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Reichskanzler v.Bdhmann-HoUweg EeHonb 1879 das Mjeftveardar-, 1885 das Asfessorexamen. Im Alter von 30 Jahren Mrrde er Lmidrat seines heimatlichen Kreises Oberbornim imd verblieb in dieser Stellung 10 Jahre, worauf er 1899 Oberpväsident in Potsdam, ein Jahr später dort Regiermrgs- prciftdent, und nach drei weiter«: INionateii Oderpräsident von Brandsrbur^ ivrnrde In dieser Stellluig erwarb sich Btthmmm/ rcwllwag einen reicht! Schatz von Erfahrmig auf sozialpolitischem l-vjebtet, deni er als Minister des Innern, zu dein er nach dem Tode v. Hammerstems ernmrnt wurde, in möglichster Weise auszu- üützen vcrftxmd. 1907 nruröe er Vizepräsident des preußischen Stoatsnmnsterimns und kurze Zeit darmif als Nachfolger des 'zurücktrerrndon 0^rasen Posadowski Staatssekretär des Reichsamt des Zimern^ Äls Fürst Bülow im Jahre 1909 zurücktrat, wurde Bethrnmm Hollwvg sein Nachfolger als Reiichskanzler und preußischer ^lttu i'i te rpräs ideu t.
Sein erstes Werk ivar die Durchführung der Rerchsfinanzre^ form, über die, wenigstens äußerlich, fern Vorgänger gestürzt war, weil er auf die Erbanteilsteuer verzichten wollte. Einen Mißerfolg erzielte von Bethnranu Hollweg mit seiner Wahlrechtsreform im, Ialme 1910, die von schweren inneren Erschätterimgen hegleitet ivar. lieber Haupt war die Arera Bethmanns eine Periode heftiger parlamentarischer Kämpfe. Die erste Anwendung des Enteignnngs- gesetzes, die Debatten über die Barromäus-Eyllika, der Autimo-- dernin.eneid und das Zesui:tengesetz bilden die Marksteine seines Wirkens aus innerpolilisä^em Gebiet. Sein schönster Er'so lg war ihm e.nlsckncden im Iähjre 1913 Vorbehalten, als er die große Heeres vor läge niil an.erkennenswerttm Geschick durck?zu bringen veritanL-,
Vermählt seit 1889 mit der vor z'vei Jahren verstorbenen Wlprtba von Pflügt. Der Ehe sind zloei Söhne und eine T o elfter
enHproisen.
leitenden Stellen dürfte aus Michaelis gestülen sein tvähvend der Zeit seiner Tätigkeit als Oberpräsidialrat in Breslau. Als im Jahre 1903 die große Oderuberschwemm ung furchtbares Elend über einen Teil Schlesiens mid seiner Bewohner brachte, war kurz vorher Oberpräsident Fürst Hatzfeld von seinem Amt MrückgetreteN und sein Nachfolger noch nicht ernannt. Da sprang Oberpräsident Tr. Diichaelis in die Bresche, und seiner Tatkraft ivar es zu danken. daß mit allen Mitteln für schnellste und verständnisvollste Hilft gesorgt wurde und die Provinz sich verhältnismäßig rasch wieder Vorreden Schäden der gewaltigen Ueberschwemmung erholen konnte. Seine Verdienste an dem Hilfswerk wurden durch die Verleihung des Charakters als Geheimer Oberregierungsrat mit dem Range eines Rates 2. Klasse gelohnt, außerdem wurde er in besonderer^ Stellung zum ständigen Kommissar für die Ausführung des großen Odergesetzes, für das der Staat eine sehr bedeutende Summe ausgesetzt hatte, ernannt. Er ist eine entsclfteden christliche Persönlichkeit. Ten Künstfragen bringt der neue Ztzanzker warmes Interesse und großes Verständnis entgegen, ohne ein besonderes Kunstgebiet besonders zu bevorzugen.
