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1.6.1917 Erstes Blatt
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Kettüg. \. Juni Wr

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(WM.) Großes Huuptyuartier. 31. Mai.

(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronvriu^Rupprecht.

Die lebhafte ArtilLerretätrgkeit imYpern - rmd Wyt- schaete-Bogen dauert an.

Dicht siidlüh der Scarpe wurden mehrere englische Kompagnien, die abends überraschend gegen unsere Gräben vorstießen, verlustreich abgewiesen.

Nach kurzer FeuersLeigerung erfolgten narhts auch zwi­schen Monchy uild Guemappe Angriffe der Engländer. Zn zähem dftrhkampf warfen w-estprentzischr Regimenter den mchrmals anlaufenden Feind.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Längs des Che min des Dam es erreichte der Ar- tillerirkampf wieder größere Stärke. Auf dem südlichen Aisne Nftr stürmtm nach umfangreiche:: Sprengungen west- rheinische Truppen mehrere französische Gräben und brach­ten vierzig Gefangene und einige Maschinengewelfre zurück.

Oestlich von A u b e r i v e führten Teile eines oberrheini­schen Regiments ein Erkundungs-Unbernehmen durch, bei dem fünfzig Gefangene in unsere Dana fielen.

Während der Nacht kam es auch auf dem Westufer der Mrms zu lebhafter Feuertätigkeit.

Heeresgruppe H erzog Alb recht.

Nichts Neues.

Aus dem

Oeftlichen Kriegsschauplätze hat sich die Gesamtlage nicht geändert.

Mazedo Nische Front.

Erfolgreiche Po rftldge sichle brachten deutschen und bul­garischen Strrifabteilnngen im Cernabogen und auf dem westlichen Wardar-Uftr eine Anzahl Gefangene ein.

Der Erste Generalguartiermeister Ludendorsf.

*

Der Abendbertcht.

Berlin, 31. Mai. abends. (WTB. Amtlich.) Keine größeren Kampfhandlungen.

österreichische Parlament, das irrfolge einer ängst- Vchen Politik des Grafen Stürgkh so lange, z-um Schweigen verrrrteilt worden war, darf jetzt wieder Mitarbeiten an den gvoßen, toachsenden Aufgaben der Zeit. Das ist ein Zeichen der Stärke des Staates, der, den Erwartungen der Feinde zum Dvotz, aller: Fahrnissen standgehalten hat. Akte Blicke rechten sich auf den jungen Kaffer, der die schwierigsten Aufgaben übernommen hat, die jemals auf einem Herrscher des Habsburgerreiches gelastet haben. Deren nock) sind die Sonderwünsche der verschiedener Völkerschaften, die unter seinem Szepter stehen, nicht verstummt. Im neueröffrreten Abgeordnetenhaus habeir fast alte Parteien ihre Ansprüche, Bedingungen und Verwahrungen vorgebracht. Die Tschechen verlangen die Umgestaltung der Monarchie iu einer: Bun­desstaat gleichberechtigter nationaler Staaten, wobei die schweren Schatten der Zerklüftung in Böhmen wieder grell hervortreteu; ein neuersüdslawischer Klub" fordert die Bereinigung aller von Slowerren, Kroaten und Serben be­wohnter: Gebiete zu eineru selbständigen demokratischen Staatskörper; die deutschen Verbände dagegen protestier­ten gegen die Ansprüche der Tschechen und Slawen und be­stehen ans dem Rechte der nationalen Selbstverwialtung in Böhmen. So vielgestaltig diese Tendenzen sind, bei der Ausirahnre der Thronrede des Kaisers im Reichsvat trat doch dies eine wenigstens klar hervor: alle Völkerschaften und HLrrteien halten fest urrd treu zum Throne der Habsburger. Insofern hatten die Agitationen und Lockungen der Feinde keinen, nicht den geringsten Erfolg. Einwandfreie Berichte erkläre':, das; die Thronrede des jungen Kaisers mit höchster Be-geisterrnrg auf allen Seiterr des Parlarnents ausgenom­men wo-rder'r ist.

