g> ymgz ste i>er ben tu der Antwort der Mftrerten auf Wilsons L^densnote medergeleaten Bedingungen beharrten. Tie elsaß- «m-rtu-nlch-e, die polnische, die österreichische und die Balkan- wage ebensv wie die irische, ägyptische und indische Frage ließen -Nch dadurch lösen, daß jeder Nation das Recht freier Selbstbestim- rmrrtg eingeräumt werde. Nur ein „Bolksfrtede" könne ein dauerrt- der Friede sein. Faivchild. der Macdonald nach Petersburg be- Ä«tet, unterstützte die fraglicl-e Entschließung und erklärte, Deutschland /habe den gleichen Anspruch auf einen Platz an der Sonne, wre rede andere Nation. Die Welt brauche einen Friedet:, der Semen Teil erniedrige. Ein französischer Friede, wie ihn Ribot amundigte, ser für die Arbeitersck-ast der Welt ebenso unannehmbar wie ein deutscher Friede.
Rotterdam, 8. Juni. (WTB.) Nach dem „Niewve Rot- terdamschen Courant" sagt die „Pall Mall Gazette", daß Lloyd George demnächst im Unterhause ciue Erklärung über einige Punkte der englischen K r i e^g s z i e l e abgeben iverde. Ein Punkt, der vtel Anlaß zu Mißverständnissen gab, ist der wichtigste Dail in der amerikanischen Note, der von der Zukunft Oesterreich- Ungarns handelt. Lloyd George wird es voraussichtlich auch für wünschen Äoerk erachten, eine Erklärung über die augenblickliche Lage nt Rußland abzugeben.
Bern, 8. Juni. (WTB.) In Verbirtdung mit den Gerüchten, daß rm englischen Kabinett 'weitgehende Personal-- ^^^L?^^^un gen bevorstehen, führt die'„DLorning Post" aus:
Nie fyrt ein Kabinett Ansehen u:td Gewalt so nötig, wie das letzige. Es herrscht eine unsichere, elektrisch geladene Atmo- lphäre. Einige Organisationen im Lande arbeiten, vermutlich von deutschen Agenten angestiftet, auf eine Revolution hin. Die Regierung inuß sich ganz besonders hüten, die Fehler und Miß- A'Ule früherer Krregsrnonate zu wiederholen. Die Zeitung be- lümpft deshalb aufs heftigste den Wiedereintritt des :tnfähigcn Muntttonsmtnisters Addison und verurteilt die Berufung des Politikers Ättmtegn an die Spitze des Ausschusses zur Unter- nlchung der Gründe der Unzufriedenheit der Arbeiterschaft. Dieser Schrttt sei ein öftentlickres Unglück schwerster Art und würde der .vermrfbeschwörung der Revolution gleichkommen.
Die englische Arbeiterpartei und die Friedensfrage.
London, 8. Juni. (WTB.) Reuter. Der „Daily Telegraph" berichtet, daß der ausfübrende Ausschuß der Arber terparte: gestern abend nochmals den Beschluß gut- geheißen hat, drei Delegierte nach Petersburg zu entsenden. Die drei Delegierten werden in Stockholm mit Brantmg verhandeln, aber iveder der internationalen Kon- sererrz beiwohnen, noch mit den Sozialisten aus den feind- lrchen Ländern Zusammentreffen.
Die Pässe der englischen Sozialisten.
London , 8.Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- ^rrchen Bureaus. Unterhaus. Lord Ztoberi teilte mit, daß die .Negierung, wenn ste darum ersucht wird, den Vertretern der Mehret und der Minderheit der britischen Arbeiter Pässe geben wird, SS M ^uter der bestimmten Voraussetzung, daß die Besitzer der PSsse ftch mcht an emer zwilchenstaatlichen Zusammenkunft in Stock- holm bereift gen und stch auch nicht unmittelbar mit Untertanen wrndftcher Länder tu Stockholm oder anderswo ins Einvernehmen jetzen.
Seekrieg.
Reue U-Booterfolge.
