Nr.M Swetter Blatt
Erscheml SßUch ?rrft*hs*i»ä$me- beS ®omOtr$A.
Verlagen: „Gls^eaer Kv«MenVMter" und ^RrerTblatt für tett Krti» SUetzev".
yvstschrSkvnls: gmfrtfntt ant ©Wn Lr. U696. Vankvcrkehr: KLwerdsdaak Hetzen.
A6Z. Jahrgang
General-Anzeiger für Sderheffen
Dienstag. 8. Mai I 9 \z
AwUtütgsrtardorück und Verlag: Brühl'jitze UmverfirätS-Buch- n.St?urdruckerei.
R. Lange, Dieven.
rchrffNettvag. SeschSstssteLe nnd Druckerei:
Schulstraue?, v eschäj.s,leUe m Üer.agc «-«LI, SchrtftieUuug: e=*M 112.
Airjchrlftfür Tr.htaachrlchtenrAnzeiger6)ttßen.
m. beutscher Reichstag.
Berlin, 7. Mai.
Am Bmtdesvatstiscl)c: Staatssekretär Dr. Helfferich,
.«Ä«gSminWr v' Stein. Ar-ttsr in, REanü d-S Innern ^r. Le'wald, Unterstaats','ekretar Wahnschaffe inu> Oberft Wrisderg.
'JBrÄFibent Dr. Kämpf -cröfProct btc Sitzung ttnt .1,15 Uhr.
Die zweite Lesung des Militäretats
U r m c r (Zentr.): Einer Erhöhung der MaimülsaftS-
löhne ltfirb der Reichstag gern ^cstimntar. Das Dchchwerdevecht mnf; mrSgebaut uxrden, so daß die MiMmdlunaat möglichst l!a'd ganz versch.mndett. In der Verpflegung der Trupp >n darf die SHevesveptvaltung nicht erlahmen, <bcn\o in der Fürs arge für di' KriegsbefchDigtar imb für die Hrnberblräbenen der Gefallenen. Tie Kapitqlabsinlümgen sind bereits lln Grttge, leider aber bleiben tüe Gesuche zu lange bei den Gtmeralkomntandos tmo den anderen Menststell-cn liech'!!. Der Abg. Dr. Cohn suchte bei der Dekmidung seüver F-rtedenSsehnsicckL für cm radikalen SazialiSmuS zu werbein Er dürfte aber wl.sse.ir, daß gerade die rote Internatimmle in England lmd F-rMiVrebb das große Wort führt und als Kriegshetzer anftritt. (Sehr richtig.) Grade diese Politiker wölben, leinen Frieden nmcheu, als bis mrser Volk niederg-eÄMNgen und zerschmettert ist. Auch inr rePitbl iranischen Amerika hat man nrchts getan, irrn die lHerstelltnrg und Lieferung von Waffen und Munition enrxnsMen. Sonst hätten wir den Frieden unrd der Krieg wäre schon langst fit Ende. In einem Stvoük in der Rüsbrngsindnstrie haben die christlicher Gewerkschaftetr nienrals aiffgefordart. Grenzenloses Elend ist unser Los mtd Steine erlitten wir statt Brot, »nenn. j Nftr nicht zn einem elche:wollen. Frieden golangein. (Sehr rcchttg! rtrf& imb int 3eitfeäintt.) Die Sprache unserer Getverffchafp'n über teil Krieg ist eine andere, als sie von den Vetkveict:,ltck-ten Akademikern geübt wird. Grade diese Sprache der wirklichen. Arbeiter-- schüft sichert uns einen ehrenvollen Frieden. (Beifall.
