ausländischen Militärrnisfioaen in Frankreich haben Vertreter v»m Gcneralpaböchef.
Wachsende ÄriegSmüdigkeit im französischen Heere.
B erlin, 12. Maß Die Mannschaften des französischen 18. Mgerbataill-ons der 4. Division hatten in ihrem Lager o« caucöncoutt, wo sie nach ihrem ersten Einsatz im. Aprll ui Ruhe lagen, Aufschriften angebracht wie: Wir gehen nicht mehr vor! Nieder mit dem Krieg!
8. französische Jäger bataillon der 42. Division brachte ernen Zettel an, auf dem stand: Wir werden in Stellung gehen, weigern uns aber, anzugreisen. Das französische 42. Miller:eregim-ent der 4. Division brachte einen Zettel an mit der Aufschrift: Wir gehen in Fouerstellung, werden aber nicht schießen. Bei dem großen Angriff in der Champagne am 30. April murbeit Sudfranzosen gemischt mit Marokko- warn zum Angriff angesetzt, wobei allerdings unklar blieb, » < Südfranzosen die Afrikaner stützen sollten oder urn- ge^hrt. Die Kriegsmüdigkeit greift auch ins französische Offtzrerlorps über. Gefangene der 169. Division erklärten, daß Man beim Angriff die Offiziere vergeblich vorn suche. Die russischen Truppen an der Westfront.
Berlin, 12. Mai. (WTB.) Die russischen Truppen n - x . c l P wollen niclü mehr für die englisch-französischen c Während die russischen Abteilungen, die man
EP" Anfang der großen französischen Offensive zwischen die fraw- zöMchen Verbände einschob, am Briniont und nördlich davon mit gvi^ec Tapferkeit angrffstn, nwbci sie allerdings schwere Verluste er laten , erkannten die Russen nunmehr, daß man ihnen stets die wiwerlten Ausgaben zulveist und sie dem französisch-englischen ^ummollsmns opfert. Neuerliche Feststellungen ergaben, daß die rnürschen Verbände die Stellungen, die man 'ihnen zuwics, «t<jc rnu ächtig aufgaben und sich ohne viel Umstände zu rück zogen. Das französische Infanterieregiment Nr. 120, vssdie Nuffen ablösen sollte, fand den betreffenden Stellungs-- avßynttt leer und geräumt vor.
& S/Ä ^ Bes-rech«-- der
V e t e r s b u r g , 12. Mch. (WTB?' Meldung der Petersburger
Der bulgarische Bericht.
So fia, 12. Mai. (WTB) Amtlicher Bericht vom 10. Mai: edonische Frv n t: An der Tschervena Stena l)estiges Artuleneseuer. Ein feindlicher Trupp, der versuchte, vorzugehen, »Mrde durch Frmer verjagt. — Auf der Höh" 1248 nördlich von Bctvlm. begann am frühen Morgen heftiges (beschütz- und Minen- ^aS »ich bi? zum Mittag zur höchsten Erbitterung steigerte. Zu diesem Augenblick bemerkten wir in den vordersten feindlichen Gräben eine starte Zusammenzielning von Truppen, die sich vorbereiteten. Sie wurden unsererseits unter wirk- Bernichtungstencr genommen. Kurz darauf konnte der Gttgrar auf einer Front von drei Kilometern einen kräftigen An- ^M,nnternel)m-en: er wurde aber unter den schlversten Verlusten 7ür chn zurtickgeschlagen. In der Ebene von Bitolia wurde ein 'mltdjfv r.tes'etballon brennend ab ge schossen. Im Cernabogen giften nach Artillerievorbereitung von äußerster Stärke Franzosen, ^ taüen er