Nr. 96
Erscheint N!$!?4 mtt RnSnechnn be9 Dormta--.
©eUrtc,cn: „f^em KoE-nblTtter" und „Krefc&tett fit se» Ikrir Sic^c«".
VoAscheckis^s: Arsn^stt asr Main M. U 4 SL. Var?7v^Lel^: Se»rrbedaur Sietzes.
LS 7 . Jahrgang
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Eeuersl-AKWger für Gderhcheu
Mittwoch, Ä 3 . Atz-ril
Zwillingsrnnddrirck und Verlag!
Drü Haschs Unwersuäts-Ducki-u.Sti.n'sruckerei,
Li. Lange, Glesien.
^rsstkeltung. StschWrstc-Ke uud Druckerei: Schulst ca sie 7. Geschäfts stellen. Verlag: s«S1, Schnftlemmg: e^FK 112.
Nnschrist-fur T r<> htnachnchteru AnzcigerGie'^ea.
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Mb. Deutscher Reichstag.
67. Sitzung, Dienstag, den 24. April 1917.
.Nur Tische dcS BrrrrdeSratS: Kommissare.
Vräsi-deat Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung rrrn W* Uhr.
Keine Mrageu.
Nbo. Dr. Hcckscher fragt an: Das Hamburger Fremdenölatt Kringt iu seiner Abendnummsr vom 14. April 1917 Enthüllungen über feindliche AttevtatSversnche, die darauf hinzielen, mit Hilfe franH-fischer Ge fange:ier u^d in teuflischer Art Seuchen zu verbreiten un-d urrserc rrnentb ehrlichen Nahrungsmittel AU zerstören. Ist der Rrich^cksn-Ler bereit, Auskunft erteilen über das weitere 8-rgsbms der amtlichen Untersuchung, ins- desorrdere auch darüber, ob die Untersuchung ein Mitder schulden der französischen Regierung an diesem ent- «um schien TroLen erwiesen hat?
Generalmajor Friedrich: In einem an einen französischen Kriegsgefangenen gerichteten Paket wurden, in ein Buch ein- gepackt, fünf Zettel gefunden, die in Schlüsselschrift Aufforderungen an die feindlichen Kriegsgefangenen zu Zerstörungen. Drandftiftung, Grregunx von Viehseuchen, Schädigung der Kartoffelaussaat und Ernte usw. enthielten. (Lebh. Bewegung.) AuL dem Inhalt und aus dem Aeutzern der Zettel ergibt sich klar, daß es sich um einen groß angelegten Plan handelt, Deutschland wirtschaftlich zu schädigen. Zweifel- IcZ tjt die Gesichx groß. Die BclBlkerung ist daher durch die Presse bierübrr aufgeALrt worden. Außerdem ist eine verschärfte Durch» ftrchuAg aÄec an die K»<«HSgLs«u^enen ßsrich^Lteu Po^s«»chen an- Geordnet werden. Sollte dies nicht genügen, so wird zu weiteren Maßnahmen geschritten werden. Das durch die bisherige ^ Vorschürfnng der llntersnchirng der Pakete ermittelte Material hat Obenge ft.fiieS bestätigt, daß es sich um ein? weitverzweigte Organisation handelt. (Hort, hört! und Bewegung.) Der Beweis, daß die französische Negierung ihre Hand im Spiele hat, ist bisher noch nicht erbracht worden.
Wg. Dr. Nemuamr-Hofer (Fortschr. 8p.) weist darauf hin. baß in einigen kleinen Bundesstaaten. die einen lebhaften Gäder- und Somn'.erfrischenverkahr fya&cn, in diesem J<chre die Frernden bisher ansfchtieszlich aus den Kr die einheimische Devölkeoung berechneten NahrungSmittelmengen verpflegt werden müsfen. Gr fra^L: Ist der Reichskanzler bereit, schS-nni-gst Anordnungen zu treffen, daß solchen Lernen Buv^oSstaoteu, dve wegen ihre? geringen Unttangvs nicht in der Lase find, einen bMigen An-Z- gl-?<ch inne-rhc^i de? eigenen Mebietos vorzunehmen, für die Ernährung der Frsmden ein Ers<ch gegsbcsi wird, nöUg»sn^a6S aus den LebenLmüitebme?Lgon derstmigen Bund-esstaate«, die nvfslge diefss gfoerabtuiniiWM eicheÄiche Grtz-acntHe an Aerbrsuch von NahrungHrrAtleLn Wachs«?
