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27.7.1917 Erstes Blatt
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Hießener Anzeiger

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Erstes

Blatt

*67. Jahrgang

zreltag, 27. Juli 9*7

post'cheÄvnto: Frankfurt a.M. **686

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Auchtariiger Rückzug 5 er Russen bis in

(DTB.) Großes Hauptquartier. 26. Juli. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Nupprccht.

An unverminderter Heftigkeit vielfach yim Trommel­feuer mrschwellend, tofrte Mischen der Küste und der Lys die Artillerieschlacht weiter. Nachts lieh der Feucrkampf nur we­nig nach-, bei Hrllwcrden steigerte er sich erneut zu großer Stärke.

Die englischen Ei-tundtmgsvorfftißr dauerten an. Erfolg hatten sie nicht.

Am Artois lag wieder heftige Artillerrewirknng auf den Stellungen (iri <3en£. Bei sstdrnchv erkämpften ltypische Stm matzteilungen Mammen mit Flammenwerfern ein wich tiges GrMenftück. das der Feind dreimal vergeßlich zurnck- Merovern suchte.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Nach ausgezeichneter Feuervorirereitung stürmten abends Teile westfälischer Regimenter die französischen Stellungen südlich von Ailles in 1 8 9 O MeterBreile und 4 O 0 Meter Tiefe.

Heilte imwgen brachen zu einem überraschenden Angriff niederfthc mische Bataillone nardweftlich des Gehöftes Hurte- brfe vor und entrissen dem Fe in de beherrschende Teile des H ö h e n k a m m e s.

ÄR der Champagne führten schleswig-holsteinische und märftsthe Sturmtruppen einen schneidige Borstoß erfolg­reich dmch. Sie nahmen am Hochberge die Reste des am 14. Juli in der Hand der Franzosen qeblietwnen Geländes wieder.

Der GeMer führte auf den drei Gefechtsfeldern frucht­lose Gegenangriffe aus, die seine blutigen Verluste erhöhten-, im ganzen sind scher 115 0 Gefangene, darunter 46 Offiziere, und zahlreiche Grabenwaffen emgebrachr worden.

O c st l i ch e r Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls

Prinz Leopold von Bayern.

Heeresgruppe des Generalobersten von Eichhorn.

Südlich von S mo rgo n verkleinerte liniere zusammen- gefastte Artilleriewirkung die Einbruchsstelle der Russen. Der Feind mutzte dort weichen: fast die ganze frühere Stellung rft wieder in unserem Besitz.

Heeresgruppe des Generalobersten von Böhm-Ermoli.

_ In heftigen Kämpfen gewannen rmfere Divisionen die Höhen nordöstlich von Tarnopol und dem D»jeftr-Abschnitt bis zur Stratze von Trem- Vvrvla Lusiatyn.

Weiter südwestlich sind Buczacz, Tlumacz. Ot- tynia undDelatyngenommen.

Front des Generalobersten Erzherzog Josef.

Die russische Karpathenfront ist durch den Druck nördlich des Dnjestrs mm auch südlich des Tartaren- vasses ins Wanken gekommen. Der Feind gehl r« der Richtung auf Cer nowitz zu rück. Im Angriff wurden die Russen gestern von den Balm-Ludowa-Höhen ge­worfen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls

von Mackensen.

Von Mittag bis zur Dunkellkeit lebhafter Feuerkampf am Unterlaufe des Sereths.

Mazedonische Front.

Nichts Neues.

Der Erste Generalguartiermeister - Ludendorfft

*

Der Abendbericht.

Berlin, 26. Juli, abends. (WTB. Amtlich.) In Flandern tagsüber geringes Nachlassen des Feuer- klrmpfes.

Weitere Erfolge mOftgalizien Mangen die Russen zur Aufgabe ihrer Karpathen front bis zum Kirlibaba-Ab- fchnitt.

