Ausgabe 
8.6.1917 Erstes Blatt
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Ans Stadt rind Land.

Gießen, 6. Jllni 1917.

Gewitterregeln.

ES erftheint feftiam geuuß, daß in den 2ammetmamnfceu, in Iveneit die meifieu GtVitt-ec tommen, im Volksmrmde am lpen lüften dir Rede davon. Dagegen m den Frichlrngsmouaten und auch tm gerbst, ja selbst im SBiirter, ivenit es nur ganz ,ungewöhnlich einmal boiuiert uni) blitzt, gibt es mre ganze Anzahl Bauernregeln, dre daraus allerlei zu sotgeru wisfelt. Eut gartz allgemeines ge flügdteä Wort dieser Art lauter:Früher Louner water Hun­ger." Taß in allen diesen Endungen wcl lstiusiger aus den Tonn er 'Bezug fleuanniten Lvird als auf den Blrtz, ^dars mcht rmmder- uclwieii. natiirlicbfte tMünm« dafür liegt dtirm, daß der lÄndmarrn ein herausziehendes Gsottter merü zuerst durch fernes, dumpfes TowrergroUen rvalynmirntt, außerdem mögen darm uvai mrmer getmsfe persörtlick^e CiTumerungen an dm einstigen mackM- gen Wetterglo-lt Donar unseoer Vorfall reu. obwalten ^-as sruheste <tzew>ttter-Sprickstvorl l>egegnet ims schon im Imuiar, und zwar ist hier morlloürdigerweise der siebente Tag enr lx^onderS^esurch- ieber Wettertag:Domwtt «es ab L-rrciMt Wrrd Hagel tm ^omwer das Feld *erffeabu." B^hrschetnlick» liegt de-m aber Eier nrcbls als enre aorrz oberfläcl.'UeK? Be»iMmg lut' - Licht ^zugriNtde -ZN Kehrum- hören wir dmen niMs mm Gewittern, um so mehr aber im Marz, der, \m es scheint, die meist er: Gew rtterregeln von allen Monaten des .ganzen Jahres hat. Gan^ allgemeot wtrd

gosagt. ^ Mürz>t tmxflen latb nicht naß.

Füllt dem Bauern .irrsten und Faß,

Blitzt's rmd donnertts im Märzerr gar,

Kommt «Mrz gewiß ein gutes Jahr "

Besonders wüi>ttge Genstttier-L-oslagc im März wrd der J. unö

10 , die Tage des hl. Ey-rill rmd der vierzig Ritter. Bon ihnen

netten die Mgeln:

An Lvrill Tvtmer und Blitze Ist dem ganzen Lande nütz.

Au Vierzig Ritter Blitz,

Kündet arge LEmeryrtz'." , ^ *

A e rd e m wird dmsichtlich der IuLmst iioch gesagt', twäe Nebel tm Marz, so viel Gewitter hundert Tage danach., 2M Frichllngsgewttter ivecben benrerÄgrswerterwei w, tm M

den Sommergettütteim, als gute Vorzeichen und als chuckbrvlgeno cm gesehen. Das gilt vom April:Blitz rrnd ^nner >m Aprll Gute Ernte verkünden will," besonders aber vm Mar, da hertzt es. Donnert es im Maien viel,^

.Haben die Bauern, gen-onnen Spiel.

Biel Gewitter irn fNai,

JJlcuirt der Bauer: Jnchjhei!"

Mit besonderer AutmeckKsarnkeit und ^orge nem der ^audmcum immer den H i m mel fa hr 1 s g ewi ttern entgegen, ^as mag damit zusammenhängen, daß Christi Hinrnreltahrt ia imnicr aut etneu Donnerstag füllt, den Tag, der heute noch> mit mannig- reden Resten umtten Drmarttcktes in Sttteir und, Gebrauchs er­füllt ist. In mancheii Gegenden besteht denn auch die Vorschrift, tue Blitzableiter bis zu Christi Himmelfahrt nt Ordnrmg zu bringen. De, LMrdmann achtet außerdenr genau darauf, von woher das (tzewitter flammt und welche Richtung es niwuttVon ,vo der erste Donner flornntt, voii dorther kommeii wr Sommer die ge- sehrlichsten Wetter", undwMn das erste Wietter Zieht, da ;iel?en die übrigen lstnterher " Im HxlMmmer gibt es dann be- kannllvck viele Gewitter, aber merkwürdigerweife nicht s ein ein-- ya^ Sprichwort darüber Erst amletzten Lonimertag^ 24. *, . l >cm letzten Erntetag zugleich, werfen loir von des sommers Höbe plötzlich einen Blick in deir Wnittr J)'mem: ^Getollter «n Bartl-o'.oiiiä Bringen Hagel ,rnd früheii Schnee." Dock ,ruch ron Heihst^e'wrtteni ist noch ein paarmal die Nede, freilich ver­lautet darüber nichts Gutes:Wenn es m Oktober donnerr. wäl rend Sonne wnö Mond im Zeichen des Skorpions stehen, ,o

