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Erstes vlatt
X6Z. Jahrgang:
§reitag, 8 . Juni Ws?
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General-Anzeiger für Oberhe
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Zwilltngrrunddruck u. Verlag: vrühtsche Vniv.-Vuch- ». Steindruckerei 8. Lange. Schrlstlettnng. Seschäftrftelle u. Druckerei: Schulftr. r.
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sämtlich in Gießen.
Neue englische Offensive in Flandern.
(WTB.) Großes Hauptquartier. 7. Juni. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Zwischen Ypern und Armentisres tobt seil gestern btt Artilleriekampf mit unverminderter Kraft. Heute früh ist nach nmfangreichen Sprengungen und stärkstem Trommelfeuer mit der Infanterie der Engländer die Schlacht in F l a n d e r n voll entbrannt.
Mt auhergewölmlichrr Heftigkeit hielt auch am La Bassec-Kanal bis auf das Südufer der Sca rpe die Feuertätigkeit an.
Bei H n l l u ch. Loos. L i e v i n und R o e u r sind tzeute vor Tagesanbruch starke englische Teilangriffe ge-
fcheitzert.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Bald nachdem Niederrheinische Füsiliere an der Straße Bi non — Oup in erbittertem Handgemenge eine Anzahl Gefangene aus den feindlichen Gräben geholt und die Aufmerksamkeit des Gegners dorthin gelenkt hatten, setzten sich frühmorgens südlich von Pargny — Fillain Teile von mennngischen, hannoverschen, schleswig-holsteinischen und brrnÄenburgischen Regimentern in den Besitz der feindlichen Stellungen am Chemi n d es D ä mes in fast zwei Kilometer Ausdehnung. Durch Artillerie, Minewverfer und Flieger. begleitet von Pionieren und des in den Kämpfen der letzten Wochen besonders bewährten Stnrmbataillons Nr. 7 nahmen die Kompagnien trotz hartnäckigen Widerstandes des Gegners das befohlene Ansatzziel.
Gegen die gewomrenen Linien richteten sich nach heftigen Feuerwellen starke feindliche Gegenangriffe bis in die Nacht hinein. Sic sind sämtlich abgewiesen worden.
14 Offiziere, 553 Mann wurden als Gefangene. eine Revolver-Kanone. 15 Maschinengewehre und mehrere Granatwerfer als Beute eingebracht.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Nichts Besonderes.
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Gestern wurden acht englische Flugzeuge im Nahkampf «-geschossen, davon eines durch Leutnant Dotz. der damit den 34. Lustsieg errang.
Aus dem
Oestlichen Kriegsschauplätze
und an der
Mazedonischen Front ftiue größeren Kampfhandlungen.
Der Erste Gcneralquartiermeister Ludendorff.
* ^
Der Abendbericht-
Berlin, 7. Juni, abends. (WTB. Amtlich.) Im Wh tschaetr -Bogen ist der Gegnerinun serevor- Derste Stellungszone eingebrochen. Der hin- und herwogende .Kampf ist noch in vollem Gange.
Auch im französischen Senat ist Ribvt mit seinem gekannten Standparnkt in der Sache des Ktiegszieles durtfi- AÄwirngen. Der Senat nahm einstinnnig eine Tagesordnung tttt, in der die Ueberzeugu.ng cmsgedrückt wird, daß ein dauerhafter Frieden nur aus den: Siege der verbündeten fixere hervorgehen könne. Es wird weiter der Wille Frankreichs bekundet, „den Krieg, gefestigt durch seine Bündnisse, ;kreu seinem Jveal, Freiheit sür alle Völker, fortzuseizen Aas zur Wi e d erh er ausgabe Elsa ß - L ot h rin gen s grud zur ^ ü h n e für dje Berbrechsn zur Wiedergut- 'Ma chü ng der Schäden und An n a hm e der B ü r g - schaften gegen eineu wiederholten Angriff des preußischen Mrlitavismus".
