Ausgabe 
30.4.1917 Zweites Blatt
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m. lW

ZweiLez Blatt

?. Jahrgang

Erscheint täglich mU Ausnahme deS Sonntags.

Beilagen: ..Kießerrer KamMendlSLIer" und * Kreisblatt für den Kreis Siegen".

Poßfäettento: grankstirt am 31ain Nr. U686. Bartfßcrlcbr: Gewerbebairk Gietzen.

-Anzeiger fiir Gberhesien

Montag. 38. Axril M

Zwillingsrund)ruck und Verlag: Brühl'scheUnivcrsiläts-Bnch-u.Steiitdr?.ckerei.

R. Lange, Gießen.

5chr!fLleltung, GefchaftssteSe und Druckerei:

Schulftraße?. Eefchüfrsstelleu. Vertag: e«&5l, Schriftleitung: 112.

Anschrift für TrahtnachrichtenrAnzeigerGie,en.

Aris Stadt nnd Lcrnd.

Gießen. 30. April 1917.

Für die erhöhte Schlagkraft des Heeres!

.Ern besonderer .Zweig der Kriegs sürsorge befaßt sich mit der Errichtung von SpldarenHeimen an der Front urrd in der Etappe. So gut wie draußen fiir unsere Soldaten, gesorgt ist, so ist doch in der Heimat in dieser Beziehung noch manches nach- zncholen. In vielen der erst während des Krieges entstandenen oder ausgebanten Uebungsplätze, die Tausenden von Soldaten wochenlang ein Heim bieten sollen, ist noch heute keine Gelegenheit zu einem gemütlichen Zusammensein geschaffen. Hier zu Helsen, soll der Zweck dieser Zeilen sein.

Tres^ versdeckt im Spessart.valde, von Stadt und Eisenb-a'hn tÄer zwei Stunden entfernt, ans einer Höhe von 4OO Metern, liegt das große Tr:rppenlager Lettgenbrunn bei Bad Orb. .Hier erhalten zahlreiche Soldaten ihre Ausbildung. Ein Ort geselliger Zuscnn mentun ft sehlt vollständig. Der Kommandant des Lagers hat dam Komrtve für Soldateüheime im Bereiche des 18. Armeekorps (E. V.) vor kurzem einen prächtigen, ^hochgelegenen Platz für ein Soldaten-henn mit Garten zur Bersügtmg gestellt. Ein kleiner Betrag zur, Errichtung des Heims ist als Grundstock vorhanden^ Aber noch fehlt viel. Deshalb ergeht die herzliche Bitte, zu Helsen und durch eine Spende zur Verwirklichung des sckiönen Planes l-eizntragen. Axchnlich wie in Lettgenbrnnn liegen die Verhältnisse in dem srvßen Lager von Griesheim beiDarinstad t. Trage stcher einen Hemm Teil seiner Dankessclmld an unsere Soldaten ab und gebe sein Sck>erflein zu dem guten Zlveck. Doppelt gibt, tver schnell gibt!

Auskunft erteilt die Geschäftsführung: Rhönring 83, III.

Gaben nehmen die Deutsche Bank in Darrnstadt, die Geschäfts- stelle L>esGießener Anzeiger", sowie die Mitteldeutsche

Creditbank entgegen.

» *

** Der Mai, der am Dienstag dieser Woche seinen EcnzUg halt, bringt uns neben vier Sonntagen drei Festtage. Das Fest Christi Himmelfahrt feiern wir am Donnerstag, 17. n. Mts., und das Pfingstfest am 27. und 28. Mai. Die drei Eisheiligen, die für den 11 12. und 13. Mai angemeldet sind, werden hoffent­lich ru diesQn Ziahre vergessen, ihre Karte aöziugeben.

