Ausgabe 
18.6.1917 Erstes Blatt
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mit )*tTürred)iftclKii Einschreiten wogen Kviegswuchers lUrr,, Dli> K r i egswucheram t ist. deswegen cm die zustande yen '3erwaltu n ^ s stellln, mit der Anregnnq herangetreten, rhrerjertv auf die Gemeinden entsprechend einKuwirken. Im wohlverstandenen Interesse der Mgerneinheit ist es auf das dringendste zu wünschen, das; diese Anregung bei den Ge meinden auf fruchtbaren Boden füllt.

** Der Kriegsaus s chu ß für Verbraucherinte r - essen hielt am 14. t>. Mts. eine Sitztmg ab, tu

der Jurjec Bericht über die bisherige Tätigkeit er­stattet imrrde. Bei der Beratung über die zu­

künftige Tätigkeit nun de beschlasseit, eine Eingabe au die Landest ob ft stelle, sonne an die Kreisbenoaltung und die Stadt Git-ßie«! Äu richten, in der besonders ivtrouf hinge.uiesen t »erden, soll, daß die diesjährige Obsternte ziemlich gleichmäßig auf Bezugssctxnue verteil t werdvr utoge. Dve G r jn i -e d e s & reifes, und der Stadt Giegen solle, soweit es irgend möglich, mrter Zichandnahnre von Schülarn, Soloatm und Hilf Sdic nstps l ichtigen abgeerntet und nicht versteigert werden, mcÜ bei einer allgemeinen Versteigerung die Miilrderbemittelteu leer auSgiugeu. Vom Borsihenden wurde darauf hingewi-esm, das; er bei dem Kreise angeregt habe, das Obst der K reis st rasten der Stadt Gissten in der Hauptsache zur Ver­fügung zu stellen. Zur Versorgung der Bestätterung- mit Kohlen wurden bereits geeignete Schritte unternmnlintnr. Es scheint noch nicht genügend bekannt zu sein, daß zum Bezug von Kühlen Scheine auf dem Gaswerk erhallen sind. Cs soll hier auch eine Eingabe an die Stadt gemacht werden, dast ein Teil des Brmirholz.es, das in Derbste gefällt wird, der G testen er Bevölkerung \u einem annehmbaren Preise abgegeben wird. Vielfach wltrden Klagen ge­führt über die teilweise mangelhafte Mfertignng bei Kohlen ab gäbe und sollen tum M stelllmrg der Mängel Sclü'itte unternommen! Nnwden. Um die Versorgung der Bevölkerung mit $ r ü hkar­iös f e l n in gerechter Weise zu betätigen, sollen Bezugsscheine ansgegeben werden, und die bei Verbrauchern etwa noch vor-» bandelten. Kartoffeln, aüfgervchnet werden. Ueber die^hohenj Gemüse preise, die vielfach die Höchstpreise überschreiten und meist die höchsten in Atitteldeutschlaard sindioitrde elxnfalls Klage geführt: dieses komme daher, daß die htresigen. Händler keiiuü ziveckentsprechendc Organisation haben und die Frühigemüse vielfach in Frankfurt statt lei. den ,Erzeugern auf kaufen. Ein Teil M F-n'chgenriffe wurde lvveits durch die Staat bezogen. Es soll hin­ge strebt werden, das; von seiten der Stadt Gemüse in viel größerem Maste, direkt bezogen, durch die Htrndler zur Verteilung kommt. Allgemein wurde bex Wunsch ausgesprochen, daß für die M i l ch Butter- und Eier ve r so r gnng eine Besserung angestrebt 'werden solle. Mit anderen Verbänden soll g-emeinsckMsllrch da hi na gestrebt werden, daß bei den maßgebenden S,telletr M den Kommis­sionen mehr Verbraucher hm zu gezogen werden.

** Ein an on ym er Briefschreiber erwischt. Bor einiger Zeit lief bei der Polizei ein nicht unter­schriebener Brief eilt, der die gröblichsten Beschimpfungen gegen die Schuh mcrinrschaft und die Lehrerschaft der Stadt Gießen enthielt. Der Verdacht, den Brief geschrieben zu hal»en, lenkte sich auf den Kaufmann Jvsenel Straus; dahier, Weidengosse 18. Nach anfänglichem Leugnen gestand Strauß ein. den Brief geschrieben zu haben.