Direktor imr 5tt^sgSern^rrmgsamt von Oppe»: Die Frage der Versorgung der Frrmbenderkehrsorte mit Lsbessmitteln ist rm Krie«Sernächrn.r^Mnt Gegenstand einer erngshenden Besprechung mit den Vertrete«» der bet«testen ^untKSÜaaten gewesen. Sine vökkrge ÄusMrehung des Fremdenverkehrs vst aus Rücksicht«, der GSflrndheitSpflege nicht möglich. Kranken und EchoHungSbebürMigen die GÄogeuhoit zur WisderhersteUwwg ihrer Gefuudheü und Medo-erkanyrrny ihrer Leistungsfähigkeit x-rgeben werden. Dazu müffen sie die DiLAichLttt haben, eine Lntfiprerhsnde Berpfl^rng gu erhalten. Eine besondere Bereit- Geltung von StebeTOmittcin kann «der nicht erfolgen, da eine doppelte Versorg«^ mit Rücksicht auf die ALgeMonchert nicht siattchast fll Gr vnch ein Ausgleich gwifchen Len Gaststaaten «rrd bc* andere» Maaten dargesommen werde». Di« Gast-
Lin Reformator der Böhne.
Zu £*üm 100. Todestag von Iiosef von Somienfels, 25. April.)
Josef, MiÄsftmhenr von Sonnenfels, der sich; durch sein atkräftiges, tzielbemusites Eingreifen fit die Gekstescüntpfe seiner >eit >uin sein österreichisches Bnderlcmd bleibende Verdienste ererben hat, ist im Juhre 17,33 zu Nikolsburg in MÄ-relc geboren. !>n ersten Unterricht erlstelt er beim dirrBenrollegium seiner Va- erst«dck. Während seines Mdlitärdieirstos bei den „Deutschmeistern" n ^ Zklagenfurt veriooichde er -seine freie Ztert bereits zu eifrigeur Zpralbstudium. Die f nrstische Laufbahn, die er dann erm-lstte, fLhcte hn 1763 Air der. einflustreick-en und ehrerrdoll-en Stellung eines Zrostssors der Stantsmifleirschasten -an der Universität in Wien, tüc Bentühmrqen seiner persönlichen Gsgirer, die darauf abz-ielten, Zoirncufels als „Religronsspötter" und „VdajeftäLsverbrecher" zu türzirn, prallten an dem überlegenen Verständ«is der Kaiserrn Norm Theresia igb, die ihm chr uneingeschränktes Vertrauen urch dadurch bewies, dah sie ihn WM Nat mid 1770, ein Jahr var hrem Tode, .z'um Wirklichen 5?sfvat bei der Geheimen osterrecchi- chen LwfkaMlei -und zum Beischer der Studien- und Zensurkom- mssion'ernannte. Seit dem Jahre 1810 stand Somwnfcls, ,n- NTisckc" mit sbem Titel eines Rebchofrsiherri'. ausgezerchnct. an
Spitze der k. k. Madcnne der bibdcichen Künste. Es zeugt von der Mg-ewölmlichen Arbeitskraft dieses Mannes, daß er, neben ferner cngespmrntem dienstlichen Berufsarbeit iroch Zert und Mnße smrd. iterarisch auf den verschiedensten Eebicten tätig zu fern, soziale Nis'^rstäche aller Art zu bekÄnpsen und durch volkstümliche Dac- tellui'g für die ausgektärten Anschmmrrgen, die bereits in and^err Arlturstaaten feste Wurzeln gefaßt hatten, auch nr^österre^tnichen Zander, einen empfättglichen Boden zu bererkm. ^ hat er vn reinlichen Recht, in der Polizei und im Frnanztvefen werttragende Verbesserungen durchsetzen Helsen, mrd auf ihn vor allem ist es iUrückzuführen, daß in 'den ö^rrerchascheir Maaten, die ^vlter, >aumls noch 'ein Rüstz-eug dss geriaB^r Beweis der stlhrsrs- rbaeschafst wurde. Ein wesekEM Teil seines Lebcnswerkes srnd eine Bestrebungen um die UmMstalllmg der öLerreichnchen Buhne, >ie ihm die DanöburSeit Mer späteren Zeiten gesichert' haben. Der herrschende Geschmack des österreichischen Theaters m den Der Jahren des 18. Jalfrhmrderts war die Burleske, dre Zote, ^er Aau^wurst der gevade da»?als stl PraHauser cmnt genmlrn