** Immatrikulation kriegs gefangener Aka- demiker. An den deutschen Universitäten und technischen Hoch­schulen ^ kann gegenwärtig jeder ^Kriegsteilnehmer in absentia immatrikuliert werden. Es bedarf dazu nur der Vorlegung des Reifezeugnisses und Kostenregelung der Jmmatrikulativnsgebühren, sei es durch einen Angehörigen, sei es durch einen Be konnten. Der Kriegsteilwehllner selbst braucht von der Immatrikulation nichts zu wissen, eine Glanbhastn'achung des Antrages seinerseits wird nicht qefmÄert. Es wird sich also empfehlen, für Abillnienten derjenigen Schulen, die zum Besuch der Universität bereästigen, der Vater, wenn die Leute in Kriegsgefarrgenschast fielen, die JmnraLridrlation lv-cchrninvut, um dve aus der Uuiversitäts- zngrchörigkeit folgenden Rechte zu wahren. Für Kriegsteilnehmer, die als Studenten von der Universität ins Feld gegangen sind, sind besondere Schritte nicht nötig, sie bleibend an derjenigen Uni­versität immatrikuliert, an der sie immatrikuliert waren. Vorsicht ist nur für solche Fälle geboten, in denen der Kriegsteilnehmer sich aus Ende Juli 1914 hatte exmatrikulieren lassen, ohne sich bei einer anderen Universität ernzuschreiben.

** Sp eckverkauf. Es werden immer wieder Stim­men laut, welche behaupten, der in Hessen aus Hausschlach- tun-gen abgelieferte Speck, für welchen an die Mliefernden 2.50 Mark gezahlt wird, werde an die verbrauchenden Wstungs arbeitet zu ungewöhnlich hohen Preisen und auch nach außerhalb Hessens verkauft. So ging vor einigen Tagen das Gerücht, Arbeiter in Groß-Gerau hätten fiir in Groß- Gerau eingesammelten Speck 7 Mark für das Pfund zahlen müssen. Zunächst sei hier wiederholt betont, daß der aus hessischen Hansschlachtungen gesammelte Speck nur an hessische in der Rüstungsindustrie tätige Arbeiter imi> zu Massenspeisungen im Groß Herzog tum abgegeben luirb, und zwar zu Preisen, welche den erwähnten Betrag von 2.50 Mk. nur unerheblich übersteigen. Diese Preiserhöhung, erfolgt nur insoweit, als zur Deckung der EinsammlUngs- und Versendm:gstosten erforderlich ist. Ein Gewinn wird nicht gemacht. Zurzeit ist nicht mehr als .3 Mark für das Pfund zu zahlen. Dieser Betrag wird sich demnächst erhöhen, La der Speck fortgesetzt eintrocknet, andererseits hierdurch wert­voller wird. Diese Preiserhöhung wird jedoch nur eine geringfügige sein, so daß wohl auch, in den kommenden Monaten der Preis von 3.50 Mark kaum überschritten werden wird. Es ist vollständig ausgeschlossen, daß der Speck, der von manchen Fabrikbetrieöen zu höhereil als den vorerwähnten. Preisen abgegeben wird, aus der unter Mit­wirkung staatlicher Organe gefmuntelten Speckmengen, die aus hessischen Haus sch lach tu ngen abzulieifern sind, stammt, vielmehr kann es sich wie auch in dem oben angeführten Groß-Gerau er Falle sestgestellt wurde nur uin aus dem 21us lande eingeführten Speck handeln. Der aus hessischen Hausschlachtungerl. abgelieserte Speck wird an die empfangs­berechtigten Arbeiter.yon Zeit zu Zeit abgegeben. Bei der Verteilung werden die in den Faörikbetrieben vorhandenen Arbeiterausschüsse zugezogen, so daß von diesen die richtige Austeilung überwacht werden kann.

Landkreis Gießen.

H. Lang-Göns, 30. April. Das Eiserne Kreuz zwei! ?.lai,e wurde dem Garde-Pronrer Friedrich Fabcr verliehen ? Fader ist der Sohn des Schnhmachermeisters Heinrich Faber dahi.

e. Stock hausen, 30. April. Vizeseldwebel Lehrer Mich wurde zum Leuttmnt der Reserve ermmnt.

Kreis Büdingen.