011 eine große Hungersnot becorfHiett." Aichers im November:

Donner, merm die ötmnc im Zeichen des schützen steht, deutet

auf ein fruchitbaves Jahr": wenn es aber' am Katharnrsntage 25. 11. borniert und blitzt,soll sich der Ehrtstnwnat rm Januar spüren lassen", was in der kargerl Sprache des Landvolh^t ivobl nichts anderes bedeutet als: das alte Jahr geht verkehrt gsurg aus, >rnd so fängt das neue vorauSf ickülich ailch verkehrt an. . . Ta wir diosnml die ersten Gewitter erst sehr spät hatten serst im Mai' imd gegenwärtig aus vielen Gegenden von recht bestr^en und mrS gedehnt rn Geioittern berichtet wird, ist es von Interepe, sich angesichts der gewaltigen, erhebendeii imd ersMitternden Üdrtur- ersckeinungen ru«l> jene gereimte BMiernweishett unserer zu vergegenwärtigen wid zuzusehrn, was daboii zutriht.

Höchstpreise für Frühobst.

Die Benrühim gen der hessischen S t ä d t t Im der Landes- obststelle unr eine Erniäßigimq der Obstvreisc l>aben ttrsofern zu einem Erfolge gefütrt, als die KirschenprLrie und Erdbeerpreise her- abgeietzt nwrdeii find. .Im Übrigeri werdeir die Grimdlagen der Neichsvreise eingehalteii. Den Städterr soll die Befugnis zustehen, die Verbraucherpreise für einzelne -Obstarten noch nach Maßgabe der örtlichen Verhältnisse zu ermäßigen. Die von der hessischeii Sandesobststelle festgesetzte Er mäßigt iirg für .Kirschen beträgt 25 Q/o. Es sind also unter Au s hebun g der früheren Preise die folgenden mit sofortiger Wirkung festgesetzt:

Erzeuger^ Verbrancher-

lBchstpreis Höchstpreis

Süße Kirschen, große, harte .....35^ §9

süße Kirschen, weiche..1?.30

.Saure Kirschen, kleine fltzare .....15.25

Schatteiiamo rollen ..40.60

Weiterhin wird festaesetzt, daß als .H ö ch st pre i i e s ü r Erd - beeren mit dem 6. Ärni cm in Kraft treten:

Erzeuger-,

Höchstpreis

Worms zum RegiermrgSasfeschr ernannt. Der Groyper-og Hut am 24. MM d. Js. dem BLhlnmtterhalttmgsarb^^ in der H^fsisch-Preußischön Eifendahngemcinschaft Philipp Ko hlbacher zu Wiebelsbach, Kreis Dieburg, aus 2lnLaß semes am 30. April d. Is. erfolgten Ausscheidetls aus dem Staatseiseubahndieust das Allgemeine Ehrenzeiäien mit der InschriftFür trene Arbeit' verliehen.

^'^Militärische Ausbildung der Jugend. Samstag, 9. Juni, &U Uhr: a) Arrztliche Unter- suchun.g in der Durnhulle der Oborrealschule. b) Bewertung der Hebungen am Reck und Barren für die, die sich hierzu gemeldet. Zur ärztlichen Untersuchung treten alte Jnn^- mamten über 16 Jahre, soweit sie vor dem 1. April d. ^ bei der Juugwehr waren, soavic die Ireiiwälligeu der jün­geren Jahrgänge an. Sonntag, 10. Juni: Wehrübungen. Antreten HU Uhr früh auf Oswalds Garten. Es treten alle Iuugmaunschaften an, einerlei wie alt sie find und uxmn sie eingetreten sind. Geübt wird iit Lederschuhen und gelvöhnlichem Uebnngsanzug.

