Ausgabe 
16.4.1917 Zweites Blatt
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Nr. 88

Zweites Matt

#7. Jahrgang

Erscheint täglich inil Au-nahnrr des Sonntags.

Beilagen:Siehener ZamUienblatter" und Meisblatt für den Kreis Gietzen".

Postscheckkonto: grankfurt am Main Nr. **686. Vantverkehr: Gewerbedank Eiegen.

General-Anzeiger für Gberheffen

Montag, *6. Äpri! 19*7

Zwillingsrund.uuund Ber.' 's/. Brühl'scheUnioerittätt-Buch-n.Strindt ckerei.

R. Lang e, Gießen.

Zchriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei:

Schulstraßc 7. e.'eschäs.: eu.Verlag: '<-ÄjKö',

Schristlcilnng: 112.

Anschrift sr TrnhtuachrrchtenrAnzeigerDie cm.

Aus Stabt und Land

Gießen. 16. April 1917.

** Perfonalnachricht >en. Der Gwoßhewzog hat am 1'4. April den Größt). Karnmerjnnker und Kais, deutscheu VizeVonsul Errist v. Küchler in Kolbing in Dänemark znm Kanmre-rherrrl und den Großh. Ho fjagdj unter und Forst- Assistent Edwin v. Becker zum Kanimerjunver ernannt. Fn den dtuhestrmrd versetzt wurde der Eisend ah ngehilfe in der Hessisch-Prerrßischen Eisenbahngemeiu-schaft Franz Henn in Weißkrrchen bei Offmrbach vom 1. Juli d. I. an.

** 25. Stiftungstag des Marinevereins Gießen. In diesen Tagen sind 25 Jahre verflossen, seit sich in Gießen eine kleine Schar bei der Marine gedienter Leute zu sammenschloß, um zi:r Pflege der Kameradschaft einen Verein zu gründen. Mit dem Anwachsen unserer Flotte hat auch der Verein in seiner Entwicklung Schritt gehalten. Als der Krieg ausbrach, war eine stattliche Zahl von Kameraden aus den Reihen des Marinevereürs, die dem Rufe des Kaisers folgten. Länger, als sie je geahnt haben, müssen sie nun ihrer Heimatstadt fernbleibcn uird drmißen auf See, in Flandern und auf andern Kriegsschau­plätzen ihre Psliclck erfüllen. So kann der Verein an seinem heutigen Jubeltag mir wenige seiner Getreuen bei sich versammeln Wie anders hatte man sich diesen Dag im Jahre 1912 vorgestellt, als der Verein bei großer Beteiligung, geehrt durch viele Ehren­gäste und eine Abordnung des LinienschiffesHessen", sein 20.Stif tungsfest feierte. Ter 25. Jahrestag sollte mit noch größerer Pracht als Kundgebung für unsere Seemacht gefeiert werden Daß der Gedenktag durch einen langen und schtveren Krieg genötigt nur in kleinen! .Kreise begangen werden würde, ahnte nieniaud Ter Verein hofft, daß die eingezogenen Kameraden bald zurück- kehven und zu dem dann nach; u holenden Fest den langersehnten. Fri<Len als Festgabe mitbringen

** Die Allgemeine hessische Beamten Sterbefasse in Darmstadt bat 40000 Mk. (nunmehr im ganzen 200000 Mk.) Kriegsanleihe gezeichnet.

