Ausgabe 
7.5.1917 Drittes Blatt
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Nv. IOC

Erschein, Ui± lid? mit Aufnahme des Sonntags.

Beilagen:Gießener Kamili-nblöttre" und KvdsMnU für den Urekr Gießen''.

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General-Anzeiger für

Montag, 7 . Mar 1917

Zivillmgsrundöruck und Verlagr Br ü lillcheUniversitäts-Bnch'-u.Steindrucrerel. Rt. Lange, Gießen.

rchkistlerrnng. Tefchöstrsteve und vnrckrrn:

Schutst.aßr 7. Deschäftsstelle u. B

^WVI,

^ib Deutscher Reichstag.

101 . Sitzung, Sonnabend,den 5. Mai 1917.

Am Tische des Bundesrats: Dr. Helfferich, v. Stein, ® r o e n c r, Graf Roed ern, Cisco, Solf.

Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 12 Uhr 16 Mirntteu.

die WkerpMMsttev übet Elsaß LvchringeN.

«uf der Tagesordnung stehen die Interpellationen der Sozial- öem^raten und der Elsässer über die Verhältnisse in Eliaß.Lothringen.

H-lff-rich: Der Rcichrkanzler ist be- reit d.e Jnterpcllatwneil "N Lause der nächsten zwei W och - n an einem mit dem Präsidenten zu vereinbarenden Taae zu beantworten.

n $ ie V-riage Mer den G c b ü h r e n t a r i f für den

br ,V- ] e V^ 1 JjJ- m ® cn<xl wird in dritter Lesung ohne Aussprache verabschiedet.

Sie nmflkng bcs Aeichsheeres.

Die ÄuSfprache wird fortgesetzt.

v crP T ' ^ a<19 Unseren heldenhaften Truppen,

dre bei Ar ras, an der Aisne. in der Champagne und an allen Fronten dem Ansturm der Feinde Troü bieten ist b-.rmts im Hauptaussthusse derDanIdesNeich Stags aus­gesprochen worden. Nur die sozialdemokratische ArveitSgemein- 'd.aft hat sich davon ausgeschlossen. (Hört, hört!) Mer wie ge­ring ist dieser Dank gegenüber den Taten, die draußen im Felde geschehen. Wenn man die Schlachtfelder sieht, begreift man erst, welches Unglück unsere tapferen deutschen Soldaten von unserem Vatcrlan de abgewehrt ha'ben. Dem Feinde war eS ernst mit seinen ^urchbruchSver suchen. Er hatte uferlose Pläne und Hoffnungen. Die Feinde gebärden sich immer noch, als ob. sie an den Sieg glauben. Und ein Franzos hat ja sogar gefordert, daß deutsche Männer nach einem Siege der Feinde m Sklavenarbeit für allen Schaden au flamme:: sollen. (Lachen.) solche :'cberspannten und unmenschlichen Gedanken finden wir bei unfern Feinden vielfach.

Unsere Sowaten haben draußen alle ihre Pflicht getan.' Kerns Tat soll besonders hervorgehoben werden. Aber vergcß>n wollen wir nicht das stille Heldentum der deutschen In­fanterie, die tage-, ja wochenlang im stärksten Artillerie- seuer ausgehalten hat. (Beifall.) Unseren Dank wollen wir aber zum Ausdruck bringen in einer praktischen Detätiaunq -zu­gunsten der Truppen. . Ich sah jetzt wieder die überfüllten -i r I au 5 C li^ ,sc ' ** ^ en Gängen drängten sich die Mann- 'chaflen, sie lchl'cken rm Stehen. In der ersten Klaffe aber saßen bequem Leute, dre «rm Kriege verdient haben und elegante Damen, and niemand von ihnen sagte:Soldat komm setz' du drch mal hierher!" Bei der Erörterung der Kriegs. Freie :st alle Vorsicht geboten, wenn man nicht Wasser auf die Muhle , der Kriegshetzer der feindlichen Länder bringen will. Wenn fetzt eine Truppe in Ruhe kommt, findet eine Besichtigung statt, und nervöse Vorgesetzte bereiten dann diese Besichtigung tElang tor Solche unnötigen Besichtigungen imifffn unterbleiben. Vrel mehr Klagen kommen aus der KE'mat und -war vor allem au« dem "Norden Man wirft uns Suddeutschen unsere Grobheit vor.. Wir könnensaugrob" werden, aber unsere Grobheit hat immer etwas Gemütliches. (Heiterkeit.) Viel verletzender wirkt aber die norddeutsche Grob­heit. oft nur ern kurzes schneidendes Wort.