taKotalitfc Z-c adt btt »re HUte boiritahe-
aische Singspiel, ttosm Herren iöäWOb
ochwtrvlle spielten. Wenn in dieser Lage des osterre,chrsa^n Theaters eine Befferung eirüweten foltte, dann mußte vor allem euta Läuterung dos Geschmacks mraesirebt.werden, die ftch m erster 2f ie aegen die Zote uud die Läegrerl^s^ zu richten hatte. Das 'ätenwo'vtmi der SchLmpieter war an der Tagesordnung. Im Ähre 1764 überrrahm Gvaf Spvrck das Gknerakdirvkterrum der A^ner Bühne. Ihn, lehrte Josef von Smmenfels rn dem «enu^ heu bestere iThsrtterÄuftände herLerzr'.führen, krafttgen Bsistand, indent ec in der 1765) gsg-ründeten Hallavochensawist ..Der MÄmc ohne Bo »urteil" lgegen die Geschumck- und ^-tterlo^kett dw tt^atmlischen Darstzel>uag zu Felde zvg. Des lvetteren orach er für höhere Besoldung der Darstellenden eine Lai^e und war eifrigst bestrebt, den ganzen Stand der Schauspiel er, der ^mals noch maib ailgto rem und unterschiedslos als evr verächtliches Gewerbe galt, aefellschafttich zu heben. In demselb«» J«hre, 1767, "-.ne ^efsings berühmte DramaLurcire, also vor genau 150 Jahren, erschienen au-'. Soarnenfet „Briefe über die Wienerische schau- btthne". Es ist wohl zweifellos, daß die Schrift des vLiwmrrger Kunstkritikers die (des Wiener Rvfvrndators hervorgerusen hat-
starrte« soilen Vorschüsse an ße&eaÄimttefci erhalte», die Vann später wisdsr Vervechnet tveeden. Dem in der Arrfr-Lge enthaltenen Anregungen flt Rechnung go-tragrm worbe,^
Eine An-s^l Beschriften wird ohne Besprechung aLS S»r Erörteuumg im Hause ungseigmet eErct.
Die Bn!eihebei»Hschmft sür die Schutzgebiete für IVIb wird für erledigt cxKvct, die R«lchsh«mSh»ltSrechn»n>g für 1915 dem RechnungSau^chutz übarwivs-en.
Der Präsident schlägt vor, die nächste Sitzung am Mittwoch, den 2. Mai, nachmittags 2 Wr aivzuHakten unfe die Weiterbe rat ung des Etats c»»s die TatgoSovdnnng zu setzen.
Zur Geschäftsortmur^g ninmtt daö V^rt:
Aba. Scheidemann (Soz^: ES erfülbt unS mit Befremden
und lebhaftem Bedauern, daß der Neichöttrg haute nur zusammen- getrsten fein soll, um sich sofort wieder zu vertagen. Wenn auch eine A.nzshl Direktoren der ReiäMn-^er zur Zeit an der' Teil- nähme an unseren Wer haTvfeiu r^ger» deshi ndert sind, so erscheint unS doch eine UuSspeache über die Probleme der inneren und ärcheren Politik jstzi noiwsr^lg und dringend, um Klarheit zu stl)«-fen, wie der Kurs der deutschen NeichSpokitik nach innen und außen gsrichtet sein ssL. Ir: London, Paris, Petersburg, Rew Asrk, Peking und Rio de Jo«eirv wrrd der heilige Krrsg g£^ predigt gegen Dsu-ifchtand, sttllt man imß jahrzehntelange Kämpfe ht Aussicht, die mit unserer vsM^rdigen Vernichtung enden Men. Wir fittchten diese Drohungen zwar nicht, aber wrr tristen, daß diese Pläne unserer Gegner die ganze Welt vnt vollkommenem Nuin bodrohen, und das erfüllt »nlS mit tiefer Sorge.