. JE. Stock heim, 27. Aprü. Heute vorinittag 10 Uhr fa m der löasiwrrtschaft von Walther dahier unter dem Vorsitz t 8 -urst'n Adelheid zu Ys-mburg und 3iii> t n g e n u U'üer Lertung der Verhcmdlnrrgen durch dm Geschäftsführer t p V f. * ' r 10 J* 5 J 13 e r t i 51 s Büdingen, Dekan und Hofpredic ^ chaser - Büdingen eine Versammlung von etwa 35 Freu: mw ermgenHerum aus allen Gemeinden des Kreises Büding stalr, um über dre Bildung eines Preisausschusses fl

a \L~3u ^ ^ ^ beit und den etwaigen Zusamme

sckstuß der bestehenden Frauenveueme wcd der Bertraicensdam «x>ö Alrcyvauenvernns 51 t beraten. Nach emaefcenber Atrssvrp, beschlosstm für den KrÄs BüdiLn Är L Lrsitz ^ Furchu von Bu^nsen emen Kreis verband der Micefrauc Verein« zu gründen.. Er soll vt verschÄxm-e Bexi-rke eiüaete werde:,, uonttich m die Bezirke 1 Büdingen, Bsrsitzende^Z. ^ drc tfuritm Mel Herd Kir Bnvurgen, 2 . Orten bera R.- Gräfm Kuno zu Swlberg-Rvßlch 3. Altenstädt Borstig ouau.Plarrer Häusel, 4. Echzef, Vorsitzende F?au von Harn'i!

Niob*, Borsltzend« Frau Oberamtsrichter Römheld 6 Hil Nr wen, eventuell Fvmc Pfarrer Bröckelmanir. Ob auch'für !

Bezirke Schwickartshausen und Eckartshausen noch be­sondere Bezirke geLikdet lverdssr, soll sich nach Verhmrdlungen mit den betressei^-mr Gemeinden entscheid«!. Sache der einzelnen Be­zirksvorstände bezw. BezärkÄvereine soll cs sein. Möglichst in dm größeren Gemeinden sueue MicesvaMmvereine zu grmrden oder Bertrauensdamen Mitglieder zsu gewinnen, ferner aus allen Gebieten vatcrländisckM Frauenarbeit mrrcperü), aus klärend> mitarbeitond zu '.virken; so soll zunächst in allen Genreinden wenn möglich die Hin den burgspende durchgeführt werden werden. Der neue Kreisverband wird sich mit eman Aufruf an die Genrein- den wenden, in denen die näheren Aiust>rben mrd Ziele bekanntge­geben werden sollen. Um 12 Uhr wurde die Versammlung ge- schlosserr.

# Blofeld, 27. April. Den Heldentod starb der Gardist Wilhelm Meininger im Jnf.-Regt. 115.

In der Mt vsm 25 . April bis 2 . IRai findet eine

statt.

Erneut ergeht der Ruf:

Die Goldankaussfielle ist während der hessischen

SordWsche geöffnet:

samstag, 28. April vorm. v. \®\2%Uln, DlsnZtag, l Mai nadjm. von 24 Ahr.

Mitbürger! Sorgt das n, dsst der Ureis Gietzen fein Lei! zum Gelingen des vaterländischen Werkes dcitrSgt!

Eietzen, den 2 \. April MI.

Hamens der Goldankaufsstelle für den Ureis Eietzerr:

vr. ll sing er. msD

- m --

Kreis Lüuterbach.

rr. Schlitz, 30. April. Im Schlitzorlmrd finden demnächst 13 9 b e d ü r s t i g e K i n d e r und z-war 71 aus Ofsenbäch und 68 aus dem westfälischen Jildustriegebiet für einige Wochen bezw. Mo­nate unentgeltliche, freundliche Ausnahme. Die Organisation haben mit Hilfe ihrer Amtsbrüder Lehrer G o nr Pf - Uetzhausen, Obmann des LehrerveremsScAitzerlmrd" und Stadtpsarrer Bo eck Ne r- Schlitz übernommen.

rr. Aus dem Schlitz erlaub, 30. Aprll. Wenn kürzlich aus ^der Wetterau von einer teilweisen Auswinterung der Saat berichtet wurde, so kann demge-enWer in. unsrer Gegend erfreu- lichmweise ein recht guter Stand von Korn und Weizen festgestellt wordnl. In frischem leuchtenden Grün heben sich die Saat- und Kleefelder an den Berghängen vom übrigen Ackerland ab und kündeir verheißungsvoll eine rreue gute Ernte an. Freilich wäre der endlich^ Eintritt von warmer Witterung sehr erwünscht, damit sich die Frucht mehr bestockt, und ausbreitet.

