Nr. 202
Zweites Blatt
Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Beilagen: „Gießener Zamilienblätter" und „Kreisblatt für den Ureis Gietzen".
Postscheckkonto: Zrankfurt am Main Nr. N68b. Vankverkehr: Gewerbebant Siehen.
\bl. Jahrgang
euer
General-Anzeiger für Oberhesjen
Mittwoch. 29. August W
ZwillingSrunddruck und Verlag: Brühl'scheUnlversitäts-Bllch-u.Steindruckerct.
R. Lange, Gießen.
Schriftleitung. Geschäftsstelle und Druckerei:
Schulftrnge?. Geschäscsslelle u.Verlag: öl,
Schriftleilung: 112.
Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGießen.
Don
Uriegsbriefe aus dem Osten.
unserem zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatter.
(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)
Quartier beim Vormarsch.
Es gibt Leute, die ausgesprochenes Pech haben, mtb solche, benen die gröbste Granate nichts schadet und die in einem völlig Zerstörten Schloß ohne irgend einen besonderen Grund eine Nasche Rotwein finden. Es geht aber nicht nur den Einz-elwcsen, sondern, auch ganzen Divisionen so. Die eine Division hat Glück, in ihrem Streifen liegen die unbeschädigten Herrensitze gleich halbdutzend- tveise, und wenn eine Stadt mit besonders vergnüglicher! Quartieren mir irgendwo in der Nähe liegt, so kann man darauf wetten, daß diese glücklich Divsisivn gerade im Abschnitt dieser Stadt zum Vorrücken kommt. Andere Divisionen haben ausgesuchtes Pech, sie sehen die Türme funkeln, hören die Märchen von weißen Betten 'und unerhört billigen Tee-Einkäufen, aber das Gefecht — vielleicht grade das Gefecht, das die Einnahme der Stadt entscheidet — führt fie im Norden oder ^üden an den köstlichen Dingen und cm dem Rausch der Einzugsstunden vorüber. Sie liegen im günstigsten Falle in schmutzigen Paniehäusern, oder irgendwo >auf nassem Boden, Werste Schrapnellwolken über den Köpfen, während die andern unter Musik und Gloriaglut einziehen.
Als Kriegsberichterftatter kommt man zu den Glücklichen und $u betten, die Pech haben, liegt in den Panjehäusern und reitet oder
ihrt in die Städte, kommt die guten Quartiere mit den hohen Stäben Und ärgert sich, dast sich just grab immer die liebenswürdigsten Gebäude so austerordenttich gut für Stabsquartiere eignen. Das ist mm mal nicht anders, selbstverständlich, und sehr oft kommt es ia auch anders. Manchmal trW es das Regiment besser als das, Generalkommando oder die Division, und ich l)abe genug Divisions- auartiere erlebt, in denen, manu re die Heringe beieinmÄer lag und .ein Tisch, den man doch schließlich ganz- gern zum Schreiben hat, cm unerhörter Luxnsgegenstand war.
Bei diesem letzten Vormarsch durch Galizien und die Bukowina ging es im allgemeinen für alle ganz, gut: noch dazu kam, dast das Wetter es freundlich meinte, der Regen ausblieb und auch die Biwaks ihren Reiz hatten.
Fast jeden Tag dieser Vvrmarschvochn hatte ein neues Gesicht, Uild am Abend fand man irgendwo das neue Quartier. Wenn ich Me Geschichte^ aller dieser Ruhepunkte erzählte, käme eine breite Geschichte des' Vormarsches mit heraus. Ein paar Quartierbilder möchte, ich ab« doch zusammen stellen, weil sich das bunte Leben dieser siegreichen Tage auch in diesem kleinen Spiegel fängt.
Am 21. Juli lag ich in Jezierna in einen! Bauernhaus, in deur in der dtacht vorher noch ein russischer Hauptmann vom Stab des 11. russischen Armeeoberkommandos gehaust hatte. Möbel oder Einrichtunasgegenstände irgendwelcher Art hatte er nicht zurück- gelas>en. Aber an den Wänden waren noch hübsche Buntstistzeich- mungen, nrit denen er seine Stube verziert hatte, da sah man das! Wild eines ukrainischen Mädchens, und über der Stelle, wo wohl bas Bett gestanden hatte, war ein russischer Offtzierssabel gemalt, ern Georgskreuz und eine Ranke von Immergrün, mit soviel Kunst, daß man meinte, das grüne Gewinde bestände aus lebendigem! Laub.