In

der neutralen Presse \mrb bet Durchbruch v, Zvorolv nftt demjenigen von Gtorliee verglichen und sernea Wrrkmig und fernen Folgen nicht Unter diesen gestel , JR oer Tut, wir erleben heirte dieselben großen Siege !Tmrrfd>e tmsever verbürckketen Truppen. Es geht mit alt -Mnellrgkert Mran, von Stadt zu Stadt und Fluß zu Flu Oer .Örter auf bte Dagesberrchte und die Karte zeigt uns, b< der vorgestern: vvrt ims a«ls erobert bezeichnete ADschni ! .HaliczZb-orowTrcmbowla sich nach Süden hin berbn lacht oder vervierfacht hat! Unsere Truppen sind östlich v> Tarnopol im Abschnitt des Gurta-Flüßchens angelangt, ui rmfere.'Front rst jetzt «nicht lmehr DrvmbowlÄ-Halicz, sonde: eine ziemlich gerade Lime «nach .GtiÄwesten bis! zum Tartare passe: sie wird durch die eroberten Städte Buczacz, Kor piec, Tlunracz-, Ottynia, Delatyn rrnd Mikadiczyn bezeichn Airch die Armee Mveß hat in den Wäldkcrrpathen sich de

<-netzeszu>g angeschlossen. Die Russen wurdet: schon bei Kolo- mea von Norden und Süden her umfaßt. Es ist festzustellen, daß der Durchbruch von Zborvw noch schneller gewirkt hat als dcrjetrige von Gorlice. Denn die Front, die sich jetzt in Bewegung gesetzt hat, ist weit größer. Werden wir doch heute sogar durch die freudige Meldung überrascht, datz die Russen bis in die Südockc der Bukowina hinein, bis Kirli- baba, nahe an der rumänischen Grenze, im Weichen sind!

Es ist gut, daß unsere Kämpfer im Osten jetzt keine Zeit haben, rückwärts in die .Heimat zu blicken, sonst würden sie über den Gleichmut, et.lv ac- betreten sein, mit dem unser zurückgebliebenes Volk diese weltgeschichtlichen Siege hin­nimmt, denn von feiern ist gar keine Rede. Und doch sagt ein ncntrates Blatt, derZürcher Tag-es-anzeiger", es gehe jetztum den Sieg oder die Niederlage der Entente als Gesamtheit", und die Entwicklung cm Osten bergejeden­falls ungeahnte Möglichkeiten, die heute auch noch nicht airnähetbrd vorauegefehen werden lörntewi Der Pariser Matin" hatte die Stärke des russischen Angriffsheeres aus 3 /i Millionen Mann festgestellt, die Überlegenheit der Russen an Geschützen :rnd Mannschaften locrr auf 3 : 2 ange­geben worden.

Weim es auch ganz verständlich ist, daß tote itach drei Jahren furchtbaren Krieges keine lallten Hurrarufe mehr hören, nicht inehr gestimmt sind, bei jedem Siegesanlaß die Fahnen aufzuziehen, so wäre uns doch heute' Freude, herzinnigste Freude, erlantst. Wir haben einer: ganz gelval- tigen, ikrtegsentscheidenden Sieg erkämpft, loic er von gleicher Bedeutung seit Kriegsaüsbrilch :mr drei oder viermal ver­zeichnet worden ist! Und heute, wo cs an das letzte Messen der Kräfte gegangen ist, ist der Sieg von doppelter Entscheid dmtgskraft. Er wird uns dem baldigen Frieden einen sehr weitet: Schritt näher führen. Auch derVorwärts", der Hü­ter des vollkommenen Berzichtfriedens, ist zwar nicht von mrzrnntger Freude, aber docki vonGenugtuung" erfüllt. M memt, Politik und Kriegführung hätten diesmalin glücklicher Art zusarmnengewirkt". Das Blatt sucht aiiffi nach mner Erklärung, weshalb es nurGenugtuung", nicht aber körende empfmden kann, und schreibt:lieber der Gcnug- toag'bit das deutsche Volk ob der neuen Waffenerfolge empfmdet, kann es seine Spnepathie mft dem irnglücklichen rusftschm Volke nicht vergessen. Ganz anders würden die Strmmen der deutschen Presse geklungen haben, wenn die neuen mrlrtärischen Schläge auf das Haupt des verhaßten Zarismus gefallen wären."

Run, wer sich vor allem das Wohl lind Wehe des eignen Volkes vorhält, wem es tn erster Lin ie mit baldigen glücklichen Frieder: zu tun ist, der wird jetzt mit ganzem Herzet: bei unseren tapferen Heeren sein, die sich besser bewähren als die Offetrsiven oder Defensiven der Politik. Auch derVorwärts" erwartet eiire Wirkung und Entscheidm:g von den militärischen Ereignissen. Er schreibt:

Jetzt hängt alles davon ab, aff in der regierenden sozialistischen Richtung Rußlands der neuernrachte militärische Elngeiz oder der sozialistische Wille zum Frieden die Oberhand gewinnen wftd Als Sieger wollte Kerenski vor die Konferenz der Alliierteti treten um s:e zur Annahme der sozialistischen Friedenssormel zu zwing«/ und dem' Völkermord ein Ende zu bereiten. Das war ein Unternehtnen das über die .Kraft ging. Will die sozialistische Negierung jetzt etnet: andern Weg zinn Frieden suchen, oder Null sie, indem sie ihre militärische Macht organisiert und noch ernrnal zur Entscheidung stellt, den Völkermord verervigen helfen?"

