Nachen aber schwerer versetzt Der Rv-Hchnnmel-Dvny, der den gsnzen Stotz des Stratzenücrhnwagens m fühlen bekam J& and) ein Stück geschLeist tourbe, ist st> schwer mitgerwm ' lohten, daß, wie wir horten, in Aussicht qenumrmen ist, ihn f <ibULschckachten. Me Ladung des Oriebschen Wagens, einige Tausend Eier, eine beträchtliche Anzahl Kannen mit Oel, sowie mehrere Kisten mit Käse flogen nur so in der Luft herum. Das Oet und die Kerbvochenen Eier flössen tvie in einer siedenden Pfanne von dem Bürgersteig, wohin durch den Anprall, die teilweisen Verpackungen mit ihren: Inhalt sich entleert hatten, in den Rinnstein. Es fanden sich 'iVifh schnell praktische Frauen, die mit Tellern und Mpfen gerüstet, die tastbaren F-lüssigteiten nrrt den .herum- f liegenden Eierschalen vom Pflaster anflrahmen. Einige Nckiimer retteten die in den umliegenden Kannen znriick- gebliebenen Oelreste. Der Straßenteil Ecke Schanden- und Bahnhoffwaße, auf welchem der Zusammenstoß vor sich gegangen ist, zeigte noch heute vormittag die Spuren des Unfalles. Bürgersteig und teilweise auch die Fahrbahn machenden Eindruck, als ob-diese Straßenecke ans eine Läng« von ea. 6 Meter durch eine kräftige Oelsprengung standsicher gemacht sei. — Es ist zuzngestehen, daß an der Ecke ftckwnzenstraße und Bahnhofstraße schon wiederholt recht ZMrliche Zusammenstöße zwischen Fuhrwerken und Straßenbahn seit dem Bestehen der Straßenbahn stcllLgefnn den haben. Bei den gerichtlichen Verhandlungen ist auch wiederholt festgesrellt, daß die ganze Lage dieser Berkehrs- krciczung einer Aenderuirg bedarf, daß zum Schüße der Fuhrwerke, welch' aus der Schanzenstraße kommen, ein rchbares Signal nötig wäre, das anzeigt, wenn ein StraßeTibahnwagen oie Mündung der SchanzeustraHe in der Bahnhofstraße bei der Vorüberfahrt passiert. Es ist vor dem Schöffengericht wird auch vor der Strafkammer festgestellt, daß Fuhrleute in der Schanzeustraße das Glockenzeichen der Straßenbahn nickst zwrngeno haben hören müssen, ja daß es auch glaubhaft erscheint, wenn die Fuhrleute behaupten, sie haben ein Glockenzeichen des Hera min Hendel: Straßen- bachnvagens nicht gehört. Bisher sind bei den verschiedenen dllammenstößen von Fuhrwerk und Straßenbahn an der Sch-anzenstraße nur Zugtiere ums Leben gekonimen. Es sonnte aber and «ser gefährlichen Stelle auch ein Menschenleben vernichtet werden: um diese Möglichkeit zu verhüten, ^are eine automatisch wirkende Signaleinrichtnng, die den -erkehr an der Sch-anzenskraße regelt, sehr angebracht, -und rolche Einrichturrg gibt es und kann auch gar nicht so t'ost- .wllg sein. Zur Regelung des Verkehrs der Straßenbahn lelbsr war bei der .Kreuzung der Liebig- und Bahnhofstraße ^nc solche Signatetnrichlung angebracht.'Ein gleiches könnte c.nch an der Schanzenstraße zum Schüße der Fuhrwerke angebracht werden.
** G r a HDohna und seine Möwe hat im Lichtspiel- Bastrstfstt. 34 vollen Erfolg davongstragen. Es ist daher iwck einig« Tage Gelegenheit geboten, das übcrwMgende Sch au- Wiel, die BersenkuiNK der feindlichen Schiffe, mit an ff den z'-n kennen. Als üesondere Einlage ist von Rute ab Mia Mav die vornehme Küirftlertn, in ihren: Künstler-Dranra in 4 Alten Tic eilhonette des Teufels" der Borführ,mg beigegeben. Näheres ,'icbe
**L>chwarz-Weiß-Theater Seltersweg 81. Im Pro- §vamm von: Dienstag, 5.. bis emsMießlich Freitag, 8. Juni, wird gegeben: „Das Serum" oder „Der Dmimenabdruck", Großes Detektivschanspiel in vier Akten, in der Hauptrolle Louis Neher vom Komödienhaus Berlin als Detektiv Max Kelley; lveiter das Kriegs-ABC, zeitgemäßes Schauspiel in zwei Akten: außerdem Vas zmeiaktige Lustspiel „Lillis erste Liebe", mit Kläre Schwarz Und Emil Sonvermann in den Hauptrollen. Mit den, Naturbild „An den oberbayeristhen Sven" schließt der Spielplau.