Am nächsten Tage liauste ich in der guten Stube eines galizi- schen Bauern in Chodaozkow-Wielki. Bor dem kleinen Fenster standen eine dichte Reihe von Btumlen, und ein kleines SeitenfenstdrchLn! lvat förmlich zu einer Blumenkapelle ausgestaltet. Hinter roten Geranien und bunten Sträußen von Feldblumen thronte ein kleines Bild der Madonna, und die Abendsonne lag wie ein Scharlach- mantel über den Schultern der Mckdonna und glühte dunkelrot ans . den Sträußen. Draußen rasselte ununterbrochen Artillerie vorbei, Lind die paar einfachen Gläser auf dem Gckbrett uitter dem Bilde der Muttergottes mit den sieben Schwertern im Herzen zitterten! Ununterbrochen und klangen leise aneinander. Am Morgen, als id abritt, erst sah ich meine Wirte, und 6 Bauernmädchen im Alter von 12—20 Jahren vielleicht, alle blond und blauäugig und eine hübscher als die andere, schrien mir ruthenische Wschiedsworte zu, und wollten sich totlachen, als ich ihnen auf deutsch erklärte, sie hätten das hübscheste Haus von Chodaozkow-Wielki. Ha war meine Wirtin in Ladyczyn ganz anders. Sie strich ihrer deutschen Ein- auartterung zu Ehren zwar den Ofen neu an, aber von Lachen war da nicht viel die Rede. Ingrimmig fluchte sie bei der Arbeit einen Fluch nach dem andern auf die Moskmvski, die ihr alles genommen hätten, Tochter und Kuh, und Tisch und Stuhl und eigentlich rrichts weiter in dem Zinrmer gelassen hatten als den mächtigen Lehmosen, den sie nun mit rührendem Eifer schön ockerbraun an- vuute. ... Ihr hartes Gesicht wurde erst etwas freundlicher, als rch ihr mit meinem geringen Wortvorrat klarzumachen versuchte, dast die Rußki „niemma" wiederkämen. Aus irgendeinem Versteck — ich vermute leider unter dem Vtisthaufen — Machte sie dann sogar die Telle einer Bettsfelle herbei, die ihr Sohn für mich zu- sammenstellte und frisches Stroh hineinschüttete. Als ich am Abend von dem großen Erlebnis der Sereth-U ebergang es zurückkam, fand ich dann aber doch, daß es besser wäre, in dem. schmalen Feldbett als in dem schönen brellen Bauernbett der guten Wirte zu schlafen', dieweil die russischen Erinnerungen des schönen Bettes doch noch allzu lebendig waren.
Jp. Tarnopvl schienen.alle Hoffnunaen, die man auf iveiße Betten und freundliche Zimmer gesetzt hatte, recht eitel geivesen zu sein. Es kam dann aber anders. Aörn führte mich zu einen, der noch völlig erhaltenen Häuser der Nebenstraßen. Die Familie hatte ein Zimmer, m dem vor zwei Tageu ein russischer Graf gewohnt l-atte, säuberlich hergerichtet und plötzlich — noch hatte man das Bild des rauchenden Ringplatzes vor Augen, auf dem die deutsche Gardekapelle ihre Lteder ut die JUlinacht geschmettert hatte — saß man an einem gedeckten Tisch int Familienkreis und horte die Geschichte Dam L-etdeat, die in ihrer Schauerlichkeit tvie unheimliche Träume vorbeWvgen. Bor dein Fenster starrten die krummer verbrannter Häuser, und die Teemaschine summte ein merkwürdiges Lied ...