Welches ist der Inhalt dieser denkwürdigen Kund­gebung? Kaiser .Kart ist mit einerrr Tropfen denrokratischen Oels gesalbt, das seine Quelle in der neuen, alles bewegen­den Zeit hat. Er bewies es, indein er den Grafen Tisza ent­ließ, der einem demokratischen Wahlrecht sich entgegen­stemmte. Das ungarische Parlament soll aber endlich das lang versprochene zeitgenräßere Wahlrecht erhalten. Me der Kaiser die Rolle der Parlamente in der Krieasz-eit und nach den: Kriege aufgesaßt

wissen will, das steht recht deutlich in der Thronrede. Er will ein konstitutioneller Monarch sein, der dieunantast­baren Gerechtsame eines reisen, vaterlandsliebenden und freien Volkes" sicher verankern will. Ganz besonders bedeu­tungsvoll ist die Ankündigung einer bevorstehendenAus­gestaltung der verfassungs- und verwaltungsrechtlichen Grundlagen des gesamten öffentliche:: Lebens sowohl im Staate als in den einzelnen Königreichen und Ländern, be­sonders in Böhmen". Kaiser Karl nimmt die Notwendigkeit derfreien nationalen und kulturellen Ent­wicklung gleichberechtigter Völker" in sein Pro­gramm auf und gibt damit den augedeuteten Wünschen und

Forderungen eine entgegenkommende Antwort. Die praktische Lösung der Frage wird jedoch nicht leicht sein; sie ist vorläu­fig noch nicht durchzuführen und darunr schiebt der Kaiser auch die Ablegung des eigentlichen Verfassungsgelöbnisses noch hinaus.

Uns Deutsche interessiert an der Thronrede ganz be­sonders die Stelle, wo von dem anzubahnenden Frieden die Rede ist. Mit Worten großer Milde und Weisheit betont Kaffer Karl, daß die Mittelmächte jedem Lande gegenüber, das die Absicht der Bedrohung ehrlich aufgibt, gerne bereit sind, den Streit zu begraben und den Geist der Versöhnlich­keit walten zu lassen. Freilich, wie Kaiser Wilhelm ebenfalls bekundet hat:Einstweilen wird unser Kampswille nicht er­lahmen, unser Schwert nicht stumpf werden." Wir wollen hoffen, daß diese Sätze vor allem in Rußland auf einen fruchtbaren Boden fallen werden! Den uferlosen Eroberungs­plänen der führenden Häupter der Entente gegenüber bleibt die kluge Ausnutzung der bei uns zun: Ausdruck gekommenen Friedenspolitik im Zusammenhang mit den russischen Um­wälzungen unter allen Umständen das Gegebene. Möchten wir damit auch dem Ziele eines allgemeinen, starken, uns irr jeder Weise sichernden Friedens näher rücken!

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 31. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:

Oeft! ich e r und südö stlichrr Kriegsschauplatz.

Unverändert.

tung der verfassungs- und verwaltungsreEt­lichen Grundlagen des gesamten öffentlichen Lebens, sowohl im Staate, als in den einzelnen Königreichen und Landern, insoe- sorck-ere in Böhm e n. Ich vertraue darauf, daß die Erkenntnis Ihrer ernsten Verantwortung sür die Gestaltung der Politischen Verhältnisse und der Glaube an die glückliche Zukunft des in diesem furchtbaren Kriege so herrlich erstarkten Reiches Ihnen, meine ge­ehrte Herren, die Kraft vexleihen uürd, vereint mit mir in Bälde die Vorbedingung zu sckmfsen, um im Namen der Einheit des Staa­tes unter einer verläßlichen Sicherung seiner Funktionen auch der freien nationalen und kulturellen Entwicklung der gleichberechtigten Völker Raum zu geben.

Aus diesen Erwägungen habe ich mich entschlossen, die MSgung des V e r f a s s ll n g s g e l ö b n i s s e s einem hoffentlich nicht all-- znfernen Zeitpunkte vorzubehalten, wo die FundameMe des neuen!, starken, glücklichen Oesterreich sür Generatiorren wiederum fest aus- gebaut sein werden nach innen und außer:.