Auf der ande,eu Seite hat die Ariedsrisliede und der Siun für Kose Verochii«?eit. den die Revolvü«: in der Seele des rufl:- schon Volks eutsündel Hst, der ga«ren Welt die Aussicht auf erneu > nahen Frieden «rdffnec, mä& auf smen T««berfrieden, sondern. auf den aügemaincn Weltfrieden, der kein Bol! unterdrückt uud ' vergewaltigt, aber alle befreit, damit sie wieder den Werken der Kultur nachgshen und das Fundament einer akL^icheren Z:»- krrnft legen Ann-sn. Dieser Gedanke der sozialMschen ruffischeu Revolution erfüllt heute Millionen und Mermillionen im deut- scheu Volke mrt hehrer Begeisterung. Er stimmt überein mit der nationalen Selbstbshsnpiung, die wir stets für uns in Lknspruch genommen haben und stellt unä vor die Möglichst, e»nen großen Schritt zu tun zum Wöhle der Menschheit. Diesen Willen haben wir Sozialdemokraten in dem B-eschluß Ausdruck gegeben, den Sie kennen. Ich bodaure, daß die Geschäftslage es nicht gestattet, dies ausführlicher darzulegen, wir Höffen aber, daß in dsnkbar kürAestcr Zeit über aLe diese Dinge in der ausführlichsten Weise geredet werden kann. (Beifall bei den Soz.)
Dbg. Lcdcbour (So». Llvb.): Wir können uns mit einom Be- dEern über die (LestPiftÄn-ge nicht begnügen (Lachen bei den GvK^^mskvaien), sondern v-evlangen, daß n,'«rHen der Reistag z-u^mc.ieuttcktt rar» die dringe«»).? n Air^ngerchettsn erörtert, wonach das Volk vcr.ünlgt. (Sehr ivahr! bei b<m Sochal- de«s4r<tten.) Darum beaictragen wir, daß auf die Dagesotdunivg der morgigen Sitzung der Wirtschafts^lan für 1917 gesetzt lrnvd. Diele Kruge liegt bereits spruchreif vor. uwi> es ist kein Grund vo^-änven. mtt der Erörterung noch einen Tag zu loarten. Der NedEr spricht dann Wer die ^.^ruivgsmittiÄvevs-argrrm'g, die Zustände in den GsstMHLnenla^srN, die Strebs der Metallarbeiter iwtf> fordert die de,iMe Regierung auf, unverFÜglich ihre Friedengzisle bekannt zu geben. Der PräsiÄent ruft den Redner loiederHo-lt zur Sache und entzieht ihm fchiiehLch das Wort.
LLa Graf Vs« Westarp (Ls»fl.): Die Ausführungen deS
ALz. Ähsidemann können nicht unwÄ-ersprochen bleiben. Sehr große Teile de§ HaufeS sind anderer Ansicht. (Zufinm-nung.) Daris sind wir mit ihm ersis, daß sehr bald über die sämtlichen
Fragen, dl« in dem Beschluß beSS sozialdemokratischen Ausschusses von voriger "Woche angeschnitten worden sind, e'.ne eingehende Au - spräche stattfinden muß. und daß entschieden das drrngende ~t° dürfnis besteht, auchentisch zu hören, welche Stellung der Reichs- kauzier zu diesen Icagcn ctnnunmt. Gegen den W<m, me nährungLfrage morgen auf die T»gesordnur^ zn w
keinen Widerfprn.ch erhoben. Merdings liegt der Beruht des ErnähruugSauSschuß'eL noch nicht vor, und eS sind auch noL- elntge Sitzungen in Aussicht genonrmen.
Aba. Brinz vrn Schoeneich-lLarolat (natt.): ES würde die
Geschäftslage deS Hauses erschweren, wenn morgen oder m ven nächsten Tagen die Ernährungsfragen auf d:e Tog^orLnung kommen sollen. Gerade toir l)aben im «leltejtenaus^chuß auf drc Wichtigkeit der Ernährungsfragen hingewicsen und a«Ä^egtz sie noch zu behandeln, bevor wir in die Ferien ginyen. Nun a».er haven wir damit gerechnet, daß heute nur eine kurze -Satzung fe: und dann eine Pause bis zum 2. Mai emtceten werde., Kornmen morgen dre Ernährungsfragen auf die Tagesordnung, so wäre das ein von- kommende Umschwung der Vertzältnisse. Zunächst bitten w:r, von einer Sitzung morgen abzusehen.