. Auf dem südlichen Dell des Vormarschgeländes lag ich die enre halbe üacht rn Kälustz nt einer Villa, die zum Direktorium des Kalr-Bercpv«öes gehörte. Die Fvoitt, die ich einholen wallte, hatte ichm, K-Momea erreicht, und selbstverständlich gab cs schon
■ bm £ ldjc ^ppe. otc lbar hi einer Billa gegenüber dem -wstrztcrshnm > Ausstattung ent paar Bettgestelle mit Stroh, ent paar Tische, cm paar .iwlzbanke, 2 Waschschüsseln) untergebracht xtitb iaum von etnem Rittmeister geführt, der im Frieden sebr beträchtliche Erfolge als Bühnenschriftsteller gelMt lsatte. Wir hatteit uns zuletzt <m den Masurischen Seen gesehen, 3 Jahre Krieg lagen nwr dazwischen, aber der- Humor war dem Qustspieldichter darüber nicht ausgegangen, und die .Knust, aus jeder Sttua^t das Angenehme. herausMhvlen, bestätigte er auch hier Mit der größten SeMt^rständlichkeit fragte er: „Wollen Sie vielleicht ein Glas Bier trurken/ und ich must sagen, daß diese Frage einen lehr großen Publikumserfolg hatte. iRsun kam die dramatische S.iNgermig. Cnn politischer Ulaneii-Oberletttnant nahm an unserer Unterhaltung hell, und der blonde, vielleicht 30jährige Mamht war etner von den polnischen Offizieren, die Stanislan vor de« Zerstörung gerettet hatten Der Pole war aktiver russischer Offizier 2*5 cr batte em besseres Gedächtnis als mancher ferner Lands- iq,*' und alle d,e flammenden Dörfer beim russischen Rückzug alle du Leiden Polens durd) d'e Russen waven ihm noch Ma Ä' als in ^tanislau du neuen Greuel beginnen sollten. Als er vom Sttaßenkampf mit den Kosaken sprach, wurde sein!
liebenswürdiges poliüsches Gesicht fast vor Empörung verzerrt. „Wir haben sie zusammen gehauen!"
Noch in derselben Nacht fuhr ich mit einem Lastauto weiter Und sah an einer Stelle, wo eine gespvengte Brücke umfahren werden mußte, bei dem grellen Lichtkegel der Azetylenlaternen und der undurchdringlichen Dunkelheit danken das Bild der schweren Nachtarbeit der Autokolonnen.
Jü Stanislau gab es dann richtige Hotelzimmer, ein richtiges Kaffee und ein richtiges Lokal, in dem man zu Abend essen konnte.
Bilder schieben sich über Bllder so bunt wie die Trachten der Bnkowiner, so bunt wie der Marktplatz von Kolomea ,wenn Hnu- derte von Bauernfrauen ihre ländlichen Erzeugnisse dort verkaufen. Nur die Nackt wlll ich noch bieschretben, als Czernowitz fiel. Mr faßen in dem hochgelegenen Garten eines Bauernhauses von .Kotzmann. Der Besitzer war ein emeritierter österreichischer Land- brtefträger, und seine Frau, hat unbedingt einmal in Wien gekocht, es war ein glänzendes Quattier. Der Vollmond lag weiß über den. Maisfeldern, die fernen Waldberge standen dunkelblau über der Ebene. Oesterreichische Marschmusik wehte im Winde herüber. Die Frau erzählte von der russischen Zell. Die weißen Gewänder der Dorfbewohner, die neugierig vorüberkamen, leuchteten wie im Schnee. Im Morgengrauen fuhreit wir weiter. Eben wareii die ersten Truppen in Czernowitz eingedrungen.
Rlvlf Brandt, KrtegsbericAerstatter.
Aus Stadt rrnd Land.
Gießen, 29. August 1917.
Das Gebot der Stunde.
Mit Stolz dürfen wir bekennen, daß die Not der Zeit alle ^^ckschen berett gefunden hat, nach Maßgabe ihrer Fähigkeiten! Und Kräfte an des Vaterlandes Rettung und Erhaltung unermüd- lrch mitzuwrrken. In Friedenszellen hat es seine Berechtigung, daß an iLDantagen Arbeitsruhe nach den Mühen des Alltagslebens herrscht. In der ernsten Zeit aber, die wir durchleben, ist zum Feiern kein Raum. Unsere Väter, Brüder und Söhne beim Heere, im Felde Und in der Heimat, die Arbeller in den Fabriken setzen selbst an Sonn- und Feiertagen ihre volle Kraft ein. Auch die Landwirtsckwft, deren Leistungen ebenso wichtig und bedeutungsvoll für die Gesamtheit sind, wie die Arbeit artderer Berufskreise steht hierin nicht zurück. Der Landmann weiß, daß dies um so notwendiger ist, als er in seinent Berus von der Gunst der Wllte- rung abhängt und seine Arbeit ohne schwere Nachteile oft gar Nicht aufschieben kann. Außergewöhnliche Zetten verlangeii außergewöhnliche Handlungen. War es schon im Frieden durchaus angängig, an Sonn- und Feiertagen nach dem. Gottesdienst den Segen der Arbell einzubringen, dann ist das in der jetzigen schweren Heit nicht nur erlaubt, sondern direkt sittliche Pflicht. Ter Erfolg rst mrs gewiß, wenn alle auch wellerhin einmüttg dem Gebot der Stunde Rechnung tragen.