.** Eisverkauf im städtischen Schlachthos. Der Preis für das in: städtischen Schlachthos abgegebene .Kristalleis wird bis auf weiteres wie folgt festgesetzt: für Mieter von .Kühlzellen der Zentner 1,20 Mark, für andere Abnehmer der Zentner
I, 50 Mark.
** .Heu gras-Berste i gern n g e n der Stadt Gießen finden in den nächsten Tage:: statt. Näheres siehe Anzeige
** Ern te f lachen crhebungvomlö. b i s 25. In n i 1917. Wir verweisen auf die Bekanntmachung im I>eutigen Kreisblatt und machen nochmals auf die Wichtigkeit der Erhebung aufmerksam, da deren Ergebnis die Grmidlage für demnächst ergehende Maßnahmen bildet.
**. Das Kreisblatt N r. 9 3 enthält Bekannt,nach,:ngen über Ernteflachenerbebu,rg in: Jahre 1917: Ammvmakdünger; Freiwillige Ablreserrmg von Hafer: Beschaffung landwirtschaftlickier Maschinen: Zurücksbellungs, Versetzungs- und Beurlaubungsgesuch-: Verpflegung der Lechpßnche.
^ Kreis Büdingen.
4? Dieb ach am Haag, 5. Juni. Für die H indenbür g- fpende gingen hier ein: 198 Eier, 48 Pfund Gerst.innebl 8 Pfund Dörrobst, 42 Pfund Hülsenfrüchte, 7 Pfund geschälte Gerste, .Haferslocken und Grieß, 2 Pfund Ziviebeln, 2 Pfund Speck und 14 Pfund.Honig.
. 4t Li n d he i m , 5. Juni. Für die Hinden bürg spende g rügen hier e:n: 325 Eier. 10 Pfund Dörrfleisch. 1 Pchnd Speck, Pfund Mest 14 Psturd Graupen, 5 Pfund Suppcnmehl, 18 Plnhd Dörrobst, 8 l / 2 Psurrd Bahmm, 1 Pfund Hafers locken,,
1 Pfune> Grieß, 28 Pfm,d (Adlohleraben, 20 Pfund Zwiebeln, 0 Pmnd Meerrettich, 28 Pfund Marmelade, 3 Pfund Zucker und
II, 20 Mark in barem Gelde.
Hessen-Nassau.
fl Ans den: Kreise Marburg, 5. Juni. Am Freitag nachmutag entstand in den Gebäulichkeiten des Landwirts Ebert im n«hen Dorfe Michellach auf u,rausgeklärte Weise ein Brand, der eine Scheune vollständig einäscherte. — In Roßdorf stürzte an demselben Tage ein siebestjährüger Knabe mit dem Stopf so unglücklich gegen sin Rad eines die Dorfstraße entlang fastende,: Wagens, daß er bald daraus verschied.
Schwrrrgericht.
th. Gießen, 4. Juni.
Heute vormittag wurde vom Landgerichtsrat Renen Hagen als Vorsitzenden die '22. Tagung des Schwurgerichts der Provinz Oberb.'sseu eröffnet. — Verhandelt -wurde gegen die bisher imbestrafte Witwe des Maklers Heinrich Teich, der 42 Jahre alten Elisabeth Deich von Lauter wegen
Kindestötung.
