. September ds. IS., vor- '""agö S Uhr anfangend. soll das Obst der Gemeinde B i l l i n g e n, bestehend in Aepsein, Birnen andZwetschen, versteigert werden. Die Versteigerung findet unter den bestehenden Bedingungen statt.
Zusammenkunft und Ort bei der Linde.
Vftllingcn, am 6 . September 1917.
Gr. Bürgermeisterei Villingen.
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