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21.5.1917 Zweites Blatt
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Br. fl? Zweit«

Erscheint täglich mit Ausnahme des SomuagS.

Sei lagen:Gietzener ZamMenblätter" und Lreisdlalt für Leu Ureis Sietzen".

Postscheckkonto: Zrankfvrt am Main Nr. N 686 . vanwettehr: Serverbebank Siehen.

Vlatt sb?. Jahrgang

General-Anzeiger für Gderhessen

Montag, 2 \. Mai M

ZwillingSrunddruck und Verlag: Brühl'scheUniversitäts-Buch-u.Stnndruckerei.

R. Langte, Gießen.

ZchrislleiLung, Geschäftsstelle und Vruckere!:

Schulstraße?. Geschäftsstelletl.Verlag: «Ebl, Schriftlcilttttg: 112.

Anschrift für TrahtnachrlchtenrAnzeigerGießen.

(BsäuaxxfcZvE

Uns Siabt it»d Cörefc.

Gießen, 21 . Mai 1917.

Meisch Selbstversorger.

Wir verlveis-en auf di« heutig« Bekanntmachung des Oiberbürgermeistors, ivpnach die Mgab-e von Reichsfleifchk- tiarten und WeischMatz karten <m die Teäb-Selb stverjorger, das sind diejenigen Selbstversorger, die noch Anspruch auf Reichöfleischttrrten haben, neu geregelt >oird. Diese Maß- rrahme wurde dadurch erfarderlich, daß ein Deil dieser SetbstVersorger wahrend der Dauer der Fl ei sch- son der zutage versuchte, die sämtlichen noch zustehen­den Reichssierschtzarten. in Anspruch zu nehmen. Veranlaßt wurde dies dadurch, daß >es für Versorguugsbevechtigte zurzeit 500 Gramm frisches Fleisch gibt, und vor allen Dingen much dadurch, daß der Mehrzahl der Einwohner­schaft 70 Pfg. auf das halbe Pfund des bei dein Metzger gekauften Fleisches zurzeit vergütet werden. Diese beiden Vorteile bildeten einen derartigen Anreiz, daß die Teil- Selbstversorger den Anspruch auf Reichssleischkarten in solchem Maße geltend machten, daß die Versorgung der übrigen Bevölkerung beeinträclMgt wurde. Da die Fleisch- karteu auf 4 Wochen im voraus ausgegeben werden, wurde bei der letzten Fl-eischikartenausgabe zur Abstellung dieses Mißstcmdes bestimmt, daß vorläufig bis zur Durchführung der endgültigen Regelung nicht mehr als % Karte guf den zbopf der Haushaltungssnitglieber ausgegeben werden durste. Wozwischen ist nun die neue Regelung durchgeführt. Die Zahl der jedem Teil-Selbstversorget zustehenden Reichs- fleischixrrten ist g-leichmäßig auf die ganze Dauer der noch laufenden Versorgungszeit verteilt. Die Wirkung dieser Maßregel ist die, daß nunmehr jeder Teil-Selbstversorger bei den künftigen Meischkartenausgaben nur die gleiche Anzahl Karten bekommen kann. Die Mißbräuche, die auf­getreten waren, sind damit wohl endgültig abgestellt.

Um eine Benachteiligung derjenigen Personen, die bei der letzten Karteirausgabe infolge der' vorläufigen Rege- Iinwi weniger Ueischkarterr bekommen haben, als ihnen nach der jetzigst, Regelung znstehen, zu verhindern, findet eine Ausgabe der ncuh fehlenden Karten Dienstag den 22. d. Mts. statt. Die Karten Kinnen während der üblichen Geschäftsstunden auf den Brotmarkenbezirken, die über die Anzahl der auszugebenden Karten genau informiert sind, tu Empfang genommen werden. Die Karten, die besonders abgestempelt sind, können ausnahmsweise am Dienstag den Metzgern zur Belieferung in der laufenden Woche ab­gegeben loerden. Es ist zu hoffen, daß damit für alle Teile der BeEkeruug eine Gleichmäßigkeit im Bezug von Fleisch enrtritt.