Abg. Müller-Meiningen (Fortschr. BoMp.): Nicht: mit schönen Worten, sondern durch Taten maß die deutsche Balls Vertretung dafür sorgen, daß der Soldaten auch in nächster Zint gesetzgeberisch und Vetwaltnngsttchilisch gedacht wird. Tie beabsichtigte Zurückziehung der ältesten Jahrgänge ans der vordersten Linie begrüs/eir wir. Große Klagett weichen über
die Behandlung der alten Landsturm le n te immer wieder lairt. Bei der Beförderung werden immer wieder peinliche Rücksichten genommen ans politische, religiöse und ggcll schaftlickv Dinge. Einem Ofsiziersaspirantat wurde die Beförderung verweigert, weil das betreffende Regiment dein hessischen. Adel! Vorbehalten'llwrdcn soll. (Hört! Hört!) Das EinMnig-Frer willigen-Institut muß verschwinden, das ist eine Lehre des Kneges. Bv-ckÄiu-gima für die Offtziersstellung dürfte das Ellnährtgew- zeuanis nicht fern. Auch die Stimmung mrtar den Frontsoldaten wird höchst te'yrnfttö, weil mrlft die im Feuer stehenden Soldaten ^as Eiserne Sfoatj bekommen, sondern alle Etappenoffizrere, die Koche nnd die Pferdebnrschrn. (Sehr richtig!) Don vorne kommt der DigelttÄfen, von Anten fommt der Owenssegen! An die Stelle der Elnckurckst vor dem schlichten Kratz ist die Witzelei getretxm/ ,lnd nicht nur inr Ausla-nde. .
Oberst Wrisberg: Gegen die Beförderung Kiun Om-rer spricht nicht die Tatsache, daß der Aspirant ein Gewerbetreibender ist. Er soll nur die Sicher'l-eft bieten, daß er einen sicheren Lebens- nnteAM l>at. Ein gewisser BesäAgmrgÄncrchweis ist unerläßlich und cs werden alle'möglichen Erleichterungen gewährt, Urlaub erteilt und die Examen erleichtert. Die Zurückziehung der ältesten, Jahrgänge <nts der Front erfolgt natürlich rächt bloß vorüber- ii-chend. Ein aufkläoender Erlaß Wirb folgen. Wir streben danach, KlaÄ-eft ?.n schaffen. .
Mg. Da v i d soh n (Soz.): Wir wollen die Taten des Kriegs- Ministers abwcrrtcn. Die erste Tat muß die Abschaffung des ?ln- bindens sein. Das BesckNverderecht ist völlig illusorisch. Die Dissi-- batet*, Juden, Pvlan, Dänen. Elsässer tmd Sozialdemokraten prerdai immer noch nickst als vollwertige Soldaten behandelt. Die Offiziers- und Ordensschmerzen der Freisinnigen berühren uns nicht. Wir kämpfen gegen das ganze System, bnrd) das die Inden benachteiligt werden. Das Kadettestifaus soll deutschst Dissidenten- und Iatdenkinderit verschlossen bleiben, während Sia- mesat, Japaner, Türken, Feueranbeter.^Buddhistai und Mohammedaner in Massen Mtsgebildet ltEden sind. (Dort! Hört!) Diesmal lehnen nur die neue Wistalt ab und wartar die Tabeit des Kriegs- mimsters ab.
Äbg. v. Gräfe (Vons.): Vom Kriegsminister von Stein haben wir nicht schöbe.Worte gctlwrt, sondern es waren Worte, die in einem wohltuendnr Gegensätze standen zit derum, die rvir sonst von der Vllnisterbank vorwiegend zu hören bekommen. Das Volk weiß ihm Tank dafür, daß er
die Ehre des Volkes und deS Heeres bat zu wahren verstanden. Die Truppen an der Front sollten nickst mit bureankratischm Werk überlastet werden. Dre Verleihung des Eisernen Kreuzes bedarf einer Korrektur. Wie hei den anderen, Berufen muß auch für die Offtzierslaufbahn ein gewisses wissen- schaftlicl/es Examen beibehalten werden, wie es im Einjährigen- eramcn gegeben ist. Die Behauptung, daß die Landtvirte die Ernährung der Industrie-Arbeiter erschvert hätten,.ermangelt absolut eines jedeir Berveises. Der Bauer hat auch seine Schäden. Er nnrd schließlich störrisch, wenn ihm fortgesetzt zugesetzt lvird. Bei einer guten Behandlung gibt der Bauer alles heraus, das beweist die Hindewbnrg-Spende und die Aufnahme der Stadtkinder. (Sehr gut.)