Berlin, 9 . Juni. (Amtlich.) Im englischen Ka nal und in der Biscaya sind durch U-Boote 21 500 Bruttoregistertonnen versenkt worden. Mit den Fahrzeugen sind u. a. vernichtet worden: 12 000 Gewichts tonnen Eisenerz, 1000 Gewichtstonnen Kupfererz, 4000 Ge wichtstonnen Kohlen und 5200 Gewichtstonnen Stückgut.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Vu§ dem Reiche.
Dresden, 10. Juni. Der sächsische Verfassung sausschuß lehnte mit acht nationalliberalen und konservativen Stimmen den sozialdemokratischen Antrag auf Beseitigung der Ersten Kammer ab.
Der Aufsichtsrat des Deutschen Privat- eamten-Vereins trat am 2. Juni in Magdeburg zu einer Sitzung zusammen. Als Termin der diesjährigen Hauptverfammtung wurde der 21. Oktober gewählt. Die Tagung wird in Anbetracht der Kriegsverhältnisse eine reine Geschäftsvagung sein. Der Aufsichtsrat beschloß die Einsetzung eines Ausschusses zur ständigen Beratung der Probleme der Übergangswirtschaft. Bezüglich der Gehultsver- hältnisse der Privatbeamteu während des Krieges wurde die Veröffentlichung und Verbreitung eines Schreibens an Firmen und Behörden beschlossen, in welchem aus die schwere Notlage der Privatbemnten infolge der Kriegsteuerung und auf die Notwendigkeit einer allgemeinen neuen Gehalts- regelurtg hingewiesen wird.
Von
Churchill als Luftamtsleiter.
r~ Sojtboit, 8. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Winston Churchill übernahm als Nachfolger des zurückqctretenen Vis- imunts Cawdray die Luftamtsleitung, Georg Roberts Parlaments- und Unterfekrctär des Sandelsamtes, wird Pennons-Minifter als Nachfolger Barnes, der ihre Porte- femlle tm Kriegskabinett übernahm
*
Der Zwischenfall von AlgeciraS.
Madrid, 7. Juni. (WTB. Nichtamtl.) Meldung der Agence Havas. Der Milttärgouverneur vor Algeciras be- Me an Bord des Kanonenbootes „Recalde" die eng- lrschen Behörden in Gibraltar. Die Forts von Gibraltar begrüßten den Gouverneur mit einer Salve von Kanonen- Uhwsen zur Wiedergutmachung des Irrtums beim Zielen, durch den mehrere Granaten auf Algeciras gefeuert wurden. * *
Frankreich als Geldgeber.
Paris, 7 Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Em von Poincare Unterzeichneter und vom Finanzminister etngebrachter Gesetzentwurf ermächtigt den Finanzminfiter, den Verbündeten oder befreundeten Regierungen Vorschüsse, die sich auf die Summe von 2 Milliarden belaufen, zu machen.
Die deutschen Soziakdemokraten in Stockholm.
Huri- Ueber die Verhandlungen der Deutschen Dckgatwn ^Stvck Holm bringt der „Bottvätts" Einzelheiten.
eurer Verständigung über dte Art der Verhandlungen gab Scheide ma nn eme emgchende Darstellung der Politik der N^S^EEschen Part« .Deutschlands im Kriege. Er sagte: Nach dmr Ausbruch 8es Krieges bewilligten wir mtsprechend un- ^ur LMrdesverteidigrlng die erforderlichen Mittel GteichMntig machten wir nmmterbrochen Bersn.che zur Herbei- '^^un^des Friedens durch Einwirkung auf die eigene Regierung E W-ialistischen JnternatioE
^orTT 9 -§2* verschiedentlich ihre Friedensbereit- Ichast erklärt. Alle Annaherungsvettuche der sozialistischen Interzonale gegenüber seien leider erfolglos geblieben. Wir wollen wollen mchit die Zerschmstterung unseres! u^den 7^- ^ verteidigen, solange die Gegner emert FrtÄxm der Verständigung mcht wollen. ^
Wahlrechtskundgebungen in Budapest.
