Nr. r 1
Zweites Blatt
J6Z. Jahrgang
Samstag, 50. Juni W
Grfcbeuit täglich mit Ausnahme des SormtagS.
veil »gen: öetzener ,,Li»i!iendl8tter" und
.. ..eisdlatt ^ür den Kreis Gießen".
Vaftlchecktonio: Sctnffwrt am Main Nr. U686. BanLvrrkehr: Gewecbebaul Sierra.
ZwillingSrunddruck und erlag:
D r ü h l'sch e Un iversitä t: -Buch- u. S t > dru ck e
N. Lange, Gießen.
General-Anzeiger Kr Oderheßen
Schriftleltung, Geschäftsstelle und Druckerei:
Schulstraße?. Eeschäfisitelleu. Verlag.
Schriftlcilung: 112.
Anschriftfür Dreht rachrlchten:Anzeigers-e c
Die veraL rngen des schweizerischen Naiionalrates.
Bern 28. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Hsuts wurde die Beonürrrg des mtkd Jooffmomi fortgesetzt. .Ter Waadtländer Ia- 1 o n tegrih&de, ictterfblfet tvn twehreren tuel scheu Rednern, einen i'hämg auf Aufchwung der außerordcntli ä>en Bolkmachten des BurüxsuLts. Ms dadi W i 11 e m in- Genf Hoffmann den Vorwurf machte, inrmier deutsche Interessen in der Sckwxüz vertreten flribat, weist Präsident B u hier diesen Vorwurf entschieden .nrrück, und fieitt inüer beiu stnrmiscl?en Beifall des ganzen Hauses fest, daß Hoffnrann immer nur säwvizerisck^e Interessen twrttcten trabe. Nachdem noch H ae b erlitt-Thurgau, der Präsident der radikal-o.'mokrattsckren Gruppe, die Demission Hosfmcmns crt-3 un verrneMich bezeichnet, zugleich aber dessen l)ol-e Verdienste um das Vaterland und seine reinen Beweggründe ber vorgehoben hatte, ergriff der Bundespräsident das Wort zur Darstellung des Standpunktes deö Bundesrades z'ur wirtschaftlichen Lage der Schweiz und zur Angelegenheit Grimm-Hoff- mann.Er führte im rvescntlichen aus: Die Schweiz ist wirtschaftlich abhängig von beiden Gruppen der Kriegführenden, von denen keine die andere ersetzen, kann, da die eine uns betreibe und die' übrigen Nahrungsmittel versäufst oder durchläßt, lvahrend die an dere uns mit Kohlen und (Äsen für unsere Industrie und die Eisenbahnen versorgt. Die großen. Schwierigkeiten, mit denen die ^kriegführenden selbst zu kämpfen haben, und die Transportkri.se, die die Well gegenwärtig heiterescht, führen zu dem Schluß, daß stur noch der gute Wille der Kriegführenden veranlassen kann, freund" schaftlich der Schveiz zu gedenken und es ihr' zu ermöglichen, zu leben und zu arbeiten. Wenn die Ent-wickelZimg so lveiter geht, und wenn die Zufuhren von beiden Seiten so mangelhaft bleiben wie in der letzten Zeit, stehen wir vor einer s chweren Kr i s e.
Der Dichter hat ersichtlich, so schreibt uns ein Marbeiter, seinen! Beesen einen tieferen politischeii Sinn zugrunde gelegt, der (tmh in unserer Zeit einen Wliderktang suchen konnte. Seiner Mahniung, die Ernte rechtzeitig erntziubringen, bedürfen wir freilich Ttidjt Längst sind von den zuständigen Stellen umffassendc Borbe- rellmigen zur sofortigen Nutzbarmachung der Grude, vor allem der Getreideernte, getvoffen worden, _ bereu sorgsamste Durchführung gesichert ist. Durch genaue Untersuchungen der besonderen Wachstum sbedingungen werden diejenigen Gebiete festgestellt, in denen die Ernte voraussichtlich am frühesten sck-nittreif wird. Es ist ferner Borsorge dafür getroffen worden, daß den in Betracht kommenden! Gebieten die nötige Mrziahl von Dreschmaschinen, Arbeits- Und
Gespannkräften, sowie ausreichende Kdhlemnengen zur Verfügung gestellt werven.