General Grüner: Irgeitd ein Sckxrrfntacher hat bei der Abfassung meines Aufrufes nickst hinter mir gestanden. Da der Abg. Davidsolm vermißt, daß ich Licht und Schatten besser verteilte, muß ich bemerken, die nächste Ernte ist noch nicht geborgen. Hoffen wir, daß dem Bauer nicht jetzt schon die Hölle überheizt ist Bon jeher habe ich — fragen Sie Dr. August Müller — gegen Me Lebcnsmittelwucberer schärfste Stellung gawmmen. Die Sache wird aber nicht eher bester werden, als bis einige dieser SchandbubeN vom Potsdamer Platz anfgel^irgt worden sirrd. (Heiterkeit.)
Oberstleutnant K ö t h: Die Verordnung auf Einziehung der Kirchengtocken muß alsbald durchgeftihrt werden. Wir worden uns zu bemühen suchen, nach dem Kriege dafür zu sorgen, daß die ttste- ntinbnt tfrre Glocken wieder bekommen. Eine gewisse. Berücksichtigung des Kiknstwertes würde wohl möglich sein,
^ Abg Mumm (Deutsche Fraklion): Angesichts der Leistungen unstrer Truppen wiegt alles leicht, was wir hier leisten. Für einen Hindenburg-'UndLudendorff-Ersatz Lohn. Hirschseld, Stadt'Ktgen und Bernstein danken wir. General Fsröner hat die Arbeiterschaft sehr wohl verstanden und sein Verständnis für die Arbeiter ist bekarrnt. Das Eiserne Kreuz ist und Lletbt der schönste Orden. Deshalb sollte man daS vor dein Feinde erworbene durch Sckwerter kennzeichnen.
Mg. Ledebour (Soz. Arb.-Gern.): Ich muß Stellimg neh- Mien gegan den (^röner-dliufrus. General Gröu-er hat sich genötigt sfrsehen, diese seine AnickJnauizerai zu rechtfertigen (der Redner wird wegen des Lltusdruckes zur Ordnung gerufen). Die Arbeiterschaft empfindet bat Aufruf als eine Beschimpfung. Dabei wird die Industrie nickst einmal voll ansgenirtzt. General Grüner sollte einmal m einer Volksversammlung auftreten, das würde sehr zur Klärung bejtragen. Der Kriegsmrnister hat nur Verachtmtg für jeden, welcher WehrlvK beschimpft, so ,)vfc 0 k es auch getan
haben, Herr Ganeval st-röwer! (Große Unruhe. Der Mdner wird abermals zur Ordnung gerufen.) Die Barlxtftung ixr Arbeiwr- depattation in der Mönchskanz-lei war ein S.istag in das Gesicht des deutschen Volkes. Die Leute, die Arbeiter durch dat Belago ruugszuslmrd zwingen wollen, trampeln aiff dem Recht herum. (Unruhe. Der Redner toird sum drittelt Male ztrr Ordnung go atfeit.) Die Spitzelamverlatargs-erlasse sind das schwerste Provo- katiionsmittel. (Zurufe wcksts.) Was ein Verräter ist, fytlwnt Sie nicht >zu allschnden, smtdent die Gerichte. «Sehr richtig! rechts.) Was aber sind wiederum diese Massaigerickstsl-öfe? (Aha! und Lachen rechts.) Me Arbeiter sind keine Arbeitssnavat. Sic kömten ihre Mbeitskraft verwerttm, wie sie fvvllen. Die mimvr noch er-» folgetrde Verschleppung l"el<!tsck)er Arbeiter gehört zu den schlimnt- sten Derstöß-at gegen das Völkerrecht. Diese Klagat sollleit ardltckf einmal aufhorat. Jedesmal, wenn fytr eure solckf-e Kritik üben, hält der Staatssekretär »ms eine Stairdpauke, wie schlecht sie im Mtslan.de ustrke. Nu^i, die Taten der Regien mg wirken itngintsng, nicht die Kritik. Jetzt formt der Frieden gesckstossen »verdat. Dantit wiirde der Hunger anfhören tmd die Berschärftmg der Knechtsaxlft durch den VelagennnMusiand. Der BelagenmgÄustand hält das Volk in Knechtschaft. (ZirstrmNnntg mff der äußersten Linken.) Me Rbehrheit der Soldaten in den Schützargrälben ivürde lieber harte als iniorgen arten Frieden olme Entschädigmtgeit und An- tcexionett lstnnehnten. (Lebhafter Widerspruch. Rufe veclsts: Koiw- men Sie erst mal 'hinaus^ Staatssäkretär Tr. Helsferich hat hier eine Kriegskfetzrede gehalten.