,.** Aufschriftslose Pakete. Mehr als 8000 Pakete mußten rm Jahre 1916 zugunsten der Postnnterstütznngskasse verkaAst werde::, weil die unzureichend b e f e st i g t e Auf schrift'hrend der Postbeförd erun g abgefallen! war!»md die Sendungien im; Innern keinerlei Angaben über den Empfänger oder Absender enthielten. Meist werdet: die Absender oder Empfänger' W Unrecht angenomnren haben, das Paket sei bei der Post entwendet worden. Und doch trägt die Post keine Schuld an der Nichbaukunft des Pakets. Sie, hat mit den Msschrtsts- losen und deshalb unanbringlichen Paketen nur Mühe und Arbeit, die erspart werden können, wenn die Aufschrift haltbar angebracht und ein Doppel der Aufschrift in die Sendung gelegt wird. Letz- teves ermöglicht, das Paket auch dann dem Empfänger zuzuführen, wenn die Aufschrift abgefallen ist und die Sendung zur Ermitte- ttmg des Empfängers oder Llbsenders geöffnet werden muß. Es empfiehlt sich dringend, die Aufschrift, falls sie nicht auf das Paket selbst geschrieben werden kann, reckst hatbar zu befestigen und f ü r alle Fälle ein Doppel der Aufschrift oben auf den Inhalt des Pakets KN legen.

** Bedenkliche Kreditinstitute. Die Handwerker- beratungsftelle des Orts gewerkt Vereins Gießen schreibt uns: Vor kuvAem erschien in der Presse folgendes Inserat:

Kredit bis 3000 Mark «HM jedes neu aufgenommene Mitglied kcrch dKk Fränkische Darlehnskasse in Nürnberg.

Bedingungen kostenlos.

Da wir vermuteten, daß es sich rm vorliegenden Falle um cm Schwindelunternehmen handelte, beschafften wir uns diese Bedin gungen. Aus denselben ist zu ersehen, daß von den Darlehns suchenden für Auskunfteinholung eine Gebühr von 3 Mk. eingezahlt werden muß: außerdem, falls etwaige Bürgen verlangt werden, für jeden derselben 2 Mk. Wirv das Gesuch abgelehnt, so sind diese Betrage verloren. Ist die vorerwähnte Darlehnskasse zur Gewäh rung des Darlehens bereit ihres geschieht nur, wenn ganz besondere Sicherheiten geboten sind), so sind weiter folgende Bedingungen zu erfüllen: Bor allem muß die Mitgliedschaft bei der Darlehnskasse durch Zahlung einer Aufnahmegebühr von 10 Mk. und Zeichnung eines Geschäftsanteils von 100 Mk. erworben werden. Bei Hingabe eines Darlehens müssen 15 Prozent des Darlehens zu diesem Anteil entrichtet und der Rest in monatlichen Raten von 5 Mk. bezahlt werden. Bei höheren Darlehnssnmmen ist für je 600 Mk. die Er­werbung eines weiteren Geschäftsanteils nötig. Die Haftsumme betragt für jeden Geschäftsanteil 200 Mk. Ter Zinsfuß für ein gegebenes Darlehen beträgt 6 Prozent? Außerdem kommt von der Darlehenssumme eine dlbschlußproVision von 3 Prozent in Abiug. Tie Zentral stelle zur Bekämpfung der Schwindelfirmen in Lübeck hat sich mit diesem Kreditinstitut in Nr. 5 derGemeinnützigen Rechtsauskunft" bereits 'beschäftigt. Sie schreibt: ,'Der Reichelsdorfer Areditverein e>G.m.v.H. ist in wei­ten Kreisen wohlbekannt. Wiederholt wurde Veranlassung genom­men, den Geschäftsbetrieb der Genossenschaft näher zu beleuchten und vor einer Verbindung zu warnen. Me Genossen- schaft arbeitet in verschiedenen Teilen Deutschlands mit Agenten, die sich zahlen lassen, um dann in den melisten Fällten zu elfter Ablehnung, des Darlehens zu kommen. Anscheinend ist der Genossenschaft mit der Zeck doch der Boden zu heiß geworden sie hielt es daher für angebracht, im neuen Gewiande ihre , segens­reich^' Tätigkeit fortzusetzten. Wie dem deutschen Reichsanzeiger zu entnehmen ist, hat der Reichelsdorfer Kreditverein den Sitz nach NüjrnVerg verlegt und,führt dort die FirmaFränkische Darloh nskalsse, Nürnberg e. G. m.b. H." Ob die Ge­nossenschaft mit der Firnia ihre Geschäftspraxis geändert hat bleibt zu bezweifeln. Sehr wahrscheinlich wird 'sie als Fränkische Darlebnskasse Mirnberg das gleiche Ziel verfolgen, wie als Reichelsdorfer Kredit verein: Die Ausnutzung der wirt­schaftlichen Notlage einzelner Personen für ihre persönlichen Interessen. Wir können nur immer wieder aufs nach­drücklichste vor der Genossenschaft wa r neu." Für die Ueberlassunq von Material über derartige Firmen seitens geschädigter Personen wäre die Handwerkerberatungsstelle der Ortsgcwerb^vcreins Gießen dankbar.

