bei: 'Jiatmdwiben mären. o aus bciu Reseeva-Lazarett Stobt hüben* schul- , 9 Alte Klinik. 3 Garnison-Lazavett, 1 Heil- und Pfteaean-, 1'bait, 2 Kath. VereinshauS, 2 Psychiatc. Klinik. 2 Evangelisches ISchivesternhlMs, 2 Ersatz-Bat. und 14 bereits entlassene K'riegs-- beschädigle. In der Spreckslunde beraten ivurden 31 Ratsiichende,
3 in den Lazaretten und 5 sclwiftlich. Bon den erteilten AirS- künjten betrafen 21 iAjrbeit-eroersilcherama 1 Krankenversicherung imld 20 Invalidenversicl^Trung), 1 A ngestell den Versickerung, 7 Mili 'larorrsvrgnng, 2 Löhmnrgsftagen. 2 Angehörigen llnterslützung, 6 sonstige Fragen. Mcs^r den erteilten Auskünften wurden im Monat Mai durch die ^r>mmbe ten-Berattmgs stelle 18 Schriftstücke äugest rligt. Diese betrafen ausser der Besckiiaffung bet Unterlagen für die Stellung der Anträge auf Invalidenrente, VerhandliMgow mit Versicherungsämtern, Land esversiä)erungSanstal ten und Ober-' versichenmgH-mtern wegen Beschleunigung des Rentenverfahren^ bezw. zwecks Durchüchrung begrürrdeter AjusprückZe auf Invaliden^ reute usw.: außerdem Mrträge wegen Weitergewährung der Mili- Uärreule während der Lazarettbel-andlüng, Eingaben wiegen Unterstützung der 2lngehörigen usw.
** Spendet B ü ch e r für unsere Feldgrauen! Seit Kriegeckcginn hat der Hessische Landesverein vom Roten Kreuz unsere Truppen, Lazarette und Soldatcnheime im Feld, die Flotte und deutsche Kriegsgefangene mit Büchern versorgt Weil der Vorrat zur Neige geht, die Zahl der Gesuche um Bücher aber stetig wächst, wird eine Opferwoche für Lesestoff in der Zeit vom 17. bis 23. Juni d. Js. im ganzen Großherzogtum Hessen stattfrnden. Das Rote Kreuz bittet nicht um Geld, wohl aber wird dringend gemahnt, die Bücherschränke hu lichten und geeigneten Lesestoff zu spenden. ES ist eine Pflicht der Heinmt. die Wünsche unserer Feldgrauen nach Büchern zu er stillen. ll eberall sind von den Zloeig vereinen örtliche Sammelstellen errichtet worden. Auch die zahlreichen Vereine in Stadt und Land, die sich mit der Damnüung von Lesestoff befassen, werden um Bücherspenden gebeten. Die Beförderung des Lesestoffs ins Feld besorgt die Diatcrialien-Abteilung des Hessischen Landesvereins vom Roten Kreuz, Darmstadl, Altes Palais. — Auf Wunsch werden die Bücher auch auä den Häusern abgeholt.
** Ein einfaches Hausmittel, besser satt zu werden. Merke: 1. Wir essen alle mel zu schnell, ein gorster Teil des Ostnossenen bleibt deshalb unverdaut. 2. Wir müssen unsere Speisen gründlich kaücn. Wir kommen dann,mit viel weniger aus. -,,Durch gründliche Zerkleinerung und durch Speichc- lung werden dre Nahrungsmittel viel besser verwertet und aus- <xenützt, man konrmt mit viel weniger aus." Geh. Rat Prof. Faß- Lender, M. d. R., Berlin.) 3. Daher das alte, wahre Wort: „Langsame Esser sind sparsame Esser". 4. Spüle nie einen Bissen durch einen Schluck hinunter. Tsu treibst aus diese Weise Vergeudung, weil der Bissen nicht bei dir anschlägt. 5. Alle Aärzte, alle Hygieniker sind einig darin, daß wir langsamer essen müssen, besser kauen, und daß unsere Ernährung davon Gewinn ziehen würde. 6. Die Regel ist erprobt, daheim uird tnt Felde, aber üjre Kenntnis nützt ims gar nichts, wenn wir nicht auch die E ne r- gie aufbringen und danach tun. 7. Wenn alle danach täten, würde dem Vaterland viel Brot gespart werden. Ter Gewinn wäre nicht auszudenken.