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L. U. Vi>n der Landesuniversitckt. Der praö- trsche Arzt m Lollar, Geheimer Sanitätsrat Dr. D i ck o r e, begeht heute sein goldenes DoktorjubiläUm. Aus diesem Anlaß hat die medizinische Fakultät unserer Landes- Untverfität sein Doktordiplom erneuert und dasselbe durch den ftellv. Dekan Geh. MedrFinalvat K->f. Dr. Strahl heute überreichen lassen.
** Das Abernten von Herbst- und Winter- Gemüse darf, w-re das Lebensmittebamt bekanntgibt, unter telllen Umstanden schoar jetzt erfolgen und wird gegÄeneu- faW nach Verordnung vom 19. August 1917 strafrechtlich verfolgt. Ausnahmen gestattet auf Antrag die Hessische Landes-Gemusestelle in Main^. — Rüben aller Art uut^- Uegen bem Vers ands cheinzwang. Versandscheine für Waggow- ladungen srnd bei der Hessischen Landes-Gemüsestelle Mainz zu beantragen — Auf Eiuhältung der Höchstpreise, Austellen von Schlußscheinen usw. wird ausdrücklich aufmerk- am gemacht Nichtbefolgung ist strafbar. Der Höchstpreis für Runkelrüb en ist Kuweit 1.5 0 Mark der Zerttner.
Kartoffeln in Menge! Me der Magistrat m Wies^ baden bekannt grbt, M! dort der Einkauf von Kartoffeln in dieser Woche,sveigegeben. Ein PrivathaushalL kann bis zu einem Zentner eui^ufen u-Ä, zwar ohne Enttoerttchg eines Feldes der Kartoffel-' marken. Ist das nicht auch in Gießen möglich?
% Vllfsschasfnerrn A. D. von Butzbach hat Um! 11 Februar 1917 mt Betriebe der Eisenbahn einen Lürrtatt erhüben, an bei J en Folgen sie am gleicheit Tage verstorben ist Sta Ni SSerftotfiate ihjv- Wtem ihrem ärbettöoecbiotfte
fie tntntonatlicffen Durchschnitt 20 30 SKF. tt&gegöwt HE, stellten dir Eltern durch Vermiülunn der Gev°erilntibrg«n R-chtsberatirngsstelle des Evangelrschen Ärbertervereitls in Gießen Antraq cuii ^AAszoWung der Hrnterbtiebenenren te Der Anspruch wncke vMder Könislichen Eisrnbahndirrktion in Mainz anerkwint mrd den (Stten, die sich tu ditrftism Verhältnissen befinden, eine Rrnte rn Hohe »an % des IalMSarbeitsverdienstes der Vnitoi- ^Lr 2 i ö 3Rt ' ?der ^,60 m. monaLch _ zn«-
^ Koaislichc Eisenbayndirektwn in Frankfurt a. M. den Anzpruch der Angehörigeit des am 21 Tannn,- 1917 E vernnMckttn tzllfshvizers W, ta ItaSsärtSS bcr Begründung ab, daß die bestllnänunigsgentäßen Voraus setzunaen zur Gewährung emer Angehörigenrente nicht vorlieqen O^oen d^n Bescheid der Könislichen Eisenb^lmdirektwn in FraKrt a D? da Imiit der Begrimdmrg Einspruch erhobar ^ daß der Aerstorbene vor seineiit Tode we sentlich aus seinem Arbeitsvetdrenst unterhalten hat. Das Oberversich^cnnasanit chird sich dahai d-ntn-ichst mit der AnMleg«rhei^schMqM ** Anschüsse ju Unfalls Nnd J-nv <i l i d e n r enten Lchon im^erholt murd-e von maßgebender Stelle anetkannt daß die dar Unfall, nnd Ynvalidarreitten in Betracht «o^mient«n Beträge meist nicht den letztgen Zeitverhaltmsson R-ckiming tragen Da emc Äendcrmrg der gesetzlichen Bestintimmg zurzeit aber mcht anganglg, ist die Regelturg dieser Frage in anderer erfolgt. Auf eine Anfrage des ReichtsfagsLgLrdnebm Lt mnr"e settens desRegrewn«svert«ters rm Reichstage lür^lick» mitgetcilt daß aus Grund eures Rnndscka'eiLrns vom 12. Riai 1917 an die
M?ll- und Jnvalidai- reittenempfangern in besondwen Fallen Zwchüffe zu gewähren Lvfern diese rm Wege der Ktregswohlfahrtspflege ton bet £ Ende gezahlt werden, ist es nach dem darüber ergmiaenen Bundesvatsbeschluß vow 17. Dezember 1914 zuLäffig, die Lllrsaaben dafür zur Gewährung der Reichsbei hälfe mrznnnckden,
Landkreis Gießen.