(die Bürgschaften) in dem Erwerb von Gebiete u ober in zeitweiliger Besetzung oder in Neutralisationen finden? Das wird im geeigneten Augenblick geprüft werden." Ist es dann also noch nötig, sich überhaupt über die „Rechtsfrage" Elsaß-Lothringen zu unterhalten? Frankreich nimmt was es kriegen ka7m! Der französische Ministerpräsident hat noch andere Sätze ausgesprochen, mit denen sich das Bölkerideal Scheideinanrrs ansei-narteersetzen müßte. „Gelrisse Personen hegten den Wahn, daß internationale Verständigungen einen Krieg verhindern könnten." Weiter: „Solche Zusammenkünfte in fremden Städten können nur ent Wahnbild des Friedens erzeugen." Die Politik der deutscheit Regierung spiegelt sich in Ribots Rede in erneut besondere!t Lichte, denn der Franzose erklärte in Bezug mtf den Drang nach Stockholm: „Andererseits können wir nicht die Auffassung entstehen lassen, als ob die Regierung, die die Nation vertritt, die Leitung der Politik und des Krieges ihren Händen entgleiten lasse." Das ist 'die Demokratie Frankreichs! Man kann daran das Zukunsts- ideal Mbots ertnessen, das er in folgende Worte kleidete: „Morgen muß sich ein Friedensbund bilden im Namen des demokratischen Geistes, den Frankreich die Ehre hatte, in die Welt einzuführen. Die Nationen, die heute in Waffen stehen, werden morgen eine Gesellschaft von Nationen bilden. Das ist die Zukunft der Menschheit oder man müßte an ihrer Zukunft verzweifeln. Wilson sagte, daß er in diesent Punkte mit uns sei."
Ist mit diesen Politikern noch lange zu verhandeln? Wo ist in solchen ftltsaty gemischten Reden noch ein Ruheplätzchen für ehrliche Pazifisten, von denen neulich die Zuschrift an die „Köln. Ztg." sprach, die wir wiedergegeben haben'?! Die edle Pose Rrbots, mit der er von der Ehre Frankreichs sprach, das den hochgclobten demokratischen Geist in die Welt eingeführt habe, wird den Ehrgeiz des Präsidenten Wilson vielleicht ein wenig ärgern. 'Er wird aber für uns der alte bleiben. Der Ton, den die Entente anschlägt, ist noch immer mindestens ebenso ungewöhnlich wie derjenige der Republik Haiti, die ebenfalls Bürgschaften von Deutschland verlangte. Folgerichtig müßten wir also allen weiteren Erörterungen mit dem edlen Bunde den Laufpaß geben. Begreiflich und zeitgemäß erscheint uns dagegen die neueste Meldung, daß bei deit russischen Radikalen sich allmählich eine Mehrheit bilde, die den Frieden ans einem kürzeren Wege suchen tvill als über Washington, London und Paris.
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 7. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Italien i scher Kriegsschauplatz.
Am I s o n z o setzte der Feind gestern seine Versuche, die am 4. Juni ihm entrissenen Stellungen um j^eii Preis zurückzuerobern, mit größter Zähigkeit fort. Das Schlachtfeld von Jamiano war abermals die Stätte heftigsten Ringens. Die Italiener unterlagen. Ihre Massenangriffe brachen überall unter schweren Verlusten zusammen. Es blieben neuerlich dreißig Offizier und fünfhundert Mann in unserer Hand, so daß die Gesamtzahl der seit dent 12. Mai ein- gebrachten Gefangenen die Summe von 27 000 Mann übersteigt.
Im Gail-Tal wurde am 5. Juni ein italienischer Doppeldecker abgeschossen. Die beiden Insassen gerieten nnver- wnndet in Gefangenschaft.
An demselben Tage stießen unsere Sturmtrupps im Dreizinnengebret erfolgreich in die feindlichen Stellungen vor. Gestern lebhafteres italienisches Geschützfeuer im Su- ganer-Tale und ans der Hochfläche der Siebengemeinden.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Im Raume südöstlich von Berat trieben unsere Siche- rnngstruppen feindliche Abteilungen in das Osun-Tal zurück.
Der Chef des Gencralstabs.
Der Msfttnmnng ging eine Rede Ribots voraus, d wkwrögltch noch dünkelhafter klang als seine Ausführung 1? Kammer. Was unter den „Bürgschaft n"zu ve W. n ist, tue nt dem Senatsbeschluß erwähnt werden, Rtbot recht deutlich. Es gehl aus seiner Rede u ^oetfelhast hervor, daß Frankreich überhaupt keine gro ^ust hat, die „verführerische" Formel: „Friede ohne A nexronen ernsthaft zu erörtern. Mp die französisch! ^eeresgewalttgen nttd Kätnpset: an dert Fronten uns „Ba bareit überhaupt nicht als Menschen behandeln wolle rudern ste nichts Unsittliches und Rechtswidriges dariit e blrcken, unsere wehrlosen Gefangenen hinzumord eit, so bam wch die P o l 1 1 1 f c r Frankreichs in der Friedensffa ^chmutrg tue Wthonschen Theorien aus, die den „demi Grtedenvbnnd' liebevioll umspinnen, wob Dentjchland rn die Ecke geschoben wird, wo es unschädlich t Mbot jagte rn der Senatsrede wörtlich: „Werden wir f
Die neue Schlacht in Flandern.
