Ausgabe 
28.6.1917 Zweites Blatt
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vermochte«.

# akH tffc das L«b«n auf der Erde? Diese Frage, seü rvieviel Jahren überhaupt Leben auf der Erde besteht, wird kemeÄvegs beantwortet, wenn man sich dabei nur auf die Kennt -

von d en aus gestorbenen Tieren und Pflanzen beschränkt. Da sich iBdfcrfpfb .brr tier- und pflanzenführenden Erdschichten in einer Mächtigkeit von 30 000 Meter Urgneis, Urschiefer, kri­stallinische Schiefer chesiiteen, die keinerlei Zeugnis von einstigen Lckewesen geben, wurde meist angenommen, daß das Leben aus der Erde erst feit Jener Zeit existiert, in der sich die untersten fossilieu führenden Ablagerungen (das Paläozoikum) nieder schlugen. Daß diiese Auffassung vielleicht ein großer Irrtum ist und daß in 'keiner Form erhaltene Lebewesen Kreits z-u einer viel früheren Zeit vorhanden gewesen sein mögen, erörtert an der .Hund der Ausführungen verschtedeiver Gelehrter V. Franz in einer Be­trachtung, die von derUmschau" wiedergegxben wird. Wenn das Alter verschiedener archäischer MinerMagerstätten von den For­scher:: Königsberger :md Strutt mit 200600 Millionen Jahxen richtig angegeben ist, hat man einigermaßen einen Leitfaden für die Rückversolgung des Lebens auf der Erde. Höchstwakfrscheinlich bestanden bereits vor dem Urgneis Bedingungen, unter denen Leben möglich war, da Man heute im sog. Urgneis stark veränderte .^ÄnmeUte erblickt. >Es gilt also, in eine noch ältere Zeit hinab-- zuste^en. nach) dem Alter der Meere zu fragen, das ja zweifellos höher sein muß als das archäischer (Gesteine. Aus der Tatsache,, daß die Flüsse dem Meer jährlich ein NeuntzigmWiontel seines Salzgehaltes zufühven, schätzte Joly das Alter der Meere aus nicht mehr als 05 Millionen Jahve. Aber auf demselben Wege gelangte MeÄard Rvade zu der Bestimmung von 166 Millionen Jahre. Derselbe Forscher schlug dann einen anderen Weg der Untersuchung ein und fand auf Grund des KalkgehaLtes der Flüsse und desjenigen der Erdrinde, deren gesamter Kalkstein sich ja im Meere gebcwet haben muß, für das MinimalaLter der Meere die Zahl von 6O0 MÄlwwen Jahre. Auf ähnlichem Woge {a!nr der Forscher Sederholm

einer Milliarde Jahren, und da diese Angaben neben den Al terAbesiimkwungen der Mcchnevalien verhältnismäßig niedrig er scheineu. kann nach der Meinung voir Franz das Alter der Meere nach Milliarden von Jahren gerechnet werden. Wenn nun das Alter der Erdkruste sich nach den bedeutendsten Forschern auf :m- gesähr 65 Milliarden .Jahve beläuft, erhält man einen nach Zehnern vrnr Jiahrmilliaiden zählenden Zeitrcrutm, in welchem Organisches aus Organiscl)em eittfbojtfr, b. h. die Uranfänge des Lebens sich herausgebildet habe,: müssen. So loMn'.t Franz endlich ' zu dem SchLuß, daß die Vorgeschichte des Lebens auf der Erde ungefähr hundertmal so lang gewesen ist wie die Geschichte des! Lebens, von dem uns die Fossilien Kunde gebe?:.