'J*L Perfassungspartei und der
Wahlrechtsausschuß der hauptstädtischen Bürger und Arbeite r^ranstalteten heute große Kundgebungen im Jnter- ^^^bmetnen unb geheimen Wahlrechts. Aus diesem Anlaß stellten alle Fabriken und Betriebe aufvier Stunden die Arbeit ein. Sämtliche Geschäftsläden wuwen gesperrt und die Kaffee- und Gasthäuser geschlossen Straßenverkehr ruhte. Eine auf 100 000 Personen geschätzte Menschenmenge zog zum Stadthause, wo der Ab- geordnete Vacsonyi im Namen der Bürgerschaft den Bürgermeister Darczay ersuchte, dem König im Interesse des all- gemeinen und gleichen Wahlrechtes eine Adresse zu überrei- cchen. Barczay erklärte, er werde bereitwilligst und aus voller Ueberzeugung den Wunsch seiner Mitbürger dem König ver- dotmetschen -- sodann begab er sich zum König, um diesem die MahlrechLsadresse zu überreichen. Die Kundgebung verlief sehr würdig. Die Menge zerstreute sich in voller Ruhe.
AuSzeichuungev.
Berlin, 8.^rui. (WTB.) Der „Reichsanzeige^' meldet die Verleihung des Eichenlaubes zum Orden Pour le mlsrite Luden General der Infanterie z. D. v. B öh n, des Ordens Pour le mmteou den General der Infanterie w Eberha r d tLeLrlL v. Gorne und Stok und Sick, sowie an Mawr Möller, des Großkreuzes des Roten Adler-Ordens mit Eichenlaub und Schwertern an den General der Artillerie von
V9 G 11 H7 t ft.
Rriegsbriese öus dem Osten.
unserem zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatter. tUnberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Markttag in Litauen.
Hauptquartieo-Ost, 30. Mai 1917. „Ter Oberbefehlshaber-Ost hat die Bildung eines litauischen Vertwuensrates genehmigt, der aus den angesehensten Männern Litauens bestehen soll."
Ober-Ost, Anfang Juni.
Die Kirchtürme der Stadt leuchten in der Morgensomte auf: ^ rr ,fa ^ c östlichen Bilder gewinnt dies St-ädtegesicht in der Entserrmng. Je weiter uirs der Wstgen^ auf der guten Land- >kratze an Werdenbäumen entlang vorwärts trägt, desto schöner rucken dre ^.ürme und Giebel und Zacken zusammen, Maigrün miscÄ ftck mit dem verschwimmeiiden Rot und Graublau der Dächer, lang- Mtreckt schmiegt sich die Stadt hinter den grünen Ackertoellen., ötoub, Geruch, Häßlichkeit der Häuser, der toten Steinkästen, schwendet uriter der wohltätigen Ferne. Eine leuchtende Silhouette noch für em e Wiegstrecke bleibt, dann hat die nächste Bodenwelle srcht^mid Erinnerung der Stadt genommen.
Wir fahren durch den heitereti Mbrgen auf der guten Land- v vutch gutes litauisches Land. Der Flieder vor den strohgedeckten niedrigen Häusern steht in voller Blüte, und noch schirn- mern wetße leuchtende Obstbaum gruppen hinter den Zäunen hervor w, den Dörfern wellen sich die Felder in leichtem Wind, dev bald etnschläft. Der Himmel ist ganz blaßblau. nur am Horizont O stehen graue und gelbe Wiolkenstteifen. Die
Landschaft blecht gleichmäßig: Felder, die schon gut in Höhe stehen, weite Wiesensläck)en, auf denen kleines Vieh in ungleichmäßigen Herden wellt, em paar Wlliden, ein paar Erlen, irgendein schöner großer wolkendunkler Baum nfttten in dem lichten Grün. Der Reiz dieses fast stachen Laiides bleibt seine rührende Besck-eidenheit und ^u>b über Feld und Wiese von Frische und Unberirhrtheit.