** Li cht s vielhau s Bahnhosst r. 34. Vom 0. bis 11. Iuni tvird „Mackensens Tmum-Uebergang" gegeben, der zweite amtltchc Kriegsfilm, welcher aus Befahl der obersten Heeresleitung ausgenommen lvurde. und eine wahrheitsgetreue Originalaufnahme des Bild- und Filmamtes Berlin ist. Als zweiter Film wird Vorgefühlt Moin Neuß in seinem hervorragenden Kriminal- uwd- Gesellschaftsdrama in 4 Akten „Die Spinne", und zürn Schluß Anna Müller-Lincke in ihrem neuesten Lustspielschlager in 3 Akte« „Anna auf Freierssüßen".
Landkreis Gießen.
-m. Hlun gen , 7. Inni. Nachdem bereits gestern Abend durch die geringe, teilweise Gnllädmrg mehrerer Gewitter unseren Fluren eine Erfrischung zuteil wurde, brachte ein T>eute Abend über unsere Gemaickung niedergehendes schweres Gewitter endlich den ersehnten, dlurck>greisenden Regen. Der von dem Getvitter strichweise in erbsengroße mitgeführte Hagel dürfte wenig oder gar nicht geschadet,haben. Die Pust ist nun von der drückenden Schwüle befreit und alle Gewächse sind frisch und -rveugestärft. Allenthalben hat der Landmann mit dem Setzen der Dickwurzpslanzen begonnen und er kann jetzt wieder froher der kommenden Ernte entgegen^ scheu.
X Lollar, 9. Juni. Die Sammlung für die U-Boot- spende brachte den Ertrag von 345,30 Mark. Einzelne Veverne des Hassiabezirks Gießen haben ebenfalls Bereinsbeiträge nu# ihrer Kasse geleistet, und es darf roohl angenommen »oerden. daß sch auch hier kein Verein bei dieser Sammlung ausschließt. Jeder Bewein.ehrt sich selbst, wenn er hier mithilft. — Vorgestern wurde die Natur durch einen Gewitterregen reichlich erquickt, so daß gestern in aUer Frühe die Landleute mit dem Dick- wvrzsetzen beginnen konnten. Das Gras ist reif und wartet aus den Mäher. Zu reifes Gras verliert tm Nährwert, das sollt« jeder Landwirt bedenken.
L Steinh eim b. Hungen, 7.Juni. Obecheizer Hugo Ka m- m« von hier wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz- zweiter Klaffe ausgezeichnet. Bei Kriegsbeginn auf S. M. S. „Oldenburg". kämpfte er in Flandern, wo er dieser Tage durch Granatsplitter verwundet wurde. Mit ihm tragen 20 aus! tunferer Gemeinde dieses Ehrenzeichen, während 15 die Hessische Tapferketts Medaille erhielten.
Kreis Büdingen.
G Büdingen, 8. Itzrni. Das Effevne .Kreuz erhielt Paul Weil und Karl Knaf bei einer Fernsprechabtellung.
D Bell muth, 9. Juni. Bürgermeister Carl, der im Auftrag des Roten Kreuzes QrtenberA die U - Boot - Spende ein- smnmelte. konnte 6.7 ML an die SaNimelstelle abführen.
D Bergheim, 9. Juni. Die ErirsWiunlung der U-Boot- Spcnde hatte in unserer Gemeinde ein Ergebnis von 63.35 Mk. Die Svende wurde von 4 Männern der Gemeinde selbst einge- fantntdx.