* * Der Magnet als Schi ffsla de mittel. Das Laden und Löschen spielt im Sckstffsverkehr eine immer wieder der Ber Besserung bedürftige Rolle, als schnelleres Lade:: und Löschen auch eine bessere Ausnutzung der Schiffs emheiten, der Hafenbauten usw. ermöglichen. Außerdem sucht mau das Laden und Löschen immer mehr mit Hilfe der Technik zu bewerkstellige::, um sich dabei von menschlichen Arbeitskräften möglichst unabhängig zu machen. Eine bedeutungsvolle Neuerung auf diesem Gebiete wurde kürzlich, lvie demPrometheus" entnommen werden kann, in den Vereinigten! Staate:: erprobt. Es wurde nämlich frimi ersten Mal von der Ehar- coal Jron Company der Magnet znm Befördern von Eisenladungen in den Schiffsraum oder aus demselben verwendet. Aus einem ständig zur Beförderung von Stadl-- und Schieneneisen benützten Frachkdampfer baute die genannte Gesellschaft drei Elektromagneten ein . W ahrend bisher das Ersen mit der Hand an den gewöhntick>en Dautpfwinden befestigt werden mußte, toird es jetzt durch die Magne­ten an den SchcsfÄadewinden festgehalten, wodurch der ganze Vor­gang des Ladens außerordentlich beschleunigt wird. Auch eine we­sentliche Beibilligung des Ladpgeschafts soll durch das neue Ver­fahren möglich sein. Die Kosten der UMrnahme der Ladung von 2000 Tonnen mit deir Aiagneten betragen 420 Mk., wahrend sie sich bei der bisher üblichen Ladeart auf mehr als 2000 Mk. beliefen. Die drei Magneten tomtai zusammen bei jedem einzelnen Hub 4ch2 Tonne Eisenladung Überneh men.

* Hindenbnrgsche Maßnahmen im Altertum. D« ans militärischen Gründen nötig getoordene Verwüstung des Geländes, die Hindenburg hei seinem berühmten Rückzüge an der Somme mrgsordnet und die unseren Feinden eine neue Gelegenheit M mvrvlffcher Heuchelei gegeben hat, ist keineswegs in der Kriegs­geschichte etwas Neues. Vielmehr waren Maßnahmen dieser Art. wie Wilhelm Friedrich Dennler in dem demnächst erscheinenden neuen Hefte derSüddeutschen Monatshefte" in München mit- ixiU, schon im Altertume üblich. So heißt es im 3. Buch-, 29. Ka­pitel, des Gallischen Krieges von Cäsar:Cäsar vercheerte das ^anze Larte, äscherte Dörfer nnd Wdhnmrgen ein und ging mit leineu: Heere zurück." Sehr bezeichnend ist ferner eine Stelle, die sich in Casars Schilderung der Germanen findet (Buch 6, Kau. 23): ,'Der größte Rühm einer Völkerschaft ist, weit und breit um sich herum Einöden und Wüsteneien zu haben. Sie sehen es als einen ganz besonderen Beweis von Tapferkeit an, wenn sie ihre Nach­barn verjagen oute zur Auswanderung zwingen nnd niemand sich mchr an ihren Grenzen festzusetzen wagt. Zugleich betrachten sie dies als ein Mittel zur Erhöhimg ihrer Sicherheit, weil sie so keine Furcht vor vlöklick>en Ueberfällen mehr zu haben brauchen."

* Zur Geschichte des Drahtverhaus. Wenn auch die heute im Felde gebvrrcchten Drahtverhaue in ihrer jetzigen Form ein Erzeugnis moderner Technik sind, so reicht doch ihre Ent- wickLung bis in eine weite Vergangenheit zurück. In einem Schrist- stück, das, nach, eurer Mitteilung desEorriere della Sera", der italienische Otel ehrte Rinaldo Bereite im Archiv der Morbio- Sammlnng in ^Mailwte entdeckt hat, wird berichtet, daß bereits zu Ende des 13. Jahrhunderts einzelne italienische Festungstoerke mit einem ganzen Netz von Torneu und stacheligen Zrveigen um­geben wurden. Wenn die Zweige vertrockneten und die Dorne): ab- fielew wurden sie. regelmäßig durch neue ersetzt. Bald wurde das System verbessert, indem man Pslockreihen dicht mit Dornen- zweigan verband. Mit dem Ersetzen der Dvrirenzweige ivac die Landbevölkerung beauftragt, die in bestinimter Reihenfolge eine Anzahl Leute zur Instandhaltung dieser l>alb natürlichen Dralst- verhaue zu stellen hatte. So könnte gewissermaßen muh behauptet werden, daß es vor sieben Jabrhlmderten bereits eine.Art von Zi vildienstpflich l gab. Allerdings nahm man es damit nicht allzu genau, dem: wer sich der Pflicht entzog, hatte rrur mit einer Ätzrmme zu büße::, die :n unserer heutigen Währung ungefähr 60 Pf. entspricht.