** Nationall iber al er V ere i n. Heute, Montag abend, & ' Uhr, hält Herr Professor Gmelin im GasthofHindenburg" lgroßes Ziimner) einen Vortrag überDas'System der Verhältni's- tvahlen".

** Diebstutz l. In der Nacht zum 17. Juni, Samstag auf Somllag, wurden uns einer in der Sonnenstraße ge­legenen Wirtschaft 70 Mk., aus Silber bestehend, eine Masche Kogamk, MarkeScherer", 18 Eier, iy. t Psd. Butter, 5 Kistchei! Zigarren, 500 Zigaretten, MarkeFla g gen gal a", 'ein Laib Brot, 4 Brötchen, 2 Pfund Ochsen len den, eine Kalbsleber, ein tlenver grauer Rucksack, in dem sich 4 bis 5 Angeln auf Zigarrenbrettchen gewickelt und ein kleiner Daschen-Revolver befand, und nrehrere Flaschen Wein ent­wendet. Wer über die Person des Täters und über den Ver­bleib des gestohlenen Gutes Auskunft zu geben vermag, wird gebeten, dies der hiesigen Kriminalpolizei mitzuteilen.

** Vo n der Feuerwehr. Gestern nachmittag 4.19 Uhr erhielt die Feuerwehr vom neuen Friedhof telephonische Meldung ü der einen beim P hi l o s o p h e n w a l d aus- gebrochenen Brand. Die Wache rückte sofort aus und fand auf dem Trieb hinter dem Gefangenenlager einen größeren Grasbrand vor. Mittelst des auf der Spritze mitgeführ­ten Wasservorrates wurde der Brand niedergehalten und

dann mit einer Schlauchlinie von einem Hydranten des Ge­fangenenlagers aus völlig abgelöscht. 6.54 Uhr rückte die Spritze wieder ein.

Erhöhung des Zeitungsbezugspreises. Der Kreisverein Deutscher Z eEt it n g s ve r l e g e r für Hessen und Hessen Nassau beschloß in einer ain 17. Jürri in Frankfurt a. M. abgehaltenen Versammlung, die Bezugspreise vom I.Iuli an 5 u erhöhen. Die fortgesetzt steigenden Preise aller in den Zci- tmtgsbetrieben notwendigen Materialien, die Lohnerhöhungen nstri goingen zu dieser Maßnalnne, loolcho olmc Zwersel das volle Ber- stätrdnis der Leser finden wird.

** Kupfer, Messing und Reirnnickel. Laut Veo- sügtung des Stellvertretendst O^etvaral kommandos des 18. Armee­korps vönt 5. April 1917 sind die bisher nicht ab gelieferten bzw. mwschwiegrnen Gegenstände aus Kupfer, Messing und Reut nicket bis znm 25. Juni 1917 restlos abzulieseon. Es wird daher beit Säirmigeit nochmals Gelegenheit geboten, dies zu tun. Die Mliefe- rung kmrn erfolgen: Donnerstag, den 21. Juni 1917, vormittags >xm 9 bis 12 Uhr!und nackilmlittags von 3 bis 5 Uhr an die dldttall- samnrelstelle (Leben smittclamt, Ostanlage 13) Zimmer Nr. 11. Kommen die Betreffenden der Verpflichttatg nicht nach, so lverden die betreffenden Gegenstände ans Kosten der Säumigen im Wege des Z lvangsvollstreckungs per fahren s eingezogen. Sieh e Bekannt- machnng.

** Lichtspielhaus, Bahnhofstraste. Auf dem Program m vorn 16. bis einschließlich 18. Iimi stehtDodesfchauer". Psycholo gffche^lltalvse einer Foauenseele in 4 Akten. In Szene gesetzt von Karl Schön selb.Herrenchinrsee". Jnteressmrte Natüranfnahme nnd ein Lustspiel in 2 AktenHeinrich ist nickN eifersichtig".

** Im Hot el Schütz ist morgen, Dienstag Künstler-Konzert im Garten. Siehe Anzeige.

Lllnbkreiö Gießen.

^ ** Weickert sheim , 18. Juni. Der Gefreite Hermatrn

Schäfer, Sohn des Bahnhofanfsehers Schäfer, erhielt als be sondere Anerkemrimg das Eisern ' Kreuz 2. Kl.

In. Langd. 18. Irmi. Gestern beging das Ehepaar Knorr bter das Fest ^der goldenen Hochzeit. Für die U-Boot- Spende sind in mrserer Gemeinde 230 Mk. ein ge gangen.