Schon, heute aber erkläa-e ich, daß ich meinen teuren Völkern immerdar ein gerechter, liebevoller und gewissenhafter Herrscher sein will, im Sinne der konstitutionellen Idee, die wir als Erbe unserer Väter übernommen haben, und im Geiste jener wahren Idee, die gerade während der Stürme deS Weltkrieges in den Leistungen des gesanrten Volkes an der Fronä urw daheim die Feuerprobe wunderbar bestanden hat. Noch stehen wir in dem gewaltigsten Kriege aller Zeiten. Lassen Sie mich ans Ihrer Mitte all den Holden, die seit fast drei Jahren an unseren weitgespannten Fronten freudig ihre schwere Pflicht crffillen, an deren eiserner Standhaftig­keit eben jetzt zwischen der: Alpen und der Adria ein erneuter wüten- der Angriff des Feindes zerschellt, dankbaren Herzens meinen kaiser­licher: Gruß entbieten.

Unsere Mächtegruppe hat die blutige Kraftprobe dieses Welt- krieges nicht gesucht. Ja, mehr als dag, sie hat von den: Augenblicke an, wo dank der unvergänglichen Leistungen der verbündeten Heerc und Flotten Ehre und Bestand unserer Staaten nicht mehr ernstlick bedroht erschienen, offen und in unzweideutiger Art chce

Italienischer Kriegsschauplatz.

Am I s o n z o gestern tagsüber nur Artilleriekämpfe. In Der Nacht wurden bei San Giovanni, südöstlich von Mon- falcone, zwei italienische Vorstöße abgewiesen.

Der Chef Des Generalftabs.

Die Thronrede Kaffer Kotls.

Wien, 31. Mai. (WTB.) Bei der Herwigen feierlichen Er­öffnung des Reichsrats verlas Kaiser Karl die Thronrede, in der es heißt:

Geehrte Herren von beiden Häusern des Reichsrats!

dckrch einer von den frühen Iüngliivgsjahren bis in das hohe Greisenalter nnermüdlichierr Do^ege für das Wohl seiner Völker geweihten und vom Glmrze der edelsten Regententug-Qrden Um­strahlten Herrscherlanfbahn ist mein erhabener Vorgänger, Kaiser Franz Jiosef I. im 68. Jahve seiner Regiermrg ans den: Leben geschieden. Durch Gottes Mgung bis zuletzt mit eurer ungemirrder- ten Fülle seiner Geisteskraft begnadet und gesegnet in den Werken seines bohen Amtes, ist er dahin gegangen. In den Herzen seines Volkes und in den rmvergänglicher: Werken wird das Anoenken des Verklärten fortlebcn, der den Staat aus den engbeschränkten Verhältnissen der Vergangenheit heraus auf die Bal-nen der ver- fassungsnräßigen Entwicklung eines blühenden knlv:rellen und wirt- schaftlichen Fortsch^rittes wies. In: Innersten bewegt, gedenke ich der rührenden Zeickvn kindlicher Liebe für den in Gott ruhenden Kaiser rmd der treuen und teilnahnrsvollen Gesinnung für n:rch> und mein Hans, in denen meine geliebten Völker wetteifern, nird die mir ein wahrer Trost in jenen Tagen der Prüfung gewesen sind.

Auch Sie, geehrte Herren, haben dabei nicht gefehlt. Viele vor: Ihnen sind hierhergeeilt, um an der Bahre des allgcliebten Herrschers ilM noch einnral den Zoll der Ehrfurcht zu leisten. Herzlich danke ich Ihnen dafür.

Ter Wille des Mlmächtigen hat mich in einer schicksalsvollcn Zeit zur Lenkung des Staates berufm. Des gewaltiger: Ernstes der Aufgabe, die die Vorsehung m:s meine Sckmltevi: gelegt hat, war ich mir vor: Anbegim: an bewußt. Aber ick fühle deiff Willen rmd die Kraft in mir, in trerrer Erfüllung meirrer Herrscherpflichten nach dem Vorbilde^memes erlauchter: Vorgängers meinem yehren Amte mit Gottes Segen gerecht zr: werden.