** Zurückstellung von Wehrpflichtigen Nach einer Berliner Blättern Mgagangeuen amtliäven Mttteilimq M mit einer Einziehung der bei der letzten D. U.-Ä<usternnq als a. v. .Heimat" befundenen Wehrpsticktttgsn zti rechncrn. Es einchetvt deshalb un.bedingt enorderlict/, daß auch dufenigeti MannschaftctI mit vorbezoichueter Verwen'cnmgssghigkeit, die rvegen häuslicher und wrrtfchaftlick>er Verhältnisse Zch für unabkömmlich l-alten oder für Arbeiten in der Kriegsindrckru und die Erhalvtug der Land- ivirttchaft Kurzen unentbehrlich sind, Zurückstellungsanträge ern-, reichen oder von ilpxm Arbeitgeber eimetrfjen lassen.

** Ans dem Stadttheater-B u re a u. Da das Personal des Nauheimer Kurtheaters an den Freitagen nicht abkömmlich ist, wird die 14. Freitagsabonnenleutsvorstel- lung, in der das SchauspielDi e Warschauer Z 1 1 a - belle" wiederholt wird, am Donnerstag, den 14. Juni gegeben werden. Auf diese Verlegung sei ganz aus­drücklich hingewieseff.

** Drei Speckdiebe festgenomme n. Bor eini­gen Tagen wurde einem hiesigen Landwirt während seiner Abwesenheit am Hellen Tage ans seiner Räucherkammer eine große Anzahl Wurst und eine Seite Speck enchendet. Nach erfolgter Anzeige gelang es der hiesigen Polizei, als Diebe drei jugendliche Burschen festzunehmen. Außer einem Teil, womit sich die Diebe gütlich getan hatten, konnte dem Ge­schädigten sein Eigentum wieder zurückgegebeu n rden. Einer davon wollte sich anscheinend Vorrats für seine Militärzeit schassen, denn er hat sich damit gebrüstet, daß wenn er Sol­dat werden müsse, er keinen Hunger zu leiden brauche, da er sich für Wurst gesorgt habe.

** Eine Schwindleri n. Am 6. d. Mts. erschwin­delte sich eine unbekannte Frauensperson, anscheinend dem Dienstbotenstand angehörend, in einem hiesigen Obstgeschäft auf den Namen eines Professors drei Psund Erdbeeren im Werte von 10 Mark .Sachdienliche Mitteilungen über die Person der Täterin nimmt die hiesige Kriminalpolizei ent­

gegen.

**

Erdbeeren ^Ananas' . großfrüRtige . .

Erdbeeren > Ananas), kleinfrüchtige für

Verbraucher- Höchstpreis .80

50

Martnelade.. . ;30

Jerner wird vestinrnrt, daß die für die Zeit vom 16. Juni ab festgesetzten Höchstpreise für Mloncst^- und Walderdbeeren voll 1 Mk.'bzw. 1.50 Mk. ebenfalls schon mit dem 6. Juni in Kraft treten.

Der Verbraucher Höchstpreis für Falläpfel tritt bis aus werteres außer Kraft.

** Höchstpreise für GernÜse. Die Höchstpreise für (Gemüse sind durch die amtlichen Veröffentlich'.rügen offenbar jsoch nicht genügend bekannt geworden. Es sei deshalb hier auf die neuerdings festgesetzten Kleinverkansshöchstpreise nochmals hingewiesen. Sie betragen pr. Pfund: I. Spargel,

>. Sorte 85 Pf., 2. Sorte -50 Pf., 2. Rhabarber 18 Pf., .">. C^rbfen 35 Pf., 4. Zuckererbsen 40 Pf., 5. Dttmtzentw-hnen 35 Pf., j Buschbohnen 30 Pf., Puffbohnen 30 Pf., 6. Mai- rüben 12 Pf., 7. Karotten <bom 10. 6. ab) .30 Pf., Karotten (voan 1. 8. bis 1. 9.) 20 Pf., 8. (Mberübeit, Mohrrüben, Möhren ohne Kätmtt bis 31. August 18 Pf., 0. Kohlrabi (v-vm 20. 8. ab) 25 Pf., Kohlrabi lvonr 20. 7. ab» 20 Pf., 10. Früh- weißkohl lnom 15. 7. ab) 20 Pf., FruhNnüßkohl 'vom 1. 9 bis 20. 9.) 15 Pf., 11. Winterkopfsalat pr. Stück 15 Pf., Sommer Kopfsalat pr. Stück 8 Pf., 12. Römischkohl pr. Psd 20 Pf., 13. Spinat ab 2t). 5. pr. Psd. 20 'Ps., 14. Tomaten pr. Pfd. 38 Pf., 15. Frnhwirsing pr. Pfd. 25 Pf., 16. Früh rotkrant pr. Pfd. 25 Pf., 17. Blumenkohl, je nach Grhße, bis 1.20 Mk., 18. Endivien pr. Stück 15 Pf., 19. Steck zwiebeln pr Psd. 36 Pf.