unö Russen vormittags aus der ganzen Front an: sie Muwei! überall durch Feuer und Gegenangriffe zurückgeworfen. ^«rch neuer Artillerievorbereitung, die sehr heftig mehrere Stunden ansauert^, griff der Feind noch einmal auf einer Front von 1b Kuoincter an, auch dieser Angriff wurde zurückaewiesen.. >Nur nornirch von Makowo konnte der Gegner in vorgeschobenen Graben bis zur Tiefe von 250 Stetem eindringen. Gegen 6 Uhr abemds warfen bulgarisch^ und deutsch^ Truppen ihn durch einen kraftegen Gegenangriff aus dem Gräben zurück. (Ziegen Einbruch der Nacht versuchte der Feind von neuem, nördlich von Makowo anzugneiftn. Der Versuch scheiterte gleichfalls. Eine große Zahl tötet Femde liegt vor unserer Stellung. Bis jetzt sind zwei Offi- zreve und 260 Soldaten, darmrter 209 Italiener, 44 Franzosen und sieben Russen gefangen, zwei Vdaschinengewehre und vier SeDst^>egewe-l 7 re erbeutet worden. Während der Nacht nur stellen- weche Ge»chücheuer. Nordöstlich von Makowo vertrieben unsere Trcwven im «türm du feindlichen Truppen, die sich ivr unseren emgenlher hatten, und brachten einen Offizier und elf gottjaten als GewmgE ein. In der Gegend der Moglena nahm txx K amwf den (Tlvirolter äußerster Heftigkeit an. Bei Dobropoljc gegen Avend nach heftiger Artillerievorbereitung feinte Achen AI»teuungtM, in einen unserer Gräben cinzudringen. Aber -^ten Röorgen ilwersctts angegriffen, lvurbeir sie aus dem Graben '2£~$? nxnwn rß n .^ r Rickttung auf Kukuruz, .Kowil, Presiaw. BLV köte und Tuschin Monte versuchten feindliche Abteilungen «ch heitegem Feuer von Artillerie, Minen. Gewehren und Mlpchenengewcklwen vorzudringen; sie wurden aber durcb Feuer Messungen, sw, zurückzuztehen. Westlich des Wardar den ganzen '^ag über Geschütz fei ter, das nur auf Augenblicke lebhafter wurde 'besonders im Abschnitt südlich vom Dorfe Hnma.
An den Stellungen bei D o i r a n dauerte der Kampf mit »«erhörter Erbitterung während der ganzen Nacht zum TM«n an. Nach wiederholten vergeblichen Angriffen wäl/rend der mteart Atzten die Englän der gegen 5 Uhr morgens nach läu- .yermn Trommelfeuer einen noch heftigeren und wilderen Angriff an Nach blutigen Nahkämpfen wurden die Engländer zurückgeworfen .nab konnten sich mir auf einer Höhe innerhalb unserer Stellung vchaupteo. Aber ein kräftiger Gegenangriff von Abteilungen des 34- Jnfanterte-Regiments Trojan mit glänzender Unterstützung der 'ArErre lmeb die Engländer vollständig von dieser Höhe zurück: tetzt ist die ganze Stellung südlich von Doiran in unseren Händen Ber diesen wilden Angriffen erlitt der Feind utter hörte Verluste: Hügel von toten Engländern liegen längs unserer Stelmno und vor ihr. 2NHre,id des Tages nabm die Tätigkeit des Twwes ab Gegen mittag versuchte eine stärkere Gruppe vorzu- Atchem., wurde aber durch Feuer zerstreut. Ein feindliches Flugzeug wurde südlich von Doiran im Luftkampf abgeschossen. Längs der Belasitza Planina und am unteren Struma die gewöhnliche Ar- tiklerietätigkeit.