Giefzencv St^dithenter.

Wie ftßle ich meinen Mann.

Ein heiteres eheliches .Kampsspiel' von Hans Sturm.

Das Sttick^ ldtts schon durch den Untertiteleilt heiteres ehe­liches .Kampffptel" eine fröhliche Stimlinnng vorzirbereiten sucht, arbertet mrt allm^ Schivankmitteln, wobei drei Ehepaare, die auf dem Weißett Hirsch einige SoatMerwochett verleben, mit ziem- ltchent Wortanfwande durcheinandergewirbell lverden. Die Frauen ffndett nämlich, daß ihre Gatten, ein ^lpothekcr, ein Kaufin'ann und eüt Verleger, sich zu, wenig um sie kümmern, bis eine angeb- ltche Bttronm. die in Wirllichhett den. Ballet angehört, ilmen zu ememit ff tigert Kampfmittel, rat. Sie sollen die Männer dadurch zur Ordnung brmgeir, das; sie sie eifersüchtig machen, und diell nnrd auch in einer sächsischen Dorfschenke durchgesührt, wobei allerdings die Frauen eifersüchtiger auseinander lverden als auf il-re Ehegatten. Zum Schlüsse ist nattirlich alles m schönster Ord­nung die Schwanklitcratnr ist um oute Abwandlung gewohnter Wirkungen bereichert. Das Stück hat den Vorzug äußerst witziger Redewertdimgen. und so unterhielt sich die trotz der som­merlichen Hitze überraschend zahlreiche Zuhörerschaft ganz vorzüg­lich und nahm die Ausführung mit starkem Beifall entgegen.

Wie es bei allen derartig Teicta Stückchen ist, trügt die Auf führrmg sehr viel zur vollen Wirkung bei. So war es auch bei dem Eesanitgastspiel Frantsurter Künstler, die unter der Leitung von Edmund Heding Vorzügliches boten. Das Spiel ivar äußerst flott und gefällig geleitet. Der Spielleiter selbst gab in seinem Apotl-eker einen Mmrn, der wirklich den Studenteu in sein" Ehe hinüber gerettet hat, prachtvoll in seiner behäbigen Bierehrlichleit. Jose, Müirch bot im Verhalten zu den übrigen Bestandteilen des Kleeblattes einen recht ffotten. aber vielleicht etivas zu jiigendlicheir Kaufnramt. Vesser, auch weil sie größere Möglichkeiten indivi- dweller Bekaudllmg in sich barg, ,var die Gestalt des Verlags- buchhäirdlers Dralle, die Earl Marorskn zeichnete. Im >Gegen­satz zu den drei lüderlickx»n Ehemännern stand der Baren, von Hans Schwa rtze köstlich dttrchgeführt.. Eine treffliche Leistung echten trockciren Hunwrs bot Franz Kauer als sächsischer Gastwirt. Das Frauenterzett wurde gebildet durch die Damen . i^eni O b e r - m e y c r , Cläre N e i g be r t rtnd Elaire Ke ß l e r. Sie verstanden es ausgezeichnet, die Konsvnmrzeu i.-nd Diffolianzen in ihren! eige­nen ZusamMenklange uiid als Gegenstintme Ltt den Ehegatten zur Wirkung zu briiigeti. Ihnetl htlsreich zur Seite gestellt als die Urheberin des ehelickwn Kampfspiers und als Beraterin der drei Ehefvauett schuf Leontine Sag an als Baronin eine entzückend d-urchgeführte Gestalt. zz

Spfelplatt des Grohh. Murtüjeaters Saü-Nauhelm.

Montag, 18. Juni:Heinmt". Mittwoch, 20. Inm 'Aeuhnt, Die verlorene Dockst er". Freitag, 22. Iuui: Frank,. Ges. ^Kasts-. Neuheit.Wie feßle ich meinen Mann". Svmttag, 24. Juni: dken- heit.Die Königin der Luft". Sonntag. 24. Juni, nachm 2, im Stcrdttheater Gießen: Dritte Sondervorst, f. d. kriegsbeschäft beitcrsch.Wieselck>en". Moirtag, 25. Juni: Neuheit.PerlewL

Witterungsbericht.

(Oefsentlicher Wetterdienst.)

Zimehmende Bewölkmtg, Gewitterneigung, Temperatur tvenig geändert.

vermischtes.