*

** Atg-tliche Persvnalnachrichten. Der Groß 'Herzog hat den Mckgliederel des Alice-Frauenverrins, Abtei lung 1 (für Warsenpflege), Fräulein Auguste Io ngha ns ,md JrÄletn Lina Kleins chm tdt zu Darmstadt das Ernst-Ludwige Eleonoven-Kreuz verliehen. Durch Entschließung Großh. Mi nisteriums deS Innern wurde der Referendar Otto B o n h a r d au4

Sammlung von Heilpflanzen. Ans eine An­zeige unseres Blattes, Sammlung von Kamillen betr., wollen wir die Leser empfehlend liimveisen. Die Gartenbaukolonie Lich hat es sich zur Ausgabe gestellt, in vaterländischem Sinn znnt Nutzen der Allgemeinheit zu arl'eiten, und bittet um Unterstützung bei der Smnmluug w>n Kamillen, die jetzt überall in 'Blüte stehen. Allerdings dürfen nicht die ganzen Pflanzen gebrochen, sondern nur die Bluten ab- gestreift rverden. Diese Ärmmlirng hat den Vorteil, daß sie nicht, wie Mrdere, etwas kostet, sondern sogarnoch 'was einbringt".

** Hessische Kunstausstellung Darmstadt 1917. Am 14. Jmn d. Is. wird die von derstrcien Bereinigung ^arm- städtrr Künstler" veratlstaltete Landes--Kiurstmisstellung ans der wäathiLenhöbe eröffnet werden. In toeitesten Kreisen Hessens! dringt nwn bereits dem künstlertschen lvreigmS lebhaftes Interesse entgegen. Trotz der dnrch dm Krieg bedingten erschwerenden Unr- stmüx' ist eine große Anzahl hervorragender Werke narnhatter hes­sischer Künstler eingetroften. Es wird hier in bemerkenswerter Vielseitigkeit und Auswahl die jüngste Periode künstlerischen Schaf­fens gezeigt. Die in unserem engeren Ü^rterlande leb-enden aner- tanuten Meister sind mit ewer Neilx vvrttesslilj?er WKrte vertreten. Von dcn aufwärts lebenden hessischen Künstlern seien genannt: Ludwig von .Hvimaim, Otto H. Engel, Eugen Brackt. Sclvnoll von Eisemvcrth Daneben werden aun'ttedende Künstler das Wollen der Jugend vor Augen mbren und wohl manche mrregende Ausepl- midersctzung über die Atögllchkeiten undoormimgeu bei; neuen' Richtung veranlassen.

** I m o 1 el Fürstenhof- Gießen ftndet urner Mit torrfllmg der Lirdersängerrn Frl. Doris Schöpl und des Humv risten Müller->Albns am Sonnabend 8 Uhr imd Sonntag 4 Uhr Künstler Konzert statt.

Z u r Beschlagnahme und Bestandserhe- bnug der deutschen Schafschur ,icttb des Wollge- falles verweisen wir mtf eine Bekanntmachung des Ober burgernveisters in unserem henttgen Blatte, wonach alle hiesigen Säiashalter die sür die Schur im laufenben Jahre m Betracht ft-mmenden Scl-ast und Lämmer ans dem Lebensmsttelamte bis zum 15. Juni anzumekden haben

** Das Kreisblatt Nr. 96 enthLlt: Beflanntmack)mrg über Druckpapier. Erzeugerpreise für Obst. Beschlagnahme usw. voll Destillationsapparaten ans Kupfer. Benzoloerteilung für landuürtsch>aftlichL Verbvcmcher. Kreisabdeckereiverzeich nissc sür den Mconat Mai. H erMlziehung der städt. Schul fugend zu Land- und GartLnarßeittn.