General Gröner: Als Ziel seilt es Trommelfeuers der BeredsanEeit hat der Abg. Lelrebour mich gcnommat. Ich bin aber vckMg uversckckkttert. Gwgar die persönlichen Angriffe ertvidere ich nichts. Sckfade uin die Mmnttion. (stftwfpr Heiterkeit.) Daß eftr Berlmer Betvieh nicht voll beschäftigt ist, ist auch mir tnitgeteckt worden. Die Sache wird geprüft foerdelt. Es kamt selbstverftänd- lich vorfonnmen, daß bei der Üb>bnraterial:atzrffulw Swckirirgeul eintretm können. Hat der Abg. Ledelwur die Arbeiter darüber aus geklärt, daß in England alle Streiks in der Mn.nrtwnsttrdtiJtrio verbotat sind, daß die dortigen Betriebe unter Kontrolle geiteltt werden, daß der Mtulitionsminrster die Arbectsbedingi:ugen fest- fhettt. daß in Liverpool Arbeiter sttrmg bestraft »oordett sind, »veil sie einige Tage gefeiert l-abat, daß in Glasgolv ein Lehrer zu drei Jahren Gesmtgnis »vegert Aiffreiznug zum Streik verurteilt »vor - bat ist. und daß von der Presst feine Verurteilt um wegen Landesverrat verlangt »vordat ist? Hat Ledebour da» Arbeitest gesagt, wie es in Frau krach stehst? Kennt der Mg. Ledebour die Flugblätter, die jetzt in Pbmgen hermnftatteM? Der Rachter verlickt eine große Reihe von Stichworttm aus den ^lugbkätteni nnd^re'cht sie hcrnm. Durch alle diese Flngblätter geht »vie ein roter Faden die .Idee, die der Mg- Lddeborn: liier vestritt. (Sehr gut! bei dw Mehrheit.) Ich habe nichts »«tätet htnzuzufüaen. Die Sache spricht für sich selbst. Ach, Sie sind wie kleine Kinder, mrsthttldSvoll und keine Sünda'.
Der Präsident Dr. Kämpf ruft den Abg. Ledebour wegen seiner letzten Bemerkung nachträglich zur Ordnung.
Staatssekretär Dr. H c l f f e r i rh: Meine Worte sind wohl all- gemellt so verstanden wordett. wie sie gesagt »vttrden. Ich verzichte darauf, harte tviedcr auf Ledcbotrcs Rede einzugehen.
Darauf wirb der Antrag auf Schluß der Gatcraldebatte an- gaujntmeit.
Der Abg. L edevo u r bemerkt persönlich: Ich lehne es ab, mich tu eine Bemerkung zn den Flugblättern einzulassem Vor den Genoial Grönerschen Spitzeln nmß nwnt sich in acht nehmen. (Rufe recksts: Fatile Ausrede.) Der Prüsll'art rügt dar Ruf. Me Ab- stintmuitg über die Resolntion erfolgt in der dritten Lesung.
Darattf vertagt sich das Haus^
Nächste Sitzung: Dienstag 3 Uhr: Tlnträge, Fortsehttng des Milttäretats nnd Petitbionar.
Schluß: 7 Uhr.
Um dem Reiche.
Elsaß-Lothringen.
Berlin. 4. Mai. Die sozialde»n okratische Fraktion hat beschlosseit, folgertde Interpolation im Reichstage einzubrinoen: „Ist dem .Herrn Reichs"anzler bekannt, das; durch Bestimmutiaen der Militärbefehlshaber in Elsaß-Lothringen a»toanernd gegen die elsaß.lothringische Verfassuna, gegcm das Schutzhastgefetz »nd gegen die Immunität der Reichstagsabgeordneten verstoßeit »vird?"
Der elsässische Abgoprdnete Hanß hat mit Unterstützung der Polen nnd Elsässer im Reichstage folgeiwe Interpellation eingebracht:
1. Genräß 8 5 des elsaß-lothringischen Verfassungsgesetzes ist der elsaß-lothringistt-e Staatshaushalt alljährlich durch Gesetz festzustellen. Ist dein Herrn Reichskanzler bekannt, daß dies für das Rechmmgsjahr 1917 nicht möglich war, weil die in Betracht kommende Kommandostelle den Zusanttnentritt des Lattdtages für Elsaß- Lothringen verboten hat?