Berliner Blätter über den neuen Kanzler.
Berlin, 14. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Zur Lösung der Kanzler krise bemerken die Blätter, daß der neue Kanzle r les als seine Aufgabe betrachte, die innere Geschlossenheit zu erl)alten, und, soweit sie etwa verloren gegangen ist, sie wiederherzustellen. Es bedürft keiner Betonung, daß Deutschlands bewährte Bündnis Politik ftstgehalten und nach außen kraftvoll betätigt werde.
Die „Deutsche Tagesztg." erklätt. dem neuen Reichskanzler mit voller Unbefangenheit gegenüberzustehen. Sie be grüßt in ihm einen Mann von reichem Wissen, großen Fähig leiten urrd starker Willenskraft, der wiederholt schwierige Auf gaben erfolgreich gelöjft habe.
Ter „B erl. L v k.-A n z." schreibt, der neue Kanzler verdanke das allgemeine Vertrauen, das ihin entgegengebracht :verde, seiner Tatkraft m:d Umsich, die er tbei den Besttebungen gezeigt habe, dein deutschen Volke das Durchhalten unter allen Umständen und in nicht zu drückender Form zu erinöglichen. Werde es ihm gelingen,- dem deutschen Volke ein sieggewohnter willensstarker Führer zu sein, so werde ihm das deutsche Volk, das sich nach einem zielsicheren Steuermann sehne, gern :md freudig Gefolgschaft leisten.
Die „Voss. Ztg." schreibt: Zidloewußte Energie und starkes Können Don Michaelis haben im Verlauf dftses Krieges bereits schärstse Belastungsprobe erfahren. In allen seinen Stellun- geit hat er sich als ein Ädann von ungewöhnlicher Kraft und schar sein Urteil gezeigt. Dabei ist er ein Arbeiter, der nie ermüdet und an bem die anstrengendsten Verhandlungen und schärfsten Debatten fast spurlos vorübergingen.
Das „Berl. Tgbl." meint, die Ansichten über den neuer. Kanzler gingen sehr weit auseinander. Der großen Oeffentlichkeit sei er durch die vortreffliche und sehr energische Rede bekannt, die er im Mürz im Mgeordnttenhause zur Ernährungsftage hielt. Jetzt sei es Pflicht des Reichstages, den Kanzler zu fragen, wie er sein Programm der Einigung ausführen wolle. Man habe die Volksvertretung nicht um ihre RLeinung gefragt. Jetzt sei es Saclie der Volksvertretung, selber zu fragen und mit der mnnlbehrlicherr,
Or. Midi<3C-L r 'S'.
Der neue Kanzler.
Dr. Michaelis ist der erste bürgerliche Reichskanzler des München Reiches. Er ist in H-apnau irn Jahre 1657 geboren und m dar. preikyischen Staatsdienst getreten. Nackchem er kurze Zeit als Gerichtsasieswr tätig war, ging er 1885 als Dozent an die Schule deutscher Recht-- und StaatSwissensä-aft nach Tokio. 1889 trat er in de>n Staatsdienst zurück. Nach kurzer Tätigkeit als . Staatsanwalt in Schneidemühl trch er 1892 in die allgemeine <rtalüsver)valtung über, war Regienuigsrat beim Regierungs- . pra,identen in Trier und Arnsberg, später Stellverttcter des Regie- rungspräsrdeiiten {ui Liegnitz und 1902 Oberpräsidialrat in Breslau, ^on dort wurde er als Uiiterflaatsftkretär in das preußisch? Finanz- . mmntermm beruftu. Zn Beginn des Krieges, als die staatliche Regelnng der Volksernähruiig und zunächst der Brotversorgung notwkmdrg wurde, trat Michaelis an die Spitze der Reichs getveidestellc, und _ im Februar dieses Jahres wurde er zum S t a a 1 s k o m m i s sa r für B o l k s e r n äh r u n g ernannt. »M allgenieuier Errnii-erung ist noch die bedeutsame Rede, die Michaelis im März d. Is. im Preußischen Mgeordneteühauft mell imi) worin er seine Rechte gegenüber den Eingriffen anderer Relwrts verteidigte. „Wer will mir in den Arm fallen?" rief er damals dvo'hend. „Wer, würde niir mit Erfolg in den Arm fallen, wenn ich n:eme Pflicht auf dftsem Gebiet tue?" Die Haltung dft Michaelis bisher eingenommen hat, und seine bedeutende organiiatvrische Leistung, insbesondere tväbrcnd des Krieges berechtigen zu der Hoffnung, daß seine Amtsfülirung als Reichs- kanzler el-enso eirergisch wie zielsicher sein und mit den Wünschen und Meinungen des Volkes übereinstimmen wird. Bemerkens- wert ist, daß Michaelis ein Reichskanzler ohne jede diplomatisckie Vergangenheit ist.