Landkreis Gießen.

11. Geilshausen, 8. Jürni. Alm 6.ds.Mts. kamen die für unseren -Ort besttm-nrt«n Sonunerkinder an. Sie stanmren aus denr westfälischen Koh-engebiet und werdan den ganzen Smnm-er ltzerbleiben. Das blasse Airssehcn der .Kinder gibt denen recht, di die Fürsorge für die weftfälischkN Kinder für besonders nötig halten.

tt. TreiS a. L., 7. Jum. Zur hessischen Dapserfleftsmadaille die er schon seit vorigent Q«hve lei itzt, erhielt n-mr auch das Eisenu Karenz der Wehrmann Johs. Rabenau dahier, z. Zt. in einem Jnl'.-Rrgt. zu Erfurt.

11. Weiters ha in, 8.Jtmi. Hier !>oben slch 7 Farmlien bereit erklärt, heimatlose llrpruber während ihrer Urlaubszest ansztmehnwn.

Kreis Büdingen.

& dN erkensritz, 7. Juni. Durch die Schulkinder um rden

Kreis Lautervmy.

lo. Schlitz, 8. Juni. Wie der Lttuterbacher Anzeiger hört, besteht die Absicht, ab.vech,st1nd m den Schlitzer Pfarreien während der guten Jahreszeit cm schön gelegenen^ Plätzen Waldgottesmen)te abzkuhalten. Dieser Plan »vird allseitig freudig begrüßt, m kom­menden Sonntags, tiachmittags 3 Uhr, fmder bei (Prtenr Wetter bei erste dieser Gottesdrenste beim F-orsthaus Wnlmn statt. Eine reiche Heide l beer-, wie auch H imb ee rernte ist dies Jahr zu erwarten. Mährend an den Heidelbeers töcken die Früchte sich) bereits gut entwickelt haben ,'vrd che \yanbeer* sträucher gegenwärtig mit Blüten übersät, ltwnttf bei dem schönen Wetter ein reicher Tisch gedeckt ist für die fleißige Btenem char. Bedauerlich; wäre es, rvenn durch den sonst so begrüßender^. Sammeseiier von Heidelbeer- und Himbeerblättern die ^rnem^ ernte, was doch die Hauptsache ist, hier und da gefährdet wurde.

Kreis Friedberg.

*= Fr iedberg. 8. Juni. An den Schlehen, Aepfel- und Zwo-schenbäumen tritt aeqenroärttg die Gespinstmotte in ;mch aa> heereuder iüetfc auf, daß das Kreisarnt Amrrdnrmgen zur Bermch- drng des Ungeziefers treffen nnchte. . t ,

: K i r ch Göns, 8. Jnm. Aus unserer 0-eniemde roxeoett als U - Bios 1 spende 525,50 Mk. an die Kreiskasse

:: Pohl-GönS, 8. Jmn. Die U-Bootspende betrag nt unserer kleinen Gemeinde 525 Mark.

Hessen-Nassau.

Fc. Freinsheim, 7. Juni. Auf dem letzten Ovst uüLrkt wurden für Kirschen durchschnittlich 35 Näark. fttr Erd-veerM 55 Mark pro Zentner geboten und gezahlt.

-- Groß-- A u h e i m , 7. Juni. Die Ehefrau des Lau dw«Äs Grün ivurde bei der Verrichtung landunvtschaftllcher Arbeiten von einem Blitzstrahl getroffen mrd getötet.

)s Marburg, 7. Jnm. In den letzte,; Nachtert »vnrde m. den verschiedensten Orten der Umgebung eingebiochen. Jetzt hat man nun in beit Waldungen der Lahirherge in der Nähe der sogettanrrbev: Mooseifür" im Dickicht versteckt, eilte große Kiste gesunde n,^ in der sich allerhand jedenfalls wnt Diebstählen herruhrende ^achvt- wie Flaschen, Eßbestecke ußv. befanden. ,

Fc. Osterspai, 7. Jmn. Die ersteit .Kirschen üanden xpxt gestern zum Verkauf. Da nur 35 Pf. für das Pfund geboten wer­den, nahmen die Erzeuger ihre Kirschen wieder mit heim mir dem Bemerken, daß ein solch niederer Preis iraxh niemals in Frie deaS- zeften und bei reichten Eruven bet ersten Kirsch,en gebotzM ivochen sei. _

Kirche und Schule.