Kreis Schotten.

e. Scho tten , 27. April. Der Direktor der Grotzh. Realschule, Hauptmann L. Hart sch, erhielt das Eiserne Kreuz 1. Kl. Unteroffizier Heim. Knies« erhielt zur Hessischen. Dapferkeits- medaille das Eiserne Kreuz 2 . Kl.

e. Oberschmitten, 30. April. Durch Lehrer Sames wurden 8 Offenbacher Kinder bei hiesigeir Familien st'ir die Sommermonate untergebracht. Ein hiesiger Papiersabrikant hat in dankensloerter Weise 3M400 Mark für die Unterbringung bedürftiger Stadtkinder auf dem Lande zugesagt. Ist dem nalat Ei chelsdorf, wo schon eine größere Anzahl Kinder aus West­falen Unterkrmft gesrvü>eu 'haben, ^vurdcur durch Lehrer Wenzel noch 2 Schüler aus Osfestoach untergebracht.

c. Streithaiu, 27. Aprll. Ehrbard Drapp erhielt die Herrsche ^apfcrkcitsMedaille. Das Eiserne Kreuz 2. Kl. wurde dem Karl Drapp, zurzeit bei einer Lichtstgnalstativn, verliel-en.

Kreis FrieSSerg.

Das Lutherschwert.

** F r i e b B e r g, 27. April. Der Oberhess. Anz. schreibt: Gerade letzt kehrt der Tag wieder, an dem einst Martin Luther auf der Rückreise von Worms in unserer Stadt ernkehrte. Am Sonntag Cantate, d. i. am 28. April, 1521 kam er von Frankfurt und übernachtete in dem HauseZum Grünberg", (jetzt Kaiscrstraße 32). Zwei wichtige, uns er­haltene Briefe hat er hier geschrieben (gegeben zu Fcied- berg"), den einen an den Kaiser, den andern an die Reichs- stände,' ausführlich setzt er auseinander, warum er nicht hat widerrufen können. Die Evarrgelisclie Vereinigung wollte in diesem Jahre des Reformationsjubiläums die Erinnerung an Luthers Aufenthalt irr Friedberg dadurch feiern, daß sie die Gedenktafel am Lutherhanse bekränzen läßt. Außerdem wird im Schaufenster der Buchhandlung Binderrragel das sogenannteL u th e r schw e r t" für-einige Tage ausgestellt sein, das eine wertere wertvolle Friedberger Luthererinne­rung bildet. Es ist das Schwert des Reichsherolds Caspar Sturm, der Luther als Bürge des. kaiserlichen Schutzes nach Wormsl und wieder zurück bis nack) Friedberg geleitete. Hier entließ ihn Luther und gab ihm die oben genannten Briefe nach Worms mit. Wie kommt sein VrunkschNMt, ein prachtvoller Zweihänder, nach Friedberg? Ob Egspa^turm später rn unserer Stadt lebte, ist unsicher. Sicher aber ist, daß sein Sohn Philipp Jakob als Apotheker sich hier nieder­ließ. In seiner Familie vererbte sich dasLutherschwert" als wertvolle Erirmerung aus großer Zeit, gab ehenrals dem lewerlrgen Besitzer sogar bestimmte bürgerliche Vorrechte: er war von den Fronfasten, einer Art Personalsteuer, befreit und brauchte keine Bürgerwachcn zu leisten. Ende des acht­zehnten Jahrhunderts erlosch der Mannesstamm Sturm' Nachkommen der weiblichen Linie leben noch unter uns. Im Jahre 1841 bestand die Gefahr, daß das Lutherschwert von englischen Sammlern gekauft wurde. .Herr Bindern agel, der

Großvater des jetzigen Besitzers der Hosbnchhcmdlung, er­warb sich das Verdienst, daß er es kaufte und so seiner Va­terstadt erhielt. Die Familie hat es dem städtischen Museum bei seiner Eröfstrung als Leihgabe überwiesen.