* Berühmte dieutschc Linden. Die deutsche Linden-

poes« i,t so alt wie das deutsche Volkstum: nach) dem Glauben unserer Altvordern wurde ja her erste Audeilbau-u: dem lteutsckMN

Volke vo'.r Baldur geschenkt, als das Sinnbild des Seins. Der

herrlichste deutsche Lind-enl-aum ist wohl die geioaltige Schloß- llnde in: Burghöfe des mächiti-ger: Schosses Augustusburg in: Königreich Sachsen, -das eine 515 Meter lzohe Bergtuppe bei dem gleichnamigen Städtchn ^rönt. Diese durch Abertausende von An- lrchtskarten nach aus>erl>alo Sachsens bekannt gewordene Schloß- linde von Augusttlsburg", die den-, l-alben Jahrtausend ihres

VKeberls (1921 < entg^rm sieht, hat einer: Wipsclumsang :>on

100 Meter. Ter Umsa::g des Stammes beträgt 7 Nieter bei einer Hohe von nur 2Vs Meter. Die Aeste dieses Baumrgtriarchei: smd mub^unten gerichtet nnd.werden gestützt durch ein von mehr als oO ^temsäulen getragenes Gelxil^e. Diesen seltsamen Wuchs erklärt die Lage. Sie berichtet von einem Angeklagten, der seine Unschlld d-urch ein Gottesurteil bennes. Er pflanzte ein Linden- stämmcheu mit der Kvone ein und entartete, daß die Wurzeln sich mit Blüte,: schmückten. Das Wunder geschah, imd das goldene

1^)0 mächtige Linden zählt. In Schlesien gibt es uralte Linden bis zu 8 1 /2 M^er Umfang, die größte von ihnen ist die von Rvfierdvrs bei Steinau ander Oder.

* Ein t e u e r e s V c r g n n g e n ist es, )Dei:n einer heute eine gute Flasche Wein trinken will. Der .vfrieg hat auch die Preise des edle:: Rebensaftes in die Höhe getrieben, der Krieg und das schlechte letzte Weins ähr lind mancher, der sich früher seinen Schoppen gönnte, geht irun um die Weinstube herun: imt> denkt an jene Zeiten, U» er die Blume seines Lieblingsgetränks erm'og. Wer weiß, ob es nicht noch so tveit kommt, daß wir vom Weinte :rur noch als von einem lieblichen Labetcunk ergangener Tage Ipvechen :rnd lesen. Mit zu den besten deutsckien Weinen gehören die 2üeine der Rhein Pfalz, mit denen sick: AnranduS Korn in einer der neuesten Nummern (Nr. 37) der illustrierten Zeillchrirt Ueber Land und Meer" (Deutsche Verlags^bnstalt, Stuttgart) beschäftigt. Da lesen wir, daß die heften We»llagen der Pfalz die von Deidesheim, Forst, Ruppcwtsberg, Wacleniheim. .Königsbach, Ungstein und Dürkheim siich. Der Weinbergoesitz in der Pfalz ist sehr zersplittert. Große Weinoergbesitzer mit einer Fläche vo:: 100 Morgen (25 Hektar- ^Weinberge gibt es nur weinge. .Die Wernbergpoeise erreichen an der Mittelhardt eine außerordentliche Höhe: sie kommen meistens nur in kleinen Fläche:: zum Verkauf. 100 000 bis 150 000 Mark und dariiber sina schcm für die besten Ärgen an der Mittelhrrdt für das Hektar bezcchlt ivorden. Das Weiichaugebiet der Rheinpfalz unifaßt 16 493 Hektar und zer- fällt in drei Teile, Von der Güte der Weüre der Rhenrpfialz zeugt die T atsache, daß für, die ganz feiner: Rheinp-ialzweine nach län­gerem Ausbau in Flaschen und in klerr:eren Äiengen rm freiend:- gen Verlause beim Produzenten bis über 20 000 Mark sür 1000 Liter bezahlt rvurden. Bei den Natrmveinoersteigerunger: an der Mtttelhardt (Deidesheim) wurden 1916/17 55 000 und 59 500 Mk. ^zahlt. Diese feiner: Rheinpsalzweine gehören also ganz an das Ende unserer deutsche:: Weinkarte::. Das Ou-antitälsweinbaugebiet der Rhemptalz ist das Gebiet nördlich bis Hamback^Neustadt a. H.. wahrend das Oualitätsweinbaugebiet die Mittell>ardt ist. Ungefähr 16 000 bis 18 000 Liter vom .Hektar im Massermrtragsgebiet gelten als voller Herbst. Das Edeldreiblatt der Pfälzer Weine sind die Gerpürttraminer imb Riesling von RuppertsbergDeidesheim Forst. Wenn die große Süße bei längerem Flaschenlager sich etwas gemildert hat und das Geschmacksaroma, das bezaubernde Bukett, mehr hervortritt, dann ist der Pfälzer Edebvein der wahre Nektar, ^n den letzten ,sechzig Jahren hatte die Einstige klimatische Lage ^s rheurpfalzischen Weinbaugcdietes eine große Ar^tvahl guter Jahrgänge zu verzeichnen. Tie Rotweintrarcke in der Rhein- psalz ^vat durch den blauen Portugieser eine sehr große Ausdehn:mg genommen: er umfaßt ungefähr 1650 Hektar, das sind nahezu 10 Prozent des gesamten rbempfälzische:: Weinbau ge bietes. Ter Jahresertrag wird aus 130,000 Hektoliter geschätzt. Die Rl)eiN- psalz, ist somit das wichtigste Rotwnugebiel Deutschlands.