D B obenyansen, 9. Juni. Für die von Bürgermeister Eilbus und Gastwirt Schneider durchgemhrte U-Bovt-Spendc gingen in unserer kleinen Gemeinde 80 Mk. ein.
# Glaube rg, 9. Juni. Für die H indenburgspende wuvden vier gesanrmell: 190 Eier, 5 Pfd. Bohnen, Ilst/z Psd. 'Gvaupen, 3V. Pfd.Dbrrobst, 4\/ 2 Pfd. Znnebeln, 24Vj Mehl, 37a Pfd Meerrettich, 2 Pfd. Speck und Dörrfleisch und 1 Topf Latwerge. — In dem benachbarten Enzheim wurden gesammelt: 75 Eier. 12 Psd. Graupen, 12 Pfd. Mchl, 1 Pfd. Erbsen. 5 Pfd. Dörrobst, 2 Pfd. Meerrettich und 2 Pfd. Zwiebeln.
& Hainchen, 9. Juni. Das Eisenre Kreutz erhielt der Sanitäts-llnteroffi^ier Heinrich Schilling.
# Oberau, 7. Juni. Für die Hindenburgspende gingen -ein: 200 Eier, 5Vs Psd Speck und Schinken, 6V3 Pfd. Wurst, 2 Ä /2 Pfd Butter, 20 Psd. Mehl, 9Vs Pw. Graupen, IV2 Psd. Dorvobst, l 1 /^ Psd. Erbsen, IV2 Pfd. Bohnen, 20 Pfd. Marmelade, 5 Gläser Eingemachtes, 10 Stück SuppenwürfÜ, 1 Pfd. Haserftocken, 1 Tüte .Äaffce-Essenz, 8 Pfd. ungeschälte Gerste, 3^/2 Pfd. Rotrüben, 4 Vs Pfd. Gülbrüben, 50,50 Biark in bar.
X Au s dem Nid de rtal, >9. Inni. Ebenso schön, wie per War begann, hat er auch geschlossen. Die ältesten Leute erinnern sich nicht, -einen derart -günstigen Mai, dessen Nächte k e i ti e n einzigen Na cht fro st brachten, erlebt zu haben, Znm Schluffe machte er sogar- seinem Namten alle Ehre und ließ lst-er und da die ersten Rosen erblühen. So ist es denn kein Wunder, daß, nachdem auch die beiden letzten Iüninächte etwas Regen gebracht haben, alles in Garten, Wiese und Feld auf das beste steht. Die W i n t e r f ru cht ist am Mblülieu und verspricht trotz des diiunen Standes \ vollere Adhren wie das vorige Jahr. Vorzüglich scheint der W i n- '-lerraps geraten zu sein, -dessen ?Nell)vaübau auch der Oelnot üu. steuern geeignet ist. Die Sommers ruckst hat sich prachtvoll ent-- -wiaelt, allenthalben ist man mit denr Entfernen des Unkrautes beschäftigt, auch das Häufeln der Kartoffeln, die bis jetzt sehr gut«: Ertrag versprachen, ist vielfach schon in Angnsf ga- jtomraai, wührond di« Frühkartoffeln -ferriggebaut sind unv uw-
uisttelbar vor der Blüte stehen. Im Garten zeigt das Genrüse den chünsten Stand, iedoch heißt es den verschiedensten SchMingen zeitig und energisch auf beit Leib rücken, die ersten Früherbsen wuvven schon gepflückt, der W<nn blüht bereits stellenweise, die ersten Kirschen können jedenfalb> nächste Wock>c geerntet ivcrden, die späten Sovteir zeigen einen selten schönen Bel-ang. Das übrige Steinobst fallt jedoch nicht so gut aus, als ntan anfangs lvohl cr- ivarten durfte, die Trockenlieit ließ manche Frucht nachträglich abfatlen. Für das Kernobst läßt sich nicht nur hier, sonderti, wie eine Besichtigung von Sachverständigen erst in voriger Woche ergeben hat, in unserem ganzen Kveise BiDirrgen eine gute Durchschnitts- ernte erwarten, die Birnen zeigen durchschnttllich sehr schönen Behang, auch -die Ae p felbäume, soweit sie voriges Jahr nicht getragen liaben: besoirders einzelne Sorten, loie Jakob Lebcl, Herberts Reinette, Goldparmäne, besonders aber auch die Frühäpfel, wie CharlamowSki u. a. verfpvecl-en vollen Ertrag, unsomehr, da iir unserer Gegend die Raupenplage nicht in dem Maße wie sonst aufgetreten ist. Auch eine gute Nußernte stecht in Aussicht. Die Heuernte hat bei dem schönen Wetter schon melerorts begönnest und läßt irach Adenge und Güte nur Gutes erwarten.