Landkreis Gießen.

B. G. Großen-Buseck, 15. dlpril. Am Donnerstag abend versammelte sich eine große Schar von Männern und Frauen im Wagnerschen Saale, uni einen Vortrag zu hören, den Lehrer Kraushaar aus Trais-Horloff über die Lebensmittelversorgung der Städte dort hielt. Hoffentlich haben seine, aus dein Herzen kommenden Worte einei: kräftigen Wiedeckhatt in den Herzen seiner Zuhörer Hintersassen. Am Freitag abend wiickde der gleiche Dortrag üirt Laalc des Otto Rabenau zu Alten-Buseck gehalten.

G Klein-Linden, 14. April. Dern Veterinär Hugo Boßler wurde vom König von Württemberg persönlich das Ritterkreuz mit Schwertern überreicht.

)( Mainzlar, 14. April. Mit der Hestischen Tapserveits- medarlle wurde der Artillerieunteroffizier Kehr von hier aus­gezeichnet. Bis jetzt wurde diese Auszeichnung an 16 hiesige Kampfer verteilt.

die

Kreis Büdingen.

x. Büdingen, 14. April. Der von unserem Dekanats g enternden ergangenen Aufforderung

Dekanat an zur A u f -

nähme westfälischer I nd u str i ekinder haben säst alle Gemeinden m entgegenkommenstec Weise entsprochen. Es nehmen Bindsachsen 5, Bleichenbach 24, Büdingen 10, Orleshausen 5, Calbach 12, Rinderbügen 20, Düdelsheim 21, Eckartshausen 21, ^angenberg heim 42, Himbach?, Altwiedermus 5, Gelnhaar 9, Berghnm 19, Glanberg 23, 5Iaingründmi 17, Lorbach 14, Herrn­haag 4, -Vvuhausen 36, Tiebach 2(21, Liudheim 15, Lißberg 16, ()ber- Mvckftadt 18, Niedcrmockstadt 16, Ortenberg 14, Nohrbach 8, Stock- % c } ]] }. Alters 11, Usenborn 17, Wenigs 30, Merkenfritz 16, Hitzkirchen 5, Burgbrackst.3-, Kefenrod 5, Wolf 6, Bück-es 4, Staden 20, ^tammheim 12 Kinder: eS beteiligten sich bis jetzt nicht me Gememden, Aulendiebach, Enzheim, Hainchen, Heegheim, ^.udenrod^und Wippenbach. Die Kinder werden von -der W-est- fälischeii Frauenhilfe.ausgesucht und treffen in 14 Tagen ein.

4t B o b c n ha u sen , 14. dlpeil. Ans dem Felde der Ehre starb der Unterofftzier Ferdinand Stein.

. , Kreis Alsfeld.

' 4t Rainrod, 14. April. Zum Gefreiten befördert wurde der Reservist Otto B in gel. Am 2. ds. Mts- hielt Lehrer Karl L i n ck-Rlidinghain im Schulsaale vor zahlreich Erschienenen einen Vortrag überDeutschlands sinanzielle und nnrtsckw.ftliche Kräfte". Durch die klaren Ausführungen gelang es dem Redner, die An­wesenden zu überzeugen, daß unser Vaterland dersicherste Schuld­ner" ist.

e^ Rainrod, 14. April. Ter Gefteite Otto Bingel erhielt das Eiserne Kreuz 2. Kl. und die hessische Tapferkeitsmedaille.