B'on allerlei Künstlereheu. Ueber das unerschöpf­liche Thema der Minstlerehen vrösfentlicht Dr. Max Burkhardt in bn: bq: der Deutlichen Verlagsauställ in Stuttgart erscheinenden WochenschriftUeber Land und Meer" eine Plauderei, die allerlei anziehende Mittellungeu über Herzens- und Liebesbündnisse zwi- schen Künstlern, ihre Entstehung und ihre Lösung enthält. Was die Entstehung von Künstlerehen betrifft, so hat die zwischen dem berühmten K'lavierpädagogen Theodor Leschetitzli und der großen Pmnistin Annette Essipofs eine besonders reizende Borge- schiaste. Leschetitzki besuchte einst am Tage nach einem Konzert die nachmals berühmte Piwristtin, di gecadc am Flügel saß und sich vergeblich bemühte, eine schrvere Stelle ein zuüben. Da setzte sich Lsclichetttzk: ans Klavier und spielte die Stelle so glänzend, daß An-

l ^ ni - um ^ len siel. WA sie daun selbst noch eirunal ihr Glück versuckste, gllltzg das schn>ere Stück schon viel besser. Der Ü1de):>ter schob das aus die Umarmung, die dann wiederholt wurde, bis endlich nichji nur die schwere Stelle tadellos ging, sondern auch dre beiden verlobt waren. Doch: prüfe, wer sich ewig bindet! Rrgends sind \a Scheidungen so häufig, wie im .Künsllerstandc, und bekannt ist z B., daß Eugen d'Albert jetzt bereits nrit der vierten Frau glücklich ist. Em blutiger Kalauer, der in Musikerkreis«: ausge- brütet worden ist, meint deshalb!, d'Mbert solle keine Blüthners,

BechstemZ oder Ibachs mehr spielen, fmtbent nur noch Schredmayer. Ein Unikum unter den Künstlereben ist die Possarts: dreser Meister hat sich nämlich mehrere Male scheiden lassen imd zwar von derselben Frau.

* Der falsch« Glaube. T-r alte Fritz liM- belmrutlich schlagserttge Antworten, und uiancber hätte einer solchen leine Be- förderung in der militärischen Laufbahn zu danken. Wöhl mit Reckst, denn der Mniig äußerte sich selbst dmite.I bei einer solchen darüber, indem er meinte, daß schnelle Auffassung im militärischen Dienste und besonders im Kriege mancherlei Mängel wettmackie. Indessen einmal hatte sich doch ein Offizier, der eine gute Antwort gegeben, vergeblich auf die erhoffte Beförderung ge­spitzt. Friedrich fragte einen Pcemierleutnant:Wie viele Katho- liken, Reformierte und Lutheraner hat Er in seiner Kvu:pagnie ?" De:' Gefragte nannte die Anzahl.Welchen (Glauben hat Er?" fragte der König weiter.Majestät, daß ich endlich Klachtän mit ent,prechenden Einkünften werde," antwortete schlagfertig der Osii- zrer.Mag schon sein," meinte der König lächelnd,aber verleite er niemand zu diesem Glauben! Er könnte doch ein falscher sein!"