Bewegung.) Der Präsident wies einerseits auf die Aussicht einer
guten Inlandsernte, andererseits auf den Mangel an Schiffsraum Istn, der dazu zwingen werde, einen Teil der Tvansporte über Holland zu leiten. Aus dieser Sorge heraus, sagte der Präsident, habe Bundesrat H offmann diesen Zustand des Landes durch Begünstigung des Friedens beseitigen wollen. Seine Beweggründe waren durclmus reine. Von dem Bestreben, dem Lande zu dienen, geleitet, l«t er sich vergriffen. Nach meiner Ucberzeugung ist die Depesche Hoffmarms an Grimni in Petersburg durch die russische Negierung entziffert worden. So weit ich die Aktenlage kenne, spricht nichts dafür, daß Grimm ein deutscher Agent ge wesen ist. Was Hoffmanu betrisst, fällt die Behauptung köpf loser Leute, daß er ein Agent Deutschlands gewesen sei, schon mit der Datsaclie in ftcfj, zusammen, daß Grimm nicht im deutschen Auftvag handelte. Hätte Grimm als deutscher Agent gehandelt, so hatte er sich sicher seine Informationen direkt ans Deutschland zu beschaffen gewußt lfltb itjfot den gefährlichen Weg der indirck terr Ueüermittiung über Hvffmann gewählt. Mit aller Energie muß ich deshalb dem Gedanken entgegentreten, als ob Hoffmarm in ein Friedenskomptvtt verwickelt gewesen sei. Weiter hob der PrLfÄent Hoffmanns Verdienste um die wirtschaftlichen Verhand-» lungsr mit dem Auslande hervor und sagte dann, Hoffmann hätte von seinem Schritt unbedingt dem Bundesrat Kenntnis geben müssen. Hätte er das getan, dann wäre die Depesche nicht abge- schictt Wochen; denn ba$ Kollegium l-atte ihn von seiner Regierung des Herzens und Vertrauens durch den Hinweis auf die inter- mttnmale Lage und auf die Möglichkeit der Auslegung seines Schrittes als unfreundlichem Akt seitens der einen Mächtegruppe abqebvacht. Der Bunüesrvt ist der Ansicht, daß eine weiters Untersuchung plotzzugreifen hat, welche alle Begleitumstände des Zwischenfalles feststellen soll. Wir wollen nichts verbergen und haben nichts zu verbergen. Weiterhin richtete der Präsident <m die romanische Schweiz die dringende Mahnnng, den Gang der Untersuchung ruhig abzuwarten und das Vertrauen zum Bundes- rat zu haben, daß die Angelegenheit eine Erledigung finden wird, die dem Tatbestand der Wsichben und Vorgänge entspricht. Er fuhr fort: Die verletzten Gefühle der deutschen Schweiz haben ihr Echo gefunden irt dem Votum des Nattonalrates Jäger. Es ist festzustelken, daß die bedauerlichen Ausschreitungen in Genf nicht nur von der öffentlichen Meinung der deutschen Schweiz, sondern besonders auch von den Behörden mißbilligt winden, die ihrerseits alle Genugtuung gegeben haben, die verlangt werden konnte. Der Kern der romanischen Bevölkerung miß- billcgte diese Dinge immer genau so, wie wir sie mißbilligen. Besonders schmerzlich war der Vorgang im Tessin. Man soll aber diesen Erscheinungen nicht eine übertriebene Bedeutung zumcssen und sie nicht als Symptome, sondern als Einzelvorgänge bewerten. Ter Präsidertt ging darauf ans die Neuverteilung der
Departements im Bundesrat -ein und betonte sodann: Tie
Schweiz verfolgleine Politikd er absoluten loyalen Neutralität, eine Polittt, die eigentlich den Grundsatz in sich schließt, daß sie keine Politik toeibt. Es liegt auf der Hand, daß durch? die getroffene Neuorganisation und durch den Uebergang der Leitung des politischen Departements an Ado r eine Aenderung in dieser Politik nickst eintreten kann. Wir können den Vo-rivurf, daß die Sckuv.c; als solche sich unneutral verhalten habe, aus keinen Fall annehnren. Ter Bundesrat ist für den begangenen Fehler nicht verantwort lick. Der Bundesrat wird bestrebt sein, gegenüber sämtlichen Mächten die freundschaftlichen Beziehungen, die die Schweiz bisher iunterhalten hat, aufrechtznerhallen. Gegenüber dem Ver- lcmgen aus Abschaffung der außevordentlichen .Vollmachten des Bundes rate erklärte der Präsident: Der Bundesrat muß in einer Zeit, wo in sämtlichen Staaten die Konzentration der Macht in den Händen weniger sich als unerläßlich erwiesen hat, an diesen Vollmachten im Interesse des Landes selbst sesthalten. Ter Bundesrat wird davon nur so ivert Gebraus' nnvchen, als es im Interesse des Landes notu e :dig ist. In dieser 'schweren Stunde muß der Bundes
rat Mls
zählen können, das einmütig mit ihm die Hand
zwn Ltt v ire erhebt, alles zu tim, lvas dem Wohl des Vaterlandes dient.. (Lebhafter Beifall, Händckllatschim inr ganzen 5)ause.)