Kreis Schotten.

§ Herchenhain, 15. April. Geftciter Karl Haas, bei einer Maschinengewehr-Kontpagnie in Vckazüdoniein, erhielt für seine Tapferkeit das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Schon bereits vor einem Jahre wurde er auf demselben Kriegsschauplätze init der Hessischen Tapserkeitsinedgille aus gezeichnet. Sein jüngerer Bruder August, Ivelcher aus dem westliche'.: Kriegsschauplätze kämpst, ist ebenfalls mit der Hessischen TapferleitsMedaille geschnrückt.

Kreis Friedberg.

e. Ober-Eschbach, 15. April. In das hiesige Gasthaus fitHessischen Hof" kam dieser Tage ein J>unge und bat um Kartoffeln. Ta solche nicht abgegeben werden Knuten, erhielt er ein Stück Brot. Einen Augenblick des Mleinseins benützte der zur Entwendung eines Schmuckkästcheiis, das eine

goldene Damennhr ,mft schwarzer Perlenkette, ein mattgoldenes Arniband, eine iBorstecknades, einen goldenen Hervenring mit denr Monogramm L. >M. und einen goldenen Tanienring mit E. F- enthielt. Für 'den Bescher war das Kästchen von besonderen: Wert, da es steuere Andenken von einem gefallenen Krieger enthielt.

Starkenburc* und Rhnnhessen

!) Darmstadt, 15. April. Am Sonntag, den 6. Mai wird die hessische ^ Landesvereinig un g desdeutschem Ev ang el i schein, Gem e indeta ge s " einen hAsischcn^ Gie- meindetag veranstalten. Im Mittelpunkt der Tagung ivird vor allen Dingen ein Vortrag überdie Kirche und die Männer" stehen, den der bekmnrte Führer der Gemeindebewegung, Pfarrer« 0. Stock -Berlin-Lichterselbe halten wird.

Kreis Wetzlar.

ra. Wetzlar, 13. 9lpril. Mit dem Eisernen Kreuz 1. Kl. wurde ausgezeichnet Oberleutnant und Batterieführer von F o r i s aus Wetzlar.

Hessen-Nassau.

---- Frankfurt a. M., 14. April. Ter neue Leiter der stäMschen Theater, ^Geheinrrat Zeiß, beginnt im August seine hiesige ki'instlerische Tätigkeit nrit einem ZyklusDer junge Grethe" n: sechs Menden:Die Geschwister",Clavigv",Stella", Götz von Berlichingen",Ter Urfaust",Egmonst". Das erste grofje Konzert int Opernlmuse bringt ausschließlich Kompositionen zu Werken Goethes. Der ireue Schelplan im O Peru Hause beginnt mitEgnront", mck der Musik von Beethove::.

-Höchst a. M., 14. April. Nach Mitteilungen von Ober­bürgermeister Dr. Jenke in der gestrigen Stadtverordnetm- sitzung ist die Stadt infolge ihrer mustergültigen Wirtschaft auf dem Gebiet der Mehl- und Brotversorgung in dm Lage, von allen Kreisen und Städten des Regierungsbezirks Wiesbaden nrft 1625 Gramm Brot^ die größte Menge Brot ausznteilen. Tie meisten Gemeinden nrüssen auf 1500 Gpamm l-erunter gehen. Gleich günstig liegen die Verhältnisse bei der Fleischversorgung. Tie von der Stadt in Nassau zuerst eingefülTrte Regiesckflachtung hat sich so aus­gezeichnet bewährt und arbeitet so mttzbringend, daß den minder­bemittelten Einwohnern das von nächster Woche an zur Verteilung kommende sogenannteZusatzfleisch" im Gewicht von einem hal­ben Pfundausden Kopf für 15 Pfennige abgegeben werden kann. Die übrigen Haushaltungen bezahlen für das halbe Pfund 20 Pfemrig tveniger als der jeweilige Normalpreis beträgt.