Die Erklärung des Ministers über das Anbinden habe ich nickt ganz verstanden. Seine guten Absichten erkenne ich an/ aber :ck .ve:ß nich, ob nicht andere mächtigere Instanzen ibre Durch­führung verhindere Und daim gibt es nicht nur diszivlinlose Leute .andern auch unüberlegte Vorgesetzte, die viel zu leickt eine Di'üp- lmar.trafe verhangen. Ber einem guten Kompagnieführer gebt es überhaupt ohne Strafe. Der Kriegsminister meinte, daß Befckwerde- Ware nicht |o schlecht, gut ist es aber auch nicht. Warum soll H r Mann immer erst 24 <Äunden mit seiner Beschwerde warten.

. arum kümmert, sich :m Felde kein guter Kompagnieführer. Herr b'e Briefzensu r von den höheren Stäben nns- üben lasten. Das ist auch jo eine Sache, wenn inan einen Geiieral -m vauptauZichutz sieht dann ist er das angenehmste Wesen, aber mansien ist er fürchterlich. (Heiterkeit.)

Dringend wünschen wir eine Erhöhung der MannschaftSlöbne.

IsIlÜV 1 ? 1 ? ** et ber ^rieg kostet überhaupt viel Geld' Cs^kommt auf die Stimmung der Leute an. und da würde eine b r^!/ung der Löhne günstig wirken. Auf manchen Bahnhöfen im ^'rkauf von liberalen und sozialdemo J J i l,a r en Leitungen -Schwierigkeiten gemacht. Das ist nickt die Aufgabe eines Bahnhofskommandanten. Der Antrau, die land- r!&% ^^nen auS bei: besetzten Gebieten ber heimischen ^ar^^fi zu überweisen, erscheint bedenklich. Wir haben die .chiung, d«tz viele Wunsche n.cht erfüllt werden, selbst wenn M^^'bS^ilNister es will Der Kriegsminister ist ein machtloser !L a * ni ^f ** kommandieren, auch wenn er vielleickst schon Ksnmrandierender Geiieral gewesen ist. Wir wünschen' v'r r^fS ?Wln /^ r recht bald eine andere Stellung erhalt, daß KriezSminister verhandeln können, der Macht^d^n W deutschen Reichstage ist und der die

^fttzt'werd^ m^undd,° Kraft hat. da- dur-^nsehen, was durch-

KriegSinmister hat im Ausschuß und nnrVfcÄb'lS?" ^nbpunks zu ben LMH-mdlungen schon iXm & v I ncn 3Soc,e " auch schon Taten folssen lassen,

. ei °33 Generalkommandos Anweisungen hat ergehn cITc i t Maßnahmen zu treffen, um dem Unwesen

® e } ^N?n Füllen sollen die Vorgesetzten Stellen ? L - c r c ,. &Ur( ^cK^ IU H ntcn .. ^ nter f ll( ^ un0cn vornehmen, bei n hat sich der Kriegsminister eine per-

Zenst-r der Feldpost- durck/-n* ie ö - i?' durch die BriefüberwachungSstellen Mo V yfö-f?*? mfI)1 b ,° n bPn Vorgesetzten oder von den Stäben. I5 ZJ; borgekommen ist. daß Leiite 18 Monate oder

(Sin Be^bl ^ bc «^standen haben, wird eingegriffen.

Kantinen ' b ^^^rbllluartiermei,ters verbietet, daß in den werden Mengen von Lebensmitteln eufgokauft

S ^er . bemängelten Neberschüsse der

S ri w wirtchastet die Kantine am lösten, die den möglichst gut und möglichst billig liefert und fand- SJ ^achü Allerdings muß ein «ewisser Reserve- Irw^nt.. möd)ic ^ bemerken, daß das gestern

nSto f-n ÖOn ^ !ücücl1 Ga ^-Reserve-Regiment

mäji 60 000, sondern nur 6000 Mark Kriegsanleihe gezeichnet hat.