Berlin, 7. Juni. (WTB.) Nachdem die Frühjahrs-Osstn- sive der Engländer und Franzosen, die die Durchbrechung und Anf- rollnng der deutschen Westfront zum Ziele hatte, vollkommen scheiterte und sich verblutete, haben die Gnqländsr am 7. Jjuni eme neue O f fen siv e i n % ländern begonnen. Bereits vor Mitte Mai steigerte sich die Feuertätigkeit im Wvtschaete- Bogen, mo südlich des Yveru-Kanäls die deutschen StellungÄt halbkreissönnig in rveitem Bogen in die feindliche!: Linien vor- [priitgeit Nach einer kurzen Feuertätigkeit vom 16. bis 2t. Mai sttztc die systematische englische Feuervorbereituna cm 22. Mai pausenlos ein, um sich vom t. Juni au zu außerordentlicher Heftigkeit zn steigern, die art verschiedenen Tagen bereits den Charakter von Trommelfeuer ttug. .Häufige Erkundimgsvorstoße des Feürdes bestätigten die Angriffsabsichl. Bereits am Llbend des 5. Juni wurden mehrere starke nächtliche Pattouillenvofftöße zurückge- wiesen und da und dort eingedrungene Englmrder im Nahkamp-f getroffen. Vergeblich brachten die Engländer Flamnrewoerfer zur Anwendung, von denen ihnen einer abgcnommen wurde. ?lm gli
chen Abend wurde eine von etwa zwei Kompagnien mrternvmmerE geivaltsame Erkundung gegen unsere Stellungen südlich be£' Bouve-Baches verlustreich zurüc^ewiesen. Am stützen Morgen des 6. Juni stießen südlich Messines zwei englische Patrouillen vor, die ebenfalls verjagt wurderr Am Vornrittag des 6. Juni lag nur zeitweise starkes Feuer aus der Angffffsfront und aus dem Hintergelände, .wo die englischen Granate^r die belgischen Orte Werneton, La Basse-Ville und besonders Menin stark Mitnahmen. Ant Nach- inittag ging das Feuer zum stärksten Trourmelseuer über, und die ganze Nacht zum 7. hindurch tobte ununterbrochen der schweffte Ar- tilleffekampf. Zahlreiche feindliche Patrouillen wurden abgewiesen uitd Gefangene eingebracht. Um 4 Uhr morgens ließen die Engländer mi mehreren Punkten Minen aarfstiegen. Diesen Sprengungen folgte eine Feuenvelle von allergrößter Gewalt und ir«! 5 Uhr morgens gingen die englischen Sturmtruppen auf der gaw zen Front des Wytschaete-BogenS zum Eingriff vor. Die Jirfan- teri eich lacht tobt in dem größtenteils flachen, teilweise sumpfigen, von .Hecteil und klebten Wäldern durchzogenen Gelände hin und her. Die Artillerie- und Fliegertätigkeit ist gffteigert. Unsere Truppen schlagen sich mit alter Tapferkeit
Eine Rede deS Kaisers.
Berlin, 7. Juni. Der Kaiser hat, wie die „Krenz- zeitnng" meldet, Ende Mai bei einer Besichtigung des bran- denburgischen Infanterie-Regiments v. Alvensieben Nr. 52 eine Ansprache gehalten, in der er u. a. erklärte: „Der Gegner sucht die Entscheidung. Das weiß ein jeder, das merkt ein jeder. Wir harren ihrer, der Entsckhekbung, mit GotteS Hilfe, der uns bisher sjog nädig beschirmt hat. Die Eittscheidnng soll ihm werden; er wird so lange seine Menschen einsetzen und eirtfetzen müssen, bis es sur ihn 'keinen Einsatz mehr gibt, bis er erschöpft die Waffen sinket: läßt. Dafür habt Ihr zu sorgen! Wann, weiß nur der da droben. Wenn der Moment einttitt, dann werdet Jht dein deutschen Volke die Stellung erworben Haben, die ihm gebührt, Der Friede wird durch Euch diktiert und vorgeschrieben werden.^
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Staatssekretär Dr. Sols über das koloniale Kriegsziel.