Krels Schotten.
e. Schotten, 9. Juni. Tie diesjährige Hauptkonse- ren z für fönttCkf^c Lehrkräfte an .Volks schulen des Kreises Schotten findet Donnerstag, den 14. Juni, im Physik- saal der hiesigen Realschule statt. Prof. Bö lsing, Tarmstadt, stricht üder Pilzkunde, und der Kreisarzt Medizinairat Tr. B est von hier hält einut Vortrag: „Wie kami die Schule bei der Ver- hinderung der weiteren Ausbreitung ansteckender Krankheiten Mitwirken?" Den Zeitverhältnissen Rechnung tragend, ftndet ein geinemsameS Essen nicht statt. — Der Gesamtertrag aller im Kreise aufgestellten Wai senbü ch sein belief sich im Zeitraum eines Jahres «ruf 63.54 Mk.
4t Schotten, 8. Juni. Seinen 80. Geburtstag stierte dieser Tage der Handelsmann Feibel Stern. — Das Eiserne Kreuz erhvelt der Musketier Goldschmidt.
# Einartshausen, 8. Juni. Die Hessische Tapstrkeits- inadaille und das Efferne Kreuz erhielt der Pionier-Ge freist Ludwig Lutz.
c. Ulrichstein, 9. Juni. Aus vielseitigeit Wunsch findet die diesjährige Hauptversammlung des Vogelsberger Höhenklubs nicht, wie urspridrglich festgesetzt und von uns gemeldet, am 1. Juli, sondern am Sonntag, den V. Juli, statt.
Kreis Wetzlar.
ra. Wetzlar, 9. Juni. _ Tie Stadtverordnete 11 beschlossen die Erhöhung der lauscncen Kriegsbeihilfen au die stäotischen Beamten um di? Hälfte, vertagten dagegen die Beivilligung einer einmaligen Teuerungszulage, ferner wurde beschlossen, an Stelle des verstorbenen unbesoldeten Beigeordneten Gerhard Wald- schmidt einen besoldeten Beamten, und zwar einen .vorgcbildeten Techniker, anzustellen. f
Hessen-Nassau.
Ein Wollenbnrch im Hochtaunus.