, e r e nglische K a m p f u m die Hose. In der bri­tischen Oefsentlichkeit ist ein settsamer :md erbittert geführter Streit aüsgebrockm:. Der Kamps gilt der Frage, ob hinfort der ntännliche ertgnfcbe Bürger wie bisher lange Hof«: odec aber airsschtießlich Kirrelwsen tragen soll. Die Parte: der Kniel-os-eil-Vorkämpscr wird m:t größter, Energie vom, Daily Mirror geführt. Das Blatt ver­weist darauf, daß bet Krieg die Kniehose endlich gerechterweise zu Ehren gebracht lsat. Wenn die Soldaten aller Wtefsaugattungen nur now Kniehosen tragen, so sei dies als ein bedeittsamer Finger­zeig zu betrachten, d«r man nickst übersehen dürfe. Die lange Hose se: häßlich, unbequem und unhygienisch. Darum müsse sie ohne Ausnahme mrd für alle Zeite:: aus dm: tentrschen Weltreich ver­bannt werden. In nicht minder energischer Vertretung der Gegen- vartei, loelchk die Interesse:: der langen Hose walwnnmnt. wendet dre Daily Marl ein, daß sie keiner der vom Dail» Mirror vorge- brvchten Bckhauptungen irgendwelche ernsthafte Bereckstigüng zu­zusprechen vernwge. Die Tatsache, daß setzt mehr Kniehosen ge- tragen loerde,: als im Frieden, sei nicksts iveniger als stichhältig. Der Krwg se: ein Ai^nahmezustmrd. imd ebenso wie man im Frieden dre 'Zahl der Uniformen in den Straße,: ioerde beträckst- l:ch vermmdett sehn:, mr'isse auch die Knielwse wieder aus den ihr gebührenden be;cheidenen Platz zurückverwiesen werden. Sie um­spänne beim Sitze:: das K::ie auf imbequenw Weise, sie zeige schonungslos alle häßlichen Beirre urrd werde niemals in Groß­britannien die von ihren Verfechtern gewünschte Anerkennung ftnden Dies ist der heutige Stand des englischen Kampfes um die Hose, der allem Anschein nach ebenso schwer beizülcgen sein wird rvie der Weltkrieg selbst.

VZchkrt?sch.

Dor der Freiheit tat sich ihm loieder aus. Weit älter ist die Linde m Dlnrndorf bei Bayvouth, die man Mif .1237 Jahre schätzt und die sckmr 1390 emen Umfm:g von 24 Ellen hatte. Lindensagen und alte Lrnden gibt es in Deittschland in großer Zahl. Wenig bekannt ist es, daß srchi im Bereiche von Groß-BeAin eme vom Fürsten Bismarck eigmhändLg gepflanzte Linde befindet. Sie steh: in Berrckb-Baumschulenweg im Parke der Sväthschen B<u:mschule und Mürbe vom M-Rerchr""anzLer 1884 zur Ernrnerung an seinen Besuch der Baumschule gepflarrzt. Bier Jahre später pflanzte der Genewlfeldmarschall Graf dRvltke in unmittelbarer Nähe dieses Baumes ebenfalls eine Linde. Rühmlichst beftrmtt ist die herrlick-e Lindenaltee, die von Danzig nach Langsühr führt imd dre über