Bei der Msfimmung wurde die sofortige Einsetzung einer besonderen pa rlam e'itarischen llntersuchnngskommission mit 99 gegen 12 Stimmen -md die sofortige Einschränkmig der anserordentlichen Dvllmacksten dr Bundesrates ans wtttschafiliche F-tagen mit allen ßefffli zlvei Stimmen (Willemim und Garbani) abgelehnt. Mit 95 gegen 16 Stimmen wurde entsprechend dem Antrag der Kommission beschlossen, die allgemeinen mlßewrdentlichen Vollmachten im- angetas.e: zu lassen
Ans Sinkt sind (Tand.
ö ieße.,. 3 v. Juni 1917 .
Der Erntemonat.
„Der chchdne Sommer rückt mit Kraft/ Dem Erittekranz ent- -egen" jo beginnt ein im Nachlasse Friedrich Rückerts vorge- NoÜEnes Gedicht, das erst im Jahre 1911 nrit 171 anderst bisher urw*efcmirfton (dicksten des Dichters in einer Santmlrmg ,.Poli- rffche^ Notst.l uch" veröffentlicht worden ist. Das (Gedicht sciüiesst mit den beiden Versen.
„O laßt uns keinen Augenblick Den Erntetag versckfieben!
Es möckst' ein feindliches Geschick Die Hvssntstnchn zerstieben.
Doch wenn wir vor dem Erittebag Unreise Halme mähten.
Tat U'tvr i,ün tz^ewitterscUaa,
Ms wir »ms selber täten."
Wie bekannt, fit auch bei der RleichSgetteideitelle eine besondere Abteilung für die Durchführung des Früh'orusches! gebildet worden. So ist nach jeder RickstuNg hin volle Gewähr dafür gegeben, dcrßj wir in diesem Jahre bereits vistl früher ffr den Genuß des Ertrages der diesjährigen GetveLeernte, für die die besten ^(usfichten besteheir, treten kömren, als dies in den beiden erster! Kriegsjahren der Fall gewesen fft. . . Eine schwere Zeit der Arbeit, die schwerste Arbeitszeit^ des Jahres, steht freilich den Land- wirten !und allen denen, die ihnen fist vaterländischer Jinteresse ihre Mitarbeit widtmtvn, im Erntemonicrt >und in den folgenden ll'äonaten, in denen der weitere Erntesegeir zu bergen ist, rroch bevor. Diese Arbeit fft Um! so mühevoller und cmsttengender, weil sie in der heißesten Zeit des Jahres geleistet werden muß. Sv mancher hat es erst jetzt zu würdigen gelernt, was ,st>er Weg zum Mehlfaß" zu bedeuten l?at. voir dem der treffliche alemannische Dichter Johann Peter Hebel singt:
„Wersch, wo der Weg zUm Mehlfaß rsch,
ZUim volle Faß? Im Mörgerrrot.
Mt PflUrrg und Charst durr's Weffefeld,
Bis Stern und Sterrr am .Himmel stoht."