--- Idstein i. T., 8. Juni. Während des sckrweren Gewitters, das am Mittwoch abend Über den Taunus zog, ging an den Westhängen des Feldbergmaffivs ein Wolkenbruch nieder, dessen Fluten sich in verheerender Wdisc in die Bergtäler in die Ebene ergossen und hier erheblichen Schaden anrichteten. Die Geurarkungcn Heftrich und B c rnba ch wurden von den Wassermengcn überschwemmt' und au vielen Ställen derart zerrissen und verschlämnit, daß dst S»ra-t, besonders die Winterfrucht, als größtenteils vernichtet gelten Innn. Sehr schwer hausten die Fllllen in dem Dorfe E s ch Hier bracb ein etwa 200 Meter breiter Strom in die Dorf- stvaßen ein utrd stieg in wenigen Minuten zu solcher öhe an, daß die Bewohner die Erdgeschosse räumen und in die 0 b e r e n S t 0 ck - werke flüchten mußten. Mcrt Aufbietung aller verfügbaren Kräfte gelang äs, das schwer gefährdete Vsieh vor dem Ertrinken zu retten. An diesen Arbeiten beteiligten sich in l)ervor- ragender Weise die hier beschäftigten Gefangenen. Nur weniges Großvieh, einige Ziegen und eilte Anzahl Hühner kamen um. Die Gewalt des Wäffevs drückte die Wand einer Schesune des Rechners Engel ein, die Scheune des Metzgers Eschenheimer wurde derart beschädigt, das sic äbgeriffen werden nrußte. Die Rettungs- arberten wurden durch das Versagen der lektrischen Lichtzuführung ungemein erschwert. Bei Tagesanbruch b'oten gestenr die Dors- straßen ein Bild schwerer Zerstörm.ng: überall zeigten sich tiefe Löckier und hohe Schlannuberge. In den Häusern lagen Schlamm und Hausgerät in wilden: Durcheinander. Die Ortsbewohner hatten den ganzen Tag zu tun, um nur einigermaßen Ordnung zu schassen. Glücklicherweise hrben die Fluren von Esch tvenig gelitten, auch der niedergegangene Hagel richtete keinen nennenswerten Schaden an. — Auch icrus Na u rod wird von schweren Schäden berichtet, die dort von dem Wblkenbruch angerichtet wurden.
*
mr. Frankfurt a. M., 9. Jwri. Die Spende für die deutschen U-Bvote erbrachte in Frankfurt a. M. schon über 200 000 Mk.
ul. Limburg, 8. Juni. Ein großes Unwetter zog am Mittwoch über das EmSbachtal. In Camberg, Erbach. Ober- und Nstderfelters, Ober- und Niederbrechen, Würges wurde viel Schaden angerichtet. In Niederbrechen schlug der Blitz dreimal ein, ohne Ku zünden. Die gewaltigen Waffermengen setzteir dort die Brückenmühle unter Wasser, so daß die Feuerwehr zur 'Rettung des gefährdeten Viehs herbeigeholt werden mußte. In Mühlen ertrank das achtjährige Töchterchen des Eisenbahn-Affistsnten Benack, als es sich über den hochgehenden Emsbach beugte und ins Wasser stürzte. In Würges bei Camberg trat die Ems über die Ustr, setzte Häuser unter Wasser und richtete großen Schäden an. Acht Zieger: kamen dabei um.
Müllersche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 8. Juni: 80* Reaumur.
Das Beit des 3iheuns bot mir noch einen sandigen und dürren Boden dar. — Jahr 1182. Der Sand war dermaßen heiß, daß man in geringer Zeit Eier darin kochen konnte. — Jahr 1305.
Die Seine, Loire, der Rhein und die Donau sind zu Fuß zai durkß- ivaten. — Jahr 1393. Alle Früchte vertrockneten, und dir Tieoe 1 fielen vor Hitze tot nieder. — 1538 bis 1541. Vier Jache tortH lausender Trockenheit. Eine große Anzahl Flüsse verschivinden. Jahr 1646. 58 Tage hintereinander exzessive Hitze. — Jahr 1710. Mein Tropfen Regen von ^lpril bis Oktober In den Gärten, wo man gießen konnte, reiften die Früchte zweimal. — Jahr 1818. Die Theater bleiben einen Vtonat wegen Hitze geschloffen. Das Thermometer zeigte schon im Mai 38 Grad Reaumur. — Jahr 1630. Während des Juni und Juli hatte man in Deutschland und Frankreich eine Temperatur von 35 Grad Celsius. — Die letzte große Hitzc hatten wir in Deutschland im Jähre 1911.