Uni so größere Bedeutung wird deÄ?alb Die Persönlichkeit des neuen Staatssekretärs des Aeutzern gewi.'.nen. Der heute genannte Kaiididat für dieses Amt, Dr Ulrich ^^^'os.borsf-Rantzau, steift im 49. Lebensjahre und feit 189o cm diplvmatjfcheii Dienst imd nmr u. a. 1906 Borschafts- ^it in Wren. seit Achang 1910 Generalkonsul in Budapest, welche IElnug bekanntlich gefvissennaßen einen diplomatisck>en Cha- rarter liefttzr und nt seit 1912 Gesandter in .Kopenhagen. Er itl ein imgeuwstUich ftnntnisreicher mw geschickter Diplomat, der in Kopeiil>ageu sehr gut rvirkt. Er genießt dort ein hohes per- sönlichtes niid politiscl>ss Wfthen.
, Berlin, 15. .>uli. t'terchskanzler Tr. Michaelis hat geiderit mittag dem bayerischen Stcratsrninister Grafen He r b> Itttß tu der bayerischen Gesandtschaft besucht und dort eine längere Bespvechmrg mit ihm gehabt.
. Bielefeld. 1.5. Juli. Einer Unterredung, die ein Vettreter des „Bielefelder Generalanzeigers" mit einem Bruder des neuen Reiäisranzlers, dem langjährigen ersten Pfarrer an der Neustädter Gememde m Breleftld l-atte, entnehmen wir folgende Ntttteilungen: Dr. Georg Mickwelis, geboren am 8. September 1857 als drittes von sieben Kiiidern des damaligen Kreisrichters Michaelis, ist seit 4891 nnr nner Tochter des verstorbenen Fabrikmtten Geheimer Kommerzienrat Schmidt m Guben verlreiratet, die ihm sechs .Kinder schenkte. Sem ältester ->ohn ist als.blutjunger Kriegsfreiwilliger «ul dem Felde der Ehre geblieben. Während seiner Tätigkeit als Oberregierungchcat und Dirigent der Abteilurig für Kirchen- und Schulwefen bei der königlickien Regierung in Arnsberg gewann sich Tv Michaelis durch ferne tatkräftige Fürsorge, für die Gehaltsver- beisermng der Botts, ch ullehr er in besonderem Maße das Vettrauen der Lehrerschaft daß BesrrkL. Die Auim^ffamLft der Berliner
Wahl unseres Kaisers und glauben, das Volk und Partei ihni mit vollen: Vertrauen entgegenkonimen werden. Wir haben in Michae- lsi eine .Hnrdenbnrg und Ludendorfs verwandte Natur von ungewöhnlicher Tatkraft mrd reinsteni Wollen.