Urrd gar erst in der Ernte darf keine Minute versäumt werden! Um so schöner aber der Lahor, der allen um die Einbrürgung der Ernte sich Mühenden und vor alleist dem Vaterlande winkt. Wir dürfen in beit GrUtemjonat des dritten Kriegsjahres mit der, freudigen Gewißheit eiutrelost, daß mir auch in dieser Hinsicht allen Aufordermrgen vollmrs gewachsen sind und auch derr Ernten sieg voll und ganz erringen werden.
** Auszeichnung. Musketier Friedrich Dietrich bei eurem Infanterie-Regiment jütebe znm Gefreiten ernannt und erhiett das Eiserne Kranz 2. Klasse.
** Geschäftsjubi 1 ä nnr. Ter ProLrrist der Firma Koch urrd Kraatz, Herr Karl Köhler, begeht am 1. Juli sein 2.5jähriges Gesckmstsjubiläum.
** Der Verkauf von ausländischem Wild und Geflügel durch die Kommu nal verbändc. In einem Rmrdschveiben des Präsidenten des Kriegsernährungsamts an die Bundesregierungen wird u.o. daraus 'hingewiesen, daß der Wsatz ausländischer Gänse, Haserr, Kaninchen, Hühner usw., von denen erheblickie Bestände in zahlreichen Orten des Reichs an- gesammelt sind, durch die verbilligte FleisckMrlage sowie durch die Einhaltung gesetzlicher Höchstpreise erschwert wird. Die Kommunal- verbände dürfen daher, soweit für 5) äsen, Wildkaninchen und anderes Wildbret ausländischen Ursprungs die 'Einl-altung des inllrndisckvn .Höchstpreises infolge der hohen Ein sbandskosten taffächlich nicht möglich ist, bis zum 15. August 1917 einen angemessenen Aufschlag zum Julia ndspreise unter folgenden Bedingungen erheben: Der mcs- ländische Ursprung der Ware muß der Aufsichtsbehörde nachgewicsen werdet!, ferner darf der Verkauf n n r durch den Kommunal verband in besonders bestimmten Verkaufs stellen erfolgen, in denen die War« durck) Ansckstag als „Ausland>ware" kenntlich gemacht ist. Es ist sodamr verboten, inländische Ware gleicher Art in demselben Verkaufsräume fellzul-alten, desgleichen auch die Vermengung von Auslands- mit Inlandstvave aus den Lagern. Für die Abgabe von ausländischen Hühnern ohne Fleischkartcn- zwang gelten die gleichen Bedingirngen, iedock) darf der Verkauf mrr cur Verbraucher, aber nicht ar? Gast- und Schaukwirffchasten: erfolgen, da deren Verpflichtung, Hühner speisen nur gegen Fleisch- karte abzugeben, unberührt bleiben muß.
** Verwertung dler Brennesseln. Es besteht an manchen Stellen Deutschlands die Hebung, j^ic vorhandenen Nessel- bestätche zur Fütterung der Gänstt- und ^äpveineherdcn zu verwenden. Demgegenüber wird daraus hingewicssn, daß das Verfahren, die gmrzen Nesseln einschließlich der Stengel zu verfüttern, eine Verschvendung wertvollen Fasermaterials darstellt. Der Futterwert der Brennesseln beruht im wesenllichen ans den sehr eiweiß- und fettreick-en Blättern. Werden die Brennesseln geerntet und getrocknet, so lassen sich die Blätter ohne loeiteres vom Stengel lösen und zu Futterzwecken verwenden. Die Stengel aber können zwecks Gewinnung der Faser der Nesselfaser-Ver!oertungsgesellsckmff zur Verfügung gestellt werden. Zugleich.darf darauf aufmerksam gemacht werden, daß die Veräußerung von Nesselstengcln zu Futterzwecken auch ernten VersLoß gegen die Bundesratsverordmrng vom 27. Jmli l916 (Reichs-GesetzÄ. S. 327) darstellt, w<ücl)e vorschreibt, daß sämtliche Neffelstengel der Neffelfaser-Berwertungsgesellschafi anznbieten sind. <
** Inr Schwarz - Weiß - Theater, SetterÄvcg 81, wirkt ab Samstag, 30. Juni, bis einschlteßlich Montag. 2. Juli, die beliebte Künstlerin Asta Nilsen mit rchrm Partner Ludwig Traut-
maim in dem mimischen Gesellschaftsdrcrma „Dora Brandes", in
4 Akten. ?lls zweites Sttick ist ein prkcnttvs Lustspiel in 2 Akten „Vom Tl)saterfinrinel befreit" vorgesehen. Die .Hauptrolle svtelt Alice Sckzeek-Hechy vom Theater am dLollendorfplatz Berlin. Mit der interessanten TieraufnalMe „Bernbardiuerbun^ schließt der gut gestrählte Spicklplan.