Im allgemeinen übertrefsen diese Kämpfe, welche gnttm und heute an der Mazedonischen Front sich abgespielt haben, durch Ausdehnung und Erbitterung alle Kämpfe, die bisher an dieser Front stattgefunden haben; oas vom Feinde mit allen Waffen, besonders mit Artillerie unterhaltene Feuer erreichte eine bisher unerhörte Heftigkeit. Die Trup- ven der bulgarischen und deutschen Infanterie verteidigten, vorzüglich tHttterftütU von Artillerie, Minenwerfern und Maschinengewehren, ihre Stellungen mit hartnäckiger AuSdancr und vorbildlicher ^aMrkeit, indem sie bnt Feind, wenn es ihm gelungen war, in
unserer Gräben einzudringen, durch hitzige Gegenangriffe, durch Nahkamps und Handgranatenkamvf zurücktrieben. Dank der unbesieglichen Zähigkeit der bulgarischen und verbündeten deutschen Truppen während dieser baiden großartigen Kamp'ta-ie wurden die .wr-eoerholten erbitterten Angriffe der Truppen des Gmerals Sirrail laeffTodyen, deren Tote unsere Schützengräben und den Raum vor de» zerschossenen Stellungen bedecken. Die Infanterie-Regimenter Mr. 34 und 4.4 zeichneten sich in diesen Kämpfen am meisten aus.
Rumäu.ische Front: Nördlich und westlich von Tukcea ,verernzeltes Gewehr- und Maschmengewe'hrfeuer, bei Jsaecea und weiter westlich vereinzeltes Geschützfeuer.
der Stellt aus dveser Krisis hervvrgehen? Das ist erne Frgge, von deren ^öjung nicht nur die Befestigung der erobewten Freiheiten, sondern auch der Ausgang des Krieges und die Geschicke des Landes abhängen. Bielherrschaft und infolgedessen Azzarchie im Lande machen sein normales Dasein schwierig. Unser armes Vaterland rampf: unter außerordentlich schwierigen Umständen des Ltrieges und mncver bisher nie gesehener Urrrtchen, und nur eine luachtvge Regierungsgewalt, die sich auf das Vertrauen der vkateon stutzt, kann das Land retten. Wir haben ^®. r ^fünft von der alten Regierung erhalten, vre. unfähig, in Friedensräten m regieren, es noch weniger Führung des Krieges vermochte. Es ist bekannt, unter welchen Umstanden unser tapferes Heer jeden Meter russischen BEus ver.ndi.gt hat, und wie es einen wirklich heldenhaften, nicht emen verzweFesten Kampf fortsetzt. Noch eine Anstrengung,
l,tTe ?*? int9 E>es ganzen Landes, und der Feind wird niedergeschlagen fern.
.. _ W aber namentlich darum, zu wissen, ob wir
drese Anstrengung machen können. Der Staatsstreich hat bei Heer Widerhall gefunden, die sich im Glauben an ihre wraly Kraft ernsttmmig der neuen Regierung an geschlossen ftch der durchweifenden Umgestaltung der bewaffneten Kräfte
r ^gegeben haben. Man hoffte einen Augenblick, daß
unsere llcrlltarmacht erneuert aus den: k^-ilsamau UmbilduTrgs- prozesz hervorgehen und eine nLce vernünftige Manneszucht das Heer, zusammeiiketten, werde. Aber das ist nicht so. Wir müssen ^Ermutig feststellen, daß unsere militärische Macht schwach geworden ist und sfch zersetzt hat, da sie von dem gleichim Uebel wie das Land betroffen wurde, namlrch von der Zweigeteiltheit der Mach:, der Bielherrsck>aft und der Anarchie. Aber dies Uebel ist bei ihr noch schärfer. Tiefes Uebel birgt eine tödliche Gefahr für den Staat inte die Nation tn J i a> (5§ Üi noch nicht zu spat, e,> zu heilen, doch darf man keinen ?lugenblrck verlieren. Tie Leute, die das Wort „Frieden an der .vront mte Krieg im Land!" unter uns warfen, betreiben dre Propaganda des Frivdens um jeden Preis und die Propaganda des Bürgerkrieges, was es mich teste. Dieses Wort muß durch ein anderes ersttckt weiteen: „Krieg an der Front und Frieden im Landesrnnern!"
Ter Minister schloß: „Bor einiger Zeit hieß es, das Vater- mnd. ser in Gefahr. Jetzt ist es noch schlimmer geworden, denn das Ä^terland steht am Rande des Abgrundes." sRufe- Lehr richtig! und langer Beifall auf allen Bänken.)