** El Erg Dem Obermatwsen Heinr H a r t-
^bawres Hartmann, der seit Anfang lbeM, wurde wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehen.
Londorf, 26. Aug. Am 26. d. MtA. stmd hier durch Dekan Röschen eine ordentliche Kir che n vi sitat i o u für imtere KirckMel Londorf statt. Jüi MorgengotteÄnenst pwe- Gefflliche, Pfarrer Hamburger. Die Prüfurm der Schulkinder zeigte, daß auch in de? KnegÄett dre Leistungen im Jugendunterricht auf lobcnÄoerter
Höhe gehalten werden. Besonderes Interesse wurde den Reforma-- tionsliedern cntgegengebracht, die leider bei unseren Gemeinden in Vergessenheit geraten sind. Die Schillkinder konnten sie schon zu Gehör bringen, so daß sie den Bemühungen ihrer Lehrer im Ehvralgesang nur Ehre macksten.
^ ** Obbornhofen, 29. Aug. Am 22. August starb den
Tod fürs Vaterland der (ÄsenbalMer Hugo Zimmer. Um so bedauerlicher ist der Fall, da es der einzige Sohn, das einzige Kind des Magnermeisters Hch. Wilh. Zimmer ist.
Kreis Büdingen.
A Nidda, 27. Aug. Apotheker Heinrich Münch wurde crm Freitag nachmittag lauf eineni Spaziergange zwischen hier und Bad- Salzhausen von einem^ Schlaganfall betroffen, an dessen Folgen er nach kurzer Zeit starb. Gestern würde er unter starker Be- teiliguiig zur letzten Ruhe bestattet. Der Verstorbene stammte aus Altenstadt und war seit 1886 Inhaber der hiesigen Apotheke. Kreis Friedverg.
B. Z. Bad-Nan heim, 26. Ajugust. Aus militärischen Gründen muß die Straßenbeleuchtung von jetzt an bis auf weiteres eingestellt loerden. — Auch an sonstigen öffentlichen Plätzen usw. wird die Beleuchtung aus den nämlichen Gründen erheblich eingeschränkt.
B. Z. Obe r -- M ö r l e n, 29. Aug. Gefreiter Georg Komp von hier wurde nrit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet.
Kreis Wetzlar.
'Wetzlar, 27. Aug. Am Sonntag fand auf dem Platze des „Greßener Sportvereins vvn 1900" ein Fußballwettspiel zwischen diesem Verein und dem „Ballspielklub von 1910 Wetzlar" statt. Wietzlar hatte eine gute Mannschaft und zeigte ein überlegenes ^nel. Es gelang den Gießener Spielern nur einmal, durch den „Halbrechts", der überhaupt ein schönes Spiel zeigte, während die beiden anderen JUnenstürmer leider ebenso wie im letzten Spiel versagten, ein Tor zu erzielen. Anzuerkennen sind noch auf Sellen Gießens das Spiel des einen Verteidigers (der andere versclulldete 2 Tore durch „Hand" im Straffaum) des „Linksaußen", die Flan- ken des „Rechtsaußen" (nicht sein allzuvorsichttges Spiel) sowie die Leistungen des obengenannten „Rechtsaußen" als Tormann Das Spiel endete mit dem Siege Wetzlars von 4:1 Toren.