Die „Post' meint: Es scheint, daß gerade die sachlich ernste Art, mit tvelcher Michaelis seine Tätigkeit ausübte, ilm in der gegenwapigen schwierigen Lage als die geeignetste Persönlichkeit in Betracht konrmen ließ, rrm die verwirtte Nachfolge des .Herrn v. Bekknnanii Hollwegs cmzutreten. Seine Aufgabe bietet sich indessen schwierig genug dar. Ueber die Att, auf die sich Michaelis ihr zu unterzieheir gedenkt, verlautet zunächst noch nichts.
Die Parlamentarier bei Dr. Michaelis.
Berlin, 16. Juli. Der neue Kanzler setzte Sonntag nachmittag mit den Mitgliedern des Reichstages die Besprechung fort bic er am Samstag begönnern hatte. Fcldmarschall v. H i ir- denburg urrd General Lndendorff nahmen au der Besprechung teil. Bei der Zusammenkunft <rm Samstag waren die Partei Vertreter, die der Erzbergerschen Friedensformel zusagten, gestern die Vertreter der Parteien geladm, die diese Formel als unl-eilvoll ablehii«n. Die anwesendeir Parlamentarier lvaren Graf Westarp, Dr. Rösicke, Dietrich, Brrchn. verr Halem, Schiffer, Prinz zu Schönaich-Carolath imd Dr. Slresemami. Gegenstand der Unter- l-altun^ bildete die im Vordergrund des parlaineiitnrischen Interesses Iteheiideii Fragen, und der Kanzler nahm Gelegenheit, sich ungezwungen über diese Fragen auszusprechen. Er teilte mit, day er ani Donnerstag zu Beginn der Reichs tags verhand tun geit miS Tßott ne'hmeri iverde. Man darf sornit eine programmatische Erklärung über seine Auffassung rmserer inneren imb äußeren Lage erwarten.
Wie den: „Berliner Lok.-Arrz." von Telln^hmerir an der Besprechung vorsickiett wird, wurden sie alle von der klaren und zielsicheren Weise, mit der sich Reichskanzler Dr. Michaelis 'aus- lretz. aus das freudigste berücht. Eine Gerrugtuung war eS ihnen, baoboäften. welch vollständiges und rückhaltloses Einvernehmen zwischen ihm und den beiden Vertretern der O b e r st e n H e e r e s l e i t u n g H i n d e n b n r g und Ludendorfs bereits gegenwärtig besteht. Zu- famniensassend fturn riran sagen, daß die Vertreter oer drei beteiligten Fraktionen der Konservativen, der Deutschen Fraktion und oer Nationalliberalen enren überaus günstigmi Eindruck von dieser Be- spreckiung mitgenommen hal>en. Die in der fimften Nackmittags- [hmbe begonrume .Zusammenkunft fand erst lmt 8 Uhr abends ^^.dlbschluß.. In der Wihelmsttaße Tratte sich inzwischen das Gerücht verbreitet, da ßHindenburg im Reichsamt des Iimern lvelle. So empftng den Feldmarschall als er das Haus verließ, eine vielhundert köpft ge Menge, die ihir mit jnbeelnden Zrrrufen begrüßte rmd seftr Auto so dicht unr-drÄrgte, daß es sich nur lang- fanr einen Weg zu bahnen vernroclfte.
Der Kronprinz.
Berlin, 14. Juli. (WDB.) Der Kronprinz ist in dor vergang-enen Nacht uin 11.25 Uhr vorn Bahnhof Fried- richstvofte nach dem w-estlichen Kriegsschartplatz <r ü g e r e i st.
Weitere Verhandlungen mit Hindenburg.
Berlin, 14. Juli. (WTB.) Die ..Norddeutsche Allgemeine Zntuug" ichreibt: In Fortsetzung der gestern abend im Generalstab tattgchabten UM er Haltung zwisckMi denr Gelieralfeldmarsckmll von Hindenburg, dem Gmieral Lndendorff und den Führern der Rerch-stugssraktinnen, fand heute auf Veranlass u n g und in Gegenwart des neu erwählten Rrichsbanzlers Dr. Michaelis enie zwanglose Aussprache mit den Vertretern des Zentrums, der Fortschrittlichen Vo l ksp a r te r u nd der Sozialdemokraten bei dem Staatssekretär des Innern Dr. Helfserich statt. Für rnorgeii ist eftre Aussprache mit Ber- treterrr mrder-er Parteien in Aussicht genommen.