lj Marburg, 15. April. Das Sommcrsemeste r cu: der hiesigen Universität beginnt am 15. April. Die Immatrikulatio­nen müssen bis zum 5. Mai und das Belegen der Vorlesungen bis Uuni 12. Mai ersivlg^. -- Die bekannte Dabakfabrik Stephan Niderehe L Sohn, die am 25. Mai aus ihr 100jätzriges Bestehen zurückblickt, stiftete 5000 Mark für die Arnten der Stadt und 1000 Mark zur U-Bvoffpende. Der Kreis Marburg hat an die Bezirks-Eierstelle in Wiesbaden bis zUM 14. März 1 918 887 ll0 Eier zu liefern, davon 592 000 bis zum 31. Mai. Außerden: ist der Eierbedarf des Kreises zu decken. Es müssen deshalb in den Mdnaten April und Mai vo>n jedetn Huhn 7 Eier abgegeben werden.

Börsen-Wochenbericht.

---Frankfurt a. M., der: 13. April 1917.

Die Zeichnimgsfrist aus die sechste Kriegsanleihe geht ihrem Ende entgegen, aber schm: kann ntan mit Gewißheck sagen, daß Mich sic wieder ein großer Erfolg seck: wird. Me Zcichnunget: -rnd überall g:ck eingelaufen: insbesondere bleiben die großen Anmeldrmgen hckcker den früheren nicht zurück und gewaltige Summen sind Mich bis jetzt schon aus dem Volke gjszeichnet worden. Es ist erstaunlich, wie sich bei jeder neuen Anleiheausgabe der Aufmarsch der Milliarden vollzieht. Schlier imerschopflich ist die Kapitallraft unseres Volkes. Von ihr geben die Sparkassenausweise immer neue Beweise, wie auch die stark erhöhten^ Gaviun/ her Großbanken und vieler Jndafftriegesellschafteu l>eredtes Zeugnis 'ür Deutschlands Kapckalskraft ablegen. Gestählt auf die festen Unterlagen nnserer im Kstiege sich glänzend beivälwenden Vvltzs- luirtschaft, können wir auch weiterhin den Ereignissen vertranens- vvll .entgegensehen, zumal die militärische Lage uns ohne dies nack) wie vor ein RE auf Zuversicht vetleiht. Die jetzt in Gang gekommenen heftigen Käinpse im Westen, sonne der Krieg mit 9lMerika und die im Zusammenhang damit bereits erfvbfte Beschlagnahme deutscher Schiffe in amerikanffchen Häsen ver­mochten an der allgemein herrschenden zuversickftlickzen Aiiffaffnng wenig zn ändern, was in der festen Grundstimmung im reien Verkehr der Börse auch in dieser Woche wieder deutlich zum Ausdruck kam. Machte sich auch an einzelnen Tagen vorübergehend größere Zurückhaltung geltend, so zeigte sich doch nirgends stärkeres AngÄtvt, und leicht Rückgängige Kurse konnten sich jewecks rasch wieder erl)olen. Eine lvesentliche Stütze hatte die feste Tendenz allerdings auch in den Meldimgen aus Rußland, die zweifellos ein Anwachsen der Friedensströmungen erkennen lassen und auch bei uns gewisse Friedenslioffnungen nährten. Größeren vcutzen lzogen daraus namentlich russische Bankaktien, die stär­ker anziehen kounten Im Anschluß darm: warm auch heimische Banken befesttgt. S ch i f f a h r ts a k t i e u, bie <mf bie Nachrichten