Theologische Kochecenz zu Gießen.

Gießen, den 8. Juni 1917.

Nach einem ooit Pfarrer Bo r n em a n n - Fvcrnknrrt a. M. gesprochenen Gebet eröfinete gestern der Vorsitzende, Prvfeftzar I). Krüger, Hier irn t^emeindesaal der Aiatthäusger.tetnde die Konferenz nrrl einer kurzen Begwlstmtg dec zahlreich VersatmnE^ imd gedachte in der üblichen Weise des kürzltci, oerstorbenen Bor- standSmitgtieder, Snperiutettdercten Kotier-DivenHosen. Den erste» Vortrag Hielt U»ioenitätsprvfessvr 0. Brni se l Hier überN cMf 1 r o b i e in e und Ausgaden de r E v c n g ei t eir--

o r s chn n g". Er führte aus: Die Evangelien ruckst freie Dichtung, sondern mvsatkarlig Manmretig^stellte UePerlrewriMg, die ani guten Onetten dernlK. Um sie richtig yn verstehen, nurß Ulwr Parallelen zum Vergleich hermtzieheu, als welche sich btr irraw Mönchsliteratur darin etc t. Daraus ergibt sich, d däe der orrschiedenen Erzählwigeir aus Jesn Lebett jedeSrnal CTn, erp ziger Voragng oder Worte Jesu, auf dem dmm ine betretTawe Erzählung ausgebaut ist. Darum sollte mcu barauT oerzrächeu^ ein Leben Jesu zu schreiben. Die einzelnen Erzählungen der » gelten sind entweder Lehr- oder Wnudererzähltqtgen tmd vtmai einen einheitlichen (Grundgedanken. Gs gab twr den E vangML» verschiedene Sammlungen von JesuÄvorteu, die nach beittm mttrr - einbeittichen OKsrchtsvmrkten zusarnmeugestellt w«ven. Dir tmafr nrsse Jesu sind als Geleqeichells- oder Erz<llÄQrgsg^rchEe M untersclierden. Bei den ibberliewrten Worten Jefti tst stets zu u&* achten, daß sie auf mündUcher Uel-rlieserirng beruhen, r» i tdäai uns tfceraff, wo wir auch in die Evangelien bineinichauen, rtftip Probleme entgegen, die zur Werterfvrfchung rrrzen.

Der z-lveitt <mf der Tages«tMui»g stelleude Vortrag wurde von Pvof. v. Rade -'Marburg gehalten überLuthers Recht­ser tig u n g s g l aube, seine Bede utnn g für die .95 Thesen und sür uns". Der Redner ging aus von Luthers Freude an dem biblischen Revttchwttg:mgsgevarckeu gegenüber dem u-nbiblistl.-eu (bedunteu der ^rlttn Kirche, von der 'BerdllEich- seit guter Wecke. Er liatte erkamtt, daß allein der Gllrube zu G»tt üljrt und aus Zündern (bvtteEindrr mack«. Daß Lttthers 95 Thesen ntä : unmittelbar von diesem Gedanken «rsgehen, l^k daran, daß er in ilmm nach einer ««deren Foouk, der Ablaß- khvorie ''einer Kirche, käntrstt, die er wntieien ivolltt. Xaxitnt be­ginnt er die Thesen gte«v mit der szeststellmm des rechnen Bnß- begrifts. ^vekä'er der leichtsinnigen Auffaimug vom Ablaß bk Wurzel abgräbt. .Ter Mensch bedarf immerfort der .Heilchung, die Um zur inneren und äußeren 'Abkehr von der Sünd,' bringt. Der Gläubige bedarf mxTfanun des "Ablasses nickst mehr, ja, dieser ist ihnt ein Verbrechen gegen Gott. Der Ablaß ir> von Ehrchkus lftcht gelwten, wohl aber die "predigt des Evurgelärms. Tie Be­den ttmg von Luthers Reckckferttgungsglaübe für mrs befoebt darftr, daß wir 1. in Upn einen gnädigen Gott haben, 2. durch ihn Ehristtis reckst erkennett als den eitrigen Mittler zwischen Gott Ermd den Menschen, 3. unser Verhältnis zirm "Nebemnetrichen ver­stehen. 4. zur kecksten chrisllichen M>>ral flammen.