Leipzig, 7. Juni. (WDB.) In der Alberthalle des hiesigen Kristallpalastes veranstailtete die Abteilnrrg Leipzig der Deutschen K vl o nialgesellsch a ft eine vaterländische Feier für unseve Kolonien. Die Feier, an der Herzog Johann Albrecht Von Mecklenburg teilnahm, wurde eingeleitet durch eine Ansprache des Missionsdirektors Pros. Dr. Paul, der eine Rede von Pros. Hans Meyer über unsere koloniale Zukunft folgte. Hieraus hielt Staatssekretär Dr. Sols eine bedeutsame Rode über das englische urid deutsche koloniale Kriegs ziel, in der er sich mit der: letzten Reden der englischen Staatsmärmer Lord Cecil und Stunts auseinanders^etzte. Er führte u. a. ans:
Gegenüber alle dem, was man in England von der Zertrümmerung unserer Kolonie und unseres Welthandels letzthin sagte, will ich gleich am Anfang betonen, daß die Regierung einig ist mit dem deutschen Volk in der festesten Entschlossenheit, unsere koloniale Zukunft sicher zu stellen. Änser koloniales Programm ist klar und einfach: loir wollen unseren Kolonialbesitz wiederhaben und wollen diesen Besitz nach Möglichkfft zu einem widerstandsfähigen und witt- schastlich leistungsfähigen Gebiete ausgestalten. Gleichzeitig möchte icm daran effnnern, wie wir schon vor dem Kffege und zwar in klarer Erkenntnis der Bedeutung ffnes zusammenhängenden Kolonialbesitzes, für die Lebensjichnung des deuffchen Volkes weitgehende Vorbereitungen ttafen, um auf dem Wege iried licher Verständigung litte Vereinbarung eine unseren dffngendsten kolonialen Bedürftrissen entsprechende Ausgestaltung unseres überseeischen Besitzes zu erlangen.
Ich wende mich zunächst der Rede Cecils zu, die er am 16. im ttnrerbause gehalten hat, als er dazu aufgefordert wurde, sich zu detn Programm der russischen Regierung: „Fffede ohne Annexion" zu äußern. Dr. Sols erinnerte daran, daß Ceffl in dieser Rede nicht nur der Losrffßung Syriens, Palästinas, Arabiens und Arn.eniens von der Türkei, sotteern auch der Annexion der deutschen afrikanischen Kolonien das Wiort redete, und daß er diese Maßnahme durch die Behauptung deutscher Grausamkeiten gegen die Eingeborenen zu reckstsertigen suchte. Diese Behauptung kennzeichnete der Staatssekretär durch die Anführung der Worte Shaws: ,Jeder Engländer kommt mit entern wunderbaren Talismann zur Welt, der ihn zum Herrn der Erde macht. Wenn der Engländer etzvas will, gesteht er sich trie ein, was er will. Er wartet geduldig, bis in ihm die — Gott weiß wie — tiefe IMerzengung erwqcht, daß es seine moralische und religiöse Pflicht ist, diejenigen zn unterwerfen, die das haben, wäs er will." Dr. Sols fuhr sott: Ich habe oft mit den Gouverneuren der afffkanischetr Kolonien, auch englischen, vor dem Kffege das Thema der Erngeborenenbebandlung bffvrochnr. Es herrschte unter uns die volle Ueberernftinimung, daß die Voraussetzung für eine gesunde Cingeborenenpolitik in Afrika die Aufteckterhaltung des Solidaritätsgefühls der weißen Rasse ist! Diese Voraussetzung ist durch Englands Kffegspolitik vernichtet. Ich verfüge über Beweise, daß sich manchem englischen Gouverneur das Herz int Leibe ebenso heruntereht wie mir. als sie aus Befehl Londons die Farbigen gegen die Weißen Hetzen mußten und machtlos waren, als die englischen ÜMitärs deutsche Gefangene von Farbigen auspeitschen ließen.
Der Staatssekretär wandte sich sodann zu der Rede des briti- schen Staatnmnnes Smuts und sagte:
Er spricht in einem anderen Tone zum Feinde als Lord Cecil. Er hat nicht, wie der Blockade minister, bloß mit den Werkzeugen und Waffen des Hungers und der Verleumdung gegen Deutschland ge- kämpft,,er statte im Felde gegetr uns: aber der Imperialismus des Buren ist^womöglich noch weltumspannender als der Imperialismus des Engländers. Wenn Cäffon die Freiheit der Meere als englisches Kffegsziel fordert, so versteht er darunter lediglich die Möglichkeit für Großbritannien, die englische Seemacht in jedem Kffege imeingeschränkt zn mißbrauchen, ltnter ameffkanischer Garantie Perntancnter Sttaflesigkeft. Smuts wicteer fordert dann, die