* Wien, 17. Julti. (WTB.) Amtlickw Meldung: Die Ex­plosion ans S t e i n s e l d c in der ^)!acht auf den 17. Ium erfolgte in den militärischen KlimtitionSmagazinen an, Steitrselde. Der Explosion fielest drei Magazine zun, Opfer. Nach biÄirr vorliegenden Meldungen ist die Zahl der Verletzten etwa hundert. Von militärischer Seite wurden noch in der Nacht ungesäumt alle uottveudigen Ata st, lahmen zur Hitseleisttmg ein­geleilet uub durchgefühtt. Sobald weitere Berichte über das Er­eignis vorliegen, tverden sie der Ocffe'ntlichi'eit svfvtt mitgeteikt. Der Kriegsntinisber begab sich mit den zitr Htlfeleisttnrg enlsendv- tcn Organen persönlich an die Unfallstelle.

Wien, 17. Irmi. lieber die Explosion mirb noch gemeldet; Außer Materialschaden ist der Verlust von sechs Menschenleben zu beklagen. Die Zahl der Verimnidungen beträgt ellva 300 leicht ter, etwa 30 schwerer Art.

Wien, 17. Juni. (Amtlich.) Das bisherige Ergebnis der Untersnchmrg über die Ursache der Exploffonskatastrophe cmf dem Steinsetde gestaltet keinen Schluß in der Richtung, daß ein ver- brecherisck)er Anschlag vorliegt. Erhebungen zur AnfNärnng der Ursache der Katasttopl^e lverden mit alter Energie fortgesetzt.

*

Genf, 18. Juni. (L. A.) Nette schvere Einbns^ erfälwt Frank­reichs Enrteanssicht durch die umfangreick^e Bernstistung besten! Ackerlandes in den Departeittents Isere nnd Savohen. Im ganzen südöstlichen Frautteich »tnrrden die stärkstett Dänmte dtrrch un­gewöhnlich große Ueberschnnmnnurgen ein gerissen.

Lstzis' 77 <7 ich tcn

Zum Aufbau dcr rumänischen Oelindustrie.

Berlin, 17. Juni. Zu der Meldung, daß der Wieder- aitfbau der rumänischen Erdölindustrie fotueil gefördert ist, daß die Kriegsbereitschaft der Zentralrnächte gegen allen Mangel an Schmieröl gesichert ist, sei noch mitgeteilt, daß die erste Sonde der im November 1910 unter englischer Leitrurg .zerstörten Gruben selber bereits am 12. Febrrwr dieses Jahres lnieder in Angrisf genommen wurde, nach- denr die nötigen Arbeiteit hierzu erst am 6. Febrmar be- gorruen worden waren.

Venizelos.

Berlin, 18. Juni. Aus London lassen sich nrehrere Blätttr melden, die englische Regierung habe Venizelos, der, unzufrieden mit den, augenblicklichen Zustande in Griechen­land, persönlicli nach London nnd Paris kommen wollte, ge- antwortet, sie könne ihn in absehbarer Zeit nicht empfangen, da sie mit den Kabinetten in Paris und Ron, in der griechi- chei, Angelegenheit noch nicht übereinstimme. Weiterhin heißt es, Venizelos lvag nicht die sofortige Rückkehr nach Athen, weil die dadurch I-ervorgerufene Erregung gefährlich werden könne.

Rußlands ftttwierige Lage.

Berlin, 18. Juni. In den Kleinstädten N-ordrußl<rnds soll nach der .Köln. Zig. ' Hungersnot 1>errschen. Dcr rnssisck)e Verkehrs- minister, der fick> noch ji'mgst hofft,ungvfreudig über die Lage äußerte, crklätte letzthin, er IvaTx' die äußerst trostlose Lage Rutz- lands erkannt. Die entscheidende Stunde in der russischen Revo­lution sei gekommen. Rußland stehe <nn Wendepnuki. Der.KriegS- minister .Kvrenski soll beabsichtigen, alle der Landivehr nngehören­den Reserveobteilimgen ausnähmslos an die Fwont zu senden.

Die Wirren in China.

Peking, 17. Juni. (WTB. ))ttchtcrmtlich ) Renterme'l- dttng. Dschung Shun lehnte es ab, nach Peking frii lonunen. Die Aufständischen wo-llem eine Vertrete rversammlung nach Tientsin berufen, tun eine eiuftiwilißc Regierung mit einem D i f tat dt c t , rzus e tzen.

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