Abg. Lcdcümir (Soz.-Arb.): Die abwesenden Abgeordneten kann man ja telegraphisch herbeirufen. Es handelt sich vc: der Verschiebung der Verhandlung der ErnührunTSßrag«: aber um ganz etwas anderes. Es ist oft so: »vir faß«« hier BesMüsse, weiur wir aber dann tTerhandeln wollen, dann paßt es den Herren von^ der Regierung nicht, sie haben gerade etwas anderes zu tun. D:e Herren Büreaukraten haben ihre Geschäfte nach dem RerchStag citi- zu richten, und nicht umgekehrt. Uns werden ja rmmer g a nz e L e p o r e l l o l i st e n von Geheimräten derleien, dre haben «der Nickis weiter zu tun, als bei großen Sitzungen herumzusteben. Früher haben die Präsidenten den Arbeitsplan des Hauses durch- zu setzen versucht, jetzt leistet der Präsident «der der Regierung Handlangerdienste. (DerP^sidentrutt den Redner deswegen zur Ordnung und entzieht u*m vrckd darauf das Wort, da die Redezeit von fünf Minute« aögÄauixn rst.)
Mg. Dr. Strahn (Ztr.): Die Vertreter des KriesministeriumS. die für die Verhandlungen des Hauptausschusses notwendig sind, haben sich nach der Front im Westen beyebvn. (Hart, Hört! — Zuruf: Da sollte Ledebour hingehenI) ES ist doch un- schön, bei dieser Sachlage <inen solchen Vorwurf zu erheben. Ich halte eS für unrecht, in dieser Meise zu sprechen. (Zustimmung.) Wenn wir jetzt eine große politische Debatte beginn«^ so bleibt den Ausschüssen nicht die für ihre Arbeiten unbedingt nötige Zeit. Solange der Bericht des Ernährungsausschusses nicht borlisgt, würden wir auch bei einer Besprechung der ErnährungSfregA: rnrr ins Blaue hineinreden. Für den WirtschaftSplan ist es auch Mchgiltig, ob wir morgen oder in der nächsten Woche d»küber sprechen. Lassen wir also den Ausschüssen die nötige Zert urrd stimmen wir dem Vorschlag des Präsidenten z«!
Abg. Graf Wcstory sZkons.): Ich werde auf Herrn Ledebour und seine Freunde niemals eine Hoffnu-ng setzen, rrsch jemals für ihre Politik eine Eprcr von Wohlwollen haben. sHeiterkert. — Beifall bei der So^. Arb. »rS> Rufe: Das iä schr ehrenvoll ßrr und!) So sehr wir wü«schten, und so sehr wir eS begrüßen würden, wenn m dieser Zeit voll von Ersäg«rflen, hh diumfcer jagen und überstürzen, der Reichstag mehr beksammen fein urschte, tvodurch wir auch mtt unseren Frerinden in der Fraktion mehr Fühlung haben könnten, so schließen wir uns i» Anbetracht der Geschäftslage doch dem Vorredner an.
Der Antrag Ledebo-rrr wird gegen die Dttmrm» der beiden sozic^ldemokratifchen Fraktionen^ abgelehstt. ES dH»
dem Vorschläge des Präsidekte«.
Schluß X4 Nhr.
risj^msrut srvrszjiBKzm^^nzxiiai&sx&miis&jm vjt.Bee.sTüarr^'z.i
Inhaltlich sind beide Werke verschieden, aber Samnenfels' Sprache nähert sich nicht selten dein klaffisch-schön«: Stile Lessings;
stets ist 'sie kraftvoll einlenchtDtt» dirrch die Knappheit und Klarheit des Ausdrucks. SonnenfelS' zäh-er Kanrpf für die Herbeiführung würdiger jTl 7 oater^nstcArde. in Oesterreich war schiestlich vom Siege gekrönt. Im Jahre 1770 gewann die Reformparter, um deren Danner sich innner mehr angesehene Persönlichkeiten scharten, die Oberhand. Ihr ist es zu vecdmrken, daß 1776 dem deutschen Künstdrmna im Wiener H-os- mch Natimmlthectter eme bleibende Stätte -errichtet wasch. . . Mrc 25. April 1817 ist ^zo-f^cj von Sonner:fels, kmigAtu 1 ig über' die wrederhereingebrschene Reaktion und das Metternichiche Systew, gestorben, nachdenr er sich schon seit einer Reihe von Jahren vmr seiner akademischen ^hr- tätigkett UurückgeKvgen hatte. Dre Sckadt W-irn ernannte ihn noch zu seinen Lebzeiten pit Gsft'cnbürger, die tkkademien in Erfurt und M«ü<md W ihrem Mitchftd. De-c te Josef von gawmcnjefs, bem die Stadt Wien als bleibendes Ertzm-erun^eichen ein Standdrld mr der Elisabethbrücke gewid-nvet hat, wird für Oesterreich immer unvergeßlich sein, als helleuchtender Sterir ans bm Dagen des Ucberga'ages von der DÄnmcnmrg -nm Lichte geistiger EnLvncttnng und innerlicher Veredelung. ^
— Friedrich der Grvße als Begründer der Reichs bank. Heber die erfkn Ärrftmgc der Wmglichen Bank, der rotzigen yiriLtBbcmk, sind wir bisher nur dSrfttg mttmilhcktt gewesen. Wichtiges neues Material Archknnt
Tr. Melle Mukenberg bei in den von ihm hsrausgetzeb«n<nl Forschungen zrrr Bvmchenbrrrg-LchM hk& ^schichte.