Das Friedensprogramm der Mehrheit des Reichstags.
Berlin, 14. Juli. (WTB. Mchtamtlich.) Die Mehrheit d e s Reichstages, die sich zusannnensetzt ans deir Mattionen des Zentrums, der fortschrittlichen Volkspartei, der Sozialdeinokraten, der Elsaß-Lothringer, eines Teils der Deutscherr Fraktion und einzelner Ntirglieder ariderer Frak- ttonerr, hat sich ans folgendes Fri e d e n s p r o g r a m m ge- wir?^ ^ i>em Reichstag zur Beschlußfassung vor legen
4-. August 1914 gilt h'ir daS deutsä>e Volk auch an der Schrvelle des Metten Kriegsjahres das Wort der Thronrede- Uns tterbt mcht Erobernngssucht." Zur Betteidignng seiner Freiheit und Selbständigkeit, nir die Unversehrtheit seines territorialen BeirtzstandeS ho.t Deutschland die Waffen ergriffen. Der Reichstag «strebt ernen Frieden der Verständigung und der dauernden Bersohmmg der Völler. Mit eilunl solchen Fnchen sirrü a*
zwungene Gcbietserwerbungen und politische, wirtschaftliche odep» finanzielle Vergewaltigungen unvereinbar. Der Reichstag weiAi auch alle Plane zurück, die arcf eine wirtschaftliche Absperrung und Verfeindung der Böller nack) denr Kriege ausgeben. Die Freiheit^ der Meere muß siä>crgestellt werden. Nur der wittschaftliehe Frieds- wrrd einem freundschaftlrchen Zusainnieiileben der Völler oen Boden bereiter:. Ter Reichstag wird die Schaffung internatioualer Rechtsorganisationen tatkräftig fordern. Solange jedöä) die ,.udlicl)e^ Regierungen auf einen solchen Frieden incht eingelftn, solange si« Deutschland und seine Verbürrdeftn mrt Eroberung und Vergewaltt-- gnng bedrohen, wird das deutsche Volk nne eilt Mann zufammew- stehen, unersckftitterlich arrsl-arren und kämpfen, bis sein urrd seiner Verbündeten Recht auf Lebeir und (Entwickelung gesichctt ist. Ink seiner Einigkeit ist das deutsche Volk uuniberwindbar. Ter 9iei.ä)Stagk weiß sich darin eins nrit den Männer::, die in l>eldeuhaftem das Vaterland schützen. Ter unoergüiigllche Dank des ganzen Volkes ist ihiien sicher.
Harnack über seinen B<ries.
Frankfu rt a. M., 13. Juli. Der „Fr^kf. Ztg." nftrd auL Berlni gemeldet: Unter der Ueberschrift: EiiM sensationelle Auf- klärmrg berichtet ein bai-erisches Blatt von einem' Briefe des Wirkt. Geh. Rats Dr. v. Harnack über ein Gespräch, das dieser mit dem! Reichskanzler gefühtt hat. Exz. v. 5l>arnack teilt mrs dazu folgendes! mit: Von dew ganzen Inhalt des Briefes ist irichts tatsächlich, als datz ich ein Gespräch mit deni Reichskanzler geft'Hrt h.rbe. Obgleich ich kenne Abschrift des Brieses besitze, kann ich schon setzt sagen, baß — lvas feinen Inhalt anoeht — einiges ganz aus der Lufh gegriftey, anderes mrs das l!el elste entstellt, iwch anderes .Us Worts des Reichskanzlers angeführt ijt, was nur meine Mein.mg nnH ^wir in entltelltcr Form wiedergibt. Eine Beriäftigung im Einzelnen behalte ich mir vor.