*

** MvxtlEch« Pe-rsV««Luachrichteu. Der Großher^ gD$ hat am 16. d Mts. dem forfttechnischen Assistenten beim! AwchiÄeruressuugs- und Taxatwns-Bureau. Bevtliold Walter Ar Darmstadt dem Charakter alsOberförster" verliehen.

** Vr»m Deutschen Sprachverein: Der VertretÄ: der daiHchen SprachwLffenschaft an unfcver Universität, Geh. Hofrat Prchefsor Tr. Be Hag Hel. Mt abend 8 V 2 Uhr pünktlich inr Großen Hörsaal der Universität einen Vortrag P>erHumor und Spieltriob in der deutschen Sprache." Gäste jfatb UEKmrmen.

** Der Mangel an Kleingeld veranlaßt viele Aettsende betzml Lösen von Ei senbahnfa hr kart e n ab- fichLLch größere Gelds cheiM in Zahlung Un geben, irm 1 möglichst öfet Mmgeld MrückzuerMtar. Unter diesen Umständen reicht das den Eisanbahnkafseit lArfliehende .Kleingeld eichchlreßlich des Erlöser der AatowEn bei weitem nicht aus, um den außer­ordentlich vermehrten Bedarf Au decken. Die Eisenbahn Verwaltung mutz instl-gedessen Nötigenfalls von der Bestimmung des 8 14 Ziffer Z der Eisenchahnverkehrsordnung Gebrauch machen, wonach fie verlangen iLrmr, haß ihas ,Fahrgeld abgeAählt entrichtet wird. Die Reiseirdvn werden, daher ersucht, Möglichst in allen Fällen imch stets bei Betragen bis AN einer Mark) das Fahrgeld abgö- Mlt bereit zu Mten jund zur Vermjeidmig von Verzögerungen beim FahrZartenvepgaNs nicht erst eine dahingehende Aufforderung des SchalterbeaMten abAuwarten.

*'* Dir Di«sfische Lazarett-Zeitung Nr. 4 4 brürgt in ihvnn ällgemeineat Teile das Ergebnis des 5. Preisausschreibens, Wachet auf, von Arnold Strack, Land und Leute in Mazedonien von M. Hiernanu, Jndustrioarbeiten und Kriegsziel, Wie errichte

ich mein Testament, Kleine Mitteilungen, Lazarettberatung, Scherz und Rätsel. Die Gießener Beilage bringt: Bisfings Mah-i nung für jeden deutschen Mann, Bon dm DeutsckZen in Rußland, Stellen für Kriegsbeschädigte, Vcrwundetenunterricht.

** .Hausbriefkasten. Bei dem außerordentlichen Um­fange, den der Briefoerkehr seit Jahren angenommen hat, wird die Briefbestellung besonders in den Städten immer schwieriger. Die Briefträger sind häufig nicht imstande, die Bestellung mit der WÄnschenslverten Schnelligkeit auszuführen und die Postoerwaltuug ist. meist nicht in der Lage, Abhilfe zu schaffen, weil eine Ver­mehrung der Zahl der Briefträger allein die Schwierigkeiten nicht beseitigt. Das wirksamste Mittel zur Beschleuni­gung der Briefbestellung hat das Publikum selbst in der Hand: es besteht in der Änbringung von Haus- brief Taften an den Eingängen der Wohnungen. Tenn nicht nur das Warten des Briefträgers auf das Oeffnen der Tür, das wiederholte Schellen usw. fällt überall da weg, wo ein Hausbriefkasten angebracht ist, sondern es sind auch in den Fällen, wo niemand zu Hause angetroffen wird, keine wiederholten Gänge zu machen.