Der Reservefonds ist in Kriegsanleihe angelegt, weil das Geld den Mannschaften später wieder zugute kommen soll. Der (sa-affung von Soldaten Heimen steht die O-lreoste Hecresvenvaltung sehr wohlwollend gegenüber. Wer an der Front geloeien ist, weiß, was die Soldatenhcime wert sin«d.

Klagen werden bei allen solchen Millionenheeren immer kommen. Man kann ihnen aber nicht immer durch neue Ver- entgegentreten Es wird ohnehin schon über das viele Schreittverk geklagt. Der beste Weg ist den einzelnen Fällen nachzugehen und einzuschreiten. Nennen Sie uns auch fernerhin solche Einzelfalle, aber geben Sie uns Tatsacken voller Adresse des Triippenteils;^ allgemeinen Redensarten stehen wir machtws gegenüber. Diese Klagen betreffen aber imnrer nur Ausnahmesälle, von dem guten Geist der guten Trup­pen draußen geben un? doch die vielen Briefe Kenntnis. Die gestrigen AuSsühruiigen des Al>g. Schopflin könnten bei den ^.riippen dmi Eindruck erwecken, als ob die Heeresverwaltung nicht alles täte, um Ihre Wünsche zu erfüllen und Ihren Klagen zu begegnen. Ein solcher Anschein darf nicht entstehen. Die Truppen muffen hier aus meinem Munde hören, daß die Heeresverwaltung für jeden Soldaten dvaußen

.i * jtvcu ouiuflicn ocflKRcn

ein warmes Herz hat, daß wir weiter helfen, wie wir bischer getan haben. Aiich das Volk dshei'.n muß die Uebrrzengurrg ge­winnen, daß für die HeereSvcttvaltuna kt« Wort bestehen bleibt: Lieb Vaterland magst ruhig sein!" (Beifall.)

Generalarzt Schultze«: Der Wunsch, für die LaMturm- ar^te eine militärische Organisation zu schaffen, wird nächstens erflült werden. Der Kriegsminister hat bereits Schritte ein- ßclcitet, um ein Landsturm-Aerztekorps im Anschluß an das Sanitäts-Offiziers-KorpZ zu bilden. Hiermit werden die Wünsche der Aerzteschast im wesentlichen in Erfüllung gehen.

Abg. v. Bsehn (kons.): Besonderer Dank gebührt jetzt unfern Kämpfern in der Lnft, b'f daS Auge des Generalstabs sind. Die Sozialdemokratische ArbtitSgemciuschaft hat sich außerhalb des deutschen Volkes gestellt. Die kräftigen Worte, die der Ehef des Kriegsamtes in seinem Aufruf gefunden hat, kann man nur unterschreiben. Die Landwirtschaft ist jetzt der allgemeine Prügel- knabe, die an allem schuld sein soü. Die Landwirtschast hält keineswegs zurück. Denken Sie an die Hindenburg- spende, wo freiwillig und umsonst abgegeben wurde, ebenso an den Landaufenthalt der Stadtkinder. Die Städter wissen gar nicht, wie eS auf dem Lande zugeht. Man müßte ste darüber ausklären, daß wir 1S15 eine schlechte Korn­ernte und 1918 eine miserable Kartoffelernte hatten. Die Re­gierung scheut sich, auf diese Fc-tzen eiuzugehen, da sie bekennen mußte, daß ste selbst Schuld hat. Große Bestände sind zu Anfang des Krieges verquast worden. Fünf Millionen Brot­karten sind ohne rechtmäßigen Anspruch im Umlauf. Das ist ein Fehler der Organisatton.

Wir werden uns noch lange nach der Decke strecken mtrffen. Da ist Aufklärung notwendig. Dann konnte Herr Scheide- m an n ohne Widerspruch der Regierung, erklären, daß durck den Krieg nichts zu gewinnen sei. Auch hier täte Aufklärung not. Sonst kann man sich nicht wunderm, wenn die unorganisierten Masten o V Cr r- a J\ b5 £ P . r rät<,r werden. (Sehr richtig! recht«; ^adyen links.) BlSyer war dre Pflichttreue etwas Sekbstverftänd- tiches. An Stelle der festen Hand von oben und der Pflickttreue von unten ist man aber jetzt zum Kuhhandel übergegangen.

rann nicht regieren, wenn man die Zügel am Boden lchleifen laßt. (Sehr richtig! rechts.) Die'gestriae Erklärung des Generals Groener läßt mich hoffen, daß jetzt endlich m i t de r bisherigen Negierungsweise Schluß gemacht Redner wendet sich dann den Entschließungen zu. ^ 000 nicht mehr krlegsverwcndungssähige Pferde sind der Land- wlrtichaft bereits überwiesen worden, aber das reicht noch nickst, ^te Preise find zu hock. Bei den Pferdeaushebungen vermißt man ofl iede Rücksicht. Auch bereichert sich der Staat zu Unrecht. Die ausgehobenen Pferde müssen ra'cher bezahlt werden.