2. Seit Erlaß des S ch u tz h a f t g e s e tz e s sind eine beträchtliche Anzahl elstlß-Iothring»scher Staatsbürger ans der Haft etrtlassen. bezw. die, über dieselben verhängte Aufenthaltsbeschränkung anfaehoben w-ordeir. Ist dem.H>errn Reichskanzler bekannt, daß die militärischen Ko»n m a n d ost e l l e n sich trotzdetn in den meisiett Fällen der Rückkehr der Betreffenden nach Elsaß-Lothringen tvidrifetzen?
3. Der Reichstag hat »viederholt bekundet, daß die Ausweisung seines Mitgliedes Leveqile aus Elsaß-Lothringen im Widerspruch zt»r Verfassung steht. Ist dorn Herrn Reichskanzler bekannt, daß trotzdenr bis heute der Ausweisu»rgs- befehl nicht ausgehoben worden ist?
Fettgkwinnung.
Berlin, 4. Mai. Mtrch eine neue Bnndesrntsver- vrdnnng ist dar Bchörden die Handhabe gecp'ben »vorden, in Vetriebat, bei daten eine größere Fettausbeute aus Mwässern zu erwartat ist, die Anbringung von F e t t a b s ch c i b e v n anzuvrdnen. Die grttvn Erfahrungen, die der Kriegsausschuß für pflanzliche und tterische Fette und -Oele mit der Fettrückgewimtunq durch Jettabscheider gemacht hat, rerhtferttgen eine solche Maßnahme. Diese bezielst sich mm auf Gastlvirtschaftat, Speffe- anstalten, Schlachchöfe, Darmschlärrloreien, Metzgeräeu, Wurst- fabriken, Konservatsabriken, Krankenhäuser, Lazarette und ähnlick>e Betriebe. Die von dat Landeszentralbehorden zn bestimmende Behörde attscl^eidet darüber, ob der Einlau änes Fettabschäders verlangt werden soll oder unter welck»en Bedinmmgat der Einbau vv»t dem Betwssenen zu dtildeit ist. Die getvonuenen Fette sind dan KTicgsatissckmß anzumeldat t»nd ans Verlangen abztiliefetn: kommt hierbä eine Vereinbartmg über den Preis »ticht zustande, so wird er (nach der Bundesratsverordmmc; vom 15. Febr. 1917)'dnrch die ^hölteve Berwaltungsbe.'brde endgültig festgesetzt. Neben der Ab- liefcrnmg des durch dat F-ettabsckZader gewomtenat Abloässerfettes bleibt die Verpflichtung iyitr Attmeldung und Abliefernng aller and?rat Llbfallsetbe gem^äß der gatanittm Bevoedruntg vom 15. Februar 1917 bestehen.
Berlin, 5. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Lokal- anfteiQCT" schreibt: Wie verlautet, besteht die Msicht, den Sip einiger kleinerer Dezirksregierungen rrach den betrefsettdeu Provinzia l ha u p t stä d ten zw verlegen und mit den dortigen Regierungsbehörden zu vereinigen. Es würde dies teils aus Erspartrisgründeu, teils zur Vereinfack>u»tg der Verwaltzuttg geschehen. Die Er- »vägungen hierüber sind aber ncxh nicht abgeschlossen, so daß cs fraglich erscheiift, ob die geplanten Verlegungeit bts zunr 1. Oktober ers-ol-, 7 en können. Erwähtrt wirrde bereits der Plan, den Sitz der schleswigsck)eit Aäegierung nach Kiel zu verlegen.
Berlin, 5. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Verfügung des preußischest Killtitsininiskers sollen ch i n e s i- s ch e lt S t u d i e r c n b c it, die ihre Studien au den Nnv versitäten und den Teckfttischeu Hochschulell sortsetzen »vollen keine Schwierigkeiten lrerettet werdet:.
Qcffcm
NotstaudSmgßualnütn für die deutsche Hotelindustrie.