In derselben Sitzimg der Duma erlkärte der Ministerpräsident Fürst Lwow, daß die russische Revobttivn das Land durch eine Zeit großer Prüftrngen hiudurck-gehen lasse, und daß auf dem Wege mm iovuuen Glück die finsteren Gespenster der Anarchie und des ^eipolismus stärteen. Dennvck) werde das begonnene Werk nicht untergeben. Ter Prozeß der großen Nevolutvon ser noch nicht bemdet, aber jeder Tag befestige das Vertrauen auf die schöpferischen Kräfte des rusft^hen Volkes und auf die Größe seiner Zukunft.
Absepuug von Generälen.
Kristia nia. 12 Mai. (WTB.) Der militärische Mitarbeiter -A. "'^.^üenblad", Nörregard, schreibt über die russischen Verhält- npse. D^e Absetzung Rußkijs und Vrussilows bildeten ein bemerkenswertes Glied in dem Auflösungsprozeß des russischen Heeres. Von anderer Seite ist nichts über eine Absetzung Brussr- lows bekamrt.
Reue Acußerungen Miljukows.
Petersburg, 12. Mai. (WTB.) Die Petersburger Tele- gvapben-Agentur meldet: Auf Munich der Vertreter des Feldheeres, die in Petersburg tagen, gab der Minister der auswärtigen Angelegeni-erlen, M i l j u k o w, Erklärungen über gewisse Fragen der auswärtigen Politik ab. Mtejukow sagte u. a.: Es bestehen geheime Verträge und ste können nicht veröffentlicht wer- den, denn das würde eine ^Enthüllung von Geheimnissen bedeirten, die nicht nur den Interessen ider russischen Demokratie, sondern: auch denen aller Alliierten Abbruch tim könnten, da sie den Bnich .nußtands mit seinen Miierteir l)erbeiführeir könnte. Diese sind mrt Rußland vollkontmen darüber einig, daß daS Ziel des Krieges das Recht der Völker auf eine freie nationale Entwicklung ist.
* 1 onc ™ u^te Ents ch ädi gung-en betrifft, so muß die BedenLnng, die die Alliierten diesen Worten beilegen, genau festgelegt werden. So bestehen die Alliierten darauf, daß d?e- temgen, die ihr Land verwüsteten und plünderten, ihnen den Schaden^ er setzen. Die alliierten Länder freuten fick) anfangs ütev • e Jj u y l ^ c Revolution, aber damr hegten sie die Besorgnis, daß in Rußland die deutschsreundlichen SpmpatlTien die Oberhand gewinnen könnten. Außerdem flößt die Verwirrung, die bei uns in der Verpflegung herrscht, und der Vhmritionsmm^ unseren Alliierten Bemiruhignmg ein. Nach amtlichen Angaben ist die Lage nt Deutschland kritisch. Japan beabsichtigt nicht, Rußland anzugreifen. Seine Gedanken sind nach dein Orient geruhtet. Amerika bewilltgt Rußland eine sehr vorteilhafte Anleihe und schrckt uns Ingenieure, die die sibirischen Eisenbahnen einrichten und uns auf anderen technischen Gebieten Helsen werden
Tel^raphen-Agentur. Der aus führende Ausschuß des Ärberter- und Soldatenrates sprach sich mit 23 gegem
(Srtimmen ber acht Strmmrnthalrungen gegen die Teit--» nähme am Koali tion s m in i ft c rium aus. Die Frage: wrrd der Generalversammlung des 'Arbeiterrates vargelegt werden,, wo ein anderes Abstimmungsergebnis Tvahrschnnlich ist.
Petersburg, 13. Mai. (WTB. Skobelew, ein Mitglied des Bollzugsansschluss-es des Arbeiter- und Sol- daterwates, erklärte: Das amrze russische Pvoietarictt weist ^^..^utrüstung die Idee eines Sonderfriedens!