Zum Vogels chutz. Die beginnende Brutzeit der Vögel gibt Veranlaffung, auf die leider so sehr verbreitete Unsitte des Nesterausnehmens hinzuweisen. Im Interesse unserer Vogelwelt und der Erziehung sollten die Eltern ihre Kinder doch vor dieseä Unsitte ernstlich warnen. Nach 8 368,11 des Strafgesetzbuches wird mit Geldstrafe bis zu 60 Mk. oder mit Haft Äs zu 14 Tagen bestraft, wer unbefugt Eier oder Junge von jagdblarem Federwild oder von Singvögeln ausnimmt. Also Rücksichtnahme aus die Sänger, die uns erfreuen und sich auch durch Vertilgung tausender schädlicher Insekten viel nützlicher machen, als man im allgemeinen anzu- nehmen geneigt ist.

Landkreis Gießen.

** Großen-Linden, 20. Mai. Der Fahrer Ludwig Schaum von hier, bei einem Artillerie-Rcg. im Mästen, wurde zUM Gefreiten befördert und mit der Hessischen Tapserkeitsmeoaille ausgezeichnet.

** Lang-Göns, 19. Mai. Der Land sturmmann Theodor PfannenschmidtSahn W"- WiMne Johann Georg Pfanucn- schmidt, 'kommandiert als Zeugfeldwebel-Stellvertreter zum Ar- tilleriedepot Köln, erhielt das He,ffs'che Uäicgsehrenzeichen.

Lang-Göns, §0. Mai. Freitag wurden durch die hiesige Sammelstelle für Hindenburgspende nach Tarmstadt 10 Kisten und 1 Eimer abgesanbt, entlzaltenb: % Kilogramm Bohnen, 4 Laib Brot, 17 1 ,2 Kilogramm Butter, 24% Kilogramm Dörrobst, 1025 Eier, 5% Kilogramm Erbsen, 20 Kilogramm Frischgemüse, Lichnitttauch und Lauch, 13/4 Kitogramvi Aevfel, 1 Tose Gemüsekonserven, 2 Kilogramm Rauchfleisch, 18% Kilo­gramm Graupen, 5% Kilogramm ,Grieß, IV 2 Kilogramm Haser- flocken, 7 Kilogramm Käse, 14Vs Kilogramm Marmelade, zwei Kilogramm Meerrettich, 17Vs Kilogramm Mehl, % Kilogramm Nudeln, 5 Kilogramm Rüben, 13% Kilogramm Sauerkraut, 73/4 Kilogramm Speck, .V 2 Kilogramm Schmalz und 3% Kilo­gramm Z^viebeln. Mit größtem Eifer und fflgeiMicher Begeisterung sammelten und verpackten die Sch'üM und SMlerinnen der 1. Schulklasse die reick>e Spende, welche Landwirt Ehr. Ren sch per Wagen zur Bahn brachte. Alle Gaben wurden ohne Bezahlung gespendet.

Kreis Büdingen.

4- Ortsnberg, 19. Rdai. Der Schretnergefelle Bruno L an z e n d 0 r f von hier, der seit l 1 /* Jahren bei einem Garden regiment im Westen steht, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Außer ihur steht Mich !noch der Vater und seinj einziger Bruder draußen.

T. Schwickartshausen, 19. Miai. Unter dem Vorsitz von Frau Pfarrer Naumann bildete sich auch hier als Mitglied des Kreisverbauds Büdingen vom iMieefräuenverein. eht Be­zirksverein, der die Gchnlernden Schlvickartshausen, Eckarts- born, Bellmuth, Bobenhcrusen, .Fauerbach, Dbcrlais, Unterlaisf und Gl.ashütteu umfaßt. Damit sirvd jetzt sämtliche Gemeinden dos' Kreises Büdingen mc 'hm ,Mieefrauenvevein Hessens angeschlossen.

Kreis Lauterbach.

0 . Glunzen^au, 19> Mai. Dem Militär-.Krankenwärter Heinrich Jost, Sohn des ^Landwirts Johannes Jost von hier, wurde das Hessische R^Uitür-SMritätskveuz aM Bande der Tapfec- keitsmiedaille für besondere Verdienste verliehen, die er sich während seiner Zugehörigkeit zu einer Aanitätsfvrmation des Feldheeres! erworben hat.