München, 13. Juli. In der sensationellen Angeleg» mheül des Harnack-Briefes haben die „Dttrnch. ^Neuest. Nachr." erfchuen,
cm? ^mreiben nur durch eitlen BerttauensbrUch in die ä)L.wde des Münchener.Zentriimsblattes gelangt sein könne. Die Empf.in- geriil des Briefes stelft der Veröftcntlichnng völlig fern und l'vt niemandem die Veröffentlichung er laicht.
-—«maanam i w» ' » ' ■ -
Die Kampfe fit west und ©ff.
r • v? r c U n .' *4- FE. (WTB5 In Flandern nahm das feindliche Attillerieftuer am 13. Juli auf der gan.zei: Fror'.t gegen Mittag zu und steigerte sich gegen Abend niid in der Nacht. Besonders heftig war das ftindluk^ .Feuer in der Gegend von. Lou:^ bartzyde, Dixmuiden, Langerinarl und Whtschaete. Die deut-^ scheu Batterien erividerten erfolgreich In dtieuport wurden zrver große Explosioiien beobachtet. Zwei feindliche BeobachiungsballoeiL wurden zum Niedergehen gezwungen. Von 7 Uhr abends ab lao, scrweres feindliches Ferver, das sich n:chrsach zi:m Twnunelfeuei! stcigette, auf unseren neuen Stellungen von der Küste bis Lombatt-« zyde. Vor .11 Uhr abends brackien englische Sturm-- ko lo n n e n bei Lo mbartzh de vor. Der Angriff blieb jedoch unter erheblichen seindlick>en Verlusten in unserem Sperrfeuer' liegen. Das darauf einfttzende starke feindliche BergeltungS- ftuer wurde von uns energisch ettvidert. Die eingebrachte Beule oe:. dem Angrift imserer Marine-Jnfanterft an der Küste hat sich» ans 40 Vtaschiiiengewähre erhöht.
Die F l i eg e r t ä t r g k e i t war in Flandern dauernd außer- ordentliich r?ege. Ein aus neun Flugzeugen bestehendes feindlich e s G e s ch w a d e r wurde von edier unserer Jagdstaffeln vernichtet. Nur zwei feindliche Flugzeuge vermochten die ftliwliche Lm:e zu erreichen, sind aber anscheinend abgestiirzt. Sechs y'lugzeuge lvurden abgeschossen und eins zur Landmig gezwungei:. r^! 1 hormittags gegen Brügge gerichteter feind-<
llcher p-liegerangrifs blieb erfolglos, ebenso die Angriffe, die iw v 13. auf den 14. Juli auf Ortschaften, Bachnhöft'
und Flugplätze hinter unserer Front stattfanden. In der gleichen Nacht, bewarfen unsere Flieger feindliche Munitionslager bei Steeverk und Beveren mit Bomben. Im Munitionslager am Bahnhos Bevereii brach ein Brand ans.
Auch an der übrigen West fron t war neben den gemeldeter^ Mmpchandlungen die Fliegertätigkeit sehr lebhaft, .lnsere Flugzeuge bonlbardietteii feüidlickx' Lager westlich Arrvs uuo griffen in der Nacht vom 13. zum 14. Juli abermals feindliche Batterie!: und Sckreinwerfer mit Bomben und Masclmren- gelvehr an. Ferner bvmbardiettei: unsere Nachtgesckftvadcr die Industrieanlagen von DomtwSle, Neuve-Maiftn, Pompey und Dieulvurd. Feindliche Bombenabwürfe im Suippe.-'Tal ans Eisenbahn und Ortschaflei: hinter unserer Front, auch in der Gegend voii Rietz, verurfachteli mir stellenweise geringen Sachsä)<ü>en.