' ? e ^ er Soldat, der, um sich so anszteprücken, einen ^nderfrieden mit Deutschllurd schließt, schadet der russi- scheu ^ernokratie. Die Armee muß ein mächtiger und kcnnpF bereiter Organismus sein. Sie darf sich nicht in den Lanf- llvaden denw-bilisi-even, sondern sie muß die OstensiDe ergreifen.
Die Partei Lenins.
Stockholm. 14. Mai. (L.-A.) Am vergangenen Montag Petersburg die Bolschewicki-Partei zusammen. In das . lmtT ^ >e einstimmig Lenin mit seinen Anhän^rn gewählt. Leimi erklärte, der .Krieg dürfe nicht dadurch sein' Ende smden, «iß ent Teil seine Waffen niederlege. Der Verteidi- gungskrieg sei fortzusetzen. Rußlmids 9Racht sei völlig JürÜf 11 <§2! t rr « Proletariats, durch das sich die Regierung nur yalte. Der Klapenkampf dürfe nicht in einen Reooluteonsstt eik ausarten.
Eine außerordentliche Sitzung der Duma.
Petersburg, 12. Mai. (WTB Nichtamtlich) Meldung
Ly, IC. tuoat. (ttl> .
k r P e tcrsbur^er Telegraphen-Agentur. In der a n ß e r o r d e n t l r* 1* 1 c . r .^ l f^ cn Srtzung de r Duma lnelt der Abgeord-
Eine Rede deö französischen MunitionSminifterS in Petersburg.
Petersburg. 12. Mai. (WTB. Nichtamtl.) Meldung der Pet. Tel.-Ag.: Der französische Munitionsminister Wert Thomas
Die Revolution in Rutzlanb.
Eine Rede des russischen Kriegsministcrs.
Petersburg, 12. Mai. (WTB.) Nach einer ausführlichen Meldung der Petersburger Telearaphen-Agentur über die Rede des Krisgsministers Gutschkow in der Duma führte der Minister etwa folgendes aus:
Unglücklicherweise fvLgte auf die Freude über die Revolution ^urz danack Zweifel und Unriche. Tie einstweilige Regierung setzte deren Gründe in einer kürzlichen Erklänmg auseinander, in der sie anführte, daß die Zerstörung der alten Formen des öffentlichen Lebens infolge >r Revolution schneller von statten gehe, wie die Sck-affung neuer Formen. Besonders bedauerlich ist es, daß diese Zerstörung die polittsthe und soziale Orymüsation des Lsiwves berührt haL, b&m sich ein WiLelpuM biLen vnmte. um
Nmrde heute nachmittag von dem Vollzugsausschuß des Arbeiter und SoÜwtenvates empfangen. 9Lachdent er von dem Vorsitzenden des Ansschtisses Tschaidse berzlich begrüßt worden war. wurde Thomas aufgefvrdert. seinen Standpunkt über die gegen wärtrge Lage der Kriegspolitik und den internatio- imlen 'L-ozmIrsmus darzatlegen. In einer Rede, di enicht weniger als 2% Ständen dauerte, erklärte Thomas, was die öffentliche Rcennmg Frankreichs vom neuen Rußland erwarte. Er sagte- Fvankvetch ,var manchmal über die Hilst, die Rußland bringen tonnte, beimruhigt. Die frwtzösischm Tenwkraten hoffen, daß das neue Rußland Frankreich vorbehaltlos unterstützen wird.^ - Thomas untersuchte dann die Jrrtümer, die die französischen Sozialisten in Betreff der Gebauten der russischen Sozialisten begehen konnten und umgekehrt. Es sei notwendig, zu suchen, auf welchen Grundlagen und unter welchen Bedingungen ein gemeinsames Börthen möglich wäre. Der französische Minister tadelte die deutschen Mtehrheitssozialisten und verwarf die Stockholmer Konferenz, die öhne vorherige Ausstellung der gemeinsamen (Grundsätze einberufen worden wäre. Er ertännte aber an, daß es wünsck-enswert sei. daß dte sozialistischen Parteien aller Länder klar ihre Grundsätze formulierten. Immerhin dürfte diese Bemühung iticht die Gelegenheit zu einer neuen deutschen Intrigue gaben. Tl)omas erinnerte an die Ränken der. deutschen Sozialisten während des Kriegs. Er fuhr fort, nach Eintritt bei Vereinigten Staaten in den .Krieg und nach der russischen Rwolntion können die Sozialisten des Westens nur in eine Bejprechung der demokratischen Kriegsziele willigen, wenn sie die Gewißheit einer kräftigen Kriegführung haben. Denn die die Kriegsziele der internationalen Temokvatie iverden niemals vom prenßischm Militarismus anerkannt werden. Um die demokratischen Gedanken zu verwirklichen, muß Den t sch tan d durch die Beihil f e aller besieg t werden. Tie Ausfiihrungen wurden mit Interesse, ja sogar mit wachsender Sympathie angehört. Obwöhl mehrere der berülnten Punkte vom Ausschuß geprüft worden waren und von ihm darüber beschlossen worden war erklärte der Aus schiß, daß er am dNioutag auf die neuen Fragen Antnwrt geben werde. Eine neue Zusamnren- knnft zwisckM Thomas und dam Vollzugsausschuß wird daher am Montag stattffnden.