aus Amerika einigem Angebot unterlagen, konnten später auf Rück­käufe wieder im Kurse anziehen. Feste Haltung zeigtcn auch M o n- lanpapiere, wenngleich das Oieschäft darin in ruhigen Bahnen sich bewegte. Lebliaftere Umsätze fanden wieder ft: einzelnen In­dustrie p a Pier e n statt, die weitere Kürsbesserungen erzielten. So waren namentlich Brown Boveri und Aluminium für Schtveizer Rechnung lebhaft geftagt ntid höher. Auch Schuckert, Bergmann, GIErnzttat und Sachscnwerk befestigt. Autowerte, wie Daimler, Benz niid Kleyer, fei'ner Augsburg-Nürnberger Maschinen, Julius Sichel und Mamzer Gasapparate begegneten ebenfalls reger Kftus- Hoher waren auch Erdöl ruck) Scheivemandel sowie andere ckmm chenn,cher Fabriken. Mistiingswerte lagen still, doch gut behauptet. Am Anlagemarkt waren deutsck-e Anleihen wenig verändert, osterreichlsch-nngarische Renten gefragt, auch Japaner und ^nrkenlose fest, sudamerikanijck:/ Werte angeböten. Geld bilieb letckst. Prtdatdiskont etwa 4hi Prozent.

Gingesan-t.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber leiiierlej Verantwortung.)

Zw .Herausgabe der Vorräte.

Vom Lande schreibt man uns:

Tie Sckrnde der Entscheidung hat geschlagen: jetzt handelt es sich um Sein oder Nichtsein. Ohne Rücksicht lauf die Pien scheu leben versuchen unsere Feiitde unsere festen Fronten zu durchbrechen. Raubend, mordend rmd plündernd wollen sie, mie Sie Russen 1911, in die deutschst Lande einfallen uird uns einen Frieden aiiszwiugen! der unserem Vaterlaiide Schande, jeden! einzelnen aber Hunger und Elend bringen soll. Aber .Hindenburg hält treue Wacht. Unsere tapferen Väter und Söhne sind gewillt, Lebeir und Blut zu opfern: unsere feldgraue Mauer hält statrd, ivenn die Heiniatarrnee nicht versagt.

Die letzte Kartoffelernte hat- sch.ver enttäuscht: die Körner­ernte hat unsere Hoffnungen nicht erfüllt. Trotzdeni müssen wir! durchhalten bis zur nächsten Ernte. Mes ist aber nur möglich, Ivenn jeder Landmann und jede Landfrcru ihre Ablieferungspflicht voll und ganz er füll ei: und sich uiid die Ihrigen denselben Ent­behrungen unterwerfen, die der Städter schon indtmtelang ertragen mnß. An Brotgetreide, Ostrste, Hafer und Hülsenfn'ichten darf nur soviel zurückbehalten iverdeu, als zur Ernährimg deck Selbstversorger und Erhaltung des Viehbestandes unbedingt notwendig ist. An Kartoffeln rverden bis zur nächsten Ernte Pfund auf den Kopf berechnet. In pächster Zeit »verden Nachforschung^ und Ratio­nierungen von Haus zu Haus vorgenommen: jedenr Landwirt wird eine Verbrauchsmenge für fid) und seine Angehörigen abge­wogen. Dagegen darf es kein Strauben geben, denn es ist eiserne Notwendigkeit. Unsere kämpfenden Soldaten, mffere Millionen von Arbeitern, die in schtverer Arbeit das Rüstzeug znm Kamps Her­stellen, müssen in den kommenden knappen Monaten ausreichend ernährt werden. Ein Hungersiriede iwürde unser Ende bedeuten..