Die am 17. April 1916 eing-egangate Vorstellititg bri internationalen Hotelbesitzerverellts in Köln schildert die große Notlage, in die das Hotelgewerbe infolge der dirrch den Krieg l^av-orge- ru fetten Verhältnisse — Ta vertrug der Lebensmittel und E)ebraltchs- gegeilftände, vernnnderte Gästezalft, Erhöhmtg des Zinsfußes für das lln dentschett .H»ielwcken stecvatde ztt */i hypoil-eknrisch belastete Kapchal von 1000 Millionär Mark usw. geratat sei, »veist mtf die in andecat Ländertt getroffenen Väaßnabinat Ihn und beantragt die gleick>en Erlächtertmaen. (hroßh. Regierung l-at unter dem 12. November 1916 die E'ttgabe beantwortet:
„Für den latldesgesetzttcl-en Eingriff erscheinen einzelne dieser Maßnahmen nicht geeignet, träinlich:
, Me vorgeschlagene Unterbwckmng des Lauss der Kapttaltilmmg bei TilgnttgslHpotl)e?at. Tie beatttr^' 1e Berlängencng der Frist, innerhalb der die »välyrend des Krieges gesttutdebar Hnpollteken- zitisett bei .Hotelbeiriebet! den gleichet Rang behalft »vir die Hy- potheffchuld, auf 4 Jal-re: die verlangte Slnndt»tig der rvährend des Kneifs fällig werdcndm Hypotliekenkapitaliett uttter gleich- .z-eitiger Belassnng des bestel-atdat ZinSsiches nnd ztt mtveräTtd^-rten Ml>ingunge.n bis zn 3 Iahtxm nach l>c,n .Kriege. Die Regelung dieser wirtschastlichm Mastitahnten »oird nur einheillich siir daS Reichsgebiet eintreten dürfen nnd wird sontit Au gäbe der Reickis- gestpgl-bnng senr. Ter verlangte Nachlaß der (^ewc-rbestener h-rt «nr preitssische Verhältnisse im Sinne. Nur die verlangte staalliche Mitlftlfe für alle durch dat .Krieg tkaclMNrchnr tit schwerste Bedrängnis geratenen Hotels in größeren Städkat, Ktir- und Verkehrsortar koinmt für ein landesgesctzlick/es Borgel>at in Betracht.
B.ü den Ernüttelungen, die in Hessen mt Vlätzait mit größerem Fremden »nn-kel/r an gestellt wttrdm, sind Fälle „sckpverster Bedrängnis" nicht bekannt getvvrdett. Recht schttnerig »var die Lage der Hotelindußriie in denr Ialwe 1915. Wohl unter Sem Eindruck der Geschüstsergebnisse jenes Jahres ist die EittMbc verfaßt. Vom! lansatden Jahre — 1916 — kann gesagt »verdxn, daß es eine Besserung im F-vemdcitverkehr gebracht Iyat. .In der größten Stadt des Landes steht der Verkehr in dat Gastböfat zwe-ftat Ranges! nach der Zahl der polüeiLich gemeldeten Fre»nden nur etwa tunt 25 Prozent, die Gasthöfe dritten Ranges sogar trur um'20 Prv- 3<mt gegen deu norntalat Verkehr zurück. Am schwersta» getroffen erschemat die 0>asthöfe aTsten und viertat Ranges. Bet den Gast- hößm ersten Ranges wird der Frentdenverkehc des Jahres 1916 denjenigen des Ialwes 1915 mtscheinatd überfH"ifiat. Bet den Gastl)öfat vierten Ranges ist für das lcntfatde Jahr ein weiterer Rückgang geaat das Ialw 1915 zn erlvartat. In ber volkreichsten Stadt des Landes liegt eine Gefährdung der Hotelmdusttne bis jetzt nicht vor, »veil die meisten Olasthöfe vor dem Krieg eine gesunde Grundlage besaßetr. Bezüglich des Kurverkelns des bedeutendsten hessisckien Heilbades ist ztt sagen, daß die Zahl der llltrgäfte sich im Jahre 1916 gegen 1915 gel)vben hat, daß die Besitzer von 0'asthöfen, Penfionen usw. sich aber trotzdem angesichts getigerter Betriebsnttkosten in einer üblen Lage beftnden. Hierbei fnnimt in Betrackck, daß dort schon it» Friedarszeiten die wirtsck-nftlick-en! Osrmtdlaga» der Hotelmdustrte nicht überall gesimd waren. Bezeichnend ist, daß dort schon bei Beginn des Krieges eine .Immission znsantmattrat, tmi über Notstattdsmaßtrnlmi-at zu beraten. Nicht die guta sondern die schlechte BerntögenSlage schütze gegar- wärttg den Schtrldner. I»t feiner Aettßerltttg spricht sich der Großh Bürgermeister dahin ans, daß er dal Angarblick für eine »staatliche Kredithlfe noch nicht für gekotmnat erachte: nach Beeildi- gung des .Krieges aber sei die staatliche .Kredithilfe das einzige! Mittel, unr einen größerat Znsanunettbruch zu verhüten. v>on Dom bergt."