- 00 ™ steigenden Tag wird die Lairdstraße belebter. Die
llemcn Bauernwagen begegnen uns. Fleißig traben die lllani- schen Pferdchen^ unter dem großeii Teichselbvgen vor den weiden- umflochtenen niedrigen Gefährten. Die Bauern grüßen und ziehen dre blauen Mützen von den blonden, strähnigen Haaren. „Dzi-ün' dobry, pan!"
Auf den Kartoffelfeldern wird gearbeitet. In derr Dörfern ist Erall tättges Leben. Ein ziemlich verwahrloster Kiefernwald ^deckt sMidige Hügel. Wieder smkt sich die Straße. Eine brellg Weidelandschaft, am Horizont bd&t sich etue niedrige Hügelkette nnj em Deich aus dem saftigen Grün. Davor liegt der Marktflecken, dahmter könnte das Maser sein. Es weht kühl von der Hügelsefte, und aus der Entfernung hat das Nest etwas Norddwftsches. Ich denke an einen Vormittag auf den Marschen zwischen Husum und Büftnn. Die Kühe weideten im fetten Gras, es :var heiß, und die Landschaft glänzte, über den Deich kam leichter Seewind. Das war rm^letzten Friedensfommer. Wohin ist das alles? Ich war im Hebbel-Haus gewesen. Wohin ist das alles? Vorher hatte ich Deutschlands größtes Schiff in .Hamburg taufen sehen. Die Gräfin Bismarck iiatte die Flasche mit Schauntwein nicht zerschellen können, und der Kaiser hatte mit lachendent Gesicht und rascher Bewegung das Glas am Birg zerschanettert. Der Riese „Bisinärcll^ glitt langsam und dann schnell und schneller die Bahn zum Wasser hmab. Zahnen, Hurras, Musik, wie das so war. Weiße Kleider, der Hafen^ voller jagender Dainpfbovte — wie das so war. Als J9 Bistum durch Hamburg kam, stürzte ein Zeitungsjunge in die Hochbahn: „Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers".
Wir haben das Stück Weideland durchfahren. Die Stadt schreckt die Erinnerunasttäiime. Kleine jüdische Läden, dünkte, fragende Augen, eine ode, lange Straße: der litauische Marktstecken. Wir fahren zum Marktplatz. Zwei Seiten siitd niedergebrannt: ruffischer Mckzug. An der Seite des Vierecks, die sich der Hauptstraße cm- V-™ niedrige Häuserreihe. Das Eckhaus ist die jüdische Gasümvtschaft. Man steigt drei Stufen, geht über eine kleine Holzveranda in den Schenkenraum. Ein Dutzatb schmckter, langer Trsckie stehen in dem länglichQi Raum. Alles spiegelt Sauberkeit das blauweiß gewürfelte Wachstuch der Tische, die gescheuerten Stuhle dre Tete, auf der ein paar Flaschen und Gläier stehen. ANf gvotzec Lchüffel paradieren auf dem Schenkttsch neben dert paar Flafchen süßen Palästina-Weins gebratene kalte Fische, gekochte Eier. An zwei Holzgriffen hängen am Tisch vorn zwei lange frisck)e Handtücher herunter. Wir bestellen Eier, Fische. Tee. Eine blonde Zudm bringt das Gewünschte. Eine Verwandte des Hauses. Wtr ifv n den Marktplatz, auf dem erst vier oder fünf Bauernwagen stehen. ,Jft das alles?" ftage ich. ..Wird sein mehr in zwei, drei Stundeii, aber heute ist schlecht irach dent Fest, nächsten Donrvers- teg wird besserer Markt sein." Es ist 8 Uhr morgens. Mso warten.