** Im Lichtspielhaus, Bahnhofftraße, spielt ab Istpte bis einschließlich Rtontag, 2. Juli, die liebreizende Künstlerin' Hedda Vernan in ihrem neuen Filmdrcnnia in 3 Akteur „Der Weg zmn Reichtum". In diesem^ Film ist .Hedda Dernon als Tänzerin Earmen zu bavunderu. „Die Waldameise", tnter-essante wissenschafiliche Naturaufnahme, folgt. Für den lpunoristtsclien Teil ist ein entzückendes Lustspiel in 3 Akten „So'n Rackerckren" vorge. sehen, das nrit seiner übermütigen Laune die Zuschauer lmstnder- stehllich mitreißen wird.
** Eine totale Mondfinsternis wcw am Abend des 4. JNli eintreten. Sie wild in Deutschland bei günstigem Wetter während 'ihres ganzen Verlaufs zu Ibavbael^en sein. Die begffutt um 9 Ikhr 52 Minuten abends und >endet l Uhr 25 Rtrnuten nachts. Die DotbalitLt dauert um 10 lUTir 51 Mn. bis 1'2 llljfc 27 Min.— Am 19. Juli tritt auch eine partielle SonnerffffrstieVnis ein, fix ist. aber nur im südlichen Eisnieer >und rm Jndischm Ozr.au sichtbar.
Landkreis Gießen.
** Annerod, 29. Juni. Dem Musketier Ludwig Schäfer, Sohn von Heinrich Schäfer' VI., wurde für tapferes Verhalten bei einem Stoßtrupp in den Kämpfen um den Brinwnt das Eiserne Kreuz verliehen.
** O p p e n r v d, 29. Juni. Der Kriegsrentetrempsanger Ltck>w Hahn, »oelck>er in der- Kärpathenschlacht 1915 schwer verwwtdet wurde, erhielt jetzt das Eiserne Kreuz zEtcr Klasse.
Kreis Büdingen.
4t Nidda, 28.Itmi. Den 0>c!verbeschülern K. Kowalski aus Reickilelsheim (Wett.) und Paul J'ox aus Oherheffingen nmrdo lauf Grund fjcrtwmwjenbrr llufftl>mdwmklicher Leistungen die Be- ' rechtigung zur crieichberten effffäHLig-fi-ei.wilü!sM piep-
kannt. Iw vorigen Jahre wurde ähnliche Vergünstigung «t> zwei Schüler verliehen. — Im .^wnszertsaal des ' artanses rii B a d - S a l z h a!u s e n findet nächsten Samstag, 30. ds. Ms abends ein Konzert der Mainzer Künstler Frau Gectrude W e i n s ch e n k (Gesmrg-, Max W e in s che n k (Klavier and Konzertmeister H. Krauß (Violine) statt.
Kreis Schotten.
St. Groß-Eichen, 28. Juni. Musketier Karl Schom- bert. in einem Infanterie-Regi ment, wurde bei Lens in einem Gefechte nttt 4 Engländern, die ein ?Naschinengewehr mifführten, durch Bajonettstich verwmrdet und liegt in einem Lazarett im Westen. Als Anerkennung für sein um.fichtiges muttges Verhalten wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
Starkenburg und Rheinhessen.