Llus der Landwirtschaft sollen in den nächsten Wochen .llcannjchaste,! nicht mehr cingezogen werden, bis die Früüsa.hrS- bestellung erf^Iat ist. Die Landwirtschaft braucht Maschinen. Die entwürdigende Bestrafung durch Anbinden muß abgeschasst werden. Wertere Erleichterungen für Künstler bei der Einjährig-Freiwilli- gendieirstPflicht sind nicht zweckmäßig. Zum Kriegsmtznflter und alten leinen Mitarbeitern haben wir volles Vertrauen. (Beifall.) Die sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft bat b'uen Ausschuß zur Ueberwachung der Kriegs- matz nahmen gefordert. (Heiterkeit.) Ben Aki-ba wird hier wieder rns Unrecht gesetzt. (Zuruf: Der Antrag ist ja rm AuS- lchuß ackzeiehrtt worden!) Er ist aber so interessant, daß 'ich ihn Wieder hervorgeholt habe! . (Sehr gut! rechts.) Ich hoffe, daß es no7.) lange dauern wird, bis Dr. Cohn ins Hauptquartier reist, um bei Hindenburg eine Gehirnrevision vor?u- nshEn. (Heiterkeit rechts.) Wenn unsere Soldaten wieder yeimrkehren und durchs Brentdenburger Tor ziehen, dann müssen wir ein stärkeres He.er rüsten (Sehr richtig! rechts), zum Schutze von Dhr»n und Altar und des Friedens und zum Wchke des Vaterlandes. (Verfall rechts.)

Abg. Hcld^ (n<rtl.): Der Reichstag hat einen herzlichen Gruß ?- n n ri r r ffCriC ° et- S ^ Mr ble sogialdemokratrsche ArbeitSgcmeiuscksft Ljtelt jlch fern. Im Namen meiner Fraktion kann ich erklären: Wir haben vollesPertrauen zum KrieaSminister! lBei- fall.) ^ Auch da? Volk kann Vertrauen zu ihm haben. Er ist nickt ^rvorragender Soktzat sondern auck ein hervorragender Menich Dre wecken Be,chwerdeir sind zurÜckgegangen. Unsere Wirtschaft hat für unsere Ernährung ungeahntes ge.

I i ..P ^mpft forikttiernb mit dem Leutemangel. Des- ^klb müssen die Urlau sgesuche schneller erledigt werden. Inden Garn:, o nen sind noch viel zu viel Leute, die in der Landwirt­schaft vtel wichtiger sind. Schmede und Schlostcr fehlen auf dem Lande vielfach gänzlich Außerdem fehlt es auf dem Lande cni

^^wrä£j? er IiJ a ^ r / n noch viel zu viel AutasI Die^>ivilb<h 0 rden befördern chnen unangenehme Leute mit Hilfe der Mil,tLÄ>eh-rden häufig in die Schützengraben. Slls das ssst- gesteSt wird, muß die v.rgesetztc Behörde schonungslos gegen die schuldigen vorgel-en. In einem mir bekannten Fall ist d«4 einem n C1l ?! e!r! Knicker nicht geschehen; der Kriegs minister hat allerdings sofort eingegrifsen und die Entlastung deS Betroffenen verfugt. Tie Kr i e g s z e f a n z e n e n werden «ruf dem Lande viel- sach zu gut behandelt, namentlich wenn man bedenkt, wie es Gefangenen in Frankreich geht. Hier helfen nur Represtalren. An den hoch;ten Stellen will man das Beste, das M t auch für die Ernährung; das muß aber bis-zn den unteren Stellen durchdringen. Wir »erstehen nicht, daß Regimenter immer no<h die Nomenszüge von Fürsten tragen, die icht un;ere Feinde find. Im Felde versteht inan cs nicht, daß viele Perionen, die in der Heimat, in den Schneiderstuben, in den Gefangenenlagern tätig sind, dasselbe Eiserne .Kreuz erhakten

Schriftleitung: 113.