Vom Arbeiter- und Soldatcnrat.
Amsterdam, 12. Mai. (WTB.) „Daily Chronikte" metdet dem , Handelsblad" zufolg: cuö Petersburg, daß dm Vertreler- ausfchuß der Arbeiter und--Soldaten einstimmig beschlossen l)nt. die Initiative zur Einberufung einer internationalen sozialistischen Konferenz zu ergreistn. Die Vertcetes der sozialistischen Parteien aller Länder iverden cmfgefordert, an dev Konferenz teilMnehmeu. Die Konferenz soll m einem neutralen Lande stattfinden. Alle Regierungen sollen ersucht werden, den Vertretern eine Reisegelegenheit Kü geben. Das Hauptziel der!
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Sitzung der Duma , , _
nete Redrtschew eine Rede, in welcher er u. a. auSfükstte: Dte. Allianz der steten Völker richtet sich gegen den Druck des Jmperia-- ltsnn^ und des Militarismus. Daher nüüsstn wir ihr unentwegt: treu bierben. Man lagt uns. mau erwarte den Frieden vo« bec Temokw.tle. Niemand sehnt den Frieden mehr herber als ich, aber solange der Feind auf dem Bvden unseres Vaterlandes steht, in es dre Pflicht der Demokratie, die Pflicht eines jeden, der den! Frieden wünscht, gegen den Feind zu kämpfen, und« chr van unserem Boden zu vertreiben. Der Steg ist nöttg zur: Herstellung des inneren sozialen Friedens. Je vollständtger unser: Sieg über den Feind ist, desto größer und nachhaltraer werden die >L>iege der Demokratie, der B«ruern und Arbeiter klaffen sein. Tenn '.venn der deutsche Militarismus nicht beseitigt wird, must alle Arbeit der komrnenden.Geschlechter den Rüstungen gewidmet werden. Unsere Freunde, untere Alliierten und unsere Few.de sollen wissen, daß Rußland sich sreigemacht hat, um den Despotismus und jeden Feind unserer Grenzen wie den unserer Alliierten zu vernichten.
Ein Ausschuß zur Finanzresorm.
Bern, 14. Mai. Der „Matin" meldet aus Petersburg, bte vorläufige Regierung habe beschlossen, einen Ausschuß zur Finanz reform zu bilden, der unter dem Vorsitz von Tereschtschenko fte* hen soll.
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Vandervelde über die Stockholmer Konferenz.
.... Kristiania 13. Mai. (Privattelegr.) „Tidenstega" veröffentlicht eine Unterredung mit Bänder velde, der mrf der Dur chreffe nach Petersburg gestern hier erneu Tag verweilte. Er erklärte, die S oziali stenkonferen z in Stockholm entbehre jeder tatsächlichen politischen BsLe^ttung, denn Belgier^ Franzosen und Engländer würden ihr sernÄeiberr. Zu der Friedensmission Borgbjeras in Petersburg äußerte er, die Bedingungen der deutschen Sozialisten seien für Bc^ieu unannehmbar, daß Frankreich Elsaß-Lothringen, Italien den Trenttm» erhielten, sei nicht eine Antrexion, sondern eine Defvnnextexn. eine Genugtuung für frühere Annexionen. Solange der Gegner das nicht erkenne, sei keine Grundlage für Friedensverhandkungen vorhanden.