Augen spazieren über die Helle WäntE. Es gibt da zwei deutsche Zigarettenplakate als einzigen Wandschmuck, und der Witt nagelt ein neues über die rußige Stelle der Ofenklappe. Gedankenlos fvagen wir: „Me heißen Sie denn, Fräulein?" Typisch antwortet die Gegenfrage auf die Frage: „Was interessiert es Sie. wie rch heiße?" „Gott, mmt fragt so!" „Warum fragt Man?" Wrr sind entwaffnet und lenken schnell den Angriff durch neule Fvagen ab. ,,(£§ gibt nicht viel rn der Stadt, alles ist knapp mtd Eier, ja, Fische, ja, Butter, ja." Hm, uns scheint das recht drei. Aber das, was man znnt Leben brauchte, war hier immer rn verschwendettscher Fülle und zu Preisen zu bekommen, die Deutschland vor vielleicht 50 Jahren hatte, da empfindet man dert jetzigen Znsdand als Mangel.
, Wir bezahlen, ein gekochtes Ei kostet 20 Pf., wir können es ^r finden. Langsam schlendern Nur über den gerben die Kram zelte aufgetan. Billiger Kattunstofs, Messer, Knöpfe Garn, Scheren, ein Stand mit Eisenwaren ZN paar^,echte Tücher. Das ist der Glanz des Marktes, der füv Badurfirrsse zu sorgen hat. die so einfach sind wie das Land in jerner stellen Arbellsamkeir Mr gehen die anschließende Straße entlang, bis sie )ich im Ackerland austöst, immer größer wird der Zwilchenraum zwischen den Häusern, blühende Gärten schieben sich vvnter dazwischen, Kühe weiden auf schmckten Grasstücken, Kühner
picken umhu. .Aus den Fenstern harter Geranien und Monatsrosen sehen blonde, breite, litauische Gesichter. Eine junge Frau will uns vier Eier verkaufen. Das Paar kostet 30 Pf., und die Frau sieht uns aus blauen Augen erwartungsvoll an, was wir zu der Feuerung sagen. Eine Jüdin mischt sich in das reckst stockende Gespräch: „Ihr Mann ist in Deutschland." „So?" .,Jm Gefangenenlager." Sie fragt, ob er bald wiederkehtt. „Ja. das hoffew wir alle, daß alle bald wiederkehven." „Sie haben im Krieg ge-» Reimtet" sagt die Alte und zeigt auf das saubere hübsche Haus mit der Bank davor und den Apfelbäumen und dem sttohgcdecktcn Kuh- sdall.,,Alles wattet auf den Herrn."
Ein jüdischer Händler bietet uns Krebse an. Auf dem Wege zu seinem Haus erzählt er stolz, daß er nach Berlin liefert. DiesTiral lohne es nicht, zu schicken, er habe nur ein Schock. „Alles durch-- emander, kleine und große." „Kostet?" „Zwei Mark unb der Werden korb 30 Pfg." Ob die Berlinner wohl ein >^chock Krebse> sagen wir felbst, zu 6 Mk. bekommen?
Der Marktplatz hat sich inzwischen gefüllt. An die 200 Wagon ftnd aufgefahreii. Alle fast haben ein Läuferschwein oder junge Ferkel zum Markt gebracht. Ein Bauerntöpfer hat seine braunen Waren ausgebveitet, ein paar Fvanen verfirufen Käse und Butter. An uns wicht übrigens. Sie haben eirt Mißtrauen gegen unser fremdes Geld, gegen niffere gelbe Bürde. Sehr ziitnnlich sind sio nach fast drei Kriegsfahren überhaupt nicht, waren es auch kaum vovher. ,Dre Mtmütigen festen Gesichter verschließen sich schnell Zu fünfen und sechsen stehen sie zusammen und verhartdeftr ihr« Schweine. Mit vielem Wortschwall, aber wenig Gesten erzählen; Ne einem lange Geschichteti. Aber wenn ich mir übersetzen lasse^ kommt als Schluß die Frage heraus, die auf der Erde überall wohl die pm häufigsten gestellte ist: „Wann endet der Krieg, HerrB^ Oder die )zeitstellung: „Der Krieg sckpnukt schleckst, Herr." Dar- auf ist nickst vtel^zu sagen. Ich kaufe ein paar rotbemalte Holz» buchsen, die rm Frieden 50 Pf. kosteten, und jetzt 60, und dann sitzen wir wieder im l^aschaus. Wcirn inan ein paar Eier znm terionlchen Gabrauckf kanten will, muß ntaii doch die H-llfe des füditcherl Berinfttlers ül .Anspruch rrehmen, und von 15 Pf. für das Ei ist dann nicht inehr die Rede. Darüber ließe sich cini-ges sagen, aber das gehött in den Itahmen einer Betrachtung über den Emen als Zwischenhändler und Händler in Litauen überhaupt. Weites Feld.