ch. Bingen, 27. Jwff. Tie Glocken oer Kaprkzinerkrvck». Uird der Rockuskapelle sind dem Schmelztiegel verfallen und werden demnächst abgeholt. Auch die Glocken der evangelischen Pfarrkirche ^werden in den nächsten Tagen abgeholt weckoen. Bei den Glocken der beiden erstgenamtteir — katholischen «— Kirchen hanoelt es sich >um sieben Stück, drei große der Kapuzinerrirch? und vier große i>er Ro>chuslapelle. Man hat Hoffnung, daß die Glocken der stttholischen Pfarrkircl-e, die ein prachtvolles Geläut von hohmi musikalischen Wert t-aben, erlitten bleiben können. .Hinzu tov.urrt noch, daß bei dem Glvckenturm der katholisch«! Pfarrkirche Bau- fälligkeit vorliegt — der Turnr sollte gründlich her gestellt werden, doch mußte die Herstellung wegen des Krieges ausges.«hoben werden, — eine Tatsache, die hinsichtlich der 5>erabnahme SckMierigieiten bereiten dürfte.
-- Ha!m mel b ach i. O., 26. Itmi. Streitigkeiten zwischen zwei hiesigen Familien führten vor 29 Jahren zu einem P r o z e-ß, der erst 22 Jahre vor dem Darnfftäüter Landgericht anhängig war, damr nock> 7 Jahre anr dortigen Oberlandesgericht schwevte und rvährend dieser kleinen Ewigkeit zahllose Rechtsanwälte beschäftigte. Nulcmvhr hat der Priest durch Vergleich ein Ende gefunden. Die höhen Gerichtskosten Wurden auf die HÄfie ermäßigt, da nach einer bundesratlichen Verfügung die Kosten für fin Kriege geschiKi- sene Vergleiche unr die Hälfte heraLzusetzen sind.
Kreis Wetzlar.
ra. Wetzlar, 28. Juni. Das Landratsamt erläßt folgende Bekanntmachung: Fortgesetzt merben größere Brandschäden gemeldet die .Kinder durch Spielen mit 'Streichhölzern verursacht haben. Die hierdurch noch verloren gehende-! Werte sind so erheblich, daß alles getan iverden muß, um Brände dieser Art fernerhin tunlichst zu verhüten. Der Bevölkerung wird dringend ans Herz gelegt, streng darüber zu wachen, daß keinerlei Feuerzeug. wie Streichhölzer, Selbstzünder usw. in die Hände von Kindern gelangt.
ra. Dorlar (Kreis Wetzlar), 28. Juni. Unsere ehemaligen K l o st c r g l o cke n gelten als Kurrstwerle und tverben vorläufig nicht abgeliefert. Die Weste hat die schwer leserliche Inschrift: Ave Maria gratta plena: gegossen im Jahre 1456; die lüngebe (1633) goß Schernbein in Marburg.
Gerichtrsaal.
— Darmstadt, 28. Juni. Das Schöffengericht veruttülte den 55 jährigen Tagelöhner Llnton Fi s che r, der wäbiLnd des Unterrichts in eine hiesige Schulllasse cingedrungen war unö hier den Lehrer tätlich beleidrgte, wegen Hansfriedensbäuchs und Körperverletzung zu 6 Monaten Olefängnis.
-- Höchst a. M., 28. Juni. Weil er vom Gastwirt Georg Reiß, Humboldstvaße eine Ohrfeige erhalten hatte, zeigte der Kanfmannslehrling den Wirt wegen „Geheimschlächterei" an. Die darauf von der Polizei eingeleitete Untersuckrung ergab, daß der Beschuldigte zahlreiche Schweine.heimlich gekauft, nächllicherweile gescklacktet und zu allerlei Leckerbissen verarbeitet hatte. Wegen dieses Vergehens hatte sich heute das Reißsche Ehepaar vor dem hiesigen Sckxöffengericht zu verantworten. Es bestritt r^xrr. zu Hause geschlachtet zu lmben, gab aber den mindestens zehnmaligen Ankauf bereits geschlachteter Spanferkel in Frankfurt zu. Das Fleisch Imt er in seiner Wirtschaft ohne Karten verabfolgt: ULachbant verkaufte er davon das Pfiurd zu 3,50—3,80 Mk. — Das Gericht Dcrurtcilte Reiß wegen Ankaufs von Schweinen zu 300 Mk., wegen Schlachtens von Schweinen zu 300 Mk., wegen Fleischverkanfs ohne Fleischkarlen zu 100 Mk. und wegen Ueber- schreitung der Höchstpreise zu 50 Mk. Frau Reiß erhielt wegen) Verabfolgung von Fleischspeisen ohne Marken 50 Mk. Geldstrafe. Das macht fi'rr das Ehepaar zusammen 800 Mk.