Kreis Alsfeld.

ie. Nieder-O hmen, 19. Mai. Der Landwirt Louis! Neitz von hier, Landsturmmann in eiuÄnj Jdtf.-Regt., erhielt infolge wackeren Verhaltens gelegentlich der letzten heftigen Kämpfe im Westen die Hessische Tapferkeitsmedaille. Diese Auszeichnuirg wurde bis jetzt an 25 Krieger au.s Nieder-Ohmen verliehen, wäh­rend 32 mit dem Eiserne:: Kreuz 2. Kl. ausigezeichtnet »verdeni konnten. Seit Mitte April gilt der Bahnarbeiter Wilhelm

Herr mann, Gefreiter in einem Feld-Art.-Regt., als ver­mißt. Erst kurz vor Weihnachten war er eingezogeir worden. Er ist der Sohn des Schneidermeisters Georg Herrorrann, dem bereits ein Sohn fiel: ein anderer 'befindet sich in russischer Gefangmschaft, und zwei weitere Söhne stehen noch vor dem Feinde.

.Kreis Schotten.

O Gedern, 20. Mai. Kürzlich, fand hier die Generalver­sammlung des Zweigvereins Gederu i>om V o gelsdcrger Höhenklnb statt. Der Vorsitzende, Apotheker V e e s e n m e y e r , erstattete den Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr, tvormis hervorging, daß oas Vereinsleberi sich infolge des .Krieges niclZt so gedeihlich enttvickeln konnte wie in Fricdenszciten. Mehrere Niitglieder, sowohl im Felde wie in der Heimat, haben .Kriegs- auszeickinungen erhalten. Die Rechnungsablage erfolgte durch den Rechner, Gemeindeeinnehmer Franz, und wurde gutgehcißen. Als Vertreter bei der Hauptversamnüung auf dem Hoherodskopf wurde der Bereinsrechner getoählt. Endlich, wurde beschlossen, von der Aufstellung eines Wanderplans für das neue Beremsjahr abzuselhen: kleinere Wanderungen in die Umgegend sollen jedoch von Zeit zu Zeit stattfindctr.

8 Aus dem oberen Vogelsberg, 19. Mai. Soiveit sich die Aussicht der 'Laudwirtsckmft bis jetzt beurteilen läßt, kommt alles deni Bauer nach Wunsch. Samstag nwrgeu setzte ein laumarrner Regen, ein, hielt fast den ganzen Tag cm, imd inm haben bei aufgehcitcrtem Himmel die Arbeiten wieder ihr altes Maß erreicht. Es ist geradezu erstaunlich, tvie alles 'ein schnelles Wachstum angenommen I>at, und man braucht gerade keiner von den superklugen Menscheil zu sein, bei denen man häuffg den Ausdrilck gebraucht, daß sie das Gras wachsen sehe'.:, uni dies sest- stellen zu können die Wirkung des Regens ist geradezu für jedcnuann ersichtlich. Der 30. Apiül >vac der erste Tag, an dem die Sonne mit warmen Strahlen bei nns niederblickte, die Erde fal - lwch rundum grau und verschafen aus und sckwn kaim man fetzt, ein Wimder der Natur, in einigen Tagen mit dem ersten Grasschnitt beginnen. Die Aussaat nimmt immer noch bei ange­strengtem Fleiß eine geraume Zeit in Anspruch doch wird man bei günstiger Witterung norh vor Pfingsten mit ihr zu .Ende sein können.

Kreis Frieöderg.