Das Staatsintevesse soll nicht langer jener roirksamen Förde­rung entbehren, die ihm die eifrige Mitarbeit einer den Kreis ihrer Veftignisse richtig erfassenden, einsichtigen und gewissenhafter: Volksvertretung zu bieten vermag.

Ich habe Sie, geehrte 5>erren, zur Ansübmrg Ihrer ver­fassungsmäßiger: Tätigkeit berufen und heiße Sie herrte an der Schivelle Ihres Wirkens herzlich willkommen.

Im vollen Bewußffein der von meinem erlauchten Vorgärrger nbernommer:en verfassungsmäßiger: Pflichten und aus eigener tiefster Ucberzengnng will ich Ihnen erklären und feierlichst bekräf­tigen, .daß es mein unabänderlicher Vfflle ist, rueine Herrscherrechte jederOkk in einem wahrhaft konstitutionellen Geiste auszriüberr, die staatsgrnndgesetzlichen Freiheiten unverbrüchlich zu achten und den Staatsbürgern jenen Anteil an der Bildung des Staatswillens unverkürzt zu wahren, den die geltende Verfassung Vorsicht. In der treuen Mitarbeit des Volkes und seiner Vertreter erblicke ick eine verläßliche Stütze sür den Erfolg meines Wirkens. Ick meine, das Wohl des Staats, dessen glorreicher Bestand durch das feste Zusammen steh en der Bürger in den Stürmen des Weltrrieges bewahrt wurde, kann auch für die Zeiten des Friedens nicht sicherer verankert werden, als in der unantastbarcit Gerecktsame eines reifen, vaterlandsliebcicken, fteien Volkes. Ein­gedenk meiner Obliegenheit zur dlblegung des Verfassungsgelöb­nisses und festlwltend an der gleich nach meinem Mg:eruirgsantr:tt verkilndeten Msicbt, dieser Obliegcnl>eit getreulich nachzukommen, muß ich mir zu gleich die Bestimmung des Staatsgrundgesetzes gegen- wärtig halten, die die Entscheidungen im großen Augenblick des F r i e d e n s s chl u s s e s allnn in meine Hand legt. Ich bin aber auch überzeugt, daß das segensvolle AuMcken des Verfassungs- lebens nach der Unfruchtbarkeit der früheren Jnhre und der pol:tr- sclien Ausnahmevcrhälti:isse des Kriebes, abgesehen von der Lösung jener galizischen Frage, für welche mcnn erhabener Vorgänger bereits den Weg gewiesen hat, nickü inogkch fft, ohne AuSgestal-.

Fnedensbereitschast

zu erknmen gegeber:, von der festen Uebcrzeugung gebeitet, daß die richtige Friedensformel nur in einer wechselseitigen An­erkennung der ruhmvoll verteidigten Väachtliellnng zu finden ist. Das fernere Leben der Völker sollte nack) Unserer Momnnq frei bleiben von Groll jmrd Rachedurst und ans Generatümcu? hinaus der Amvendung dessen iucht bedürfen, was man das. letzte Mittel der Staaten nennt. Zu diesem hohen Menschheitsziele vermlag aber nur: solcher Abschluß des Weltkrieges zu sickftei: wie er jener FriedenssoranA enffpricht.

Das große

Nachbarvolk des Ostens

mit dem uns -einstei:s eure alte Freundschaft verband, scheint in allmählicher Besinnung ans seine wahren Ziele und Anfgal rreuestens dieser Anschauung zu uäl>eru rmd aus dunklem Drangc heraus eine Orientierung zu suchen, die die Güter der Zukunit rettet, bevor sie die sinnlose K:iegZPolitik verschlungen hat. Wir hoffen in: Interesse der Menschheit, daß dieser Prozeß der inneren Neugestaltung sich bis zu einer kraftvollen Willensbildung nach außen durchbringen wird, uno daß eine solche Klärung des öffent­lichen Geistes auch auf die anderen seindlicken Länder übergreifen wird. Wie unsere Mächtegruppe mit rmwiderstehlicher Macht sür Ehre urrd Bestand känrpst, ist und bleibt >sie jedem gegenüber, der die Absicht, sie zu bedrohen, ehrlich aufgibt, gern bereit, den Streit Au begraben, lind tver darüber hinaus !weder bessere mensch­liche Beziechrngcn anknüpsen will, der wird auf dieser Seite gewiß bereittvilliges und vom Geiste der Bersöhnl ichkei' getragenes Entgegenkommen -siirden. Einsttveilen aber wird unsei Kanrpfwille neckst erlahmen und unser Scküvert nicht stnur'pf werden. In treuer Gemeinschaft mit dem altverbündeten Deutschen Reiche Und den Br:ndesge:u>ssen, die unsere gerechte Sache in: Lause des Krieges genumnen hat, b l e i b e n w i r bereit, das gute Kriegsende, das wir gerne dem Durchbruch der Vernmrft danken möchten, nötigenfalls mit der Waffe zu er­zwingen.