Der <-cheickvaum hat sich jetzt gefüllt. An allen Tischen fitzen dre Bauern und trinken Kwaß Das braune Getränk schrunp in de-ii Gläsern. Seine Güte wird eifrig krittfiett. „Im Frieden war's besser." Ein Ehepaar scheint ein besonders gutes Geschäft gemacht zu haben, sie trinte:t süßcal Wein. Er pufft sie freundlich in die Seite. Ihr rotes Gesicht über der rot und weißen rurzen Blüte strahlt. Ein Bauer setzt sich uns.gegenüber an den Tisch- Er sttppt bedächttg den weißen Käse vi das Salzfaß, ißt rtefige Stücke Brot dazu und spült das Ganze mit Kwaß Drunter. ^rc Mann kann noch, essen! Man mettt die WichtiFeit dev Handlung. Bei^ jedem ireuen mächtigen Bruststück nwcht er das Kreuzzeickjren. Sein breiter Hut liegt rreben ihnt auf dem Tisch, m seinen Füßen glänzt ein starker, alter Stock mit schwerer, sil- Mernec Krücke.
^ Heiß liegt der Mittag über dein Marktplatz.
__ Rolf Brandt, Kriegsberichterstattei:.
( Asr» Stadt und Land.
©itfjtn, 9. Juni 1917. Für die Hessische U-Boot-Spende
gingen bisher bei dem Schatzmeister, Reichsbankasseffior Mecker^ Darmstadt, Reichsbani, n. a. an Spendm ein: 10 000 Mk. stärma Adam Opel, Rüsselstzeim, 1000 Mk. Adolf Klingspor. Gießen. 100 Mk. Ferd. Adolf Pertsch, Darmstadt, 100 Mk. Gebr. Kling- Ipor, Offenbach> 500 Mk. Landesstelle vom Roten Kreuz in Biitzbach, 100 Mk. Aliee-Frauenverein, Zwerg verein O beringel- heim a. Rh., ferner aus Offenbach: 1000 Mk. Louis Feistmanrr, 5000 Mk. Gebr. Heyite, 1000 Mk. Frau KomTnerzienrat Ernst. Heyne. 1000 Mk. Iülius Heyne. Fabrikant, 1000 Mk. WM Heyne. Fabrikant, 1000 Mk. Hermann Heyne, Fabttkarrt.
D er Groß Herzog und die Großherzogin spendetM für die Hessische U-Boot-^pend-e 2000 Mk.
Weiterhin gingen außer zahlreichen kleuieven Beträgen bei dem Lchatzmeffber, Kaisert. Bankassessor M ecker, Tarmstedt einr. (Üemenide Ippesheim, Rhemhessen .105 Mk., Frau Dr. Willi Merck als Ergebnis eines Konzertes zum Besten der U°Bvvt- Lpende 604.15 Mk., Geh. Banrat Prof. Koch. Tarmstedt 100Mk., Lehrer ^hrtm, Tottelwell 165.80 Mk., Gmeralleutnant Fvecherr ^n Heyl, Erz., Tarmstedt 500 Mk., Fürst Franz Joseph von Jserrburg-Brvstein 100 Mk., Firma E. Merck. Tarmstedt 5000 Mark. Geh. Med.-Rat Dr. E. A. Merck, Darmstadt 500 Mk. Tr. Willi Merck, Tarmstedt 500 Mk., Frau Geh. Kommerzienrat Tr. Loms Merck, Tarmstedt 500 Mk., Kommerzienrat Ludwig Heyn, Tarinstedt 500 Mk., Theodor Stemmer, Darmstadt 100 Mk - Max Jonas Meyer, Darmstadt 100 Mk.