;= Aus der Wet 1 erau, 20. Mai. Die eben oollenoeÄ Ob st bäum blute gestattet bereits einen Ausblick auf die künf­tige Ernte. Trotz der ungewöhnlich späten Blütezeit können die Vorbedingungen für ein zum mindesten recht gutes Obstjahr als sehr günstig angesehen werden. Der überschnelle Verlauf der Blütezeit ohne jeden Frost ließ dem Ungeziefer keine Zeit zu seinem Zerstörungswerk. Dazu förderte nrilder und ausgiebiger Regen bei hohen Temperaturen und windigem Wletter abwechselnd, mit warmem Sonnenschein diedBe^ruchtung der überreichen Blütenfülle in erfreu­lichster Wüst. Die Aepfel- und Bintenbüume sind infolgedessen mit gesundem jungen Fruchtansatz geradezu übersät. Sie versprechen die höchsten Erträge. Nicht minder reich sind auch die Kirschbänme be­hängen. Besonders die Haine der Bad-Nauheimer Gegend weisen nach dem Urteil Sachverständiger eine Fülle junger Früchte ans. Nach der ausgezeichneten Ernte des Vorjahres fällt die Zlvetsckwnernte diesnml anscheinend nicht so reichlich aus, da viele Blüten ohne Fruchtansatz gMieben sind. Immerhin kann noch Mit einer recht ansehnlichen Mittcliernte gerechnet loerden. Wie ein Goldregen lodec voller Dnrchregen wirkten die starken Niederschläge der letzten Tage auf die übrige Pflanzenwelt. Tiefe Boden- und die ferrchtwarm« Lusterwärmmig gaben der Witterung geradezu krv- pisckieS Gepräge. Sichtbar sprossen in starken kräftigen Halmen Roggen und Weizen in die Höhe. Für Gerste und Hafer aber nxrr der ergiebige Regen die Sicherung einer Ernte mit höchstem Er- tvagÄvert. Und nicht minder gilt das von den Wtesengründen- den Kleeäckern und den Kartoffelkulturen. Ueberall ein hosfmmg- erwcckendes Bild, das bis zur restlosen Einbringung der Ernte nicht getrübt oder zerstört werden möge.

Starkenbnrg und Rheinhessen.

0 . Erba'ch i.O., 19. Mai. Das Hessische dRilitär-Santtäts- krenz äm Bande der Tapferkeitsmedailte erhielt der Gefr. Ludwig Riesling, Sohn des Hvfschühmachers Riesling von hier.

--- Marburg, 18. Mai. Den: jelveiligen besoldeten Bei­geordneten wurde der Amtstitelzweiter Bürgermeister" verlieheit.

Hessen-Nassau.

ül. Limburg, 20. Mai. Der 17 Jahre alte Former Walter Eourtial erkletterte gestern abend nach Llrbeitsschluß. am' Elbbach erneu der dortigen hohen Bämne, um Räbenuester auszuheben. Er stürzte dabei ab und brach das Genick. Der Tod trat aus der Stelle ein.

Fe. Ans Nassau, 18. Mai. Die Landwirte werden von der Landwirtschastskammer dringend aufgefordert, in möglichst großem Umfange Spätgemüse anzubauen. Die Kammer gibt den Landwirten für jeden Morgen Spatgemnseban zivei Zentner Thomasmehl und einen halben Zentner Kalkstickstoff ab.

Die Sorge für die Gräber unserer Tapferen.

Die UrÄerführmrg in die Heimat.