Bei der hattigen sZeratung erklärte es ein AusschnsniNiglied für itottvatdig, die H»)potl)ekar,ckätrb-iger — meist große Banknt ntittelst Restchzgesetzes att den Milet- und Ertrags»)erlltisten, die der .Krieg dem Stande der Hanslbesitzer und dem Hotelgetverbe gebracht, teilnehnren zu lassen. Demgegatüber »vttrde darauf hutge. wiesen, daß eine ?lnzahl Hppotl>ekatbankat bereits tcnter sich vereinbart l-aben, währatd des Krieges keine Zinsstlßerhöhnngen eintretat zu lassen nsw. Im Übri-gat l?abe sich die Lage eines a> heblichat Teiles des Hotelge»verbes seit der Abfassung der Eingabe »vesaktlich gebesse-rt: es »verde »nieder inelu gerast, »vir im! ersten Ztriegsjalue. die Erhilungsbedürfttgen, suchten inelp t-eut- sche Ktir- und Badeorte mtf. Bad-Nmtlteim habe Wintert'urbettieb eingeführt mtd die Sommersrischat der Bagsttaßc seien im vorigen Jahre ztcsriedenstella»d besttchl getuesen.
Jtn Ein Vachändttis mit Großh Regierung beatrtragt der Aus- schuß: Großh Regierimg zn ersuchen, bei dein Bimdesrat reick>s. gesetzlick^' Maßnahüten zu beanlragett, itn übrigen Großh. Re. giermtg die Eingabe als Material zu übau-eisen.
Aus Stabt unv Land.
Gießen, 6. Mai 1217.
Eine Sitzung der S ta d t ve r o r d ttet en- Ver- sam ml ung ist auf Donnerstag, den 10. Mai 1917, uachnttttags 5 llhr, in das Stadthaus, Zimnter 11, aitberaumt. Auf der öffent- lick;en Tagesordnmtg steht: 1. Rechnungen der Stadtkasse mtd der städtisck)e»t Nebeukassen für 1913 und 1914. 2. Vergebttng der freien Lernmittel bei der Volküsckplle. 3. Baugesuch des Karl Ster für Dammsttaße 50. 4. Gesuch der Kanin chenzuckst vereine um Gewäh rung eines Zuschusses. 5. Gesuch des llindergarlenVereins um Bewilligung eines Zuschusses. 6. Betvilligmtg eines Zuschusses an die Gartenbankolonie Olstßen. 7. Voranschlag für das Rechnungsjahr 1917. 8. Voranschlag der Plockfckten Stistting für 1917.
** Neue Bänke im Staotwald. Unser Mitbürger Will). Rudolph, Settersweg, l-at in richtiaer Erkenntnis dessen daß in imserm vielbesuchten \mb attsgedehnten ©tobüixtfb eiT großer Rtangel att Sitzgelegenlieitat herrsckst, diesem Mißstank durch ellie hochherzige Stt'fttmg von einigen z»txrnzjg sehr beanenier irtrt) dauerhafter Waldbänke mm guten Teil abgesehen. Die Bänke hilxm att c»en verschiedatat Waldü»egen, bis ztrc 4. Schiteise, Aus- stelltmg gesmtdai, »vobei das beliebte »og. „Nizza" besonders te* dacht nnrrdc. Diese Narenmg dürfte von allat, daten der Wald eine gern atlsgesnchbe Erholungsstätte geworden ist^ ncit Freiöxm b^arüßt »verdat. Herrn sttndolph aba: sei ltzernrit für die Betäti-