Q. Bad-Nauheim, 30. April. Vor gilt besuchtem Hause kam im Kurhaustheater, durch die Mitglieder des Mainzer Stadt- thcaters, unter Spielleitung von Dr. Ludwig Berger, Malis res LustspielDie gelehrten Frauen" zur Aufführung. Die gut vorbereitete Vorstellung fand sehr beifällige Aufnahme. Ein künstlerisches Ereignis ersten Ranges steht für Anfang Jurri in Aussicht. Hoskapellmeister Richard Strauß wird mit einem Or­chester von 110 Musikern im Großh. Konzerthaus ein Korrzert geben, in dem auch die berühmte, viel besprochene 2 llpensinf«rje des Kompouisteir zur Aufführrmg kommt.

-- Nieder-Eschbach, 28. April. Ein verheerendes Grütze teuer legte am Freitag nachmittag die WirtschaftsgebÄrde des Schmiedemeisters Georg K e st e r, Schafergasse, und des Land­wirts Johannes Steinmetz, 'Sackgasse, vollständig irr ^jche. Auch das SLeinmetzffche Wohnhaus wurde teilweis ein Raub der FlamMen. Da sich die mein eir Ortsbewolprer ans dem Felde be­fanden, konnte außer dem Vieh nichts aus b-e.it Gebäuden gerettet werden. Als Ursache des Brandes wird Kurzschluß angerwsmren.

c., O b e r - E s ch b a ch, 29. April. Die hiesige ztoeEafstge Volksschirle zeühnete bei der 6 . K r i e g s a n l e i h e den Betrag von 8500 Mk., bei der 5. Anleihe 7500 Mk., während hti der 4. 5300 Mk. aufgebracht wo-rden waren.

4t Okarben, 27. April. Airf dem Fell>e der Ehre starb der Lehrer Advlf Eichhorn, im 42. Lebensjahre.

Stnrkenburg und Nheinhessen.

ö. Mainz, 29. April. In der vorgestrigen Stadtver- o rdnetensitzung widmete der Oberbürgermeister dem verstor­benen Beigeordneten Kommerzienrat Mayer einen wsrmeurpsun- benert Nachruf. Aus den Überschüssen der städtischen Sparkasse wurden für das lausende Jahr 122 000 Mk. für gemeinnützige Zw>ecke und Wöhltätigkeitsvereine bewilligt. Zum -Garantiesonds der Kunstausstellung in Darmstadt wurden 1000 Mk. bewilligt. 1500 bis 2000 Kinder sollen aui dem Lande in Rrheinhesscn urrter- geb rächt 'werden und wurde hierfür ein Kredit von 25 000 M?. ge­nehmigt.

Hessen-Nassau.

--- Frankfurt a. M., 27. April. Tie Stadtverwccktimg hat unter Ausschaltung des freien Groß- und Zwisä^rhandels mit rheinhessischen Obst- und Gartenbauvereinen und Spargelzüchtarn große Lieferungsabschlüsse auf Spargel nvlkrsgeu.. Der von Frankfurt gezahlte Erzeuger-Höchstpreis beträgt, vorbehcckt- lich der Genehnngnng der Neichsgeinüsestelle und der hessischen Ge- müsezentrale, während der ganzen Lieserrnrgszcit 70 Pfennig für das^ Pfund erster und 35 Psg. für das Pfund zweiter Sorte. Im hiesigen Klcinvcrkauf wird sich das Pfund auf 80 bezw. 45 Kg. stellen.

AnMsr'sitLts-NachVZehten.

= Frankfurta. M., 28. April. Zum Leiter der konser­vierenden Abteilung am zahnärztlichen Institut der Universität Frankfurt ist der Breslauer Privatdozent und Hilfslehrer am dor­tigen zahnärztlichen Institut, Dr. ned. Erich Feiler berufen worden.

Verbrachtes.