Anschrist ftir Drahtuachrichteru AnzeigerÄießen.

wie die Kämpfer. Bei den Ankäufen der HeereSverwatturrg wer­den zu hohe Provisionen geg-hlt. DaS gilt besonders von den DiehhandelSverbänden. Schneller fällten die.vsche der Fabri­kanten, der Hersleller von Muniiion, berückiichtigt wevden, wenn sie Kohlen und Arbeitskräfte fordern. Wir vertrauen dem Kriegs- minlster, daß er unsere Rüstung lückenlos und kraftvoll erhalten wird.

Major v. V!»theuhahn ettvidert auf die Wünsche bezüglich der Einziehung d^er Pferde. Die Bezahlung soll möglichst rasch erfolgen. Ohne das staatliche Einschreiten toäre eine user lose PreiSbildurrg crfslat. Die Heeresverwaltung hat eine sehr vorsichtige Preispolitik vetrieberr. Sie hat auf das WirtschaftZ. lel>en durchaus RücSsicht genomuren. Man hat über zu geringe EiitschädiZungen geklagt. Wir haben auch den Zuschlag von 60 auf 70 Prozent erhöht. Ksneessionen an einzelne würden nur e:ne nlaßlose Härte für die Maße werden. Die Pferdeprerfe im Privathandel würden so anziehen, daß der kleine'Mann über­haupt kern Pferd mehr kaufen könnte. Schukd an allem ist eben dre Pferdeknappheit. Wir haberi daher auch 40 000 ArSeits^ferde abgegeben. Es strü> mehr Pferde in die Hernrat abgegeben wor­den, als in diesem Wir.wr ar^gshsben wuvden. Auch die Preise waren verhältnismäßig billiA.

Abg. Sir (Ztr.): Auch wir bringen dem Krie^Kminifter volles Vercrauen entgegen. Dank unseren Soldaten brruchen, Dane auck den Daheimgcbliebenen, bes««ders den Frauen! .Mt den Nach- ichankommissionen sollte man dre l^rndtoirte nicht zu sehr behelligen. Der Geist bei der Truppe i-it vorzüglick. Me Leu!e gehen für ihre jCfftgicre durchs und ins Feuer! Und so soll es auch sein. Die Behandlung in den Kasernen läßt noch viel zu wmrichen übrig. Ich habe -bittere Klagen da gehört. Ein 5Rann sagte mir, er habe in der Garnison den letzten Rest von Vaterlands- liebe verloren. (Hört! Hört!) Hier mi;ffen die Kir-uchsAnieführer e-ngreisen. Die Verpflegung ist im allgemeinen gut, aber nur dort, wo die Führer sich darum kümmern. Warmm sskl man nichts mehr inS Feld sa;»icken. DaS heb: die Stinrniung, wenn die Mutter sich etwas abspart und mal ein Schinkenpacket binaurschickt. (Zurufe links: Das können nur die LandwirteI Zurufe i. Ztr.: Die Riistungrarbeiter können sich auch nicht beklagen!) Den Mann­schaften soll es «m nichts fehlen! Bei uns in Bayern behandelt man die Mannschsften im allgemeinen sehr entgegenkommend, auck bei den Urlaubsgesuchen.

li'Viysu einen ueincn jgariiomagen, von ein iiinö i\&zv, tönnte' (Heitere Zustimmung.) An den militärischen Verfügungen ist nichts vom Papicrmcmgrl zu merken. (Die Rede wiä> oft von Heiterkeit nnterbr»che7i, da der Redner ständ-ig die Anredem e i n l r e b e n Freunde" gebraucht.) Redner ^wendet sich in großer AusjU-hrlichkeit gsgen di^ Verlegung der Amberger Gewshrfabrik.