rv 77 -.^^Ptan, E 41, der zweiteBaralvna"- Fall. 1 Mk. Verlag Ar:g::st Scheick, G. m. b. H., Berlin s8kit ttefster Entrüstung haben wir im ddovember vorigen Wahres die ! Kunde von dem zweitenBoraten"--Fall, der heimtückrschcu' Bcr- mchtung im,eves U 41" imd der schmähliche:: Behandlung seinem lierden Ueberlebenden, vernonimen. Ein Jahr lang hatte England es verstanden, das Gehermnis zu bewahren, indem es den :mlieb- samen HwLptzeugen seines Verbrechens, den Oberleutnant z S Eromptvn, von der Außenwelt abschloß. Ms dann aber durch'die Erzälstung anderer, nach der Schweiz entlassener Offiziere die Sache riuhbar gewordei: :var, zog England es vor, dem SchwerverMun- oeteu dre längst notwendige und bisher vorenthaltene Wohltat des Schweiz-Wk>enlhaltes nickst weiter zu entziehen. . Nun emäbtt Cromptvn selber ausführlich über die letzte Fahrt: und den llnter- 4 VI' 'ein (öesangenenleben in Feindesland

.'.'tan :nerrt den schmucklos und knapp geformten Sätzen an daN MN- dcr Mc. Me W-chrhei- M ferttebm. feine I*at So vcwzecckmet Crmnpton getvmttch jede ihn: erwiesene Freund- llchtett, reoen Ausdvtck einer anständigen Gesinnung. Doch diese vereinzelte,: Lrck)tp::nkle lassen die Anklage gegen die brilischt Adn:i- Eat- dre openiichtlich sür die mederträchtige Behwidlung Cwmvtvns verantwortlich ist nur :nn so twvchtiger ^ttwrtreten

Man liest Dinge in diesem Gericht, die für daö Land der men" eine unauslöschliche schände bedeuten Aus den Schllderun» ge:: Cromptons geht zudem deutlich hervor, daß seine Behlntelurrg nicht einmal eine so nrvchtbare Aus nähme war: Man hat sich nicht gescheut, selbst den Kommandanle:: derEmden" Fregatten- kapitä,: von Müller, be: seiner plötzlich erfolgten Uebersiedluns von Malta nach Engtm:d zuerst ins Geiängnis zu stecken, bevor man ihn einem Lager überwies. Wer sich bisher noch nicht von seiner E::glä:rder Beiv:a:deru::g frei mache:: konnte,, der möge diesen klaren und obiektiven Bericht des deittschen Offiziers lesen, der über ein Jahr lang die Vorzüge" eiu;lisckMl Wesens in Ge­fängnissen, Lazaretten inte Lagern grmtelichst Fermengetemt hat. Es gibt kein besseres Heilmittel gegen die englische Krankheit als dieses Buch.

Musikalische Bildung und Erziehung zum m u s i ka l i-s che n Hören. Von Prvseffor Dr. A. Schering. Zweite Auslage. 158 Seiten. (Wissenschast inte Bildung, A>. 85.) Gebunden Mk. 1,25. Verlag von Quelle & Meyer in Leidig. 1917. Grundzüge ber deuts chcn Altertumskunde. Bon Professor Dr. Hermann Fischer. Ziveitc verbesserte Auflage. 138 Serien. (Wiffenschoff und Bildung, Bd. 40.) Gebunden Mk. 1,25. Verlag von Quelle 6- Meyer rn Leittzig. 1917. An­leitung zur Beoba chtung der Bogelwelt. Vor Pvv- fessor Dr. E. Z:mmer. 2. Ausl. 136 Seiten nckt zahlreichen Ab­bildungen uite 8 Tafeln. (Wissenschaft und Bildung, W>. 86.) Gebunden Mk. 1,25. Vettag von Qnelle 6- Vteyer in Lerptzig. 1917.

Mtteöro!og!sche beobüchtungen 6er Station Gießej

Juni

2517

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höchste Temperatur am 28. dir 27. Juni 1917 --- ff- 81,5' C. Niedrigste w . 26. . 27. . 1917 --ff- 8,6* C.

Niederschlag: U, mm.

Müllersche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am

28. Juni: 18" Reaumur.

Amtlicher Teil.

Betr.: Die Vernichtung der Feldsperlinge.

All die Gwßh. Bürg-ermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Es wird in beteiligten Kreisen über das massenhafte ^bustreten des Sperlings und über die hierdurch verursachten Schäden Äage geführt. Soweit dies sür Ihren Bezirk zutrifft, empfehlen wir. der Bekämpfung des Sperlings ihre besondere Animerksamksit znzulvenden.

Gießen, den 27.Jüni 1917.