Die Anklage vertrat Gerichtsassessor Knauf;. Tie Verte,digung führte Rechtsanwalt Leun. Als medizinischer Sachverständiger waren Kreisarzt Medizinalrat Tr. Wal gell sowie 7 Zeugen 'zu kören. Nach den: Anklngebefchluß war die 'Angeklagte beschiildigl, ikr Anfang Nov-einber v. Js. heimlich geborenes uneheliches .Kind gleich nach der Geburt getötet und in einen Brunnen genwrfen zu l-abe::, der sich hinter ihrem Hause befindet. Nachdem die Ange
klagte anfänglich behauptet hatte, das .Kind sei tot zur Welt ge- wmme:: und von ist dann in den Brunnen geworfen, legte sie rm Laute der Voruntersuchung ein lrmsassendes Schuldbekenntnis ab, das lle aber in der Hauptverhaudlung lstute widerrief. Me Vor Handlung selbst fand wegen Gefährdung der öffentlichen Sittlichkett Hutter verschlossenen Türen statt.
Me Geschworenen bejahten die Schuldfrage ,vegen Kindestötung, bejahten aber auch das Vorliegen milderuder Umstände, stamuf der Gerichtssts auf eine Gefängnisstrafe von 2 Jasten und 6 Monaten erkannte. Me Höhe der Strafe :m,rde bei der Urteils- Verkündung damit begründet, daß die Tat nicht etwa von einer unerfahrenen Person, sondern von einer Frau begangen sch, die nicht einmal aus Not gehandelt habe. Ter Gericlstsl-of hat die von der Verurteilten verbüßte Untersuch,u,gslaft auf die erkannte Strafe nicht an gerechnet, da diese das abgelegte Geständnis ihrer Schuld in der Hauptverhandlung nicht >:n oder holt hat. Me Sitzung war erst am Nachmittag nach 4 Uhr beendet.
Mi'illcrsche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 5. Juni: 18° Reanmur.
€ct\t%' Zlad^ricbtCif,
Argentinien und Deutschland.
Berlin, 4. Juni. Von einer gutunterrichteten Stelle wird der „Boss. Ztg." geschrieben: In den hiesigen Zeitungen waren Mitte 2lpril d. I. Meldungen über einen lleber- fall auf das deutsche Konsulat und die Brandlegung der deutschen.Gesandtschaft in Buenos Aires durch eine aufrührerische Volksmenge veröffentlicht. Diese 9ücrchrichten sind uni'ichtig.^ Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der argentinischen Republik nno den, Deutschen Reiche sind unverändert geblieben.
Die russische Krise.
Genf, 4. Juni. Der in Kronstadt strrftheilde, gegen die provisorische Regierung gerichtete Ansru.hr flößt den Pariser Blättern große Beunruhiglmg ein. Mm: fürchtet eine Spaltung des Ministeriums Lwow. Nach einer Meldung des Pariser „Matin" ans Petersburg hat in Tiflis die Bewegung für die Wiestra,:frichtung b.'s Zarentums an Ausdehnung ge'wo, wen. Tic Verhaftung des Großfürsten Nikolai Nitstche-ioMch hängt damit znsa,innen, dock» scheint diese Verhaftung nicht in Tiflis selbst vorgenmniuen nwr- dn: zu sein.
Räumung Petersburgs.
Zürich, 4. Juni. Ter Mchwngsmangel in Petersburg ist 'derart groß, daß die Konferenz des Fabrikarbeitcrveroandes von Petersburg die Regierung aufgefordert l>at, die Etxrkuierung der nichtarbeitenden Bevölkerung Petersburgs in die Wege zu leiten. Wie die „Neue Züricher Zeitung" auf Grund einer Petersburger 5öa:asmcldtiug berichtet, sollen weiterst,, die arbeitslosen Ausländer ausgLwiesen werden. Auch das Militär, die Rekoiivalcszenten sowie die Kraulen und Berwmldeken sollen in andere Städte gebracht werden, damit der Reichshanptsladt nicht die Lebensmittel ausgehen.
Rußland und Japan.
R o t t e x b a m , 4. Juni. Dem „Maasöodc" zufolge teilt „Ruskoje Slowo" mit, daß vor einem Jahre ein Geheimvertrag zwischen Rußland und Japan für den Fall ab- gefchlossen worden sei, daß es zu einem Konflikt zwischen Rußland und den anderen Verbündeten töinmen sollte. In diesem Vertrag werden Japan wichtige Zugeständnisse auf Kosten der Machtstellung Englands und Amerikas ttn fernen Osten gemacht.
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Grüningen, den 3. Juni 1917.
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