Wetzlar, 27. Aug. Das Militärkonzert der Regimentskapelll des akttven Gießener Regiments brachte in einer sehr glücklich zu- sammengestellten Folge eine^steihe Leistungen, die der Kapelle und ihrem überaus tüchtigen Obermusikmeister Löber zur Ehre gereichen. Drei schwere Jahre in Feindesland gehen gewiß nicht spurlos an lprsübender Kunst vorüber, doch bewiesen die 116er wieder, daß sie die feine Kunst auch mit rauhen Händen festhalten können und daß ihre Herzen auch trotz der Schlachtenmusik stets treu der Kunst ergeben bleiben. Neben einer Reihe unserer schönen deutschen Lieder gefiel der metodienreiche Strauß'schc WÄzer „An der schönen blauen Donau" ganz besonders. Der vom Dirigeitten selbst komponierte flotte Marsch „Sieg oder Tod" beeiüwte den leider allzuschnell verlaufenden Kvnzertabend.
Hessen-Nassau.
w. Wiesbad en, 27. Ang. Stehlende Gäste. In ein hiesiges Hotel kehrte vor einigen Tagen ein mittelgroßer dunkelblonder Herr ein, der angab, von Beruf Kaufmann zu sein, aus Trier zu stammen und Schröder zu heißen. Eines frühen Morgens war der Gast mit seinen Koffern verschwunden, in denen er Fensterportieren, Bettplumeaux, Kissenbezüge und eine Decke fort^ schaffte, die er aus einem Divan herausgeschnllten hatte, alles Gegenstände von ziemlich erheblichem Wert. — In einem hiesigen Privathotel lxtt eine etwa 25 Jahre alte Frauensperson mittels Nachschlüssels verschedene Behältnisse geöfsiiet und daraus 50 Mk in Papiergeld, ein Portemonnaie mit 28 Mk., eine silberne Damen- »chr, eine Korällenhalskette, einen Herrensiegelring, einen goldenes Damen-Brillantring, Bettücher und anderes gestohlen.
rrniVevsitäts-Ncrcbvichten.
dtach einer ?Mnchener Meldung des „Berl. Lok.-Anz " hat der frühere Syndikus der Wiesbadener Handelskammer, Dr Landgraf, der Münchener Universität eine Stipendienstistuna vor 250 000 Mark hinterlassen.
Hrrndel.
— Frankfurt, 28. August. In der heutigen Anfsichts- ratsntzung der Mttteldattschen Crsdllbank wirrde der Llbschluß für das erste Halbjahr 1917 vorgelegt: er zeigt bei erlieblich gesteigerten Umsatz- und Bllanzziffern rech günsffge Ergebiffsse Es wurde beschossen, Anfang nächsten Jahres in Cöln am Rhein eine Filiale unter Uebernahme der Bankfirmä L. Heß & Söhne gi errichten, deren Inhaber, Alfred Bendix, in die Leitung der Filtale eintreten ward.
vernrischtes.
Die Leipziger Messe.
* Leipzig, 27. August. (WDB. Nichaintlich. Heute vormittag treten Me Korr spond enten vvn Zeitungen des -verbündeten und neutralen Auslandes zur Besichtigung der Herbstmesse ein Vertteter waren österreichsche, imgarisch, bulgarische, türkisch' schwedisch norwegisch, dänisch, spanische, 'holländisch uÄ schweizerische Blätter, ^te ausländischen JVurnalisten imirbm in ihrem Quartier von denr Direktor des Amtes für die ^Mustermesse empfangen, der vor ihnen einen kurzen Vortrag über die Bedeutung her Messe hielt Au ern gemeinsames! Essen schloß sich der erste Rundgang durch Me Meßpaläste an. .Der Aufenthalt bei ausländischen Zeitungsvertreter ist auf 3 Tage bestimmt.
Das^Geschäft auf der Rtustermesse.war heute nock) lebhafter gy am Sonntag. Ter Zuzug der Fremden dauert an.
PässtrahlehS Vveiße Licht