Hirsch berg i. Schief., 25. April. (WTB.) der vergmrgr- Nacht ist die Englische Papierfabrik in PeterSdorf znm ffrü ßben ..Teil jn ied e r gebrann t. Der an gerichtete Sch^c^eut ist sehr erheblich. Der Betrieb der Fabrik, der etwa hundert Ar­beiter beschäftigte, -st eingestellt tvorden. Man vermutet, daß der Brand durch Heißlairsen eines Lagers verursacht wvrden ist.

* Eine Hühnerzucht-Anstalt im Frankfurter- Zoologischen Garten. Neben der Ziegenzucht- und der aus- gedehuten Kaninchenzucht-Anstalt, church die lrcreits viele Frank­furter Züchter mit Jungtieren versorgt wurden, ist neuerdings im Zoologischen Garten eine größere Anlage für Hühnerzucht und Eier­produktion errichtet worden. Da die in: Mai wieder zu eröffnende Jnsektenschau wegerr der Angliederung einer SchädlingsabteiluNg irr diesem Sommer an anderer Stelle als bisher untergcbracht wer­den muß, konnte das früher als Jnsektarium benutzte Gartenhaus, das durch seine weiten Ausläufe vorzüglich geeignet ist, für tue Hühnerzucht nutzbar gemacht werden. Zunächst sind hier 10, teils kleine, teils größere Zuchtstämme oer bewährtesten Nutzrassen unter­gebracht worden worden. Wir sehen u. a. als besonders dankbare, auf hohen -Eierertrag gezüchtete Leger, schwarze und rebhuhnfardige Italiener, als Vertreter der schwereren Rassen die schönen gelben Orpingtous und von Mittel raffen u. a. die als Lege- und Fleifck>- bühner gleich geschlitzten und als Winterleger bewährten Faverolles, Plymouth Rocks, Rhodcländer und weißen Wycmdottes. Weitere Stämme werden demnächst in den früherem Straußenkäfigen ein­gestellt werden. Die Anlage findet auch bei den Besuchern reges Interesse, das durch die auf den .Msigschildern angebrachten Er­läuterungen über den Nutzwert der verschiedenen Nassen gefördert nird. Da es vorteilhaft ist, durch frühe Bruten Hühner, die bereits im folgenden Winter mit deur Legen anfangen, zu erzielen, ivurde bisher die Mehrzahl der erhaltenen Eier für Zuchtzwecke Seiwendet. Zwei größere Brutapparate befinden sich gegenwärtig im Betrieb. In Kürze dürfte eS sich ermöglichen lassen, größere Mengen Aer bet Ernährung der Bevölkerung zuzuführen. ES ist zu hoffen, daß zuirächst monatlich etwa 1000 Eier an das Lebensmittelaurt ab­geführt werden können.

McheM. Aederficht derCsdeZWe i. -.Stadt Metz:?.

12. Woche. Vom 18. bis 24. März 1917. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100 (inkl. 1800 Mann Militär). Slerblichkeitsziffer: 32,97 Nach Abzug von 14 Ortsfremden: 10,99°/'.

Er­

wachsene

3(2)

3(1)

Kinder

tm i. Lebens- vom 2 bis

jabr

Es starben an Zus.

Altersschwäche 3 (2)

Diphtherie 2 (2)

Andere Wundkrankheiten 1 ( 1 )

Lungenschwindsucht 3 (1)

Tuberkulose anderer Organe 1 Lungenentzündung 1

Krankt), der Atmungsorgane 1 des Herzeus 4 (3)

Krankheiten der Ver­dauungsorgane 2 (2)

Blinddarmentzündung 1 (1)

Verunglückung _ 2 (2)

Summa: 21 (14)~ 15 ( 10 ) i

§ n m : Die in Mammern gesetzten Ziffern geben an. wie viel der Todesfälle m der betreuenden Krankheit aus von au -wärtS nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Veröffentlichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen Dr. Balger. Metz-Rat

3 ( 2 )

2 ( 2 ) -

1 0)

2 ( 2 ) -

16 (18)

. Jahr

2 ( 2 )

1 ( 1 )

Ml)