Airs vielen Erwägungen heraus muß geprüft werden, ob cs derm richtig ist, teilt die Angehörigen einen Gefallenen aus dem Verband der genieinschaftliäMN Ruhestätte auf dem Felde der Ehre heraushehen Und ihn in di« Heimat überführen wvUen. Gewiß erscheint es begreiflich, daß oie-le Angehörige den Wunsch 'haben, auf l-ermatücheuc Boden die Ruhestätte persönlich pflegen zu können. Zn blachten bleibt aber, vo denn dem Toten dort lvirNich auch die B«rck?tung der Allgemeinheit zuteil wird, die seine Treue pn Vater lande, welche er mit dem Tode besiegelt, verdient. Zu berücksichtigen ist ferner, vb wir den.Toten wirtlich chven,^ indem ivir ihn nmbetten !und in feiner Rühe stören. Auf dem FöÜ) der Dchlaaü liegt er unter den Kameraden, die gleich ihm dem Baterlaude das Beste gaben, was sie zu geben hatten, wie .im Leben so im Tode vereint mit feinem Regiment. Hier wärst ein Denkmal, das all die vielen Einzelgräber zusammen ffassend überragt, seinen Llbglanz anck» auf seim letzte Ruhe­stätte nnb erzählt den Kommenden von der heißen Schlacht, in der all« diese treuen Söhne eine.r fernen Heimat abberufen. wurden vom Heldentod. Wenn anck- nur ein ^kleiner Teil eines großen E-anzen, wirkt das Einzelgrab doch nur dort, wo es hinge hört, nur auf dem Felde der Ehre. Auch wenn es in der Heimat durch l^sondere Pflege und den Sch,muck des Eisernen Kreuzes aus dm Reu-en der Friedsnsgrälier des Fri^edlwfs hevauSgehoben wird s? daui? sich doch katmi ein Besucher der Frage entwinden, warum liegt nrch't auch dieser stille Hleld bei denen, zu denen er gehört Ctt Arbeit, bei seinen Kameraden?

Endlich ist es vielleicht angebrackst, darauf hinzmveisen, daß erinhruilgSgemäß in vielen Fällen die beträchtlichen Kosten der Ueberfuhrung besser angeweudet wären für die Erziel)?mg der hlicke-'l'Ulenen Kinder vdei' minderjährigen (Geschwister, und oaß es Mel rem, 1 w ehr im Sinne lies Gefallenen gelegen hätte, di esem! Umstande Rechnung zu tragen. Auckli der Soeniannstod hat so manch,en Braven .unserer Marine serirer Umgebung entrissen, g» ' 'and kann dessen ferblickx Ueberreste heiml-olen 'Md die stiuhc- stätte feiernüflert, und dennoch ivahren die nächsten Hinterbliebenen sein Andenken lickier ebenfalls in Liebe und Dankbarkeit^.

All diese Gedanken überkommen jeden, der jemals einer Aus­

grabung mit beigewvhnt oder eine lieberfflhrung geleitet hat; sie sollen deshalb an dieser Stelle nicht uuenvälmt bleiben.

Im Anschluß daran sei aber gleichzeitig bemerkt, daß der Oivaeber-Verw.-Offizier, wenn vielleicht infolge letztwilligen Wnnsck>es des Gefallenen oder aus Mideren Gründen doch die Aus­grabung erwünscht ist, selbstverständlA)! mit allen hierbei zu be- achchenden Formalitäten genau vertraut fern muß und die Einzeln Heiken zu überwaclien hat. Er hat zunächst, falls ein dahingehender Antrag gestellt wird, zu prüfen, ob es sich um ein Einzel- ober nur ein Massengrab handelt, und wo das Grab liegt.

Massen- oder Seuchengräber dürfen nicht geöffnet werden. Hier fehlt also jede Aussichit auf Ueberführung: Ausgrabungen in der Gesechitszonc können ebenfalls naturgemäß nicht gestattet werden.

Liegen keine Hindernisgründe vor, so reicht der Gräber^ Verw.-Offizier seine Genehmigung an das zuständige General­kommando ein, dieses .prüft alsdann die loeiter zu l>eachtendenj Bedingungen und erteilt, wenn möglich, seine Zustimmung. An­träge sind also stets an das Stellv. Generalkommando zu richten, das für den Wohnort des Gesuchsstellers zuständig ist.