Tie beirden Vorträge, von betten der zweite wegen Naum- übersüllung iit den Saal benackcharttii Fürsrettboss verlegt werden nufer, fanden den Bcachll der Venamnckmtg. An den letzwn flnüpfte sich eine umgehende Aussprache Mi. .

Meerrettichs 4 Pfd. Aepfel, "'Narmelade. ttraut, Kohlraben, ^el lerie, Zustebcln, Lattch, Käse und 1 Mark in lxrr.

ü R ode n bach, 8. Jtmi. Für die H inde n bn r g spe n d gingnt ein: 78 Eier, 13 Pfd. EKrstemnelst, 5 Pfd Bvottnehl 7 Pfd. Dörrobst, 4 Psd. "Bvhnen, 4 Pw. Zunebeln, Vf* Pfd. Ok müfenubdn, 4' e Pfd. Graupen, 3 Psd. 'Aepftl, l 1 Pfd. Hafer flicken, I Pjd. Erbsen. > B'fd. Butter, 12 Pfd. Meerrettich 55 Pfd. Kol)!toben. 1 <tzlas Krrschetl. 5 Mark bares Geld

W id de r s ha u f eu , 8. Juni. In unftran Orte sind in einer Nackst 15 Stück Scknveiue. verendet: eine gws - Menge ist unter ähnlichen Erscheinungen erkrankt. Auch aus beuiu1>barhm OrttA wie Heringen. Me htm fee u ri. wird von weiterem ttinnchgreifen dicier" Seuche ^ lerichtet. Ta in der Hauptsache ältere Tiere bis zu zwü Zentnern betroffen werden, ist der Sck-adeit ein sehr emp- iiMickM.

Kirchliche Nachrichten

Israelitische Neligionrgemeiude. Gottesd. i. d. Synagoge SL>- Anlage). Samstag, 9. J-mri. Vorabend: 8.30, m»rg.: 8.30, abds.: 10.00 n. 10.35.

Ui!i»erjliät5»Ilad>rid)ieti#

-- Frankfurt a. M., 7. Jmri. Professor Ealmes von der hiesigen Universität sollte in das new' Üitxemburger Vdürrste- sderinm als Fütanzminister rintteten. Wie mm aus Lupentburg genwldet ustrd, scheiterte das it-eipc Kvalitronsrnrnr sttc r i u m Kauf mauu. desseri Bildung bereits amtlich brfamu wurde, an den Schwierrgkeitert, die mit der Person Prvfl^for Ealmes' zusammenistrngen, der seine Lehnättgkeit in Frankrurt nickst Mtfgeben ivill._

Müllers che Badeanstalt. Wasser wärme der Lahn am 7. Juni: 19° Nearnnur. __

Letzte n^dirni^tcw.

Rivots Vertrauensvotum und k»ie Sozmliften.

Bern, 7. Juni. Elemenoeau ist imHomme mchaiur' mit der letzter! Kammerabstimnrung nickst recht zotfriedeir Man erfasse dort Utfiieren Sinn der Tagesordtnmg ickcht, denn man wisse mckn. aus welckien Tatsachen beraus sie notwendig geworden fei. 'Re- naubel gibt ttngeltende Erlllrrungeu in derHrummitö" ilder die Sttmmabgabe der Sozialisten rrb. Er führt aus, die Tago.^>rdnuwg sei ztoar immer noch voll drtnfller Stellen, weiche nicksträgllch die verschiedensten ÄuÄegnrtgert Anlassen. Sie herüber aber die Haupt jncnffce und dalicr feioi die Sozürlisten caifhnmng bereit itemefen, die twt >Uit>ot verlangten KvnEionen zu machen. Die Sozialisten hätten die Tagesordnung angenommen, weil sie die gelst'üne Diplv- ntatvc verurteile, die Revision der Klriegs^iele anlldtdige und die sofortige Organisation der Osesellschaften der Natron envarten lalle

Eine Million Hfkwlitrr Gelreide in Brand

Zürich. 7. Juni. LLie dieDoiln Mail" aus P^'ters bürg berichtet, flohen bei Minsk 3150 Hektar Wälder und in den Speichern votr Saratow über eine Million Hektoliter Getrerde in Brand.