Es sott nicht verkannt werden, daß der Bauer von morgens früh abends spät sehr oft in Schiveiß gebadet schwer, ja sthr schlver arbeitet. Vielen Städtern ist es nicht bekannt, wie ungeheuer schwer es dem Bauer fättt, bei dem großen Arbeitern Mangel seine Felder zu bestellen, alle Erzeugnisse rechtzeitig rmd gut zu bergen. Und nun kommt noch die knappe Ernälpung dazu. Da wird es saure Gesichter geben, die gerne entschuldigt werden, wenn jeder seine Pflicht tut. Schkeiber dieser Zeckeu wohnt aus dem Lande; er kennt die ländlichen Berhältniffe sehr genau. Und da Muß auch einmal gesagt werden, daß sich, wie mau M sagen: pflegt, nichts abgezogen wurde. Doch bezieht sich dies nicht aus alle, sondern auf einen geringen Prozentsatz der Landleute: denn der Bauer ist Meist recht genügsam. Warum sträubt man sich nun gegen jede Verordnung? Von jeher ist man aus dem Lande gewöhnt zu wirtschaftet: nach eigenem Dafürhaltsu. Der Bauer ist ja frei: nieniand hat ihm Vorschriften zu mackrer:. Und mm kotmnckn die vielen Verordnungen, die niematid alle befolgen karm bezw. befolgt. Kritisiert »vird genug, und die ^Kritik erscheint mancknnal sehr bereckstigt. Aber jetzt Muß Schluß gemacht ivechen mit aller Kritik und Verstimmtheit. Jetzt, Kandleule, gilt es sich als echte Deutsche, sich als echte Christen, die durch die Tat gekennzeichnet werden, zn zeigen. Weg Mit der Kritik, rveg Mck der Verärgerung, der Ver­bitterung, weg mit dem Murren! Jetzt gilt es, jcht muß alles, was vorgeschrieben ist, schnell und restlos abgeliefert werden! Wer vaterlandslos genug sein sollte, trotz aller Mahnungen irgend welche Vorräte zu verheimlichen, wird streng bestraft werden, und die Vorräte werden ihm ohne Bergütimg fortgenommen. Jeder Vaterlandsliebende ist verpflichtet, Fälle solcher Art unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen.

Unsere Regierntig trifft diese Maßnahmen nicht etwa aus Ver­gnügen: es muß noch einmal betont werden: Es ist eiserne Notwen­digkeit. Die Miforderungen an die Hingabe und den Fleiß dev Laiidlettte sind ungeheuer; aber wem: es sich um das Schicksal unseres Vaterlandes handelt, müssen' alle anderen Rücksichten schweigen.

Daruin, ihr Mitbeivvhner auf dein Latide, Mraus mit dein Brotgetreide, der Gerste, dem Hafer, den Hülseiifrüchtrti imd den Kartoffeln! Seid Euch des Ernstes der Stunde bewußt, seid Röänner rmd FrMien der Tat! B. U. *

Vöch-ittl. Leberstcht derZgderWe i. d.Stsdt

9 ' Monat Februar 1917

Einwohnerzahl: angenommen zu 33100 (inkl. 1600 Mann Militär).

Sterblichkeitsziffer: 31,18'/,,.

Nach Abzug von 50 Ortsfremden: 13,05°/,,.

Es starben an

Zus.

Er­

wachsene

Kinder

im!. LebenS- vom 2. biJ fahr 15. ftcbr

Anqeb. Lebensschwäche

2 (2)

2(2)

Altersschwäche

16 (9)

16(9)

_

Folgen der (Heburt

1(1)

1 (1)

_

Divbtberie

1

1

Tuberkulose der Lungen

8(3)

7(3)

1

Tuberkulose and. Organe

1(1)

1 (1)

Miliartuberkulose

S (6)

5(5)

1 (1)

Luugenentzündung

8(2)

6(1)

1

1 (1)

Krankh. der dltmuugsorqane 2

2

d. KreiSlaussorgane

8(3)

6(2)

1

1 (!)

Gehirnschlag anderen Krankheiten des

4

3

1

Nervensystems anderen Krankheiten der

11 (9)

9(7)

2(2)

Derdauungsorgane

4(4)

4(4)

Blinddarmentzündung Krankheiten der Varn-

1(1)

1 (1)

und Geschlechtsorgane

1(1)

1 (1)

_

_

Krebs

5(2)

5(2)

_

anderen Neubildungen anderen benannten Todes-

1(1)

1(1)

Ursachen

6X5)

5(4)

Kl)

Summa :

86 (50)

72 (41)

5(2)

9(7)

uh, iific Ule*

der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Veröffentliäiung des Großh. Kreisgesundheitsamls Gießen.

Dr. Walger, Med.-Rat.

I