Meteorologische Veobachtungen der Station Sieße^
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Sonnenschein
höchste Temperatur am 7. bi» 8. Juni 1917 --- -ft 26,7* 6. Niedrigste „ . 7. . 8. . 1917 -ft 15.7' 6.
Niederschlag: 0, mm.
Letzte Nachrichten.
Genraloüerst von Boroevic.
Wien, 8. Juni. (WTB. Mchtaintlich.) Aus dem Krstgs- pressequartier wird gemeldet: Der Kaiser verlieh dem Zaren Ferdinand das Grvßkreuz des Militär-Marra-TheresiLN- Ordens und überreichte ihm die Auszzeichnung am 7. Juni persönlich.
Wien, 7. ^uni. Von der Jsozoannee wird berichtet: Anläßlich der kaiserltcken Auszeichnung des Führers der Jsonzoarntec, Generalvbersteii von Boroevic, durch die Verleihung deS Kvmmmv deurkreuzes des Maria-Theresia-Ordens, üb erreichte am 5. J uni, abends, im Hauplquartier der Jsonzoarmee der älteste der sreg- veichen Unterftihrer, Feldzeugmeister Würni, dem Armeekomman- danstn Boroevic im Namen der Jsonzoarmee vor Abordnungen der Armee und versammelten! Stabe ein von den Generalen der Armee gewidmetes Kommandeurkreuz des Maria-Theresia-Ordens mit einer Ansprache. Generaloberst von Boroevic erwiderte : Eure Exzellenz! Meine Herren! Ich sagen allen, die diesen meinen Ehrentag zu einem so freudvollen machten, meinen l)erzlichsten DanL Der Orden, den mir die Armee in treuer Kameradsä>aft gewidmet hat, wird mir bis zum letzten ?licinzuge ein kostbares Kleinod sein, sstti; lvird er nüch an die große Zvit erinnern, in der ich an dep Spitze der aus allen Völkern der Mouarchie stammenden herrlichen Jsonzoarmee stand, und w-enn ich nicht mehr bin. Wird er das vornehmste Andenken sein, das ich meinem zum Berufs- osftzier lieranwachseudeu Sohne hinterlassc. Während der Schlacht habe ich an Sie unerhörte Anforderungen gestellt. Sie lvurdeit in glänzender Waise erfüllt. Ich weiß das um so mähr zu schätzen als ich meine Laufbahn als Infanterist begonnen, den Tornister getragen und redlich alles mitgemaefst habe, was der Mann vom Schützengraben bis zuin Führer dieser großen Armee durchzumachen l>at. Meine Erfahrung hat nrich davor be- tvahrt, den Bogen zu überspannen. Sagen ^ic den Truppen auch bei diesem Anlässe meine herzlichsten Grüße, und daß sie stolz aus ihre Leistungen sein köimen, für tvclche ich ihnen und aus vollem Herzen danke. Die mm abgeslaute^ Schlacht ist ein Ereignis von großer Tragweite. So intensiv dürfte sic sich kaum toieber* holen. Seine Majestät der Kaiser und König hat während der letzten Anwesenheit bei der -Armee in seiner rührenden Zuneigung für uns Soldatear nicht germg Worte des Lobes. Worte der Anerkennung und der -Freude, über die Leistungen der Armee ftnden können. Aus innerster Ueberzengung rückte ich hiebei Jtfre Leistungen, meine Herren, und jene der braven Mannschaft in den Vordergrund. Eine Flut von Telegrammen ergoß sich über mich. Mitglieder der Allerhöchsten Dynastie, Krrchensürsten. bje anderen Armeen, Minister der österreichische Reichsrat, Parlanrentaner. Mirgermeister großett Städte, in erster Linie von Wien und Budapest, und kleine 'Orte, llniversitÄen und Korporationen aller Art beglücüvünschten mich. Es war nrrr eine große Freude, daß albe diew Kundgebungen in begeisterten Worten von der Armee sprachen. Ern Stern am Feld- Herrnhimmel, der Füherer der Ostfront, General Prinz Leopold von Bayern, lobte die Armee in lirnreißenden, sckyvungvdllcn Worten. Das alles, meine Herren, ist Ihr Verdienst, das Verdienst der braven Truppen. Ich betone das iinmer im dimimer wieder und sage Ihnen, daß Sie den Ruhm der ö sterreickst schamgarr s^r Wehrmacht gemehrt, mrd die wesentliche Vorbedingung geschahen haben Lur Neugeburt des Vaterlandes. Ich schließe mit einem dreimalige wHurrah auf die Jsonzoarmee.