Ist einer Ueberführung zugestimnrt, und hat der Verwandte oder Freund des Gefallenen die Erkenmmg der Leiche am Grabe ausgesprvchien, so nimmt ein KnegsgeryckMrat dasÄbst das' Protokoll auf, und der Graber-Verw.-Ofsizter stellt den Leichenpaß aus. Gegebenenfalls teden die Bedingungen zur Ueberff'ilwimg möglülK erleichtert. Es empfiehlt sich aber, letztere tmckichst m vertagen, sofern es sich um (Gefallene handelt, die im Feiicheslande rul-en, zumal nach Friedensschluß auf den Eisenbahnsn nur halbe Gebühren erhöben Werden. Unterbläben Ueberführungen aus Gründen, die im vorstehenden aufgefuhrt UMrden, so wrd den Angehörigen aus Wunsch eine plwtographisch' Aufnahme der Grabstätte über­mittelt. Jedem Gräber-Verlv.-Offizier wurde hierzu durch die Etappeivinspäktitou ein photographischer Apparat mit Zubehör zuge- wiesen, damit der zugeteilte Photograph den Wünschen der Di- gehörigien imd Truppenteile möglichst gevüchlt wwden kann. Natür­lich können diese Aufnahmen nicht immer Msprach machen auf künstlerisch einwandfreie Ausführung, denn einerseits erMvereu die Neglmttimstände im feindlichen Feuerbeceich häufig die Tättg- keit des Photographen, andererseits stehen auch die numgekhafben Einrichtungen im QUartter deir guten Absichten »st hinderM) im

Wege. Auf alle Fälle wird aber schon aus menschlichem Empfinden gegenüber dem Gefallenen das Bestmö< 7 lichste geboten, nnd die Hinterbliebenen können von der Gräberverwaltungsstelle. wenn das Grab überhaupt erreichbar ist, Bilder bekommen. Laut Ver­fügung des Kriegsministeriums werden bis zu sechs Bilder ge­liefert und zwar kostenlos. Ta aber in vielen Fällen schon bei Anträgen ans photographische Ausnahium von vornherein- zahlung angeboten wurde, l)at der Et?appenkommandeur die Gräberverw.-Stelle ermächttgt, freiwillige Bezahlungen enigegen- zunehnien, über den Empfang Buch zu führen und zu gutttiMr. Diese Beträge sütd dem Fonds zur Unterstützung der dcdürfttgen Hinterbliebenen zuzuffchren. Gerne wurde bisher durch 'die Empfänger der Bilder dieser Möglichkeit entsprochen, so daß schon namhafte Bettäge an die Unterstützungskaffe abgcfnhrt Wiarden konnten.

Um Zweifeln vorzubeugen, sei noch bemerkt, daß fast alle Vorteile, die die Gräber-Verw.-stellen bieten > Uebcrführungen ausgeschlossen), im gleichen ?Raße auch den Angehörigen gefallener Feinde zuteil werden können.

Tie Gräberverlv.-Stellen stehen in jüngerer Zeit auch sckz>n in ziemlich umfangreichenr Schrifüvechsel mit an fragenden Ange­hörigen, sie erleickstern auf diese Weise dem Zentralnaci.u'.eisebureau des Kriegsnimisterrums seine schwierige Tättgkeit und ivirken über­haupt segensreich im Interesse der' Allgemeinheit.

Daß mitten in diesem fürchterlichen Weltbrand die deutsclx Heeresverwaltung in dieser liebevollen, Peinlich genauen und ein- gehenden Weise für unsere tapferen Toten sorgt und dann! den Angeld eigen Beruhigung und Trost bietet, bildet wohl eines der vornehmsten Kapttel unserer .dentsckien Organisation".

Hoffen Nur, daß dieNichtbarbaren" in äl-nliMr Weise unsere gefallenen Hekden elwen. Belbe, Leutnant.

* »

mtr. Vrankfurt a.M., 19. Mm. Das Soloperffonal dos Opern- und SchMpiAhmrses wird in den Tl-vaterferien in den Jndusirreiow-ken zu Griesheim mib Höchst a. M. Vorstellungru für die kriegsbeschädigte Arbeiterschaft gehen. Das Generalkommando lMt seine Unterstützmig zugesagt, östeichuitig wolle,: unsere Künstler mich die UnNuhaltungsäbende tn den Lazaretven mit allen Kräften fördern. Ein ?lus>fth,ß hat die Bvrbervittmg Äbermmnmm.