Wir wollet: uns die von Russemschmerzen unge­trübte Freude an de:: Ereignissei: bewahren. Der Sieg in Galizien hat, wie kein anderer Vorgang in: letzten Jahre, den Frieden gefördert trm> die vielverdrehte und verdunkelte Wahrheit ans Licht gebracht.

Der öfterreichisch-ungarifche TageSberi cht.

Wien, 26. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautdart.-

Oestl ich e r Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Gen era lfeldmarsch a l ls von Mackenscn.

.Keine größeren Gefechtshandlinrgen.

Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef.

Am oberen Susitn entwickelte der Feind erneut eine rege Tätigkeit. Bei der Armee des bfeneralobersten von ^köveß wurde den Russen die Balm Ludowa entrissen. Der ßieaner gab nordwestlich dieser Höhe seine Karpathensteklun­gen preis und weicht gegen Osten. Bei Bezwingung des russischen Widerftnades im Tartaren-Paß tat sich das er­probte Budapefter Infanterie-RegimentKaiserin und Köni­gin Maria Theresia' Nr. 32 besonders hervor.

Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Die Heeresgruppe des G eile ra lob er-sten von Böhnl-Er- moli gewann Delatyn, Ottynia, Tlrmmcz und Buczacz Dnttjche Truppen stehen am Westrand von Trembowla. Der Erfolg von Tarnopol nnrrde durch die Eroberung mehrerer Höhen erweitert.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Außer dem gewöhnlichen Geschützstner keine besonderen Erergniffe. Aiff dein Balkan ist die Lage unverändert.

Der Chef des Generalstabes.

' * *

Bukowina.

Der fortschreitende Lieg in Galizien.

A m st e rd a m , 26. Juli. (WTB. Mcbtamtlüh.) Der mili­tärische Mitarbeiter derTijd" schreibt, die G e g e rt o f f e n * sive d er Mittelmächte in Galizien erinnere au den Durchbruch bei Gorlice utrd Tornow in: Mai 1915. Die Lage sei für Rußland jetzt höchst kritisch. Es wäre sehr ver­wunderlich, wem: es nicht an der Westfront, an der italieni­schen oder mazedonischen Front zu groß-er: Angriffen der Alliierten käme, um die russische Front zu entlasten. Das sei das einzige Mittel der Entente, um sich Rußland als Burn- desgenossen zu erhalten. Wenn nicht rasch eingegriffeu itnitbc, st ehe zwei fe l los ein Son d e r f i* i c b c n nt i t Rußland v or der Tür. Inzwischen hätten aber audv au der französischen Front die Deutschen die Jniftative in Händen. Es sehe fast so aus, als wenn die Entente bei der letzten Offensive ihr ganzes Pulver verschossen hätte.

Berlin, 26. Juli. (WTB. Nichtmntlich.) Der strate­gische Meisterstvß inMstqalizien zeitigte auch atu 2p. Juli einen bedeutenden Gelandegelvinn wird militärisch äußerst wichtige Vorteile. Der heftige, teilweise außerordent­lich erbitterte Widerstand, den rasch herangeführte russische Verbände und starke Nachhuten an den verschiedenen Ab­schnitten leisteten, so östlich und südlich von Tarnopol und irördl^ch >von Buczacz, vermochte den Vorsturm unserer sieg reichen Divisionen tricht zu henrmert. Die Russen tvnrdeu an allen Punkten mit frischem Angriffsgeist zürückgeworfeu. ihre Verbände dezimiert und zersprengt. Unsere Flieger- trugen abermals toesentlich zu den. Erfolgen des 25. bei. Zwischen Tarnopol und Trentbowla stießen wir östlich des Sereth zehn Kilometer tief vor. Nach Süden und Südosten erreichten wrr die Linie Laskowee-Buczacz Koro piec Ottynia Delatyn Mi kuliczhn und erzielten brnntt bereits eine beträchtliche Verkürzung mrserer Front. Auf der ganzen 250 Kilometer langen Fron t sind wir in einer durchschnitt­lichen Tiefe von 60 Kilometer vorgerückt. End­lose :3üge Trains, Mutnftonskolvrmett t:nd Geschütze drän­gen Tag und Nacht vorlv-ärts. Mt der Enrnahnw des Städtchens Mikuliczy'n dicht nördlich der J-abloarica- PrA-Höhe und von Delathnan der Bahnstrecke düMvorna -^Kolomea ist die airßvrordentlich wichtige Paß-Straße, die Ungarn ruft Galizien verbindet, wiederunr in unserer Hand. Wetter südlich tourdc die dag Czarny-Czeremosz-.Tal be­herrschende Stepanski-Höhe den Russen etrtrrssen. Der Bor- marsch bleibt in lebhaftem Fluß.