Die Lüge in Rußland.
i. K ö 1 n, 9. Juni. Die „Köln. Volks.-Ztg." meldet ans der Schweiz: Der Petersburger Korrespondent des Corriere meldet, die Lage in Rußland verschlimmere sich ständig und nehme gefährliche Formen an. Das imregelmäßige Geschäftsleben verfalle ganz. In der russischen Revolution werde bald die Krisis eintreten. Die Stellung des Ministerpräsidenten Lowow sei erschüttert und Terestschenkos Rücktritt stehe bevor.
Die finnischen Arveiterverbände.
Gericht-saal.
Kvttbus, 8. Juni. 0DTB,) Das Schwurgericht hat die 23j ährige Kvhlcnhändlers fron Emilie Richter wegen Mordversuchs zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Sie hatte in Feldpoftpäckchen an ihren Ehemann mit Strychnin bestrichenen Würfelzucker und Kuck'lm gesckstckt. Tie Sendung erhielt ein anderer Laudsturnunann Richter, der bei derselben Kompagnie stand und 14 Tage lang rvegen Strychninvergiftung im Lazarett lag.
vermischtes.
* Berlin, 8. Juni. (Priv.-Tel.) Der „Boss. Ztg." wird aus Düsseldorf gemeldet: Kommerzienrat Hermann Schöndorf f in Düsseldorf, Direktor der Finna Gebr. Schöndorff, wurde wegen Kriegswuchers verhaftet. Er wird beschuldigt, bei Lieferungen für das Rote Kreuz Kriegswucher begangen zu lmbeu. Gegen Hinterlegung einer Sicherheit von 2 Millionen Mark ist er vorläufig auf freien Fuß gesetzt worden.
*
* Heiße Jahre. In alten Chroniken wird über solä^e fol- itendes berichtet: Jahr 738 n. Ehr. In Eurvm und besonders in ^-vankveich war eine solche Hitze, daß fast alle Lhuellen versiegt waren und Tausende von Menschen und viel Vieh vor Durst unr- kamen. — Jahr 879. Schnitter, die sich nachmittags auf den Feldern sehen ließen, ftelen tot nieder. - 990. Fast alle Früchte vertrockneten durch die Hitze. 'Daraus eirtstaud eine Not, ivährend der mele Menschen vor Hunger starben. — 1000. Mitten in der Furcht vor deui Ende der Welt versiegten alle Quellen und Flüsse in Deutschland. Die Fische verfaulten uird verursachten eine greuliche Epidemie. Man glaubte, daß die W«it durch Feuer zugrpude- gehen müßte. — Jahre 1102. Flüsse und QuellcL te«fordnt aus.
Kvpenhugen, 9. Juni. „Btwlingske Tidende" meldet aus Haparmtda: Die finnischen Arbetterfa^verbände richteten an die so^ialistisäze Fraktion des Landtages die Auf- fordermng, für die Einfühnma des Achtsttrndentages sowie für konrimmale Wahlrechtsreform einzutreten. Falls die Forderung abgelehnt werde, drohen die ')lrbeiter mit einem allgemeinen Äusstand in ganz Finnland.
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