Bon der Ostfront ist ergänzend zu melden, l>aß ein 1 Uhr Mittags gegen imscre Setllungen beiderseits Nowisa matl vor- getragener russischer Angriff in unseren: Feuer erstickte. Das im Rannie von Brzezanh zeittveift starke Feiler flaute in den Abard- itnnden wieder ab. Im Ludowa-Gebiet, beiderseits deS 'Oitoz und des Slanie-Tals lebhafteres seiiidliches Zerstönmgsfener und ver--- elnzelte PaLrouillentätigkeit. An der Donau be: Prislava und ^ulcea schwaches Postenfeuer.
In Mazedonien nur sb:llenweise lebhafteres Feuer. .Am Bardar endete ein Patronillengefecht für m:s erfolgreich.
Die Fliegertätigkeit.
Berlin, 15. Juli. (WTB. Nichlaintlich.) Bei gutoin Wetters etzden am 13. Juli unsere Bombengeschwader ihre Stteifzüge er-- ! nlgreich^ sott. Ihre Angriffe galten vor allem den milltärisäftn ' Anlagen hmter der flaiidrisckft'n Front. In dem Miuntionslager be: Beverei: riesen gut gezielte Bomben einen großen Brand hervor. Die Jndilstneanlagen von Frouard, 9 Kilometer irördlich Nancy, wurden über drei Sttlnden lang mit Bomben, zum Teil sckiwerstan Kalibers, belegt. Im ganzen warfen nufere Flieger gestern über 10 000 Kilogramm Spreirgstoff ab.
Eines unserer Flugzerige unternahm einen fünffttüidigen Auf- iarnngsslug über seftidlichem Gebiet und brachte wertvolle Fest- telllrngen heim.
o r,ffl e ilondrische Front war wieder der Schauplatz erfrttterfccc" Lirsttämpft. Oberleutnant Do stier griff mit seiner Staffel ein feind-- liches Gesckfwader von nenn Flugzeugen an. Sechs feindliche Flüg- zeiige wurden abgeichoften. ein Flugzeug zur Lairdunn geztvnngen Nur m?i_ Flugzeuge enttanran schwer beschädigt in inadriger Höhe ^er die seindlichen Linien, stürzten aber anscheinend dahinter auch noch ab. Im ganzen büßtei! unsere Gegner gestern 2) Flugzeuge und einen Fesselballon ein.
Neuer KriegSkrcdLt Amerikas.
Washington, 14. Jul:. (WDB. MchtamÜick>> Reu- ter-vNeldmrg. Dein Kongreß lvivd nächste Woche ein neuer Kwregskredit vmi drei Millicrcdeii Dollar vorgelecft lverden.
Der Bau vou Flugzengen in 2Lmerika.
Washington, 15. Juli. (WTB.) Das Repräsentantenhaus hat einstimniig eine Vorlage angemonmien, die einen Kredit voir 640 Millionen Dollar für den Bau von 2 2 0 00 Flugzeugen Vorsicht.
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Unabhängigkeitserklärung Finnlands.
.. Stockholm, 15. Juli. (WTB. Mchtamtlich.) Nach der finnischen Zertmrg „Tyoemies" hat der- finnische Landtag mit großer Mehrheit beschlossen, Finnland selbständig zÜ machen. Der Laichtag erklärt, hie vorläusige Mgierirng hat nicht die Befugnis, über Fiiinlaiid zu bestinlmen. Senat ünd Laiidtag übeii die Regiernngsmacht in: Lande cvrs. Der ozralilttsche Abgeordnete Redattenr Btackeli hielt eine große Rede, in der er die finnische Jngeiid ermahitte, sich zu be- ivattnen, mn ettvaigen Gewalttnaßregeln zu begegnen
Petersburg, 15. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Die Petersburger Telegraphen-Agentur meldet aus Helsina ors: Maßgebende Kreise nehmen an, daß die dritte ung des Gesetzentwurfes über die Unabhängigkeit Finnlands aüf Mvntag abend festgesetzt wird. Die Lage