Grvßherzogliches Kreisamt Gießen.

__ I. V.: L a n g e r m a n n.

Betr.: AnpflanAm^ vm: Nußbäutnen.

An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Die Anforderungen an Nußbaumholz für Kriegsbedarf find während dieses Krieges außerordentlich) gestiegen. Sie konnten trotz rücksichtsloser Ausnutzung der Bestände in den besetzten Gebieten mir_ zu einem geringen Teile gedeckt lverden. In großem Umfang mußte zu Ersatzhölzeru übergegangen irerben, deren Widerstands­fähigkeit hinter der des NcuÄaumes wesentlich znrücksteht, um die heimischen Bestände zu schonen.

Mit einer größeren Zufuhr aus anderen Läiteern Europas oder von Uebersee wird auch nate dem Kriege nicht gerechnet werden! können, tm für de:: Kriegsbedarf unserer Fffnde große Mengen: dieses Holzes verbraucht sein iverden. Nennenswerte Vorräte wer­den daher asteh in diesen Ländern nicht mehr vorhanden sein.

Um mm für die Zukunft auch in dieser Beziehung unab-- hängig vom Ansland zu sein, empfehlen wir. durch Einwirkung auf die Bevölkerung für eine baldige große Anpslairzung rwn Nuß- bäumeu Sorge zu tragen.

Gießen, den 26. Juni 1917. ^

Großherrogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Langermann.

Bekanntmachung.

BctrJ Verbrauchsregelung der in die öffentlich' Bewirtickurckung genommenen Nährmittel, hie: Bestelbrng von Nähr­

mittel::.

Gemäß § 5 unserer Bekanntmachung vom 17. März 1917 (Kreisblatt Nr. 48- über die Berbrauchsregclung der in die öffent­liche Bewirtschasttmg genommenen Nährmittel wird sür die Land­gemeinden des Kreises folgendes bestimmt:

Es sollen ausgegeben u-erden für Juni u:rd Juli 1917:

1. für Brotgrtteidesel(fftrersorger <gelbe Karten' :

aus die Marte 5 der Nährwittelkarte A Suppensabrikate,

2. sür brolgetteideversorg:mgsberechtig:e Kinder bis zu zwölf Jahren < rot? Karten:

auf die Marke 1l der Nährniittelkarte : 'Grieß.

12 8: Haferstecken.

13 B: Graupen.

14 B: Sago oder Kartoffel-

ivalzmehl:

3. für die übrige brotgrtrcidevt'rsorgungsberechtigte Bevölke^ rung b(la:le Karten):

auf die Marke 13 der Nährmittelkarte

14

16

Wer die ans ihn entfallende Ware

C: Teigwaren,

C: Hafer stecken C: Graupen,

C: Supvenfabrikate.

wird

sväter festgesetzt zu beziehen wünscht. Int mrter Vorlage feiner Karte bei einem Kleinhändler seines. Wolnwrtes bis zum 3. Juli laufe:: den Jahres eine Bestellung ans zu geben. Dal^i ist daraus zu achten, daß der Kleinhändler nur die betreffende Bestellmarke abtremtt und auf der gleichzifsrigen Quitttmgs- :md Bezugsmarke die Bk-tellung bestätigt. Wer die vorgesehene Frist für die Bestellung nickst einhält verliert den ?ln- svruch auf die in diesen: Monat ihm zu stehende Ware.

Die Kleinhandelsgeschäfte haben die Bestellmarken auf die tu Betracht kommenden Bestellbogei: anszukleben und am 6. ZÜli 1917 der Großhandelsvereinigimg G. m. b. H. Gießen, West- Anlage 31, emzusende::.

Nichteinlmlttmg dieser Frist zieht den Ausschluß des be­treffenden Kleruyandelsgeschäfts von der Beteiligimg an dem Ver­trieb der Nälirmittel ::ach sich.

Gießen, den 26. Juni 1917.

Grvyherzogliches Kreisamt Gießen.

I. B.: Langermann.

An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Borsteheitee Bekamrtmachrmg nwlleu S« sofort ortH«k«ü' veröffentlichen.

Gießen, den 26. Jimi 1917.

Großherzogliches Kreiöamt Gießen.

J.B.: Langermann.