Beiderseits des Trotus-Tales sowie aus der Susita- Tal-Sperre war das feindliche Artilleriefewer heftig, ebenso an der rumänischen Front, in der Dobrudscha und von der Dona:: bis zum Rinrmc. Mehrfach imrrden vorfühlende feindliche Erkundung sabteilnngen abgennesen. Während unsere Truppet: in Ostgalizien Schüller an Schulter mit unseren tapferen Berbürideten die Drünmter der geschlage- tret: russischen Armeen vor sich hertveiber:, holten unsere unerntüdlichen Stirrmabteillmgen, Bataillone mtd Regi- melfter am 25. Juli an der Westfront wie an den Vor- taget: zu raschen, empftndlichen Schläger: auZ, entrisse,r den Engländer:: ::nd Franzosen wichtige' Stelllmgsteile und machten reiche Beute tmd über 1200 Gefangene. Eine weitere Anzahl französischer Gefangener erlag dem seftrdlichen Ar- tilleriefeuer. Unsere OiegeMvirÄrna steigerte sich an der Westfront im Juli wesentlich.

Im ganzen wurden in diesern Monat vom 1. bis 25. dort unseren Truppen an (befangenen über 6000 Mann und gegen 150 Offiziere eingebracht, tocihrend die Franzosen in diesem Zeitraum m:r gegen 500 und die Engländer nrcht nrehr als 230 melde:: konnten. In Flan­dern wütete auch an: 25. Juli die erbitterte Artillerie- schlackst weiter, die man die .gewaltigste dieses! Krieges nennen kann. An verfchiedercen Punkten eingedrwirgene starke fench- liche Patrouille:: wurden verlustreich durch GegenstNhe ge- worse::, wobei wir Gefangene zurüÄehiellen. Am 25. Juli un: 6 Uhr morgens mftumchende zahlreiche leichte See- streitkräfte des Feindes wurden ebenso wie die abends arrftretettder: durch unsere Küstenbatteriet: u:ü> Tor­pedoboote vertrieben. Wie an bat Vortagen waren rntfarc Flieger^im Westen unermüdlich tätig. Ar: der lothringi­schen Front »vurden die Werke von Pompey in der Nacht !zum 2b. Juli mit ausgezeichneter Wirkung von unseren l,Zm-störuu^sgesclMtdern bombardiert. Am 25. Juli waren die Werke nickst mehr im Betrieb.

^er maum von Rolomea umfaßt.

Wien, 26. Juli. (W^.B. 9Uchtwntl.) Aus dem Krieasvreiü'- quartter lmrd gemeldet: Beiderseits des Dnststrs fbrßWrt^ stoße,: mck mwernnnderter Stärke die HeeveSwcke der Verbündeten!

Dtefen: Bonnarsch schließen sich muh die siegreichen -Lnrppen dt, ckrmce Koeveß zwischen dem Toriaren-Paß und der Ludowa-Dohe an, wodurch der Raum um Kolomea von ^üden und Westen umfaßt wird. Am Domnrstag früh teemtte Mr noch nu starker Tagtnarsch unsere Truppen von dieser >Vtad:. Un: d:e ^rrnckflittenden russischen Streitkräfle in Ostgalizieft

lrnd vielfachom: Ansturm vergebens rumänische TrtwPen gegen die schwer passierbare 0N- brrgswckllle unserer sieben bürgischen Front.

Eine ganze Division Russen durch die eigene Artillerie niedergeschossen.

London 26 Juli. (WTB. Nichtamtlich) 9tet:termeld:nm Tu Amg "Post" erführt tat» Petersburg, daß Gew^al nt 1 an» eine eja.^e r-:Vision der ersten Armee an der qaliüfcken durch die eigene Artillerie niederschÄe^ \ci außerordcrrllich gm mit cnaliidinr unh *°W GEhen mw Kwmmerm. ^ .

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