Der Reichskanzler in Wien.
Wien, 13. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der deutsche Reichskanzler ist heute früh zu eitter Befpvechung mit dem Minister des Aenßern Grafen Czernin hier ein- aetroffen. Der Reichskanzler wurde mittags vom Kaiser in Laxenburg empfangen und frühstückte daselbst nacb der Audienz mit den Majestäten, ^lbends speiste der Reichskanzler mit dem Grafenpaar Czernin in der deutschen Botschaft und kehrte mit dem Nachtznge nach Berliit zurück. Die Besprechnpgen werden üi nächster ßcit in Berlin ihre Fortsetzung ftnden.
Seekrieg.
Ein Seegefecht.
Berlin, 11. Mai. (WDB. Amtlich) stoß leichter deutscher Streitkräfte in den
Bei einem Bor- Hoofden wurden
Mai, 5.40 Uhr vormittags östlich vorn ststwrdhinder hiss feindliche Streitkräfte gesichtet, die beim Mher
um 10. _,,_... _ r
Feuerschiff feindliche Streitkräfte gesichtet koinmen als drei moderne englische kleine Kreuzer und vier Zerstörer erkannt wurden. Es entwickelte sich zunächst ein F e r n g e s e ch t in der Richtung auf die flandrisch Küste, das sich bis zur Thornton-Bank hrnzog. Dort hielter sich die feindlichen Kreuzer zurück, und unsere Strritkrästc ermäßigten daher ihre Fahrt, um den Feind aus näherc Schußweite herankommen zu lassen. Im weiteren Verlaust des Gefechts entstand ans einem Zerstörer der feindlichen Linie infolge unserer Artilleriewirkung anscheinend eine Kesselexplosion. Der beschädigte Zerstörer schor rnit starker Steuerbord-Schlagseite und sank kurz daraus, wie einwandsfvei beobachtet werden konnte. Unsere Streitkräfte stießen rrunmehr ans die feindlichen, die abdrehend mit höck)ster Fahrt Anschluß an ihre entfernt stehenden Kreuzer suchten, und stellten schließlich das Feuer ein, als der Gegner im Nordetl ans der Sicht kam. Auf unserer Seite sind tneder Beschädigungen, luoch Verluste ein ge treten.
Am 10. Mai fanden mehrere feindliche Fliegerangriffe ans Zeebrügge und Brügge statt; im ganzen wurden 60 Boinben gezählt. Militärischer Schaden ist nirgends entstanden. Ein feindliches Flugzeug wurde von unseren Abwehrgeschützen abgeschossen.
Neue N-Boot-Erfolge.
Acht Dampfer, vier Segler und sechs Fischersahrzeuge mit
23 000 Bruttoregistertonnen,
!)avon wurden drei Dampfer und drei Segler im englischen Kan a l v e r s e n k t. Unter den versenkten Schissen befinden sich n. a. folgende:
Die englischen belvaffneten Dampfer „Feltria" (Ex-Ura- nium, 5254 Br.-R.-T.) nnt Stückgut von New Dorr nach Avonnwuth, „Kimroß" (41.20 Br.-R-T.) mit einer Ladung von 7205 Donnen Weizen, die englischen Dmnpfer „Lady Mood" (2314 Br.-R.-T.)- mit 3500 Tonnen Kupfer nach Swansea und Greta, die englischen Segler „Jessie" mit Kohlen nach Frankreich und „Joseph" nnt Kohlen nach Le Havre, der englische Fischkutter „United", der französische Fischkutter „Canraret"" und ein unbekannter beladener Kich- lendampfer.