Kirche und Schule.
Schulgesangpädagogischer Kursus. Mtte Iickl findet in Würzburg unter der Leitung Raimund Heulers ein zweitägiger schnlgesmtgpädag c giscber Kurs statt. Die Würzburger.Kurie wurden von fast allen deuffck-en Unterrichlsministerten beschickt. Aus die Neugestaltung der hessischen Schtckgescmgvereältniffe find sic von großen! Einflüsse gewesen da eine große Zahl fremfdwT Lehrer im Aufträge ihrer Behörden darcur teilnabmen. Nähere Auskunft erteilt der Kursleiter Raimund Heuler. Würzburrt. 5>arfenstraße 21.
** Evang. Konferenz für das Großher zogtnm Hessen. Nächsten Dienstag, 3. Juli, nachmittags 3' . Uhr sinder
bei Gastwirt Walther in Stockhcim ein Borttag des Proi. O. Dr Diehl-Friedbcrg über „Die ReformationsgeickickUe dcs Nidder-', Jsenburger und der bcnackcharten Gebiete utch chwe Verwertung für Kirche und Schule" statt. Aelmlick>e Vorträge werden Donnerstag
». Jutt m der Turn- mid Festhalle der ,.?lugustinersckmle" in Friedberg und Dienstag, 10. Juli im Osastbos Hrndenburg in Gießen gehalten.
Mvchliche Nachrl^ten.
Evangelische Gemeinde.
Sonntag, 1. Juli. Gottesdienst in der S t a d t ki r ch e Vorm Zugl. Christenl. f.d. Nenkonf. a. d. Markusgem. Pfr -Aff Li; R ning: 9l : Pfr. Mahr: 11: Kinderk. s. d. Mattbäusaem Pfr Mo - Mittwoch, f Juli, abds. 8: Kriegsbetstunde Pff Main' — der I ohaun cskir che. Vorm. 8: Zugl. Elrristenl f d Mrkc a d. Iölxtnnesgem. Pfr. Ausfeld: 9' ^: Pfr. Bechtolsh-eimer - ' Muderk. f.d. Lukasgem. Pfr. Beckstolsbeimer: alHs 8- Bibeltes nn Iohanm'ssaal. — War tbn r g , ev. Jüngl.-u. Münner-Verc Drezstr. 15, Sonntag, l.Iuli, alws. 8: Porttag. Mttuwch. 4 Ii abds 8r i: Leseabend, Gäste willk. — Dibelkränz! ch e n s Sck lwh. Lelnanst. Jeden Mittwoch von 6—7 s d jüng Me Samstag von 6—7 f.d.At. M. im Jölmnnessaal.' - Bibe kr an zche n 1- Mädchen a. d. Iohannesirent. Jeden Di'Mstrg t 6—7 nn Iohannessaal. — Ki r chbe r g. Sonntag. 1. Juli vor ll: Christeul. f.ff toeibl Jugend. — Lollar Sonnt UVnl! naclnn. IV-. —Main zlar. Mittwoch. 4. Juli. ab^5 9' Knegsbetstimde. Dekan Guspnanu.
Katholische Gemeinde.
Sa instag. 30. Juni, nachm. 5 u. abds 8: O^leaenb ; bl Ba Sonntag. l.Iuli. vonn. 6t.: ^legend z.Ä.Beiäck: 7 Hi Ml
8: Ansteil. d. hl. Komm.: 9: Hochamt m Vred.: l l : H! Messe Pied.: nachm. 2: Elnüsttnl. darauf And.: 5^: Iungw.an-nkon 6: Almfins Andacht. Diensteg u. Freitag, aKv 8: Kiueg^ trne. fireilag, vorm. 7: Segensmesse Diasponr^Goktt> dienst LSfnlt: ömtflcu L-vibaci, <>/,. LrÄ 9V»,