Tmrach ist der Mar: gur BrgrLrd«nK dar Bank tem F-rtvdrrch II. selbst Qusg-^an-en: rm Wnttcr 178M8, geye» Gnde deS» ^eben- jährigen Frieges, dB der König viele Pvojekte Kr das „Retablissement" seiner Provin-an für die F-ri-denszett ^vog, hat er auch den Plan Kur BegrkmdMrF eixes gwßen BanKustttuts gefaßt. Ende 1762 sprach er darüber mH dem Italiener Anton Marie Car-abigi, der chm wen T^nkschrik über b« Errichtung einer L^rie in Pve-tzei: fernst hatte. Rach dem scl'luß trat der Plan pu# vor MngenbceaR Attstsaoen snruck, aber im September 1768 wurde ex nieder <mf,eno«m«n, als Ea^abigi einen wertausgr«^nd«r Erttrvurf zur Errichttrng wux ?lKi-nbank nack) «ngttfchem Muster mit cmem V«mÄaptta1 von 25 MÄlümon TaLorn cmeu Kr je m Zrit riesigen
(uiuer den eigentlicher Bankgeschäften siM-e das I«stittlt auch dre Müme, den gesamten «nkiEtisen den schachen
Lemwemdhandel, den Lxmdel na-tz RrrNand, S&oim, bnn Mtttel- meer, Chftra und beit nordische« Ländern, eine Berfvcherung u. a. -imsassen. 16 Pwzent,Leivimr meinte der Italiener als Sektor Herauswirtschasten yu tum™. Irr den bisher unveröffentlichten «geichiMdv!^r R a ndbemerru« gen «t*r
letten früisiert ter König die Be-Eä«e aufs schürfste. Er ,«Mt auf die Berstlchdenheft d« DerMtntzk- hx Pichen
hin, so daß man nicht cmfttch die angspche Bank als ^orbtkd nchmerr Lönne. Tom arcchen Nutzen, gegen über, den Calzabigr rerspnrch, vorlstelt M g«r-vn Sarkas--
Ulps schüttet er aus iLer die «ng-chNeren Mapttalttn, mrt denen dre Bank ins Leben «ero?«* wvckx» Mte. Wsx« Me inan denn eigentlich so gewsttise Summen vsnvnchen, da doch 'kaum neun IfflwacR Z*kr zt&ubjKm, um
nehrnrmgen glevIisEttig ins Werck §n setzen? ^.votz aller BevenkLn bekohl Friei'rich Ü. die Giutrünnrg, wohl, weil er scheu wallte, ,tu& sich erreichen ließe. Liber die KauflauLe Helten sich bei der steichnnug von Wien v-llstLndig zurück-, da sis ja tzmr sdrer Bank, der fv gwße Rechtz- wto DLonVwle vnllehvr wtrte ivLtten, dre
schwerste Schädigung -ihrer eigerren Geschäfte zu c-rwarten hatten. So war die Subskription eilt glatter Mißerfolg, der noch sMinrMer genwrden wäre, wenn sich nicht hohe Staatsbeamte mtt eryeblichen Beträgen beteiligt hatten. Ganze 408 009 Taler waren gereichsreL! Die königliche Rmrdverftrgnng ans dein Bericht des^ ckstinst'Äws lautet wörtlich: > „ich besorge, das wihr nicht Sonderlich mit der Sache reusiren «verden, den Wan nihr auch das Döbelte von Jnscriptions Krisen, so ist es bei wettdenr nicht hinlmrglrich die Banke zu eröffnen: sage er nnhr dem Calsabichi, er Mögt« nnhn- inehro seinen Mrllivneir herberschastn, nuhn ist es Zeit." Auch neue persönliche -Ainstvengungen des Ministers von .H^-gen bei Berliner und auswärtigen Kausl-Dtten fruchteten nicht, so daß am 20. November 1763 nicht mehr als 622 500 Taler gezeichnet 'waren. Der König .sah nun ein, daß die Sache im ganzen ttlcht