Es werdeii auch Reichsanleihen enhgvgengemunmen. Reubsbcrnkgwokonto: Hessffche U-Kovt-Spende, Tarmstedt, Post- schecklonto: Fvankfirtt a. M. Nr. 15 633.
Im Anschluß an diese erfreulicheii Ergebnisse sei erwähnt, daß der Verlag des „Gießener Anzeiger" als Ei> trag aus den Sonderblättern 200 Mark gezeichnet hat Außerdeni wurde bei der Geschäftsstelle des' „Gießener Anzeiger" g^eichnet: Vom Prinzen zu Solms-Lich
ly „ ^ ernigen Beamtinnen des Telegraphcnamtes
Greßen 30 Mk., Frau M. Eckhard 20 Mk. Jßom Landgraf- Ludnstgs-Gymnasium als .Vergütung für dte durchs Schüler ge- samnietten Goldsachen durrl) Assessor Braunewell 32.34 Mk, E G 3 Mk., Wrlh. Rudolph 100 Mk., L.-G.-R. 'Schnitzspcchn 25 Mk, Chrfttetene Partenheimer 5 Mk., im ganzen 226.34 Mk.
Lebensmittel.
** EieraUsgabe. In der Woche vom 11. bis 16. ds. Ms. werderi in den bekannten ^Verkaufsstellen Eier abgegeben. Auf die Erernterke Nr. 5 entfallen 4 Eier.
*
** Auszeichnung. Landsturmvckrut Früdrich Möbus von hier erhielt die Hessische TapferkeitsTnedaÄe.
** Geh. Schulrat Dr. Storiko f. Der llmig- mhrige verdienstvolle Leiter der höheren und erweiterten Madcheiischule, Geh. Schulrat Direktor Dr. Störikv ist in König stein i. T. einem schweren Leidetl erlegen. Er wurde am 9^ Aprll 1863 in Butzbach geboren, besuchte dort, in Frr edberg und Dann stad t die Schule und studi^erte dann in Aeßen und Marburg Deutsch, fremde Sprachen und Geschichte. Nach dem Staatsexamen war er in Wiesbaden. Greßen am Realgymnasium und in Frankftrrt a. M. an der Wöhlerschule tätig. Bon dort wurde er im jugendlicheir Alter von 32 Jahren zum Direktor der höheren und erweiterten Mädchenschule gewählt, der er 22 Jahre seine ganze Kraft gewidmet hat. Ei' war hochgeachtet und verehrt ber fernen Lehrern, Lehrerinnen und Schülerinnen, und unsere Stadt verliert in ihm einen ihrer verdienstvollsten und angesehensten Mitbürger.
** Oberhessischer Kunstverein. Die erst vor attft Tagen erofmcte neue Ausstellung der „Freien Gruppe" und der „Münchener Aquarellisten" bleibt nur noch bis zum nächsten Sonntag ausgestellt. Wir verweisen auf die im wütigen Feuilleton erscheinende Besprechring der Ausstel- lnn $- Es durfte von Interesse sein, zu erfahren., daß die nächste Ausstellung vom 20. bis 24. Juni, eine Sonder- Aquarellen, nur den Mitgliedern des Oberhessischen Kunstverems zugängig ist. — Zur kunst- g e w e r b l i ch e n A u s ste l 1 un g , deren Eröffnung am 1. Juli erfolgt, sind zahlreiche Anmeldungen eingegangen, so daß auch diese Ausstellung sehr stark mit kunstgewerblichen Arbeiten beschickt werden nftrd.
N^^/^bn-Beratu ngs stel l e rourba auch m Warrege m Anspruch genommen und zwar in 39 Mllew Po«