"Ich beklage die wachscrcken Opfer, welche die lange Dauer des Krieges der Bevölkerung aufcrlegt. Ich beklage das Blut nreiner tapferen Soldaten, die Entbehrungen der braven Bürger und all die Mühsal urrd Bedrängnis, die um des geliebten Vaterlandes willen so heldenmütig getragen wird. Die Bemühungen meiner von einer vollbcwährten Beamtenschaft mrtcrstützten Regierung sind unablässig darauf gerichtet, die Lebenshaltung der Bevölke­rung, deren Staats treue, Genreinsinn und Tüchtigkeit meine dank­bare Anerkennung findet, zu erleichtern und durch eine zweckmäßige Organisation das Auslangen mit den Vorräten zu sichern. Gerade jetzt, ehe die treue Scholle uns allen der: Dank für die fleißige Astbeit der Dalzeimgebliebmen, die Gabe^ dieses Jahres bringt, ist die schwerste Zeit. Lassen Sie es, meine Herren, arr Ihrer von Einsicht und Erfahrung getragenen Mitarbeit nickt fehlen, um die Schwierigkeiten, die rms bis dahff: noch bevor- stehen, erfolgreich zu überwinden. Das^ Gebot des Angerlblicks heischt die volle Ansparmung aller Kräfte im Staate. Danebcm dürfen w-ir nicht versäirmen, uns für die großen Llufgar«: vorzn- ber>eite?i, die der Schoß der Zukunft birgt und vor: deren glück­licher Lösung das fernere Gedeihen des Staatswesens abhängt. Oesterreich vernrochte die ungeheueren finanziellen Anforderungen dieses Krieges aus eigenem zu erftillen. Der Erfolg der sechsten Kriegsanleihe ist der 'beste Bpweis, daß die Berechnung der Feinde, die etam von dein Niedergange unserer inneren Hilfs­mittel eine Veränderung der Kriegslage erioarten wollte, zu Fehl- schlügen venrrtcilt ist. Aber wir mußten tief in die Ersparnisse der Bolkswirffchaft hineingreifen und die Zukunft ircit sckweren Verpflichtungen belasten. Die Führung des Staatslxrushaltes soll toieder auf eine normale, gesetzliche Grundlage gestellt werden. In der allererste:: Reihe steht jedoch das hwbot, die Staatswirffchaft, welche durch die Kriegslaster: eine ernste Störung erlitt, tviedcr in geordnete Balmen zu lenkeu. Zu diesein Ziveck-e rnüssen den: Staate ausreichende Einnahmen erschlösse:: merbeu, Nwbei das Betreten neuer, von der: bisherige:: abiveicheirder Bahnen der Finanzpolitik nnvermeidlick sein wird. Eine weise intb streinw Oekonomie in: StaatShansl-alte, besvirders die Unterlassung eines jeden nicht durch sachlichst Zwecke unbedingt erheischter: Berival- tungsaufwandcs, muß die WiotxwHerstellrnrg des sinanzieNen Gleich-gervichtes erleickstenr. In diesem Mhmen des finanziell ft.u- lässigen lvird meine Regierung unter Ihrer Mitwirkung auf Gutnvachmrg der Sckätier: des Krieges bedacht sein. Mit der» Wistdeoaußrar: des Zerstörten wurde bereits bcgonn«r Ihre Für-