durchführbar war, rrnd ließ daselbst zunächst nur einzelne Telle der ursprünglich in -.den großen Plan eirrbez-ogenen Geschäfte ver- wirklicher, so die Gründung einer Assekirrrnzkanttner. Llber völlig ging er von der Idee doch nicht ab, nur schienen ihm Lagen und Calzchügr irickst die rechten Diänner zur Berwirllichung des PiLnes zu sein: uub als ihrn daher von anderer Satte bessere und praktischere ^Vorschläge sirr die Begcürrdnng einer Bank nnterbrerbet i?«rd«n, nahm er diese mtt Nachdruck ans und führte sie durch. Erst als ihr ^ustmrdekommen gesicl-ert iwrr, machte erobern Minister i>Lvon Mitteilrurg mtt den Wvrteir: „Die ganze* Sache vvn der Bank ist dergesdalt geändert, daß die Sübscription^s des Particüllers nicht dabei gebrauckK werdeir."
,— Re nrbrandt-^UusWanderung wach Amerika. Wre^Ernrl Waldmann im nächsten Hefte von „Kunst uird (Verlag iwn Brmw Caffierer in Berlin) nach englischen Q««Qen mitterlt, ist lwieder ein Gemälde von Rembranbt nach Amerika aus-ewandert. und zwar ist es wiederum ein Stück des «rslifchsn. Rembrandt-Besitzes, das seinen Weg in das DollaÄand genommen hat. Stt Andloy N«Ls in Red Jod ge zu 'Grittleten ttr AMsihrre > 7 at nämlich sein ,,ML«is eines Juden" an den irischen Sän-er John Mc. Cvrnack verLmft, der es um eine große Summe für sein Hans in Amerika «vstanÄeu haberr soll. Hieraus ergibt sich, daß dieser Sänger entweder rLer Caruso-Gagen verfügen muß, oder aber — ratr den Mtttclsmarrn bei dem Verkaufe spielt. Das Werk ist Brustbild eines Juden in einem merkwürdig schic flitzenden SchSappthvt,-und nrtt umlgÄag-tenrwerßeir Hemdkrag«'. mtt Trv-rdrÄt: es gehört nach Bode in die Zeit um 1645. Damit wäre der aErika^ nische Renrbrantzt-Besitz nieder um ein nahrschernlich eigen!>ä«drges Werk des Wteisters vermehrt. Jln vergangerren Jahre hat Mr. Frick für eure volle Mlllion Mark aus der Sammlung Per^s eine nachdenteude alle Frcm als Orignralarbeit Rembraudts erworben; allem trotz des hohen Preises ist die Echtheit dieses Biktzes zweifelhaft. So hält BrebiuS das Gemälde vielmehr für eine Ar- bett von Rembvandts Verwandtm und Schüler Karl van der Gluym. Für ein Merk dieses Malers wäre der Preis von einer Million freilich ganz außer Verhältnis.
— Keine Nobelpreise im Jahre 1917. Wie aus Stockholm berichtet wird, hat die Nobel stiftung sich soeben dahin ettschttdcn, daß, ebenso, rvie inr verft-vsfferreu, auck> rm lamstndep Jahre die Robelpreste für Physik, Cl^mie, Medch-ru und 9it«oW nickft zur ?lbrs^ttmrg gelangen sollen. Die PrersVerteilung t*ff vielmehr bis Mm 1. Jttni 1918 auf geschoben warben. Da boi die Bestimmung! gatrosien. daß die Zinseir aus dem Preisbettsage, die sich von dem Tcrge. an dem dar Preis eig«rtlich zur N«Hchstm« gerangen sollte, brs zu dem Zettpuntte arrsmnttreln, wo der Preise träger ihrr wirklich echält, gleichfalls dein Pre^entpfänger übergeben werden ßoll-eir.