General v. Qir.en: Die Provisionen bei den Vieh- h a n d e ls v e rbä nbe n find gerade in letzter Zeit bcrab- gcsetzt worden. Der letzte Winter hat uns bei der 5bariofle!ver- sorgung einen Streich gespielt. Die Kartoffeln sind daher hier und dort nicht so eingedeckt worden, wie es nötig war. Die Ver­luste der HeeresverwEung waren trotzdem s<chr'gerikrg, weil wir überall Sachv-.'rftändig- zu gezogen hatten. Pakete ins Feld surd nicht verboten. Diese Sendungen ha'ben sogar einen gewissen ethsichen Wert, fie sind ein Bindeglied mit der Heimat. (Sehr richtig!) Uebertreibungen sind aber zu vermeiden. So hat man regelmäßig Brot nack> Rumänien geschickt, wo es nach 14 Tagen oder drei Wochen verschimmelt ankommt. Die'e? Brot sollte lieber in der Heimat bleiben. Aus den besetzten Gebieten können jetzt 6 Kilogramm-Pakete geschickt werden. Es gibt dort noch sehr vieles, allerdings für teures Geld. Wenn wir die LGuung auch täglich mrr Lm 10 Pfg. erhöhen würden, so würden ungeheure Summen heranSkounnen. Wir haben daher lieber die Famikien- unlerstützung daheim erhöht.

Schatzsekrctär Graf v. Rocdcrn: Bisher hat ber Reichstag einheitlich eine Erhöhung der Mannschaftslöhnung nicht geforder Er^ hielt arrdere Ausg-aben für dringender. fwH ftA bn

uun v i/mn 0 !- any 20 iycarr. mn 2 V e v r i c r st n n fl e n für Mannschaften sind im Monat L00 ^tillio«en Mark oder 2*A Milliarden im Jahre ausgegrben loortzen. Wir sind also nicht knau' wir die

Cumberland ist von Sa<ch:erstand:gen nicht «13 p

eme ceun uoiocgic vergangenem:: puuer). :errett.) es t)t recht viel Geld dabei verloren worden. ES stand ja auch einmal mit 14 Millionen zu Buche. Wir brauchten 600 bis 700 Zimmer mit Fernsprecher, es mußte rasch Hchandelt werben.

General v. Lanzermann: Die geltenden Desti-mmunter: Wer die Pensionen der verabschiedeten u,^d im Kriege wieder verwendeten Offiziere wresen gewiste Harten ans. Sine NovÄle wird hier Befferung schaffen. Verbessert werden auch die Barsihisten über die Mannschaftsdersorgung uich die Hinterbsierwnenversvrguna.

Bayerischer General Ritter v. Kocppcl: Die Decharcktuirg der Soldaten sist in Bayern durch^is out. Beschüverden wev-den sorg­sam geprüft. Arnberg karm sich nrcht beklagen. Es wird von der Heeresverwaltung durchaus berücksichtigt.

Ab^- NLcrtin (Dtsch. Frakt.): Wer sich der Arckeitspflicht in Hermat entzieht, hat daS Recht verloren, sich Deutscher zu nen. Der fetzige KrieaSminister ist nickt nur ein Mann

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nennen. Der fetzige Kriegöminister ist nickt nur schöner Worte. Wir sehen in ihm einen Mann der Tat. \& h^t es bei der so erfolgreichen Anwendung von Repressalien be. wiesen. Die Franzosen haben eben gemerkt, daß hier ein fester Wille borb-anden ist. Wir wünschten, daß sich aus allen Gebieten ein ebenso fester Wille gleich erfolgreich betätigen möge. (Sehr richtig! rechts.) W:r waren bisber zu sentimental in der Ge­fangenenbehandlung. Wer unseren braven Frontsoldaten die nötige Munition verweigert, ist ein Vaterlandsverräter. Es ist eine Schande und eine Schmach, daß deutsche Männer und Frauen diese Pflicht verletzt haben. fZustimmung rechtst Der Aufruf des General» Groener war eher zu milde als zu sck)arf. Die Arbeiter haben auS dem Jrttvakm heraus gehandelt, ein schneller Friede würde allem Nnglück ein Ende machen. Die Arbeiter sollten doch wissen, wie verhängnisvoll ein schlccktrr Frwde für uns sein würde, der uns unsren Feinden in die Hände liefern würde. Wir haben unbegreuzwS, uncrschütwrlicheZ Vertrauen zur Obersten Heeresleitung. (Beifall.) Den Antrag auf Ueberwachung dieser H»eresleit«:g können wir daher gar mcht ernst nehmen. (Sehr richtig!)